Durchblick

Kann sein, dass ich bald Durchblick habe.
Vorbei die ach so trüben Tage,
an denen ich nur Schleier sah.
Bald wieder sehend – hipp, hurra.

Kann sein, dass ich bald Durchblick kriege,
den trüben Schein ad hoc besiege.
Gerade bei der Autoreise,
wär das hilfreich – sag es leise.

Endlich durch die Brille sehn,
ach, mein Gott, wie wird das schön.
Fort ist die beschlagene Scheibe.
Ich seh erneut, was ich so schreibe.

Der Optiker – na, der aus Düren,
lässt mich anhand der Nachricht spüren,
dass ich ihm sehr wichtig bin.
Seine Mail, sie hatte Sinn.

Es hieß darin, ich solle kommen.
Es werde sich die Zeit genommen.
Das matte Glas schnell ausgetauscht.
Vernehmt es bitte – Leute, lauscht.

Der Beschichtung lag es fern,
sich zu halten – hört man´s gern?
Bestimmt und auch ganz sicher nicht.
Bald wird´s wieder für mich Licht.

Ob ich jedoch den Durchblick finde…
Ich mein den anderen – nicht für Blinde,
ist dadurch leider nicht gesagt.
Darauf hoffen? – Wär gewagt.

In meinem Alter durchzublicken,
einfach so – aus freien Stücken,
ist nicht so einfach – seh es ein.
Die Erkenntnis, sie ist mein.

Drum freu ich mich fürs Erste nun,
fürs Augenlicht – was soll ich tun.
Der andere Durchblick – fällt´s auch schwer,
kommt vielleicht dann hinterher.

Mit neuen Gläsern auf der Nase,
wird´s wohl heller – in der Phase,
da der November uns bedrückt.
Nur nicht mich – das ist mein Glück.

Auch wenn ich gestern – das ist klar,
bedrückt und auch verärgert war,
ist die Phase heut dahin.
Wie gut, dass ich bald sehend bin.

Vielleicht seh ich den Wald – samt Bäumen.
Lasst mich doch ein wenig träumen.
Zuerst gibt´s heut die neue Brille.
Dann hab ich Durchblick – so mein Wille.   22.11.2016
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Entspannung

Man sagt mir nach, dass man erkennt,
wie ich mich fühl - das war mir fremd,
bis ich an zu schreiben fing.
Jetzt weiß ich, dass das stimmt - ...ein Ding.

Wird der Stress mir mal zu stressig,
ignorier ich - und vergess ich,
meinen Drang für eine Weile.
Schreibe weder Wort - noch Zeile.

Das geht so lange - hab's gewusst,
bis ich wieder tüfteln muss,
an Worten, die sich just versammeln,
ehe sie im Kopf vergammeln.

Drum habe ich sie heut sortiert,
damit es mir nicht noch passiert,
dass die Worte - huch, verkleben.
Worte wollen raus - ans Leben.

Und plötzlich, plötzlich geht's mir besser.
Mit jeder Letter werd ich kesser,
und merke, dass der Druck vergeht.
Ich schreibe... - noch ist's nicht zu spät.

Vielleicht sogar - am Wochenende,
geb ich mich an die nächsten Bände.
Ich merke, wie der Zwang schon wächst,
und fühle mich schon jetzt relaxt.

Ich schaue raus - durch unsere Fenster,
sehe Sonne - nicht Gespenster,
und so viel, das ich reimen kann.
Heute Abend fängt es an...

...ich dreh das Kränchen hinterm Ohr,
stelle mir ganz einfach vor,
wie es Wort um Worte gießt,
schön ist's, wenn es wieder fließt.

Die Gedanken auszudrücken,
einfach so, aus freien Stücken,
gibt mir Entspannung - rundherum.
Bitte nehmt es mir nicht krumm.

Ich seh sie vor mir - so viel Reime.
Gründe, um zu schweigen? - Keine.
Und am Samstag außerdem,
spielt mein Club - ich werd es sehn.

Um dort Wort für Wort zu tanken.
Schon heute Kreisen die Gedanken,
um das, was mir entgegen fällt.
Der Geißbock ist halt meine Welt.

Der Bock, die Worte - bitte sehr,
dazu noch dies und das - und mehr.
All das, was man erzählen kann.
So fängt bei mir - Entspannung an.   20.08.2015
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Kappe

Die Kappe? – Tja, die hab ich noch,
weil ohne sie das Hirn mir kocht.
Jedoch, mein schönes Auto nicht…
Versteht Ihr – dass das Herz mir bricht?

Allerfeinster Sonnenschein.
Der Sommer könnt nicht schöner sein,
doch mein Wagen – steht nun jetzt,
in der Garage – bin entsetzt.

3 Jahre hat er mich begleitet,
hat mir sehr viel Spaß bereitet.
Jetzt habe ich ihn abgegeben.
Wie soll ich das nur überleben?

Ohne Dach – das war halt so,
ein wunderschönes Cabrio.
Wenn der Wind durchs Haar dir fährt,
das ist schon eine Reise wert.

Ich hab auf den Vertrag geschaut,
fühl mich nicht wohl in meiner Haut,
und hab erkannt – er muss zurück.
Aus war´s mit dem Spaß, dem Glück.

Die Liebste hob den Zeigefinger,
ich duckte mich – vor ihrem Schwinger,
doch sprach sie leise: „Armer Wicht.“
Huch – so kenne ich sie nicht.

Sie meint, sie habe es erkannt,
ich hätte mich da wohl verrannt.
Ich sei verliebt – das rührt ihr Herz.
Sie sehe meinen tiefen Schmerz.

Ich sei zwar nicht mehr gerade jung,
besäße dennoch etwas Schwung,
mich in und aus dem Teil zu schälen.
drum dürfte ich nunmehr jetzt wählen.

Entweder ab ins Altersheim,
oder mal auf Achse sein,
in einem – neuen – Cabrio.
Ich schluckte krampfhaft – ich war froh.

Das alles ist 3 Monde her.
Der Tag rückt näher – fällt nicht schwer,
sich darauf zu freuen – nun,
ich bin halt so – was soll ich tun?

Am Mittwoch – das ist gar nicht lang,
nehme ich ihn – in Empfang.
Ich freue mich – ist das nicht schön?
Mir ist´s, als könnt ich ihn schon sehn.

Das sind jetzt noch 6 ganze Tage,
viele Stunden – ohne Frage.
Doch dann steht er vor der Tür,
der neue Wagen – mein Z4.     06.08.2015
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Überfall

Hier Zuhaus - im sicheren Hafen,
ist der Alte - eingeschlafen.
Kurz nach 7 - lang vor 8,
lange vor der nächsten Nacht.

Grad eben aufs TV geschaut,
nicht zu leise - nicht zu laut.
Dann - ad hoc - der Überfall:
Die Schlingel sind wohl überall.

Schoben mir die Lider zu,
und schenkten mir - das war der Clou,
Ruhe, dass ich schnell vergaß,
wieso, weshalb ich grad hier saß.

Ängstlich schiele ich zur Seite,
Frau General sucht nicht das Weite,
sodass ich mir fast sicher bin,
ich schnarchte nicht - und das macht Sinn.

Denn hätte ich den Wald gesägt,
so wär's halt so - dass SIE mich schlägt,
und mir zu verstehen gibt,
dass sie solches Tun nicht liebt.

Hab ich geträumt? - Ich weiß es nicht.
Jedoch den Speicher - aufgefrischt.
Stehen auch die Augen quer,
fällt das Schreiben - mir nicht schwer.

Warum ich nun so müde war?
Ich weiß es nicht - doch offenbar,
liegt's am Wetter - das mich schlaucht.
Und am Alter? - Ja, wohl auch.

Gestern Hitze, heute Regen,
morgen wieder kaum bewegen,
weil die Luft bei Hitze flirrt.
Na, mal schauen - wie das wird.

Ich gähne herzhaft - schaut kurz weg.
Hab ich Euch nun angesteckt?
Meckert nicht - ich warnte gerade...
War's zu spät? - Nun, das ist schade.

Ich bin faul - ich bin da ehrlich.
Alles andere wär gefährlich,
weil Frau General sonst spricht:
Lieber Mann - so lüge nicht.

Ich wollte schlafen - still und heimlich.
Hab mich geoutet. - Oh, wie peinlich.
Würde ich nicht Reimen - dann,
käm's bei Euch - erst gar nicht an.

Mein Tagebuch ist öffentlich.
Schon wieder ward ich kalt erwischt.
Hätte ich das nicht geschrieben,
wär es unentdeckt geblieben.   04.08.2015
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Abkühlung

Herrlich, wie das Leben spielt,
endlich hat´s kurz abgekühlt.
Ich reiße Türen, Fenster auf,
und lass der Frischluft freien Lauf.

Die Hitze, die im Zimmer staut,
wird jetzt langsam abgebaut.
Endlich kriegt man wieder Luft,
Dieses Hoch - es war ein Schuft.

Ich sah die Fliegen - an den Wänden,
stöhnend und in Qual verenden,
und dachte - ängstlich, stumm - bei mir:
Besser diese... - na, als wir.

Frau Hund lag langhin ausgestreckt,
bewegte sich dort kaum vom Fleck.
Als Russin liebt sie Schnee und Eis.
Auch ihr war´s einfach - viel zu heiß.

Sprudel gab es literweise,
mein Taschengeld schmolz still und leise.
Die Liebste kennt da keine Gnade.
Erhöhung - sie fiel aus - ach, schade.

Sie meint, mein Platz im kühlen Keller,
der sei für mich auf alle Fälle,
ein Vorteil - und daher, nun ja,
nen Abzug wert - ich sprach: Hurra.

Im Verlies - bei Kerzenlicht,
versteh ich ihren Antritt nicht.
Seit wann - mir fällt´s Begreifen schwer,
zahlt das Opfer - noch Salär?

Dies Tief, das uns die Kühle schenkt,
das frische Luft ins Zimmer lenkt,
heiß ich willkommen - keine Frage.
Verzeiht mir bitte, wenn ich´s sage.

Gestern spät im Hof gesessen,
mich bei meinem Buch vergessen,
und den letzten Teil geschrieben.
Wo ist denn nur die Zeit geblieben?

Leichter Wind um meine Nase,
er spornt mich an - in dieser Phase,
in der ich wieder denken kann.
Tief in der Geschichte Bann.

Heut Morgen - gab es das Signal,
Band 2 erscheint - jetzt allemal,
vielleicht am Samstag - das heißt Glück.
Ansonsten Montag - kleines Stück.

Die frische Luft - ich merk´s - beschwingt mich,
mein Gemüt ist leichthin kindlich.
Glaubt es mir - ich freu mich sehr.
Das klappt doch jetzt - was will man mehr...  08.07.2015
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Tag des Kusses

Heute ist der Tag des Kusses?
Wenn´s so sein soll - tja, dann muss es,
womöglich und tatsächlich sein...
Doch stellt sich nun die Frage ein...

...wen und wann und wie und wo?
Wüsste ich´s - so wär ich froh.
Ich lehne mich ganz kurz zurück,
und denke nach - ein kleines Stück:

Den Ball - mit dem man Fußball spielt?
Mit dem man manches Tor erzielt?
Diese Möglichkeit fällt flach,
es ist noch Pause - weh und ach.

Frau Hund? - Ich glaub, das will sie nicht.
Im Übrigen - noch nicht mal ich.
Wer bleibt mir dann ansonsten noch?
Ich weiß es nicht - so habt mein Wort.

Die Kinder? - Zärtlich auf die Wange?
Besser nicht - mir wird es bange,
denn Herr Sohn - er sprach dereinst,
Küssen sei partout nicht seins.

Nun gut, da war er noch ein Kleiner.
Wie´s heute aussieht - das weiß keiner...
Vielleicht bis auf das Schwiegerkind.
Für solche Fragen - bin ich blind.

Tochter oder Enkel Anna?
Sie sind weit fort - das ist ein Jammer.
So fällt auch diese Möglichkeit,
letztlich aus - es tut mir leid.

Da fällt mir gerade siedend ein:
Die Liebste wartet - fromm daheim.
Ich spitze probend mal mein Schnüsschen,
in Erwartung eines Küsschens.

Putze sorgsam meine Zähne,
auf dass ich mich nicht letztlich schäme.
Vermeide Knoblauch - Zwiebeln auch.
Gut für´n Atem - und den Bauch.

Polier mit Sorgfalt meine Lippen.
Ich bin soweit - ich würd drauf tippen.
Jetzt müsst ich nur Zuhause sein.
Ich träume... - schlaf am Schreibtisch ein.

Wenn´s doch nur schon Abend wär.
Das Warten fällt mir oft zu schwer.
Heute ist der Tag vom Kuss...
Ich hab´s heut Morgen - nicht gewusst.

Mal sehen, was die Liebste sagt.
Ich habe sie noch nicht gefragt.
Doch die 12 Päckchen - dieser Reim,
sollen jetzt - mein Antrag sein.     06.07.2015
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Hitze

Es ist heiß - ich bin geschafft,
dampfgegart - im eigenen Saft.
Von oben knallt jetzt der Planet,
er zeigt mir, was er kann - was geht.

Ich pfeife leise vor mich hin,
zum Zeichen, dass ich fertig bin.
Fein gekocht und rundum gar.
Länger kochen birgt Gefahr.

Denn was man jetzt zu lange kocht,
das verdirbt - das weiß man doch.
Ich kenne das vom Frühstückstisch:
Nach 4 Minuten - sind sie frisch...

Nicht dass auch noch das Würstchen platzt,
ich sage es - in einem Satz:
Das wäre mir - nicht sehr genehm.
Wie heiß wird's heute? - Man wird sehn.

Nach 3 Schritten - allenfalls,
hängt mir die Zunge aus dem Hals.
Der Schweiß - er salzt mich rundherum.
Salz konserviert - das ist nicht dumm.

Gestern fuhr ich Cabrio,
mit der Liebsten - ich war froh,
bis ich in den Stau geriet...
Das Hirn verdampfte - so ein Shit.

Durch die Poren floss es ab,
nicht zu wenig - nicht zu knapp.
Da wundert es zum End nicht mehr,
fällt plötzlich dir - das Denken schwer.

Ich schloss das Dach - es wurde kühler,
ich schaute auf den Celsius-Fühler,
er zeigte mir - die 40 an,
draußen... - Gottseidank, oh Mann.

Es ist Sommer - und zwar plötzlich,
ich bin froh - und ich ergötz mich,
an der Wärme - sicherlich,
doch das ist halt zu viel - für mich.

25 Grad wär'n klug,
und für mich perfekt - genug.
Doch Jammern? - Nein, auf keinen Fall.
Von oben strahlt der gelbe Ball.

Wir genießen - ganz behände,
dieses schöne Wochenende.
Einfach, einfach gar nichts tun,
das ist es doch - was sagt Ihr nun?

Den frühen Morgen noch genießen,
bevor die Temperaturen schießen.
So lange ich noch denken kann.
Der heiße Tag - fängt gerade an.   04.07.2015
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Frei

Falls es jemand wissen will:
Ich schreibe grad gereimten Müll,
weil - und das ganz nebenbei:
Ich habe heute Morgen... - frei.

Ein Tag, um mal nicht nachzudenken,
(ich kann mir diesen Vorsatz schenken),
ein Tag, um lange Auszuruhn,
und wirklich mal - fast nichts zu tun.

Ein Tag, um lang im Bett zu liegen,
ehrlich, wirklich - bis fast 7.
Ein Tag für Brötchen - kross und frisch,
hier auf unserem Frühstückstisch.

Die Zeitung schon komplett studiert,
ich weiß, was in der Welt passiert,
nur leider nicht ums Geißbockheim.
Sommerpause - muss wohl sein.

Ein Tag zum Auf-den-Abend-freuen,
Konzertgenuss - again, aufs Neue.
Mit Frau und Kindern - und noch mehr.
Zuzusagen fällt nicht schwer.

Auch wenn die Tochter sich noch ziert,
wird sie in Rot heut ausgeführt.
Weil die Lady - wie man weiß,
in Red erstrahlt - so schließt der Kreis.

Daneben muss ich - welch ein Übel,
heute nebenbei noch Grübeln.
Weil mein Auto - das steht fest,
mich ansonsten - bald verlässt.

Soll ich? - Soll ich eher nicht?
Ich weiß, ich bin nicht wirklich dicht,
doch mir tät die Seele weh,
wenn ich zum leeren Parkplatz seh.

Noch eine Nacht - zum Überlegen,
am besten gäb's drei Jahre Regen,
dann fiel der Abschied nicht so schwer.
Wer's einmal kannte - der will mehr.

Die Sonne scheint. - Soll ich was Schreiben?
Meinem inneren Schweinhund zeigen,
dass es mit dem Gar-nichts-Tun,
nicht weit her ist? - Jetzt und nun.

Der Vormittag - er ist noch lang.
Finge ich spontan jetzt an,
wär die Geschichte gut im Fluss.
Ich will zwar nicht - jedoch, ich muss.

Und sag Euch nochmals - wieder, neu:
Hurra, hurra - ich hab heut frei.
Die Sonne strahlt - ist das nicht schön?
Was ich heut tu? - Wir werden's sehn.  29.05.2015
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Alte Serien

"Haben Sie nicht alle Tassen,
im Schranke - ist ja kaum zu fassen."
Diesen Spruch - den las ich heut,
und ich weiß - er ist gescheit.

Im Grunde war er - ist halt so,
mein Lebensretter - ich bin froh,
dass ich jetzt noch reimen kann...
Vergangenen Sonntag - fing es an.

Besuch war da - ein schöner Tag,
und da ich meine Liebste mag,
beschloss ich morgens - in der Früh,
hoppela - ich spül für sie.

Nahm die Tassen - und die Teller,
Messer, Löffel - auf die Schnelle,
ließ mir heißes Wasser ein,
mit Spüli drin - so soll das sein.

Die Finger wurden etwas flutschig,
das Porzellan - ein wenig rutschig,
und so kam mir in den Sinn,
dass ich nicht grad - vom Handwerk bin.

Wie's so geht - zwei linke Hände,
meine Worte füllen Bände,
doch mein wahrer Lebenszweck,
sagt: <<Bei Arbeit - Finger weg.>>

Ich hab's gewusst - es war doch klar,
in dem Moment schlug die Gefahr,
ohne Rücksicht - gnadenlos,
einfach zu - der Frust war groß.

Eine ihrer Lieblingstassen,
war zerdeppert - Gott, wie klasse,
und mir brach der kalte Schweiß,
zu Unrecht aus - wie ich heut weiß.

Ich ging ganz fix ins Internet,
suchte dort - von A bis Z,
nach der Tasse - wie gesagt,
die scherbenreich - am Boden lag.

Was soll ich sagen - hab's gefunden,
und nach reichlich wenig Stunden,
ist die Tasse jetzt bei uns,
aus Henstedt-Ulzburg - das ist Kunst.

Von alteserien - plus d e,
kam sie zu uns - und ich seh,
ihre Sammlung jetzt komplett.
Danke... - wenn ich Euch nicht hätt.

Trotzdem werd ich - so soll's heißen,
mich demnächst zusammenreißen,
Spülen werde ich zwar weiter,
jedoch nicht das - das wär gescheiter.  09.05.2015
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Eingebürgert

Wir schnell doch was zur Regel wird.
Ich hatte mich im Traum verirrt,
und wurde daher früh nicht wach.
Jetzt krieg ich Haue - weh und ach.

Die Liebste schaut mich an - und spricht:
<<Vergiss nur deine Queste nicht.
Du bist der, der Samstags geht.
Schau auf die Uhr - es ist schon spät.

Frau Hund - sie jammert und sie kneift,
sie muss ins Feld - hey, that means life.
Jedoch der Alte - dreht sich um,
und stellt sich einfach - müd und dumm.

So musste ich dann - sie zu retten,
mich nun schälen - aus den Decken.
Es ist früh - du bist nicht brav.
Ich brauche - meinen Schönheitsschlaf.

Nun schau mich bloß so frech nicht an,
das Motto - dass nichts helfen kann,
verkneifst du dir - in kurzer Frist,
sofern dir Leben - wichtig ist.

Ich schreib's jetzt noch mal - auf den Plan:
Ich, ja ich - dein steiler Zahn:
In der Woche - gehe ich.
Samstag, Sonntag? - Deine Pflicht.

Da hat sich etwas eingebürgert,
das mir nicht schmeckt - fühl dich gewürget.
Und wehe dir - jetzt hör gut zu,
du schläfst auch morgen - ...juppiduh.

Dann folg ich meinem inneren Zwang,
dreh dir den Schlickes - mach dich lang.
Ich sage deutlich - du, mein Wicht:
Sei fein klug - und reiz mich nicht.>>

So hat sie mich grad eingeschüchtert,
jetzt fühl ich mich komplett ernüchtert,
und stell schon meinen Handywecker,
für morgen - für den Gang, vorm Bäcker.

Ihr meint, sie sei sehr grob zu mir?
Dann schaut nur - hinter unsere Tür.
Klingt, was ich schreibe nach Tortur?
Das ist der Top des Eisbergs nur.

Das Leben - das ich leben muss,
ist nicht so einfach - voller Frust.
Emanzipiert? - Das wäre schön.
Ich bin es nicht - ist klar zu sehn.

Und da ich jetzt die Panik fühle,
gibt's für mich - nur diese Ziele:
Dass ich morgen - in der Frühe,
mit Frau Hund - der Wege ziehe.   09.05.2015
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1. Mai

1. Mai - und Sonnenschein.
Tag der Arbeit? - Mag wohl sein.
Jedoch sistiere ich - Zuhause.
Bin einfach faul - und mache Pause.

Gestern war der Tag sehr lang.
Heute hab ich - bin nicht bang,
einfach mit gebremstem Schaum,
kurz ne Auszeit - welch ein Traum.

Ich schlief lang - bis halber 7.
Ja, ich weiß - klingt übertrieben,
jedoch, ich drehte - gar nicht dumm,
mich kurz nach 5 - noch einmal um.

Sitz jetzt im Hof - genieße Sonne.
Bin ganz relaxt - oh, welche Wonne.
Ich freue mich - mit meiner Frau,
auf den Besuch - sehr bald schon, wow.

Aus Neustrelitz - fern von hier,
ein weites Stück - von Tür zu Tür,
kommen Frank - und "Frosch" Liane,
wir freuen uns - so stand's im Plane.

Ein Wochenende Freunde sehn,
ist das nicht herrlich? - Das ist schön.
Und wenn jetzt noch die Sonne scheint,
hat's das Leben gut gemeint.

Schönes langes Wochenende,
die Worte, die ich heute sende,
künden nunmehr - das macht Sinn,
dass ich rundum zufrieden bin

Dass die Liebste mich zwar jagt,
ist ok - normaler Tag.
Heut die Liebste - sonst der Boss...
Hoppela - et is jätt loss.

Ich könnte ne Gewerkschaft gründen,
mich - allein - zum Streik einfinden,
mit nem Schild - auf dem dann steht,
worum es der Bewegung geht.

Um Freiheit - und den eigenen Willen...
(man wird mir schon mein Mütchen stillen).
Mit Parolen, Trillerpfeife,
künde ich - von innerer Reife.

Dass ich solch dumme Sprüche schreibe,
es heute wieder übertreibe,
zeigt Euch... - alles halb so wild.
Es geht mir gut - gewohntes Bild.

Ich bin faul - am 1. Mai.
Tag der Arbeit? - Ich hab frei.
Entspannend ist's - und Freude pur,
heute - kurz nach 13 Uhr.      01.05.2015
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Tag des Lärms

Ich begann heut - früh am Tage,
schon mit lautem Hämmern, Schlagen,
damit mir niemand sagen kann,
ich nähme keinen Hinweis an.

Der Tag des Lärms? - Ich hab verstanden.
Ich mache mit - mach keine Schande.
Ich bin - im Kopf - ja schließlich frisch,
und daher - ja, ich füge mich.

Hab frisch geduscht - hab was gegessen,
das Zähneputzen nicht vergessen,
dann suchte ich mir - schnell und fix,
der Liebsten Töpfe - kenn da nix.

Schnell mal auf dem Tisch verteilt,
hab wenig Zeit - der Zeiger eilt.
Dann nahm ich mir - ganz auf die Schnelle,
die großen Löffel - bin ja helle.

Nun gut, der Klang - nicht gerade rhythmisch,
die Melodie - wohl eher kryptisch.
Doch hatte niemand mir erklärt,
das Wie, das Was - es sei von Wert.

Meine Ohren schmerzten schon,
beim ersten grob geschlagenen Ton.
Doch schwor ich mir - ich ganz allein,
was halt sein muss - das muss sein.

Frau Hund kam aus des Schlafes Kammer,
ihr Anblick - nur ein Bild des Jammers,
die Pfoten übern Kopf geklemmt,
lag sie da - ich war ihr fremd.

Da plötzlich spürt ich - mittendrin,
mein Tun, mein Lärm macht wirklich Sinn,
denn die Liebste - gar nicht dumm,
machte mit - sie blieb nicht stumm.

Schlug mir zwei Deckel - rechts und links,
um die Ohren - ja, so klingt´s,
wenn die Liebste sagen will:
<<Mein Herzblatt - sei jetzt endlich still.

Der Tag des Lärms - heißt Tag der Ruhe.
Deine Dummheit - dein Getue,
schlägt dem Fass - den Boden aus.
Troll dich! - Ab zur Arbeit! - Raus!>>

Immer maß- und regelt sie,
mich armes Hascherl - Spät und Früh.
Ich bin halt leider - nicht gewieft,
versteh nicht - was das Netz mir rief.

Erst jetzt versteh ich - armes Wesen,
nach Studieren - und dem Lesen,
dass ich - jetzt erst ist´s mir klar,
auf der falschen Fährte war.    29.04.2015
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Döner aus der Hemdentasche

Döner aus der Hemdentasche?
Wenn ich speise, esse, nasche,
ist´s bei mir normal - ja, leider.
Schaut doch nur auf meine Kleider.

Es ist nicht so, dass ich das will.
Nein, überhaupt nicht - seid nur still.
Ich steh auf Kriegsfuß - mit dem Essen.
Sauberkeit? - Könnt Ihr vergessen.

Die Spaghetti - und die Soße,
gut verteilt - auf Hemd und Hose.
Der Döner - vorne reingebissen...,
hinten quillt es - ...gut zu wissen.

Doch besser wär es wohl gewesen,
ich wüsst es vorher - meine Thesen:
Dann wär ich sauber - lange noch.
Vergeblich Mühen - wusst es doch.

Die Waschmaschine - die zuhause,
läuft dauernd, ständig - ohne Pause.
Und wenn ich gleich die Liebste seh...,
wird es heftig - ach und weh.

Sie reicht mir Bimsstein - und die Bürste,
schaut mich an - in aller Kürze,
und meint - ich soll zum Weiher gehn,
denn heute - sei das Wetter schön.

Schrubben - bis kein Fleck mehr spiegelt,
jede Faser sei gestriegelt.
fein und sauber - in der Norm.
<<Freundchen, Freundchen - wahr die Form.

Komm mir nach Hause - und ich sehe,
auch nur ein Fleckchen... - wehe, wehe,
dann setzt Saures - glaub es mir.
Geh jetzt raus - dort ist die Tür.>>

Den Arm mit meiner Kleidung voll,
arg bekleckert - ach, wie toll,
machte ich mich auf den Weg,
hin zum Weiher - es war spät.

Hab die halbe Nacht gebraucht,
bis der Bimsstein dampft und raucht,
dann kam ich stolz nach Hause - und,
tat fröhlich - das Ergebnis kund.

Die Liebste nahm die Lupe sich,
(mir war nicht gut - ich ängst´ge mich),
hat Hemd und Hose angeschaut,
(mir war nicht wohl - in meiner Haut).

Dann sah sie mich - mit Strahlen an:
<<Ich bin begeistert, lieber Mann,
jedoch, ich ahne - jetzt schon, prompt,
dass der nächste Flecken kommt.>>   28.04.2015
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Homework

Wenn meine Frau - den Blick mir zeigt,
dann ist´s besser - wenn man(n) schweigt,
Sie mustert sorgsam die Tapeten,
und ich weiß - jetzt hilft nur beten.

Bewaffnet mit den Rollen, Kleister,
steht sie am Tisch - Tapetenmeister.
Das Messer hält sie - forschen Blickes,
mir mit Nachdruck - an den Schlickes.

Kneift die Augen - runzelt Stirne,
mir wird´s schon heiß - es glüht die Birne.
Dann legt sie los - gefährlich leise.
Ich kenn das gut - vertraute Weise.

<<Freundchen, geh mir aus dem Wege.
Wenn ich jetzt die Tapeten klebe,
sei drauf bedacht - du kleiner Wicht:
Ärgere - und reiz mich nicht.

Es könnte wohl ansonsten sein,
ich kleistere dich rundum ein,
und pappe dich - dann an die Wand.
Sei bedächtig - zeig Verstand.

Auch wenn´s dann einen Buckel gibt,
wo sonst sich Stoß an Stößchen schiebt,
nehm ich keine Rücksicht - nein.
Die Entscheidung - sie ist dein.

Ich messe, prüfe - und ich schneide,
hier ist kein Platz für dich - uns beide.
Geh und troll dich - nimm jetzt Platz,
sonst gibt es Schläge - vor den Latz.>>

Dann begann sie - abzuschälen,
den alten Schmuck - oh, könnt ich wählen,
wäre ich jetzt sehr weit fort.
Sie ist gefährlich - drauf mein Wort.

Denn als sie die Tapeten reißt,
erschließt sich mir - der weite Kreis.
Ja, ich weiß - sie denkt dabei,
sie häutet mich... - das wär nicht neu.

Langsam, sorgsam und verstohlen,
entfern ich mich - auf leisen Sohlen.
Frau Hund - im Schlepptau - nehm ich mit.
Überlegt - und Schritt für Schritt.

Ich kann die Liebste wohl empfehlen,
fürs Handwerk - doch sich fortzustehlen,
ist das Beste - dann und wann,
was der Hausherr - machen kann.

Da hör ich - schneidend - ihre Stimme:
<<Hausherr? - Weißt du´s denn noch immer...
...nicht - hast wirklich nichts gerafft?
Der Chef bin ich - ich hab die Kraft.>>  22.04.2015
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Rücken

Nicht mehr Strecken, Recken, Bücken,
der alte Mann - hat's heut im Rücken.
Wärmepflaster und Massagen,
in den Tiefen der Etagen.

Gestern kurz mal falsch bewegt?
Ohne Vorsicht - jäh verdreht?
Ich weiß es nicht, doch stell ich fest:
Ich bin gefesselt - hier, ans Nest.

Die Liebste spricht, ich soll nicht jammern,
mich nicht ans letzte Stündlein klammern.
Was gestern kam - sei morgen fort.
Ich hoffe ständig - auf ihr Wort.

Nach meinem Schnupfen - der fast tödlich,
laborier ich - so, versteht mich,
nun an dem Bewegungsschmerz.
Ich werde alt - das ist kein Scherz.

Spüre keinen Drang, zu schreiben.
Würde dieser Stand so bleiben,
hieße das - mein Hexenschuss,
verhindert - der Geschichte Schluss.

Der Sonntag hätte schön sein können.
Sonnenschein - ums nur zu nennen.
Doch kann ich ihm nicht folgen - nein,
ich sterbe vor mich hin - daheim.

Jetzt kommen wieder diese Reden:
Ich solle nicht komplett verblöden.
Denn wäre ich - statt Mann, ne Frau,
nähme ich's - nicht so genau.

Ich bin es nicht - 1 Punkt und Basta.
Reimend Jammern ist mein Laster.
In der Hoffnung - dass man mich,
bedauern wird... - enttäuscht mich nicht.

Wie schnell hat das - in meinen Lagen,
zur Besserung gleich beigetragen.
Ich habe es schon oft erlebt,
wie's Mitleid - meine Stimmung hebt.

Ich schreib ja nicht aus Übermut,
erliege nicht der Wörter-Wut,
einfach ohne Grund - und so.
Das Reimen mach mich - einfach froh.

Wie bekannt - sind es 12 Päckchen,
je 4 Zeilen - unterm Deckchen,
des fernen www geschrieben.
So bin ich halt - Ihr wisst's, Ihr Lieben.

Ob's morgen wieder besser ist?
Zu kurz die Zeit - zu kurz die Frist.
Vielleicht werd ich erneut berichten...
Immer froh - ein Grund, zum Dichten.  19.04.2015
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Zu früh gefreut

Freude pur - aufs Osterfest,
Freude pur - aufs Osternest.
Der Frühling naht - mit großem Schritt,
und nimmt mich - vom Gefühl - gleich mit.

Ich hab geträumt vom Sonntagmorgen,
Osterfrühstück - ohne Sorgen,
mit Osterhasen - hier am Tisch,
lecker, süß, mit Schmelz und frisch.

Ich schaute mich verstohlen um.
Fragt jetzt bloß nicht gleich, warum.
Denn die Hasen, die dort saßen,
hatten wahre Gardemaße.

90-60-90, niedlich,
die Lage war entspannt und friedlich,
wie sich's Ostern halt gebührt...
Da hab ich - "ihren" Schlag gespürt.

<<Was träumst du, Mann? - Du sabberst schon.
Den ersten Hieb gibt es als "Lohn",
für den Anschein>>, - Unheil naht,
<<für den Drang - zur bösen Tat.

Ich sehe deinen Blicken an,
dass das gewiss nicht gut sein kann,
was du momentan gedacht...>>
Dann ward es um mich - tiefste Nacht.

Wie ich heut Morgen ausseh? - Jetzt?
Wie unterm Zug. - Zerstört, verletzt.
Die Zähne, die den Mund gefüllt,
sie sind verschwunden - welch ein Bild.

Die Nase krumm, ein Ohr gerissen,
Freunde, hey, fühl mich besch...
Die Haare - die einst grau geziert,
sind fort - so ist's, wenn man(n) verliert.

Das Glas der Brille - ist noch heile,
doch dauert es ne ganze Weile,
mit Vorsicht es jetzt zu befreien,
aus dem Kiefer - ich könnt schreien.

Die Liebste - meine Frau, mein Henker,
steht vor mir - ihre Arme schlenkern,
fragt mich dann: <<Nun sei recht klug.
Überleg's. - Du hast genug.

Wehe dir - beherrsche dich,
und träume - solche Träume nicht.
Ich tu's nicht gerne - sieh das ein,
doch manche Strafe - muss halt sein.

Osterhasen - darfst du haben,
eingepackt - aus Schokoladen.
Alles andere - Hör gut hin,
ist verboten - so macht's Sinn.>>    28.03.2015
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Lücke

Ich habe eine große Lücke…
Nicht am Zahn – nicht an der Brücke,
nein, stattdessen finde ich,
grad keinen Anschluss – rettet mich.

Ich habe einen Schöpfungsbruch,
ich weine in mein Taschentuch,
weil ich heute Abend, jetzt,
keinen Plan mehr hab… - das ätzt.

Statt an meinem Buch zu schreiben,
statt im steten Fluss zu bleiben,
kaue ich den Bleistift weich.
Wobei – selbst dieses Tun nicht reicht.

Die Liebste denkt kurz nach – und meint,
dass ihr der Grund erträglich scheint.
Es liege dran – (macht das wohl Sinn?),
dass ich etwas müde bin.

Da setzen die Synapsen Rost,
Grünspan, Schimmel – und der Most,
der eben noch genießbar schmeckt,
der ist plötzlich – fade, weg.

Sie meint, ich soll es bleiben lassen,
und den Fakt ins Auge fassen,
dass morgen ja – sie ist so frei,
auch ein Tag – zum Schreiben sei.

Ob sie Recht hat? – Kann schon sein.
Wir kamen nachts, was später heim,
da ist der Akku schneller leer.
Und das Denken – es fällt schwer.

Doch wohin mit all den Worten?
Frei verfügbar – und an Orten,
an denen sie kaum Sinn ergeben?
Ich sortiere – grad mal eben.

Packe sie – in Viererpäckchen,
schiebe sie in jene Eckchen,
in denen es – ich merk es gerade,
ebenfalls an Sinn fehlt… - schade.

Jedoch, ich bin – die Worte los,
meine Freude – sie ist groß,
denn was ich los bin – plagt nicht mehr.
Die Erkenntnis – fiel nicht schwer.

Jetzt kann ich mich nach Ruhe sehnen,
und entspannt im Sessel lehnen,
schnarchen, was das Zeug so hält…
So hab ich mir – das vorgestellt.

Auch mal Mut zur Lücke haben.
So wie heut – an solchen Tagen,
an denen sonst nur Murks entsteht.
Bei diesem Reim… - ist es zu spät.   27.03.2015
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Zeugnisse

Letzte Nacht - ich schlief recht gut,
träumte friedlich - was man tut,
wenn man mit sich - ...das gewiss,
wunderbar im Reinen ist.

Gähnend ging ich in den Tag,
freute mich - weil ich das mag,
auf das Spiel - ganz segensreich,
mit neuen Worten - sag es Euch.

Ich checkte meiner Emails Flut,
löschte mehrfach - kann das gut,
dies und das - und immerhin,
viele Mails - ganz ohne Sinn.

Da stutzte ich - gleich mehrfach halt.
Was stand denn da? - Ich werde alt...
Ob ich mich erinnern kann,
an manches Zeugnis - dann und wann.

Oh mein Gott - mir wurde schlecht,
nichts, das ich erinnern möcht.
Ich bin zwar niemals "abgestiegen",
kam immer durch - auf Brechen, Biegen.

Doch gut? - Na ja, ich weiß genau,
war damals eine faule S..,
und die Erkenntnis - kam erst spät,
mehr zu tun - das Leben rät.

Zeugnisse? - Kaum ehrenhaft,
jedes Schuljahr zwar geschafft,
doch niemals so - dass man damit,
nen Preis gewinnt - wohl kaum der Hit.

Später dann - beim Abitur,
beim Studium - da war die Spur,
plötzlich klar und schnell und gerade.
Vorher nicht - nicht alle Tage.

Aufgehoben? - Eher nicht.
Heute erst - jetzt per Gedicht,
erinnert sich - der Schreiberling,
ans Leben - das ihn einst umfing.

Und trotzdem - grad mal nachgedacht,
hat die Schulzeit Spaß gemacht,
und irgendwas - und das zum Glück,
kam davon - sogar zurück.

Die Grundlagen zum vielen Schreiben,
die Grundlagen zum Emsig bleiben,
das Verständnis für das Wort,
und für Zahlen - gab es dort.

Zeugnisse? - Momentaufnahmen.
Durchschnittsnoten? - Keine Dramen.
Dazu heut Morgen - so soll's sein,
einen Grund - für'n neuen Reim.   14.03.2015
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Frühling 2015

Frühling wird's - wie bin ich froh,
entmottet ist das Cabrio.
Die Sonne scheint - und es wird warm.
Solch ein Tag macht Spaß, hat Charme.

Das Dach weit offen - laut Musik,
das ist vom Leben solch ein Stück,
dass ich im Grunde - sag's ganz still,
eigentlich - nicht missen will.

Um die Nase weht der Wind,
manchmal bin ich wie ein Kind,
dass niemals nicht erwachsen wird.
...es auch nicht muss - falls es nicht irrt.

Ich könnte trällern - bin gut drauf,
hab mich gerade jetzt verkauft,
an den ersten Frühlingstag,
für ömesöns - weil ich's so mag.

Gleich holen wir Frau Hund nach Hause,
nach einer Woche kurzer Pause,
nach ihrem Urlaub - Tierhotel,
die paar Tage - flogen schnell.

Heut Nachmittag ins Stadion,
wo ich in zweiter Linie wohn,
wenn ich nicht Zuhause weile.
Auf der rot und weißen Meile.

Gegen diesen Club aus Hessen,
unseren Fluch vielleicht vergessen.
Steffi, sie begleitet mich,
vielleicht bringt's Glück - den Sieg und Licht.

Durchs Fenster lugt die Sonne rein,
wie wunderschön - mich drängt's zum Reim.
Tät ich's nicht - ich weiß genau,
gäbe es - der Worte Stau.

Dieser Tag hat einen Lauf,
grad erneut – 1 Buch verkauft,
der Frühling fängt fantastisch an.
Ich sag mal – dass er bleiben kann.

Wenn heut noch der FC gewinnt,
bekomme ich – vor Glück ein Kind.
Mit einem Blick – auf meinen Bauch,
denk ich mir – dass es das braucht.

Die allerersten Sonnenstrahlen,
ein Tag, um sich heut auszumalen,
wie schön es sein wird – wenn´s so bleibt.
Ich genieße – hab heut Zeit.

Hoffe, dass Ihr´s ähnlich seht,
dass es Euch heut blendend geht.
Der erste schöne Sonnenstrahl,
und dem Kalender – ist´s egal.    08.03.2015
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Purino

Heute kurz zum Fliegerhafen,
wo wir unsere Frauen trafen,
von der Reise heil zurück,
froh, gesund - na, welch ein Glück.

Das erste Wort - am frühen Tag,
das sie nach der Begrüßung sagt,
nach dem ersten zarten Kuss,
war "Hunger" - oh, ich hab's gewusst.

Wir fuhren kreuz - wir fuhren quer,
unsere Freunde hinterher,
und fanden - bloßer Zufall war's,
hin zu "Purino" - das macht Spaß.

Denn die Qualität - enorm,
allerseits in bester Form,
frisch gemacht - und hey, das schmeckt.
Ehrlich, ja - bin hin und weg.

Frisch gebackenes leckeres Brot,
liebe Leute - ist mein Tod,
mit Knoblauchdipp - denn das macht Sinn,
krosser Rand - versinke drin.

Ravioli - selbstgemacht,
noch viel besser, als gedacht,
mit einer Füllung - ein Gedicht.
Freunde, besser geht es nicht.

Ab heute ist mir nun bewusst,
dass ich - noch mehr fliegen muss,
denn kein Weg ist mir zu weit,
um dort zu speisen - bin bereit.

Wünsche dem Lokal viel Glück,
nach der Eröffnung - komm zurück.
Danke für ein feines Mahl.
Fürs Herz sehr gut - für'n Bauch fatal.

Doch da muss ich nunmehr durch,
ich bin stark - und ohne Furcht,
denn ich habe grad entdeckt,
wo's halt ganz vorzüglich schmeckt.

Es tut mir leid - ich muss Euch stressen,
mit meinem Reim - denn Ort und Essen,
waren in Köln-Porz der Clou.
Wir kommen wieder - bald, im Nu.  07.03.2015
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Wochenende

Freitag - herrlich, Wochenschluss,
kein Soll, kein Zwang und auch kein Muss.
Zwei Tage einfach - einfach so,
irgendwie... - bin ich ganz froh.

Nicht, dass ich keinen Spaß dran hätte,
auch mal kurz - die Welt zu retten.
Doch irgendwann - und das ist klug,
ist´s hin und wieder - auch genug.

Ich lehne mich zurück - Zuhause,
mache einfach eine Pause,
und es kann sein - ganz nebenbei,
ich schlafe durch - das wär nicht neu.

Die Liebste geht auf Zehenspitzen,
lässt mich - faul - im Sessel sitzen,
und selbst Frau Hund - das ist geboten,
schleicht auf sam(e)tweichen Pfoten.

Einfach in die Glotze schauen,
und dabei auf Gott vertrauen,
dass ich auch - den Schluss erlebe,
nicht vorher schnarche - das soll´s geben.

Tochter, Freund und Kind besuchen,
bei heißem Kaffee und bei Kuchen,
einfach vor sich hin erzählen,
...frei das nächste Stückchen wählen.

Auf den Start der Liga freuen,
Salz bei wildem Schneefall streuen,
einfach nichts Tun - davon viel...
Ist das nicht - ein hehres Ziel?

Mal nicht an die Arbeit denken...
Frommer Wunsch - werd ihn mir schenken...
Entspannen und ganz friedlich sein,
Samstag, Sonntag - froh Daheim.

Nach Rockmusik vom Feinsten sehnen,
nächste Woche - zu erwähnen:
Queen - in unserer Stadt am Rhein,
nah am Dom - so soll das sein.

Ach so... - an meinen Büchern schreiben,
die Story hin zum Ende treiben.
Keine Sorge - mit Bedacht,
mit Überlegung - und ganz sacht.

Es ist Freitag - gerade mal,
die Uhr, sie tickt - das ist egal,
denn zwei Tage - vor der Tür,
winken fröhlich - na, zu mir.

Wochenende - freu mich drauf,
ich bin heute obenauf.
Keine Sorgen, keine Pflicht,
zwei ganze Tage - nur für mich.  23.01.2015
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Schokolade

Ein kleines Stückchen Schokolade,
kommt mir schon mal recht - so gerade.
Allerfeinste Nervennahrung,
ein Genuss - und Offenbarung.

Ich schaue kritisch auf die Hände.
Kleckere ich - so wär´s mein Ende.
Denn mit Ordnung, Sauberkeit,
nimmt sie´s kritisch - tut mir leid.

Mit "sie" ist meine Frau gemeint,
ein Sonnenschein - wir Ihr stets meint,
doch sieht sie einen Fleck an mir,
wird das Weib - zum wilden Tier.

Deswegen binde ich - nicht dumm,
mir ein kleines Lätzchen um...
Na gut - ein großes - ich geb´s zu,
dann habt Ihr endlich Eure Ruh.

Wickele - mit Vorsicht, endlich,
die Schoki aus... - nun ja, Ihr kennt mich.
Daher stelle ich es richtig,
Ehrlichkeit - ist immer wichtig,

Ich reiß sie auf - die Hände zittern,
kaum beginn ich sie zu wittern,
breche ich ihr - leck die Lippen,
mit Genuss - die ersten Rippen.

Fühl sie bröseln - hör sie rascheln,
werde sie mit Lust vernaschen,
werde nichts mehr übriglassen,
da kenn ich nichts - ist das zu fassen?

Habe sie in Windeseile,
inhaliert - sortier die Teile,
fühl die Ruhe - die mich greift.
War halt grad - für Süßes reif.

Bin stolz auf mich - ich hab´s geschafft.
Die Macht ist mein - und auch die Kraft,
da fällt mein Blick - ich glaub, ich lüge,
zum Spiegel - mir gefrier´n die Züge.

Ich sehe aus - ganz ernst genommen,
als sei ich - untern Zug gekommen.
Wie bemalt - und wie verziert,
Mund und Hände - tief verschmiert.

Hemd und Hose ebenfalls,
Gesicht, die Haare - selbst der Hals.
Und der... - schluck... - gewölbte Bauch,
der letztendlich - leider - auch.

Ihr jetzt vor die Augen treten?
Freunde - da hilft nur das Beten.
Ich ahne schon - in aller Kürze,
Scheuermilch - und Wurzelbürste.  15.01.2015
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Fensterlade

Ich gebe zu - ganz unumwunden,
mein Tag - er hat nicht mehr an Stunden,
als der Eure - bleibt relaxt:
3 x 8 bis 4 x 6.

Dass ich nun heut aktiv schon bin,
liegt daran - so nehmt es hin,
dass der Sturm mich - solch ein Mist,
früh aus tiefem Schlummer riss.

Es schlug - verflucht - die Fensterlade.
Mein Schlaf dahin - und das war schade.
So lag ich dumm im Bett aus Stroh,
und reimte mich ein wenig froh.

Einmal kurz ums Haus gegangen,
die hölzerne Lade eingefangen,
bei 14 Grad - im Januar,
Frühling wird's - ja, ne, is klar.

Frau Hund stand in der Dunkelheit,
schon mit wachem Blick bereit,
ob ich wohl - könnt sein, vielleicht,
sie entführe - ...nicht getäuscht.

So war dann meine Nacht dahin,
ohne jeden tieferen Sinn.
Das ist der Grund - dass ich hier sitze,
über frühen Worten schwitze.

Jetzt werde ich die Stunden nutzen:
Schreiben, Bügeln, Fegen, Putzen,
Denken - über Dies und Das,
die Liebste treibt mich an - hat Spaß.

Schauen, was gibt's zu reparieren?
Ohne Finger zu verlieren...
Ohne selbst das Leben gar...
Drum lasse ich's - das sei mal klar.

Die ersten neuen Steuern machen,
dies und jenes - tausend Sachen.
Und zum Ende - der Versuch,
des Weiterkommens - na, im Buch.

Zwischendrin - Konzerte suchen.
Gibt es welche - sie schnell buchen.
Es könnt sonst sein - kurz durchgeschnauft:
Morgen - sind sie ausverkauft.

Carpe diem - Nutz den Tag,
alles was ich will und mag,
packe ich mir gerne rein,
und am liebsten - nicht allein.

Mein Tag hat 24 Stunden,
die Minuten und Sekunden,
forme ich mir gerne - so,
wie's mir gefällt - und das macht froh.  10.01.2015
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Dieser Blick

Ich lehne mich entspannt zurück,
genieße Sonntag, Freizeit, Glück,
da trifft mich dieser Blick - oh weh...
Sie hat trainiert - wie ich das seh.

Solch ein Blick - so fern, verloren,
ist sicherlich nicht angeboren,
den hat sie ganz gewiss geübt,
konsterniere ich - betrübt.

Es trifft mich tief hinein ins Herz,
schaut sie so - das ist kein Scherz.
Als würd sie tragen - wie ein Held,
alles Leid - auf dieser Welt.

Ich überlege - noch im Kleinen:
Was könnte sie wohl damit meinen?
Gefrühstückt hat sie - abgehakt,
er begann recht gut - ihr Tag.

Sie schaut mich an - noch immerfort,
spricht dabei - kein einzig Wort,
obwohl sie könnte - denk ich still,
wenn sie wollte - falls sie will.

Mir fallen alle Sünden - plötzlich,
siedend ein - das ist entsetzlich,
mein Gewissen - ohne Charme,
meldet drängend - den Alarm.

Was habe ich denn nur verbrochen?
Heute, gestern - und vor Wochen?
Sie ist Frau - hat ein Gedächtnis,
wie Elefanten - ihr Vermächtnis.

Ich werde klein - und winzig gar,
spürbar grau wird Haar um Haar.
Ich ahne - wie die Farbe weicht,
aus meinem Antlitz - ist nicht leicht.

Mein Herz, es klopft mir in der Grube,
meiner Brust - spricht: <<Böser Bube,
was hast du verbrochen? - Sprich!
Beichte nur - erleichtere dich!>>

Ich denke nach - ich war doch brav,
wie ein neugeborenes Schaf.
Tat nichts Böses - lieber Mann...
Schau mich bitte - nicht so an.

Ich sprech zu ihr - da wedelt sie,
weiß nichts von Reimen, Poesie.
Kennt nur ihren Hundeblick,
und genießt ihr kleines Glück.

Glück, in ihrer Bütt zu liegen,
Glück, die Menschen zu besiegen,
indem sie schaut - naja, wie'n Hund.
Heut Morgen - zu recht früher Stund.  04.01.2015
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Adieu

Ich werde Euch verlassen müssen,
mein kleines Bündel ist gepackt.
Ich sag Adieu - mit lieben Grüßen,
das Postfach bleibt nun leer - und nackt.

Es war so schön - mit Euch zu chatten,
eine nette, lange Zeit,
jedoch - es ist halt nicht zu retten,
ich geh nun fort - es tut mir leid.

Die Master Card - hab ich am Manne,
ich suche mir den nächsten Flug,
und dann ziehe ich von dannen.
Zum fernen Ziele - das wär klug.

Ich weiß, ich muss mich jetzt beeilen,
bevor mir die Regierung sperrt,
mein Konto - mir bleibt nur die Weile,
Adieu zu schreiben - das hat Wert.

Ich küsse meine Dauerkarte,
mein Platz im Süden - bleibt verwaist,
auf der Seele eine Scharte,
jedoch - das ist nun mal der Preis.

Ich gehe durch vertraute Zimmer,
nehm die Bilder in mir auf.
Im Grunde sieht es aus wie immer,
falls ich - die neue Lampe kauf.

Die Liebste - sie war kurz auf Reisen,
besuchte Tochter, Enkelkind.
Doch ich verhielt - vertraute Weise,
mich erneut - als Tölpel, blind.

Die Lampe - diese wertvoll, gute,
10 Euronen - ganz gewiss,
zerstörte ich - jetzt muss ich bluten,
bekomme von der Liebsten Riss.

Im Vertrauen - aufs Benehmen,
ließ sie mich - im Haus allein.
Was bleibt mir jetzt? - Nun ja, das Schämen.
Mein Platz wird bald - im Keller sein.

Versucht nur nicht, mich abzuhalten,
mein Entschluss - er ist gefasst.
Noch kurz das Bettzeug artig falten,
dann fahre ich - erschwerte Last.

Ich werde eine Karte schreiben,
die meinen Zufluchtsort verwischt,
unerkannt im Dschungel bleiben,
einer Großstadt - armer Wicht.

Sucht mich nicht - ich muss jetzt gehen,
der Flieger wartet - in Köln/Bonn.
Wie konnt solch Missgeschick geschehen?
Egal... - ich mache mich davon.     03.01.2015
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Guter Vorsatz

Nur mal grad so angenommen:
Es ist ja schon mal vorgekommen,
dass sich jemand - just, nach Plan,
einen guten Vorsatz nahm.

Von aller Welt muss ich nun lesen,
über Pläne - neueste Thesen,
und jetzt fühl ich - oh, ganz ehrlich,
mich ausgegrenzt - ist das gefährlich?

Ich glaube - für mein Seelenheil,
aus dem Grunde - nämlich, weil,
ich mich - nun ja - nicht messen muss.
Das... wird mir erst jetzt bewusst.

Nun war zwei Tage ich alleine,
den Gedanken wuchsen Beine,
und so konnt ich überlegen,
Richtung Vorsatz - welch ein Segen.

Punkt 1, der hieß - jetzt nicht mehr rauchen,
doch fiel mir ein - nicht zu gebrauchen,
denn ich rauche - fiel's auch schwer,
schon seit 20 Jahr'n nicht mehr.

Nicht mehr trinken - Theorie,
denn dem Laster frönt ich nie.
Nicht mehr um die Häuser streichen,
naja - für Grouven sollt es reichen.

Dann fiel mein Blick auf meinen Bauch.
Hm, das stimmt - den gibt's ja auch,
doch diesen Punkt - verließ ich schnelle.
Zu gefährlich - bin ja helle.

So fiel letztendlich - ...(Klappe jetzt),
mir nichts ein - ich war vergrätzt,
und dachte mir - auf einmal, plötzlich:
meine Schreibsucht - ist entsetzlich.

Wie viel Gnade könnt ich schenken,
schrieb ich nicht mehr - schon dies Denken,
machte mich hingegen krank.
Drum verwarf ich's - Bockseidank.

Nicht mehr zu Konzerten gehen?
Beim Fußball in den Kurven stehen?
Auch das - oh Leute, tut mir leid,
hat noch hundert Jahre Zeit.

So lehnt ich mich entspannt zurück.
Fand keinen Vorsatz - welch ein Glück.
Und daher bleib ich - das macht Sinn,
einfach irre - wie ich bin.

Im Rheinland wurde ich gebacken,
habe halt den Schalk im Nacken,
und dieser Dampf - so sieht das aus,
muss halt stets - in Worten raus.   02.01.2015
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Strohwitwer

Bin Strohwitwer - ich sitz Zuhause,
mache von der Liebsten Pause.
Oder aber - bitte sehr...,
sie von mir - mein Herz wird schwer.

Sie sprach: <<Pass auf, benimm dich bitte.
Bewahre Contenance - und Sitte.
Nicht, dass mir dann Klagen kommen...>>
Drauf hat sie sich - Frau Hund genommen.

Stieg mit ihr in ihren Wagen.
Mir ward ein wenig flau im Magen.
Bin ich dafür alt genug?
Erfahrung macht - vermutlich klug.

Ich schau zum Fuß - auf meine Kette,
diese lange, güldene, nette,
prüfe meinen Radius gerade:
Nur bis zum Schuppen - ach, wie schade.

Fürs Metall - das Sägeblatt,
hängt an der Decke - hm, anstatt,
wie sonst im Werkzeugschrank zu ruhn.
Sie ist auf Zack - was soll ich tun?

Außerdem ist sie nicht dumm.
Die Kette aus Vanadium,
aus Stahl - der sehr gehärtet ist.
Da ist mein Scheitern - wohl gewiss.

Bis zum Gefrierschrank komme ich,
mich zu versorgen - das sei Pflicht,
hat sie mir noch kurz gesagt.
Bis dahin reicht die Kette - grad.

Sie sprach dann noch: <<Mein lieber, Guter,
setz dich doch - an den Computer.
Schreib fein weiter - emsig, eile,
Satz für Satz - und Wort für Zeile.>>

Auf meine Frage - nebenbei,
was denn mit der Arbeit sei,
meinte sie: <<Quatsch dich nicht krank.
Ich sprach mit deinem Chef - mit Frank.

Er genehmigt dir - mein Schatz,
einen Home-und-Arbeitsplatz.>>
Heut, am Freitag sei das klar.
Samstag? - Ist sie wieder da.

Allerdings steh ich im Regen,
sollte sie - sich´s überlegen.
Übt sie nämlich den Verzicht,
verhungert er - ganz jämmerlich.

Drum, Herzblatt - solltest du das lesen,
hör zu - ich bin ganz brav gewesen.
Vergiss mich nicht - oh Gott, ich leide...
Ich schau zum Spiegel - bleich wie Kreide.  02.01.15
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Papp

Weihnachten – die Völlerei,
ist Gottseidank ab heut vorbei.
Da kaum ein Wörtchen jetzt noch klappt,
sage ich – noch nicht mal „Papp“.

Ich schau beim Duschen auf die Füße,
seh sie nicht – hey, liebe Grüße,
an das – was ich dort einst geschaut.
Es dehnt und weitet sich die Haut.

Ihr werdet das vielleicht ja kennen,
Vom Essen gleitet man zum Schlemmen.
Kaffee, Kuchen – Stollen auch.
Schlechtes Timing – für den Bauch.

Suppe und Salat und Fleisch,
und wenn man meint – dass es grad reicht,
gibt es auch noch – das Dessert.
Dem entsagen? – Viel zu schwer.

Zwischendurch noch Süßigkeiten.
Die Hose lässt sich sehr gut weiten,
öffnet man den Gürtel – fix.
Bin clever – hey, da kenn ich nix.

Und fällt das Atmen dann mal schwer,
gibt’s was Bitteres hinterher,
auf dass es fein den Magen räumt.
Schön, wenn man vom Fasten träumt.

Der Sessel ächzt – es ächzt das Bett.
Jetzt ein Wunder – das wär nett.
Plötzlich wieder rank und schlank,
meiner Phantasie sei Dank.

Doch Phantasie – ist zu fantastisch.
Was ich seh – real und plastisch.
Nur die Finger – sie sind mager,
vom vielen Schreiben – heut, am Tage.

Ein kleiner Reim – und zwei Kapitel,
vom Buche 3 – probates Mittel,
vom vielen Essen abzulenken.
Ich mag ja nicht mal – daran denken.

Da fällt mir ein – oh Gott, von gestern,
von dem Mahle mit der Schwester,
gibt es noch Reste – so viel dann,
zu meinem Vorsatz – irgendwann.

Das nächste Fest – es ist noch weit,
ich bin froh – so hab ich Zeit,
mich genügend – noch zu schämen.
Hier zu hadern – und zu grämen.

Nur eines noch – und das als Schluss:
Sorry, dass ich´s sagen muss:
Alles hat – und das macht´s schlimm,
perfekt gemundet – macht das Sinn?  27.12.2014
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Vakant

Ich hab zum Schreiben wenig Muße,
ja, das stimmt - ich übe Buße,
liegt's auch nicht an Bequemlichkeit,
sondern nur - an Frische, Zeit.

Doch heute Morgen - sollt mich schämen,
trotzdem muss ich es erwähnen,
schlief ich friedlich - durch die Nacht,
bis ein gutes Stück - nach 8.

Statt ab 6 herumzuspringen,
und dazu - vor allen Dingen,
auf den Tasten rumzuhacken,
schlief ich fest - ganz neue Macken.

Ich schaute mich im Spiegel an,
ob ich wohl erkennen kann,
wer mir da entgegen linst,
und mir zuruft: <Hey, du spinnst.

Während draußen alle Welt,
schon etwas auf die Beine stellt,
treibst du durch das Schlummerland.
Dein Platz am iPad - ist vakant.

Drum stell dir morgen früh den Wecker,
für den Weg - mit Hund, zum Bäcker.
Ich warne dich - denn im Advent,
wird am 4. - nicht verpennt.

Ich erwarte - sehr sogar,
dass du früh am Tag - und zwar,
schon ab 6 - die Fahne hisst,
und fröhlich auf den Beinen bist.

Überlege bitte mal,
dein Verhalten wird fatal,
wenn du's noch in den Alltag treibst.
Was meinst du nur - wo du dann bleibst?

Dein Chef wird auf die Uhren blicken,
und dann gibt's den Tritt - Entzücken,
in den Fott - das Hinterteil.
Das fändest du gewiss - nicht geil.>

Da - endlich - hab ich's eingesehen,
ich kann mich selbst ja kaum verstehen,
und stellte mir - dann auf die Schnelle,
den Alarm - für alle Fälle.

Macht Euch bitte keine Sorgen,
denn am kommend Sonntagmorgen,
bin ich wieder - wie gewohnt,
ab 6 erwacht - werd nicht geschont.

Es bleibt genügend Zeit zum Schämen,
zum Köpfe schütteln - und zum Grämen.
Geschlafen heut - bis lang nach 8
Stellt vor - wenn das noch Schule macht.  20.12.2014
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Augen auf

Die Augen auf - nach ruhiger Nacht.
Blick zur Uhr - schon kurz nach 8...
Erschrocken fahr ich aus dem Bett.
Ich werde alt... - das klingt nicht nett.

Statt ab 6 herumzuhuschen,
im Morgengrauen schon zu duschen,
lag ich still - in Morpheus Armen.
Du liebe Zeit - so habt Erbarmen.

Auch wenn man heut Samstag schreibt,
geht das nicht - es tut mir leid.
Ich hab doch Sorge - das wär krass,
dass ich im Leben - was verpass.

Ich hätt schon so viel schreiben können,
ein Kapitel neu benennen,
vielleicht auch einen frühen Reim,
doch holt das Alter - mich jetzt ein.

Ich bin zwar kurz mal wach geworden,
drehte meinen Leib gen Norden,
und schlief darauf - gleich wieder fest,
eingehüllt - im warmen Nest.

Ist's schön, dass ich die Muße finde?
Ich schlief so friedlich, wie das Kinde,
dass bekanntlich in mir wohnt...
Kann nichts dafür - das sei betont.

Ich freu mich auf das Heimspiel heut,
auch das Konzert ward nicht bereut,
das von gestern - Lied für Lied,
im nahen, fernen Ruhrgebiet.

Mit meiner Frau - und Fohlen Anne,
Mensch, da hat das Kind im Manne,
aus vollem Herzen - froh gejauchzt,
aus vollem Herzen - und dem Bauch.

Das Leben kann so herrlich klingen,
wenn - und das vor allen Dingen,
man sich freuen kann - und will...,
Ist ja gut - ich bin schon still.

Ich komme auf den Kern zurück,
denn bei meinem Pech - ist's Glück(?),
schlaf ich morgen - dann bis 10.
Wie's auch kommt - wir werden's sehn.

Ich lasse mich heut einfach treiben,
werde gar vielleicht was schreiben,
mache mir nen Spaß daraus,
und halte meine Augen auf.

Jedoch - das mit dem langen Liegen,
muss ich wohl recht schnell besiegen.
Morgen wieder kurz nach Nacht.
Bemühe mich - so habt gut Acht.  22.11.2014
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Zeitumstellung

Ich möcht gern schreiben - weiß nicht weiter,
das geht gar nicht - Leiter, Leiter...
Oder muss das "leider" heißen?
Nicht dass sich - die Enden beißen.

Ich bin verwirrt - ich spür es tief,
selbst der schnöde Konjunktiv,
klappt heut nicht - weil's noch nicht reicht.
Ohne hätte, wenn, vielleicht.

Die innere Uhr geht heute vor.
Oder nach? - Ich bin ganz Ohr.
Ich bin schon seit halb Fünfe wach,
sehr viel früher - als gedacht.

Nun dachte ich - ich nutz die Zeit,
schreib am Buch - ich bin bereit,
doch sind noch die Gedanken träge,
als ob ich noch im Bettchen läge.

Als hätt ich Sirup in der Birne,
als wären hinter meiner Stirne,
die Synapsen - tut mir leid,
immer noch - auf Sommerzeit.

Was mir sonst aus den Fingern fließt,
ist heut verstopft - und das ist mies,
weil sich in mir - das ist ein Grau'n,
am Sonntagmorgen - Worte stau'n.

Jetzt weiß partout ich nicht wohin,
schreibe runter - ohne Sinn,
dass sich bloß der Speicher leert.
Sagt's mir ruhig - ist es das wert?

Selbst Frau Hund schaut eben kritisch.
Reden würd sie - <<Sag, ich bitt dich.
Was willst du? - Ist nicht meine Zeit.
Ich schlafe noch - der Tag ist weit.>>

Ich stand vor ihrem Korb - samt Leine,
sprach zu ihr - <<Ich mach dir Beine.
Ich bin wach - warum nicht du?>>
Sie schaute mir - verwirrend zu.

Fletschte kurz mal ihre Zähne.
Ich weiß nicht - ob ich es erwähne,
diese sind gewaltig groß,
Ganz egal - wir zogen los.

Wir haben frische Luft getankt.
Ob es für den Tag nun langt?
Wir werden's sehn - der Kaffeeduft,
liegt zumindest - in der Luft.

Bis zum Frühjahr - in der Spur.
Kurz nach 6 - bleibt jetzt 6 Uhr.
Und bis zum allernächsten Mal,
bin ich erneut auf Zack - egal.   26.10.2014
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Flausen

Noch ist es stockdunkel draußen,
und so ziehen Millionen Flausen,
mir durchs - ach so graue Haupt.
Viel, viel mehr - als man so glaubt.

Statt das Unkraut zu vernichten,
sitze ich nun hier - beim Dichten.
Warte auf den hellen Tag,
und bin faul - falls jemand fragt.

Hier im Haus herrscht - jetzt zur Stunde,
noch die Ruhe - selbst die Runde,
mit Frau Hund ward schon gegangen.
So hat mein Tag - heut angefangen.

Jetzt freu ich mich - nachher aufs Schreiben,
muss ich vorher auch noch leiden,
so hab ich - schneller als gedacht,
dem Kraut gleich - den Garaus gemacht.

Ich freue mich - ein klares Ziel,
heut Nachmittag aufs Fußballspiel.
Auch wenn's gewiss - nun ja, vielleicht,
gegen Dortmund wohl nicht reicht.

Durch den Kopf - ziehen die Gedanken,
ohne Halt und ohne Schranken.
Wenn man hier so nutzlos sitzt,
ist das so - nein, nein, kein Witz.

Sinniere übers Wochenende,
über manch gewollte Wende,
über zwei Konzerte - bald.
Bin nur äußerlich - so alt.

Freu mich jetzt schon auf die Reise,
die sich anbahnt - heimlich, leise.
Seh mich schon im Flieger schwitzen,
eingepfercht - auf engen Sitzen.

Übe grad gedanklich schon,
sehr brav zu sein - zu Frau und Sohn.
Auch zu unserem Tochterkind.
Nur wer brav ist - der gewinnt.

Bekommt nicht Schläge - und nicht Rüffel,
keinen Klaps - auf seine Griffel.
Dem gesteht man zu - sogar,
freies Handeln - ne, is klar.

Ich weiß - der Samstag wär viel schöner,
ohne die genöhlten Töne,
die ich gerade von mir gebe.
Wollt nur zeigen - dass ich lebe.

Ich wünsche Euch - und ja, ich sende,
Euch ein schönes Wochenende.
Der Tag wird schön - die Sonne scheint.
Petrus hat es - gutgemeint.   18.10.2014
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Vernetzt

Nun sitz ich hier - so ganz alleine,
spür Langeweile - schreibe was,
und mit jeder neuen Zeile,
merke ich - das macht ja Spaß.

Statt tief drin im Rüssel bohren,
schlage ich die Tasten an,
und es glühen meine Ohren,
weil ich's will - und weil ich's kann.

Die Liebste hat mich jäh verlassen,
ich sah nur grad das Rücklicht noch.
Sie vertraut mir - nicht zu fassen.
Sie liebt mich scheinbar - wusst ich's doch.

Denn statt mich - mit bösen Blicken,
das kann sie gut - Ihr kennt sie nicht,
in den dunklen Keller schicken,
darf ich hier oben sein - im Licht.

Zwar ist der Zettel furchtbar lang hier,
den ich fand - am Küchenbrett.
Dort sagt sie - lieb, fast ohne Zwang mir,
was ich zu tun hab - A bis Z.

Dies und das - dabei noch jenes,
ich bin folgsam - mach es ja,
viel - dabei nichts wirklich Schönes,
dafür bin ich schließlich da.

Eben mal Frau Hund ausführen,
die Spülmaschine - sie ist voll.
Dazu den Schritt zur Kasse führen,
ich hab ja Zeit - na Klasse, toll.

Es sei jetzt schließlich Wochenende,
ab jetzt gehör ich - vollends ihr.
Der Müßiggang - hat nun ein Ende.
...ich will zur Arbeit!!!! - bleib nicht hier.

Ich höre meinen Magen knurren,
laut, vernehmlich - doch zum Glück,
ohne Meckern, ohne Murren,
halte ich mich - fein zurück.

Denn das Schloss - auf jener Türe,
unseres Kühlschranks - hat ab jetzt,
ein Zahlenschloss - oh ja, ich spüre,
meine Frau - ist nun vernetzt.

Wahrscheinlich sitzt sie am Computer,
...wo ist denn nur die Kamera?
Übers Netz - und unseren Router,
erspäht, notiert sie - was geschah.

Von wegen - sie lässt mir die Freiheit.
Ich bin erspäht - die NSA,
ist ein Witz - wohl keine Neuheit,
gegen Christel - es ist wahr.    17.10.2014
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Troll

Ich spürte, wie der Blitz mich traf.
Ja, ja - man nennt es Schönheitsschlaf.
Doch sagt mir bitte - was das soll,
sieht man des Morgens aus - wie´n Troll.

Ich hab´s doch im TV gesehn,
all die Menschen - wunderschön.
Nach dem Bett - wie glatt gestriegelt,
geschminkt, gereinigt und gebügelt.

Warum - so frage ich mich hier,
klappt das nicht - bei dir, bei mir?
Warum seh ich - im Spiegel aus,
als habe mich - der Sturm zerzaust?

Die Augen - die auf Halbmast blicken,
schlapper Gang - und krumm der Rücken.
Dazu noch - im Gesicht - die Falten,
die sagen: <<Du bist Part der Alten>>.

Die Stimme kratzt - verstopft die Nase,
da hilft auch keine Tiefschlafphase.
Und Schönheitsschlaf - oh, ganz genau,
gibt´s nur im Kino - und TV.

Ich schmeiße Wasser durchs Gesicht,
und schau mich - ... tat´s besser nicht.
Der Schock des Anblicks - er sitzt tief.
Ich grinse leidend - krumm und schief.

Gott sei Dank - die Liebste ruht.
Säh sie mich - das wär nicht gut.
Denn ich glaube ganz gewiss,
dass es nur - bei mir so ist.

Die Haare sehen aus - so fremd,
als hätt ich niemals - sie gekämmt.
Und den Mann - der reimend spricht,
diesen Mann - erkenn ich nicht.

Die Schönheit ist schon lang vergangen,
das, was ist - das muss nun langen,
bis zum letzten Tag - na klar.
Wenn´s überhaupt - einst Schönheit war.

Der erste Kaffee - duftet still,
so, als ob er sagen will:
<<Schau her - so trink mich - ungehemmt.
Danach bist du - dir nicht mehr fremd.>>

Und außerdem - ich mag doch Trolle,
geh bei Fantasy - ins Volle.
Na - das ist vielleicht ein Segen,
dann muss ich schließlich - mich auch mögen.

Trotzdem - trotzdem bleibt die Frage:
Was setzt die anderen in die Lage,
morgens - froh und frisch zu scheinen?
Das ist getürkt - man könnt´s fast meinen.  16.10.2014
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Freaky

Dass ich - ich sag mal - freaky bin,
nehme ich ganz wortlos hin.
Was kann ich tun? - Es wäre schwer.
Und normal...? - Werd ich nie mehr.

Wer, bitte - kommt von Euch nach Haus,
zieht kurz seine Schuhe aus,
und setzt sich - schnell und frohgemut,
an sein IPad? - Frönt der Wut?

Wer, bitte - haut dann in die Tasten,
ohne Ruhe - ohne Rasten?
Für wen ist's Freude - keine Pflicht?
Ich sag's ganz kleinlaut - Na, für mich.

Ich bin freaky - mit den Worten,
bei Konzerten - aller Sorten.
Von ganz still - bis stampfend laut,
ich fühl mich wohl - in meiner Haut.

Die Liebste - die mich halten könnte,
so kurz vorm Alter - vor der Rente...
Die sagen sollte - Cut und Schnitt,
sie denkt nicht dran - denn sie will mit.

So sammeln sich erneut die Karten,
fürs nächste Jahr - es heißt nur warten.
Irgendwer kommt schon auf Tour.
Und ich folg - so mancher Spur.

Auch wenn das etwas Lalla scheint,
wenn der alte Herr jetzt reimt,
so brauch er es - ganz unbenommen,
des Abends schnell - zum runterkommen.

Mancher Frust - er fließt so ab,
wie schön, dass ich die Worte hab.
Da wird - fühl ich mich mal bedrückt,
vieles wieder gradgerückt.

Ja, so schreib ich immer weiter,
na klar, am liebsten froh und heiter,
und mit Freude - an Musik.
Intensiv erlebtes Glück.

Durch große, kleine Hallen schweben,
einfach dies Gefühl erleben,
dass Musik - ein Wunder ist,
bei dem man auch - sich selbst vergisst.

So lang man mich - ich stell's mal fest,
noch in die Arenen lässt,
auch mit meinem grauen Haar,
ist doch alles - Top und klar.

Da bin ich wirklich gerne freaky,
statt faul zuhause - und recht sleepy.
Ich liebe - was das Leben schenkt.
Es ist schöner - als man denkt.   13.10.2014
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Populär

Populär? - Nur virtuell.
Im wahren Leben - mein Verzäll,
viel zu scheu - und zu verhalten.
Geeignet, um schnell abzuschalten.

Selbstbewusstsein - ist gesund,
doch irgendwo nicht ganz der Punkt,
an dem ich erste Sahne bin.
Ist halt so - ich nehm es hin.

Ich agiere - so mein Wille,
sehr viel lieber aus der Stille.
Wobei... - ich hab dazugelernt,
und manche Hürde schon entfernt.

Plötzlich kann ich - mich erheben,
und vor fremden Menschen reden.
Etwas, das ich - durchgespielt,
niemals nicht - für möglich hielt.

Kann es wirklich - dann und wann,
sein, dass man das lernen kann?
Dass dich die Erfahrung prägt?
Und dein Herz - gemäßigt schlägt?

Populär - werd ich nie werden.
Immer langsam mit den Pferden.
Jedoch, ein wenig selbstbewusst,
vielleicht sogar - mit stolzer Brust.

Gestern sprach mich - frank und frei,
jemand an - ganz nebenbei,
ob ich der Mann der Worte bin...
Ich sah - betreten - vor mich hin.

Da war sie wieder - diese Last,
(und dennoch freut ich mir nen Ast,
dass jemand - diese Frage stellt.
Ganz klar - dass das auch mir gefällt).

Ich bin ein Schaf - im dicken Pelz,
seh außen aus - na, wie ein Fels.
Doch innen drin - so seht es ein,
bin ich nur - ein Kieselstein.

Ich liebe meine kleine Welt.
Mache gern - was mir gefällt.
Und möcht es anders - andere Gaben,
doch im Grunde - gar nicht haben.

Bin lieber mal - für mich allein,
als ständig populär zu sein.
Dazu wär ich - viel zu scheu.
Das ist mir - und Euch nicht neu.

Heut Morgen liebe ich die Stille,
das ist mein erklärter Wille.
Und das Spielen - mit dem Wort.
Schon wieder reißt's mich - weit, weit fort.  07.10.2014
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Hundehütte

Nach guter alter Väter Sitte,
erhielt Frau Hund - heut eine Hütte.
Und ich - ich hielt die Schrauben fest.
Jeder, was er kann - at best.

Damit das Tier im Hof nicht friert,
wenn es wieder mal passiert,
dass die Alten auswärts sind.
Nur wer wagt - der auch gewinnt.

Die Liebste schraubte - ungestört,
und auf Zack - wie's sich gehört.
Sie gab mir nur - perfekt wie nie,
zum Aufbewahren - die Regie.

<<Halte hier - und halte dort.
Sei jetzt ruhig - und sprich kein Wort.
Und vor allem - nerv mich nicht...>>
Dann taxiert sie - mein Gewicht.

Nimmt den Zollstock - fix zur Hand,
und vermisst mich - schnell, gewandt.
Höhe, Breite - und die Fläche.
Ernst - und ohne jedes Lächeln.

Ich reagierte - ganz lakonisch,
und irgendwie - ward es mir komisch.
Ich sagte ihr - ich hätt gedacht,
Frau Hund, sie schläft dort - in der Nacht.

Fragt bloß nicht - wie die Antwort war,
seitdem fühl ich mich sonderbar.
Ich weiß, dass bald der Winter naht,
und habe nunmehr - den Salat.

Soll mich nicht der Frost ereilen,
muss ich mit Frau Hund - dort teilen.
Dachte ich... - doch falsche Ahnung.
Entgegen meiner Chefin - Planung.

Sie meint zu mir - <<Frau Hund dort draußen?
Was, bitte - sind denn das für Flausen,
die in deinem Kopf entstehn?>>
...ich frag's mich auch - ich muss gestehn.

Wie konnte ich - bei Gott, nur denken,
sie würde mir die Gnade schenken?
Nun ja - jetzt hab auch ich ne Hütte.
Wer hat das schon? - Na also. Bitte.

Und nebenbei - und außerdem,
ist die Hütte sehr bequem.
Mit weichem, festem Untergrund.
Frische Luft - ist sehr gesund.

Ich muss ihr - und zwar eigentlich,
dankbar sein - besehen bei Licht,
weiß sie immer - ganz genau,
was mir guttut - meine Frau.  03.10.2014
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Heimwerkerkönigin

Es gibt - ganz ehrlich - herzlich wenig,
was sie nicht kann - da ist sie König.
Na ja - wohl eher Königin,
sonst macht die Ehe - keinen Sinn.

Sie schraubt, sie bohrt, sie tapeziert,
sie hobelt, streicht - sie phantasiert,
was sie sonst noch machen kann.
Was auch kommt - sie packt es an.

Wo ich mir meine Hände breche,
wo auch immer - welche Fläche,
da krempelt sie die Ärmel auf.
So nimmt das Heimwerk - seinen Lauf.

Die Gene sind halt klar verteilt,
ich habe mich - da wohl verpeilt.
Sie wählte Handwerk - ich das Wort.
Jeder halt - an seinem Ort.

Und dort - wo sie nicht weiterweiß,
wo - auch sie - das Handtuch schmeißt,
da holt sie sich - ins Homeworkteam,
die Unterstützung - sie ist Queen.

Sägt und spachtelt - nicht zu knapp,
reißt gar - Haus und Wände ab,
wenn sie meint - das soll so sein.
Ich komme täglich - ängstlich heim.

Freue mich - und knie dann nieder,
erkenne ich das Häuschen wieder.
Hier verschönert - dort gestrichen,
an Wänden, Türen, Fenstern, Nischen.

Ich kann das nicht - lasst mich so sprechen,
ich würde mir die Finger brechen,
wenn ich es - auch nur versuch
Dies ist halt - nun ja - mein Fluch.

Und daher lasse ich sie machen,
all die vielen tausend Sachen,
bei denen ich - in Ehrfurcht schweige,
was ich anhand des Reimes - zeige.

Im Baumarkt - sie ist sehr zu loben,
ist sie bestens aufgehoben.
Kennt die Regale - alle Gänge...
Bei mir sind's nur - vertraute Zwänge.

Schickt sie mich - da bin ich ehrlich,
was zu holen - wird's gefährlich.
Ich komme - davon singt man Lieder,
sicher mit was falschem wieder.

Jedem - ob nun Frau, ob Mann,
das, was sie am besten kann.
Oder meinetwegen - er,
Heimwerk - ist mir viel zu schwer.  03.10.2014
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Hein Klamotte

Miguel - der Herr Cervantes,
schuf ein Werk - ein sehr bekanntes,
das die Zeiten übersteht.
Super - wenn man's kann - wenn's geht.

Er nannte seinen Held - Quijote.
Und ich - ich bin "nur" Hein Klamotte.
Schreibe für den Heimgebrauch.
Aus dem Kopfe - aus dem Bauch.

Freue mich - rund um die Uhr,
auf Eindrücke - Erlebnis, pur,
auf dass es antreibt - schon sehr früh,
den Speicherplatz - Maschinerie.

Hier und dort ein Wort verloren,
schon wird ein neuer Reim geboren.
Ich kann's nicht leiden - stell ich fest,
wenn man das Wort - sich selbst belässt.

Gestern Abend - kurz gechattet,
und ich hätte drauf gewettet,
dass aus diesem Namen - oben,
ein Reim entsteht - ...müsst mich nicht loben.

Ob "Wurschtel" - gestern kurz gesagt,
ob "Hein Klamotte" - spät am Tag,
alles findet seinen Satz,
als Päckchen hier - weil ich sonst platz.

Ob Reihen - mit fast gleichen Enden,
ob Geschichten, die sich wenden,
ob dieses - jenes - oder das,
mir macht alles - Riesenspaß.

Wolltet Ihr das unterbinden,
müsst Ihr mich im Keller finden,
gefesselt und geknebelt gar,
dann wird der Traum - der Ruhe wahr.

Doch so lang Ihr das nicht tut,
folge ich mit stetem Mut,
jedem Wort - das an mir zieht.
Tag für Tag - dasselbe Lied.

Auch wenn man es nicht liest - viel später,
werde ich zum schnöden Täter.
Schreibe einfach - unbedacht,
vor mich hin - bei Tag und Nacht.

"Hein Klamotte" - das gefiel,
und Schreiben - ist doch nur ein Spiel.
Es tut niemand - wirklich weh,
noch nicht mal meinem Club - FC.

Die Mühlen - gegen die ich kämpfe,
sind höchstens - meiner Finger Krämpfe,
wenn ich das Schreiben übertrieb.
So lasst mich doch - so seid jetzt lieb.   03.10.2014
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Optiker

Heut Abend fahr ich - fällt´s auch schwer,
mit meiner Frau - zum Optik-er.
Weil sie dann - wenn alles klappt,
endlich wieder - Durchblick hat.

Das Auge wurde operiert,
und heute ward sie instruiert,
dass es nun Zeit sei - endlich, ja,
fürs neue Glas - ihr Traum wird wahr.

Ich hab bereits - vor vielen Wochen,
ernsthaft mit dem Arzt gesprochen,
dass er erst so wirken lässt,
als ständ die Sehkraft - noch nicht fest.

Er fragte mich - mit ernstem Blick,
<<Mein lieber Mann - sind Sie verrückt?
Es muss doch Ihr Bestreben sein,
dass sie gut sieht - das wär doch fein.>>

Ich nahm die Lampe - die vom Tisch,
richtete das helle Licht,
auf mein Antlitz - sah den Schrecken,
und musste ihn - darauf kurz wecken.

Die Ohnmacht - die ihn kurz empfing,
war im Verhältnis sehr gering,
zu dem - was meine Frau nun sieht.
Jeden Tag - dasselbe Lied.

Jetzt sieht sie leider - voll Entsetzen,
die schnöde Wahrheit - ...kann verletzen.
Ich weiß nicht - ob sie´s übersteht.
Ob das sein kann - ob das geht.

Vielleicht gibt es ja Fensterglas,
das setzt man ein - nur so zum Spaß.
Und schon wirkt - die Illusion.
Wie seit vielen Wochen schon.

Es ist ihr halt nicht zuzumuten,
nicht zum Scherz - und nicht zum Guten,
dass sie mich ertragen muss.
Sie ist sehr schreckhaft - hab´s gewusst.

Das kann sie wirklich nicht ertragen.
Das schlägt der Liebsten - auf den Magen.
Das hat sie nicht verdient - oh no.
Doch bin ich - wie ich bin...nur so.

Ich musste neue Bilder sehen,
von mir - nun ja, Ihr müsst verstehen,
da wird es auch dem Stärksten schlecht.
Weil es so ist - nicht, weil ich´s möcht.

Ich habe Hoffnung - das macht Sinn,
dass ich nicht - der Erste bin.
Dann wär´s Problem - vielleicht nicht neu.
Und gar lösbar - freu, freu, freu.    02.10.2014
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24 Stunden

Man sagt mir nach - ganz unumwunden,
mein Tag - er habe so viel Stunden,
dass man es nicht begreifen kann.
Tja, nun... . ich stell mich hinten an.

Ich zähle an den Fingern ab,
1 bis 10 - und nicht zu knapp,
zieh die Wurzel - flott wie nie,
gehe sorgsam - über Pi.

Teile, schätze, recherchiere,
bin gespannt - und ja, ich giere,
nach der Lösung - bin gespannt,
wie ein Bogen - bin gebannt.

Die Lösung - sie folgt auf dem Fuße,
zwischen Arbeitszeit - und Muße,
nehme ich mir gern die Zeit,
für Dies und Das - ich bin bereit.

Zeit für Musik - und Zeit fürs Schreiben,
Stunden - um zu übertreiben.
Zeit zum Lesen - Zeit zum Dichten,
für Enkel, Kinder, Neffen, Nichten.

Stunden - ins Konzert zu gehn,
immer herrlich - immer schön.
Zeit für Fußball - und den Bock,
Zeit für Freunde - grad, ad hoc.

Zwischendurch noch etwas reisen,
irgendwo sehr lecker speisen.
Zeit - na klar, auch noch für Steuern.
Denn Zeit zu haben - ist ja teuer.

Wobei die Frage - bin verdreht,
immer noch im Raume steht,
wie viele Stunden - ernst, beschwingt,
mein Tag - denn aufs Tableau nun bringt.

Ich komme - rechne hin und her,
stets aufs Ergebnis - wird nicht mehr,
dass 24 - ohne List,
letztendlich das Ergebnis ist.

Es wird nicht mehr - wie ich´s auch drehe,
wie ich auch bitte - wie ich flehe.
Na ja, dann muss es halt so sein:
Ich teile mir - die Zeit gut ein.

Ich habe Spaß - jetzt nur nicht lachen,
an den Dingen - die wir machen.
Ich tue - was ich tu meist gerne,
da liegt mir doch - das Klagen ferne.

Und so komm ich - frei heraus,
mit den Stunden täglich aus.
24 - das ist Pflicht,
doch mehr...? - Das will, das brauch ich nicht. 30.09.2014
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Durchgedrehte Worte

Ich bin so gern ein Worteschinder,
zu-Reimen-und-zu-Sätzen-Binder,
Euch-ständig-damit-Überhäufer,
ein Im-Wortspiel-tief-Versäufer.

Ein Synpasen-Überforderer,
Inzwischen-nicht-mehr-dicht-gewordener,
ein Und-zwar-so-auf-die-Dauer,
letztendlich-in-die Klapse-Schauer.

Ein Stetig-emsig-Eindruck-Sammler,
Im-Hirn-so-langsam-schon-Vergammler,
wenn ich mal nicht schreiben kann.
Das wird noch schlimmer - nehm ich an.

Ein Spaß-an-unserer-Sprache-Haber,
voll mit Plappern - und Gelaber.
ein Die-Finger-Abgenutzter,
Die-Fingerkuppen-tief-Gestutzter.

Ein Die-Menschen-langsam-Nerver,
ein Mit-Reimen-um-sich-Werfer,
ein Dazu-noch-Bücher-Schreiber,
und Es-langsam-Übertreiber.

Am-besten Kopf-gewaschen-Krieger,
ein Wortreich-ganz-verkappter-Tiger,
und Dummes-Zeug-aus-Stegreif-Schreiber,
Einst-ein-schwierig-Los-Erleider.

Eines-Tags-erschlagen-Werder,
Einfach-viel-zu-doll-Gebärder,
Und-daher-langsam-Ängste-Spürer,
Nicht-mehr-Geher-vor-die-Türe.

Herrn-Duden-wohl-im-Grabe-Dreher,
Jedoch-es-einfach-sportlich-Seher,
da´s niemand sieht - das sag ich hier,
als meine Opfer - das seid Ihr.

Ich bin ein Schock-und-Schwerenöter,
ein Die-deutsche-Sprache-Töter,
ein Das-Wort-mit-Füßen-Treter,
doch schämen werde ich mich - später.

Bin ein Rundherum-Bestusster,
Viele-nette-Leute-Fruster,
Nicht-ganz-Wisser-oft-wohin,
mit meinem überdrehten Sinn.

Ein Schreiber-immer-immer-weiter,
wie Ein-Fröschlein-auf-der-Leiter,
Stuf-um-Stufe-gern-Erklimmer,
Nicht-ganz-Dichter - so wie immer.

Noch-so-viel-Worte-in-sich-Wisser,
ein Daher-weiter-schreiben-Müsser.
Und Euch-um-Verzeihung-Heischer
für den Unsinn - fühl mich leichter.  24.09.2014
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Stellt Euch vor, was mir passiert ist

Stellt Euch vor, was mir passiert ist:
Man teilt mir mit - dass man es mag,
von mir zu lesen - längerfristig,
an jedem neuen - jungen Tag.

Da gab es glatt heut die "Beschwerde",
bange Fragen - ob vielleicht,
ich senil und älter werde.
Ob´s nicht mehr - zum Schreiben reicht.

Ich gab zurück: - <<Nur keine Sorgen,
ich schreibe - weil ich schreiben MUSS,
an jedem schönen - neuen Morgen,
und auch des Abends - voller Lust.

Damit einmal aufzuhören,
das geht gar nicht . keinesfalls.
Ich sorg mich nur - ich würd Euch stören,
mit meinem - stets gequirlten Schmalz.

Wer nicht mailt - der wird nicht lästig,
hab ich so - bei mir gedacht.
Denn ich schrieb sehr oft - und heftig,
morgens - mittags - abends - nachts.

Manche änderten ihr Postfach,
anderen zogen - weit, weit fort,
schier verzweifelt - voller Obacht,
und in Deckung - vor dem Wort.

Manche schrieben - vor ner Weile,
dass ich mich beherrschen soll:
Bitte - lösch mich - im Verteiler,
denn ich hab - die Nase voll.

Manche waren schier verzweifelt,
rauften sich das Kleid - das Haar,
von McPom - bis in die Eifel.
Ich lüge nie - und es ist wahr.

Freunde habe ich verloren,
weil ich mich - nicht zügeln kann.
Naja - da hab ich mir geschworen:
Ich geb das Reimen - einfach dran.

Schreib nur noch - in stillen Stunden,
fein für mich - das soll so sein.
So habe ich - mein Glück gefunden.
Ehrlich, wirklich - es ist mein.>>

Jedoch - nun spüre ich Verwirrung.
Wie kann es sein - dass man mich fragt?
Unterlag ich einer Irrung?
War mein Vorsatz - zu gewagt?

Ich mach die Probe - aufs Exempel,
und schicke Euch - ...Entschuldigung,
nicht signiert - und ohne Stempel,
den neuen Reim - jetzt schaut Ihr dumm.  19.09.2014
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Landhaus Sterdebüll

Nordseeluft ist sehr bewegend,
rundum appetitanregend,
das Salz, die Frische - und der Wind,
machen - dass wir gern hier sind.

Immer öfter - immer wieder,
immer schöner, immer lieber,
seit wir wissen - was ich will:
Ein Zimmer - Landhaus Sterdebüll.

Die Menschen freundlich - stets bemüht,
was man auch will - was auch geschieht,
von Toni wird man aufgemischt.
Die anderen Namen - weiß ich nicht.

Das Essen - einfach ein Genuss,
aus der Küche einen Gruß.
Leider bin ich so gestrickt,
nicht nein zu sagen - welch ein Glück.

Lange nicht - so viel gelacht,
gemütlich sitzend - bis zur Nacht.
Die Freunde zählen - aber auch,
hier dieses Umfeld - das man braucht.

Es ist schön hier - ganz, ganz ehrlich,
aber - leider - auch gefährlich,
denn blieben wir noch länger hier,
rollt man mich heimwärts - glaubt es mir.

Wenn ich etwas wirklich mag,
so wie heute - jetzt am Tag,
pack ich die Worte - so soll's sein,
furchtbar gern - in einen Reim.

So kann ich halt am besten loben,
klicken die Synapsen - oben,
und noch schöner - dann und wann,
wird's - hat jemand Freude dran.

Ich hab's Gefühl - an diesem Ort,
wurden wir sogar gemocht.
Umso lieber schreibe ich,
auf die Schnelle - dies Gedicht.

Setze es - ins Internet,
heute - vor dem Gang zu Bett,
ich hoffe sehr - dass Ihr Euch freut,
wir kommen wieder - "tut mir leid".

Bleibt wie Ihr seid - denn Ihr seid prima,
stimmig für perfektes Klima,
es war wirklich wundervoll,
Dankeschön - Ihr seid halt toll.  06.09.2014
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Blech

Vor mir, neben, hinter mir,
nichts als Blech - und ich steh hier,
kann nicht vor - und nicht zurück.
Doch ich kann reimen - das ist Glück.

Verspür gepflegte Langeweile,
ich will weiter - bin in Eile,
doch weiter vorne - ganz genau,
beginnt - was ich nicht mag - ein Stau.

Stehe auf der Autobahn,
statt flotter Fahrt - im forschen Wahn,
ist der Motor - kalt und aus.
So ein Driss - so sieht das aus.

In Gegenrichtung - wie ich hör,
rauscht er ständig - der Verkehr.
Jedoch - in meiner eigenen Richtung,
bleibt mir derzeit - nur die Dichtung.

Ihr kommt - ich weiß, das ist schon dumm,
nicht ums geschriebene Dings herum.
Selbst wenn Ihr denkt, ich sei kurz fort,
erreicht Euch - das gereimte Wort.

Eine lange Blechlawine,
ich weiß nicht, ob ich das verdiene.
Die A1 - wird mir zum Feind...
Sorry, hab's nicht so gemeint.

Die Fenster sind weit auf - zu warm,
hier zu stehen - hätte Charme,
hätte ich ein Buch dabei.
Besser wären sicher 3.

Ich schlösse fix das Auto ab,
weil ich nichts zu tun jetzt hab.
Verkaufte dann - je LKW,
1 Buch - das täte mir nicht weh.

Neben mir steht ein Rumäne,
er vergeudet keine Träne,
dass ich nichts verkaufen kann.
Ich will weiter - Mann oh Mann.

Die Polizei macht grad die Runde,
spricht ganz deutlich - 1 Stunde,
dauere die Sperrung noch.
Ich will weiter - sag es doch.

Wir bilden eine Rettungsgasse,
Blech auf Rädern - eine Masse.
Vielleicht setz ich mich - hintendrein.
Dann wär'n die grünen - nicht allein.

Ob ihnen das gefallen wird?
Ich glaube, dass der Dichter irrt.
Ich bleibe stehen - warte still,
und produziere - diesen Müll.  03.09.2014
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Piratenbraut

Haltet inne - Leute, schaut,
hier auf die Piratenbraut.
Das eine Auge - streng verhüllt.
Sie erscheint mir - frech und wild.

Was fehlt ist nur - darf ich's erwähnen,
das Messer zwischen ihren Zähnen.
Die Buddel Rum - in festem Griff.
Ein Diamant - von reinstem Schliff.

Sie schaut mich an - mit festem Blick,
ich breche ein - ein gutes Stück,
und erkenne - ohlala,
das war zu viel - es ist wohl wahr.

Ich knie schnell nieder - bitt um Gnade,
heute Morgen - früh am Tage.
Doch die Liebste - meint brutal.
<<Die Haltung passt mir - allemal.

Wer frech ist - der soll schändlich leiden.
Und wer das ist - nun, von uns beiden,
mein lieber Mann - bist schließlich du.>>
Ich bin ganz still - sag nichts dazu.

Die Augenklappe - so galant,
ist nicht mehr - als ein Verband,
beim Augen-Doc - gleich nebenan,
damit sie besser sehen kann.

Eine Linse - für die Augen,
damit sie wieder bestens taugen,
um zu erkennen - bin schachmatt,
was sie einst - gewähl(e)t hat.

Nicht wirklich schön - doch etwas niedlich,
in der Regel - eher friedlich,
und nun geehrt - per Lutherkreuz.
Bin fasziniert - oh ja, mich freut's.

Es sprach grad der Narkosearzt,
es sei recht nett - und sehr apart,
dass ich mich just geweigert habe,
was zu essen - eben, gerade.

Er meinte, solidarisch sein,
wäre nett - es wäre fein.
Da ziehe er doch glatt den Hut.
Ehrlich - hej, das tut mir gut.

Endlich jemand - der erkennt,
wie ich bin - denn ihr ist's fremd.
Sie sollt sich schämen - finde ich.
Das tät mir gut - besehen bei Licht.

Nachher fisch ich die Liebste mir,
mit ihrem Schiff - bring sie nach hier.
Am Mast weht der Piraten Gruß.
Und ich - ich weiß, ich hab nen Schuss.  25.08.2014
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Kochen

Ich hab - im Hinblick auf die Rente,
mannigfach und viel Talente.
Denn es muss der Mann von Welt,
sehen - dass nichts vom Fleische fällt.

Daher bin ich - so glaubt's mir doch,
ganz nebenbei - ein Meisterkoch.
Sieben Sterne - Halali,
gibt's für mein Miracoli.

Ich habe es allein gekauft,
die Packung mache ich fein auf,
ohne dass - es klappt auch jetzt,
der Mann sich tödlich schlimm verletzt.

Es brennt mir nicht das Wasser an,
ich sag es doch - wer kann, der kann.
Ein bisschen Öl - vom Salz ne Prise,
allerbeste Expertise.

Erhitze den Tomatensud,
was ich kann - das mach ich gut.
Schütte das Gewürz hinein,
und schnuppere - es riecht schon fein.

Lass die Nudeln - in das Nass,
verbrüh mich nicht - nicht mal zum Spaß.
Stell am Herd mir schnell die Uhr.
Ich bin ein Fuchs - so glaubt's mir nur.

Zwei Würstchen - etwas Senf dazu,
dann hat die liebe Seele Ruh.
Und außerdem - das glaubt Ihr auch,
gleich mein Magen - und der Bauch.

Parmesan gibt's aus dem Tütchen,
sehr beschmiert ist gleich - mein Schnütchen.
Denn nicht zu kleckern - liegt mir fern.
Ich habe es - halt nie gelernt.

Gekocht, gespült - wird auf die Schnelle,
ich bin der Mann für alle Fälle.
Doch sieht die Liebste die Tapeten,
hilft nur flüchten - oder beten.

Tomatensoße ist gefährlich,
bei mir zumindest - bin da ehrlich.
Es hilft nicht mal - für sehr viel Geld,
der größte Schlabberlatz der Welt.

Oh, die Soße duftet schon.
Al dente Nudeln - welch ein Lohn.
Ich bin ein wahrer Sternekoch,
hier in unserem kleinen Ort.

Ich könnt darüber Bücher schreiben,
doch muss ich sagen - leider, leider.
Viel mehr als Nudeln kann ich nicht.
Miracoli - ein Leibgericht.    24.08.2014
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Konstruktiv

Es allen Menschen recht zu machen,
ist etwas - das partout nicht geht.
Das gehört zu jenen Sachen,
die man nicht kann - und nicht versteht.

Kritiken sind für das Entwickeln,
hilfreich, wichtig und auch gut.
Öffnet Horizont - das Blicken,
und führt zum Bessern - braucht nur Mut.

Konstruktive Hinweisplätze,
mit Bedacht - und auch mit Sinn,
sind immer sehr willkommene Schätze,
die nimmt man gern und dankbar hin.

Fördern sie das Überlegen,
das Horchen - tief in sich hinein,
sind sie wichtig - und ein Segen.
Die Erkenntnis - sie ist mein.

Doch hingeworfene kleine Fetzen,
ohne Sinn - und gar Verstand,
nur um sich, daran zu wetzen,
spar man sich - liegt auf der Hand.

Zum Bessermachen - fehlen Welten,
die Überschätzung ist enorm.
Statt zu meckern - und zu schelten,
achte man - auf seine Form.

Ich schreibe ohne Nachzudenken,
das, was einfach aus mir treibt,
und sollte ich's mir dennoch schenken,
tät es mir - entsetzlich leid.

Sollt ich mich verrenken müssen,
wäre das - wohl nicht mehr ich,
ich träte meinen Spaß mit Füßen.
Ist Runtermachen etwa Pflicht?

Es juckt mich nicht - will trotzdem schreiben,
bin dankbar für das Thema heut,
wer's nicht mag - und kann's nicht leiden,
der lese nicht - das wär gescheit.

Kritik ums Kritisieren willen,
macht wenig Sinn - vertane Kraft,
damit könnt man Bände füllen,
wenn man's wollte - wenn man's schafft.

Danke für die netten Worte,
danke für "viel Glück zum Buch".
Ich denke nach - doch wirklich horten,
macht wenig Sinn - war ein Versuch.

Ich werde weiter - und mit Freuden,
schreiben, was mich so bewegt.
Ich kann den Geißbock halt gut leiden,
mich noch zu ändern - viel zu spät.  17.08.2014
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Bohrtrupp

Ihr fragt - weshalb ich müde bin?
Weshalb so leicht verdreht im Sinn?
Warum ich reime - ohne Grund?
Nun ja - ich fühl mich nicht gesund.

Denn auf meine alten Glieder,
ließ ein Bohrtrupp sich jüngst nieder.
Hat nicht gebohrt nach Öl - nein Blut.
Das tut der Kraft, Elan nicht gut.

Klingt es jetzt vielleicht auch bitter,
es waren etwa sieben Liter,
die sie gefördert - letzte Nacht.
Ich bin um meinen Schwung gebracht.

Frau Mück bohrt ihren feisten Rüssel,
in mein Fleisch - fliegt dann zur Schüssel,
wo der rote Lebenssaft,
zur Nahrung wird - Frau Mück bringt's Kraft.

Frau Mück - und der gesamten Sippe,
der Mann, die Kinder - ja, ich tippe,
auch Oma Mück - wenn nicht sogar,
auch deren Eltern - ist doch wahr.

Ohne großes Bohrgestänge,
brachten sie mich in die Enge,
denn sie haben - 1, 2, 3,
ihren Bohrer - stets dabei.

Haben auf dem Bein gesessen,
meine Arme nicht vergessen,
den Bauch, den Rücken, Hals, Gesicht.
Oh - ich bin ein armer Wicht.

Es juckt wie Hölle - aber kratzen,
darf ich nicht - denn meine Tatzen,
erhalten einen jähen Schlag...
Von wem? - Mich wundert, dass Ihr fragt.

Die Liebste hebt den Zeigefinger,
sowie die Rechte hin zum Schwinger,
und meint nur bös - <<Beherrsch Dich, Mann,
stell dich nicht - wie ein Mädchen an.>>

Ich bin ein Mann - ein Mann kann leiden,
bin freundlich, folgsam - und bescheiden.
Doch reime ich mir - auf der Stelle,
den Frust vom Selchen - auf die Schnelle.

In nächster Nacht - bin ich auf Lauer,
errichte eine hohe Mauer,
um mich rum - weil dann, ja dann,
kommt Frau Mück - nicht hin, nicht dran.

Ich muss jetzt erst - Erholung spüren,
Blutkonserven produzieren.
Ich fühl mich leer - ganz leer und blass.
Ich war der Mücken Ziel - und Mast.   09.08.2014
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Meucheln

Ich bin ein Mörder - denn ich schlug,
heute Mittag - frech und klug,
die Fliegenhorde, die mich plagt,
zu feinem Brei - hab nicht gefragt.

Manche Fliege - war noch jung,
doch Chance zu der Verteidigung,
- wäre es vielleicht auch Pflicht -
schenkte ich - den Viechern nicht.

Ich nahm mir - aus dem Hinterhalt,
eine Klatsche - plus Gewalt.
Heißt das hin zum Schluss sogar,
dass es - reiner Vorsatz war?

Totschlag kommt in meiner Lage,
scheinbar - scheinbar nicht infrage.
Doch wo kein Kläger - da kein Richter.
Bin halt ein - nicht dichter Dichter.

Kein Henkersmahl - und nichts zu erben,
die Fliegen mussten lautlos sterben.
Keine Zeit - falls Ihr versteht,
nicht mal mehr - zu nem Gebet.

Und während ich das hier nun schreibe,
muss die nächste es erleiden.
Ein Schlag - ganz heftig - und es klatscht.
Ich schäme mich - und zwar ganz much.

Sollte ich zur Beichte gehen?
Hm, falls ja - werd ich's so drehen,
dass dieser Reim - ganz öffentlich,
die Beichte sein soll - oder nicht?

Ich kann die Leichen nicht mehr zählen,
doch wenn die Fliegen nerven, quälen,
dann werde ich zum wilden Tier.
Jetzt und heut - Zuhaus und hier.

Ihr Füße - die mich kitzeln,
machen - keinen Grund zu witzeln,
mich ganz rasend - und pikiert.
Was passiert ist - ist passiert.

Kündigt Ihr die Freundschaft jetzt,
macht mich das - nun ja, verletzt,
doch täte ich's - Ihr Schwestern, Brüder,
beim nächsten Mal - bestimmt schon wieder.

Ich lege mich - nur kurz die Dauer,
feige, heimlich auf die Lauer,
da läuft mir jetzt am Ende doch,
eine - übern Finger noch.

Lief mir über meine Hand,
reizte mich - doch mein Verstand,
sagte mir - Mach kein Getue.
Auch sie geht gleich - zur letzten Ruhe.  03.08.2014
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Wortpolster

Da fragst du dich - von Zeit zu Zeit,
weshalb dich nichts vom Speck befreit,
der rund um deine Hüften thront.
Ganz einfach... - weil der Stress nicht lohnt.

Heute hab ich nun gelernt,
dass keine Macht den Speck entfernt,
weil... - das hab ich nicht gewusst,
es kompliziert ist - dumme Nuss.

Ich dachte stets - es seien Zellen,
und zwar vom Essen - vom zu schnellen,
nun weiß ich - dass es Worte sind.
Oh, mein Gott - ich war so blind.

Worte, die im Kopf nicht passen,
weil keine Kammern - sie dort fassen,
die lagern sich - dann irgendwo,
an meinem Körper - ist halt so.

Ergo kann ich nur - auf Erden,
durch stetes Schreiben leichter werden,
auf dass ich an den Vorrat geh.
Den an Worten - tut's auch weh.

Ich schau mich an - seh die Gestalt,
und denk bei mir - manch Wort sei alt,
so tief - wie es vergraben ist.
Ich komm kaum dran - und das ist Mist.

Ich kann schreiben - Müll um Müll,
so viel ich kann - so viel ich will,
komm trotzdem nicht - das macht mich bang,
an den alten, zähen Strang.

Manche Worte wiegen schwer,
da haben wir's - na, bitte sehr.
Kein Wunder - dass die Waage spricht:
<<Halt, mein Herr - verschone mich.

Bin zwar erdacht - dereinst zum Wiegen,
jedoch - du bringst mich zum Erliegen.
Mir wird's so anders - keine Komik,
tief in meiner - Elektronik.>>

Meinen Einwand - ganz gelinde,
dass ich es zum K....n finde,
wenn die Waage mit mir spricht,
interessiert die Dumme nicht.

Auch mein Hinweis - auf die Sorte,
meines Umfangs - nämlich Worte,
lässt die Waage - stoisch kalt.
Na, dann übe ich Gewalt.

Schreibe - da ich Freizeit habe,
mehr als sonst - benutz die Gabe,
damit die Waage - Ruhe gibt.
Mal schauen - ob man es später sieht.  27.07.2014
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Reich

Wenn ich reich bin - so an Worten,
anders - Ehrlich - brauch ich's nicht.
Silben, Sätze von der Sorte:
Ungereimt - und als Gedicht.

Da sind Worte - volle Kammern,
warten, dass man sie befreit.
Ich höre grad - ihr leises Jammern,
bin in der Not - nun ja, bereit.

Ihr müsst nicht denken - es macht Freude,
ganz und gar nicht - niemals - nein.
Ich befrei sie - doch ich leide,
denn der Nachschub - bringt sich ein.

Wie feiner Sand - wie Wasserströme,
haltlos - und nicht kontrolliert.
Worte - ernste, leichte, schöne.
Wer da aufgibt - der verliert.

Versehe Silben dann mit Leben,
meistens kurz - und manchmal lang.
Ich kann halt nur mein Bestes geben.
Manchmal klappt's gar - dann und wann.

Worte - um auch Nachzudenken,
Worte - eher flach und seicht.
Worte - um sie zu verschenken.
Sonnig, freundlich - ja, vielleicht.

Worte, die ans Wort sich reihen,
viele, viele Seiten durch.
Sätze, die auch Sinn verleihen.
Zumindest manchmal - keine Furcht.

Worte - die sich gar gestalten,
zu Kapiteln - und zum Buch.
Worte - die sich selbst entfalten,
die einfach da sind - ein Versuch.

Sie dürfen alles - so mein Schätzen,
selbst Nonsens ist für mich kein Halt.
Doch niemals, niemals, nie verletzen.
Dann ist ein Wort nur bitter - kalt.

Solche Worte - sollt's sie geben,
werden vorher aussortiert.
Doch solltet Ihr es je erleben,
dass eins durchrutscht - protestiert!

Ist zu viel Schreiben - fast schon manisch?
Oh, mein Gott - das wäre schlimm.
Schon der Gedanke - macht mich panisch,
dass ich da - schon krankhaft bin.

Sollt es so sein - bitt ich um Heilung,
ein wenig Hilfe - wäre toll.
Doch bitte, bitte - nicht Beeilung.
Denn die Speicher - sind zu voll.  25.07.2014
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Überlebt

Die Liebste meint, ich könne nichts,
sei ohne sie - ein armer Wicht,
wisse nicht - wohin, woher,
und täte mich - unsagbar schwer.

Nach diesem Absatz - hat nicht Eile,
dacht ich nach - ne ganze Weile,
kam zum Ergebnis - oh, wie schlecht:
Es stimmt! - Die Frau, sie hat wohl Recht.

Und trotzdem bin ich stolz auf mich,
erfülle sorgsam meine Pflicht,
wenn die Liebste - wie zurzeit,
auswärts weilt - so fern und weit.

Hab gelüftet - Bett gemacht,
und noch bevor die Sonne lacht,
im Hof, die Blumen gut getränkt.
Nein, nicht ersäuft - was Ihr so denkt.

Habe schon Frau Hund geführt,
mir mein erstes Brot geschmiert,
ohne dass ich mich verletzt,
mit dem Messer - na, bis jetzt.

Fahr gleich zum Einkauf - wie befohlen,
um für unser Mahl zu holen,
was mein Eheweib befiehlt.
Punktuell - und sehr gezielt.

Freue mich derzeit am Blick,
durch den Hof - nach vorn, zurück.
An der schönen Blumenpracht.
Das habe ich - perfekt gemacht.

Ja, ja, ich weiß - ich soll nicht lügen,
vielleicht war's etwas übertrieben.
Ich gebe zu - Ihr wisst's genau:
Das war nicht ich - es war die Frau.

Die Überdachung - siehste, siehste,
derer ich mich ständig brüste,
als mein Erfolg - von spät bis früh,
das war nicht ich - nein, das war sie.

Und dennoch möchte ich erwähnen,
ohne mich zu sehr zu schämen:
Ich habe - was die Stimmung hebt,
den Tag, die Nacht schon überlebt.

Nun bin ich fast schon - stolz auf mich,
auch ohne Plan - tu ich die Pflicht.
Ich bin - ich sollte sie jetzt loben,
von der Liebsten - gut erzogen.

Bin jetzt fast - das soll es geben,
fähig - einen Tag zu leben,
ohne Leitung - ohne Drill...
Ich glaub - jetzt bin ich besser still.   19.07.2014
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4 Sterne

Wenn aus vielen Einer wird,
wenn die Lust am Spiel verführt,
wenn nur die Gemeinschaft zählt,
dann ist der Weg - perfekt gewählt.

Wenn der Trainer Jogi heißt,
er die Mannschaft formt, verschweißt,
dann zahlt sich das am Ende aus.
Ich rief die Freude - laut heraus.

Den vierten Stern nun jetzt geholt,
vom Anfang auf Erfolg gepolt,
und Herrn Beckham schnell gezeigt,
dass er am besten - stille schweigt.

Portugal vom Platz gefegt,
Ronaldo - klar - hat's tief bewegt.
Ghana, tja - war etwas schwer,
die USA - gab's zum Verzehr.

Algerien - der nächste Stein.
Frankreich raus - perfekt und fein.
Brasilien - Jahrhundertspiel.
Hin zum Finale - welch ein Ziel.

Die Gauchos - kurz vorm vierten Stern,
Argentinien - weit und fern,
lag uns der Wille - zum Geschenk,
viel, viel weiter - als man denkt.

Messi - zwar ein Wirbelwind,
und doch sind's wir - die Sieger sind.
Götze - und sein linker Fuß,
dieses Tor - es war ein Muss.

Mit solchem Tor - wird man unsterblich,
Freude pur - sie ist nicht erblich,
doch wenn es dann die Gründe gibt,
bejubelt man - was man so liebt.

54 - Wirtschaftswunder,
74 - Sieg ist unser,
90 - war's das dritte Mal.
14 - jetzt, so kolossal.

Die erste Mannschaft - welch Talent,
die auf dem fernen Kontinent,
die beste wird - der ganzen Welt.
Ich darf es schreiben - das gefällt.

12 Päckchen - für vier goldene Sterne,
Fußball, Fußball - hab es gerne,
wenn der Ball - so rollt, so fliegt,
und meine Elf - am Ende siegt.

Glückwunsch - diesen tollen Jungen,
was Ihr getan - es ist gelungen,
weil jeder von Euch wusste - klar:
Jeder - ist für jeden da.    14.07.2014
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Spanferkelbraterei Schneider

Wenn der Duft ins Näschen zieht,
ist es stets das gleiche Lied:
Dann ist es halt - für die Diät,
wieder einmal - viel zu spät.

Ein Ferkelchen - mit krosser Haut,
Herr Schneider prüft - Herr Schneider schaut,
und jeder wartet - allemal,
voll Ungeduld - auf das Signal.

Herr Schneider hebt das Messer an,
und jede Frau - und jeder Mann,
lechzt auf ein besonderes Stück,
wenn´s kracht im Mund - dann ist das Glück.

Ich habe es ja selbst erlebt,
wie es meine Stimmung hebt.
Ich denk nur dran - ich werd nicht müde,
Euch zu sagen - Könnt schon wieder.

Wenn ein Profi - voller Spaß,
zu Werke geht - so merkt man das.
Gegrillte Sachen - und Salat,
sich zu entscheiden - ein Spagat.

Ich schaue stumm auf meinen Bauch,
doch wenn der Grill so dampft und raucht,
fällt die Entscheidung - schnell und fix:
Ich bin dabei - da kenn ich nix.

Die Ausstattung ist Profi-like.
Das heißt, dass man am besten schweigt,
denn besehen - bei hellem Licht:
Mit vollem Schnäuzchen - spricht man nicht.

Sein Team dabei - das passt, das steht,
man merkt sofort - dass da was geht,
wenn man die rechten Leute eint.
Rundum perfekt - wie´s nicht nur scheint.

Was gut ist - soll man auch benennen,
und solltet ihr ihn nicht schon kennen,
ist es jetzt - so seid bereit,
endlich, endlich - an der Zeit.

Mir hat´s gemundet - ganz vorzüglich.
Na klar - dann reimt es sich vergnüglich.
Bemerk dabei - und zwar gelind,
das Wasser - wie´s im Mäulchen rinnt.

Gut, perfekt - noch nicht mal teuer,
das Vergnügen - es sei Euer:
Ruft den Mann - am besten an,
ob und wann er will - und kann.

Ob es schon eine Homepage gibt?
Ich weiß es nicht - doch mir beliebt,
zu schreiben - denn nur das macht Sinn,
wovon ich klar - begeistert bin.    04.07.2014
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Grafikkarte

Der Sohn - der schon erwachsen ist,
kam vorbei - vor kurzer Frist,
und hielt mir eine Rechnung hin.
Zu Recht? - Ja, ja, sein Tun macht Sinn.

Ich schaute auf das Formular,
und mir wurde sonderbar.
Eine Zahl - mit glatt 3 Stellen.
Ich bin Schuld - auf alle Fälle.

Dazu ein Ding - das kräftig roch,
nach verschmort - es dampfte noch.
Der Sohn er sprach: <<Ich bin nicht scheu,
du hast's verbockt - nun muss es neu.

Ich hab das Foto - das dich zeigt,
bearbeitet - es tut mir leid,
ich dachte nicht - dass der PC,
so reagiert - das tut schon weh.

Ein kurzer Knall - ein helles Blitzen,
riss mich beinah aus den Sitzen.
Wie gut, dass ich vorab geschützt,
mein Augenlicht - Nein, nein, kein Witz.

Ich dachte mir - nimm dir die Brille,
die zum Schweißen - guter Wille,
ganz alleine - zählt hier nicht.
Sicherheit - ist erste Pflicht.

Ich kaufte neue Grafikkarten,
da die alten scheinbar dachten,
solch ein Bild - von solchem Mann,
ist mehr - als man verwinden kann.

Schau dich an - mein lieber Vater,
gib mir Recht - mach kein Theater,
und zücke jetzt dein Portemonnaie.
Mein Gewissen - rein wie Schnee.

Dass ich dir jetzt den Rücken weise,
ist kein Affront - ich sag es leise.
Es ist ja nur zum eigenen Schutz,
des Augenlichts - ich hoff, es nutzt.

Niemals mehr - nicht dann, nicht wann,
schau ich mir ein Foto an,
eins von dir - denn keine Fragen,
selbst die Linse - ist beschlagen.

Die Rechnung - reiche ich noch nach,
jetzt zück das Geld - Los, los, jetzt mach.
Ich habe noch genug zu tun,
und keine Zeit - hier auszuruhen.>>

Das arme Kind - Ihr armen Leser,
Euch zu schocken - meine These,
war niemals meine Absicht - nie.
Nur Ausgeburt - der Phantasie.   29.06.2014
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Seit Stunden

Ich sitze schon seit Stunden - dumm,
nutzlos in der Gegend rum.
Ich lösch die Flut der Werbung gerade.
Nichts, das Sinn macht - das ist schade.

Die Flut der Spam - hat mich erreicht,
da denk ich mir - dass es vielleicht,
auch Euch nun ein Bedürfnis ist.
Und daher schreib ich - diesen Mist.

Fülle Euer Postfach - heimlich,
dankt mir nicht - es wär mir peinlich.
Ich tu das gerne - ohne Frust,
ohne Rücksicht - auf Verlust.

Doch wenn ich halt nicht schlafen kann,
warum dann Ihr? - Ich krieg Euch dran.
Ich spam grad Euer Postfach voll,
und finde das - ganz einfach toll.

Ich bin jetzt schon so lange wach,
dass es mir kaum Probleme macht.
Die Mechanik - unterm Haar,
läuft schon emsig - das sei klar.

In der Nacht - füllt sich der Speicher,
da wird es mir von Herzen leichter,
wenn er sich entsorgen lässt.
Das ist prima - welch ein Fest.

Da gibt's den Speicher - rot und weiß,
der von unserer kölschen Geiß.
Er steht - leider - viel zu lang,
aufgrund der Pause - hinten an.

Sobald das Training neu beginnt,
werd ich mich mühen - bin ein Kind,
und freue mich - an dem was wird.
Es wird ein Spaß - wenn's mich nicht irrt.

Da gibt's den Speicher - den sehr vollen,
meines Buches - nur nicht schmollen.
Er hat jetzt Vorrang - tut mit Leid,
alles hat halt - seine Zeit.

Es gibt den Vorratsraum - bestückt,
mit Reisen, Urlaub - und Musik.
Den mit Dingen - die man mag,
und den mit Spaß - am neuen Tag.

Den mit Hoffnung - den mit Sehnen,
den mit Lust - an allem Schönen.
Den mit Konzerten - fern und weit...
und der Erkenntnis: - Nicht gereut.

So, das soll's gewesen sein.
Jetzt bin ich nicht mehr - ganz allein,
wach an diesem neuen Tag.
Sprach ich schon - dass ich Euch mag?  19.06.2014
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Fantasie

Wie sprach dereinst der Friederich?
Herrn Schiller, Kinder, meine ich:
<Das Leben wiederholt sich ständig.
Nur Fantasie bleibt stets lebendig.>

Nun ist das etwas abgewandelt,
doch das - wovon der Sinnspruch handelt,
stimmt mal völlig - bitte sehr.
Zu widersprechen - fiel mir schwer.

Ist's nicht wirklich ganz fantastisch,
wird das Erdachte plötzlich plastisch?
Zu Begreifen - irgendwann,
dass man's kaum - begreifen kann?

Fantasie - im Kopf, dort oben,
ein Fass, dem manchmal halt der Boden,
- dieses wird hier nicht verhehlt -,
zum Einhalt jedes Abfluss fehlt.

Sich seine eigene Welt bebildern,
mit den Gedanken zwanglos wildern,
in sich selbst - das ist perfekt,
Ihr glaubt ja kaum - wie mir das schmeckt.

Alles tun - und lassen können,
jedes Ding beim Namen nennen,
wenn's auch mal - selbst das, es klappt,
im Grunde keinen Namen hat.

Aus grauen Wolken Sonne zaubern,
an das Erdachte wirklich glauben.
Dann funktioniert es - bin bereit,
dass es selbst - im Sommer schneit.

Fantasie kennt keine Grenzen,
auch heute - mit fast 60 Lenzen,
geh ich drin auf - ich liebe das,
oh Gott - es macht mir Heidenspaß.

Mit jedem Tag - und das ist komisch,
wird's mehr und mehr - so süß gleich Honig.
Sagt mir, Leute - macht das Sinn?
Wo führt das wohl - am Ende hin?

Ein kleines Wort - ein Anlass nur,
und schon geht's weiter - auf der Spur,
schon öffnet sich die nächste Kammer.
Es gibt so viele - welch ein Jammer.

Ewig jung - bleibt Fantasie,
von Früh bis Spät - von Spät bis Früh.
Wenn das so ist - dann soll's so sein:
So ist man letztlich - nie allein.

Ich hab nen kleinen Mann im Ohr,
ehrlich, ja - der sagt's mir vor.
Tief in mir - viele - kalt erwischt,
denn sehen - kann sie - heut: nur ich.  01.06.2014
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Ein Geschenk

Ich stelle unumwunden fest:
Wenn du die Seele baumeln lässt,
grad wenn dein Mut ein wenig hängt,
ist das hilfreich - ein Geschenk.

Es gehört nicht viel dazu:
Nur etwas Sonne - etwas Ruh.
Und die Bereitschaft, loszulassen.
Dann wird's perfekt - dann ist es klasse.

Am Sonntagmorgen aufzustehen,
die Welt mit wachen Augen sehen,
und 10 Minuten noch für dich,
beim ersten neuen hellen Licht.

Freuen drauf - schön, wenn's gelingt,
auf das, was dieser Tag dir bringt,
auf Liebe, Freude, Freunde, Glück,
und auf das Wunder - der Musik.

Ein neuer Floh sitzt schon im Ohr,
und manchmal kommt es mir so vor,
als ob mich das - stets überfällt.
Wie schön, wie weit - ist doch die Welt.

Bis der Floh tatsächlich hüpft,
bis er seine Decke lüpft,
vergeht zwar noch geraume Zeit.
Ich sag's mal so - Man wär bereit.

Das kommt davon, wenn man entspannt.
Da gibt es wohl ein starkes Band,
sind nur die Gedanken frei.
Ehrlich, ja - das war mir neu.

Wie es am Montagmorgen ist,
ob man den Frieden schnell vergisst,
das sei jetzt mal dahingestellt.
Ich tu nur grad - was mir gefällt.

Ich gebe mich der Muße hin.
Glaubt's mir ruhig - für mich macht's Sinn,
weil es mir das Hirn gut fegt,
Verstaubtes - zu den Akten legt.

Sonntagmorgen - 7 Uhr,
es ist noch kühl - doch ich bleib stur.
Ich sitze an der frischen Luft,
genieße, dass der Tag mich ruft.

Denke nach - jedoch nicht richtig,
lass mich treiben - DAS ist wichtig.
Und pack den Floh - der grad enteilt,
kurz und frech - beim Hinterteil.

Denke nach - pack's Glück beim Schopf,
so viele Flöhe - tief in Kopf,
dass es schon fast dem Zirkus gleicht.
Ich fühle mich - heut Morgen reich.  25.05.2014
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Tag der Arbeit

Tag der Arbeit - ich mach Pause,
lümmle bräsig, faul Zuhause,
lass die Arbeit - Arbeit sein,
dreh mich um - und schlafe ein.

Mein Elan ist hoch - im Sessel,
bin vom Nichtstun so gefesselt,
dass es in den Muskeln kneift,
ich bin für diesen Tag heut - reif.

Ich könnte meine Augen schließen,
träumen von den attraktiven,
Dingen, die das Leben stellt,
von allem, was mir grad gefällt.

Frau Hund schaut mich verwundert an,
wie es wohl der Fall sein kann,
dass der Herr - am Donnerstag,
nicht zur Arbeit fahren mag.

Ich blick zurück - mit einem Lächeln,
erzähle ihr - von Altersschwäche,
vom Feiertag - den man heut kennt...,
doch ihr ist der Kalender fremd.

Ich hab - und darin bin ich gut,
10 Minuten ausgeruht,
da merkte ich - ich brauch ein Ziel,
zu viel Ruhe - ist zu viel.

Wenn die Gedanken rastlos keimen,
kann es als unmöglich scheinen,
nicht mehr darauf einzugehn,
wär's Abzuschalten - auch bequem.

Ein paar Zeilen müssen raus,
daran beißt auch keine Maus,
letztlich einen Faden ab,
wie gut - dass ich ein iPad hab.

Die Liebste schüttelt still Ihr Haupt,
sie meinte nur - sie hat geglaubt,
dass ich die Umwelt heut verschone...
Falsch gedacht - und nicht die Bohne.

Vielleicht - um es zu übertreiben,
werd ich an der Geschichte schreiben,
die momentan in mir entsteht,
1, 2 Kapitel - wenn's denn geht.

Das ist nicht Arbeit - das ist Freude,
bin ich auch des Wahnsinns Beute,
brauch ich Worte - macht mir Spaß,
jetzt noch vier Zeilen - yes, das war's.

Tag der Arbeit - 1. Mai,
oh, wie schön - ich hab heut frei,
und morgen auch - auf einen Schlag,
Wort für Wort - dank Brückentag.    01.05.2014
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Geschoren

Ein Spaziergang mit Frau Hund,
bei frischer Luft – ist sehr gesund,
und kann dazu – bei uns Daheim,
von Zeit zu Zeit auch lehrreich sein.

Frau Hund – sie wurde grad geschoren,
jetzt im Frühling neu geboren,
sieht hierdurch wirklich aus wie neu,
ein Sommerlook – der letzte Schrei.

Nun traf ich auf dem Weg zum Weiher,
nette Menschen – oh, Mensch Meier,
die meinten nur - jetzt nicht mehr kraus,
säh Luna – ganz verändert aus.

So schlank, so dünn – und auch so schnittig,
total verjüngt – das sei kaum strittig,
einfach schön – rundum erneuert,
für kleines Geld – es war nicht teuer.

Da – endlich – habe ich begriffen,
Klippen kann man schnell umschiffen,
wenn man etwas clever ist,
was nur fehlt – ist etwas List.

Wenn´s beim Hund geht – heut und hier,
warum dann – bitte – nicht bei mir?
Ohne wenn – und auch vielleicht,
werd ich schlank – wenn´s Haarkleid weicht.

Ich geh demnächst – naja, mal schauen,
hin zum Friseur – und im Vertrauen,
lass ich mir einen Mecki scheren.
Ich kann schon Eure Worte hören:

<Schaut ihn an – ist er nicht schön?
So jung, so schlank im Schnitt zu sehn,
total verändert – und adrett.
Schaut ihn an – ist er nicht nett?

Er wirkt im frischen Wind so schnittig,
und dort beim Bauche – ziemlich mittig,
…nein, nein – den sieht man immer noch.>
Es hilft wohl nichts – ich wusst es doch.

Bei Frau Hund war´s nur die Wolle,
doch bei mir – da ist´s die Rolle,
da hilft dir selbst die Glatze nicht,
was bin ich doch – ein armer Wicht.

So einfach wäre es gewesen,
doch bleibt´s am Ende nur bei Thesen,
der Bauch, er bleibt – selbst wenn geschoren,
von den Zehen – zu den Ohren.

Frau Hund ist jetzt das Lob zu Eigen,
bei mir – oh sorry – hilft nur Schweigen.
Oder letztlich die Diät?
Dazu ist es – nie zu spät.    18.04.2014
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Ostern 2014

Die Liebste stellte sachlich fest:
<Ich schmücke Dir ein Oster-Nest.
Und bist Du brav - nur dann macht's Sinn,
sind vielleicht - auch Hasen drin.

Mit einem Glöckchen um den Hals,
ein Band aus Samt - und allenfalls,
in güldenes Papier gehüllt.
Es liegt an Dir - pass auf, es gilt.

Nun liegt - und das seit ehedem,
in jeder Sprache ein Problem.
Zwischen Sender - und Empfang,
kommt es schon mal - fälschlich an.

Die Liebste sprach - konkret und gerade,
von Ostern - und von Schokolade.
Und ich - ich warf die Hoffnung aus...,
…Ihr findet mich - im Krankenhaus.

Station 1a - der Name: Wimmer,
verteilt auf 5 bis 7 Zimmer,
hier die Zähne - dort ein Ohr,
ich komme mir zerschlagen vor.

Ein Auge habe ich verschluckt,
ich habe mich zu spät geduckt,
als Ihr Schwinger mich erwischt.
und mich eisig kalt zerbricht,

Österlich ist jetzt gefärbt,
was ich bei der Geburt geerbt.
Hochgezogen, Schleifchen dran.
Warum sie's macht? - Na, weil sie's kann.

Die Zunge um den Hals gewickelt,
die Finger - Glied für Glied gestückelt,
die Zehen links nach rechts sortiert,
die Kopfhaut nach Beschluss skalpiert.

Den Nabel ins Genick verlegt,
den Kopf um 180 Grad verdreht,
dass ich nach rückwärts schauen kann.
Halben Kram - fängt sie nicht an.

Essen muss ich jetzt nicht mehr,
es fiel mir auch gewaltig schwer,
denn wo das Essen einst verschwand,
fehlt jetzt der Zugang - Schlund genannt.

Nur weil ich heut - und das ist schade,
sie einfach missverstanden habe,
hat sie mir - oh bitte, schweigt,
nunmehr ihre Kraft gezeigt.

Ich wünsche Euch - vielmehr mein Rest,
ein wunderschönes Osterfest,
mit Besinnung, Ruhe, Schlaf,
und mit Liebe - seid schön brav.   17.04.2014
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Leinen los

Die Leinen los - die Freiheit ruft,
sowie der lang vermisste Duft,
der weiten und der großen Welt,
jeder so - wie´s ihm gefällt.

Endlich nicht gegängelt werden,
endlich ohne die Beschwerden,
wenn man macht - was man grad will,
meine Frau - war brav und still.

Den Wind ums Näschen wehen lassen,
dazu den guten Vorsatz fassen:
Irgendwann - geht es nach Haus,
doch heute - büx ich erst mal aus.

Weit, ganz weit - zu fernen Zielen,
man tut doch nichts - man will nur spielen,
die Beine in die Hand genommen,
und endlich einmal - freigeschwommen.

Den Ruf, der dich zurückgeführt,
ganz einfach stoisch ignoriert,
los - und bloß nicht umgesehn,
die Freiheit - einfach viel zu schön.

Frühling ist´s - die Sonne scheint,
das Leben hat es gut gemeint,
und das Band - das grad noch hemmt,
ist ganz plötzlich weit und fremd.

Die Beine in das Flüsschen tauchen,
da die Füß vom Laufen rauchen.
Ist das Wasser auch recht kühl,
wird´s dennoch zum ersehnten Ziel.

Viele fremde Menschen sehen,
unbeirrt die Wege gehen,
immer nur der Nase nach,
halb gewonnen - frisch gewagt.

Sich durchzusetzen - ist gesund,
zumindest Sonntag - für Frau Hund,
als sie sich die Freiheit nimmt,
und der Leine schnell entrinnt.

Stundenlang auf Wanderschaft,
und am Ende aller Kraft,
eingefangen - an die Leine,
Konsequenzen - hat es keine.

Falls Ihr meint - wenn es so scheint,
ich hätte eben mich gemeint,
dann habt Ihr´s einfach falsch gelesen,
niemals nicht - wär´s so gewesen.

Denn ich hätt mich nicht getraut,
die Liebste gerbt mir sonst die Haut,
und den Mut - zur Flucht vom Ich,
wie Frau Hund - den hab ich nicht.  16.04.2014
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Mentales Alter

Ein kleiner Test am frühen Morgen,
vertreibt den Kummer - und die Sorgen,
ein kleiner Klick im Internet,
nimmt sie mir - ...falls ich sie hätt.

12 Fragen geben Antwort mir,
virtuell - nicht auf Papier,
auf die Frage - das macht Sinn,
wie alt ich wohl - im Köpfchen bin.

Äußerlich - schon fast wie hundert,
wobei das ja nicht wirklich wundert,
ist man(n( sportlich so aktiv,
wie der Alte - grau und schief.

Wenn man(n) das weiß - dann schaut man(n) gerne,
ins WWW - so in die Ferne,
macht solch einen kleinen Test,
und stellt sein wahres Alter fest.

Die Fragen - kurz nach frühem Wecken,
genügen wirklich höchsten Zwecken,
ausgetüftelt - und voll Kraft,
dienen sie der Wissenschaft.

Da saßen Philosophen dran,
was ich daran erkennen kann,
dass ich - es fiel mir viel zu schwer,
darauf niemals gekommen wär.

Am Ende gab es das Ergebnis,
mein lieber Mann - welch ein Erlebnis:
31 - in der Birne,
tickt es hinter meiner Stirne.

Das Ergebnis freut mich sehr,
doch eigentlich - und das macht´s schwer,
weiß ich doch - so nehmt es hin,
dass ich - ein schlimmer Kindskopf bin.

Und 31? - Welch ein Hohn,
das klingt ja fast - im ersten Ton,
als müsst ich schon erwachsen sein.
Die Antwort darauf lautet: Nein!

Erwachsen bin ich erst mit hundert,
und falls Euch dieses Statement wundert,
so lest doch meine Reime nur,
morgens früh - vor 7 Uhr.

Unterm Dach - leicht fehlgezündet,
mit fast 60 - nah am Kinde.
Ob sich das ändert? - Fragt Ihr mich?
Verzeiht mir bitte - glaub es nicht.

Soll ich Euch gar etwas sagen?
Ihr müsst stark sein - es vertragen:
Ich hab gar meinen Spaß daran.
Erwachsen werd ich - irgendwann... 15.04.2014
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Nicht schlecht

Wie schön, dass ich mich dann und wann,
schnell, ad hoc verkrümeln kann,
in eine Story - eine Welt,
die funktioniert - wie´s MIR gefällt.

Ich halte kurz den Atem still,
tauche ein - sobald ich´s will,
und bin ganz plötzlich - frei wie nie,
in meinem Reich - der Phantasie.

Dort gibt es weder Arg noch Pflicht,
denn wer bestimmt - bin letztlich Ich.
Gestalten, die mich nerven, schieben,
werden einfach - weggeschrieben.

Wer sich nett und lieb erweist,
in meiner Welt - ja, dessen Preis,
ist es - bis zum Schluss zu bleiben,
es liegt an mir - das Wort zu schreiben.

Nicht dass Ihr denkt - es könnt ja sein,
ich leb im Wolkenkuckucksheim,
und vergesse - soll´s ja geben,
dabei - das ganz reale Leben.

Nein, nein - macht Euch mal keine Sorgen,
an jedem neuen Tag und Morgen,
kenn ich - ohne Unterlass,
den Unterschied - ob Pflicht, ob Spaß.

Doch hin und wieder - ist´s nicht schlecht,
rückt man sich seinen Kopf zurecht,
und leert damit - für den Moment,
alles, was so bremst und hemmt.

Atmet einfach frei mal durch,
ohne Sorgen - ohne Furcht,
und freut sich endlich - wenn´s gefällt,
was man mit Worten angestellt.

Ich hab da etwas losgetreten,
was mich erfüllt - da hilft nur Beten,
dass mir - na, weil mir was dran liegt,
nie die Phantasie versiegt.

Nicht, dass ich eines Tags erwache,
mich für den Tag grad fertig mache,
und dann erkenne - das wär schwer,
mein Kopf ist plötzlich - restlos leer.

Verstaubt und ganz verwaist die Kammer,
das wär ja furchtbar - welch ein Jammer.
Vielleicht könnt es drum ratsam sein,
ich stell das Schreiben - kurz mal ein.

Um mit den Worten hauszuhalten,
das Potenzial geschickt verwalten,
so bleibt was für die Zukunft da.
Bin dann mal weg - bis nächstes Jahr.  09.04.2014
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Moos

Ohne Moos nichts los - bekanntlich,
dieser Spruch, er stimmt - ist amtlich,
doch dennoch hat die Liebste heut,
wie wild entsorgt - und nichts bereut.

Sie sah sich´s nicht mehr länger an,
sprach zu mir - <Mein lieber Mann,
es mag ja sein - wie es auch will,
doch zu viel Moos - muss auf den Müll.

Heut Abend gibt´s nicht Streit, nicht Zank,
kommst Du nach Hause - sind wir blank.
Auch wenn es mir viel Arbeit macht,
schaff ich das - wär doch gelacht.

Ich nehme einen großen Sack,
und da wird hineingepackt,
alles, was hier überflüssig,
ich bin der Lage - überdrüssig.

Wo kämen wir denn bitte hin?
Wo läg denn bitte all der Sinn?
Was mich stört - nun, das muss weg.
Ich lege los - ich hab´s gecheckt.

Ein Tag viel Arbeit - maybe zwei,
elend fiese Schinderei,
dann strahlt der Hof - in feinstem Glanz.
Glaub mir nur - Dein Weib, sie kann´s.>

Ich schaute leicht verständnislos,
die Verwirrung - sie war groß,
dann merkte ich - verspätet zwar,
was ihr Antrieb heute war.

Sie sprach vom Grünspan auf den Steinen,
von Halmen, Wurzeln - die dort keimen,
von Unkraut - nach des Winters Zeit.
Frühling wird´s - es ist soweit.

Es wird warm - das ist die Wende,
und vielleicht am Wochenende,
gibt´s das erste Frühstück schon,
im feinen Hof - ein stolzer Lohn.

Meine Frau ist wirklich fleißig,
das Lob ich mir - oh ja, das weiß ich.
Und ich überlege jetzt,
wie mach ich ihr das gut - zuletzt.

Ein leckeres Eis? - Vielleicht wär´s prima.
Das passt wohl bestens - jetzt zum Klima.
Mal schauen - was sie mir gleich sagt.
Halb gewonnen - wenn man fragt.

Der Hof - er wird bald sauber strahlen,
und ich beginn, mir auszumalen,
wie schön es wird - das frühe Jahr,
ohne Moos viel los - na klar.     01.04.2014
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Attention

Ich überlegte heut - Attention.
Häng dich nicht an fremde Menschen,
von Urlaubsreisen - oder Net,
nicht aus Mails - und nicht vom Chat.

Du bist in einem Alter - schließlich,
da wirst du seltsam und verdrießlich,
das merken dann die anderen schon,
bei jedem Treffen - Ton um Ton.

Du weißt genau - du bist ein Fisch,
Menschenkenntnis hast du - nicht,
fällt's auf schöne Worte rein,
alles Schall und Rauch - allein.

Kannst all die Namen - nicht verwalten,
nicht mehr auseinanderhalten,
drum lass es gleich vom Anfang bleiben,
reime - ihnen abzuschreiben:

<Meine Lieben - Süd, Nord, Mitte,
und in Ost - versteht mich bitte,
Ihr werdet ab sofort gelöscht,
auch wenn ich's nicht wirklich möcht.

Doch habe ich - da es mir passt,
gerade den Entschluss gefasst,
ich machte grad manch Postfach kleiner,
schob Euch eben - in den Eimer.

Die Liebste meinte - das sei richtig,
reale Menschen - sind nur wichtig.
Sie nickte mir - das bringt mir Ruh,
ad hoc - und lieblich lächelnd zu.

Da fiel mir ein - welch wilder Fluch,
wir haben Reisen schon gebucht,
mit solchen Menschen - oh, mein Gott.
Die Liebste sprach: <So wirf sie fott.>

Gott sei Dank - die Rettung naht,
sie weiß immer passend Rat:
Die Reisen - die verkauft man schnell,
über ebay - fuck, the hell.

Ganz beruhigt lehn ich zurück,
strahle leuchtend - voller Glück,
habe jetzt ne Menge Zeit,
Ihr seid fort - tut's mir auch leid.

Kein Besuch mehr - keine Treffen,
kein Geburtstag zum Vergessen,
ach ja - was ich noch sagen will,
ist dieses hier - April, April.

Bin ich bekloppt - Euch wegzuschmeißen?
Ich werde mich - beim Riemen reißen,
und habe ich Euch jetzt erschreckt,
grinse ich - weil es mir schmeckt.>  01.04.2014
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Vom Dorf

Vom Dorfe in die ferne Stadt,
und jetzt am Abend - müde, platt,
der Tag - er war ereignisreich,
mein Kopf ist leer - die Knie sind weich.

Die Liebste hat mir freigegeben,
sie sagt - dann hätt sie was vom Leben,
denn sei ich ihr - ganz weit und fern,
diese Phase - hätt sie gern.

Ich fuhr nach München - wer mich kennt,
weiß, allein fühl ich mich fremd,
drum nahm ich mir im ersten Schritt,
meine beiden Ösis mit.

Entschuldigung - hab nicht gewusst,
dass ich sie betreuen muss,
anstatt gut situiert zu sein,
hab ich nun - nen Klotz am Bein.

Sie sind 50 - sie sind Städter,
ich bin fast 60 - und bin fetter,
bin vom Dorf - kein weiser Mann,
warum nur tat ich mir - das an?

Ich weiß nichts von der rauen Welt,
nichts von Anstand, Gut und Geld,
und doch hab ich die beiden jetzt,
in Obhut - oh, falsch eingeschätzt.

Hab - was niemand nicht bestreitet,
sie zum Fußballmatch begleitet,
zu Münchens Haxnbauer auch,
zum Beweis - seht meinen Bauch.

Hab ein helles Bier getrunken,
eine Maß - bin tief gesunken,
statt Schorle aus des Apfels Saft,
Alkohol - er nimmt mir Kraft.

Nun sind wir gegen 8 schon müde,
Altersschwäche - und ich schiebe,
meinen alten Körper schnell,
in mein Bettchen - ins Hotel.

Ich wollte meine Angst besiegen,
sagte mir, es könnt dran liegen,
dass ich die halbe Nacht gereist,
mit dem Wagen - tja, dann sei's.

So wird mir klar - bin für die Welt,
die weit und groß - schlecht aufgestellt.
Nicht München, Hamburg - nicht Madrid,
auch nach New York, nehmt mich nicht mit.

Ich bin vom Dorf - ich bleibe dort,
an meinem angestammten Ort,
und überlege vor dem Ruhn:
Was kann ich gegen Altern tun?   30.03.2014
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Mast

Meine Liebste will mich mästen,
schlachten auch noch - und am besten,
so lang mein Fleisch geschmacklich noch,
nicht ganz ranzig - sag es doch.

Kauft Eclairs mir - glatt 2 Tüten,
auf dass nun meine Säfte wüten,
bei der Verdauung - ja, pardon,
von Kamellche - und Bonbon.

Karamell und Schokolade,
ich widerstand - na ja, mal grade,
doch griff dann zu - kurz, im Moment,
Finger fort - bei dem, der's kennt.

Manchmal bin ich schon recht süchtig,
wenn ich's bin - na dann auch richtig,
irgendwas in mir ist drin,
dass mich macht - wie ich halt bin.

Ohne Kraft, sich durchzubeißen,
ohne dies Am-Riemen-reißen,
das es braucht - es wäre Pflicht,
ist man so - nun ja, wie ich.

Karamell verklumpt den Magen,
ich kann es noch so häufig sagen,
doch sagt mein Hirn mir - ganz egal.
Oh, mein Gott - das ist fatal.

Habt Ihr sie schon mal gegessen?
Ich kann mich völlig selbst vergessen,
wenn die Schokolade quillt,
aus dem Innern - werd ich wild.

Ein leichter Biss - nach langem Lutschen,
ich spüre jede Hoffnung rutschen,
es könnte für mich leichter werden,
auf der Reise - hier auf Erden.

Nun hab ich meine Frau gebeten,
nichts mehr zu kaufen - denn vertreten,
kann ich die Sucht schon lang nicht mehr.
Die Bonbons weg - und ich zu schwer.

Ich schaue bangend in den Spiegel,
dahin die einst vertrauten Züge,
zu viel Fleisch - und zu viel Masse,
wie ich doch meine Schwäche hasse.

Für schlecht befunden - und getestet,
von meiner Frau - bewusst gemästet,
im Hinblick auf die Grillsaison,
von mir gibt's dann - ein Steak davon.

Bauchspeck und geschmorte Rippchen,
Fett gewürfelt - feine Stückchen.
Ich bin letztlich nur ein Mann,
der sich nicht - beherrschen kann.  24.03.2014
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Brombeeren

Hinter meinem breiten Rücken,
ging die Liebste Brombeeren "pflücken",
nicht am Bahndamm - nicht am Strauch,
nein, bei REWE - geht das auch.

Kam nach Hause - sprach zu mir:
<Diese kleine Schachtel hier,
habe ich Dir mitgebracht,
weil ein liebend Weib das macht.

Schau sie an - so saftig, dunkel,
doch ich hört im Laden munkeln,
eigentlich - so kommt's mir vor,
gehören sie - in den Tresor.

Teuer - wie des Himmels Sterne,
doch mein Brombär - isst sie gerne,
und weil es dir halt gut gefällt,
opferte ich Gut und Geld.

Habe unser Haus versetzt,
für den Moment - fürs Hier und Jetzt,
habe - oh, ich muss Dich lieben,
beim Notar schnell unterschrieben.

Damit das bei den Preisen geht.
nahm ich uns die Hypothek,
doch gibt es noch was - keine Frage,
das gilt es Dir - noch grad zu sagen.

Dein Taschengeld - es ist gestrichen,
und sollte ich Dich je erwischen,
beim Kauf von Dingen - die's nicht braucht,
mein Liebster - stehst Du auf dem Schlauch.

Was ich sage - ist kein Spaß,
bist Du nicht artig - setzt es was.
Nun nimm die Schachtel - teil's Dir ein,
wahrscheinlich wird's die letzte sein.>

Ich nahm sie mir - 12 Stück darinnen,
konnt dem Soge nicht entrinnen,
fing langsam an - dann fiel's schon schwer,
1, 2, 3 - die Box war leer.

Sah angstvoll zu der Liebsten hin:
Hat sie's gesehen? - So wie ich bin?
Die Schachtel leer - der Bauch schon voll,
ich tat erneut nicht - was ich soll.

Auf ihre Frage - ob's mir schmeckt,
drehte ich mich ängstlich weg,
hielt die Hand - dass sie nichts sieht,
schützend drauf - mein Haupt, es glüht.

Doch weiß ich nun - spontan, aufs Neue,
ich bin ihr lieb - und wirklich teuer,
das viele Geld - für den Genuss,
sie hat getan - was sie nicht muss.  23.03.2014
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Dorothy

Dorothy - so hoch geflogen,
weithin übern Regenbogen,
in ein fremdes Land sogar,
doch egal - das Fazit war...

...machst Du auch vom Alltag Pause,
am schönsten ist es stets Zuhause,
wo du dich geborgen fühlst,
dein Haltepunkt, dein Fix, dein Ziel.

Hier triffst du sie auch alle an,
den Löwen ohne Mut - und dann,
den Blechmann - ohne eigenes Herz,
den Strohmann - ohne Hirn - kein Scherz.

Manchmal bis du der - dann jener,
niemand nimmt´s dir krumm - denn schöner,
als Zuhaus - ist´s nirgendwo,
glaubt es mir - es ist halt so.

Zuhause - kannst dich treiben lassen,
dummes Zeug - verzapft in Massen,
und so manches Wortgespinst,
dass du selber glaubst - du spinnst.

Ne weise Frau hat heut geschrieben,
und sie hat Recht - nicht übertrieben,
Zuhause - ist dein Paradies,
wo du nicht - den Bauch einziehst.

Wo du sein kannst - wie du bist,
manchmal Held - und manchmal Mist,
manchmal lachend - gerade Schiene,
dann mit Leidensbittermiene.

Manchmal still für dich im Winkel,
in Gedanken - ohne Dünkel,
manchmal mitten im Gewühl,
mal mit - dann auch mal ohne Ziel.

Plötzlich wie ein Löwe - mutig,
mal rammst du dir die Nase blutig,
dann zeigst du wieder - frei und frech:
Ein Herz hat auch der Mann aus Blech.

Der Strohmann hat ganz plötzlich Hirn,
schaut nur hinter seine Stirn.
Das Äußere - das zählt halt nicht,
wichtig ist - im Kopf noch frisch.

"Ich han nen Deckel" - sehr gelungen,
haben es die "Fööss" besungen.
Durch meine Liebste - kurz entfacht,
hab ich jetzt diesen Reim erdacht.

Wenn er Mist ist - bin ich sorry,
seid nicht böse - please, don´t worry,
beim nächsten - später, irgendwann,
strenge ich mich - wieder an.     20.03.2014
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Wer führt wen

Im ganzen Ort – nicht nur Zuhaus,
lacht man mich schon ständig aus,
weiß man doch – oh jeh, oh jeh,
dass ich unterm Schlappen steh.

Ich bin ein Held – doch in Pantoffeln,
im Keller zwischen Kraut, Kartoffeln,
mag ich zwar die Richtung geben,
aber nicht – im wahren Leben.

Nun ging ich eben meine Runde,
mit der Liebsten – und Frau Hunde,
die letztere – die Wahre, Eine,
am Handgelenk – per langer Leine.

Frau General – Frau Feldmarschall,
ging neben mir – ein klarer Fall,
damit ich nicht – sie achtet drauf,
spontan mal aus dem Ruder lauf.

Da traf ich kurz vor dem Zuhause,
die Gisela – und machte Pause,
sprach mit ihr – so nebenbei,
paar nette Worte – 1, 2, 3.

Sie meinte kurz – wollt sie mich foppen (?),
meinen Schmerz vermutlich toppen (?),
ob ich wohl – jetzt grad und hier,
die Mädels zum Spaziergang führ.

Ich schaute auf mein Handgelenkt,
auf die Leine – sprach: <Geschenkt!
Wer hier wen führt – ist doch klar.
Gut erkennbar – oh, fürwahr.

Es mag so aussehen – ich tu´s kund,
als führe ich die Frau – und Hund.
Doch ist es völlig umgekehrt.
Daran erkennt man – meinen Wert.

Frau Hund führt MICH – zu später Stunde,
nimmt mich mit zu ihrer Runde,
und die Liebste kontrolliert,
dass Frau Hund – auch nichts passiert.>

Kaum gesagt – bestätigt sie´s.
Mein Leben ist kein Paradies,
mag es Euch – auch so erscheinen,
ich bin nur mit mir selbst im Reinen.

Doch nicht mit jener – schlicht gesagt,
der ich dereinst mein Ja-Wort gab,
hätte ich das doch geahnt…
Niemand hat mich je gewarnt.

Du siehst es – liebe Gisela,
jedes Wort von mir – ist wahr.
Frau Hund hat mich grad abgeleint.
Nichts ist so – wie es Dir scheint.   18.03.2014
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Frühsport

Nun bin ich doch noch angekommen,
nun ja, ich hatte angenommen,
dass ich auf Dauer - fing gut an,
entspannt - viel länger schlafen kann.

Die innere Uhr war arg verdreht,
Nacht war früh - und Morgen spät,
doch schlief ich ständig wie ein Stein,
so herrlich kann ein Ausflug sein.

Ich hab - oh bitte, glaubt es mir,
geschlafen wie ein Murmeltier,
bis morgens 7 - fast bis 8,
niemals hätt ich das gedacht.

Drum stellte ich mir jetzt schon vor,
dass ich diesen Punkt verlor,
an dem man früh - das alte Lied,
schon das Licht des Tages sieht.

Ich hab die Heizung vorgestellt,
die Brötchen - weil es mir gefällt,
erst ganz lang nach 8 geholt,
endlich mal - exakt gepolt.

Nun schau ich heute auf den Wecker,
nehm die Brille - bin ein Checker,
und traue meinen Augen nicht:
Kurz nach 4 - bin nicht ganz dicht.

Hab mich hin und her gedreht,
hab gedacht - dass da was geht,
doch war ich leider - Weh und Acht,
gegen 5 - noch immer wach.

Seufzend nahm ich mir Frau Hund,
früh Bewegen ist gesund,
ich mit Ihr - so müde Beine,
im dunklen Feld - und ganz alleine.

Sie treibt nun wieder tief im Schlummer,
und ich schreib hier - in Frust und Kummer,
die Tasse Kaffee - duftet, dampft,
so früh erwachen - ist ein Krampf.

Alles ist so still - am Morgen,
ich fühl mich ruhig - und auch geborgen,
ich folge den Gedanken stetig.
Und Euch verschonen - nein, das geht nicht.

Auch Ihr sollt - nur jetzt nicht verzagen,
was von meinem "Frühsport" haben,
wenn's auch statt Muskelkontraktion,
Synapsen sind - was macht das schon.

Auch diese gilt es - zu trainieren,
denn - mein Gott - was könnt passieren...
Der Körper wach - doch komatös,
dort oben, Leute - das wär bös.  15.03.2014
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Uli Hoeneß

Es war einmal ein Uli Hoeneß,
der hatte ein besonders schönes,
Millionenpolster in der Schweiz,
und geil ist schließlich - nur der Geiz.

Wer würde sich wohl schon beschweren,
könnte man das Geld vermehren,
aus gestern - grad mal schlappe 3,
heut fast dreißig - Hexerei.

Doch da es Hexerei nicht gibt,
und so wohl nur ein Wunder blieb,
steht er aktuell - vorm Richter.
Und ich - bin nur ein öder Dichter.

Reim mir meine Welt grad froh,
in der Hoffnung - irgendwo,
auf Frieden und Gerechtigkeit,
alles hat halt - seine Zeit.

Wird's gesiebte Luft wohl geben?
Abwarten! - Man wird's erleben.
Auch Herr Hoeneß ist gespannt,
wartet stille - wie bekannt.

Muss er diesen Akt wohl sühnen?
Oder sitzt er auf Tribünen,
bei den Bayern - voll im Saft,
feiert dort die Meisterschaft?

Herr Präsident - de Woosch, de Woosch,
da muss der junge Mann jetzt durch,
und ob er Präsident noch ist,
nach dem Urteil... - ungewiss.

Der Fiskus wird sich sicher freuen,
spült es doch nen Batzen - neuen,
Gelds in viele, viele Kassen,
das gefällt - und zwar in Massen.

Wie hat Herr Hoeneß einst gesprochen?
Ich hör's wie heute - ungebrochen:
<Kriminalität - geschworen,
hat im Fußball - nichts verloren.>

Damals über Christoph Daum,
heute, Uli - aus der Traum.
Auch wenn der Spruch letztendlich stimmt,
ist er heute - für den Wind.

Da bin ich lieber - aus der Pflicht,
irgendwo ein kleines Licht,
das in der Nacht - so dann und wann,
noch ruhig und friedlich schlafen kann.

Ich bin aufs Urteil sehr gespannt,
wie fast jeder - durch das Land.
Es war ja nicht den Peanuts ähnlich,
sorry, Uli - das war ...         12.03.2014
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Coming Out

Ich bin wie Ihr – nicht grad erbaut,
doch drängt es mich – zum Coming Out,
der Schritt, er muss nun endlich sein.
das Herz schlägt in der Brust wie Stein.

Manche Dinge – Ihr könnt´s ahnen,
kann man nicht so einfach planen,
sie kommen plötzlich über Dich,
und dann – dann zählt nur noch die Pflicht.

Die Liebste rät – nicht übertreiben,
und vor allem – ehrlich bleiben,
die Konsequenzen zwar bedenken,
doch ihnen wenig Achtung schenken.

Liegt´s am Frühling? – Keine Ahnung.
Ich hatte es nicht auf der Planung,
doch könnt es an der Sonne liegen.
Wie auch immer – muss mich fügen.

Die Finger tippen – schwer wie Blei,
übers Pad – ich bin dabei,
zu schreiben, was mich grad berührt,
und weiß schon jetzt – wohin das führt.

Man wird auf mich mit Fingern zeigen,
Türen schließen – eisig schweigen,
man wird ganz stumm die Köpfe schütteln,
daran gibt es nichts zu rütteln.

Ich höre schon im Geist die Worte,
von der Art und von der Sorte,
die ich jetzt – so seid nicht böse,
hier mit meinem Outing löse.

Doch genug der Vorbereitung,
ich stehe auf der langen Leitung,
nicht sicher, wie ich´s schreiben soll,
hab keine Ahnung – ach, wie toll.

Das ist ganz furchtbar – ja, ich weiß,
doch hab ich Appetit auf Eis…
Oh, mein Gott – nun ist es raus,
Ihr seid geschockt – so sieht das aus.

Denn statt Beherrschung und Diät,
lechze ich nun jetzt – schon spät,
nach einem leckeren Cucco-Becher.
Die Waage… - morgen früh mein Rächer.

Ich träume schon – oh Junge, Junge,
von kühlem Eis auf meiner Zunge,
von Walnuss – und auch von Likör,
das Leben ist ein Graus – ich schwör.

Doch ist der Anreiz erst mal da,
geht er nimmer – leider wahr.
Wie schön wär es – und nicht verkehrt,
wenn jetzt der Sohn – eins holen fährt.  11.03.2014
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Gleich

Gleich und gleich gesellt sich gerne,
zu widersprechen läg mir ferne,
und daher denk ich - ohne Sinn:
Wie gut, dass ich behämmert bin.

Finde immer neue Menschen,
mit lockeren Schrauben, schiefen Pfännchen,
mit einem Schaden unterm Dach,
manche mehr - und manche sacht.

Bekloppt zu sein - ist keine Schande,
ich komme so ganz gut zurande,
weil auch die Liebste nicht vergisst:
Normal zu sein - ist großer Mist.

Im Schrank hab ich nicht alle Tassen,
ein schräger Fall - für alle Kassen,
da hilft auch kein geweihtes Wasser,
macht nicht normal - dafür nur nasser.

Ich habe alle Schrauben locker,
ist es auch für Euch ein Schocker,
ich sag Euch trotzdem - nur nicht lachen:
Mit mir ist selten Staat zu machen.

Ich hab nicht alle auf der Reihe,
bin bekloppt - bis dass ich schreie.
Doch hab ich sie - für den, der fragt,
brauch ich sie nicht der Reihe nach.

Hab einen Sprung in meiner Schüssel.
(sorry, reime nicht auf Rüssel,
weil Ihr sonst ganz schnell - geschenkt,
in die falsche Richtung denkt).

Ich habe einen Mann im Öhrchen,
auch ohne Wodka und Likörchen,
doch wisst Ihr - was am Schlimmsten scheint?
És ist nicht schlimm - nicht dass Ihr's meint.

Denn scheinbar - und auch ungelogen,
wird's Gegenüber angezogen,
ist nicht alles ganz perfekt,
das habe ich - spontan entdeckt.

Wie kann's sonst sein - ich frage leise:
Man möchte mit uns Essen, Reisen.
Man möchte uns - gern um sich haben,
warum, warum - das ist die Frage.

Wir haben einen großen Vogel,
sind falsch geschmirgelt - von dem Hobel,
der die Menschen ähnlich schleift,
irgendwie - sind wir nicht reif.

Am Ende bleibt nur das allein:
Wir möchten gar nicht anders sein.
Auch wenn's bedeutet - sorry, sorry:
Wir sind arg jeck - oh please, don't worry.   09.03.2014
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Zäpfchen

Ne ganze Woche Röggeping,
im Urlaub und bei Sunnesching,
datt iss watt - watt ich jarnit bruch,
ich hab gezetert - und geflucht.

Jedes Setzen ward zur Qual,
was ich tat - es war egal,
am Morgen - nach verschlafener Nacht,
wieder da - hab's mir gedacht.

Der lange Flug - macht es nicht besser,
noch immer ist's - als sei ein Messer,
hinten in das Grat geschoben.
Ich bin ein Held - Ihr dürft mich loben.

Nun schickte meine Liebste mich,
hin zum Doktor - das sei Pflicht,
dort habe ich - dann spät am Tag,
am Samstag kurz mein Leid geklagt.

Meiner Frau zu widersprechen...?
Sie würde mir die Gräten brechen.
Dann... - vielleicht wär es nicht dumm,
wüsste ich den Grund - warum!

So habe ich - kurz nachgedacht,
mich ängstlich auf den Weg gemacht,
nicht Angst vorm Doktor - ganz genau,
es war nur Angst - vor meiner Frau.

Frau Doktor sprach - dass sie nichts findet,
es sei halt nur - ein Nerv entzündet.
Dann verschrieb sie mir Tabletten,
um mich - vor meinem Chef zu retten.

Ein gelber Schein? - Um Gottes Willen!
Ich werde heut, am Sonntag chillen,
und das Zeug nach Vorschrift schlucken,
ohne Aufstand - ohne Mucken.

Ich hab die Packung aufgemacht,
dumm geschaut - bei mir gedacht,
ob die Tabletten - Zäpfchen sind,
die man... - aus anderer Richtung nimmt.

Groß - und fast Torpedo gleich,
ich las genau - die Knie war'n weich,
und erkannte - ganz bestimmt,
dass man das Zeug - von oben nimmt.

Ne halbe Stunde ist's schon drinnen,
verrichtet seinen Dienst - dort innen,
es tut - was ne Tablette tut,
es wird schon klappen - ich hab Mut.

Werde mich ganz brav verhalten,
gehöre halt - tja, zu den Alten,
mit den ersten Zipperlein.
Ready, steady - Altersheim.    23.02.2014
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Valentin

Ich könnte jetzt ganz schwülstig schreiben,
vom Lieben, Mögen übertreiben,
Worte aus den Fingern saugen,
viele Worte - kaum zu glauben.

Ich hab mich gerade was getraut,
und jetzt grad mal nachgeschaut,
wer - und das ist mir nun klar,
Herr Valentin - denn wirklich war.

Ein Märtyrer - schon ewig her,
wir schenken ihm nun heut - nicht schwer,
im Februar - nicht nur aus Pflicht,
den schönen Tag vom Du und ich.

Vielleicht ja gar ein bisschen schenken,
weit wichtiger ist, dran zu denken...,
dass der Tag zur heut'gen Frist,
einer nur - von vielen ist.

Heute Blumen - morgen Zoff,
leider häufig - leider oft,
da hilft auch nicht - in jedem Jahr,
der vierzehnte - im Februar.

Menschen sagen - Tag für Tag,
dass man sie lieb hat - oder mag,
das klappt im Juni - auch im März,
versucht es nur - ist gut fürs Herz.

Auch im September - im Oktober,
klappt das herrlich - richtig, oder?
Im November - im April,
wenn man's nur versucht - und will.

Im Dezember - welch ein Traum,
geht's gar unterm grünen Baum,
im August - im Januar,
auch bei Kälte - offenbar.

So versuch ich's jetzt per Reim,
viele Worte - sie sind mein,
und bevor der Ablauf stopft,
müssen sie - aus meinem Kopf.

Ich sage gerne - gerne jedem,
es gibt nicht viel drumrum zu reden,
der's verdient - dass ich ihn mag,
und auch SIE - bevor Ihr fragt.

Ich mag Menschen wirklich sehr,
und fällt das mal im Einzeln schwer,
dann gibt's halt diesen Reim nun nicht,
ist ja schließlich - keine Pflicht.

Doch die Liebste - pssst, seid leise,
bekommt von mir - jetzt vor der Reise,
ein klein Geschenk - spricht Valentin.
Wieso? - Nun ja, sie hat's verdient.  13.02.2014
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Kleinigkeiten

Heute - wie zu allen Zeiten,
sind es grad die Kleinigkeiten,
die nicht vergehen wie der Wind,
weil sie was Besonderes sind.

Zur rechten Zeit - ein nettes Wort,
nimmt dich mit - und trägt dich fort,
so ging es mir - nun habt gut Acht,
heute oft - hat Spaß gebracht.

Alles kam am Tag heut an,
ich bin begeistert - Mann oh Mann,
dazu dann noch der Sonnenschein,
das Leben kann so herrlich sein.

Die Liebste, die mir Daumen drückt,
öffentlich - das ist schon Glück.
Freunde, die mir kurz mal schreiben,
sie mögen - was ich schreibe - leiden.

Nette Worte - von dem Mann,
auf dem Platz gleich nebenan,
der neben mir das Steuer hält,
das ist herrlich - das gefällt.

Ich fühl mich heut, als könnt ich fliegen,
liebe Worte, sie genügen,
um Dich plötzlich leicht zu machen,
was bleibt sind Freude pur - und Lachen.

Hier die Mail - die herrlich war,
dort die Nachricht, Kommentar,
die Worte trage ich - kein Scherz,
lange Zeit in meinem Herz.

Ich werde keine Namen nennen,
doch wird sich jede(r) jetzt erkennen,
die/der mich verführte - so darf's sein,
heute nun - zu diesem Reim.

Ich möchte hiermit Danke sagen,
ich bin glücklich - ohne Fragen,
dass es diese Menschen gibt,
solch Momente - die man liebt.

Nette Worte - selbst in Kürze,
verleihen meinem Leben Würze,
nette Menschen - hier und dort,
nahmen mich heut mit sich fort.

Bin jetzt durch - in kurzer Frist,
sorry, dass Ihr's lesen müsst,
dass ich Euch - oh, welche Bürde,
am liebsten jetzt - umarmen würde.

Ich wünsche Euch - der Reim macht froh,
und es geht Euch ebenso,
heut wie mir - Ihr seid bereit,
für ein Lächeln - Kleinigkeit.  12.02.2014
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Kölner Regen

Die Liebste war es scheinbar satt,
schickt mich in die große Stadt,
in die schöne Stadt am Rhein.
Und schließt das Tor - ich war allein.

Meine Lage war beschissen.
Sie hat mich einfach rausgeschmissen,
meinte - sei ich unterwegs,
geh ich ihr - nicht auf den Keks.

Ich habe ein Hotel bezogen,
mit Blick zum Dom - ja, ungelogen,
war der Ausblick wunderschön,
herrlich war's - hinauszusehn.

Die schönste Kirche auf der Welt,
einfach so dorthin gestellt,
auf dass ich mich erfreuen kann,
an dem Anblick - dann und wann.

Angeleuchtet in der Nacht,
mein Herz, das bei dem Anblick lacht.
Könnt stundenlang am Fenster bleiben,
um von dem Gefühl zu schreiben.

Das ist was anderes - alle Fälle,
als die Verbannung in den Keller.
Ob auch der Dom - in unserer Stadt,
einen solchen Keller hat?

Jahrhunderte daran gebaut,
ich spüre eine Gänsehaut.
Ich habe Spaß an dem Ergebnis,
unser Dom - ist ein Erlebnis.

Bevor Ihr Euch vergebens grämt,
ich gebe zu - und zwar verschämt:
Ich war - in aller Kürze Pflicht,
vergangene Nacht - im Gürzenich.

Um mich dort - mit den Kollegen,
im Takte der Musik zu wegen,
und manche schöne Büttenrede,
war perfekt - das schafft nicht jede.

Zu dieser Sitzung eingeladen,
Peter, Danke - heut am Tage.
Geschunkelt - und auch viel gelacht.
ich bin müde - lang die Nacht.

Als ich den Weg zum Schlafe nahm,
hab ich mir das angetan,
blieb im Kölner Regen stehn,
um auf "meine" Stadt zu sehn.

Groß St. Martin - und der Dom,
der Rhein, die Altstadt - Ton für Ton,
ein Blick - dass mir das Herz aufgeht,
ich weiß nicht - ob Ihr das versteht...  07.02.2014
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Quälen

Ich habe lange nachgedacht,
und nunmehr einen Sturm entfacht:
Wer Wind sät – heut per Mail und stumm,
der frage besser nicht warum.

Ich musste auf die Insel reisen,
um Chris de Burgh am Strand zu preisen,
und zu erkennen – nebenbei:
Auch „Fohlen“ sind sehr nett – mir neu.

Erst habe ich – das sei erwähnt,
jede Nähe abgelehnt,
weil mir seit frühester Jugend klar:
„Fohlen“ sind sehr sonderbar.

Nicht wert – dass man sich, ja das stimmt,
sich ihr Gespräch zu Herzen nimmt,
doch hab ich mir – als Geiß – gesagt:
<Gib Ihnen Chance> - kurz abgehakt.

Dass eine Freundschaft draus entstand,
geboren an dem fernen Strand,
dass hätt ich vorher nie gedacht.
Vielleicht hat das – der Chris gemacht.

Seitdem drück ich gar „Fohlen“ Daumen,
ist wirklich wahr – Ihr werdet staunen.
Zumindest war´s bis heut der Fall,
nun ist´s beendet – Rauch und Schall.

Herr „Fohlen“ – der ist weit und breit,
der Fachmann für die Sicherheit,
der – und das ist nun gewiss,
ein „Stänkerer von Weltruf“ ist.

Schickt mir Mails – mit Unterschrift,
in Grün und Schwarz – welch bitteres Gift,
und plötzlich – statt nur Freundschaft schenken,
muss ich das alles überdenken.

Ist nur das eine „Fohlen“ so?
Oder sind sie – irgendwo,
in ihrer schwarzen Seele gleich?
War ich denn wohl – zu früh zu weich?

Er will „Krieg“ – Kollege Schneider,
das ist schlimm – ich sage leider.
Weil – und das ist schließlich Mist,
im Grunde er – sympathisch ist.

Oh Bock – dies Wort, gleicht einem Schwinger,
es floss nur zäh aus meinem Finger,
vielleicht geb ich – zwecks der Balance,
dem guten Mann – noch eine Chance.

Ich werde diesen Reim nun senden,
und sollte „Fohlens“ Freundschaft enden,
so tät es mir entsetzlich leid,
doch alles hat halt – seine Zeit.   04.02.2014
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Duden

Manche leicht verdrehte Buben,
haben tief im Haupt den Duden.
Nun frag ich mich - Wie kann das sein?
Wie kam der Schinken - dort hinein?

Ich trete vor den Spiegel - und,
betrachte mich - schau in den Mund,
doch finde ich die Öffnung nicht,
nicht einmal bei hellem Licht.

Ich kann mich wirklich nicht besinnen,
an einen Eingang - dort nach innen,
und selbst bei weit weit offenem Mund,
tu ich die Verwirrung kund.

Hab auch die Seiten nicht zerkaut,
das hätt ich niemals mich getraut,
denn das wär mir nicht bekommen,
hätt den anderen Weg genommen.

Doch bitte woher - sagt's mir bitte,
stammt dann meine kesse Lippe,
und die Worte - kaum gescheiter,
mit denen ich - den Schatz erweitere?

Man spricht mir offen ins Gesicht,
manche Worte gäb es nicht,
wer hörte bitte, dass es gibt,
beispielsweise - Mampfottit?

Ich könnt noch 1.000 andere schreiben,
doch beschloss ich: Sachlich bleiben!
Ihr haltet mich - ja nicht nur bald,
jetzt bereits für durchgeknallt.

Wäre ich nicht durcheinander,
ganz normal - wie jeder andere,
ach, wie wär das Leben toll,
geradeaus - sprich: wundervoll.

Ich könnte weise Worte reden,
mich nicht als Verrückten geben,
könnte ein Normalo sein,
ja, dann wär mein Leben fein.

Nun weiß ich zwar noch immer nicht,
woher - ich bin ein armer Wicht,
all die vielen Lettern stammen,
dort oben laufen sie zusammen.

Doch wenn's mal einen Kurzschluss gibt,
und später die Erkenntnis blieb,
dass mein Geist umnachtet war,
dann gibt's Reime - ist schon klar.

Heut ist scheinbar solch ein Tag,
egal ob ich das will - das mag,
ich muss da - leider - immer durch,
mache mir schon selber Furcht.    29.01.2014
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Dampf

Wenn der Kessel überkocht,
hier und da - vielleicht auch dort,
garantiere ich für nichts,
voll in Fahrt - schiebt das Gewicht.

Wie soll es bitte nur gelingen,
Dummen etwas beizubringen?
Setzte ich zu viel voraus?
Scheint wohl so - es sieht so aus.

Wie gut, dass ich so dann und wann,
wieder etwas schreiben kann,
wenn es auch kaum jemand liest,
ist's für mich - ein Paradies.

Einen Abend abzuschalten,
runterfahren und erkalten,
ist die Erholung - die man braucht,
hat der Tag erneut geschlaucht.

Jetzt häng ich ab - und soll's gelingen,
träume ich von schönen Dingen,
von unserer Reise - der per se,
und natürlich - vom FC.

Von meinem Buch - Gewichtsverlust,
von Dingen, die ich will - nicht muss,
von einem Apfel - kalt und frisch,
vielleicht auch 2 - und zwar für mich.

Vom kurz, ganz kurz die Augen schließen,
vom Träumen, dass die eher miesen,
Menschen - die das Leben stellt,
sich verpieseln - das gefällt.

Und plötzlich geht's mir wieder besser,
ich bin auf einmal ein Vergesser,
auch wenn's dies Wort nicht wirklich gibt,
ist's nur ein Hauch - der mir grad blieb.

Der Dampf hat gerade ausgedampft,
dahin der Ärger und der Krampf,
bis wieder jemand schaut auf mich,
als wenn die Kuh - vom Sonntag spricht.

Nixversteher, Besserwisser,
(das Wort sich spart - na, das mit Pi....)
Die Weisheit-mit-den-Löffeln-Fresser,
die Ganz-die-klare-Sicht-Vergesser.

Seht mir nach, dass ich hier schimpfe,
über Dies und Das - und Pimpfe,
ich brauche das - und zwar damit,
es mir die klare Richtung gibt.

Sich zu besinnen - bei dem Mist,
auf das, was wirklich wichtig ist:
Liebe, Freundschaft - und die Zeit,
zu schreiben - dass man fröhlich bleibt.   29.01.2014
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Diesmal

Heut sprach mir jemand - ins Gesicht,
(oh ja, sie meinte wirklich mich),
in meinem Antlitz säh man schon,
der ersten Mühen winz'gen Lohn.

Die Wangen, die zuletzt - und nämlich,
einem älteren Hofhund ähnlich,
entwickelten sich jetzt zurück,
Falls das stimmt - so wär's mein Glück.

Ich soll nur bei der Stange bleiben,
und plagt mal Hunger - einfach schreiben,
das wäre dann für mich die Wende.
Ja, mein Geschreibsel füllt schon Bände.

Jetzt kennt Ihr endlich auch den Grund,
weshalb der Keller - nebst Frau Hund,
ständig einen Anlass geben...
Es plagt mich - der Hunger eben.

Jetzt liege ich schon brav im Heu,
und das Klacken - bin so frei,
kommt vom Hirn - von der Mechanik,
ein anderes gab's nicht - keine Panik.

Zwar sind moderne etwas schneller,
sie oxydieren nicht im Keller,
setzen keinen Grünspan an.
Ich pflege es - so gut ich kann.

Dass es aussetzt - hin und wieder,
liebe Schwestern - liebe Brüder,
ist verbunden mit der Gabe,
wenn ich wieder - Hunger habe.

Der Anfang - er ist jetzt gemacht,
da wäre es doch wohl gelacht,
würd ich in ein Brot jetzt beißen.
Nichts - werd mich beim Riemen reißen.

Es trifft jetzt Euch - und zwar fatal,
doch ist's mir - ehrlich - sehr egal.
Viel besser ist es - was zu schreiben,
als ewig - so wie ich zu bleiben.

Zähl nicht die Kalorientierchen,
trinke ohnehin kein Bierchen,
einfach nur - kurz FdH,
Friss die Hälfte - so wird's wahr.

Ich hab's oft - mit Erfolg - versucht,
und hinterher gestöhnt, geflucht,
wenn erneut - der Jo-Jo kam,
der Effekt - er ist infam.

Doch diesmal muss es endlich klappen,
was bin ich sonst für'n Jammerlappen,
unterstützt mich - drückt die Daumen,
vielleicht werd ich - dann selber staunen.  25.01.2014
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Samstag

Heute Morgen sehr früh wach,
doch leider bin ich altersschwach.
Außerdem war ich allein,
und so schlief ich - wieder ein.

Wenn mich niemand früh vermisst,
nutze ich den Schlaf, die Frist,
und ruhe mich - so richtig aus.
Frieden herrscht weitbreit im Haus.

Eine knappe Viertelstunde,
fein geratzt - ne weitere Runde,
dann war es kurz nach 6 - und ich,
gab ausgeruht - mich an die Pflicht.

Frau Hund aus ihrem Knast geschleppt,
Kind und Liebste nicht geweckt.
Eine Runde in das Feld,
Frau Hund erschnüffelt ihre Welt.

Frühstück gab's - oh große Not,
nur 2 Scheiben schwarzes Brot,
mit Käse - und 4 Gurkenscheiben.
Ich will nicht mehr "Der Dicke" bleiben.

Frau Hund - sie saß schon wieder Schlange,
ganz allein - sie kann's schon lange,
bildet's Ende - Anfang auch,
samt Mittelfeld - es knurrt ihr Bauch.

Ja, auch ein Hund - soll schließlich leben,
ich habe ihr was abgegeben,
ein Scheibchen Wurst - lag schon bereit,
sie kennt's genau - ist ihre Zeit.

Inzwischen kommt das Tageslicht,
um die Ecke - sieht mich nicht,
da ich in der Ecke sitze,
über meinen Worten schwitze.

Ich hatte reichlich Langeweile,
und die vergeht nun - Wort für Zeile.
Wichtig ist mir noch - daneben:
Was ich schreibe - spart das Reden.

Zwischendurch mal kurz Whattsap,
Gruß von Freunden - lieb und nett,
die ebenfalls der "Frühschicht" frönen,
und mir meine Zeit verschönen.

Mal schauen, was der Tag heut bringt,
ich beginne ihn beschwingt,
und lass mich selbst von Worten tragen.
Bin bald fertig - nicht verzagen.

Ein Päckchen noch - vier kurze Zeilen,
um Euch schnell noch mitzuteilen:
Ich wünsche Euch - ganz kurz, behände,
ein ganz tolles - Wochenende.     25.01.2014
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Copyright

Auch wenn ein Tag - so manches Mal,
nicht hält, was er versprach - egal!
Das Grübeln macht jetzt wenig Sinn,
weil ich hundemüde bin.

Ein paar Worte noch zur Nacht,
so werd ich in den Schlaf gebracht,
lege kurz den Schalter um,
dann ist die innere Stimme stumm.

Manches klappte nur zum Teil,
mancher Weg war heut zu steil,
dafür hab ich dort funktioniert,
wo ich's nicht mal im Traum gespürt.

Auf manchen Tag - auf manche Zeit,
da gibt's schon mal ein Copyright,
unten an den Schluss gestellt,
damit man brav - die Klappe hält.

Jedoch - ich schreib Euch's ins Gesicht:
Klappe halten - kann ich nicht.
Versuch's erst nicht - hat keinen Zweck,
andere gehen da - Vorweg.

Doch neben Dasein, dass dich schlaucht,
gibt's - Gottseidank - das andere auch:
Spaß an vielen kleinen Dingen,
die durch Fleiß und Mut gelingen.

Nun gut - ich schaue mal zurück:
Bei manchen war's ein Quäntchen Glück,
doch gehört auch dies dazu,
Glücklich kommt von Glück - der Clou.

Ein netter Start ins Wochenende,
liebe Grüße, die ich sende,
und endlich rollt der Ball auch wieder,
Fußball in der 1. Liga.

Etwas Lesen - Fernsehen schauen,
dem lieben Gott vom Tag was klauen,
das Enkelchen - heut an der Hand,
und nachts auf unsere Couch verbannt.

Wir haben Freude pur - am Leben,
was könnte es wohl Schöneres geben,
als sich auf sich selbst verlassen,
und wo es geht - fest zuzufassen.

Auch mal jeden Stress kurz meiden,
träumend durch die Tage treiben,
und sich grad vorab mal freuen,
auf das, was schön ist - stets aufs Neue.

Ich bin jetzt für den Schlaf soweit,
setz fix ein (c) - fürs Copyright.
Und wenn ich nachdenk - frei und frech,
war mein Tag - im Grund nicht schlecht. 24.01.2014
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Déjà-vu

Ich erlitt heut in der Früh,
irgendwo ein Déjà-vu,
als ich kurz die Zeit vergaß,
derweil ich brav im Sessel saß.

Schaute einfach vor mich hin,
ohne Grund - und ohne Sinn,
einfach kurz mal abgeschaltet,
faul und bräsig mich verwaltet.

Das klappte prima - ja, so lang,
bis meine Frau zu mir sprach: <Mann,
was sitzest Du - so nutzlos rum?
Ohne Grund - und völlig stumm.

Du sitzt da rum - und Du tust nichts.
Hast Du keine höhere Pflicht?
Man sitzt nicht einfach gammelnd da,
ich habe Recht - und es ist wahr.>

Ich sah sie an - und ganz spontan,
hat es einen Klick getan,
denn ganz plötzlich - irgendwo,
erschien er mir - Herr Loriot.

Woher weiß er - oh, welch Schau,
vom General - sprich, meiner Frau,
als er damals - ja, Ihr Lieben,
diesen schönen Sketch geschrieben.

Männer müssen auch mal denken,
einfach sich der Muße schenken,
einfach in den Tag hinein,
gedanklich kurz alleine sein.

Ich sprach ganz kurz, dass ich's so will,
und für'n Moment - war sie auch still,
doch spürte ich - dass' nicht behagt,
wie ich dort faul im Sessel lag.

Sie hob an: <Sonst schreibst Du doch.
Bist Du mental vielleicht im Loch?
Gehen Dir die Gedanken aus?
Nichts geht rein - und nichts geht raus.>

Hab ich es nicht grad geschrieben,
schaut in den Text - jawohl, Ihr Lieben:
Heute Morgen - in der Früh,
gab es grad - ein Deja-vu.

Ich sah mich sitzen - alt und wirr,
in der Küche - das Geschirr,
klappert laut - derweil sie spült.
Und nunmehr bin ich aufgewühlt.

Ich wollt nicht schreiben - wirklich nicht.
Doch was bleibt - ist nunmehr Pflicht.
Damit sie mich nicht wieder fragt,
warum ich bloß - hier sitzen mag.   18.01.2014
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Telepathie

Ich komm nach Haus – des Tages Mühe,
hinter mir – oh ja, ich blühe,
wieder auf – ich bin Daheim,
und entspanne mich beim Reim.

Ich weiß, ich weiß – das ist nicht nett,
Ihr haltet her – fürs A bis Z,
doch bevor ich mich vergesse,
schreibe ich – und das ist besser.

Die Liebste stellt den Napf bereit:
<Komm her, mein Lieber – es ist Zeit.
Ich habe ihn Dir gut gefüllt,
auf dass er – Deinen Hunger stillt.

Frau Hund – sie braucht ihn grad nicht mehr,
er war gut voll – sie aß ihn leer.
Ich wusch ihn aus – kurz, nebenbei,
jetzt scheint er mir – tja, fast wie neu.

Und bitte, bitte keinen Tadel,
für Dich gibt’s – klar doch – eine Gabel.
Lass es Dir schmecken – das Gemüse.
Nicht zu scharf – das schont die D…

Du siehst – mein Herz – ich denk an Dich.
Wer sich sorgt – na klar – bin ich.
Und wenn Du brav bist – gibt´s noch mehr,
einen Nachschlag – hinterher.>

Ich sah den Napf sehr kritisch an,
keine Hundesabber schien mehr dran.
Beruhigt und mit Frau Hund auf Du,
schlug ich voller Kohldampf zu,

Jedoch, wie immer – symptomatisch,
merkt Frau Hund es telepathisch,
wenn der „Herr im Hause“ speist,
auch wenn sie nicht durchs Zimmer kreist.

Es dauerte nicht wirklich lange,
da saß sie neben mir schon Schlange,
ob vielleicht – für ihre Welt,
ne Kleinigkeit vom Teller fällt.

Hab ihren/meinen Napf gedreht,
ob da was mit Technik geht,
doch fand ich nichts – es scheint halt so,
als spüre sie das – irgendwo.

Ich fragte sie – denn ich fand´s lästig,
ob auch ich – sie nickte kräftig,
etwas denn von ihr erhalte…
Ihr Blick sprach: <Oh, ganz klar, mein Alter.>

Also hab ich – meine Art,
mir ein Stück vom Mund gespart.
Gab es ihr – dann zog sie Land,
der Napf war leer – auch das erkannt.  15.01.14
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Apfel

Ein kühler Apfel – sauer frisch,
als Zwischenmahlzeit sättigt mich.
Er schmeckt ganz köstlich – ganz enorm,
und bringt mich – bleib ich dran – in Form.

Statt einem Brötchen zwischendurch,
genieße ich ihn – ohne Furcht,
dass ich dann aus den Nähten geh.
Ein leckerer Apfel – tut nicht weh.

Ich beiße herzhaft, tief hinein,
der Saft, er fließt – schenkt mir den Reim,
den ich nunmehr schreiben muss.
Irgendwie – hab ich´s gewusst.

Die Liebste schimpft zwar immer wieder,
stets aufs Neue – wird nicht müde,
weil bei mir vom Apfelkleid,
stets nur noch – der Stängel bleibt.

Der Inhalt wird komplett verputzt,
ist einmal nur entfernt der Schmutz,
bleibt nichts über – als das Ding,
womit er einst am Baume hing.

Irgendwann hab ich gelesen,
das Innenleben – so die Thesen,
sei kaum schädlich – und daher,
fällt´s Verzehren – mir kaum schwer.

Es heißt – falls ich ganz sicher bin,
es sei dort blaue Säure drin,
doch so viel Äpfel – dass´ mich rafft,
verzehr ich kaum – da fehlt die Kraft.

Nun kommt´s mir gerade in den Sinn,
dass ich rundum gesättigt bin,
das hält gewiss ne Zeitlang an,
wie schön – dass ich das sagen kann.

Ich möchte es nicht übertreiben,
denn eigentlich – wollt ich nicht schreiben.
Liegt das nun am Apfelkern?
Die Stille liegt mir weit und fern.

Nun gut – ich möchte Euch nicht stressen,
und werde heute nichts mehr essen,
das ganz entfernt paar Kerne hat.
Außerdem bin ich jetzt satt.

Vielleicht ist Obst – die Offenbarung,
Gewichtsverlust – fürs Hirn die Nahrung,
den Versuch ist es ja wert,
und Vitamine – nicht verkehrt.

Eventuell – und Schritt für Schritt,
werde ich ja wieder fit.
Das Wortebiegen klappte grad..
Ob es vielleicht am Apfel lag?    12.01.14
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Diplomat

Manchmal – wenn auch nur zum Schein,
ist´s gut, ein Diplomat zu sein,
immer sagen, was man denkt,
ist manchmal schlecht - …nun ja, geschenkt.

Drum denke ich – ganz symptomatisch:
Verhalt dich besser diplomatisch.
Zumindest dort – und das bewusst,
wo ich mich nicht verbiegen muss.

Sich zu verbiegen – das ist schlecht,
und meistens komm ich gut zurecht,
den Punkt zu finden – Zeit zu Zeit,
zwischen Traum – und Wirklichkeit.

Manchmal hol ich mir auch Schläge,
sind die Gedanken grad zu träge,
und ich hab nicht nachgedacht,
bei der Antwort – gute Nacht.

Manchmal setzt es gar auch Prügel,
und Gegenüber zieht die Zügel,
mächtig an – so voller Groll,
nahm ich grad den Mund zu voll.

Das gibt´s im Großen und im Kleinen,
und man sollte wirklich meinen,
ich hätt inzwischen schon erkannt:
Wie sag ich´s wem – halt meinen Rand.

Doch manchmal sprudelt es auch über,
und dann sage ich viel lieber,
wo Barthel seinen Most geholt,
geradeaus – gezielt, gepolt.

Schon heut am Morgen – in der Früh,
fand ich den Punkt – galant wie nie,
diplomatisch grad zu schreiben,
und Rückgrat noch dabei zu zeigen.

Da schickt ein „Fohlen“ mir ein Bild,
mit grüner Raute – frech und wild,
das nun - ganz tief im IPhone sitzt.
Kurz ist die Antwort aufgeblitzt…

…doch gute Freunde zankt man nicht,
(zumindest gilt das ja für mich!!!!),
und daher schrieb ich – ohne Hieb:
<Jedem was er mag – und liebt.>

Freundschaft hält – ich freu mich sehr,
diplomatisch ist´s nicht schwer,
und dieser Hinweis – er gilt, leider,
auch für den Kollegen – Schn…..

Hin und wieder kurz mal lachen,
und den „Bock“ zum Anlass machen,
dem „Pferd“ zu sagen – was man denkt…
Diplomatisch – ein Geschenk.       12.01.14
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Virus

Ich gehe heut - kurz überlegt,
dem Virus "Arbeit" aus dem Weg,
war ohne Schutz - bin angesteckt,
jetzt kriege ich ihn nicht mehr weg.

Keine Impfung - nicht Tabletten,
können vor den Fakten retten,
ist man einmal infiziert...,
tja - es ist nun mal passiert.

Eine Impfung - meine Thesen,
wäre damals gut gewesen,
doch hatte ich - ich armer Dussel,
den Impfpass seinerzeit verschusselt.

Nun ist's so tief in meinen Genen,
ich kann mich nicht einmal mehr schämen,
ich oute mich - schenkt mir nicht Hohne:
Ich will und kann - heut nicht mehr ohne.

40 Jahre schon am Stück,
und blicke ich die Zeit zurück,
hat es meistens Spaß gemacht,
sehr viel mehr - als je gedacht.

Ein paar Jahre will ich noch,
ja, der Sog - mit einem Wort,
reißt mich jeden Tag neu mit,
ich geh ihn gerne - Schritt für Schritt.

Nun ward ich gestern - per Whattsap,
jäh gewarnt - das war nicht nett,
dass Arbeit - plötzlich, über Nacht,
abhängig - gleich Drogen macht.

Man solle sich dem widersetzen,
sonst hängt das Leben schnell in Fetzen.
Beschloss nun heut - beim ersten Licht.
Ich gehe heut - ganz einfach: Nicht.

Schicke diesen Spruch nun gleich,
auch meinem Chef - nun ja, vielleicht,
hat er Verständnis - nur ein wenig,
dann fühlte ich mich - wie ein König.

Ich lasse mich heut einfach hängen,
widersetze mich dem Drängen,
und ignorier die Stempeluhr.
Schlecht Gewissen? - Nicht die Spur.

Was schaut Ihr bitte so entsetzt?
<Was hat der Alte - ich - geschwätzt?
Ist er wohl - ist nicht zu fassen,
jetzt vom guten Bock verlassen?>

Natürlich nicht! - Ich geb's ja zu.
Bleibt schön friedlich - haltet Ruh.
Das Ehrenamt - es ruft mich heut,
bei Gericht - ich bin bereit.      10.01.14
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Winterling

Ich habe ihn - das ganz gewiss,
bis heut am Tage nicht vermisst,
doch eigentlich - im Januar,
ist der Winter längst schon da.

Tag und Nacht mit Minusgraden,
nun gut - ich find´s nicht wirklich schade,
dass das Hemd - mit kurzem Arm,
mich heut kleidet - mir ist´s warm.

Kein Schnee und keine glatten Wege,
habe noch nicht lang gelegen,
die Winterreifen - wunderbar,
die spar ich mir - fürs nächste Jahr.

Gnädig strömt der Gasverbrauch,
nur dünner Stoff deckt Brust und Bauch,
und der dicke Wintermopp,
hängt brav im Schrank - ich werd bekloppt.

Der Weiher ist nicht zugefroren,
es klirren nicht dank Frost die Ohren,
die Sonne scheint - und es ist warm,
dieser Winter - er hat Charme.

Der Kreislauf spielt zwar leicht verrückt,
doch ist mein Blutdruck - welch ein Glück,
nicht zu niedrig - und daher,
fällt die Witterung mir nicht schwer.

Das Wetter - es schlägt Kapriolen,
der Winter wurde uns gestohlen,
Frau Holle - sie verschlief - scheinbar,
oder weilt - in USA.

Verhalte ich mich besser still?
Gibt´s den Einbruch - im April?
Alles scheint sich zu verschieben.
Wo ist die Regel nur geblieben?

Nicht Schneeballschlacht - hab festgestellt,
Frau Hund - sie trottet durch das Feld,
ganz friedlich - ohne durchzudrehn,
denn schneebedeckt - datt find sie schön.

Ich befürchte - nebenbei,
das Unkraut wächst - und ist so frei,
mich demnächst - verfrüht zu stressen,
oh, ich werde mich vergessen.

Wird´s noch kalt? - Das wär ein Ding.
Ansonsten führ ich "Winterling",
eine neue Jahreszeit,
kurz mal ein - es ist soweit.

Fein gemischt - doch überwiegend,
wohl in Richtung Frühling liegend.
Hab den Kalender - ja, Ihr Lieben,
ab heute kurz mal umgeschrieben.  08.01.14
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Gute Vorsätze

Guten Vorsatz? - Hab ich nicht!
Ich übe ganz bewusst Verzicht,
da ich aus Erfahrung weiß,
das hält nicht lang - um keinen Preis.

Was ich mir vornehm - oft im Wahn,
entscheide ich ad hoc - spontan,
einfach aus dem Bauch heraus,
dann klappt das - meistens - so schaut´s aus.

Da braucht´s auch nicht den Jahrbeginn,
nicht Jahresschluss - macht keinen Sinn,
keinen Stichtag - schnell gesetzt,
wichtig ist - das Hier, das Jetzt.

Das Rauchen damals aufzugeben,
- das schaffe ich wohl nie im Leben -,
habe ich mir oft gedacht,
und dann - ganz einfach Schluss gemacht.

Was ich will - ganz deutlich will,
das setz ich um - ganz heimlich, still,
doch ein Vorsatz - eingetrichtert,
wird schnell als zu leicht gewichtet.

Mehr an Sport - und auch gymnastisch,
das wäre wirklich ganz fantastisch,
doch ändert auch der Neujahrstag,
nicht... - dass ich Sport zwar gerne mag...

...doch lieber vom Tribünenplatz,
mein Vorsatz wäre für die Katz,
sobald ich ihn geäußert hab,
und man ihm damit Stimme gab.

Weniger - bewusst - zu Essen,
dieser Vorsatz unterdessen,
existiert das ganze Jahr,
doch wird er nicht gelebt - zu wahr.

Ich weiß, dass wird sich einstmals rächen,
doch hier zeig ich viel mehr als Schwächen.
Ich weiß es nicht - bei aller Welt,
warum das nur - so schwierig fällt.

Ich wär gern wieder schlank - wie früher,
ohne den Ballast - die Mühe,
doch die Kilos bleiben mir,
wahrscheinlich bis zu Petrus Tür.

Süßigkeiten - kein Problem,
abzulehnen - ganz bequem.
Jedoch die Brötchen - und das Brot,
bringen mich rundum in Not.

Würd ich einen Vorsatz treffen,
dann hieße der: Bewusst zu Essen.
Nun hab ich gestern - klappt´s vielleicht...?
Mal wieder - diesen Punkt erreicht.   07.01.14
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Rievkooche

Kaum hast du dich durchgerungen,
nicht viel zu essen - ...gar gelungen,
kommt die nächste Hürde bald,
in frittierter Form, Gestalt.

Zwar sind letztlich die Kollegen,
wenn sie nett sind - auch ein Segen,
doch die Verführung - bitte sehr,
macht uns jeden Vorsatz schwer.

Ich habe schon - in dieser Phase,
den Duft der Puffer in der Nase,
jetzt - und auch sehr aktuell,
sorry, Leute - das geht schnell.

Vielleicht gebrauch ich´s ja bewusst,
schlecke nur am Apfelmus,
denn Äpfel - ja, das hat wohl Chic,
machen weder rund - noch dick.

Doch kenne ich mich - welche Schande,
komm beim Fasten schlecht zurande,
und seh ich Ääpel, Zwiebelchen,
ist´s schon passiert - welch Übelchen.

Wenn ich weg schau - dann beim Essen?
Wäre es dann sehr vermessen,
zu glauben - was ich just nicht seh,
macht auch nicht fett? - Oh je, oh je.

Ich könnte auch - heut spät am Tage,
einfach bloß am Schwarzbrot nagen,
dabeistehen - und vor Kummer platzen,
derweil die anderen - lustvoll schmatzen.

Tät mir doch jemand - oh, welch Grauen,
kräftig auf die Flossen hauen,
dann bliebe es - vielleicht - bei einem...,
besser noch - na klar - als keinen.

Doch ist die Sehnsucht erst geweckt,
das Schnäuzchen fein mit Fett bedeckt,
und hat die Zunge - den Geschmack,
erst entdeckt - dann geht´s Zack, Zack.

Dann werfe ich mich in die Schüssel,
stecke meinen Kopf samt Rüssel,
tief in diese Masse rein.
Essen kann so herrlich sein.

Mir läuft schon jetzt - da hilft kein Jammern,
das Wasser fies - im Mund zusammen,
oh, ich ahne - dies Gericht,
verführt mich gleich - ganz fürchterlich.

Dann geht´s halt morgen - wieder los,
ja, mein Vorsatz - war so groß,
und morgen - da ich´s gerne mag,
ist ja schließlich - auch ein Tag.     06.01.2014
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Abschalten

Vergreist und grau - na, fast veraltet,
und dennoch wird nicht abgeschaltet,
ist manchmal schwer - dann kann ich's nicht,
wäre das auch mehr als Pflicht.

Ihr fragt, weshalb ich reimen muss?
Zu jedem Thema - jedem Stuss?
Wohl einfach nur aus einem Grund:
Dann schalt ich ab - das hält gesund.

Doch wird das Denken kaum mehr müder,
kaum bin ich fertig - kommt es wieder,
lässt mir die Gedanken kreisen,
auf eine - und die anderen Weisen.

Du kannst machen - was du willst,
doch ob du die Gedanken stillst,
ist - ich ziehe einen Flunsch,
häufig - nur ein frommer Wunsch.

Ich will nicht Grübeln - oder Sorgen,
an manchem jungen, neuen Morgen,
ich brauche Liebe, Freundschaft, Glück,
ruhige Phasen - und Musik.

Gottseidank - und das macht Spaß,
ist es so: - Ich hab auch das.
Bockseidank - kommt noch dazu,
mein Bockverein - das ist der Clou.

Und daher - ich sag's kurz und knapp:
Schalt ich noch immer wieder ab.
Ich sage mir - im Stillen dann:
Das muss so sein - sonst, irgendwann...

...wirst du der Gedankenflut,
nicht mehr Herr - das wär nicht gut.
Ist das Denken - wichtig auch,
zählt ebenso das Herz - der Bauch.

Wenn ich nicht mehr schlafen könnt,
wäre mir die Ruhe fremd,
doch das kann ich - wunderbar,
bis früh um 5... - es ist schon klar.

Ich habe Spaß - wär doch gelacht,
bei allem, was ich tu und mach.
Erkenne jetzt - und das macht froh:
Es ist noch immer - richtig so.

Manchmal hat man diese Phasen,
in denen die Gedanken rasen.
Dann sagt man besser: Halt, jetzt. Stopp.
Sonst wirst du letztlich noch bekloppt.

Gleich geht es auf die Autobahn,
5 Stunden lang - mit forschem Zahn.
Die Liebste neben mir - entspannt,
freie Fahrt - durchs weite Land.  05.01.2014
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Frisch

Guten Morgen - frisch geduscht,
emsig durch das Bad gehuscht,
Zähne sauber - und rasiert,
mal schauen, was nun heut passiert.

Ich steh am Fenster - schau aufs Meer,
Kieler Förde - gar nicht schwer,
sich hier rundum wohlzufühlen,
wunderschöne nahe Ziele.

Heute unseren Freund besuchen,
nicht mit Kaffee - oder Kuchen,
einfach als Genesungsschub,
Grund dafür - gibt es genug.

Knapp 600 Kilometer,
sind nicht fern - jetzt kein Gezeter,
wenn man - haben wir gedacht,
das aus voller Freude macht.

Er weiß es nicht - wir sind gespannt,
und wir warten schon gebannt,
auf den Blick - die Reaktion,
ein Strahlen - wär der schönste Lohn.

Die Liebste schläft noch - soll so sein,
drum wirbele ich ganz allein,
gerade durch die Tastatur,
heute - kurz nach 7 Uhr.

So meinte gestern - meine Frau:
<Mein Herr, ich kenne Sie genau.
Sind Sie schon im Grauen wach,
wird ein neuer Reim erdacht.

Dann lassen Sie die Worte fliegen,
aber bitte mich - ruhig liegen.
Ich brauche meinen Schönheitsschlaf,
drum reime Du - und sei schön brav.>

Nun hab ich weit das Fenster auf,
schaue auf das Meer hinaus,
und genieß die Perspektive,
von draußen diese frische Brise.

Ich höre erste Möwen möwen,
das muss so sein - denn brüllten Löwen,
hätten wir - bin mir im Klaren,
uns gestern ganz schön weit verfahren.

Ich seh den ersten Schiffsverkehr,
hinaus auf ihrem Weg zum Meer.
Ich weiß, dass ich dies Bild sehr mag.
Das wird bestimmt - ein toller Tag.

Mein Kopf - er ist jetzt leer geschrieben,
es tut mir wirklich leid, Ihr Lieben,
dass Ihr schon wieder lesen müsst,
da mich so früh - die Muse küsst.  04.01.2014
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Türmchen

Wenn man morgens - müde, matt,
keinen Grund zum Reimen hat,
heißt das nicht - dass das so bleibt,
für immer und für alle Zeit.

Denn der echte Mann von Welt,
der etwas auf ein Kunstwerk hält,
der baut - Architekt und -onisch,
einen Turm - klingt das auch komisch.

Der spült ganz früh die Reste weg,
vom Fondue - hat gut geschmeckt,
Fondue aus Käse - rundum satt,
jetzt schnell gespült - damit's nicht pappt.

Auch die Schüsseln zum Salat,
gereinigt - schnell und fix zur Tat,
und dann in unseren Schrank geräumt...
zumindest hatt ich's so erträumt.

Ich baute dort - mein Vorsatz saß,
ein feines Türmchen - eins aus Glas,
da kippt das letzte, oben um,
was dann geschah - geb's zu, war dumm.

Es schlug - denn dieses Glas war schwer,
gegens Fläschchen aus Likör,
voll mit Schokoladentrank,
nun ziert er Tür und Schrank und Wand.

Auch meine frisch getragenen Socken,
blieben nicht verschont - nicht trocken,
so stand ich mitten in der Soße,
in des begossenen Pudels Pose.

Die Liebste, die beim Frühstück weilte,
sah die Bescherung - und sie eilte,
mit hundert Lappen - schnell herbei,
welch verflixte Sauerei.

Alles klebte - doch der Duft,
der roch lecker - dieser Schuft,
denn ihn zu trinken - den Likör,
das fiele jetzt - entsetzlich schwör.

Ich sagte drauf zu meiner Frau:
<Schau nicht auf meinen Plan - genau,
sondern auf den guten Willen,
und verzeihe mir - im Stillen.

Ich bin's nur - das arme Würmchen,
bin kein Architekt - und Türmchen,
baue ich - nun nimmermehr.
Ich bin halt wie ich bin - verquer.>

Was soll ich sagen - arme Haut,
sie hat noch nicht mal bös geschaut.
Vielleicht hat sie's schon aufgegeben,
mich zu formen - welch ein Leben.  29.12.2013
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Füße hoch

Weihnachtsfest – die Füße hoch.
Wie ging das grad? – Wie war das noch?
Im Sessel einfach nicht bewegt?
Und ganz faul zurückgelegt?

Gerade mal – drei Tage frei,
da fühlt man sich ja fast wie neu,
wenn man fröhlich schnarchen kann,
zumindest dann – zumindest wann.

So könnt es sein – nun ja, ich weiß,
das Fleisch ist willig – doch der Geist,
sagt mir, dass ich unruhig bin.
So nehm ich´s gottbefohlen hin.

Familie ward abgehakt,
am ersten und am zweiten Tag.
Es war schön – und richtig nett,
doch fiel ich wie ein Stein – ins Bett.

Heute nun – am dritten Tag,
könnt ich tun, was ich grad mag.
Doch fallen mir – muss das denn sein (?),
tausend „wichtige“ Dinge ein.

Die neue Software installieren,
allzu früh wird es passieren,
dass man vor meiner Türe steht,
weil es um die Steuern geht.

Beim Installieren fiel mir ein:
Es könnte gar von Nutzen sein,
nehm ich mich schon unserer an.
Besser heut – als irgendwann.

Dann fiel mein Blick – auf meine Reime,
neue gab´s fast „ewig“ keine,
und so stelle ich nun fest:
Reimen spaßt mich – ist kein Stress.

Statt später dann - ganz faul zu bleiben,
könnt ich an der Geschichte schreiben,
die mir durch die Sinne geht,
ich merke schon – wie´s in mir dreht.

Nachher vielleicht mal etwas lesen,
das passt prima zu dem Wesen,
das ich schon lang mein Eigen nenne.
Ich sagte doch – dass ich mich kenne.

Und dann – zum Schluss – ganz lang die Beine,
die Füße hoch – denn wie ich meine,
ist auch Erholung – gar nicht schlecht,
ich versuch´s – es wird schon recht.

Doch morgen – wenn der Wecker klingelt,
mich die neue Pflicht umzingelt,
dann bliebe ich so gern im Bett…
Ach, wenn ich doch – gefaulenzt hätt.  26.12.2013
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Watschelgang

Na, das fängt ja prima an,
ich fröne jetzt dem Watschelgang,
macht das die viele Schokolade?
Jetzt zur Weihnacht – das wär schade.

Warum ist Schoki – in der Tat,
nicht so gesund wie der Salat,
der mir hin und wieder schmeckt?
Wo hat sich nur – der Grund versteckt.

Ich beiß ein großes Stückchen ab,
nicht zu viel – und nicht zu knapp,
schaue auf das Innenleben,
den Grund dafür – muss es doch geben.

Alles sieht so harmlos aus,
leckere Nüsse schauen raus,
vielleicht ist´s auch ein Mandelkern,
ganz egal – so hab ich´s gern.

Doch sehe ich – das macht mir Mut,
kein Kaloriechen – das ist gut,
kein Fett und keinen Zucker nicht,
das inspiriert mich – zum Gedicht.

Ich nehm die Lupe mir zur Hand,
ich untersuche – mit Verstand,
(na ja – vielleicht ein bisschen wenig,
mit Verstand – wär ich ein König).

Ich schnuppere an der leckeren Masse,
ein weiterer Bissen – das wär Klasse,
ich kau wie wild – der Mund ist voll.
Mein Bauch dann auch – ist nicht so toll.

Erwachsen wie ich nun mal bin,
kommt´s mir gerade in den Sinn:
<Sei nicht kindisch – keine Sorgen,
hebe Dir was auf – für morgen.>

Gesagt, getan – ein letzter Bissen,
die Krümel – krümeln mir das Kissen.
Ich schau zu meiner Frau – sie grollt.
Da stopf ich mir – die Backen voll.

Schokolade – Offenbarung,
die perfekte Nervennahrung.
Und schau ich aus – jetzt wie ein Schwein,
der Genuss – na klar – war mein.

Schokolade, Marzipan,
Pralinen – oh, mein lieber Schwan,
Gute Geister – die in Nuss,
sind für mich – ein klares Muss.

So watschele ich nun durch mein Leben,
irgendeinen müsst es geben,
der irgendwas erfinden kann,
gegen Speck – ich glaube dran.  17.12.2013
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Pause

Kurz mal Pause - Kräfte wecken,
alle Viere von sich strecken,
für ein Momentchen Augen zu,
mit Träumereien Du auf Du.

Seele einfach baumeln lassen,
das geht einfach - kaum zu fassen,
wenn man das nur wirklich will.
Befreiung von viel Frust und Müll.

Den Durchblick halten - froh und munter,
heißt es grad auch mal Land unter,
denn die Phase kommt bestimmt,
die das Gefühl auch wieder nimmt.

Vielleicht gar mit sich selber lachen,
aus allem stets das Beste machen,
und oftmals hält's die Seele frisch,
lachst du auch mal - über dich.

Sich selbst nicht allzu wichtig nehmen,
für einen Fehlschlag auch mal schämen,
und freuen dran - dass Hoffnung keimt,
wenn einfach nur - die Sonne scheint.

Bei allem stets den Biss bewahren,
auch mal mit Kritik nicht sparen,
an anderen - und auch, ganz klar,
an sich selbst - auch das ist wahr.

Ein Hindernis kann man durch Träumen,
nicht wirklich aus dem Wege räumen,
doch schärft Sinnieren - Stück für Stück,
in manchen Fällen auch den Blick.

Im Leben oft sich selbst belohnen,
manches juckt erst dann die Bohnen,
wenn man's viel zu wichtig nimmt,
und stärker macht - ich denk, das stimmt.

Recken, Strecken - Chancen packen,
zurückgelehnt - mit breitem Nacken,
kurz mal Gähnen - schüttle dich,
dann bist du wieder - fit und frisch.

Ja, ich weiß - das geht nicht immer,
doch Grübeln macht die Sache schlimmer,
und manchmal bringt der Hang zum Reim,
mich wieder hoch - so soll das sein.

Spaß an Dasein - Spaß am Leben,
was kann es, bitte Schöneres geben,
als hin und wieder - klar zu sehn,
das Leben ist - ganz einfach schön.

Doch jede Pause - hat ein Ende,
das heißt für mich nun Stopp, die Wende,
zurück an meinen Arbeitsplatz.
Träumen - ein verborgener Schatz.   16.12.2013
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Spät

Wenn man spät nach Hause fährt,
ist es wirklich sehr viel wert,
wenn - und das weiß jedes Kind,
Fahrers Augen - offen sind.

Zwar kenn ich die gefahrene Strecke,
doch zwischendurch den Fahrer wecken,
kommt nicht gut - ist er kurz weg,
weil der Jung sich arg erschreckt.

Bei 180 singen Reifen,
da kann man kurz ins Steuer greifen,
wenn der Fahrer plötzlich schnarcht.
Sich aufzuregen - für den Ar...

Was macht die Liebste doch stattdessen?
Den Fahrer mit der Frage stressen,
ob er noch - ganz nebenbei,
aufmerksam - nicht müde sei.

Ich hatte grad so schön geträumt,
das mag sie nicht - wie es mir scheint.
Immerzu weckt sie mich auf,
und unterbricht der Heimfahrt Lauf.

Nach Mitternacht ist's Zeit zum Schlafen,
ich stell mir vor - es seien Schafe,
die Autos auf der Autobahn.
Ich zähle sie - in meinem Wahn.

Und so fallen mir - im Nu,
sacht und schnell die Augen zu,
schlafe himmlisch - und gerecht,
doch meinem Herzblatt - ihr wird schlecht.

Rüttelt mich - droht mit dem Keller,
ich tret aufs Gas - wir werden schneller.
Ich schaue unwirsch - kaum zu glauben,
sie rammt mir's Streichholz in die Augen.

Versuch zu Blinzeln - hm, das geht nicht,
niemand, niemand, no - versteht mich,
wer schläft - und das gilt auch für mich,
ist lieb und brav - und sündigt nicht.

Ich träum vom Geißbock, von Konzerten,
von Freundschaft und von inneren Werten,
von meinem Bett - es wartet still,
es weiß, dass ich nach Hause will.

Alte Leute - in der Nacht,
sind älter - als sie je gedacht,
es packt sie schnell - die Müdigkeit,
der Weg nach Hause - er war weit.

So nebenbei - nur kurz erwähnt,
ich habe meinen Schlaf bezähmt.
Sonst hätt ich nicht - Ihr ahnt's, Ihr Lieben,
heute diesen Reim geschrieben.    11.12.2013
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Metzgermeister

Heut zum Frühstück eingeladen,
Schlemmen, Schnabulieren, Schwaaden,
der Tisch, er bog sich - das war toll,
und jetzt sind unsere Bäuche voll.

Kann nicht mehr - wer will das schon,
ein Papp verlauten - keinen Ton,
ich schlief fast auf der Heimfahrt ein.
Oh, unser Sessel - ist jetzt mein.

Hätt ich nur widerstehen können,
ich will das Kind beim Namen nennen:
1, 2 Brötchen wär'n genug,
das würde reichen - das wär klug.

Doch was tat ich grad, stattdessen?
Ich habe mich komplett vergessen.
Zu wählen zwischen Brot, Salat,
war kaum möglich - welch Spagat.

Kaffee, Saft und Brot und Plätzchen,
da kenn ich nichts - mach keine Mätzchen,
Wurst und Käse - Marmelade,
verkäme das - so wärs nur schade.

Dass ich jetzt keine Luft mehr kriege,
hier so wie erschossen liege,
ist - und das ist leider so,
Jammern auf dem Höchstniveau.

Von der Bewegung weit weit weg,
alle Viere sind gestreckt,
und ich warte jetzt schon prompt,
darauf, dass gleich der Metzger kommt.

Mich filetiert - in feine Stücke,
Hämchen, Bratwurst - Mut zur Lücke,
Leber - Zwiebeln mit Kompott,
nur den Speck - den schmiess här fott.

Fein gekühlt - in seiner Kammer,
ist endlich Schluss mit dem Gejammer.
Wer zu viel isst - ist selber Schuld,
Ende ist's - mit der Geduld.

Eine Börse - aus der Blase,
aus der Haut - in jener Phase,
einen Anzug - feinstes Leder,
so ein Stöffchen hat nicht jeder.

Aus den Haaren - ein Toupet,
aus den Fingern, Zeh für Zeh,
20 Stäbchen - für den Grill.
Oh, einer mehr? - Das sind zu viel.

Alles nur - weil ich am Tage,
den Punkt nicht fand - gar keine Frage,
an dem ich sprach: <Jetzt Schach und matt,
haltet ein - denn ich bin satt.>    08.12.2013
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Märchen

Wie, Ihr lasst an wahren Märchen,
nicht das kleinste gute Härchen?
Na, dann seid jetzt mal bereit,
Ihr kennt wohl kaum die Wirklichkeit.

Es behaupten manche Zungen,
es gebe jenen netten Brunnen,
der die Menschen jünger macht.
Hab's nicht geglaubt - ich hab gelacht.

Heut - da ich nun weiser werde,
seh ich zwischen Himmel, Erde,
dass es viel mehr Dinge gibt,
als der Verstand der Menschen sieht.

Denn die Mutti - fiel in einen,
manchmal muss man wirklich meinen,
dass sie täglich jünger wird.
Nein, ich hab mich nicht geirrt.

Schau manchmal jetzt in ihren Pass,
einfach so - und nicht zum Spaß,
und wundere mich - von früh bis spät,
dass dort '22 steht.

'22 einst geboren.
Nun habe ich mir grad geschworen,
dass ich dereinst - ich sag's gelinde,
ebenfalls den Brunnen finde.

Der von Mutti - ohne Zweifel,
liegt in jener schönen Eifel,
nah Gemünd - dort hoch am Berg.
Ein Brunnen - der die Mutti stärkt.

Die Brunnenwächter sind perfekt,
alles sauber - wie geleckt,
alles so, dass jeder denkt,
jedes Jahr ist ein Geschenk.

Jahr für Jahr umsorgt, gepflegt,
Wert auf Qualität gelegt,
und aufs Gefühl - auch das gewiss,
dass man im Alter - wertvoll ist.

Ein Danke in der Weihnachtszeit,
ist nicht schwierig - ist gescheit,
und weil ich weiß, dass Ihr Euch freut,
sag ich Euch - dies Danke heut.

Danke fürs stets Muße haben,
fürs Gute Nacht am späten Abend,
fürs Guten Morgen - nach der Nacht,
fürs einfach da Sein - früh, vor 8.

An die Mannschaft - die im Heim,
ein Dankeschön - das musste sein.
So wird die Mutti - offenbare,
mindestens einst 100 Jahre.  05.12.2013
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Ich habe (k)einen Koffer in Berlin

Wenn einer eine Reise tut,
braucht er Freizeit, Geld und Mut,
und hält am besten - notfalls Klammern,
auch noch seinen Kopf zusammen.

Beschließt der Mann - am Fliegerhafen,
ich meine mich - spontan zu schlafen,
vergisst den Koffer - auf dem Band,
fehlt's - vielleicht - auch an Verstand.

Sehr viel später - jäh und plötzlich,
fällt ihm ein - oh Gott, entsetzlich,
dass er kein Gepäck mehr hat,
zur Reise - in die fremde Stadt.

Nicht Hosen, Socken - nicht Tabletten,
kein Tabak - keine Zigaretten.
Da fällt mir ein - ich rauche nicht,
es passte grad nur - im Gedicht.

Keine Bürste - nichts zum Waschen,
keine Tempos für die Taschen,
nichts zu Lesen - nichts zu Trinken,
nichts, um meine Frau zu schminken.

Ich sah sie an: <Oh, Du mein Leben,
ich hatte ihn noch gerade eben.
Du hast mich sicher abgelenkt...>
Ach, hätt ich mir den Spruch geschenkt.

Mit einem jäh geschlagenen Auge,
begab ich mich in jene Traube,
der Menschen - dort, an der Kontrolle.
Ich fragte artig - ging aufs Volle.

Ertappt, entdeckt, erkannt - ich fühl mich,
bloßgestellt - es sprach Herr Jülich,
der uns aus der Heimat kennt:
<Hast Du etwa - grad gepennt?

Der Koffer - er stand einsam hier,
bei der Kontrolle - neben mir.
Und ich rief - so nimm es hin,
schon fast - das Sprengstoffsuchhundteam.

Ich kann es Dir noch fast verzeihen,
gibt es einen Reim - nen neuen,
in dem Du Dich - ganz öffentlich,
mit Deinem Lapsus - stellst ins Licht.>

Die Polizei - was will ich machen,
begann schon leicht verschmitzt zu lachen.
Was will ich machen? - So soll's sein:
Hier ist er schon - der neue Reim.

Und wir - wir haben - endlich ihn,
unseren Koffer - in Berlin.
Wenn einer eine Reise tut,
erzählt er viel - das ist nicht gut.  01.12.2013
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Stadionkatarrh

Pfeifend aus dem letzten Loch,
trotzdem mir meiner Pflichten noch,
voll bewusst – hab ich geschleppt,
mich zur Arbeit – das war nett.

Saß am Schreibpult – quälte mich,
mein Hals – er schmerzte fürchterlich,
der Kopf so heiß, der Körper lahm.
Was hab ich mir nur angetan.

Mancher Andere – ja, Ihr Lieben,
wär drei Monde krankgeschrieben,
doch bin ich völlig pflichtbewusst,
mit Husten – tief in meiner Brust.

Die Nase tropfte – glaubt es mir,
dicke Pfützen aufs Papier.
(Was nutzt ein Reim – so dann und wann,
wenn ich nicht herzlich jammern kann?).

Mit letzter Kraft – vorm Sterbebett,
schrieb ich dem Chef – eine Whattsap,
wies auf meinen Zustand hin.
Da meint er – dass ich schuldig bin.

Dieser Zustand – allemal,
sei von Herzen ihm egal.
Denn – (es ist im Grunde wahr),
es sei ein – Stadionkatarrh.

Wer sich dorthin begibt – und friert,
ist selber Schuld – wenn das passiert.
Und jammere ich – hat er geschworen,
gibt´s dazu – zwei heiße Ohren.

Augenblicklich ward ich still,
denn den finalen Overkill,
herbeizurufen – das wär frech.
Oh, mein Bock – wie geht’s mir schlecht.

Kam nach Hause – steh im Regen,
denn anstatt mich nun zu pflegen,
ist´s der Liebsten selbst passiert,
von dem Virus – infiziert.

Obwohl ich ihr – ich schwöre es,
nicht nahekam – im eigenen Nest,
hab ich sie scheinbar angesteckt.
Sie hat sich nachts – wohl aufgedeckt.

Mein Testament – hab ich geschrieben,
denn wisset nur – oh, meine Lieben:
Ein Mann – erkältet – das ist schlimmer,
als Ihr erahnt – so war´s schon immer.

Warum ich jetzt noch schreiben kann?
Nun gut, mein Leiden fing erst an.
Wie´s morgen geht – das weiß ich nicht.
Dahingerafft – so denkt an mich.       26.11.2013
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Beichte

Ich muss der Liebsten etwas beichten,
und findet Ihr demnächst die Leiche,
meines Bodys - irgendwo,
tut mir leid - dann ist das so.

Sie war die letzte Nacht auf Reisen.
Ich hab's genutzt - denn heimlich, leise,
schlich ich mich ins weiche Bett.
Ach, wenn ich's doch gelassen hätt.

Denn Frau Hund war auf der Suche,
nach ihrem Frauchen - ja, mein Fluchen,
klang durchs Dorf - die halbe Nacht.
Ihr Wanderdrang - er hielt mich wach.

Ihre Krallen - feiste Tat,
klickten auf dem Laminat.
Sie wanderte von links nach rechts,
und auch zurück - mir ging's so schlecht.

Vom Bett zum Körbchen - dann zur Türe,
zum Fenster - und oh ja, ich spüre,
heut Morgen noch den kalten Zorn,
denn ihr Weg - begann von vorn.

Schnüffelnd lag die große Nase,
an meinem Bett - in jener Phase,
als mein Schlaf mich grad erreicht,
doch Frau Hund - macht's mir nicht leicht.

Als mir's zu viel war - ist halt so,
nahm ich mir Tesa - im Büro,
und wickelte das Tier drin ein,
so einfach kann die Lösung sein.

Legt sie ins Körbchen - muss mich loben,
die Beine ausgestreckt - nach oben,
damit kein Klackern mehr ertönt,
ich hab gesiegt - das war so schön.

Doch dann schlug mein Gewissen zu,
und statt der sanften seligen Ruh,
wälzte ich mich eine Zeit.
Dann stand ich auf - hab sie befreit.

Seitdem ging's wieder auf und ab,
Klickerdi - und Klickedack,
bis ich - gibt's da noch weitere Fragen,
sie heute Früh - gemeuchelt habe.

Hab sie in den Flur gelegt,
sie hat sich keinen Deut bewegt,
ja, sicherlich - wie kann sie auch,
sie liegt ganz brav dort - auf dem Bauch.

Ich versuch - mich rauszureden,
bei meiner Frau - das wird was geben.
Sucht nicht nach mir - bleibt es jetzt still,
vermutlich steckt sie mich - zum Müll.   23.11.2013
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Kreide

Nur weil ich etwas Kreide aß,
geweihtes Wasser trank - im Glas,
bin ich derselbe - tut mir Leid.
Das liegt an der besonderen Zeit.

Es geht jetzt stramm auf Weihnacht zu,
mit dem Christkind Du auf Du,
da gilt es jetzt schon, brav zu sein,
sonst bin ich unterm Baum - allein.

Ab heute schon heißt's Weihnachtsmärkte,
ich beweise innere Stärke,
und bin jetzt lieb - 5 Wochen lang,
das fällt mir schwer - fang grad mal an.

Bei der Liebsten nicht mehr jammern,
immer artig in der Kammer,
kein böses Wort - nicht mal gedenkt,
sonst gibt es später - kein Geschenk.

Ich hab's heut Morgen schon versucht,
lieb gesäuselt - statt geflucht,
da bekomm ich schon den Wink:
<Du machst mir Angst> - wie mir das stinkt.

Endlich mal nicht frech zu sein,
da holt mich's wahre Leben ein.
Scheinbar ist das Hetzen Pflicht,
sonst erkennt - kein Mensch mich nicht.

Mit dem Alter - sag ich leise,
wird so mancher Mensch ja weise.
Leider wird daraus kein Schuh,
bei mir - trifft dieser Spruch nicht zu.

Da sind - wie ich mich deren schäme,
viel zu viel verquere Gene.
Der Versuch - das ist ein Hohn,
scheitert gleich - im Ansatz schon.

Jetzt bleibt für mich nur - zu entscheiden:
Brav und immer folgsam bleiben,
oder aber - na, mal schau'n,
mit langer Miene - unterm Baum.

Ach Herr - so gib mir doch die Stärke,
hart zu bleiben - denn ich merke,
dass die Liebste Wert drauf legt,
dass sich bald mein Sinnen dreht.

Sie meinte heut - ganz kalt und frech,
sonst gibt's in meinen Napf aus Blech,
an Weihnacht - statt des feinen Mahl,
von Lunas Futter - auch egal.

Ich will und kann mich nicht verbiegen.
Lieb zu sein? - Lasst mich nicht lügen.
Nein, ach nein - das kann ich nicht.
Wär es auch - vor Weihnacht Pflicht.  22.11.2013
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Ausgesperrt

Irgendwie hab ich's gewusst,
dass es dereinst so kommen muss:
Ich bin seit eben ausgesperrt.
Ich bin ihr keinen Deut mehr wert.

Die Liebste zog den Schlüssel ein,
kein Zuhaus mehr - kein Daheim.
Das ist wohl meines Schicksals Lauf.
Wer von Euch - nimmt mich jetzt auf?

Denkt nur dran – was kann passieren.
Ich bin draußen – könnt erfrieren.
Wär es auch nicht schade drum.
Bleibt doch letztendlich – das Warum.

Es wird Winter - draußen kalt,
ich friere heftig - bin schon alt,
da bringt sie dieses übers Herz.
Ich fühle Einsamkeit - und Schmerz.

Die Festung meiner Einsamkeit,
ist unerreichbar - ach, so weit.
Ich steh am Fenster - schau hinein,
und sehe warmen Kerzenschein.

Ich seh meinen Sessel – leer.
Mir ist so kalt – ich will nicht mehr.
Doch ohne Schlüssel – nein, ach nein,
find ich keinen Weg dort rein.

Ich seh die Liebste - samt Frau Hund,
steh außen vor - zur 11. Stund.
Ich ging so gerne in mein Bett.
Mach mir auf - ach, sei so nett.

Jetzt kommt der Einwand - sicherlich:
<Mein lieber Mann, Du bist nicht dicht.
Du ließt den Schlüssel - ach, Ihr Jecken,
heut Morgen - auf der Haustür stecken.

Das kenne ich nun zur Genüge,
Deine früh gereimten Lügen,
irgendwo hat das schon Kult:
Was auch passiert - nur ICH bin Schuld.

Bist Du nicht brav - nun lass die Flausen,
bist Du nachher - wirklich draußen.
Und drum sag ich Dir zuletzt:
Sei schön ruhig - los, arbeit jetzt.>

Nun gut, dann will ich das jetzt machen,
hab ohnehin ja nichts zu lachen,
ich hoffe, dass sie mich noch liebt,
am Abend mir den Schlüssel gibt.

Dann wäre alles wieder gut.
Hoffnung bleibt mir - etwas Mut.
Wie sagt der Kölsche - schon sehr lange:
Et hätt noch immer jot jejange.  21.11.2013
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Mohn

Normal zu sein - das liegt mir selten.
Erwachsen sein? - Da klaffen Welten.
Die Liebste, sie verzweifelt bald:
Innen Kindskopf - außen alt.

Sie fragte mich - vor mancher Nacht:
<Was, bitte - hab ich falsch gemacht?
Ich erzog Dich - wie's mir passt.
Hat nicht geklappt - noch nicht mal fast.

Ich stehe auf - was sehe ich?
Den Herrn beim ersten Morgenlicht.
Am virtuellen Schreibpapier,
mein lieber Mann - mir graut vor Dir.

Was sollen nur die Nachbarn denken?
Sie anzusehen, kann ich mir schenken.
Ich habe Angst vor ihrem Blick:
"Dein Mann ist ja komplett verrückt".

Ich geh durchs Dorf - so oft alleine,
mit Frau Hund - so schwer die Beine.
Schau nicht nach links - auch nicht nach rechts,
überall schreibst Du mich schlecht.>

Betreten blickte ich zu Boden.
Mich mit Worten auszutoben,
ist eine Sucht - Ihr ahnt es schon,
hervorgerufen - klar, vom Mohn.

Geh ich in der Früh zum Bäcker,
hole Brötchen - frisch und lecker,
gibt's für mich - und nicht nur heut,
die - mit feinem Mohn bestreut.

Jetzt endlich wird mir erst bewusst,
dass ich mein Leben ändern muss,
da Mohn die Sinne nur verwirrt.
Kein Wunder, dass mein Hirn abschmiert.

Alkaloide - Milchsaft - giftig.
Bei mir wirkt das nun scheinbar richtig.
Die Synapsen schon verklebt,
und der Besitzer - überdreht.

Die Bäckerei - sie ist mein Dealer,
und ich - ich bin der arme Spieler,
den man ins Verhängnis trieb.
Doch ansonsten - bin ich lieb.

Heut Morgen habe ich's vergessen,
schon wieder zwei davon gegessen.
Nun gut, ich geb es zu - oh weih.
es waren derer - eher drei.

Die Liebste - gibt es sonst noch Fragen?
Muss es heut erneut ertragen.
Doch ab morgen - das ist Pflicht,
ehrlich - ja - ich ändere mich.  17.11.2013
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Postfach

Wenn du in Dein Postfach schaust,
vielleicht auf nette Nachricht baust,
erwartet dich - wie ich das kenn,
in der Regel - doch nur Spam.

Kaufen, was grad billig ist.
Hinweis, dass Du nicht vergisst,
dass demnächst das Weihnachtsfest,
die Regale bersten lässt.

Angebote neuer Reisen,
es verführen - leckere Speisen,
dazu die Nachricht - was man trägt,
falls sich die Waage überschlägt.

Hauptgewinn beim nächsten Lotto,
Gewürzpaket für das Risotto,
das Dir winkt - kaufst du den Herd,
der Spitze ist - die Summe wert.

Mal eben nach der Zukunft fragen,
oder erste Schritte wagen,
zum Casino - hier und dort.
Das Postfach voll - ich denk an Mord.

Vom Alter her kommt jetzt die Zeit,
spezieller Spams - ich bin bereit,
doch standfest widerstehe ich,
manches - supi - braucht man(n) nicht.

Neueste Bücher - und CD,
etwas Salben - tut's grad weh,
Kannen, Gläser, Hosen, Töpfe,
Kämme, Tassen, Hemden, Knöpfe.

Baumarktwerbung - dann und wann,
nur so werd ich zum echten Mann.
Tickets fürs Konzerterlebnis.
Ich hab sie längst - das ist's Ergebnis.

Der Headhunter - der mich grad braucht,
damit bei uns der Schornstein raucht.
Sowie der erste Hinweis schon,
wo ich im Alter später wohn.

Für Spams von der Versicherung,
bin ich nicht alt - und nicht zu jung.
Und manche Bank verspricht mir jetzt,
demnächst den großen Fisch im Netz.

Das meiste lösch ich - ungelesen,
gehe mit dem großen Besen,
durch das Postfach - das geht schnell,
mit dicken Borsten - virtuell.

Nur kommt bei Euch - bei alldem Schmu,
jetzt auch noch Reim um Reim dazu.
Ihr Lieben - auch wenn's langsam reicht,
kommt mehr dazu - bedauere Euch.   16.11.2013
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Scharmützel

Wenn ich nicht stets hungrig wär,
verrückt aufs Essen – deshalb schwer,
wär ich leicht – wie eine Feder,
das sag nicht ich – das sagt fast jeder.

Sitze ich beim Mittagsmahl,
ist mir das – komplett egal,
denn man(n) sollte nicht vergessen:
Wer etwas leistet – muss auch essen.

Hin und wieder bin ich brav,
entwickele mich dabei zum Schaf,
und mümmele fleißig am Salat,
das fällt nicht leicht – ist ein Spagat.

Ohne Fleisch – und die Hydrate,
die der Kohlen – ist´s fast schade,
dass man sich die Zeit noch nimmt,
die zum Essen – ja, das stimmt.

Ich schreibe mich – um Kopf und Kragen,
ich sollte solchen Spruch nicht wagen,
denn der Kollege – Alexander,
nimmt mich vermutlich – auseinander.

Doch oftmals hilft das Reimen mir,
mich zu besinnen – jetzt und hier,
dass mancher Mist nur Eines ist:
Überflüssig – dass Ihr´s wisst.

Und wenn ich einmal lachen kann,
auch beim Essen – dann und wann,
mit einem kleinen Seitenhieb,
meines Chefs – ist mir das lieb.

Grad so im Moment gefangen,
ist mir mein Denken durchgegangen,
und dafür – klar, da schäm ich mich,
hier, per Reim – und öffentlich.

Mein Chef meint nur < Schaut ihn nur an,
wie er sich kaum beherrschen kann,
wie der Reim schon wieder sprießt,
wie er in Gedanken liest.>

Ich schaute – Flucht aus dem Scharmützel,
tief versonnen – auf mein Schnitzel.
Ich kenne ja das Arbeitsrecht,
bin ich nicht brav – ergeht´s mir schlecht.

Nun bin ich satt – sogar an Worten,
und das öffnet mir die Pforten,
zu einem netten Abend nun,
morgen gibt’s genug zu tun.

Und dass ich einmal leichter werde,
mich nicht mehr – wie verrückt gebärde,
das kann sein – ich nehm´s mal an.
Nur weiß ich leider noch nicht – wann.  14.11.2013
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Finale Inspektion

Anstatt jetzt noch im Stroh zu wühlen,
steh ich auf - ich muss ja Spülen.
Die Gäste fort - die Küche voll,
es war sehr schön - daher kein Groll.

Ich versuchte, mich zu drücken,
doch schaut nur auf die neuen Lücken,
links und rechts des Eck(en)zahn:
Vergeblich - und umsonst getan.

Nun stehe ich hier an der Spüle,
die Hand im Wasser - und ich kühle,
meine Wunde - nun mit Eis.
So dreht mein Leben - sich im Kreis.

Gläser, Teller, Töpfe, Tassen,
dazu gilt es, noch aufzupassen,
dass ich das Laminat nicht tropf.
So viel Pflicht - mir schwirrt mein Kopf.

Jetzt bin ich stolz - ich hab's geschafft,
hab mich bemüht - SIE hat die Kraft,
und nun warte ich ganz still,
ob sie jetzt - noch sonst was will.

Ein Blick zur Uhr - die Seele kocht,
eine knappe Stunde noch,
dann fahre ich - ins Ruhrgebiet,
und schau mir an - was dort geschieht.

Begleite meinen Geißbock gerne,
hin nach Bochum - in die Ferne,
und hoffe auf ein schönes Spiel,
für uns 3 Punkte - wär mein Ziel.

Doch schwebt das Schwert des Damokles,
dass die Liebste mich auch lässt.
Sie hat den Schlüssel - zu dem Schloss,
das mich hier hält - sie ist der Boss.

Sie sagt, ich hätte lange Leinen,
was soll dann bitte - an den Beinen,
die Kette aus Vanadium?
Legierter Stahl - sagt an, warum.

Klirrend geh ich in die Küche,
schaue nochmals - und ich wische,
auch den letzten Krümel weg,
es ist ja für den guten Zweck.

Ich nehm mir ihre Nagelfeile,
beginn das Wetzen - ich hab Eile,
die Zeit, sie rennt - die Liebste schweigt,
kein Daumen hoch - kein Gruß, kein Like.

Doch merke ich - ich komm nicht weiter,
der Stahl ist stark - so stark, ja, leider.
Und so wart ich - Stunden schon,
auf die finale Inspektion.            10.11.2013
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Frei

Kurz ne Info – nebenbei:
Ich habe dieses Weekend frei.
Die Liebste legt den Schlüssel weg,
zu meinem Kerker – ach, das schmeckt.

Gestern Abend fing es an,
besser spät – als (n)irgendwann.
Sie ließ mich gehen – Gruß und Kuss,
hin zum Konzert – was sie nicht muss.

Doch hat im Horoskop gestanden,
zu viel Druck – sei eine Schande.
Das hat sie dann – wohl über Nacht,
zum Zweifel an sich selbst gebracht.

Sie meinte zu mir: <Sag mal, ehrlich:
Bin ich zu grob – und zu gefährlich.
Fühlst Du Dich gar eingezwängt?
Und vielleicht zu sehr beengt?>

Ich war verdattert – schaute dumm.
Das fällt nicht schwer – nehmt´s mir nicht krumm,
weil ich nicht der Hellste bin,
zu viel Staub – kein Licht darin.

Ihr kennt ja nun seit Jahren schon,
mein Dasein – und die Religion,
die da heißt – ganz rein und echt:
SIE ist gut – und ICH bin schlecht.

Ihr Sinneswandel – nein, kein Hohn,
verwirrte mich am Ende schon.
Ich dachte mir – dass sie mich prüft.
Mein Angstschweiß tropfte – lief und lief.

Sag ich jetzt Ja – heißt´s dann <So, so!
Du bist des Lebens – echt nicht froh?
Wenn das so ist – will ich Dir schenken,
den Kellerraum – um nachzudenken.

Dann stelle ich Dir diese Frage,
demnächst erneut – nicht heut am Tage,
und dann denk nach – und zwar sehr gut.
Jetzt reiz mich nicht – bis auf das Blut.>

Sag ich jetzt Nein – verpasse ich,
vielleicht den ersten Zug zum Licht.
Die Entscheidung fiel nicht leicht,
es war ein Kampf – ich sag es Euch.

Nun heute weiß ich – hier gereimt,
sie hat es wirklich ernst gemeint.
Und so darf ich – welch ein Ziel,
morgen gar – zum Fußballspiel.

Die Liebste – scheint mich doch zu lieben,
zumindest zwischen 6 und 7,
hat sie grad ne Stunde Zeit.
Ich habe frei – wie mich das freut.  09.11.2013
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Lernfähig

Meine Frau sprach heut zu mir,
dass ich bald meinen Kopf verlier,
wenn ich es nicht unterlass,
sie schlecht zu machen - oder fast.

Ich schaute sie verwundert an,
wie sie sowas sagen kann,
mir sei es schließlich doch bewusst,
dass ich mich benehmen muss.

Wenn ich mal etwas Falsches schreibe,
wenn ich mal nicht ganz sachlich bleibe,
dann doch nur - weil es sich reimt,
nichts ist so - wie es hier scheint.

Sie schaute auf - sie war verblüfft,
(Ich habe mich halt gut im Griff),
und wusste nicht - man sah's Ihr an,
ob sie mir jetzt trauen kann.

Die Finger hinter meinem Rücken,
fein gekreuzt - hab Mut zur Lücke,
sah sie nicht - doch ich vergaß,
den großen Spiegel - Glück ist Glas.

Das ganz plötzlich jäh zerbricht,
sage ich die Wahrheit nicht.
Und so sah sie - Unheil naht,
was sich hinterm Rücken tat.

Die Tasten treff ich - gut und sacht,
seit diesem Zeitpunkt - auf Verdacht.
Die Augen haben kaum mehr Zweck,
sie schlug mir - meine Brille weg.

Meine Sicht ist ausgebootet,
meine Ohren nun verknotet,
unterm Kinn - ein Schleifchen dran.
Einfach so - weil sie es kann.

An der Gurgel jetzt ein Treppchen,
geradewegs - gleich hinterm Kettchen,
daher kann ich - seit diesen Tagen,
mein Essen zur Verdauung tragen.

Meine Lippen - durchgekocht,
stecken jetzt im Nasenloch,
die Zähne - nur noch einzeln heil,
sammle ich nun Teil für Teil.

Die Liebste spricht: <Ich hab Dich gern.
Sag mir an - hast Du gelernt,
was wichtig und was richtig ist?>
Ich stammele: <Gewiss, gewiss!>

Viel mehr reden - kann ich nicht,
zu sehr geschwollen - mein Gesicht.
Doch habe ich gelernt - ganz echt,
bin ich nicht brav - ergeht's mir schlecht.  06.11.2013

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Hank

Hamster Hank - und Haushund Riley,
zaubern auf mein face ein Smiley,
das mich zu einem Reim verführt.
Ehre dem - dem sie gebührt.

Werbung ohne Langeweile,
ohne Hektik - ohne Eile,
am TV so gern gesehn,
einfach nett - und einfach schön.

Wenn's weitergeht - so freu ich mich,
Ihr habt mich damit - kalt erwischt.
Haushund Riley - Hamster Hank.
Ebay macht uns ein Geschenk.  01.11.2013
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Fremd

Heut Morgen - zu sehr früher Stund,
stellt ich den Antrag bei Frau Hund,
ob sie in der Lage sei,
mich zu begleiten - kurz nach 3.

Auch für Frau Hund - so sagte ich,
sei die frühe Runde Pflicht,
hier auf den Teppich - sei nicht toll,
denn schließlich war die Blase voll.

Sie sah mich an: <Bist Du verrückt?
Jetzt? - Hier gehen? - Jetzt? - Ein Stück?
Du hast ja wirklich einen Schuss.
Ich sage Dir - dass ich nicht muss!>

Nun gut, ich habe mich zuletzt,
dann am Ende durchgesetzt.
Es war nicht früh - es war schon 6,
der Reim verlangt die 3 - verhext.

Ich legte ihr das Halsband um,
ging vor die Tür - das war nicht dumm,
tat hier meinen ersten Schritt,
jedoch Frau Hund - sie kam nicht mit.

Die Pfoten fest - wie betoniert,
in die Fliesen eingeführt,
stand sie da - auf fremdem Grund,
ich - ihr Dickkopf - und Frau Hund.

Schaute nur: <Jetzt mach mal Pause.
Hier bin ich halt nicht Zuhause.
Und da Dein Weib - noch oben ratzt,
ist Dein Wunsch - nun für die Katz.

Ich kann es tief im Innern spüren,
Du, mein Herr - willst mich entführen.
Da mache ich nicht mit - oh nein.
Wenn Du gehen willst - geh allein!>

Ich holte mir drauf einen Meißel,
hämmerte sie raus - nicht leise,
und weckte gar die Nachbarschaft,
glaubt es mir - ich brauchte Kraft.

Zog Frau Hund - den Hals in Länge,
das sind des frühen Morgens Zwänge,
und bracht es fertig - Herr und Dog,
dass sie sich - gar ein Mal hockt.

Jetzt liegt sie hier - ganz brav, wie immer,
still im fremden Gästezimmer,
die Fremde hat ihr nicht behagt,
heute Morgen - jung der Tag.

Ich habe Angst - gleich aufzustehen,
wenn sie die Bescherung sehen:
Der Meißel liegt noch - bei der Treppe,
ach, wenn ich's doch - gelassen hätte.  01.11.2013
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Halloween 2013

Ich nahm mir allen Mut zusammen,
scheute weder Stress - noch Schrammen,
und sprach heut meine Liebste an,
ob sie mir wohl helfen kann.

Mein Herz - es pochte in der Brust,
als ob es fast zerspringen muss.
Ich zitterte - wie Espenlaub,
doch sie war für mein Elend taub.

Ihre Augen schossen Blitze,
sah sie nicht, wie stark ich schwitze?
Sie fragte nur - verschränkt die Arme,
was ich denn wolle - Gott, erbarme.

Ich sprach: "Oh, Du - Beherrscherin,
des Taschengelds - zu Halloween,
hätt ich gerne - wenn's Dir passt,
einen Vorschuss - irgendwas.

Eine Maske für das Feste,
einen Umhang - eine Weste.
Jedes Jahr dasselbe Lied:
Halloween - and trick or treat."

Ich merkte - hinten rum beim Darm,
ward es plötzlich mächtig warm.
Das war die Angst - das war die Sorge,
an diesem frühen, jungen Morgen.

Sie sah mich an - ich hatte Schiss,
in der Hose - ganz gewiss.
Sie sah mich an - sie holte Luft.
Von unten stieg spontan mein Duft.

"Die Frage - sie erübrigt sich.
Wozu, mein Held - gibt's Dein Gesicht?!
Stehst Du vorm Kühlschrank - kurze Dauer,
werden Milch und Sahne sauer.

Der Käse wird gleich - auf die Schnelle,
ranzig, fleckig - er wirft Wellen.
Das Sprudelwasser - sprudelt nicht.
Die Einzige, die's schafft - bin ich.

Die es schafft, Dich zu ertragen,
auch mir schlägt's oftmals auf den Magen,
doch unseren Freunden - wirklich, echt,
wird's bei Deinem Anblick schlecht.

Im Dorf, der Stadt, im ganzen Land,
hinter vorgehaltener Hand,
warnt man schon die Kinderschar,
vor Deinem Antlitz - ja, ist wahr.

Daher mach ich's mir jetzt bequem.
Dein Ersuchen. - Abgelehnt!"
Ich ging zum Spiegel - er zersprang.
Sie hat wohl recht. - Was fang ich an?  30.10.2013
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Radio

Ich sitze hier - halt irgendwo,
im Parkhaus - und am Radio.
Lausche dem vertrauten Klang,
des WDR - der Tag fängt an.

Mit Musik - ich liebe das,
mit Infos, Unsinn und mit Spaß,
mit allem, was ich heute brauch,
die Songs zum Träumen - die gibt's auch.

90 Jahre durch den Äther,
mein Dabeisein gab's zwar später,
doch seitdem bin ich ihm treu,
jeden Tag - und immer neu.

Wie einsam wär die lange Fahrt,
ohne Stimmen - laut und zart,
aus dem weiten Rundfunknetz,
stets gemocht - und stets geschätzt.

Musik, die mich so oft begleitet,
die mich prägt und die mich leitet,
die wichtig ist - ja, für mein Lot,
mehr noch - als mein täglich Brot.

Die Finger trommeln auf dem Steuer,
nicht abgelenkt - sonst wird es teuer,
doch immerzu - mit einem Ohr,
bei der Sendung - das kommt vor.

Livekonzerte - die wir lieben,
Musikgenuss - schon früh ab 7,
und mancher Hinweis auf Tourneen,
du liebe Zeit - ist das nicht schön.

Fußballspiele - wie es kocht,
am Radio - gesprochenes Wort,
wenn ich mal nicht - so dann und wann,
beim Geißbock selber jubeln kann.

Radio, das auch verbindet,
neue Freunde, die man findet,
weil man bei Gigs die Menschen findet,
die derselbe Spaß verbindet.

Ohne Radio - ist halt so,
und es stimmt - das sowieso:
Ohne Radio - das soll's geben,
könnte ich nur schwerlich leben.

Daher nun dieses kurze Danke,
für Unterhaltung - ohne Schranken,
fürs Radio hören - den Genuss,
für die Musik - und für die Lust.

Und wenn Ihr mich erfreuen wollt,
fände ich es wirklich toll:
"Radio GaGa" - das von Queen.
Ihr habt Euch diesen Reim verdient.  29.10.2013
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Gewogen

Gottseidank und ungelogen,
hab ich mich heute früh gewogen,
und hatte daher kein Problem,
heute vor die Tür zu gehn.

Der Sturm zerzauste mir das Haar,
doch ohne Anflug von Gefahr.
Die Erdanziehung – sag ich kess,
hielt mich gut am Boden fest.

Bäume hat der Sturm entwurzelt,
Stühle sind im Hof gepurzelt,
Blätter weht er durch das Land,
doch ich – ich hielt ihm prächtig Stand.

Ich hab ihn einfach ausgelacht,
als er sich mit viel Schwung entfacht.
Ich ging hinaus – und stellt mich ihm,
ließ ihn an mir zupfen, ziehn.

Er kräuselte mein graues Haar,
ich denke – dass er wütend war.
Doch irgendwann ward´s ihm zu bunt,
da zupfte er – frech an Frau Hund.

Ich hielt sie fest – stramm an der Leine,
stemmte meine langen Beine,
in den Boden – so soll´s sein,
und ließ mich auf den Wettkampf ein.

Frau Hund hob kurz vom Boden ab,
doch da ich sie gehalten hab,
dank des Konterns – des Gewichts,
gewann er diesen Wettkampf nicht.

Ich glaube fest, er wird mich hassen,
inzwischen hat er nachgelassen,
und versucht´s – macht seine Welle,
an anderen Orten – anderer Stelle.

Wie gut, wie schön – ich hab´s geahnt,
dass ich nicht abnahm – wie geplant.
Wer weiß, wo ich jetzt sonst schon wär,
Gottseidank – bin ich zu schwer.

Manchmal hat Gewicht auch Gutes,
und jetzt bin ich frohen Mutes,
dass der Herbststurm mich nicht stemmt.
Na klar – bin ja kein schmales Hemd.

Nur hab ich Angst – er ist verstimmt,
und dass er nächstens Anlauf nimmt,
Dass ich ihm – da wächst der Frust,
demnächst Revanche gewähren muss.

Ich fliege wirklich furchtbar gerne,
mit dem Flugzeug – in die Ferne,
doch nur wenn ich´s entscheiden kann:
Wohin – mit wem – warum – und wann.  28.10.2013
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Macken

Kleine Macken hat doch jeder,
einen Astbruch an der Zeder,
im Küchenschrank nicht alle Tassen,
kleine Spleens - und die in Massen.

Jeder hat so kleine Schwächen,
wisch sie fort - mit einem Lächeln.
Schön ist's erst - wird Dir bewusst,
dass man nicht normal sein - muss.

Wenn du dann noch Menschen hast,
die das mögen - oder fast,
die dich mögen - wie du bist,
bist du gar vom Glück geküsst.

Mit denen Albern eine Pflicht,
und fast dann wie Normalsein ist,
mit denen du auch schweigen kannst,
dann stimmt alles - voll und ganz.

Halt dir diese Menschen fest,
denn dann, wenn du sie gehen lässt,
bist du dein Unglück selber Schuld,
Freundschaft ist nicht nur ein Kult.

Liebe, Freundschaft - Salz im Leben,
weil andere Menschen dir das geben,
was dir fehlt - wenn du's nicht hast:
Das Gegenstück - das einfach passt.

Ich hab's gefunden - vor Dekaden,
manchmal muss man Glück nur haben,
zur rechten Zeit - am rechten Ort,
ein kurzer Brief - ein nettes Wort.

Dazu die Freunde - die es braucht,
ja, diese Menschen - hat es auch.
Und selbst wenn ich mal überdreh,
hat das Bestand - wie ich das seh.

Und so freue ich mich weiter,
sitz wie das Fröschchen auf der Leiter,
ganz oben - quak bei Sonnenschein.
Da seht Ihr es - bin nicht allein.

Der Mann im Ohr - der bleibt mir ständig,
stets auf Zack - und stets lebendig.
Ihr seht - so weist mir nicht die Tür,
ich kann im Grunde - nichts dafür.

Ich bin ein wahres Unschuldslamm,
das natürlich froh sein kann,
dass es Menschen hat - wie Euch,
nicht abgeschreckt - von dummen Zeug.

Macken haben letztlich alle,
doch leider halt - in meinem Falle,
hab ich davon - so lest es hier,
viel viel mehr - als gerade Ihr.  27.10.2013
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25

Wer, bei Gott - in aller Welt,
hat letzte Nacht die Uhr verstellt?
Jetzt sitz ich hier - und bin perplex,
heute Morgen - gegen 6.

Die innere Uhr ist überlistet.
Sommerzeit - war nur befristet.
Jetzt brauch ich wieder ein paar Tage,
zum Eingewöhnen - keine Frage.

Ich sitze hier - und schaue dumm,
in der dunklen Gegend rum.
Niemand da - die mit mir spricht,
jetzt, im ersten Dämmerlicht.

So träume ich still vor mich hin,
denk an gestern - das macht Sinn,
an nette Menschen - den Besuch,
an treue Freunde - wie gesucht.

Die einen kamen - quer durchs Feld,
mit den Rädern - nicht für Geld,
gäben wir sie jemals her,
Freundschaft - das ist so viel mehr.

Das sind Stunden - dran zu denken,
ihre Zeit, die sie uns schenken,
das ist Nähe - und Gefühl,
Herzlichkeit - ein klares Ziel.

Die anderen kamen kurz darauf,
schlugen nach der Fahrt hier auf,
die sie ein weites Stück geführt,
schön, wenn man die Freundschaft spürt.

Ein Abend zum Erzählen, Lachen,
zum Die-Nacht-zum-Tage-machen,
zum späten Tschüss dann - in dem Wissen,
dass wir's wiederholen müssen.

Derweil ich hier vom Leder ziehe,
Sonntagmorgen - in der Frühe,
wird es langsam draußen hell,
die Minuten rennen schnell.

Heut ist ein Tag - in Land und Stadt,
der 25 Stunden hat,
was fange ich nur - wo und wann,
mit der einen mehr jetzt an?

Für etwas sinnvoll aufzuraffen?
Ich glaube, dass da Welten klaffen,
weil ich heute - nehmt es hin,
einfach faul - und müde bin.

Den Tag nur einfach tröpfeln lassen,
was ich denk - in Worte fassen,
und ansonsten gar nichts tun.
Stunden - um mich auszuruhen. 27.10.2013
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Herbststurm

Der erste Herbststurm in der Nacht,
hat uns nicht um den Schlaf gebracht.
Als er wie wild die Möbel dreht,
da schliefen wir – es war schon spät.

Er schob die Stühle hin und her,
nun gut – sie sind nicht allzu schwer,
er gab nicht Mühe – macht nicht schlapp,
und irgendwie – hat´s ja geklappt.

Heut Morgen hab ich brav sortiert,
und den Sturm schön vorgeführt.
Alles steht an seinem Platz,
seine Bemühen – für die Katz.

Ich stand so da – der Sinn so frei,
da fiel mir ein – ganz nebenbei,
dass man jetzt schon – es fängt an,
den Drachen steigen lassen kann.

Ich muss wohl – ja, das gilt´s zu sagen,
dumm gegrinst – gelächelt haben,
weil der Hieb – der mich jäh traf,
mich völlig aus der Richtung warf.

Ich fiel nach vorne – aufs Gesicht,
die Liebste schimpfte: „Jammere nicht!“
Und half mir dann – bevor sie gammeln,
meine Zähne einzusammeln.

Die Schneidezähne – oh, mein Gott,
war´n aufgereiht im Blumenpott,
die Backenzähne – nicht gespuckt,
die habe ich – im Schreck verschluckt.

Die Lippen einem Schlauchboot ähnlich,
der Anblick – er ist selten dämlich,
sie sehen aus – nein, nein, kein Witz,
als seien sie jetzt aufgespritzt.

Die Augen blau – der Kopf ganz dick,
wo sie mich traf – ein Hieb ins Glück.
Was tat ich – dass ich leiden muss?
Ich bin mir keiner Schuld bewusst.

Dass man schon mal Gedanken denkt,
in falscher Hinsicht – hm, geschenkt,
denn das Seilchen hing nicht mal,
an ihrem Bein – was soll´s – egal.

Sie züchtigt mich schon auf Verdacht,
weil´s ihrer Ansicht Sinn auch macht,
da ich sei – wie ich halt sei,
resistent – belehrungsfrei.

Ich werde vor dem Spiegel üben,
alleine – in der Wohnung drüben,
auf dass ich nicht mehr grinsen muss.
Phantasie – birgt oft Verdruss.     23.10.2013
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Hubertusnacht

Ich habe im Exil geschlafen,
denn die Gatter - samt den Schafen,
belegten ja mein eigenes Bett,
fürs Annakind - so lieb und nett.

Mir ist dabei nun sehr bewusst,
dass sie nicht mehr zählen muss,
denn die Augen - auf Gewähr,
standen gestern Abend quer.

Hubertusnacht gab's in der Eifel,
und ich habe keine Zweifel:
Sie hatte Spaß - und es war schön,
es war ihr rundum anzusehen.

Den Park durchstrolchen - Tiere füttern,
mit Leo, Omas, Tanten, Müttern,
das erste Mal Motorrad fahren,
Elektrobike - mit wilden Haaren.

Nun warte ich - nach früher Runde,
artig, brav - und samt Frau Hunde,
dass man sich - vom Schlaf gezähmt,
nunmehr aus dem Bett bequemt.

Oh, ich würde dafür bürgen:
Frau Hund möcht mich jetzt gern erwürgen,
weil sie hier - und das bewusst,
vor dem Zimmer warten muss.

Lass ich sie - dort in den Nebel,
Menschendunst - mal gerade eben,
macht sie mir die Weiber wach,
was früh am Tage - Sinn nicht macht.

Frau Hund liegt grad mit ihrer Nase,
unterm Türschlitz - in Ekstase,
schnüffelt sie - Ihr wird's zu bunt,
sich nach und nach die Nase wund.

Sie schaut mich an - und auf die Dauer,
wird sie - ja, so glaub ich - sauer:
<Warum lässt mich der alte Mann,
nicht ins Zimmer - sag mir, wann.>

Da ich nun um Verständnis heische,
ihr meine Hand zum Frieden reiche,
schnauft sie - heftig und entrüstet,
ich denk mal - auf Krawall gebürstet.

Draußen wird es langsam heller,
erstes Licht fällt in den Keller,
und ich denke - in Bälde schon,
geht's hier rund - so wie gewohnt.

Ich wünsche Euch - nen schönen Tag,
hab gerade mal Hallo gesagt,
genießt den Sonntag - denkt an mich,
das war die Kür - gleich kommt die Pflicht. 20.10.2013
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On the rocks

Oh, mein Gott - ist das zu fassen?
Die Liebste hat mich grad verlassen.
Jetzt ist für mich der Ofen aus,
allein, allein, allein Zuhaus.

Selbst für Frau Hund - verbranntes Land,
war ich ganz kurz nur interessant;
Als ich jetzt grad mein Brötchen aß,
und sie stumm lauernd vor mir saß.

Sie hat ihr Stückchen Wurst bekommen,
sie hat es ohne Dank genommen,
und ist nun fort - in ihrer Box,
mein Leben kalt - yes, on the rocks.

Die Liebste sitzt im Kinosessel,
ist von einem Film gefesselt,
und ich - ich armes Menschenkind,
klage nun mein Leid dem Wind.

Als ich bat, mich mitzunehmen,
meinte sie, ich sollt mich schämen.
Ich sollt doch wissen - (solch ein Mist),
wo mein Platz im Leben ist.

Den ganzen Tag - mal kurz gesagt,
hätt ich Ausgang schon gehabt.
Dass es jedoch die Arbeit war,
sei ihr egal - ...das war mir klar.

Ich solle fein Zuhause bleiben,
ein wenig am Computer schreiben,
etwas reimen - etwas dichten,
Worte für mein Büchlein mischen.

Ich sei ja - am PC, dort oben,
immer bestens aufgehoben.
Und wenn ich schreibe - etwas zanke,
schimmeln mir nicht die Gedanken.

Jetzt steckt ein Kloß in meiner Brust,
denn ich hab heut - keine Lust,
doch nichts zu Schreiben - ängstigt mich,
das ist halt so - denn Pflicht ist Pflicht.

Stellt sie fest - kommt sie nach Hause,
ich war faul - ich machte Pause,
werd ich sehen - das wär schade,
was ich von Ignoranz dann habe.

Dann hätte ich mich wohl verzockt,
dann hilft mir nur der Weg zum Doc,
der mich sorgsam wieder flickt,
stundenlang - und Stück für Stück.

On the rocks - mir ist's so eisig,
und ganz bestimmt - das Eine weiß ich:
Auch wenn ich jetzt alleine bin,
bin ich folgsam - das macht Sinn.  16.10.2013
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Sodom und Gomorrha

Heute Morgen glatt verschlafen.
Als sich unsere Blicke trafen,,
traf mich fast der Schlag - schon 8.
Frau Hund hat fast - ins Fell gemacht.

Sah mich an und tänzelt stumm,
ich dachte erst noch - Stell Dich dumm.
Doch dann hat schnell die Pflicht gesiegt,
da Schiss im Zimmer - mir nicht liegt.

Ich dachte bei mir: <Sei schön helle.
Wer badet's aus? - Auf alle Fälle,
ich - Lakai - ja, meinereiner.>
Und so griff ich schnell zur Leine.

Damit fing der Tag schon an.
Ich dachte noch - mein lieber Mann,
bleib schön ruhig - und mäßige dich.
Ich ging hinaus... - und ward erwischt.

Das Unkraut sprießte um die Mauern.
Natürlich könnt Ihr mich bedauern,
wenn es nur - kein Aber, Wenn.
doch aus reinem Herzen käm.

Jedoch - ich ahne Hinterlist,
und ich bin mir sehr gewiss,
dass Ihr denkt - Geschieht ihm recht,
Bewegung ist bei Fett - nicht schlecht.

Nun hab ich schon den Hof gefegt,
mich mit Unkraut angelegt,
und ihm - nach der langen Nacht,
wieder den Garaus gemacht.

Nun sitz ich hier - mach kurz mal Pause,
und betrachte das Zuhause,
denke mir - ist nett geworden,
der Liebsten - Ihr gebührt der Orden.

Wenn sie nicht so grausam wär,
zu mir - wär alles halb so schwer,
doch meinte sie: "So spät erst wach?
Mein Lieber - Du bist altersschwach.>

Dass ich dank dieses Spiels mit Ball,
erst spät im Bett war - klarer Fall.
Doch wer braucht bitte - ja, das traf,
8 Stunden an Erholungsschlaf?

Sodom und Gomorrha - lauern,
hinter unseres Hauses Mauern.
Drauf sah sie mich gefährlich an,
wie nur sie das macht - und kann.

Ich hab gelernt - ich zieh den Stecker,
und stelle morgen früh - den Wecker.
Wer lange schläft - und lange ruht,
schafft nicht sein Pensum - gar nicht gut. 12.10.2013
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Regenwetter

Wochenende - Regenwetter,
Sonnenschein - der wäre netter,
doch auch, wenn nicht die Sonne lacht,
wichtig ist - was man draus macht.

Ich könnte mich - an solchen Tagen,
sicherlich im Haus vergraben,
mit der Decke - überm Haupt,
aus der mein grauer Schopf dann schaut.

Doch dann wird mir schnell bewusst,
dazu hab ich - keine Lust,
ein bisschen Regen - gar nicht schlimm,
da ich ja nicht aus Zucker bin.

Heut Abend ab ins Stadion,
zum Fußballspiel - ein schöner Lohn.
Ich bin dabei - mit sehr viel Spaß,
macht Deutschland heut - die Iren nass.

Und sollte es halt anders sein,
selbst dann bin ich ja nicht allein,
dann feiere ich - ganz froh und kühn,
einfach mit den Fans in Grün.

Morgen wird erneut gebacken,
den Teig auf heiße Steine packen,
und freuen, wenn das Brot - mit Duft,
nach frischer guter Butter ruft.

Butter - nicht zum Streichen - legen!
Leckeres Brot - ein wahrer Segen.
Und selbst wenn's regnet - ganz egal,
schmecken wird es allemal.

Am Sonntag auf den Montag freuen,
die Woche - sie beginnt aufs Neue,
und Montagabend hat das Dach,
ein neues Kleid - das Laune macht.

Scheint die Sonne - heiß und pur,
schnurrt des eigenen Zählers Uhr.
Und scheint sie nicht - dann ist's halt so.
Ein eigenes Kraftwerk - macht uns froh.

Am Sonntag Lesen - etwas Schreiben,
gemütlich mal Zuhause bleiben,
etwas Fernsehen - das geht auch,
und gutes Futter - für den Bauch.

Mit Frau Hund durchs Feld spazieren,
vielleicht auch meine Frau verführen,
falls ich - und das wär wichtig dann,
mal kurz aus meinem Keller kann.

Gene Kelly hat im Rain gesungen,
das werd auch ich - denn Junge, Junge,
gute Laune - weil ich's mag,
ist auch bei Regen angesagt.  11.10.2013
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Gegähnt

Ich befinde mich jetzt gerade,
in einem jener schönen Tage,
zwischen Frühjahrsmüdigkeit,
und Winterschlaf – es tut mir leid.

Während ich die Wörter schreibe,
rückt der Schlaf mir schon zu Leibe,
und ich gähne – wie ich kann,
den Monitor von Herzen an.

Und meine fast – dies wilde Gähnen,
liegt daran – es ist zum Schämen,
dass ich´s hier verewigt hab.
Ich fühle mich so müde – schlapp.

Und stell mir vor – das lässt mich lachen,
was wohl jetzt die Leser machen,
eventuell – ich nehm´s in Kauf,
reißt auch Ihr – den Bagger auf.

Sagt ehrlich an – Ist´s Langeweile?
Oder doch die eine Zeile,
in der ich grad vom Gähnen schrieb.
Habt schon Recht – ich hab Euch lieb.

Ich gähne immer mehr – und oft,
liegt´s vielleicht am Sauerstoff,
den ich hier oben grad nicht hab?
Oh Gott – wie wird die Luft mir knapp.

Es ist doch gerade erst Oktober!
Was soll dann bitte der Zinnober?
Das macht gewiss die Heizungsluft.
Das frühe Dunkel – ist ein Schuft.

Gott sei Dank – oh, es ist wahr,
gibt’s hier keine Kamera,
die mich jetzt beim Schreiben knipst,
na, das wäre auch ein Witz.

So brauch ich nun – welch frohe Kunde,
auch nicht meine Hand – vorm Munde,
und gähne herzhaft – froh drauf los,
der Zwang zu Gähnen – er ist groß.

Hab ich Euch nun angesteckt?
Klickt den Reim doch einfach weg.
Ich bin ehrlich – wie ich bin:
Das war ja auch - der tiefere Sinn.

Ich will hier nicht alleine jappen,
und dachte mir – es muss doch klappen,
dass ich´s Gähnen – grad mal eben,
im Netz verbreite – das soll´s geben.

Das End vom Lied – ist nun, Ihr Lieben:
Ich hab mich selber müd geschrieben.
Doch keine Angst – lasst Euch nicht stressen,
ich gähne nur – will niemand fressen. 08.10.2013
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Zwang

Am Samstag nicht so gut geschlafen,
am Sonntag wohl – im eigenen Hafen,
sprich – in unserem Wasserbett.
Ich durfte das – SIE war so nett.

Vielleicht als kleines Dankeschön,
für das Konzert – ich will´s so sehn.
Vielleicht hat sie sogar gedacht,
dass sie mir eine Freude macht.

Nun komm ich von der Arbeit heim,
ich will entspannen – das muss sein.
Da schaut die Liebste – und sie spürt,
dass mir vor Angst das Blut gefriert.

<Wie? Du willst tatsächlich Ruhn?
Für Dich gibt es genug zu tun!
Geh nach oben – Schreiben! Schreiben!
Du sollst mal bei der Stange bleiben.

Dein Buch – es schreibt sich nicht alleine.
Du willst jetzt nicht? – Ich mach Dir Beine.
Da war ich einmal gut zu Dir…
Jetzt frage ich mich glatt – Wofür?

Der Herr will machen – was er will?>
(Ich schaute nur – und blieb ganz still).
<Und gibt mir keine Antwort nicht?
Gib Acht – wenn Dich mein Schlag erwischt.>

Ich war gewarnt – zog´s Haupt schnell ein,
jedoch, das war es nicht allein:
Der Tritt, der drauf mein Schienbein brach,
der schmerzte sehr - <Gemach, gemach!

Ich geh schon hoch – an den Computer,
und zwischen Drucker, Fax und Router,
schreibe ich – ich bin schon brav…>
Bevor der nächste Hieb mich traf.

Nun gibt es zwar noch keinen Titel,
jedoch ein weiteres Kapitel.
Das schrieb ich grad bei Lampenlicht,
im Schweiße meines Angesichts.

Ja, wer weiß – wenn sie mich treibt,
und der alte Mann viel schreibt,
vielleicht kommt gar was – bei heraus.
Die Liebste sagt – sonst sei´s mein Aus.

So haute ich nun in die Tasten,
und alles geht zu Euren Lasten…
Habt Ihr Euch gedacht – nein, nein.
So einfach wird´s für Euch nicht sein.

Denn neben vielen, vielen Seiten,
sucht mein Sinn – auch mal das Weite.
Und den findet er – vielleicht,
im Reim – ganz schnell – ich denk, das reicht. 07.10.2013
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1, 2, 3

Und wieder einmal – 1, 2, 3,
ist ein schöner Trip vorbei,
auf den – weil er so plötzlich kam,
man sich noch nicht mal freuen kann.

Es gab ihn nicht – in unserer Planung,
und wir hatten keine Ahnung,
dass Germanwings uns – froh beschwingt,
mal eben kurz nach London bringt.

Viel gesehen – viel erlebt,
vieles, das die Stimmung hebt,
und über den perfekten Ton,
von Barry – tja, das schrieb ich schon.

Die Arena von O2,
von der Akustik her – der Clou,
einzigartig und perfekt,
was den Wunsch nach mehr nun weckt.

Das Hotel war einfach prima,
und trotz Regen – auch das Klima.
Camden Market – wieder schön,
so viel zu kramen – viel zu sehn.

Die Menschen freundlich – und das Essen,
war perfekt – nicht zu vergessen:
Die Begleitung war es auch,
das ist es – was ein Tag so braucht.

Ein Tag – um einfach schön zu sein,
den schließt du in Gedanken ein,
und nimmst ihn ewig mit dir mit,
so lange es – Gedanken gibt.

Die Freude im Gesicht zu sehn,
des jeweils anderen – das ist schön,
und dann noch dieses Glücksgefühl,
an der Arena – das sagt viel.

Du könntest wie auf Wolken schweben,
und weißt – das alles zu erleben,
ist keine Selbstverständlichkeit,
und trotzdem – Nimm dir nur die Zeit.

Was morgen kommt – das weißt du nicht,
freu dich an dem Spaß – dem Licht,
freu dich – wenn´s dir hell erscheint,
das Leben gut und farbig meint.

Freu dich an Künstlern – auf den Bühnen,
die gut sind – den Applaus verdienen,
gib dich den Melodien hin.
Ich weiß es – weil ich glücklich bin.

Freu dich an Freundschaft – und an Menschen,
an Liebe – und aus jenem Kännchen,
der Lebenslust – den großen Schluck,
noch ist es voll – es gibt genug. 05.10.2013
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Gewitterziege

Ich erklomm grad meine Stiege,
sitz hier oben – am PC.
Es klingelt – die Gewitterziege,
kläfft heut nicht – und das tut weh.

Läuft nicht mit gesträubten Haaren,
hin zu unserer Wohnungstür.
Ich kann mir den Gehörschutz sparen,
ich habe ihn – und weiß, wofür.

Sie ist so laut, wie selten eine,
und wenn ihr Bellen laut erschallt,
dann würde ich am liebsten weinen,
mit wird es heiß – und wieder kalt.

Sie schaut mich an - <Komm lass uns gehen.
Es hat geklingelt – wer mag´s sein?
Ich halt´s für besser, nachzusehen,
denn dieses Haus – es ist ja mein.

Mein Revier – gehört verteidigt,
mein Revier – und das der Frau.
Jetzt schau mal bitte nicht beleidigt.
Das wusstest Du schon lang – genau.>

Doch heute herrscht hier – nichts als Stille,
weil auch Frau Hund – mal Urlaub macht.
So ist´s recht – so war´s der Wille,
vor dem Fluge – vor der Nacht.

Nun bin ich zwar im Geist umnachtet,
vom Alter her – schon fast senil,
doch weiß ich nicht – was SIE erwartet,
gerecht zu werden – ist kein Spiel.

Erwartet sie – da hilft nur beten,
dass ICH jetzt belle, wenn es schellt?
Dass ICH nun gar Frau Hund vertrete?
SIE fragt da nicht – ob´s mir gefällt.

Eben sprach sie – ziemlich peinsam,
und sah dabei – so komisch her,
sie fühle sich jetzt ziemlich einsam,
ohne Hund sein – fiel ihr schwer.

Ich ölte mir perfekt die Stimme,
und als es klingelt – war ich dran,
ich probte Aufstand – hier im Zimmer,
und der Paketdienst – schaut mich an.

Nun gut – er kennt nicht dieses Leiden,
welches ich – ertragen muss,
ich bin schließlich – von uns beiden,
ungeliebt – kein Herz, kein Kuss.

Und muss jetzt gar im Hause Kläffen,
glaubt es mir – weil es so ist,
gegen das Den-Hund-vergessen,
sie ist halt so – dass Ihr´s nur wisst. 02.10.2013
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Kurze Woche

Für uns gibt’s eine kurze Woche,
kaum hat man am Stress gerochen,
ist er auch – schon fast vorbei.
Ich freu mich, Chef – nun ja, verzeih!

Jetzt steh ich tief in dem Konflikt,
wem ich diesen Reim nun schick.
Den ein und anderen – so sieht´s aus,
nehm ich besser – schnellstens raus.

Denn wer sich selbst ein Grübchen gräbt,
ist selber Schuld – wenn man ihn schlägt.
Das kenne ich schon sehr genau,
von meinem Chef – und meiner Frau.

Doch wenn ich mich ganz still verhalte,
und ganz brav auf Doof sein schalte,
merken sie´s vielleicht ja nicht,
dass mich purer Spaß beschlich.

Oh weh, ich höre sie schon reden:
<Das klappt vielleicht ja sonst – bei jedem.
Doch Dich verstellen – geht halt nicht,
weil Du´s schon bist…> - Oha, erwischt!

58 – liebe Leute,
das ist nun mein Alter – heute,
und irgendwie hab ich gedacht,
dass ich´s noch schaffe – wär gelacht.

Was ich mir in den Kopf gesetzt,
das klappte meistens – bis zuletzt.
Und so bin ich – keine Wahl,
ab morgen – rundherum normal.

Ich muss mich nicht mehr laufend schämen,
verstecken – oder ständig grämen.
Ich bin jetzt sachlich – spinne nicht,
wie´s dem Alter auch entspricht.

Ich schreib mir nichts mehr von der Seele,
wobei ich wohl nicht ganz verhehle:
Ein bisschen was – geht immer noch,
gegen das mentale Loch.

Doch muss ich´s dann ja nicht verschicken,
nur schreiben, speichern – mich beglücken,
und sieht´s dann niemand – jetzt, ab bald,
werde ich – in Würde alt.

Muss nicht von kurzen Wochen faseln,
und sollten die Gedanken rasen,
dann trotze ich des Antriebs Herden.
Wie soll ich sonst vernünftig werden?

Doch jetzt – hier an des Reimes Ende,
freu ich mich auf der Woche Wende.
Denn vernünftig – keine Sorgen,
bin ich schließlich – erst ab morgen. 01.10.2013
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Pilotenschein

Die Liebste macht bei uns Daheim,
nunmehr den Pilotenschein,
so hört sich´s an – nach letzter Nacht,
denn ich bin davon – aufgewacht.

Zwei Jets – sie flogen – war mir sicher,
rundherum – durch unsere Küche,
die Liebste raste wie ein Blitz,
gab Schub – in des Piloten Sitz.

Die Turbinen brüllten auf,
sie gab dem Triebwerk freien Lauf,
Geschwindigkeit ist schließlich Pflicht,
sonst klappt nachher die Landung nicht.

Doch weshalb – ich musste schreien,
flog mein Herzblatt nicht im Freien?
Ich rief, ich schrie – doch aus, der Traum,
bei diesem Lärm – hört man mich kaum.

Ich stopfte mir – nicht dumm geboren,
reichlich Watte in die Ohren,
ging dann zur Küche – gut gedeckt,
sonst fräst sie mir – mein Haarkleid weg.

Da stand sie – an der Arbeitsplatte,
doch trotz Schutz im Ohr – dank Watte,
drang der Lärm mir – bis ins Hirn,
und klopft – von innen – an die Stirn.

Links und rechts – an Hebeln mischend,
stand sie nah dem Küchentische,
gab hier kurz Gas – und bremste dort,
sie hat Talent – glaubt mir aufs Wort.

Ich brüllte laut: <Wo fliegst Du hin?
Ich möchte mit – denn ja, ich bin,
glatt schon wieder urlaubsreif,
das macht das Alter – der Verschleiß.>

Da zeigt sie wortlos auf die Platte,
tippt dann kurz – an meine Matte,
das heißt – dass ich nen Vogel habe.
Na, das find ich aber – schade.

Der Lärm – er kam nicht von Turbinen,
nein, oh nein – es war´n Maschinen.
Von Vorwerk war´s – der Thermomix,
und gleich zwei Mal – da kennt sie nix.

Sie sprach – sie müsse Korn jetzt mahlen,
denn statt Brot heut zu bezahlen,
mahle sie – mit der Maschine,
ihrer eigenen – und von Mine.

Ich solle gleich den Ofen heizen,
denn aus Roggen, Dinkel, Weizen,
gebe es heut frisches Brot.
Und weigere ich mich – wär´s mein Tod. 29.09.2013
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Wer?

Wer hat mir - in aller Welt,
letzte Nacht die Uhr verstellt?
Ich bin - laut gähnend - aufgewacht,
und stellte fest - noch finstere Nacht.

Eigentlich kommt früh am Tage,
nur die Liebste grad infrage,
die - als ich ins Bettchen ging,
noch friedlich vorm TV hier hing.

Ich nehme an - sie hat gelauscht,
ob ich schlafe - dann getauscht,
den kleinen Zeiger - unserer Uhr,
warum tun Menschen so was nur?

So schlug ich schon die Äuglein auf,
um kurz nach 4 - und nehm inkauf,
dass ich jetzt hier sitzen muss,
und fleißig reime - gegen Frust.

Heut ist der letzte Urlaubstag,
gleichwohl ich meine Arbeit mag,
hätte ich den gern genutzt,
zum länger Schlafen - solch ein Schmutz.

Hab jetzt schon längst Frau Hund geschleift,
gefrühstückt - und nachher, vielleicht,
schreibe ich noch - am Roman,
was hat sie mir - nur angetan?!

4? - Nicht wirklich meine Zeit.
Ich bin der Liebsten Anschlag leid,
und schließe unsere Uhr jetzt ein,
das kann - vielleicht - die Lösung sein.

Zwei Stündchen wären gut gewesen,
stattdessen müsst Ihr hier nun lesen,
wie mich ständig - meine Frau,
triezt und triezt - oh ja, genau.

Sitzt jetzt hier - geraume Zeit,
und sagt dann noch - es tät ihr leid.
Ich glaub's ja nicht - ist das zu fassen?
Dann hätt sie's besser - gleich gelassen.

Erzählt mir was - von inneren Weckern.
Nun gut - ich will nicht wirklich meckern,
doch hat sie sicher - hab's gefühlt,
auch daran schon - gedreht, gespielt.

Dann sagt man mir - was mich bewegt,
ich sei bestimmt schon aufgeregt,
wegen unseres Geißbocks Match,
schon jetzt gefangen - und gecatcht.

Ne, ne - jetzt redet Euch nicht froh,
es war mein Weib - es ist halt so.
Was bin ich doch ein armes Schwein,
könnt jetzt noch tief - im Schlummer sein. 27.09.2013
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Naturalien

Jetzt habe ich - fühl mich als König,
die Liebste in der Hand - nicht wenig,
denn sie hat - auf sich - bestellt,
und braucht zur Zahlung - reichlich Geld.

Wir schlossen nämlich - voller Wonne,
ein Agreement - mit der Sonne:
Sie liefert Licht - wie ewig schon,
und wir - wir machen daraus Strom.

Die Liebste unterschrieb nun gestern,
mit ihrem Namen - doch am besten,
hätte sie gefragt - ganz prompt,
ob sie auch das Geld bekommt.

Sie tat es nicht - jetzt hab ich sie,
bestens in der Hand - wie nie,
und schlief nun gestern - ach wie nett,
statt tief im Keller - froh im Bett.

Sie hat jetzt Angst, ich lass sie hängen,
und beginnt, mich leis zu drängen,
ich möge ihr doch sagen - ob,
das klappe.... - bin ich denn bekloppt?

Endlich bin ich obenauf,
lass meiner Freude freien Lauf,
wär da nicht die Freundesschar,
die mich jetzt plagt - Mensch, ist doch wahr.

Die Freunde sprachen: <Keine Sorgen.
Vertraue nur dem jungen Morgen,
denn das Gesparte - welche Freude,
gehört Euch schließlich - allen beiden.>

Na, das ist ja wohl entzückend,
und irgendwo auch sehr bedrückend,
wenn ein Freund dir - wie bestellt,
von hinten in den Rücken fällt.

Gestern noch im Bett geschlafen,
wie in einem sicheren Hafen,
doch heute - da sie das nun weiß,
ist der Keller - wohl mein Preis,

Endlich - darf ich das so nennen (?),
hätte ich mal stark sein können,
doch hast du Freunde - armer Wicht,
brauchst du Feinde - eher nicht.

Da fällt mir ein - das wird noch teuer,
denn sie kennt nichts - von der Steuer,
und drum zahlt - meine Dahlie,
demnächst - in Naturalien.

Wie gut - dass ich mir helfen kann,
bis später - morgen, irgendwann (?j,
die nächste kommt - und zu ihr spricht:
<Ich mach das gern - so gräm Dich nicht.> 26.09.2013
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Kamin

Eben fiel mir - Weh und Ach,
schmerzhaft der Kamin aufs Dach,
auf das Dach - dass oben sitzt,
und mir - meine Synapsen schützt.

Ich will mich ja nicht selber loben,
doch hat das Handwerk goldenen Boden,
und beim Backen - Spaß statt Pflicht,
irgendwie sogar für mich.

Ich hacke, feuere - bis es duftet,
nach frischem Brot - es wird geschuftet,
da merkt man mir fast gar nicht an,
dass ich nichts darf - weil ich nichts kann.

Ich stoch den Ofen - bin befremdet,
dass alles ohne Unglück endet,
wo ich doch diese schlimme Gabe,
der zwei linken Hände habe.

Doch hab ich mich zu früh gefreut,
denn gerade eben - gerade heut,
drehte ich den Schornstein rum,
und das entpuppte sich - als dumm.

Denn ehe ich mich recht versah,
war das Unheil mir schon nah,
klopfte kurz und heftig an,
und schlitzte mir mein Haupt - oh Mann.

Ich ging zur Liebsten: <Tröste mich.>
Sie schaut aufs Haar: <Bist nicht mehr dicht.
Doch - so nimm es bitte leicht,
auch vorher war die Birne weich.

Normal bist Du - musst Dich nur lesen,
auch vorher - niemals nicht gewesen.
Das Loch im Kopf - das rot jetzt blüht,
macht da keinen Unterschied.

Nun lasse bitte flott das Jammern,
man muss nichts Nähen, Kleben, Klammern,
und Dein Hang - zu der Dramatik,
ist schon wirklich - einzigartig.>

Nun sitze ich im Hof - verbittert,
mein Gehirn - gewiss erschüttert,
und die Liebste - nebenbei,
ruft mir nicht - die 1 1 2.

Das Brot, es duftet schon enorm,
ist kross gebacken - und in Form,
nur ich - ich bin jetzt leicht verdötscht,
auf linker Seite - einen Blötsch.

Beim nächsten Brot, dass wir bald backen,
werd ich mich - in Watte packen,
damit mir das - ich hab's gespürt,
nicht erneut - noch mal passiert. 24.09.2013
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Eine Woche

Eine Woche Urlaub noch,
das ist perfekt - ich sag es doch.
Die Seele baumelt - und ich denk,
Urlaub ist - wie ein Geschenk.

Eine Woche - die wird reichen,
draußen unser Haus zu streichen,
doch keine Sorge - es ist richtig,
dass ich's nicht tu - denn das ist wichtig.

Ansonsten wär's komplett gestrichen,
Fenster, Türen, alle Nischen,
das Dach am besten noch gleich mit,
weil's bei mir - kein Halten gibt.

Dafür ist der Fachmann da,
oder meine Frau - fürwahr,
da ich nicht unterscheiden kann,
ist's Glas, ist's Stein - da ist was dran.

Wahrscheinlich - oh, Ihr kennt mich ja,
pappte ich mich - das ist klar,
wahrscheinlich selber an die Wände,
ob des Problems - zwei linke Hände.

Eine Woche - an den Ofen,
Brote backen - ist für'n Doofen,
ja, auch selbst für mich perfekt,
weil ich's kann - und weil es schmeckt.

Eine Woche - und zwei Spiele,
Gründe für ein Match gibt's viele,
Bundesliga - Nummer 2,
und auch Pokal - ich bin dabei.

Zwar nicht vor Ort - wär das auch Pflicht,
doch die Liebste lässt mich nicht,
so schau ich es mir an - auf Sky,
viel schöner wär's - wär ich dabei.

Eine Woche - mit Frau Hund,
durch die Felder - hält gesund,
eine Woche - freuen wie'n König,
auf London–Town - und das nicht wenig.

Eine Woche pflegen lassen,
von der Liebsten - alle Kassen,
(wenn sie's nicht liest - wär das mein Glück,
manchmal bin ich schon verrückt).

Eine Woche - zum Genießen,
Augen zu - und hoch die Füße,
eine Woche - freie Zeit,
der nächste Urlaub - der ist weit.

Eine Woche - fleißig Schreiben,
eine Woche - artig bleiben,
eine Woche - kurz mal weg,
eine Woche - hm, das schmeckt. 23.09.2013
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Currywurst

Im Hürth-Park macht die Currywurst,
mächtig auf das Shoppen Lust.
Gehört dazu - ist gute Sitte,
da lass ich mich nicht lange bitten.

Am Wagen - stets die Hölle los,
und ist der Hunger noch so groß,
so stellt man sich - ob kurz, ob lange,
duldsam wartend in die Schlange.

Links die Schlange - lang wie rechts,
da ist Geduld - gewiss nicht schlecht,
und so ist man - irgendwann,
an der Reihe - freundlich dran.

Einfach, doppelt, extra scharf,
jeder wie er's will - und darf,
ein Stückchen frisches Brot dazu,
und schon hat meine Seele Ruh.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter,
ich freu mich wie die kleinen Kinder,
auf meine Schale - leckere Wurst,
hab ich danach auch mächtig Durst.

Da darf die Liebste - ganz behände,
shoppen ohne Stopp und Ende,
(ich hoffe nur, dass sie's nicht liest,
sonst wär es für das Sparbuch mies).

Jetzt hoff ich nur - ach, könnt's doch sein,
es gefällt Euch dieser Reim,
dann gäb's vielleicht - jedoch kein Muss,
ömesöns - die nächste Wurst. 22.09.2013
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Verpeilt

Jetzt hat das Schicksal Euch ereilt,
habt Euch verzockt - habt Euch verpeilt,
weil Ihr dachtet - Es wird Licht,
der Alte reimt im Urlaub nicht.

Doch nach des Frühstücks frischen Brötchen,
ereilt mich ganz spontan ein Nötchen,
(Ne, ne - ich mein nicht körperlich,
nur im Hinblick aufs Gedicht).

Ich sag der Liebsten - <Musst verstehen,
muss Dich verlassen - muss jetzt gehen.>
Dann nehme ich mein iPad mit,
und schau - was es sagen gibt.

Dass es dabei - von früh bis spät,
doch nur ums Schwadronieren geht,
um leere Worte - ohne Sinn,
nehmt es bitte klaglos hin.

Und doch - die frische Nordseebrisen,
hier im Reiche der Ostfriesen,
spornen mich gewaltig an,
da tut der Dicke - was er kann.

Spamt Euch - und das find er toll,
nach und nach das Postfach voll,
zwar nicht sofort - doch irgendwann,
ich fange ja nun grad mal an.

Schreibe ja nicht nur Gedichte,
sondern auch an der Geschichte,
die eines Tages - denk ich mal,
im Reißwolf landet - tja, egal.

Lektoren prüfen - denken: Shit.
Das Manuskript erhält den Tritt,
und landet dann - nach kurzem Flug,
im runden Ordner - das wär klug.

Doch Reime gibt's seit ein paar Tagen,
schon 2.000 - sonst noch Fragen?
Ich weiß schon nicht mehr - welch ein Mist,
da man das - wirklich schnell vergisst.

Und doch - ich halt mich weiter dran,
bis Ihr vielleicht - und irgendwann,
Euer Postfach zügig löscht,
verständlich wär's - für den, der's möcht.

Also glaubt nicht - seid bereit,
dass unser Urlaub Euch befreit,
die Elektronik ist's, die trifft,
und notfalls auch Papier - und Stift.

Notfalls schreibe ich mein Schwafeln,
auch mit Kreide auf die Tafeln,
nur damit ich - mit Euch spiele,
und dabei - mein Nötchen kühle.19.09.2013
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Spiegel

Wenn du im Kopf 2 Augen hast,
dann siehst du hell - zumindest fast.
Denn ein Spiegel - vor der Nase,
bringt die Hellsicht in Ekstase.

Immer wenn das Essen kam,
war ich schon vorab im Plan,
weil ich es von vorne sah,
dazu sind die Spiegel da,

War es auch in diesem Falle,
ein großes Fenster - spiegelt alle,
die Kellnerin, die Liebste, mich,
und die Speisen - lecker, frisch.

Die Kellnerin - war schon verwirrt,
doch hat sie sich zum Schluss geirrt:
Ich bin nicht wirklich übersinnlich,
nur ein Fuchs beim Schauen - bin ich.

Wir lachten laut - und jedenfalls,
aus vollem Herzen - vollem Hals,
ein bisschen Spaß - liegt auf der Hand,
im schönen - Ost- und fries(en)land.

Fühlst du dich - man muss es loben,
im Urlaub bestens aufgehoben,
dann fällt dir zwischendurch was ein,
und sei es nur - ein dummer Reim.

Dann lehnst du dich zurück - behaglich,
für die Figur ist's eher fraglich,
doch schmeckt das Essen - ganz enorm,
ich war schon vorher - außer Form.

Saßen hinten in der Ecke,
ähnlich fast - wie im Verstecke,
und die arme Kellnerin,
lief vor, zurück - und wieder hin.

Ja, sie hat heut Gehbeschwerden,
verzichtet zwar auf Drohgebärden,
doch das Mädchen - blitzgescheit,
tut mir jetzt entsetzlich leid.

Muss für uns die Knie belasten,
ach Gott - ich würde besser fasten,
weil es dann - falls Ihr versteht,
nicht nur mir - viel besser geht.

Nicht nur mir - und meinem Bauch,
nein, der jungen Frau wohl auch,
jedoch, wir haben "angedroht",
wir kommen wieder - "große Not".

Zum Lokal - Dornumersiel
wohlzufühlen wird zum Spiel.
"Alte Schmiede" - grad entdeckt,
weil es dort - fantastisch schmeckt. 18.09.2013
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Schicksal?

2 weise Damen meinten gestern,
(unbekannt - doch geistig Schwestern),
der liebe Gott - so habt gut Acht,
hätt sich beim Sprittausch - was gedacht.

Beide schrieben's - unabhängig,
ich nehm es hin - bin nicht mehr quengelig,
denn wenn's so sein soll - soll es sein,
auf jeden Fall - sind wir Daheim.

Wer weiß - doch will ich's gar nicht wissen,
was hätten wir ertragen müssen,
wär die Fahrt - sagt, wer es ahnt,
so gelaufen - wie geplant.

Vielleicht hätt jemand uns geschnitten,
man läge mit gebrochenen Rippen,
irgendwo - jetzt im Spital,
der Grad zum Schicksal - manchmal schmal.

Ein Lkw - ein Rad verloren,
irgendwo im Stau gefroren,
bei Regen, der vom Himmel rinnt,
wie gut - dass wir Zuhause sind.

Wahrscheinlich alles gut gelaufen,
doch kannst du dir vom "wenn" nichts kaufen,
weil manchmal - auch wenn man's vergisst,
der Blitz sogar - beim ...... trifft.

Der liebe Gott - hat sich gedacht,
wenn er mich etwas dümmlich macht,
hat er mich besser in der Hand,
das ist nicht schwer - fehlt der Verstand.

Er baut ein kleines Hindernis,
mit Vorsatz - und gewisser List,
und auch wenn's Kosten dann verschlingt,
weiß er wohl - dass es was bringt.

Dazu lädt er - das soll so sein,
den Werkstattmann zur Hochzeit ein,
denn der hätt sonst - wohl ganz bedacht,
ein paar Stündchen mehr gemacht.

Glück im Unglück? - Wer kann's wissen?
Und doch erleichtert's mein Gewissen,
dass ich vielleicht - so nehmt es hin,
nicht ganz komplett - verblödet bin.

Wir genießen nun die Pause,
ein weiterer Sonntag - und Zuhause,
doch Montagmorgen geht es los,
die Freude ist perfekt - famos.

Dann lassen wir uns nicht mehr halten,
und beim Tanken werd ich schalten.
Oder aber... - ganz genau:
Es tankt die Chefin - meine Frau. 15.09.2013
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Diesel

Wie gut, so schlecht - mein Herz, es weint,
dass Diesel nicht auf Esel reimt,
obwohl - es ganz besonders passt.
ICH bin der Esel - oder fast.

Urlaubsstart - der Motor brummt,
mit ruhigem Klang - rundum gesund,
doch die Tankuhr - sie zeigt an,
dass sie was vertragen kann.

Sie spricht zu mir - grad durch den Äther:
<Tanke jetzt - denn wenig später,
wäre sonst - die Fahrt vorbei,
mit leerem Tank - winkt Schieberei.>

Gesagt, getan - und angehalten,
jedoch gehör ich zu den Alten,
und weiß halt manchmal - immerzu (?),
nicht so recht - was ich da tu.

Fuhr an die Säule - zog den Schlüssel,
stieg aus - und nahm spontan den Rüssel,
(und bevor jetzt jemand grinst,
den vom Tankplatz - glaub, du spinnst).

Schob den Rüssel - in den Stutzen,
dort erfüllt er seinen Nutzen,
und ergießt den Inhalt dort,
zum Wohl des Fahrzeugs - jetzt, sofort.

Mit vollem Tank - da kommst du weiter...,
doch aufzupassen - wär gescheiter,
vor allem dann - falls Ihr versteht,
wenn auf dem Deckel - "Super" steht.

Getankt, bezahlt und losgefahren,
wer Diesel tankt - der kann wohl sparen,
doch nur beschränkt - von kurzer Dauer,
dann reagiert die Leitung sauer.

Zeigt mir an - durch gelbes Licht,
dass aus mir - das Alter spricht,
und so steh ich - welch ein Wahn,
wartend an der Autobahn.

Wartend auf den Abschleppwagen,
nicht um nur "Hallo" zu sagen,
nein, er nahm den Wagen mit,
hin zur Werkstatt - erster Schritt.

Dort steht er nun bis Montagmorgen,
macht mir Kummer - macht mir Sorgen,
weil die Liebste nicht vergisst,
wessen Dummheit - das jetzt ist.

Zwei Tage Urlaub - glatt verschenkt,
weil ich handele - doch nicht denk,
und so weiß ich - ganz gewiss,
wo mein Platz - zum Schlafen ist.

Dort träume ich - vom Unterschied,
von Kraftstoffsorten - die es gibt,
und schäme mich - ja, das macht Sinn,
dass ich so arg verworren bin. 14.09.2013
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Schwimmhaut

Ich schau heut Morgen ganz verstört,
auf das App - habt Ihr's gehört,
dass es laufend regnen soll?
Ohne Ende - gar nicht toll.

Denn wir fahren heute - endlich,
Richtung Norden - dadurch kenntlich,
dass jetzt die Wahrscheinlichkeit,
auf 100 steht - du liebe Zeit.

Prozentwert hundert - Regen, Regen,
und wenn wir uns ans Meer bewegen,
dann nur im Nerz - dem von der Stange,
gelb - ostfriesisch - preiswert - lange.

Wind und Meer und Wellen - Leute,
wir werden nun dem Herbst zur Beute,
doch habe ich - als ersten Schritt,
genug am Buch - zum Lesen mit.

Sobald die Brille nass geregnet,
sobald Herr Petrus mich gesegnet,
bin ich für den Weg ganz blind,
unbeholfen - wie ein Kind.

Bevor ich dann - ganz aus Versehen,
die Nordsee entere - müsst verstehen,
zieh ich spontan die Bremse an,
da ich nicht so gut schwimmen kann.

Und an den Füßen - an den Zehen,
möcht ich keine Schwimmhaut sehen,
irgendwie - denk ich mir - Geht nicht,
entwicklungstechnisch - und genetisch.

Ich bin zwar als ein "Fisch" geboren,
doch Schuppen auf der Haut, den Ohren,
hab ich bisher noch nicht entdeckt,
das muss auch nicht - ach, geht mir weg.

Jedoch - ich werde Ruhe finden,
mir für Frau Hund die Schuhe binden,
und rausgehen - an die frische Luft,
ansonsten wäre ich ein Schuft.

Egal ob's regnet, stürmt - ob's schneit,
Frau Hund erwartet diese Zeit,
die man sich - und das bestimmt,
täglich zum Spaziergang nimmt.

Doch sind wir dann erneut im Hause,
so nehmen wir uns eine Pause,
mit Buch, mit Tee, mit Kandisbröckchen,
statt Schwimmhaut - an den Füßen Söckchen.

Das Handy wird im Meer versenkt,
wo es tief am Anker hängt.
Urlaubszeit - und nichts als Schlaf.
Nur kurz mal Reimen - ich bin brav. 14.09.2013
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Dreizehn

Ich kenne keine Angst - bin Sieger,
deshalb bestieg ich grad den Flieger,
der uns heim - nach Kölle bringt,
nu wer wagt - der auch gewinnt.

Heut ist Freitag - heut am Tage,
und ich vergesse - keine Frage,
dass der Kalender - "13" zeigt.
Sagt an, weshalb Ihr stumm nun schweigt.

Aberglauben kenn ich nur,
beim Fußballmatch - dort wird's Tortur,
jedoch welch Datum heute spricht,
ehrlich - interessiert mich nicht.

Wo ich stattdessen ängstlich bin,
das ist - und das macht wirklich Sinn,
böte ich der Frau die Stirn,
so was käm mir nie ins Hirn.

Egal ob Mittwoch, Donnerstag,
ob Freitag - nie hätt ich's gewagt,
egal ob Dreizehn - ob der Dritte,
Gesuch um Gnade? - Keine Schnitte.

Drum werde ich stets folgsam sein,
egal ob hier - und selbst Daheim,
denn das Unglück - und der Blues,
folgt mir sonst - mit schönem Gruß.

Da brauch ich keinen schwarzen Kater,
auch ohne Leiter - gäb's Theater,
da hilft nicht mal - nicht mal sofort,
der Schornsteinfeger - aus dem Ort.

Noch nicht mal über Schultern spucken,
geweihtes Wasser - auch nicht Ducken,
nicht einmal der Rosenkranz,
ist sie verärgert - keine Chance.

Ich sehe sie - das ist perfide,
stets an einem Sandsack üben,
und daher - ist ihr Hieb nicht Spiel,
trifft ohne Gnade - stets ins Ziel.

Drum hört mir auf - mit Aberglauben,
ich werde mir den Flug erlauben,
egal welch Tag grad heute ist,
alles nur gequirlter Mist.

Dass wir längst gelandet sind,
beweist wohl auch dem kleinsten Kind,
dass ein Flugzeug dann auch fliegt,
wenn Freitag - auf der 13 liegt.

Nur das Unheil - das mir schwant,
wenn die Liebste merkt, nur ahnt,
was ich hier nun von mir gab...
Ich schaufle mir - mein feuchtes Grab. 13.09.2013
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Wachsen

Klein zu sein, ist manchmal Fluch,
doch hast du nur - ein Gästebuch,
wächst du zügig - dann und wann,
das wird so sein - ich nehm's mal an.

Denn gestern noch - am Nachmittag,
hat ich eins-achtzig - falls Ihr fragt,
jedoch am Abend - etwas später,
gab es einen weiteren Meter.

Nach dem Konzert - des "alten" Schotten,
gingen wir - du kriegst die Motten,
in eine Bar - zum Cocktail noch,
perfekter Tag - ich sag es doch.

"Hafen Hamburg" - hoch gesessen,
resümiert - die Zeit vergessen,
dabei dann kurz aufs Phone geschaut,
die Mails gecheckt - ich war erbaut.

Da gab's - auf meiner Page d e,
grad neue "Post" - und ach, oh je,
ich freute - freue königlich,
vielleicht erkennt man's am Gedicht.

Oft bekomm ich neue Zeilen,
die ich schnell - und ohne Eile,
in den großen Müllkorb schiebe,
weil überflüssig - alles Liebe.

Manchmal nur totaler Driss,
Salat von Lettern - ich hab Schiss,
dass manche Menschen - durch den Wind,
vielleicht auch - wie ich selber sind.

Die andere Nachricht - die mit Sinn,
sie macht, dass ich gewachsen bin,
und ich habe - oder fast,
nicht mehr durch die Tür gepasst.

Der Aufzug - er war viel zu klein,
kam kaum heraus - kam kaum hinein,
und stieß mir ständig meinen Kopf,
ich ward gelobt - ich "armer" Tropf.

Das Taxi fuhr nur wenig Meter,
hielt dann an - der Fahrer zetert,
er käme kaum mehr ans Pedal,
ich füllt die Zelle - oh fatal.

Das Hotelbett - viel zu kurz,
jedoch auch dieses - war mir schnurz,
ich schlief mit einem Lächeln ein,
so einfach kann das Leben sein.

Man kann mit Worten, kleinen Sachen,
Menschen große Freude machen,
das seh ich grad - erneut an mir,
ich strahle wie die Sonne hier. 13.09.2013
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Gewerbegebiet

An der Liebsten Hand - ist Pflicht,
denn wir sind bestrahlt von Licht,
grell und rot - und Sündenpfuhl,
doch das lässt mich völlig cool.

HRS hat nicht gesagt,
wo's Hotel am Ende lag:
Mittendrin - oh Gott, ich sterbe,
im Gebiet - von DEM Gewerbe.

Die Sonne geht - der Abend naht,
und der Betrieb geht jetzt zur Tat,
ich schau nach vorn - sonst werd ich blind,
bin in der Seele - fast noch Kind.

Die Liebste meint: "Mein lieber Mann,
üb Vorsicht - denn sonst greift sie an,
die Schwadron - sei sehr bedacht,
das Personal von Hamburgs Nacht.

Doch glaube mir - ich schütze Dich,
ich sehe es - als meine Pflicht,
denn Du bist - wie grad geboren,
völlig grün - dort bei den Ohren.

Hab keine Angst - ich bin ja hier,
und jawohl, ich sage Dir,
dass Dir niemand etwas tut,
jetzt komm mit raus - jetzt hab nur Mut."

Zitternd nahm ich ihre Hand,
auf dem Weg zum Taxi-Stand,
und als ich dann im Wagen saß,
war's so - dass ich die Angst vergaß.

Auf dem Weg - zu der Arena,
war ich entspannt - das ist bequemer,
als ständig auf der Hut zu sein,
denn wer so reimt - des Herz ist rein.

Genieße gleich nun das Konzert,
Rod Stewart singt - ja, das hat Wert,
und nach dem Gig - da hab ich Flügel,
von der Musik - von diesem Tiegel.

Dann schwebe ich durch Hamburgs Straßen,
erst ein Cocktail - dann fein schlafen,
und was um mich herum passiert,
ist ganz egal - hab nix gespürt.

Das Gewerbe - gar nicht teuer,
ist dann fleißig - für die Steuer,
die Straßen - sie sind überfüllt,
laut, pulsierend, bunt und wild.

Doch ich - ich hab ja meine Frau,
die mich beschützt - ich weiß genau,
dass mir nichts passieren kann,
und bin ganz ruhig - ich bin ihr Mann. 12.09.2013
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Flügel

Wie schön ist es so dann und wann,
wenn ich etwas spielen kann,
ich hab ein IPhone - ja, das bringt's,
ja, ich spiel - mit Germanwings.

Ich hab beim Fliegen keine Eile,
lese Zeitung - Wort für Zeile,
und hab ich dann die Zeitung aus,
hole ich - mein Spielzeug raus.

Versuche, den Pilot zu foppen,
zwischen Frühstück - und dem Shoppen,
und schaue kurz - ganz ohne Plan,
was so geht - gleich ab Köln-Wahn.

Er stellt sie um - Start-Landeklappen,
ich ändere das - in den Etappen,
in denen er kurz abgelenkt,
und wenn es rumpelt - hm, geschenkt.

Man muss ja schauen - klingt's auch frech,
ob er seinen Flug beherrscht,
denn man lässt - denn das würd teuer,
nicht jeden Neuling gleich ans Steuer.

Das Flugzeug kippt - da ich es leite,
unverhofft ein Stück zur Seite,
vielleicht war doch - ich mach es heil,
der Winkel, den ich nahm - zu steil.

Der Mann dort vorn - er will nach haus,
fährt landend unser Fahrwerk aus,
doch ist er hier - nicht ganz allein,
und frohgemut - fahr ich es ein.

Ach, wie schön - schaut wie ich lache,
ein IPhone - eine feine Sache,
da wird ein kurzer Flug - zum Spiel,
und ja - ich fliege gern und viel.

Doch sagt an - die Stewardess,
wieso wirkt sie denn jetzt gestresst?
Und weshalb - ist das jetzt Pflicht (?),
fesselt sie - und knebelt mich?

Und auch die Liebste schaut erbost,
mein lieber Gott - was ist nur los,
niemand mehr - versteht hier Spaß,
ich denke fast - nun ja, das war's.

Das Flugzeug - es setzt auf, ganz prompt,
na gut - ich hätt das auch gekonnt,
doch man hindert mich daran,
ich darf nicht zeigen - was ich kann.

Da wach ich auf - und stelle fest,
ich hab geschlafen - he, Protest.
Na dann - jetzt ist es auch egal,
versuch ich es - beim nächsten Mal. 12.09.2013
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Bürostuhl

Der letzte Tag - die letzten Stunden,
ich hab mich damit abgefunden,
dass ich ab morgen - welch Verdruss,
leider in den Urlaub muss.

Ich seh sie nicht mehr - die Kollegen,
stehe irgendwie im Regen,
und auch mein Drehstuhl im Büro,
der sieht es ähnlich - ist halt so.

Er ging aus Trauer - grad heut früh,
ohne Warnung in die Knie,
und wer jetzt meint - Na, das Gewicht,
der überlebt den Abend nicht...

Ich schaue - da er nicht mehr trägt:
Hat irgendjemand - dran gesägt?
Sehe keinen einz'gen Span...,
er hat es einfach - so getan.

Ich bin so leicht - wie eine Feder,
wie die aus Stahl - das weiß doch jeder...
Doch ist das nun vielleicht ein Grund?
Wahrscheinlich war er - nie gesund.

Fehler - Materialermüdung,
gewollt und so gebaut - fast Schiebung,
und doch - was soll's - sag kurz und knapp:
Die Garantie - lief lang schon ab.

Ich schau in den Vertrag hinein,
da steht gedruckt - und ziemlich klein,
dass ich wohl dafür haften muss,
zerbricht der Stuhl - na, jetzt ist Schluss.

Als ich damals eingestellt,
als junger - und als schlanker Held,
war ich fast - nur halb so schwer,
na gut - ist 30 Jahre her.

Nun sitze ich auf dem Gestänge,
mein Tag, er zieht sich in die Länge,
denn Bauch, den hab ich - ganz famose,
doch keinen Hintern in der Hose.

Und ohne Polster - ist es krass,
da macht das Sitzen keinen Spaß,
ich hoffe nur, der Urlaub reicht,
zum neu bestellen - ja, vielleicht.

Der wird im Rahmen gut verstärkt,
massiv gebaut - und zwar ab Werk,
damit er dann - ich bin gespannt,
für die letzten Jahre langt.

Ich wollt ja gar nicht Urlaub machen,
doch nun jetzt - Ihr werdet lachen,
muss ich wohl - ist das auch schade,
weil ich keinen - Stuhl mehr habe. 11.09.2013
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Leer geschrieben

Guten Morgen - Tschüss, Ihr Lieben,
ich glaube - ich bin leer geschrieben,
der Speicher ist total verstaubt,
das geht schneller, als man glaubt.

Ich versteh's - Ihr wollt mich schonen,
und auch Euch - Inspirationen,
gibt's derzeit von keiner Seite,
und so suche ich - das Weite.

Finde es wohl übermorgen,
ich komm zurück - habt keine Sorgen,
doch zwei Tage an der Elbe,
die gönne ich spontan - mir selber.

Mit der Liebsten - ja, das klappt,
nach Hamburg - in die Hansestadt.
Doch geht das nur - stell ich fest,
wenn sie mich aus dem Keller lässt.

Germanwings ist schon gebucht,
danke für den "Guten Flug",
den Ihr uns jetzt gerade wünscht,
(ansonsten werdet Ihr gelyncht).

Germanwings meint: <Ja, mein Schatz,
auch für Dich gibt's hier noch Platz.
Denn noch reicht einer - grad 1 Sitz.>
Da freu ich mich - und grins verschmitzt.

Den Regen lassen wir Zuhause,
und auch Frau Hund macht von uns Pause:
Wir ins Hotel - sie zur Pension.
Das ist perfekt - so klappt das schon.

Hafenrundfahrt - bisschen Bummeln,
Hamburg ruft - mit Hummel Hummel,
und abends winkt Rod Stewart uns,
dank perfekter Sangeskunst.

Begleitung gibt's für uns dort auch,
liebe Menschen, die es braucht,
damit ein Tag - Erlebnis ist,
ein Tag - den du dann nie vergisst.

Und wenn ich Glück hab - werd ich reicher,
es füllt sich der verstaubte Speicher,
und plötzlich finde ich dann wieder,
viele Worte - schick sie rüber.

Schade nur - ich sag's gelinde,
dass ich heute keine finde,
manchmal gibt es solche Tage,
mit viel Leere - keine Frage.

Ich werde nun tief in mich gehen.
Was der Tag heut bringt? - Mal sehen.
Auf jeden Fall - das wär schon was,
wünsche ich - viel Glück und Spaß 10.09.2013
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Herbst 2013

Und plötzlich ist es Herbst geworden,
der Regen, er setzt ein von Norden,
und Frau Hund - beim ersten Gang,
schaut sie mich groß fragend an:

<Ich? - Jetzt raus? - Bei diesem Wetter?
Hing man Dir ins Hirn Lametta,
auf dass es die Funktionen stört?
Hat man so was schon gehört?

Schau den Regen - wie es gießt,
das ist nur Eines - nämlich mies.
Da schickt man - ja, so glaube mir,
keinen Haushund - vor die Tür.>

Drauf schüttelt sie sich - kurz, doch heftig,
und schleudert mir mit Wucht - und kräftig,
das nasse Fellkleid - um das Ohr,
da komm ich - wie geduscht mir vor.

Am Ende hab ich doch gewonnen,
Frau Hund ist mit mir mitgekommen,
auch wenn es ihr ja widerstrebt,
sie hat den Gang - doch überlebt.

Im Keller - auf dem Strohsacklager,
da kennt die Frau nicht Wenn, nicht Aber,
sie legte mir - in Sorgfaltspflicht,
Decken hin - geflickt, doch dicht.

Sie meint, dass ich nicht frieren soll...,
ganz ehrlich - ja, ich find das toll,
und hab mir - zwischen Obst und Kraut,
dort unten nun - ein Zelt gebaut.

Der Hof - er wird bald winterfest,
die Blumen welken - und den Rest,
den tüten wir bald zügig ein,
der Sommer geht - so muss es sein.

Das Cabrio muss in den Stall,
na, fast wie ich - ein klarer Fall,
und bis zum Frühjahr steht es dort,
wartend, schlummernd - spricht kein Wort.

Wie wär's denn mit Altweibersommer?
Ich hab's beschlossen - Punkt, nicht Komma,
doch laut der Zeitung - Hoffnung sinkt,
hab ich mir - das abgeschminkt.

Nun gut, dann müssen wir da durch,
das kennt man schon - und keine Furcht:
Wind und Sonne, bunte Blätter,
Regen... - Kerzen machen's netter.

Bevor jedoch die Blätter färben,
lass ich den Sommer noch nicht sterben.
Ein Regentag - auch der ist schön,
wie selbst der Herbst - wir werden's sehn. 08.09.2013
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Scheiterhaufen

Wer mich anfällt - aus dem Nichts,
mir dabei den Daumen bricht,
na ja - ich sag zumindest fast,
der wird vollstreckt - damit es passt.

Nun gut, die Liebste hat gesagt,
dass sie es konkret nicht mag,
spiele ich - bei uns Daheim,
mit der Axt - und zwar allein.

Wie hätte ich denn wissen sollen,
dass das Holzscheit - seine Stollen,
mir in meinen Daumen gräbt...,
egal - nun ist es schon zu spät.

Ich schlug mit unserer Axt darauf,
da nahm das Schicksal seinen Lauf,
denn das Scheit - es sprang mich an.
Wieso? - Nun, weil es das halt kann.

Doch wer mich angreift - grad am Tage,
erfährt bei mir - jetzt keine Gnade,
und landet schnell - spontan und zügig,
im Scheiterhaufen - Leute, lüg ich?

Dort kann es jetzt ganz heiß verglühen,
durch den Kamin gen Himmel ziehen,
und falls es sich Gedanken macht,
so stört's mich nicht - ich hab gelacht.

Es sorgt nun bald - durch jähen Tod,
zumindest dann für frisches Brot,
aus dem Ofen - dem im Hof,
sonst wär's Verschwendung - und recht doof.

Mich verletzen - das ist schändlich,
doch als Folge - und letztendlich,
das Backwerk hitzen - das macht Sinn,
wie gut, dass ich ein Fuchs doch bin.

Man nennt mich jetzt - ich hör das Rufen,
den Inquisitor - den aus Grouven,
ich spähe in die Feuersbrunst,
kenn weder Gnade - noch die Gunst.

Das sollte schon - das wäre fein,
dem nächsten Holze Warnung sein:
Ein Rittberger - mit doppelt Schwung,
führt zum Brand - ganz fix und stumm.

Nachdem ich diesen Reim geschrieben,
ist nicht viel vom Holz geblieben,
außer Rauch - gepflegter Hitze,
derweil ich hier - recht achtsam sitze.

Und schreibe - ja, ich seh's als Pflicht,
über Blödsinn - über Nichts,
Ja, ist es Euch zu dumm gewesen...?
Wer sagte denn - Ihr sollt es lesen?  07.09.2013
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Alptraum

Ich hab mir in der letzten Nacht,
vor Panik fast ins Hemd gemacht,
denn gestern Abend schrieb ich noch,
von "The Wall" - ach wusst ich's doch.

Da gibt es die Erzieherin,
groß und böse - übler Sinn,
die sich dann - noch Mutter nennt,
anders als ein Kind das kennt.

Heut Abend sind wir live dabei,
wieder mal - und wieder neu,
ich freu mich drauf - ich fühl schon Glück,
und freue mich - so wie verrückt.

Nun sprach die Liebste - ganz versöhnlich,
ich müsse nicht - wie sonst gewöhnlich,
auf den alten Sack - voll Stroh,
in den Keller - ich war froh.

Ich kuschelt mich ins Bett hinein,
schlief auch schnell und artig ein,
doch in der Nacht hab ich's vermischt:
Die Mutter - und der Frau Gesicht.

Ich wäre ja so gern erwacht,
hab mir gesagt - und auch gedacht,
das sei doch nur ein wilder Traum,
doch half mir das - beschränkt nur, kaum.

Die Mauer - sie wuchs hoch und mächtig,
glatt und ohne Fugen - prächtig,
und ich hab in der Eck gekauert...
Niemand da - der mich bedauert?

Niemand riss die Mauer ein,
ich war verlassen - und allein,
und hab gedacht - ich armer Wicht,
die Nacht - die übersteh ich nicht.

Als ich heut Morgen aufgewacht,
ja, ja - da hat mein Herz gelacht,
dass es nur ein Alptraum war,
Schall und Rauch - das war mir klar.

Dann sprach die Liebste kurz zu mir:
"Mein Herz, mein Glück - wie geht es Dir?"
Dass ich dabei - zusammenfuhr,
das liegt am Traumgespinst - der Spur.

Kleine Kinder sollten halt,
selbst dann - sind sie statt klein schon alt,
am Abend nicht zu heftig essen,
und das was gruselt - schnell vergessen.

Ich fuhr zur Arbeit - hab gestrahlt,
mir alles rosig ausgemalt.
Doch als ich mich ins Auto hock,
versteckte SIE - den Prügelstock. 06.09.2013
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Mehl-Mail

Auch wenn ich Euch die Zeit nun stehle,
kommt jetzt die Mehl-Mail, die ich maile.
Und zwar nur zu dem einen Zweck.
Dann hab ich´s dumme Wortspiel weg.

Seit es heut Morgen ganz spontan,
mir in meine Sinne kam,
verlässt es mich – und das macht´s schwer,
seit diesem Zeitpunkt – nimmermehr.

Ich sprach zur Liebsten – kurz mal eben,
ich würde es jetzt gern erleben,
dass man das Korn – bald selber mahlt.
Da meinte sie: „Und wer bezahlt?“

Eine Mühle- sie sei teuer,
nicht abzusetzen – von der Steuer,
und außerdem – ihr Wort macht Sinn,
sei sie keine Müllerin.

Die Mühle – ja, sie klappere zwar,
am Rauschebach – im Lied, na klar,
doch eben – und das macht es aus,
nicht bei uns – nicht hier Zuhaus.

Mehl, das gäb´s – und zwar in Massen,
auch bei REWE – an den Kassen,
da macht man sich die Arbeit nicht,
noch selbst zu mahlen… - „Bist ganz dicht?“

Ich sprach – ich nahm mir allen Mut,
es sei für die Gesundheit gut,
Mineralstoff, Vitamine,
Frische – die ich brauch, verdiene.

Eiweißbaustein – und Aroma,
wie sprach schon weiland meine Oma:
<Die Hausfrau – die von heute, weiß,
selbstgemacht – das senkt den Preis.>

Da stand mein Herzblatt wütend auf,
mein Fluchtreflex rief schneidend - <Lauf!>
Doch schritt sie nur zum Vorratsschrank,
und öffnet ihn – na Gott sei Dank.

Zeigte mir – dort sei genug,
Mehl in Tüten – sie ist klug,
und daher… - kommt die Hungersnot,
haben wir genügend Brot.

Drum sollte ich nun innehalten,
Klappe zu – und Händchen falten,
dazu dran brav sein – nein, kein Spaß,
denn ansonsten – setzt es was.

Hiermit ist das Mehl Geschichte,
jedoch verewigt – im Gedichte,
dazu per Mail ganz kurz versandt,
auf dass ich wieder – Ruhe fand. 05.09.2013
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Mitgenommen

So weit ist es nun schon gekommen:
Ich werde abends mitgenommen,
und bereise - hab's verstanden,
kreuz und quer - per Reim - die Lande.

Das ist ok - doch tut's mir leid:
Ich habe halt nur selten Zeit,
und sitze dann - es kreist die Flasche,
trocken in der Hosentasche.

Zwischen Schlüsseln, Taschentuch,
Einkaufsbon - Notiz(en)buch,
Kaugummi und Lippenstift,
das ist für meinen Rücken - Gift.

Der Schlüssel sticht mich in die Seite,
am liebsten suchte ich das Weite,
doch hab ich mich gespannt gefragt,
was man - zu den Reimen sagt.

Nur dummerweise - gibt's Geräusche,
die durchs wilde Schnattern täuschen,
ich streng mich an - und bin ganz Ohr,
es kommt mir so verworren vor.

Ich rieche Bier - das Fleisch vom Teller,
und wünschte mich - in meinen Keller,
da hab ich Platz - das soll bezwecken,
die müden Glieder auszustrecken.

Drum angle ich mein IPhone raus,
beginn zu tippen - so sieht's aus,
um den Zug der Zeit zu stutzen,
und sie sinnvoll - gleich zu nutzen.

So reise ich - hab's nicht bestellt,
kreuz und quer - durch unsere Welt,
Deutschland noch - nun zieh ich dran,
dass ich's auch - im Ausland kann.

Reim in Englisch - jetzt nicht panisch,
und demnächst vielleicht noch Spanisch,
doch bleibe ich - das ist nicht neu,
der deutschen Sprache - ewig treu.

Sie hat so viele schöne Worte,
die sie ausmacht - von der Sorte:
Ömesöns - un Bist bekloppt,
watt häs du für ne Driss im Kopp?

Das war zwar Deutsch - doch Dialekt,
denkt Euch diese Zeilen weg,
ich liebe halt - Ihr sollt es fühlen,
dieses Stets-mit-Worten-spielen.

Und falls dann jemand kurz sie liest,
und sie vorstellt.... - Paradies!
Denn bringt man es - erst mal ans Licht,
ist's Sinn und Zweck - von dem Gedicht. 05.09.2013
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Toleranz

Heut Morgen - mir versagt's die Stimme,
sitzt eine riesengroße Spinne,
lauernd - hier am Eingangstor,
mit üblem Sinn - so kommt's mir vor.

Selbst im trüben Lampenscheine,
ahne ich die langen Beine,
acht davon - und Zahl um Zahl,
mein Grad an Toleranz ist schmal.

Als ich komme - gerade, jetzt,
huscht sie emsig übers Netz,
hat mich wahrscheinlich schon taxiert,
von fern geprüft - oh Gott, mich friert.

Emsig krabbeln ihre Füße,
schickt durchs Netz - schon schöne Grüße,
an die Familie Spinnenvieh:
"Hier gibt's ein Festmahl - yes, wie nie.

Zappelt er - erst in den Fängen,
werden wir demnächst - auf Längen,
stets genügend Futter haben,
um zu schmausen - uns zu laben.

Selbst die kleinen Spinnenkinder,
Alte, Greise - die nicht minder,
werden bald gesättigt sein,
und ich hab ihn erlegt - allein.

Wann bekomm ich die Medaille,
aufgrund Zersetzen der Kanaille...?"
... ich stand davor - ganz still und stumm,
und voller Angst - nehmt's mir nicht krumm.

Die Hosen rochen - na, wie toll,
als seien sie schon warm und voll.
Und glaubt es mir - kein Nonsens blüht:
Der Spinnen Auge - hat geglüht.

So wie feurig Kohlestücke,
suchte sie nach einer Lücke,
sobald ich mich nicht wehren kann,
springt sie mich - nachher noch an.

Bin ich erst ins Netz verwoben,
werde ich zum Mund geschoben,
mittels Zangen fein zerhackt,
wie der Herr mich schuf - ganz nackt.

Ende dann als Spinnenfutter,
ach hätte ich noch eine Mutter,
dann riefe ich: "So hilf mir, bitte,
über diese tiefe Klippe."

Heut Morgen - mir versagt's die Stimme,
haust hier eine große Spinne.
Doch da ich - davon schreiben kann,
statt reden - fang ich schon mal an. 04.09.2013
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Planung

Ich hab eine leise Ahnung:
Was im Leben zählt - ist Planung.
Weil gut geplant - lang vor der Frist,
fast schon wie gewonnen ist.

Ich liebe es - wenn man das spürt,
dass ein Plan auch funktioniert,
und daher plane ich nun schnell,
meinen Tag - ganz aktuell.

Ich plane heut - mich durchzusetzen,
die Liebste wird mich nicht verletzen,
wenn ich ihr heut Kontra geben,
passt auf - Ihr werdet es erleben.

Ich plane - morgen auszuschlafen,
in meinem Bett - dem sicheren Hafen.
Doch könnt das scheitern - ja genau,
am Chef, an mir, an meiner Frau.

Ich plane für den Abend Ruhe,
dass ich nichts als Gar nichts tue,
ob das klappt - das weiß ich nicht,
auch wenn es mir das Herzchen bricht.

Ich plane, dass wir Meister werden,
doch diese Planung - gibt's Beschwerden (?),
die gab ich schon vor langem auf,
und nehme es - ganz still in Kauf.

Geplant - dass ich die 100 packe,
doch sitzt mir meine Frau im Nacken,
und meint, wenn ich nur Siesta mach,
dann wird das nichts - na Gute Nacht.

Geplant - was man nicht planen kann,
viel Freund, viel Ehr - so irgendwann,
und wenn's vielleicht dann doch nicht klappt,
hake ich - die Planung ab.

Die Planung - dass ich nicht mehr reime,
ist am Ende - eher keine.
Denn sie ist nicht ernst gemeint,
auch wenn es vielleicht so scheint.

Ich werde nicht mehr so viel lesen...
Das wär ein guter Plan - gewesen.
Doch kauf ich Bücher - froh und träge,
als ob es morgen - keine gäbe.

Ich plant für heute - gute Laune,
doch lest und ahnt hier mein Erstaunen:
Das kann nicht klappen - ich sag's forsch:
Die Liebste sehnt - nach Clooneys Schorch.

Weil die Nespresso grad nicht läuft,
hat sie eben - laut geseufzt,
und sprach: "Ich rufe Schorch kurz an,
ob er sie - wohl holen kann."

Dass ist mein Tag - das ist mein Leben,
Planung soll - und muss es geben,
doch wird sie manchmal Rauch und Schall,
ich schaue drum - von Fall zu Fall. 03.09.2013
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Sperrmüll

Als Kind schon hab ich Angst gehabt,
von jenem ganz speziellen Tag,
kam bei uns der Lumpenmann...
Da hat man mir - was angetan.

Die Eltern sprachen ständig, leise,
sei ich nicht brav - so winkt die Reise,
im großen weiten Lumpensack,
ohne Kleider - und ganz nackt.

Hört ich drum der Schelle Ton,
war ich - der "missratene" Sohn (?),
schneller untern Tisch gehuscht,,
als Ihr das denkt - dazu ganz kusch.

Er hat mich niemals mitgenommen,
so weit ist es dann nie gekommen,
doch die Angst - Ihr lieben Leute,
ist in mir drin - und zwar bis heute.

Wenn die Liebste mir heut sagt,
morgen sei der Sperrmüll-Tag,
seh ich mich - mit Abholmarke,
ums Haus gestellt - zur alten Harke.

Zum ausgedienten Möbelstück,
zur Wanduhr - die nicht richtig tickt,
(obwohl - und das ist ja der Clou,
da passe ich recht gut dazu).

Zum Eimer - mit dem Loch im Boden,
zum alten Mantel - dem aus Loden,
wobei der wohl - mir wird's bewusst,
zur Altkleidersammlung muss.

Meine Frau - schaut mir zur Birne,
pappt die Marke auf die Stirne,
und meint - vielleicht und an für sich,
gäb's Verwendung - dort, für mich.

Irgendwo auf dieser Erde,
gäb's wohl Menschen - ganze Herden,
die schauten nicht - das mache Sinn,
ganz genau und deutlich hin.

Für die Zucht nicht mehr im Rennen,
doch Meister sei ich - ja, im Pennen,
was sie heut gewaltig stört...
Hätt sie auf Mutter - nur gehört.

Die habe sie ja stets gewarnt,
doch hätt ich mich perfekt getarnt:
Als Filou - und fast als Mann,
der spontan - ihr Herz gewann.

Als es auffiel - war's vorbei,
zu spät - und schon der Kinder 2.
Doch morgen greift sie's Glück beim Schopf,
und schon pappt's Märkchen - auf dem Kopf.02.09.2013
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Wetten

Jetzt schließt die Schwester - kurz vor knapp,
auf mich schon erste Wetten ab,
wann ich mich - denn wohl entscheide,
und zu Themen - etwas schreibe.

Zum Brot - das in den Ofen schiebt,
zum Hobby, das mir teuer, lieb,
zum Buch, das ich gelesen hab,
Konzertgenuss - dem Groschengrab.

Zum Urlaub - nahen, fernen Reisen,
zu meinem Alter - nah am Greise,
zu meiner Frau - die mich oft schlägt,
zum Päckchen - das man auch mal trägt.

Zum Schlaf, zum Wachsein - oder beidem,
zu den Fohlen - auf den Weiden,
zu Stress - gepflegter Langeweile,
hier und dort - ne neue Zeile.

Zum Spaziergang - übers Feld,
zum nicht erhaltenen Taschengeld,
zu Frau Hund - zu manchem Laster,
und zum Hof - dem neuen Pflaster.

Zur Freude - grad am Augenblick,
zum Spaß am Leben - geile Zick,
zur Freundschaft - und zur großen Liebe,
na manchmal auch - zum Schmerz, nach Hieben.

Zum Einfach-in-die-Wolken-schauen,
dem Lieben-Gott-den-Tag-versauen,
zum Fußballspiel, das heute kommt,
und zum Ergebnis - schnell und prompt.

Zum Hoch-mit-einem-Jet-fern-fliegen,
vom Verlieren - lieber Siegen,
vom Freitag - kurz vom Wochenende,
vom Montag - arbeitsam, behände.

Vom leckeren Speisen - mit dem Schluss,
dass man sich beherrschen muss,
und vom Schreiben - voller Mut,
dass man es trotzdem - nicht tut.

Vom Lachen - laut, aus vollem Herzen,
vom schönen Abend - brennend Kerzen,
von einfach - einfach auch mal Nichts,
von einfach Freude - am Gedicht.

Vom Gestern, Heute - und vom Morgen,
von einem Leben - wenig Sorgen,
von dem ich hoffe - Ihr versteht,
dass es auch so weitergeht.

Jetzt fühl ich mich - das nicht zuletzt,
vom Wetten unter Druck gesetzt.
Ob sie mich wohl haftbar macht,
wenn ich nichts schreibe? - Weh und Ach. 01.09.2013
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Caipirinha

Gestern Abend - Caipirinha,
drauf vergaß ich - Frau und Kinder,
und auch unsere Freunde gar,
er gab mir meinen Rest - na klar.

Die Liebste hat ihn uns gemacht,
kurz vorm Antritt in die Nacht,
und da ich's halt gewohnt nicht bin,
raffte mich der Cocktail hin.

Ich spürte, ich begann zu schielen,
keine Angst - ich will nur spielen,
doch als ich graue Mäuse sah,
ahnt ich - jetzt ist der Absturz da.

Ich sah die Liebste panisch an,
ob sie mich wohl erretten kann,
da sagte sie: "Jetzt halt den Mund.
Die große Maus - das ist Frau Hund.

Mit Dioptrien - minus 10,
kann man halt nur schwerlich sehn,
da ahnt man in der Dämmerung,
dies und das - Du bist nur dumm."

Ich schaute hin - ich schaute kritisch,
ich geb zu - ein wenig schnippisch,
doch dann ging's - in meinen Schädel,
dass eine Maus - wohl selten wedelt.

Wer Alkohol nicht trinkt - verträgt,
der sollte abends - reichlich spät,
das Angebot ganz strikt versagen,
dann entfällt - das frühe Klagen.

Dann müsste ich heut Früh nicht reimen,
das mag Euch ja als Gnade scheinen,
doch auch am Sonntag - so sieht's aus,
kommt aus der Nummer - Ihr nicht raus.

Ich glaube gar - Ihr Lieben, Braven,
ich hab die Nacht - im Bett geschlafen,
weil ich - und das liegt auf der Hand,
den Weg zum Keller - nicht mehr fand.

Frau General ließ Gnade walten,
und mich im weichen Bett entfalten,
und als der Kopf aufs Kissen sank,
schlief ich sofort - sehr tief und lang.

Bis heute Morgen - gegen 7.
Ja, ich weiß - ist übertrieben.
Doch morgen - ja, das schwöre ich,
geh ich ab 5 - erneut ans Licht.

Ein Cocktail - andere macht er munter,
ich dagegen - gleich der Flunder:
Völlig fertig - müde, platt,
wie der Wurm - im weichen Watt. 01.09.2013
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Brot

In der allergrößten Not,
schmeckt die Wurst auch ohne Brot.
Doch da ich nicht verzichten will,
wandert dieser Spruch - zum Müll.

Brot wird einst mein Untergang,
ich setze schon beim Riechen an,
und das Gefühl - wenn Kruste splittert...,
spürt Ihr, wie die Hand schon zittert?

...am liebsten schon zum Messer greift,
Butter auf das Brotstück streicht,
oder besser - tief bewegt,
die Butter grad stattdessen - legt.

Darauf dann Käse - leckere Wurst,
schon dran zu denken, macht mir Lust,
doch halte ich mich noch zurück,
im Hinblick auf die Waage - Glück.

Doch ab jetzt - steht hier im Hofe,
aus Guss ein feiner, großer Ofen,
in dem man prächtig backen kann,
heizt man ihn - mit Feuer an.

Brot und leckerer Flamm(en)kuchen,
Pizza werden wir versuchen,
und wer das Holz dafür zerbricht,
per neuer Axt - ja, das bin ich.

Das erste Hacken hat geklappt,
kein Arm, kein Bein, kein Finger ab,
kein Bindemittel dort gestreut,
fürs Blut, das fließt... - zumindest heut.

Heut ward der Ofen eingebrannt,
hat gut geklappt - wie ich das fand,
und morgen - morgen backen wir,
das erste Brot - es mundet mir.

Ich freu mich wie ein König drauf,
und wache ich am Morgen auf,
befeuere ich den Ofen schnell,
wird es erst mal - richtig hell.

Ihr wisst - ich bin ja angezählt,
drum hab das Teil ich so gewählt,
dass die Liebste - irgendwann,
mich darin - nicht grillen kann.

Wie schnell wär ich hinein gestopft,
drum ging mir vorher durch den Kopf:
Nimm das kleinere Teil - von RAMSTER,
bevor ich auf der Glut sonst tanze.

Leckeres Brot - so warm und frisch,
kommt uns morgen auf den Tisch,
und glaubt es mir - was ich beton,
ich freue mich - ich sabbere schon. 31.08.2013
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Tabula rasa

Wir machten gestern - hier im Casa,
viel Tabula - und auch rasa,
geräumt, geschleppt - und auch sortiert,
jetzt fühl ich mich - wie perforiert.

Wie durch die Mangel kurz geschoben,
treppauf, treppab - nach unten, oben,
denn irgendwie - bei jedem Schritt,
nehm ich jedes Pfund kurz mit.

Der Schweiß - er lief in wilden Strömen,
ich will gewiss es nicht verschönen,
doch wäre ich - nicht gar so schwer,
hätt ich an Kondition - viel mehr.

Würde wie ein Vöglein schweben,
die Kisten - stark wie Oskar heben,
wäre einfach rundum fit,
doch bin ich's nicht - und das ist Shit.

Heut Morgen spür ich jeden Knochen,
mit Frau Hund durchs Feld - gekrochen,
und selbst mein Bürzel - tut mir weh...,
ein falsches Heben - falscher Dreh.

Hätt ich nicht jedes Buch gesammelt,
hätt ich's verschenkt - wär es vergammelt,
müssten wir nicht zentnerweise,
Bücherkisten tragen - Sch...e.

Stattdessen sind mir Bücher heilig,
und diese Ansicht - ja, die teil ich,
mit der Liebsten - meiner Frau,
auch sie kennt diesen Hang genau.

Doch all die Comics - Entenhausen,
erwecken in ihr - Not und Grausen,
weil überall - und tausendfach,
ein Entenschnabel - winkt und lacht.

Dagobert wär stolz auf mich,
und ich hab Spaß - das sage ich,
denn die Taler - ihm zu eigen,
kann ich bedruckt - als Comics zeigen.

Das Zimmer - das sie hält, ist bunt,
vollgestopft im weiten Rund,
mit dem - einst fing ich damit an:
Gesammeltes - ein Leben lang.

Das stifte ich dereinst - bestimmt,
irgendwann an Kind und Kind,
oder unserem kleinen Ort,
als Lese- und als Rückzugshort.

Ich liebe Bücher - kann nicht ohne,
und egal, wo wir auch wohnen,
Bücher - ja, ich bin so frei,
waren immer mit dabei. 31.08.2013
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Start

Hurra, hurra – der Urlaub startet,
so lange Zeit – darauf gewartet,
gedacht, er werde niemals wahr,
jedoch – nun ist er endlich da.

Noch einen Tag – den Bleistift spitzen,
noch einen Tag – ganz brav dort sitzen,
noch einen Tag – an jenem Ort,
doch in Gedanken – schon weit fort.

Natürlich zählt der gute Willen,
ja, du wirst deine Pflicht erfüllen,
doch irgendwann – ist auch mal Schluss,
weil man sich – erholen muss.

Anderes sehen – anderes denken,
und dem Moment Beachtung schenken,
einfach Seele baumeln lassen,
oder feiern – hoch die Tassen.

Rundum neuen Eindruck saugen,
und zwei Wochen einfach glauben,
dass die Welt – nur dir gehört.
Jemand da – den das jetzt stört?

Intensiv den Tag erleben,
nach Ruhe und Erholung streben,
Erfolge ganz nach hinten stellen,
den Tag genießen – Meer und Wellen.

Den Kopf ganz frei von Pflichten machen,
(bei diesem Satz muss ich kurz lachen,
denn das kann ich – leider kaum.
Könnte ich´s – so wär´s ein Traum).

Die Nase in die Bücher stecken,
das Salz des Meers – im Winde schmecken,
nicht auf die Uhr – Termine sehen,
stundenlang spazieren gehen.

Neue Orte kennenlernen,
die nahen – und auch all die fernen,
die man gerne sehen will,
innehalten – auch mal still.

Das Gesicht zur Sonne halten,
die Seele weit und frei entfalten,
in dem Wissen – das dir sagt,
am schönsten ist – der erste Tag.

An dem du weißt – so glaub es mir:
Der ganze Urlaub liegt – vor Dir.
Noch nichts verbraucht – noch nichts vorbei,
frisch, jungfräulich – herrlich, neu.

Bei mir sind´s noch – 9 Arbeitstage,
ist es schlimm – wenn ich nun sage,
dass ich´s kaum erwarten kann?
Es fängt bald – mein Urlaub an. 29.08.2013
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Stinkefinger

Montagmorgen - kurz vor 7.
Wo sind die Tage bloß geblieben,
die ich noch am Freitag sah?
Weg - verbraucht - und nicht mehr da.

Ich bin hier - manch anderer nicht,
irgendwo ruft zwar die Pflicht,
doch wenn man sie nicht hören will,
dann bleibt man einfach - taub und still.

Dann verlängert mal man gerne,
bleibt der Arbeit lieber ferne,
winkt mal kurz - gibt den Kollegen,
grinsend, herzhaft - seinen Segen.

So geht man seinen Tag dann an,
tut halt einfach, was man kann,
irgendwie wird es schon gehen,
irgendwie - man wird es sehen.

Doch wächst die Pflicht dir übern Kopf,
dann hoffe drauf - dass jemand klopft,
und dich kurz zum Lachen bringt,
wundervoll - wenn das gelingt.

Denn ein Lachen - rein, von Herzen,
ein intensives nettes Scherzen,
bringt dich kurz - und grad mal eben,
wieder schnell zurück ins Leben.

Ich kenne das - und sage froh,
auch mir geht's manchmal ebenso,
dazu jedoch - erfüllt's den Zweck,
reime ich - den Frust kurz weg.

Setzt mich einfach in die Ecke,
wo ich meine Wunden lecke,
husch mit Fingern - über Tasten,
und schon sitzt dieser Frust im Kasten.

Schaut mich an - und wedelt fröhlich,
glaubt ihm nur nicht - das empfehl ich,
denn er ist - auf alle Fälle,
gut darin - sich zu verstellen.

Lässt du ihn raus - bist unachtsam,
dann zeigt er sein Gesicht - infam,
und zieht dich - im Moment noch munter,
1,2,3 - schnell wieder runter.

Drum zeig ihm nur - den Stinkefinger,
verpass ihm einen rechten Schwinger,
dazu noch 1,2 Leberhaken,
und lass ihn dann - im Kistchen quaken

Seid Ihr nun wieder aufgebaut?
Lacht noch einmal - ruhig auch laut.
Und versteht's der Mitmensch nicht,
dann grinst ihm fröhlich - ins Gesicht. 26.08.2013
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Senior

Ich hab es immer schon gewusst,
jetzt der Beweis - ich fühle Frust,
denn ich bekam - und das tut weh,
Post... - Seniorentreff - de.

Auf Facebook - einen Rosengruß,
ich bin verwirrt - ich spür den Blues,
denn wenn man mich schon finden kann,
ist ganz sicher - auch was dran.

Spart Euch jedes ferne Schmeicheln,
spart Euch ruhig - das Seelenstreicheln,
ich weiß jetzt endlich - was ich weiß,
mir wird es kalt - dann wieder heiß.

Seniorentreff? - Der Anfang nur!
Die erste frisch gelegte Spur.
Was kommt, das kommt - jetzt hintendrein,
und nichts wird mehr wie früher sein.

Der Heimplatz wird bald angeboten,
wahrscheinlich um schon auszuloten,
was ich mir so leisten kann,
irgendwo - und irgendwann.

Wahrscheinlich kommt der Katalog,
bald hinterher - jetzt analog,
mit schönen bunten Schnabeltassen,
preiswert, chic - und alle Kassen.

In den Hallen - abgewiesen,
statt Konzerten - heimwärts düsen,
mit dem Hinweis - ach, wie fein:
Was willst du hier? - Los ab, ins Heim.

Einmal hab ich's schon gehört,
da hat es mich nicht sehr gestört,
doch demnächst - das ahne ich,
singt Chris de Burgh - wohl ohne mich.

Statt Rock - gibt's Musikantenstadl,
statt Live-Erlebnis - Nadel, Faden,
um Zuhause - froh zu sticken,
(Ihr lacht schon - hinter meinem Rücken...).

Nirgendwo mehr gern gesehen,
ich lass es einfach nun geschehen,
dass man an mir prüfend riecht,
ob der alte Herr - schon siecht.

Mit einem Beitrag fing es an.
Wo endet das? - So sagt mir an.
Wie kam der Beitrag - hier zum Ziel,
einfach so - auf mein Profil.

Bin nicht mehr der - das sei Euch klar,
der ich grad noch gestern war,
und morgen leider - nicht von heute...
Seniorentreff - dort sucht mich, Leute. 25.08.2013
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Innere Uhr

Wer hat die innere Uhr verstellt?
Egal ob's mir - ob's uns gefällt,
sie weckt uns lange vor der Zeit.
Ich glaube fast - die Uhr sucht Streit.

Denn scheinbar spinnt - da schlecht geschmiert,
die Mechanik - das passiert,
wenn man die Uhr nicht richtig pflegt,
und sie nur einfach - achtlos trägt.

Scheinbar denkt sie - so schaut's aus,
man müsste jeden Tag heraus,
und unterscheidet leider nicht,
wenn's Wochenende - unterbricht.

Wenn die Uhr Computer wär,
fiel das alles halb so schwer,
dann stellten wir die Zeit kurz ein,
das könnte dann - so einfach sein.

Elektronik - das wär stark,
vielleicht gibt's die beim Media Markt,
vielleicht fahr ich mal morgen hin.
Warum? - Weil ich nicht blöde bin.

Kaufe mir dort ein Relais,
ein Schnitt beim Ohr - er tut kaum weh,
setz mir die Platine ein,
und schlafe dann - wär das nicht fein?

Montag, Dienstag - bis halb 7,
klingt das auch jetzt übertrieben,
Mittwochmorgen - bis halb 4,
und Donnerstag - das liegt bei ihr.

Freitag - Start ins Wochenende,
bevor ich das Signal dann sende:
Samstag, Sonntag - bis halb 10,
ginge das - das wäre schön.

Im Urlaub - jeden Tag bis 8,
vielleicht bis 9 - das wär gelacht,
wir hätten gar noch was vom Tag,
einfach so - wie ich das mag.

Jedoch die Stunden - die dann fehlen,
führn dazu - kann's nicht verhehlen,
dass ich nicht mehr reimen kann,
mir fehlt die Zeit - nehm ich mal an.

Dann ist's halt so - doch irgendwie,
fehlt mir dann - die Poesie,
und außerdem - wohin mag's führen,
falls die Platinen oxydieren?

Dann laufe ich eventuell,
die ganze Nacht - und das geht schnell.
Drum lasse ich - bin mir gewiss,
alles besser - wie es ist. 25.08.2013
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Vorfreude

Wenn du dich auf was freuen kannst,
dann wird das Leben - Fest, ein Tanz,
dann verfliegt spontan die Zeit,
wir freuen uns - es tut mir leid.

Wir freuen uns - auf dies und jenes,
in der Regel - nur auf Schönes,
einfach so - auf dies und das,
sich freuen - macht am Leben Spaß.

Haben wir es übertrieben?
Oft gefreut! - Normal geblieben?
Ich weiß es nicht - das steht partout,
zum Urteil nur den Anderen zu.

Nur eines merken wir bestimmt,
das Leben fliegt - wir sind nicht blind.
Mit jeder Freude - alle Fälle,
jedes Mal - ein wenig schneller.

Du krabbelst auf ein Ziel oft hin,
immer wieder ein Gewinn,
und plötzlich ist der Tag schon da.
War der Punkt - konkret so nah?

Du freust wie jeck - doch einerlei,
viel zu schnell - der Tag vorbei,
jedoch das Endorphin - je Schritt,
nimmst du für immer - mit dir mit.

Freude - in den Tag zu leben,
Freude - stundenlang zu reden,
Freud an Freundschaft - an Musik,
an Liebe, Menschen - und am Glück.

Sich freuen aufs Konzerterlebnis,
aufs Match - (vielleicht auch aufs Ergebnis),
freuen auf das neue Buch,
auf Stille, Frieden - und Besuch.

Freuen auf perfekte Reisen,
freuen laut - und auch mal leise,
freuen - falls dir was gelingt,
was dich im Leben weiterbringt.

Sich vorzufreuen - eine Gnade,
dies unterlassen - wär zu schade,
im Kopfe, sich was auszumalen,
das kann kein Mensch - dir je bezahlen.

Manches Große - auch mal Kleines,
Hauptsach - unser, auch mal meines,
das Leben ist perfekt - Genuss,
und jede Freude - wie ein Kuss.

Für mich selbst - sich dran zu weiden,
ist auch das Reimen stete Freude.
Ich tu es täglich - daher, merde,
heißt's dass ich - schnell älter werde. 24.08.2013
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Allein Allein

Schon wieder lieg ich hier - alleine,
und während ich zum Schlaf mich weine,
lutsche ich - mal eben so,
mich an meinem Daumen froh.

Die Liebste meint - in ihrem Wahn,
sie hätte mir was gutgetan,
doch gab sie mir dies Bett nur frei,
zum Fußballspiel - es läuft auf Sky.

Nur irgendwie - macht's das noch schlimmer,
ich liege hier - allein im Zimmer,
und vermisse - nebenbei,
den Platz im Keller - und mein Heu.

Hier dies Bett - es ist so breit,
zu lang, zu weich - und auch zu weit,
und wenn ich unters Plumeau kriech,
denk ich - ich verirre mich.

Hör nicht das Scharren grauer Mäuse,
vermisse diese sanfte Weise,
der Spinnen Scharren an der Wand,
groß und pelzig - auf der Hand.

Stattdessen liege ich nun hier,
allein, allein - wie wird es mir,
blümerant - im Magen flau,
verlassen vom Getier - samt Frau.

Dass ich so heftig ängstlich bin,
macht vielleicht nicht wirklich Sinn,
ich bin zwar groß - doch seid nicht blind,
im Kopfe bin ich - wie ein Kind.

Was neu ist - das verwirrt mich sehr,
drum fällt mir das Gewöhnen schwer,
an ein warmes, weiches Bett,
ach wenn ich doch - die Wahl nur hätt.

Ich biete nun - in meiner Not,
den Platz hier an - zum Höchstgebot,
erhöhe so mein Taschengeld,
und geh zum Keller - das gefällt.

Noch habe ich das Licht hier an,
so lange ich was sehen kann,
ahne ich - an unseren Fenstern,
weder Ghouls - nicht mal Gespenster.

Doch läuft mein Herzblatt schon durchs Haus,
dreht grad jede Sicherung raus,
und herrscht dann erst die Dunkelheit,
verkriech ich mich - es tut mir leid.

Derweil den Reim zum Schluss ich führe,
öffnet sich grad leis die Türe,
und neben mir - zur späten Stund,
steht's Monster - help! - getarnt, als Hund. 23.08.2013
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Kribbelmücke

Die verfluchte Kribbelmücke,
sucht in der Deckung – eine Lücke,
und stach – mit vollstem Vorsatz mich,
eiskalt kurz am Arm erwischt.

Ich war da grad beim Unkraut rupfen,
sah das Blut – ein kurzes Tupfen,
dann hielt ich mich zur Arbeit ran,
ich bin ja hart – ich bin ein Mann.

Manches Weichei – das es gibt,
wäre längst schon umgekippt,
jedoch nicht ich – jedoch nicht hier,
was denkt Ihr bitte – nur von mir?

Im Schweiße meines Angesichts,
ignorierte ich – den Stich.
Selbst als mein Arm nur kraftlos hing,
…da ich hart – im Nehmen bin.

Als er anschwoll – rot und bunt,
sprach ich nur relaxed: <Na und!>
Und glaubt nur dies – mir armen Wicht:
Die Liebste – sie war stolz auf mich.

Sprach zu mir – sie wollt mich loben.
Es hätte Klick gemacht – dort oben.
Dass ich nicht jammere – gut erkannt,
doch sei ich blass – wie eine Wand.

Drum nahm sie mich – in ihre Arme,
sagte still: <Ich hab Erbarmen.
Nun leg Dich brav und still ins Heu,
dann bist Du morgen fast – wie neu.>

Der Einstich – er war leuchtend rot,
ich fühlte mich – schon fast wie tot,
und hätt die Mücke ich gesehen,
wär es glatt – um sie geschehen.

Die Liebste sprayte mir – ein Spray,
der Einstich – selbst der Arm, tat weh,
und ich erkannte – Mut zur Lücke:
Ich hasse – diese dreisten Mücken.

Als ich dann zu der Liebsten sprach,
dass es bestimmt am Unkraut lag,
weil das Vieh – sich dort versteckt,
wischte sie – den Einwand weg.

Meinte bös – mit einem Fluch,
dass ich jetzt einen Grund nur such,
mich vom Rupfen – zu verpi…n,
oh Gott – ich fühlte mich beschi…n.

Und gehe morgen – früh am Tag,
auf Kribbelmücken fromm zur Jagd.
Denn wer mich sticht – wer mich verletzt,
wird gnadenlos verfolgt – ab jetzt.22.08.2013
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Blau

Das belastet mein Gewissen,
eben ist's - nun doch passiert:
mein Kopf - er fiel ins Stempelkissen.
Habt Ihr wohl den Schlag gespürt?

Krampfhaft beide Augen offen,
auf dass der Chef nichts weiß - nichts merkt,
und dann auch noch auf Gnade hoffen?
Das ist des Teufels Plan - sein Werk.

Abends durch die Gegend treiben,
wenn man den Weg zum Bett nicht find,
und dann am Tage standhaft bleiben?
Davon träumt - wohl nur ein Kind.

Jetzt habe ich auf meiner Stirne,
Stempelfarbe - feinstes Blau,
es prangt auf meiner feisten Birne,
des Kissens Abdruck - welch ne Schau.

Des Kissens Fasern dämpften eben,
beim Flug nach vorn - des Kopfes Schwung,
nur so konnt ich es überleben,
ich bin ja nicht mehr - wirklich jung.

Und komme ich nun gleich nach Hause,
zu meiner Liebsten - meiner Frau,
zieht sie bestimmt die Stirne krause,
und will es wissen - ganz genau:

"Woher, mein Herr - stammt die Markierung?
Wieder dummes Zeug gemacht?
Das ist nur hässlich - kaum Verzierung.
Machst Du was selber... - gute Nacht.

Träumst - vom Painting Deines Body?
Vergiss es schnellstens - Schätzelein!
Sonst mache ich mir Dich zum Hobby,
dann lässt Du solche Flausen sein.

Dein Körper wirft schon langsam Falten,
da wird ein Kunstwerk - schnell zur Farce.
Du gehörst jetzt zu den Alten!
Ich hab gesprochen - Howgh - das war's.

Ach Eines noch - jetzt geh zur Dusche,
denn Du siehst aus - man glaubt's ja nicht.
Mein Gott - was bist Du eine Lusche.
Nun geh mir bitte - aus dem Licht."

Ich blieb still - sagt, soll ich beichten,
dass ich am Schreibtisch schlief - ganz fest?
Es würde zwar - mein Herz erleichtern,
doch gäb es mir - gewiss den Rest.

Drum hab ich meinen Mund verschlossen,
und sagte nicht ein einzig Wort,
wusch stattdessen - unverdrossen,
den Abdruck meines Stempels fort.20.08.2013
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Heckenschere

So lang ich noch mir selbst gehöre,
erzähle ich von der Heckenschere,
die ich heute fix bestellt,
auf amazon – vertraute Welt.

Die Liebste sprach: „In unserer Hecke,
kann man sich getrost verstecken.
Und daher denk ich – lieber Mann,
kauf solch Teil – und gib Dich dran.

Spätestens schon übermorgen,
wirst Du – und das macht mir Sorgen,
hier – an unseren Büschen stehn.
Was draus wird – man wird es sehn.

Bestell – so lang es das noch gibt,
das Buch <Der kleine Hausarzt> mit,
damit ich weiß – wenn´s Blut Dir spritzt,
des Druckverbandes – Art und Sitz.

Dazu den Erste-Hilfe-Kasten,
die Kosten gehen zu Deinen Lasten,
die zieh ich ab – da mir´s gefällt,
von Deinem stolzen Taschengeld.

Versau mir bloß nicht unseren Rasen,
gerade jetzt – in jenen Phasen,
da es wieder kühler scheint,
ich hab es ja nur gut gemeint.

Denn wenn das Grüne wieder sprießt,
und Dein Saft in Strömen schießt,
wird das grüne Gras versaut,
von Fleisch, von Sehnen – und von Haut.

Sollte Dir ein Bein dann fehlen,
kann ich es mir nicht verhehlen,
Dir zu sagen – <Eigene Schuld>,
Lass es sein – und hab Geduld.

Ohne Arme – ohne Hände,
ist auch noch Dein Job am Ende,
denn Du weißt – setzt sei gescheit,
es bleibt nur der – der plant und schreibt.

Ohne Kopf – vielleicht auch Ohren,
hast Du ohnehin verloren,
und schneidest Du Dir sonst was ab,
geht’s das schnell – nur Schnipp und Schnapp.

Bist Du letztlich gut versichert…?“
(wie eine Hex hat sie gekichert…,
ich denke – ja, ich hab´s geahnt,
die große Zahlung – ist verplant).

Und trotzdem habe ich´s bestellt.
Ich bin ein Fachmann – mir gefällt´s.
Und außerdem – ich sag´s allein,
muss die Aktion – wohl nunmehr sein. 18.08.2013
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Einfach so

Sonntagmorgen - früh die Zeit,
ich sitze - für den Tag bereit,
im Sessel - nach der kleinen Runde,
mit Frau Hund - zur 7. Stunde.

Rund um mich - ist alles still,
einsam steht der große Grill,
draußen - aus der letzten Nacht,
als wir sie kurz zum Tag gemacht.

Die Freunde - Gäste - schlafen noch,
sind an jenem fernen Ort,
an dem man - noch nicht lesen muss,
frisch gezapften, frühen Stuss.

Die Spülmaschine eingeräumt,
der Magen knurrt - so wie's mir scheint,
ganz dezent - vielleicht auch frech,
weil dort leichte Leere herrscht.

Leere - ähnlich wie im Haupt,
habt Ihr wirklich denn geglaubt,
dass solcher Mist - mich weiterbringt,
vielleicht gesundem Geist entspringt?

Ich habe einfach Langeweile,
am jungen Morgen - keine Eile,
und weiß - da ich jetzt einsam bin,
nicht wirklich weiter - und wohin.

Heute winkt ein Regenband,
dem halte ich gar kräftig Stand,
indem ich einfach gar nichts mach.
Das weiß ich schon - jetzt kurz vor 8.

Ich werde gleich zum Bäcker fahren,
an frischen Brötchen dort nicht sparen,
weil die Meute - erst mal wach,
bestimmt verstärkt auf Hunger macht.

Frische Eier werd ich kochen,
und kommt man aus dem Bett gekrochen,
quillt der Frühstückstisch schon über,
wer was möchte - kommt halt rüber.

Was der Tag ansonsten bringt,
weiß ich nicht - (mein Reim, er hinkt....,
da ich grad nicht weiter weiß,
jetzt ne Idee - das wäre heiß).

Manch Reime - früh bei Licht,
behält man besser doch für sich,
und nervt nicht seiner Freunde Schar.
Ihr habt ja Recht - es ist ja wahr.

Sonntagmorgen - einfach so,
mir geht's perfekt - und ich bin froh.
Sonntagmorgen - nicht mal 8,
und schon hab ich - an Euch gedacht. 18.08.2013
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Schnattern

Zum Handwerk heißt's - gehört das Klappern,
und zu jungen Frauen - das Schnattern.
Die Tochter tat es - ohne Pause,
heut in der Fremde - nicht Zuhause.

Eines weiß ich ganz gewiss:
Dass nirgendwo ein Aus-Knopf ist.
Das macht mir Angst - von Anfang an,
wahrscheinlich gar - mein Leben lang.

Hab sie geknebelt und gefesselt,
doch gar nichts hat sich je gebessert.
Nur wenn sie schlief - dann herrschte Stille.
Ruhe, Ruhe - war mein Wille.

Auch mit 28 noch,
labert sie dir dort ein Loch,
wo es gar nicht vorgesehen.
Ich resignierte - lass geschehen.

Hab mir nen Pfropf ins Ohr gesteckt,
da war es ruhig - und sehr bedeckt.
Doch hörte ich dann - welch Gefahr,
der Liebsten Ruf nicht - es ist wahr.

Ja, bevor es Schläge setzt,
und meine Frau mich jäh verletzt,
weil ich sie nicht hören kann,
ließ ich's geschehen - bin auch nur Mann.

Fragt Ihr mich jetzt heut am Tage,
nach meinen Reimen - dieser Plage,
sage ich ganz frei heraus:
Der Wortstau, nun - er musste raus.

Wenn man den Knopf zum Aus nicht findet,
ist es so - dass es kurz lindert,
wenn man sich - so dann und wann,
irgendwie entspannen kann.

Sei's beim Fußball - Dampf ablassen,
(momentan - in 2. Klasse),
sei's das Kind - zur Oma schicken.
Ruhe kann perfekt beglücken.

Sei's Ihr was zum Essen geben,
auch das kann kurz die Stimmung heben,
denn mit vollem Mund - sag ich,
redet auch ein Mädchen nicht.

Doch stellt Euch vor - es herrscht nur Stille,
auch das ist wohl - nicht unser Wille.
Denn wer schnattert - ist gesund.
Und das ist prima - tu ich kund.

Das Kind, es schläft? - Genieß die Ruhe!
Und ignoriere - mein Getue.
Sie hat bestimmt - gibt's sonst noch Fragen (?),
die Nacht - das Mundwerk - aufgeladen. 17.08.2013
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Wams

Die Tage kam ein fremder Mann,
sah mich voller Mitleid an,
dass es mir - ganz instinktiv,
voll Panik übern Rücken lief.

Dann holte er ein Maßband raus,
maß mich einmal rundum aus,
drehte um - und ging dann fort.
Er sprach dabei - kein einzig Wort.

Gestern kam er abends wieder,
schenkte mir ein Wams - ein Mieder,
und meinte - dass es kleidsam sei,
aus feinstem Linnen - und ganz neu.

Es sei für mich grad maßgeschneidert,
und wo es sein sollt - auch verbreitert,
es sitze jetzt - so wie ein Guss,
den ich dann nun probieren muss.

Ich nahm das Wams aus dem Papier,
sah es an - und glaubt es mir:
Es war so schön - so strahlend hell,
ich hab's versucht - grad auf der Stell.

Es passte super - wie perfekt,
kaschierte auch - manch Polster weg,
nur die Schnallen - langen Arme,
wunderten doch sehr - Erbarmen!

Ich sprach zum Herrn: "Wie ich das meine,
schaffe ich das nicht - alleine.
Da ich nur linke Hände hab,
wird mir der Griff zum Rücken - knapp."

Er meinte drauf - ich sollt nicht lachen,
das sei ja wohl - der Sinn der Sache.
Dann schnallte er mich rundum fest,
auf dass es mir - den Atem presst.

Seitdem sitz ich - ganz auf die Schnelle,
in einer feinen Gummizelle.
Die Fingernägel - nein, kein Witz,
gekürzt - damit's die Wand nicht schlitzt.

Verrückte - hat der Mann gemeint,
(mit vollem Recht - so wie's mir scheint),
nimmt man besser in Verschluss,
(dass es so kommt - ich hab's gewusst).

Er sprach: "Schau Deine Reime an,
schau genau - und bitte dann,
sag mir - falls es Dir gelingt,
dass dies - gesundem Hirn entspringt."

Erst wenn ich in die Hand verspreche,
ohne List - geschweige Lächeln,
ich gebe dieses Spamen auf,
darf ich - vielleicht - dann wieder raus. 16.08.2013
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Litfaßsäule

Ich werde niemals angezogen,
dazu ward ich - zu hoch - gewogen.
Ich werde - leider unbezahlt,
gleich Litfaßsäulen - fein bemalt.

Im Sommer eher sommerlich,
warme Farben - strahlend frisch,
im Winter eher dann gedeckt,
immer für den rechten Zweck.

Die Liebste hatte die Idee,
und meinte nur: "Wenn ich Dich seh,
fällt mir ein - ganz nebenbei:
Bei Dir versagt - selbst Zeltverleih.

Dich mal netter ausstaffieren,
um mit mir dann zu flanieren,
auf den Bühnen dieser Welt,
das hab ich mir - oft vorgestellt.

Doch wenn Du dann mal in Dich gehst,
zum Einkauf - fern im Laden stehst,
und alles zwickt - und gar nichts passt,
verzweifelt Deine Liebste - fast.

Jetzt ist mir die Idee gekommen.
Du hast partout nicht abgenommen,
und wirst es auch demnächst nicht tun,
drum zeige ich's Ergebnis nun.

Hier ist ein feiner Tuschekasten,
ich zeichne damit - auf die Lasten,
Hemd und Hose, Strumpf und Schuh,
dann bist Du fertig - fix, im Nu.

Brauchst Du heute ein Jackett?
Sag es ruhig - ich zeichne nett,
auf die Brust - Dir feine Teile,
mit Bedacht - ganz ohne Eile.

Nur - ganz egal, was Du auch trägst,
wofür Dein Herz - am Morgen schlägt,
egal was ich gezeichnet hatte:
Eins muss sein - und zwar Krawatte."

Da begann sie leicht zu stocken,
vor Panik ward der Mund mir trocken,
bis ich letztendlich dann begriff:
Sie kaschiert nur - das hat Pfiff.

Kleidungsfragen - im Büro,
jucken nicht mehr - ich bin froh,
und falls ich mich bekleckert hab,
wische ich es - einfach ab.

Egal ob Sonne, Wind - ob Regen,
ich werde mich perfekt bewegen,
und immer bestens haute Couture,
als Litfaßsäule - vor der Tür.    15.08.2013
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Wespe

Die Wespe - sie umkreiste mich,
summte heut beim Mittagstisch,
zeigte mir ihr Hinterteil,
und bot mir ihren Stachel feil.

Ich sah ihr kritisch mit Bedacht,
beim Fluge zu - was sie wohl macht,
und als sie sich aufs Fleischstück setzt,
dachte ich kurz bei mir: Jetzt!

Ich holte aus - ich war verstimmt,
denn wenn man mir mein Essen nimmt,
kann ich unausstehlich sein,
das Futter war bezahlt - und mein.

Ich peilte kurz - gleich Korn und Kimme,
für ihren Gang - zum Wespenhimmel,
sprach noch eben - ein Gebet,
dann hob ich meinen Arm... - zu spät.

Denn während ich noch Schwung genommen,
ist es zum Eklat gekommen,
der Kollege - (ohne Charme),
fiel mir fluchend in den Arm.

Und meinte boshaft, ich sei gut,
die Wespe - sie erstickt im Blut.
Er jedoch - samt Hemd und Hose,
ist dann übertüncht - von Soße.

Übersät - und nicht im Glücke,
von zahlreichen Kartoffelstücken,
und Gemüse - so sein Wille,
verbiete er sich - auf der Brille.

Die Wespe sah - so kam's mir vor,
mich fragend an - hob dann empor,
schüttelte ihr gelbes Kleid,
mit schwarzen Streifen - flog dann weit.

Ich beäugte meinen Teller:
Fehlt da was? - Auf alle Fälle,
wappnete ich mich konkret,
zum nächsten Angriff - denn sie dreht.

Brummte mir um meine Nase,
gerade nun - in dieser Phase,
in der die volle Gabel ich,
zum Mund geführt - Genuss ist Pflicht.

Ich sah mir den Kollegen an,
ob er vielleicht was sagen kann.
Jedoch, er hatte - ach wie toll,
gerade mal - sein Kauwerk voll.

Ein kurzer Schlag - dann wärs, wie schön,
um das Wespenbiest geschehn.
Doch führte ich den Hieb dann nicht,
und hoffte still - dass sie ihn sticht. 15.08.2013
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Ballon

Die Liebste schickt ne Nachricht mir:
"Mein lieber Mann - jetzt grad und hier,
sah ich nen Ballon im Feld...,
da hab ich mir - Dich vorgestellt.

Über mir - schwebt er so friedlich,
von weiter weg - scheint er fast niedlich,
und ist dann doch - gleich Dir, Du Schuft,
zwar bunt - doch nur voll heißer Luft.

Und die Wölbung des Ballon?
Ich singe Dir ein Lied davon.
Denn die seh ich abends auch.
Schau doch nur - auf Deinen Bauch.

Zwischendurch - da hör ich's Zischen.
Auch Dir kann - schon mal - Luft entwischen.
Und daher - seid Ihr Euch gleich..."
...das war schon hart - ich sag es Euch.

Wer solche SMS bekommt,
(ich falte meine Hände fromm),
braucht keine Feinde - ganz genau,
schließlich hat man(n) - seine Frau.

Die geht mit mir - ist das denn Pflicht (?),
so hart, so grausam ins Gericht.
Jetzt ist mir glatt der Tag versaut.
Was bin ich doch - ne arme Haut.

Der Vergleich - zieht an den Haaren,
kann man etwa - mit mir fahren?
Das kann man zwar - so irgendwo,
doch eher wohl - per Cabrio.

Seit sie nun den Vergleich erwähnt,
ist mein Dasein sehr verbrämt.
Ich schäme mich - nun für mein Bild,
ab sofort - und zwar wie wild.

Mein Selbstbild ist komplett verletzt,
ich denk, für immer - nicht nur jetzt.
Und wenn ich nen Ballon nun seh,
tut das in der Seele weh.

Selbst wenn sie kommt - und mich umgarnt,
sie hätt's nicht so gemeint - geahnt,
werde ich wohl nicht mehr froh.
Bei dem Vergleich - da ist das so.

Seht außerdem - wie ich mich kleide,
blaue Jeans - statt bunter Seide.
Nur das Ausmaß - das macht Sinn,
und irgendwie - kommt es wohl hin.

Doch so lang ich unten bleib,
der Wind mich nicht nach oben treibt,
und ich hier gut verankert bin,
ist es doch - nur halb so schlimm. 15.08.2013
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Durchzug

Fenster auf - für frische Luft,
damit der Mief, der schale Duft,
der letzten Nacht sich schnell verzieht,
jeden Tag - das gleiche Lied.

Die Fenster ganz weit aufgerissen,
und gut gelüftet - meine Kissen,
auf denen ich den Tag verricht,
(na klar - mein Chef, er ahnt das nicht).

Ich spüre, wie's den Muff vertreibt,
früh am Morgen - meine Zeit,
da jeder mich in Ruhe lässt,
diese Stunde - ist ein Fest.

Hier was kramen und mir malen,
ein wenig Stöbern in den Zahlen,
eine Mail - noch kurz verfasst,
ohne Hektik - ohne Hast.

Am Abend wird der Faule fleißig?
Ja, nur bedingt - von mir, da weiß ich,
dass der Morgen mir gehört,
ohne dass mich jemand stört.

Wenn da nicht der Durchzug wäre,
obwohl ich mich jetzt nicht beschwere,
denn das Papier fliegt fern und weit,
zum Maulen - fehlt mir da die Zeit.

Ich hechte im perfekten Sprung,
kurz hinterher - und das hält jung,
die Pirouette - die ich dreh,
tät Euch schon - beim Anblick weh.

Frühsport ist's - am frühen Tage,
gut für den Kreislauf - keine Frage,
und hab ich mich erst ausgepowert,
wird der Tag - gut überdauert.

Dann ruhe ich - sanft in den Kissen,
rein und sauber - mein Gewissen,
und klingelt mal das Telefon,
mein Gott - wen interessiert das schon.

Die frische Luft - des Morgens Kühle,
belebt den Geist mir - die Gefühle,
ich brauche diese Stunde täglich,
ohne sie - vergeh ich kläglich.

Der Durchzug braust durch meine Ohren,
ich fühlte mich - wie neu geboren,
gäb's dazwischen - ganz gewiss,
nicht ein echtes Hindernis.

Der Staub - der in Synapsen lagert,
ist's - womit der Durchzug hadert,
der ist so dick - und so verklebt,
dass der Wind - darin vergeht. 14.08.2013
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Flunder

3 im Bauch - und 2 im Sinn,
kein Wunder, dass ich dicklich bin,
da ich mich - man sieht's mir an,
leider nicht beherrschen kann.

Nun gut, wir waren eingeladen,
zu widerstehen - wäre schade,
doch ein Salat - mein lieber Schwan,
hätte es doch auch getan.

Was passierte nun stattdessen?
Wir haben uns komplett vergessen,
und gegessen - bin jetzt träge,
als ob es nie - ein Morgen gäbe.

Die Platte - die für 2 Personen,
Ernst, er sprach, es muss sich lohnen,
wenn wir dort bei Tische sitzen,
statt arbeitend - beim Essen schwitzen.

Ich soll's so sehen - es sei ähnlich,
wie weiland in der Steinzeit, nämlich,
Fleisch bedeute Lebenskraft,
und für den Motor - reichlich Saft.

Dann kam die Platte - und es glückte:
Essen - ohne dass ich dran erstickte.
Doch fühle ich mich - hinterher,
entsetzlich voll - entsetzlich schwer.

Völlerei war's - ohne Ende,
und mein Gefühl spricht nunmehr Bände:
Dass ich nicht platt bin - gleich der Flunder,
ist nicht wirklich wohl - ein Wunder.

Bin nun Zuhause - ach, wie schön,
doch kann die Füße ich nicht sehn,
und über anderes - Aus und Schicht,
spreche ich am besten - nicht.

Ach könnt ich doch im Schlafe schmelzen,
und nicht so mächtig - wie ein Felsen,
schnaufend auf dem Strohsack liegen,
was ausfällt ist nur eines - Wiegen!

Die Waage wird ab jetzt versteckt,
vergraben - denn dann ist sie weg,
und wenn ich nicht zum Spiegel seh,
tut's am Ende - halb so weh.

Ich mache es mir - außerdem,
dazu ganz einfach - und bequem:
Denn das Völlen - Fleisches Kult,
war ich am Ende - gar nicht Schuld.

Von lieben Freunden eingeladen,
muss man sich halt immer sagen:
Abzulehnen - das wär schändlich.
Mein Widerstehen - ist sehr endlich.   12.08.2013
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Klimpern

Damen, die mit langen Wimpern,
unverhohlen reizen, klimpern,
betören damit - weil's gefällt,
vorsätzlich - der Männer Welt.

Natürlich schaue ich nicht hin,
weil ich ja - gut erzogen bin,
und außerdem erfüllt's den Zweck,
nimmt SIE mir - meine Brille weg.

Dann lauf ich blindlings durch die Lande,
streife jede Mauer, Bande,
und bin für meine Umwelt blind,
hilflos wie ein kleines Kind.

Ich nehm es dennoch einfach hin,
mir fehlt halt dieser eine Sinn,
dann - wenn ich ohne Brille komm,
zumindest ja - ein Teil davon.

Nun wurde ich heut Morgen wach,
nach der - gewohnt - recht kurzen Nacht,
und hörte - ja, ich schwöre es,
das Klimpern laut - oh, SOS.

Hatte - war's soweit gekommen (?),
das Ohr den Sinn gleich übernommen?
Und hör ich schon - ich frag mal an,
das - was man nicht hören kann?

Ich schaute zu der Liebsten rüber,
die Augen zu - ganz brav die Lider.
Daran lag es also nicht,
ich gab es zu - das ängstigt mich.

Konnt es sein - dass ich mich täusche?
Vertraut sind mir - nicht die Geräusche,
denn ich durfte - fand es nett,
gestern mal - ins Wasserbett.

Die Umgebung - ungewohnt,
wenn man(n) - wie ich - im Keller thront,
und selten mal - ans Freie darf....
(Klingt das jetzt - vielleicht zu scharf?)

So ging ich weiter auf die Suche,
es klimperte - doch unter Fluchen,
fand ich weiter nicht den Grund,
da stupst im Dunkeln - mich Frau Hund.

Und zeigt - sie hat ihr Halsband an,
mit ihrer kleinen Marke dran,
das hat die Liebste - vor der Nacht,
ihr gestern nicht mehr abgemacht.

Geräusche - wie vom Schellenbaum,
sie rissen mich - aus meinem Traum,
von Damen - die mit langen Wimpern,
nach mir schmachten - tja, und klimpern. 11.08.2013
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Horoskop

Manch Horoskop - ich bin ein Fisch,
liest man wirklich besser - nicht,
von Ruhe habe ich geträumt...,
Pustekuchen - wie's nun scheint.

Am Samstag einfach Ruhe finden,
das Horoskop - wird's unterbinden,
denn dort steht - und das macht Frust,
dass ich heute reimen muss.

Kreativ sein - sei verpflichtend,
dieser Hinweis ist vernichtend,
nicht nur für mich - nein, auch für Euch,
fällt's Ignorieren - auch oft leicht.

Doch was - wenn dann die Neugier siegt?
Ob doch vielleicht Vernunft mir liegt.
Ob was drin steht - wär ja möglich,
was sinnvoll ist - das wäre löblich.

Dann schaut Ihr - ja, es könnte sein,
am Ende gar - dann doch hinein,
erkennt, dass es ein Fehler war,
und rauft Euch das verbliebene Haar.

Und alles nur - weil's Horoskop,
den Sturm in den Synapsen hob,
und ich voll Eile - mangels Lust,
nun schon wieder schreiben muss.

Horoskope - klarer Fall,
sind nicht mehr - als Rauch und Schall,
doch manchmal denke ich mir fast,
dass es hin und wieder passt.

Wenn da Kreativ sein steht,
dann wäre ich ja wirklich blöd,
wenn ich's nicht versuchen tät,
was das Sternbild - mir jetzt rät.

Doch die Gestaltung - des Zuhause...,
da mache ich wohl besser Pause,
da ich weiß - ich hab geschaltet,
dass sonst die Liebste - MICH verwaltet.

Sie wird mir sonst - aus freien Stücken,
mein graues Köpfchen gerade rücken,
mich hängen an des Kellers Decke,
und mich auf der Streckbank - strecken.

Mir die Daumen kräftig schrauben...,
bitte lasst mich daher glauben,
dass das Horoskop - in diesem Punkt,
sich irren mag - das wär gesund.

Doch reimen - gut, das mache ich,
entziehe mich - nicht meiner Pflicht,
doch sag ich's nochmals - jetzt und hier:
Die Dummen - die seid nunmehr Ihr.   10.08.2013
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Killer

Nach meinem harten Tageswerk,
kam ich nach Haus - von Fisch gestärkt,
den ich einfach noch spontan,
unterwegs grad zu mir nahm.

Schloss Zuhaus die Türe auf,
da nahm das Schicksal seinen Lauf,
und so ward - ein dummes Schaf,
auf die Schnelle - vorbestraft.

Sieben Fliegen - oder acht,
hab ich den Garaus gemacht,
niemand lud sie zu uns ein,
und Strafe, denk ich - die muss sein.

Kaum dass ich den Flur betrat,
setzten sie sich akkurat,
auf mich drauf - und ihr Bestreben,
schien zu sein - mich anzuheben.

Ich bin am Boden - wirklich, ehrlich,
dem Grunde nach zwar sehr entbehrlich,
doch bin ich auch kein Luftikus,
wahrscheinlich - hat man's nicht gewusst.

Sie wollten mit mir - stellt ich fest,
wahrscheinlich in ihr Fliegennest,
um mich dort - es waren Mütter,
an das Jungvolk - zu verfüttern.

Doch ich bin perfekt - hab Schwung,
in der Selbstverteidigung,
und mit einem wilden Schrei,
machte ich mich kurz mal frei.

Nahm mir eine Fliegenklatsche,
befreit mich selber aus der Patsche,
und neben mir - (möcht Beifall heischen),
liegen jetzt - der Fliegen Leichen.

Das Fliegenjungvolk - dauert mich,
doch wirklich - ja - ich sah's als Pflicht,
und hoffe nun - der Gott der Fliegen,
wird mich nicht beim Schlafittchen kriegen.

Werd ich am Ende angezeigt?
Ich merk, dass Ihr betreten schweigt.
Muss ich dafür - ich glaub's ja fast,
wirklich - wirklich in den Knast?

Sieben Stück - auf einen Streich,
oder acht - ich sag es Euch,
und sollte ich - tief in mich gehn,
werden es vielleicht - gar 10.

Ich kenne mich fast selbst nicht mehr,
die Erkenntnis - sie fällt schwer,
dass ich - nehmt es einfach hin,
wahrscheinlich doch - ein Killer bin. 09.08.2013
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Proll

Ich bin ein Loser – ich „los“ Knöpfe,
wo ich auch geh und steh – mich setze,
hagelt es – wie beim Gewitter,
Hemdenknöpfe – ach, Mensch Pitter.

Oh, ich kann Gedanken lesen,
ahne die verschrobenen Thesen,
höre schon – ich sei zu fett.
Wer so denkt – der ist nicht nett.

Denn heute Morgen – ach und jeh,
versagt der Knopf – an dem Toupet,
jenes Brustteil – dass Ihr´s wisst,
das gar nicht mal vorhanden ist.

Ich mach doch nichts – benehme mich,
tu nur laufend meine Pflicht,
und dass manch Knopf – mich jäh verlässt,
mach ich – am Materialschwund fest.

Nur weiß ich nicht – was das jetzt soll,
ich sehe mich fast selbst – als Proll,
Das Hemd weit offen – Etikette?
Was fehlt ist nur – die Ankerkette.

Wo kann ich mich – so sehen lassen?
Das geht ja gar nicht – nicht zu fassen.
Doch Gottseidank – oh, welch ein Segen,
sehen es – nur die Kollegen.

Und doch – ich höre sie schon tuscheln:
„Mit wem will wohl der Dicke kuscheln?
Seht ihn Euch genauer an.
Wie er sich gibt – der alte Mann.

Was fehlt ist nur ein Armband noch.
Ein Stecker – und im Ohr ein Loch.
Dazu ne weite Pluderhose….“
… Was redet Ihr? – Nur Quatsch mit Soße!

Was ist mir bitte da beschieden?
Das ist nur Material-Ermüden.
Die Liebste näht und näht und näht,
die Knöpfe an – von früh bis spät.

Ich komme mir – so seid ganz Ohr,
wie weiland Jim und Lukas vor,
wobei nur noch die Emma fehlt.
Und auch ein Knopf – bin angezählt.

Vielleich papp ich – das kann nicht jeder,
die Knöpfe mit Sekundenkleber.
Und wenn´s dann mit der Haut verschmilz,
dann rettet mich mein Weib – dann gilt´s.

Reißt mir – ohne Federlesen,
die Hemd vom Leib – voll Schmerz, das Wesen.
Na da verbleib ich – kummervoll,
doch wirklich lieber noch – als Proll. 07.08.2013
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Müde

Wie bin ich jetzt hierhin gekommen?
Hat mich jemand mitgenommen?
Sitz ich hier - seit letzter Nacht?
Denn die flog schneller - als gedacht.

Ich schaue meinen Schreibtisch an,
rücke den Bürostuhl ran,
denk bei mir - <Ist das nicht fein?>
Und schlafe erst mal wieder ein.

Das Telefon auf Stumm geschaltet.
Esprit am Morgen? - Ist veraltet.
Und der Chef - heut nicht im Haus.
Da schlafe ich - doch erst mal aus.

Ein paar Akten - das macht's leichter,
denn auf Papier - ist es viel weicher,
als auf dem blanken rohen Holz,
und stört das jemand - tja, was soll's.

Den Kaffee - früh zu dieser Zeit,
lass ich erst mal aus dem Leib,
weil das Koffein mich weckt.
Das widerspricht dem Sinn - dem Zweck.

Die Jalousien - fahr ich runter,
zwar ist der Blick nach draußen bunter,
doch schlafe ich im Hellen schlecht.
So wie's jetzt ist - so ist es Recht.

Die Türe schnell noch abgeschlossen,
sonst kommt noch jemand reingeschossen,
und weckt mich aus dem Schönheitsschlaf,
den ich jetzt schlummere - ach so brav.

Ich stelle mir noch fix den Timer,
denn verschlafen - das will keiner.
Sonst verpass ich - vor Zuhause,
eventuell - noch meine Pause.

Doch für meinen Seelenfrieden,
ist's doch klar - oh meine Lieben,
dass ich jede Pause brauch,
ansonsten - wäre ich geschlaucht.

Ne Massage wär jetzt richtig,
denn Entspannung - sie ist wichtig,
ist man fleißig - so wie ich.
Löscht jetzt bitte - kurz das Licht!

Ich bin müd - der Tag noch jung,
ein Schlaf bringt mir Erleichterung,
ich zähle kurz noch - Schaf für Schaf,
dann nick ich weg - ach bin ich brav.

Doch nicht zu lang - nur paar Minuten,
denn gleich heißt es erneut: Sich sputen.
Schlaf ich zu lang - und bleibe liegen,
find ich des nachts - dann keinen Frieden.  06.08.2013
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Portfolio

Fühlst Du Dich mal grad nicht klasse,
wie kalter Kaffee in der Tasse,
und schnappst nach Luft - so wie ein Fisch,
dann sei so gut - und frag doch mich.

Ich schau's mir an - …und weiß nicht weiter,
doch bin perfekt ich - als Begleiter,
wie heut als der Kollege kam,
und sich ad hoc die Auszeit nahm.

Es war nicht recht ihm – nach der Mütze,
und bevor ich dumm dort sitze,
setzte ich ihn – weil man´s macht.
ins „Notarztfahrzeug“ – ohne Dach.

Fuhr mit ihm auf große Reise,
drehte fleißig meine Kreise:
Büro – zum Arzt – zum Krankenhaus,
und von dort zurück nach Haus.

Jetzt – später – weiß ich, bin nicht dumm,
auch ohne langes Studium,
erkannte ich´s – an den Symptomen,
mich zu fragen – kann sich lohnen.

Drum ab heut – zu Reim und Steuern,
bin ich noch „Facharzt“ – und nicht teuer.
Fragt mich nur – doch glaubt mir nicht,
wenn aus mir der „Fachmann“ spricht.

Heut – das war ein Zufallstreffer,
der Mann im Kittel – er kann´s besser,
doch trotzdem – hab ich, ich bin froh,
ab nunmehr – ein Portfolio:

Brustvergrößerung – Handauflegen,
kommt zu mir – ich bin ein Segen,
und wenn die Handlung doch nicht glückt,
bekommt ihr Euer Geld zurück.

Risiko – das gibt es keines,
na ja – vielleicht ein winzig kleines,
dass die Liebste – heut am Tag,
den Zusatzjob mir untersagt.

Ich werde einen Antrag stellen,
und wirft der Reim – beim Lesen Wellen,
wisst Ihr – und das sei Euch klar,
jetzt schon – was die Antwort war.

Doch gibt’s den Stempel: - „Ja, genehmigt!“
Dann hab ich Kundschaft – und nicht wenig.
Gjzguz76%&%gtugu  Das war der Abdruck – schlimm genug,
als sie mich – auf die Tasten schlug.

„Schuster, bleib bei deinen Leisten“,
Träume – sie vergehen am meisten,
wenn man nicht – ich hab´s gewusst,
wirklich damit rechnen muss.  05.08.2013
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Catwalk

Die Fenster auf – jetzt frische Luft,
der frühe Sonntagmorgen ruft,
die Sonne scheint – bin gut gelaunt…
Was schaut Ihr – bitte – so erstaunt?

Ich sitz in meinem Arbeitszimmer,
irgendwas zu tun – gibt’s immer,
und sei´s den dummen Reim zu schreiben,
ja – so könnt es für mich bleiben.

Sonntagmorgen – früh am Tage,
die Liebste kann mich heut nicht jagen,
nach Köln – um neue Jeans zu kaufen.
Heute darf ich mal verschnaufen,

Gestern nahm sie – das tat weh,
mich – und auch mein Portemonnaie,
und zog mich hin zur großen Stadt,
da ich nichts mehr an Kleidung hab.

So meinte SIE – mit ernster Miene,
schob sie mich in die Kabine,
gab mir eine Jeans hinein…
Ich zog sie an – sie passte – fein…

Ich dachte bei mir: „Hoppla hopp,
geht das hier – in Camel´s Shop.
Die Jeans – sie kommt jetzt in die Tüte,
Das war fast einfach – meine Güte.“

Ich setzte einen Fuß hinaus,
da riss sie ihre Augen auf:
„Was hast du vor? – Bleib bloß dort drin…“
(Ich dachte – dass ich fertig bin…).

Und samt Berater – an der Seite,
zog Frau General zum Streite,
reicht mir Jeans auf Jeans hinein,
auch manch Hemd – das fand sie fein.

Ich kam mir vor – so muss man´s sehen,
als müsst ich auf dem Catwalk gehen,
und so begann ich fix – zu posen,
in den neuen – blauen Hosen.

Die Liebste sprach: „Jetzt lass das bitte!“
Von unten hoch – bis hin zur Mitte,
sei mein Anblick ja erträglich,
doch ab dem Nabel – sei es kläglich.

Die Kundschaft – flüchte schon ins Freie,
rundherum entsetzte Schreie,
da machte ich – und zwar im Nu,
den Vorhang – auf die Schnelle zu.

Sonntagmorgen – Schnee von gestern,
heut kann ich schon wieder lästern,
die Fenster auf – die Luft noch rein,
was – bitte – kann wohl schöner sein. 04.08.2013
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Celsius

Wenn ich jetzt vergehen muss,
dann liegt es an dem Celsius,
das seit gestern kräftig bockt,
und vor unserer Türe hockt.

Geh ich hinaus - so dann und wann,
springt es mich von vorne an,
nicht mal aus dem Hinterhalt,
so werde ich - bestimmt nicht alt.

Mein Körper - das ich nicht nur Masse,
nein - auch mancher Liter Wasser,
der jetzt verdunstet - leise, stetig,
ich will nicht trocknen - nein, das geht nicht.

Was ich von oben ständig schütte,
sammelt sich jäh in der Mitte,
gluckert kurz in meinem Bauch,
und vergeht - wie Schall und Rauch.

Perlt mir ständig aus den Poren,
überall - selbst an den Ohren,
und hinter mir - so wie ich schwitze,
hinterlass ich manche Pfütze.

39 Celsius,
soeben wurde mir bewusst,
dass das nah der 40 ist,
die Sonne hat gewaltig Biss.

Als ich eben - mit Frau Hunde,
mich begab auf ihre Runde,
entstand in mir gleich das Gefühl,
das sei für alte Leut zu viel.

Ich hätte mich gern hingelegt,
und nicht mehr einen Schritt bewegt,
doch Frau Hund schaut ganz entgeistert,
...da hab ich meinen Weg gemeistert.

Das Celsius meint mitzukommen,
da hab ich's in den Arm genommen,
und mir auf meinen Leib gepackt,
ach wäre ich doch besser nackt.

Für die Umwelt ein Fiasko,
keine Schärfe - kein Tabasco,
nur für mich - wärs himmlisch frisch,
doch die Liebste - mäßigt mich.

Meint zu mir - ihr geht die Düse,
wir werden unseres Orts verwiesen,
daher spricht sie: "Nimm Jeans und Hemd.
Besser - auch wenn's draußen brennt."

Jetzt sitzen wir im kühlen Zimmer,
hier Zuhaus - im Castle Wimmer.
Doch gleich geht es schon wieder fort,
samt Celsius - so habt mein Wort. 02.08.2013
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Schweden

Wie gut, dass ein verbrauchter Mann,
auch ohne Zähne - reimen kann,
denn die sucht er - ich mein mich,
seit eben eifrig - und erpicht.

Ich kam nach Haus - schloss auf die Türen,
(konnt ich's wissen - fühlen, spüren,
dass sie in der Nische stand?
Mit der Pfanne in der Hand).

Es war die schwere - die aus Guss,
ich hauchte einen letzten Kuss,
und lallte noch: "Die Nacht, sie naht",
dann knickte ich schon ein - Spagat.

Als ich erwachte - Stunden später,
fand ich's linke Ohr im Bräter,
das rechte fraß - zu früher Stund,
wahrscheinlich mit Genuss - Frau Hund.

Die Fingernägel - flott gezogen,
war'n im Müll - oh, ungelogen,
und mein Skalp - an dem ich hing,
baumelte am Schlüsselring.

Die Brille - meine Guckmaschine,
verhakte sich in der Gardine,
und meine Zähne - hier im Zimmer,
suche ich seitdem noch immer.

Als ich in den Spiegel schaute,
und mich voll Schaudern vor mir graute,
fragte ich mich - stramm voran:
Wer ist dieser fremde Mann?

Ich erkannte mich nicht wieder,
geschwollen hingen meine Lider,
und ich begriff - in dem Moment,
den Ausspruch - "ihre Rache brennt".

Mein Gott - ich hab doch nichts verbrochen,
bin doch lieb - und das seit Wochen,
nur weil ich ein Scherzchen schrieb,
hat sie mich - nun nicht mehr lieb.

Sie schrieb, im Kühlschrank - tät's nun geben,
neuen Käse - "Alten Schweden",
da schrieb ich ihr spontan zurück:
Ne junge Schwedin - DAS wär Glück.

Sie hat gelacht - hab nicht geahnt,
dass das dicke Ende kam.
...das Zungenstück - grad abgebissen,
fand ich in den Sofakissen.

Der Notarzt spricht - ich dürft's so sehen,
ich könnt - mit etwas Glück - auch gehen.
...in einem Jahr - vielleicht auch zwei,
was sei denn schließlich schon dabei?  01.08.2013
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Bescherung

Ich kam nach Hause – ich erstarrte.
Die Liebste raunte leise: „Warte!
Geh bloß nicht ohne Schutz durchs Haus,
dort oben sieht es – himmlisch aus.“

Ich nahm mir meine Arbeitstreter,
sprach noch kurz zwei, drei Gebete,
zählte stumm am Rosenkranz.
Dann fühlte ich mich reif – zum Tanz.

Still erklomm ich steile Treppen.
Halb so wild – ich wollt drauf wetten.
Ich hätte Haus und Hof verspielt,
Gottseidank – war´s nur ein Spiel.

Wir hatten – lasst es mich erklären,
das Handwerk hier – dazu erschwerend,
kam der Fakt – der mir nicht schmeckt:
Nichts im Raum war abgedeckt.

Den Computer – fand ich wieder,
unter Balken – Staub darüber,
von der Menge, die dann reicht,
ein Kind zu basteln – ja, vielleicht.

Das Telefon – und auch der Drucker,
das Fax – dick übersät von Zucker,
der sich dann als Staub entpuppt.
Was heißt das? – Nun wird heut geschrubbt.

Die Liebste drückt mir ganz galant,
den neuen Sauger in die Hand,
sieht dann hin – nimmt ihn mir weg,
mit den Worten: „Hat kein Zweck.

Dir ein solch Gerät zu geben,
ist wenig sinnvoll – du, mein Leben.
Wie ich dich kenn – bei dem Talent,
ist dir ein solches Werkzeug fremd.

Das ist Hightech – ohne Frage,
und bevor ich es dann wage,
dir ein solch Gerät zu reichen…,
gewiss nur über meine Leiche.“

Dann begann sie – wild zu wischen,
in allen Ecken, allen Nischen
und ließ mich einfach dumm dort stehen,
ich fühlt mich nutzlos – ließ geschehen.

Jetzt erstrahlt das Arbeitszimmer,
in neuem Glanz – na so, wie immer,
und ich seh – des Handwerks Pracht.
Mein lieber Mann – perfekt gemacht.

Nur bitte dann – beim nächsten Mal,
ne Abdeckplane – denn fatal,
wär´s, wenn ich nicht schreiben könnt.
Na, dies Gefühl – wär mir sehr fremd. 30.07.2013
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Geschenk

Manchmal frag ich mich - mit Schiss,
ob das vielleicht gar krankhaft ist:
Mit den Worten "Du auf Du",
dann schließ ich meine Augen zu.

Lausche kurz in mich hinein,
so schlimm kann es wohl gar nicht sein,
denn dort drin - ich sag's ganz schlicht,
bin ich allein - so glaube ich.

Kein Mann im Ohr - und in der Haube,
sitzt kein Vogel - kaum zu glauben,
doch irgendwas - so denk ich dann,
tickt nicht ganz sauber - Mann oh Mann.

Statt brav und ruhig im Hof zu sitzen,
bei Morgenbrise nicht zu schwitzen,
muss ich wieder schreiben, schreiben,
mein Gott - so kann es doch nicht bleiben.

Das Elend ist - der stete Keim,
immer fällt mir etwas ein,
glaubt es ruhig - das plagt mich sehr,
und Euch bestimmt - noch etwas mehr.

Heut gibt's Fußball - und schon wieder,
werd ich reimen - ich knie nieder,
vor Freude? Frust? Betroffenheit?
Ist noch nicht klar - es tut mir leid.

Der Wind bläst mir um mein Gesicht,
ich bin allein - doch einsam nicht,
ich hab die Worte - ein Geschenk,
und Menschen - an die ich gern denk.

Die Liebste frönt der Sauna Hitze,
derweil ich schon vom Nichtstun schwitze,
und Freunde - die's im Leben braucht,
ja, die hab ich schließlich auch.

Die Ruhe des Moments ist himmlisch,
das ist Entspannung - ja, so bin ich,
ich brauch Gesellschaft - so soll's sein,
und manchmal bin ich gern allein.

Lasse die Gedanken fliegen,
genieß es - in vollen Zügen.
Doch habe ich - bin raffiniert,
den Platz im Zug - mir reserviert.

Sitz am Fenster - rauszusehen,
zu entdecken - zu verstehen,
und weil das einfach halt so ist,
wächst Reim auf Reim - auch manchmal Mist.

Es ist früher Sonntagmorgen,
danke für das Ohr-mir-borgen,
ich wünsch Euch einen tollen Tag,
jeder so - wie er's/sie's gern mag. 28.07.2013
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Wasserverlust

Unter mir - da tropft es stetig,
und sagt Ihr jetzt vielleicht, das geht nicht,
Inkontinenz - sei ein Problem...,
macht Ihr Euch - es sehr bequem.

Das Tropfen auf die Blase schieben,
scheint mir reichlich übertrieben,
ich bin noch etwas jung dafür,
dass ich die Last des Alters spür.

Nun gut, da ich Ü50 bin,
käm's mir nicht mehr in den Sinn,
als Jugendlicher durchzugehn,
doch auch so - ist es noch schön.

Dass mir schon mal die Namen fehlen,
will ich sicher nicht verhehlen,
doch das Gebiss - nein, ohne Spaß,
wandert abends nicht ins Glas.

Ich kann noch neue Freundschaft schließen,
komm durch alle Midlife-Krisen,
und weiß noch - dass ich Geißbock bin,
na, das ist gut - das immerhin.

Muss Essen noch nicht klein pürieren,
kann die Freud am Leben spüren,
derweil... - was mich doch sehr verwirrt,
es tropft und tropft - mein Kopf, er schwirrt.

Sollt's wirklich an der Schwüle liegen?
Hätt ich doch besser - nur geschwiegen.
Jetzt wisst Ihr - dass das Klima schlaucht.
Und nein, das liegt wohl kaum - am Bauch.

Die Luft zu atmen? - Das wird schwierig.
Sie zu trinken? - Das probier ich.
Die Sättigung mit Feuchtigkeit,
liegt hoch genug - ich bin bereit.

Doch dann wird es mir bewusst,
dass der Mensch - ja atmen muss.
Ich atme weiter - brav und still,
derweil ich meine Lungen füll.

Sich zu bewegen - fortzustehlen,
ist nicht wirklich zu empfehlen,
denn kaum mach ich - nur einen Schritt,
nehme ich - die Lache mit.

Sie schwappt mir schon auf meine Füße,
als wollt sie sagen: "Siehste! Siehste!
Wärest du - wie früher - schlank,
bliebe ich fein brav - im Tank."

Doch bevor Ihr nun Euch wundert,
ob des Reims - ich geh nicht unter.
Doch übertreibe ich - soooo gerne,
alles andere - liegt mir ferne. 25.07.2013
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Geruch

Witternd heb ich meine Nase,
befinde mich in jener Phase,
kurz bevor die Autostadt,
für mich den neuen Wagen hat.

Aussehen, Farbe - Nebensache.
Die PS - dass ich nicht lache.
Bremsen, Lichter - hat ein jedes,
doch der Geruch - nur darum geht es.

Ich tauche in die Sitze ein,
und sicher wisst Ihr, was ich mein:
Den Geruch - nach Neufahrzeug.
Der Genießer - schnüffelt, schweigt.

Draußen steht der Mann - und labert,
erklärt mir alles - und er hadert,
mit dem Schicksal - denn im Nu,
höre ich ihm - nicht mehr zu.

Krieche witternd übers Leder,
überlasse ihm die Rede,
drehe ihm den Rücken hin,
da ich wohl - etwas süchtig bin.

Ordnungsamt und Polizei,
erwischen mich gleich nicht dabei,
und ich weiß auch nicht genau,
ob's strafbar ist - so macht mich schlau.

Gleich wird Richtung Köln geschossen,
jedes Fenster bleibt geschlossen,
damit der Duft sich lange hält,
weil mir das doch so gefällt.

Auch wenn ich schwitz - nach Iltis rieche,
ich öffne nicht die kleinste Nische,
der Duft des Fahrzeugs - so nach neu,
er ist für mich - wie ich mich freu.

Ob die das wohl extra machen?
Die Käufer packen - jetzt nicht lachen.
Ich glaube, dass das Absicht ist,
und irgendwo Verkäufer-List.

Aber völlig - ganz egal,
der Duft vergeht - das ist fatal,
und irgendwann riecht der CC,
nur noch nach mir - und das tut weh.

So - nun lasst mich weiter kriechen,
lasst mich in den Ritzen riechen,
am Lenkrad, am Pedal, am Schalter,
der Wagen neu - und ich ein Alter.

Vielleicht reizt mich das deshalb so,
erinnert mich gar irgendwo,
als ich noch neu war.... - ungewiss.
Denn ich roch da - nach Windelschiss.  22.07.2013
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Die - die die

Eine Nacht im weichen Bett,
ach, wenn ich's doch verweigert hätt,
denn heute Morgen - merke ich,
auf Stroh - da ruh ich königlich.

Die halbe Nacht nur wach gelegen,
kann mich heut Morgen kaum bewegen.
Mir fehlt wahrscheinlich - sag ich still,
der Liebsten Anpfiff - und ihr Drill.

Niemand hier - bringt mich auf Trab,
drum fühle ich mich - ach so schlapp.
Die Nacht der Ruhe - ohne Schicht,
ich seh es ein - bekommt mir nicht.

Wie habe ich davon geträumt,
dass auch mir die Sonne scheint,
doch jetzt begreif ich - ja, den Clou:
Es gehören - 2 dazu.

Einer, der stets folgsam ist,
und die - die die Leviten liest.
Nächste Nacht - ich freu mich so,
ruhe ich erneut - auf Stroh.

Die Mäuse - oh, ich bin gewiss,
haben mich bestimmt vermisst.
Ohne mich - der Keller leer,
dies zu begreifen - fiel mir schwer.

Doch merkte ich - wie ohne Spinnen,
die Stunden zäh am Band verrinnen,
ab heute nun - bin ich geläutert,
und mein Ego stark erweitert.

Die Dusche? - Ja nun, die war klasse,
ich ertrank fast unterm Wasser,
und wähne mich - nun völlig rein,
doch immer noch - so sehr allein.

Gleich zum Frühstück - zum Buffet,
allein dort sitzen - das tut weh,
weil man sich - wie's Leben spielt,
allein am Tisch - so flüssig fühlt.

Mehr als das - gar überflüssig,
ich bin der Nacht so überdrüssig,
und klage Euch mein Leid - ja, ich,
heute Morgen - per Gedicht.

Gleich beginnt das Warten dann,
viele, viele Stunden lang,
bis ich das neue Auto hab,
dann bring ich jedes Pferd auf Trab.

Hoffentlich - so nebenbei,
sind die Straßen dann auch frei.
Ich presche längs der Autobahn,
ich will zum Strohsack - Zahn um Zahn.  22.07.2013
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Ritz Carlton

Ich schlafe nächste Nacht - kein Witz,
ganz allein - in Wolfsburgs Ritz.
Eine Suite - allein für mich.
Klingt das nicht - wie ein Gedicht?

Die Liebste wollt partout nicht mit,
und jetzt bekomm ich - das wär Shit,
wahrscheinlich einen Kellerraum,
nah der Heizung - aus der Traum.

Sie riefen mich die Tage an,
hab nicht geschaltet - dumm, der Mann,
ich hab gesagt - ich käm allein....
Wie dumm muss man - im Leben sein?!

Wär ich nur auf Zack gewesen,
könntet Ihr mich später lesen,
aus dem Zimmer - ich sag's kühn,
das den Namen auch verdient.

Stattdessen sprach ich - ohne Pause:
"Meine Liebste bleibt Zuhause.
Ich komm allein - kein Aufstand nicht."
Wen es nun trifft - das bin wohl ich.

Man wird mich in den Keller führen,
ich kann die Kälte fast schon spüren,
und auch stockfinstere Dunkelheit,
ich bin die Keller - ach, so leid.

Ob es in Wolfsburg Strohsack gibt?
Ob man mich ins Vergessen schiebt?
Ob ich vielleicht am Bahnhof schlafe?
Die Nacht wird warm - das wär kaum Strafe.

VW hat dies Hotel gebucht,
Selbstabholung - komm per Zug,
ich werd am Bahnhof abgeholt...
Mir gehört der Ar... versohlt.

Statt Frühstück - morgen vom Buffet,
gibt's trocken Brot - wie ich das seh.
Fünf-Sterne-Haus, doch leider nicht,
für den Schwaadlapp - sprich, für mich.

Eine Nacht - so auf die Schnelle,
vielleicht gar in der Sammelzelle,
die Toilette - ist ein Eimer...
Mein Mut, er wird schon klein und kleiner.

Die Dusche ist - ein Regenfass,
das Wasser warm - das wär schon was,
denn die Sonne - sie hat Kraft,
mal schauen, was sie kann - und schafft.

Jedoch beim Zählen all der Schafe,
weiß ich - ich hab im Ritz geschlafen,
im Keller - nah beim Heizungsraum,
und trotzdem ist es - wie ein Traum.  21.07.2013
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Alles

Ich tu für meine Frau doch alles,
und im Falle jeden Falles,
bin ich immer für sie da,
das ist kein Scherz - nein, es ist wahr.

Jeden Wunsch, den sie nur hat,
les ich von ihren Augen ab.
Bevor sie sich nur äußern muss,
ist er mir - schon lang bewusst.

Sie spricht, dass ich im Keller ruh?
Ich gebe keinen Senf dazu,
pack mein Bündel - das aus Stroh,
und schlafe friedlich, brav und froh.

Sie sagt, das Handwerk steht mir nicht?
Dass es mir die Gräten bricht,
wenn ich es auch nur probier?
Ich gehorch - vertraue ihr.

Sie meint - nur weil es ihr gefällt,
sie ist der Hüter - Gut und Geld,
seien bei ihr gut verstaut.
Ich geb's ab - weil sie sonst haut.

Jeder Wunsch - ist mir Befehl,
wobei ich auch auf Gnade zähl,
klappt mal etwas nicht so gut.
Denn dann verlier ich - schnell den Mut.

Doch was darf ICH? - Na wenig, wenig.
Wär's ein bisschen - wär ich König.
So fragte ich dann schließlich heut,
nach etwas Freigang - hab's bereut.

Seitdem lieg ich in starken Ketten,
nur Gnade könnte mich noch retten,
wobei das leider - und gewiss,
für sie komplett - ein Fremdwort ist.

Salz auf jeden Fuß gestrichen,
lockt's Getier aus allen Nischen,
und das tut sich - an mir nun gütlich,
doch ich ertrage - stoisch, friedlich.

Alles nur - weil ich sie fragte,
alles nur - weil ich es wagte:
Kontrollbesuch - im "Babylon".
Das hab vom Joke - ich jetzt davon.

Nun gut - dann gammle ich hier weiter,
die Ruhe ist ja auch gescheiter.
Der Keller alt - dem Kerker ähnlich,
ich sitz hier unten - und ich schäm mich.

Dass ich die Liebste so verprellt,
was hab ich mir - nur vorgestellt?
Während ich Erkenntnis spür:
Sie meint es doch - nur gut mit mir.  18.07.2013
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Fabularium

In jeder Stadt – wo ich auch bin,
zieht´s mich zu den Stellen hin,
wo man Lettern fein sortiert…,
in Magdeburg – ist´s nun passiert.

In Magdeburg – man bummelt stumm,
sah ich´s – Fabularium.
Es zog mich an – na fast magnetisch.
Wer gern liest – ja, der versteht mich.

Meine Frau – als mein Begleiter,
sprach: „Nein, der wird nie gescheiter.
Sobald mein Mann – nur Bücher wittert,
hat er stets – vor Sucht – gezittert.

Drum ist“, - und ja, ihr Blick sprach Bände,
„unser Bummel – hier zu Ende“.
Dass sie resignierte – tja,
nahm ich selbst – schon nicht mehr wahr.

Die Schritte zogen mich mit Macht,
ins Bücherparadies… – Ihr lacht?
Ihr meint, Papier – das kann das nicht?
Doch die Beweiskraft – die bin ich.

Schnuppernd vor Regalen stehen,
die Bücher duften – sie zu sehen,
ist für mich – fast Religion,
fast mein ganzes Leben schon.

Irgendwie – ja, wandern Bände,
nach und nach in meine Hände.
Ich kann auch wirklich nichts dafür,
dass ich die Macht der Sucht so spür.

Doch warum – soll ich von Schönem,
lassen – es mir abgewöhnen?
Zwar bricht unser Haus – schon fast,
unter Büchern – doch noch passt´s.

Nach und nach wird es jetzt schlimmer,
und das große Bücherzimmer,
das sackt bestimmt – mal irgendwann,
nach unten durch – und kommt dort an.

Doch deshalb sagen – das sei Fluch?
Und Bücher hätte ich genug?
Das wird im Leben – nie geschehn.
Glaubt es mir – Ihr werdet´s sehn.

Und wenn Geschäfte – bin ein Kind,
so schön – wie gerade dieses sind.
Dann stehe ich – ich weiß warum,
halt dort – im Fabularium.

Fühlte mich perfekt beraten,
und meine Frau – sie roch den Braten.
Dass es bald – so seh ich´s auch,
daheim – ein weiteres Zimmer braucht.  14.07.2013
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Jagdschein

Oh Bock, mein Gott - es ist passiert.
Man hat den Unsinn frisch zitiert.
Las ihn vor - trank aus dem Kelch,
frisch gezapftes Kauderwelsch.

Den Quark - den ich fast täglich rühre,
da ich den steten Druck so spüre,
gab man öffentlich zum Besten,
um meinen Zustand flott zu testen.

Den des Geistes - keine Frage.
Versetzt Euch mal in meine Lage.
Je weiter das nun Kreise zieht,
weiß man nicht - wie's mir geschieht.

Vermutlich steht im Internet,
dass ich was an der Waffel hätt.
Nicht mehr alle auf der Latte,
(was ich wahrscheinlich - eh nie hatte).

Ich sei wohl doch - zu heiß gebadet,
mein Alter habe mir geschadet,
geistig eher - etwas krank,
und kaum ein Tässchen - noch im Schrank.

Reichlich kräftig überdreht,
jede Hilfe - käm zu spät,
meschugge - und nicht richtig wach,
mit einem Schaden - groß - im Dach.

Ein Spinner - suche meinesgleichen.
Wär es schmerzhaft - müsst ich kreischen.
Ein Depp - von allererster Güte.
Eine falsch gesetzte Niete.

Die Schande meines Heimatortes,
der Hüter des verdrehten Wortes,
ein Verrückter - ein Filou,
mit Geisteskrankheit - du auf du.

Besitzer der gezwängten Jacke,
mit den Schnallen - ach, im Nacken,
mit den Armen - vor der Brust,
irgendwie - hab ich's gewusst.

Doch frag ich mich - ist das so schlimm?
Dass ich bin - wie ich halt bin?
Dass ich einen Jagdschein habe?
Wär es anders - ich fänd's schade.

Drum outet mich nur gerne weiter,
ich werde eh nicht mehr gescheiter.
In diesem Leben - sicher nicht.
Dort oben brennt - zu selten Licht.

Normal zu sein - wär so bequem.
Doch mag ich nicht - oh Bock, und schäm.
Verbraucht mich bitte - wie ich bin.
Alles andere - macht kaum Sinn.  11.07.2013
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Transfusion

Blass und völlig ausgelaugt,
schwächer, als Ihr meint und glaubt,
saß ich grad am Frühstückstisch,
denn das Nachtmahl - das war ich!

Ging ich jetzt - um Blut zu spenden,
bedeutet es mein sicheres Ende,
denn der hohe Blutverlust,
heißt, dass ich dann sterben muss.

Die letzte Nacht - im Schlabberlätzchen,
groß - fast so wie junge Kätzchen,
tanzt die wilde Mückenbrut,
berauscht von meinem süßen Blut.

Hab nichts gemerkt - nicht Stich, nicht Saugen,
doch heute mach ich große Augen,
seh aus - als hätt ich Beulenpest.
Für unsere Gäste - war's ein Fest.

Wobei wir grad beim Thema sind:
War ich wirklich denn so blind?
War es wirklich gestern Nacht,
als man mich zum Buffet gemacht.

Oder doch vielleicht - die Tage?
Am Wochenende? - Keine Frage.
Als man uns einlud - lasst mich denken,
um von sich selber abzulenken.

Um zu zeigen: "Auf ihr Mücken,
greift ruhig zu - aus freien Stücken.
Schlagt euch eure Bäuche voll."
Vielen Dank - das ist ja toll.

Eigentlich - ich merk es schon,
brauch ich eine Transfusion.
Welche Art - und welche Gruppe?
Sorry, ist mir wirklich schnuppe.

Hauptsach - wieder Saft in Adern,
seht mich mit dem Schicksal hadern.
Die Mücken rülpsen - voll und satt.
Und ich - ich fühle mich schachmatt.

Die nächste Nacht - weil's mir gefällt,
schlaf ich im Moskitozelt.
Warum, bitte - immer ich?
Schmeck ich denn - so süß und frisch?

Mein Blut ist doch - schon lange Zeit,
am Ende jeder Haltbarkeit.
Und trotzdem wohl ein Hochgenuss.
Ich merk, dass ich mich jucken muss.

Doch will mir nicht mal das gelingen,
die Liebste legt von fern die Schlingen,
haut auf die Finger: "Weg davon!"
Und ich gehorche - brav und fromm.  09.07.2013
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Attacke

Gestern blies sie zur Attacke,
auf dem Rasen - und, oh Backe,
holte sie sich - so der Schein,
im Rennen fast schon selber ein.

Hoch die Wiese - yes, mit Schmackes,
wieder runter - ja, sie packt es,
ist fast schneller - als der Schall.
Fast schon hörte ich den Knall.

Wenn der Schall, die Mauer bricht,
letztlich tat sie es dann nicht.
Doch viel - das sei Euch nicht verhehlt,
hat am Ende kaum gefehlt.

Frau Hund dreht stets auf Rasen ab,
bremst im Moment - und denkbar knapp,
jagt - das ist glatt was fürs Hätz,
unentwegt den eigenen Stätz.

Doch halt - wenn's was zu Essen gibt,
dann ist sie plötzlich still und lieb,
wirft mir Blicke - gleicht Herodes,
im "Leute-Mensch-ich-mach-nichts-Modus".

Und wieder kommt dann der Moment,
in dem der Blick mich plagt und brennt.
Immer, immer, immer wieder,
selbst durch schnell geschlossene Lider.

Dann schaue ich ganz fix weit weg,
und doch - es hat kaum Sinn, nicht Zweck,
weil der Blick mich immer findet,
wie Mordor - das die Schatten bindet.

In Mordor war's der Herr der Ringe.
Und Luna ist die Queen der Dinge,
die's auf meinem Teller hat.
Soll ich's Euch sagen? - Ja, das klappt.

Denn ich erwische mich dabei,
ein Stück zu säbeln - bin so frei,
und lege es zum Tellerrand,
wo's Lunas Blick auf Anhieb fand.

Da sitze ich zwar zwischen Stühlen,
kann den Blick der Liebsten fühlen,
der da spricht - wenn ich was gebe,
dass ich den Tag - nicht überlebe.

Dann denke ich - nicht wirklich froh:
Gehen muss ich sowieso.
Und wende mich Frau Hund gleich zu.
Dann hat die liebe Seele Ruh.

Muss ich es denn noch erwähnen?
Geben ist viel mehr - als Nehmen!
Und als sie jetzt von dannen zieht,
seh ich's ihr an - Sie hat gesiegt.  07.07.2013
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Moderner Fünfkampf

Das Training – es ging gestern los,
mein guter Vorsatz – er ist groß,
und die Liebste achtet drauf,
dass ich – nach ihrem Willen lauf.

Gestern – auch wenn´s heftig schien,
gab´s die 1. Disziplin:
Einkauf im IKEA-Shop.
Freitag! – Puh, ich ward bekloppt.

Wagen laden – Möbel stemmen,
verwirrt durch lange Gänge rennen.
Fremde Füße in den Hacken,
und der Schweiß – trieft in den Nacken.

Vor dem Spiegel – in der Ecke,
an welchem ich mich gut verstecke,
übe ich – und zwar, mit Klasse,
die Trauermiene – an der Kasse.

Dies Gesicht – so nach dem Motto:
Gewänne ich doch nur im Lotto!
Derweil die Liebste vor mir geht,
und wartend bei – drei Wagen steht.

Später – auf dem Fahrzeugsitz,
nach all den Lasten durchgeschwitzt,
mach ich das Häkchen – ganz geschwind,
am 1. Punkt – wer wagt, gewinnt.

Heute Morgen – Unkraut rupfen,
knurrend hacken, schneiden, zupfen.
Der Disziplinen – Nummer 2,
ich legte los – ich war dabei.

Und wieder rann der Schweiß in Strömen,
ich könnte mich fast dran gewöhnen.
Und ob ich´s nicht vielleicht gar brauch?
Ich schaue kritisch – auf den Bauch.

Der dritte Punkt – auf meiner Liste,
er ist gar schwierig – siehste, siehste.
Denn ich flüchte – ganz weit weg,
vor meiner Frau – am Bügelbrett.

Kommt sie in Fahrt – bin ich nicht artig,
nimmt sie ein Messer – alt und schartig,
und schneidet mir – noch sonst was ab…
Wie gut, dass ich – 2 Beine hab.

Die Übung 4 – heißt Grillwurst essen,
fast hätt ich es noch vergessen.
Denn ich bin – ich geb es zu,
nicht gut im Training – ja, watt nu?!

Den 5. Kampf – den kenn ich nicht.
War da was? – Erinnert mich!
Ach ja – da fällt´s mir wieder ein:
Hausputz halten! – Das wird´s sein…! 06.07.2013
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Das Buch

Bücher hab ich - ist das klug,
wirklich mehr als nur genug,
ganze hohe Wände voll.
Für Dich Papier? - Für mich ist's toll.

Manchmal geh ich ans Regal,
warum, weshalb - das ist egal,
nehm ein Buch - vielleicht auch 2,
und verliere mich dabei.

Tauche ein in fremde Welten,
in Wüstenhitze - und in Kälte,
spür den Regen - im Gesicht,
und des Meeres kühle Gischt.

Freu mich an den bunten Rücken,
meiner Bücher - das Entzücken,
könnt Ihr vielleicht nicht ganz verstehn,
doch für mich - ist's einfach schön.

Und nun hab ich zwei schöne neue,
die stehen nicht nur so in Reihe,
die haben den besonderen Platz,
zwei Bücher - ja, von meinem Schatz.

Damit Ihr meinen Stolz versteht,
damit Ihr wisst - worum's hier geht:
Auf beiden Büchern - könnt Ihr's ahnen,
steht ganz groß - mein eigener Name.

Die Liebste hat - ist das zu fassen,
meine Reime drucken lassen,
gebunden - nein, nicht nur Papier,
diese Verse - sind von mir.

Dummes Zeug - auch manchmal Sinn,
so wie ich gefusselt bin.
Immer wieder - immer neu,
und jetzt gedruckt - wie ich mich freu.

Nicht nur - im PC gespeichert,
nein - sie hat mich sehr bereichert.
Und wenn ich blättere - Wort für Wort,
zieht es mich gleich wieder fort.

Ich habe mich dabei erwischt,
zu schmunzeln - ich erinnere mich,
an manchen Reim - den ich da schrieb,
wenn mich die "Muse" wieder trieb.

Jetzt muss ich den PC nicht schalten,
vielleicht bleibt so der Quark erhalten,
den ich täglich von mir gebe,
ich freue mich - an meinem Leben.

Ich freue mich - an diesen Büchern.
Wie sie vertraut nach Freiheit riechen.
Nach der Freiheit - der Gedanken,
ohne Halt - und ohne Schranken.   05.07.2013
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Düse

Wie 'n Blitz gefegt - nach Adam Riese,
bricht das unserem Hund die Düse,
wenn sie sich so weiter freut,
eines Tages - nur nicht heut.

Überschlag - dreimal gekugelt,
ich habe schon danach gegoogelt,
und erkannt - das sei normal,
na, dann ist es wohl egal.

Frau Hund - die kurz in Ferien war,
in der Pension - ist wieder da,
und renkt sich fast den Hintern aus,
ob ihrer Freude - nach Zuhaus.

Sieht nicht nach links - und nicht nach rechts,
käm jetzt ein Fahrzeug - wär das schlecht.
Sieht nicht nach mir - nur meine Frau.
Warum? - Das weiß ich nicht genau.

Wahrscheinlich - so wird's mir bewusst,
weil sie nicht in den Keller muss.
Weil sie im Körbchen schlafen darf,
so kombiniere ich mal scharf.

Die Liebe ist für'n Hund bestellt,
die meine Frau mir vorenthält.
Ich kraule unserem Hund den Bauch,
sie schaut mich an - Ja, du mich auch!

Jetzt liegt sie schlummernd in der Bütt,
und überwacht doch jeden Schritt,
den die Liebste tut - konkret,
achtet drauf - wohin sie geht.

Ganz im Gegensatz zu mir,
da interessiert sie nur die Tür,
die des Kühlschranks - Käse, Wurst,
irgendwie hab ich's gewusst.

Erneut ein reiner Frauchen-Hund,
ich tue meine Schmach hier kund.
Ich fühle mich zurückgesetzt,
ich sag mal einfach - unterschätzt.

Dass ich stets für ihr Futter sorge,
jeden Tag - an jedem Morgen,
das weiß sie nicht - es dämmert mir:
Die Liebste sagt - es sei von ihr.

Das Stückchen Brot - wenn ich dann fahre,
das ich mir streng vom Munde spare,
das reicht die Liebste später froh,
es sei von ihr - dann ist's halt so.

Und trotzdem ist's ein schönes Bild,
wenn Hund sich freut - wie'n Kind, so wild.
Doch wenn ihr einst die Düse bricht,
beim Überschlag - ich war es nicht! 30.06.2013
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Für die Katz

Triumphierend jubele ich:
Den letzten habe ich erwischt.
Den Fensterplatz zum langen Flug,
Platz am Gang - gab's noch genug.

Ich träume glücklich vor mich hin.
Am Fenster sitzen - das macht Sinn,
weil der Blick mir so gefällt:
Von oben auf die kleine Welt.

Alles wird so klein - und weit,
und so genieße ich die Zeit,
des Fluges - das ist Freude pur,
auf die Ansicht - Miniatur.

Ich zähle schon die Reihen ab,
da trifft mich jäh der Liebsten Schlag.
Und sie spricht: "Du weißt genau,
am Fenster sitzt - stets Deine Frau.

Egal, was auf dem Ticket steht,
egal, was Dir durchs Köpfchen geht,
egal, was Du Dir vorgestellt,
it doesn't matter - Du, mein Held.

Beschwerde bei der Stewardess?
Wag es nur!! - Sei ruhig so kess.
Doch glaube mir - dann ist Dein Platz,
im Gepäckfach - klar, mein Schatz?!"

Inzwischen habe ich verstanden,
wo wir auch starten - oder landen,
unterlieg ich - bin bereit,
den Zwängen - der Freiwilligkeit.

Sitze meistens in der Mitte,
und wenn ich sie dann ganz lieb bitte,
darf ich gar - wie ist das schön,
sporadisch mal zum Boden sehn.

Nur wenn ich alleine fliege,
und mich dann in Aufruhr übe,
setz ich mich ans Fenster hin,
doch nur - wenn ich ganz mutig bin.

Denn ich weiß - sie sieht's mir an,
irgendwie und irgendwann.
Drum bleibe ich auch dann dabei,
und lass den Platz am Fenster frei.

Meine Frau - she's watching me,
egal ob abends - in der Früh,
und meine Angst - vor ihr, enorm,
drum wahr ich Contenance - und Form.

Im Moment nutz ich die Zeit,
und klage Euch ganz still mein Leid.
Derweil sie schläft - am Fensterplatz.
Es war einst meiner - ...für die Katz.  29.06.2013
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T-Shirt

Wochenlang hab ich gesucht,
gezetert, lamentiert, geflucht,
und war am Ende ganz verstört:
Keine Spur vom Gammel-Shirt.

Ich habe beinah – wirklich fast,
meine Liebste angeblafft,
weil ich partout der Meinung war,
sie hätt´s entsorgt – es war mir klar.

Verschoben zum Altkleidersammler.
Nun ja, ich weiß – ich bin ein Gammler.
Und das Shirt – falls Ihr versteht,
nicht mehr wirklich Up to date.

Dass ich trotzdem den Mund brav hielt,
dafür gibt´s – der Gründe viel.
Vor allem der – das sage ich:
Sie schlägt sehr hart - und meistens mich.

Jeden Abend flossen Tränen.
Muss ich extra noch erwähnen,
dass ich an jenem Shirt sehr hing?
Dass sie´s entsorgte – war ein Ding.

Keine Spur vom Schlabber-Look,
T-Shirts gibt es zwar genug,
doch nicht mehr jenes – das ich liebe.
Hilfe – hier im Haus sind Diebe.

Die Liebste sah mich an – und meint,
dass ihr das übertrieben scheint:
„Solch ein T-Shirt, lieber Mann,
packt ja selbst ein Dieb nicht an.“

Ich hab mich damit abgefunden.
Das Suchen – all die langen Stunden,
hat nicht den Erfolg gebracht,
doch ich bin stark – es wär gelacht.

Das alte fort – dann gibt’s ein Neues,
eines, das mir länger treu ist,
eines, das ich tragen kann,
spät – im Dunkeln – dann und wann.

Jedoch – nun kam ich heut nach Hause,
machte von der Arbeit Pause,
da meint die Liebste: „Rat mal eben,
was ich heut fand – ich will´s Dir geben.“

Und so hielt sie – Glücksgewinn,
mir mein altes T-Shirt hin.
Ich strahlte glücklich um die Wette,
mit meinem Shirt – es ist gerettet.

Endlich wieder jetzt vereint,
und zwar auf Dauer – wie´s mir scheint.
Denn jeden Morgen – stellt´s Euch vor,
bringe ich es – zum Tresor.  19.06.2013
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Ab heute

Mein Entschluss steht fest – er passt:
Ich bin erwachsen – oder fast!
Ab heute – das sei sonnenklar,
ist nichts mehr – wie es einstmals war.

Diese stete Reime-Wut,
ist fürs Entwickeln gar nicht gut.
Ich verblöde – wie mir deucht,
und so geht es bald – auch Euch.

Der FC – des Geißbocks Ställchen,
Fußballständchen und Verzällchen,
sind nichts für den erwachsenen Mann.
Drum geb ich´s auf – ich arbeit dran.

Das Simsen – oder auch mal Chatten,
zermürbt das Hirn – ich würd drauf wetten.
Ich könnte so erwachsen sein…
Ab heute ist die Zukunft… mein!

Das „Ständig-zum-Konzerten-laufen“…
Was könnte man für dies Geld kaufen.
Und die Synapsen – welch ein Quatsch,
werden nur vom Lärm zermatscht.

Reisen werd ich auch nicht mehr.
Schau lieber hinter Schwälbchen her,
die durch unseren Hof hier kreisen.
Ihr merkt, ich werde alt – und weise.

Man wird mit Fingern auf mich zeigen,
und erstarrt in Ehrfurcht schweigen:
<Dieser Mann – seht ihn Euch an,
hat den Zug der Zeit erkannt>.

Endlich bin ich realistisch.
Die Albernheit – oh ja – sie frisst mich.
Und wie mein Chef sich freuen wird.
Ich denke fast – er ist gerührt.

Ich fahre nicht mehr Cabrio.
Die Flausen scheinen – irgendwo,
ein wenig auch am Wind zu liegen.
All das werde ich – besiegen.

Ich bin erwachsen – ja, Ihr Leute.
Nicht ab morgen – nein, ab heute.
Endlich sehe ich nun Licht.
Und ich bin fast stolz auf mich.

Was wird das für ein Leben werden.
Wie der Himmel – so auf Erden.
Mein Leben hat dann endlich Sinn.
Wieso? – Weil ich erwachsen bin…

… hab diesen Alptraum – so geträumt,
vergangene Nacht – so wie es scheint,
war die Grillwurst – helft mir… jetzt!
Hormonell – zu sehr durchsetzt...  16.06.2013
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Sonntagmorgen im Juni 2013

Sonntagmorgen - früh um 6,
aufgewacht - und zwar perplex,
dass ich heut - so lange schlief.
Irgendetwas läuft da schief.

Denn eigentlich - und in der Regel,
reffe ich des Schlafes Segel,
um 5 - dann ist die Nacht dahin,
macht das auch Sonntags - wenig Sinn.

Sollte das am Alter liegen?
Dass mich Morpheus Arme wiegen,
im sicheren Schlaf - für längere Zeit?
Ist es wirklich schon so weit?

Bei Aldi - so las ich heut Morgen,
(ja, das macht mir reichlich Sorgen),
sind Rollatoren ausverkauft.
Wie gut, dass ich noch Freihand lauf.

In der Zeitung - dem Express,
steht neben Sport und Mord und Sex,
dass die Gesellschaft älter wird.
Ich glaub, ich hab es heut gespürt.

Wie konnte ich so lange ruhen?
Mein Gott, es gibt so viel zu tuen:
Reimen, Lesen und Sinnieren,
sowie Frau Hund zum Gassi führen.

Kaffee kochen - Schwarzbrot mümmeln,
und die Wolken - hoch am Himmel,
verschieben - dass die Sonne scheint.
Denn noch ist's trüb - mein Herz, es weint.

Nachher zwei Steuern schnell erklären,
ich will - gewiss - mich nicht beschweren,
denn dass das Haus jetzt Form annimmt,
das geht nur - wenn die Kasse stimmt.

Außerdem - das ist fatal,
zwingt mich heut Frau General,
nach den nächtlich süßen Träumen,
meinen Keller aufzuräumen...

Den Strohsack - wo ich schlafen muss,
auszulüften - von dem Duft,
einer ganzen langen Nacht.
Weshalb bin ich - so spät erwacht?

So langsam werd ich wieder müde,
und mein Kreislauf - meine Güte,
sackt schon wieder mächtig ab,
weil ich keinen Drive mehr hab.

Wohin geht das - wenn's Schule macht?
Vielleicht schlaf ich - schon bald - bis 8?!
Sollt das geschehen - dann ja dann,
bin ich - ein sehr alter Mann. 16.06.2013
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Entspannung

Ein Tag, den man getrost vergisst,
der wie die braune Masse ist,
die Frau Hund – im Feld verstreut,
solch ein Tag – war gerade heut.

Die Umschreibung – sie war Pflicht,
denn jenes Wort – das sagt man nicht.
Und da ich gut erzogen bin,
nehme ich´s mit Anstand hin.

Nun sitze ich allein zuhause,
die Sonne macht ein wenig Pause,
das Wetter nass – und etwas trist,
es ist halt so – wie es halt ist.

Ich versuch, mich zu entspannen,
leg mich in die heiße Wanne,
da fällt mir ein – ganz augenscheinlich,
wir haben keine – das war peinlich.

Mich in einem Buch vergraben?
Dazu muss ich – Muße haben.
Und da ich gleich Termine hab,
winke ich nur dankend ab.

Mit Frau Hund ins Feld zu schreiten?
Dafür müsst sie – mich begleiten.
Doch beim ersten Regenguss,
war dann mit der Tour schon Schluss.

Sie dreht sich um – schaut zu mir auf,
und ihr Blick spricht: <Bitte lauf.
Lauf von mir aus – ohne Pause.
Doch mich lass bitte – still zuhause>.

So tu ich, was ich immer mach.
Denke einfach nicht mehr nach.
Und lass die Worte einfach sprießen,
leichthin - durch die Finger schießen.

Einfluss hab ich eh ja keinen.
Ihr solltet bitte nur nicht meinen,
dass das Geschreibsel – irgendwie,
einen Sinn macht – nein, fast nie.

Doch kann ich – (ohne heiße Wannen),
wunderbar dabei entspannen,
vergess fast alles um mich rum,
und stell mich einfach – taub und dumm.

Den Fluss der Worte spüren, fühlen.
Einfach nur – ein bisschen spielen.
Der Tag – für heute – ist passé,
abgestandener Café.

Jetzt bin ich wieder gut gelaunt,
und falls Euch das partout erstaunt:
Versucht es einfach selbst einmal,
der Grat zum Glück – wie schön – ist schmal.13.06.2013
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Plan B

Die allerkleinste Warteschlange,
ist nicht eine wirklich lange.
Besteht - sagt, wusstet Ihr das schon,
aus einer einzigen Person.

Frau Hund - die emsig Wache sitzt,
wenn Herrchen überm Frühstück schwitzt.
Sie sitzt gebannt und regungslos,
und die Gier - ist riesengroß.

Ich lege fix die Hand aufs Brot,
nicht ohne Grund - ja, es tut Not.
Denn ihr Blick wirkt telepathisch,
erscheint er Euch auch sehr phlegmatisch.

In kleinsten Schritten rutscht es rüber,
als ob ich's mit den Fingern schiebe.
Momentan noch testbereit,
erprobt sie - die Geschwindigkeit.

Ihr Blick ganz starr - so wie ein Geier,
egal ob Käse, Wurst, ob Eier,
ob Croissant, ob Marmelade,
oder Schnitzel - samt Panade.

Auf alles richtet sie den Blick,
hin und her - und vor, zurück.
Und ist endlich erst zufrieden,
ist ihr ein kleiner Rest geblieben.

Den nimmt sie hoheitsvoll zur Kenntnis,
ohne jegliches Verständnis,
wenn der Anteil - früh am Tag,
ihr nicht schmeckt - und nicht behagt.

<Bitte nicht schon wieder jenen,
Käse, der so stinkt - zum Schämen.
Nicht schon wieder Camembert,
den zu ertragen - fällt mir schwer.

Salat und Obst? - Sind mir ein Graus!
Und dafür hielt ich jetzt hier aus?
Saß einsam Schlange - beim Café?
Für dies Ergebnis? - Das tut weh.

Hör mir auf - mit Gurkenscheiben.
Wir wollen jetzt mal sachlich bleiben.
Und die Tomaten - ohne Sinn,
steck Dir bitte sonstwo hin.

Ich bin ein Hund - Fleisch mein Begehren.
Wie oft soll ich mich noch beschweren,
bis der gnädige Herr begreift?
Dafür saß ich mir's Fottloch steif...?>

Entrüstet wendet sie sich ab.
Wie gut, dass ich Plan B gehabt.
Und so bekommt - die Warteschlange,
als Leckerli - ne Futterstange.    12.06.2013
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Sommer und Musik

Wie die Faust - Ihr könnt mir's glauben,
auf des Sprichworts grüne Augen,
passt Musik zum Cabrio,
ist sie nur beschwingt - und froh.

Das Dach nach oben - weit, weit offen,
und ein wenig beten, hoffen,
dass die Sonne weiter scheint,
es gut - mit alten Männern meint.

Die CD ins Einschubfach,
damit sie mir die Laune macht,
die ich im Sommer haben muss:
Gute Laune - schlägt den Frust.

Das neue Album ausgepackt,
ich höre schon den ersten Takt,
der Sommer-Sonne-Spaß-Musik,
und lehne mich - entspannt zurück.

Ein Best of - von ELO,
tönt laut - und macht mich glücklich, froh.
Jedoch - auch Menschen um mich rum?
Hm, falls nicht - so wär das dumm.

Denn ich gehe streng zu Werke,
nämlich in Konzertlautstärke,
und beschalle rings um mich,
alles, was nur geht - ja, ich!

Muss ich mich deswegen schämen?
Muss ich mich deswegen grämen?
Na, ich glaub - ein wenig schon,
so dreh ich ihn zurück - den Ton.

Singe trotzdem lauthals mit,
weil es kaum was Schöneres gibt,
als gute Laune - das Gefühl:
Das Leben ist ein großes Spiel.

Ja, ich weiß - das stimmt nicht immer,
manchmal sitzt du still im Zimmer,
mit dickem Hals - und Groll im Blick,
dann sehne ich mich - nach Musik.

Nach Mit-Freude-mitzugrölen,
nach Liebem-Gott-die-Freizeit-stehlen,
nach Dankeschön dem Komponist,
der Grund und auch der Anlass ist.

Die Sonne weckt mich - aus der Starre.
Wie ich der schönen Tage harre,
und mich freue - ungehemmt,
wenn sie scheint und lockt und brennt.

Und das kleine Teufelchen,
in mir - ohne Zweifelchen,
dreht den Regler - das ist toll,
einfach wieder - fix auf "voll"    11.06.2013
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Dunkelheit

Draußen scheint die Sonne hell,
endlich Sommer – plötzlich, schnell,
nur hier im Haus – das tut mir leid,
herrscht - stockfinstere Dunkelheit.

Ohne das elektrisch Licht,
bin ich ein sehr armer Wicht.
Ich ahne grad mal – kaum zu glauben,
meine Hand – vor meinen Augen.

An jedem Schienbein blaue Flecken,
ich stoße mich an jeden Ecken.
Und außerdem – so sonnenlos,
ist die Furcht – ganz riesengroß.

Überall hör ich es wispern,
überall hör ich es knistern,
und der Schwarze Mann – bestimmt,
wartet, dass er mich vertrimmt.

Früher hatten wir noch Fenster,
heute huschen die Gespenster,
emsig durch den dunklen Raum.
Ja, das ist ein böser Traum.

Die Männer, die das Dach gedeckt,
nahmen uns die Fenster weg.
Nun fühl ich mich – mit voller Hose,
wie die Sardine in der Dose.

Sie sagten – wenn sie fertig sind,
dann ist der Dachraum nicht mehr blind.
Dann wird das Glas fix eingesetzt.
Ich muss es glauben – hier und jetzt.

Im Moment herrscht tiefste Nacht.
Ihr wisst, dass mich das ängstlich macht.
Denn die Chefin – welch ein Graus,
beschützt mich derzeit nicht Zuhaus.

Doch heute Abend kommt sie wieder,
so lange zittern mir die Glieder.
Da!! – Schon wieder ein Geräusch!
Das macht mich fertig – sag es Euch.

Doch wenn ich in der Sonne steh,
und auf das neue Dach dann seh.
Dann geht mir weit – mein Herzchen auf.
Ich lass der Freude – freien Lauf.

Das alte Haus – schon bald wie neu.
Mit sehr viel Charme – wie ich mich freu.
Und feiern wir – „200“ einst,
dann sag ich stolz – Dies Haus, ist meins!

Und weil´s der Liebsten auch gefällt,
stimmt´s in unserer kleinen Welt.
Nur – dass ich mich jetzt fürchten muss.
Ja, das macht mir echt Verdruss.   07.06.2013
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Gelegenheit

Den rechten Zeitpunkt braucht's auf Erden,
für Männer zum erwachsen werden.
Einfach die Gelegenheit,
heut war sie da - nach all der Zeit.

Manchmal braucht's die rechte Chance,
und plötzlich ist sie da - Balance.
Plötzlich ward mein Dasein klar.
Nichts ist mehr - wie es früher war.

Ich brauchte etwas Gottvertrauen,
um endlich auf mich selbst zu bauen.
Und nun besehen - beim späten Licht,
bin ich mehr als stolz auf mich.

Der Liebsten, die mich ständig tadelt,
bin ich mit Schwung - davongeradelt.
Jetzt endlich hat mein Leben Sinn.
Ich weiß, dass ich erwachsen bin.

Denn heute sammelt ich die Kraft,
und trank ein Glas - Tomatensaft,
im großen Flugzeug - Germanwings.
Meine Freiheit - ja, die bringt's.

Wie lang hab ich mich nicht getraut,
weil ich weiß - sie stöhnt und schaut,
und meint dann grummelnd, bös zu mir:
"Diesen Saft - trinkst Du - nur hier!"

Dies Wissen hat mich sehr verprellt,
drum habe ich ihn nicht bestellt.
Mich dürstete - doch rief die Pflicht.
Und deshalb - ja - verzichte ich.

Ich war bisher ein armer Wurm,
doch ab heute heißt es: Sturm!
Endlich fühl ich mich als Mann,
der auch allein entscheiden kann.

Ich habe mich auch nicht bekleckert,
nicht, dass jetzt das Weibsvolk meckert.
Ich geh heute Abend - ach, wie nett,
mit einem Lächeln - froh zu Bett.

Die Nabelschnur - nun ist sie ab,
wie gut, dass ich den Mut gehabt.
Und der Saft - er weist die Spur,
Ja, er war der Anfang nur.

Ab nunmehr gibt's mich von der Sorte:
<Ab morgen fallen - Widerworte!>
Doch was passiert - das wäre fies,
wenn meine liebe Frau - das liest?

Bitte, bitte - sagt's ihr nicht.
Ihr wisst genau - ich fürchte mich!
Und die Freiheit - nebenbei,
wag ich kaum - ist sie dabei.   06.06.2013
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Geschoren

Nackt vom Zeh - bis zu den Ohren,
werde nun auch ich geschoren.
Frau arme Hund - ging mir voran,
und ihr Anblick - macht mich bang.

Sie sieht aus - wie ein Gerippe,
noch riskier ich dicke Lippe,
doch eines weiß ich - jetzt und hier:
Dass ich die Nacht im Keller frier.

Frau Hund - sie wirkt jetzt fast armselig,
und ihr Blick sagt: <<Dir empfehl ich,
nimm die Beine in die Hand.
Schau mich an - oh, welche Schand.>>

Ich möcht ja rennen - sicherlich,
jedoch die Kette - hindert mich,
mit der SIE mich am Balken hält.
So ist mein Dasein - meine Welt.

Es war der Testlauf - ich bin reif,
die Hand, die nach dem Messer greift,
die kenne ich wohl sehr genau.
Es ist die Liebste - meine Frau.

Sie sagt zu mir, dann wirkt ich dünner,
sozusagen auch noch jünger.
Dann zeichnet sie mir ganz bewusst,
"Er ist meiner" auf die Brust.

Sie hält kurz inne - spricht knapp: Huch,
reicht mir dann ein Taschentuch,
auf dass das Blut - aus meiner Haut,
ihr nicht das Laminat versaut.

Durch meine Haut - so dick und schwartig,
das Messer gleitet - etwas schartig,
und wenn was Haut dran hängen bleibt,
beiß ich die Zähne - bin gescheit.

Alles das, was überflüssig,
das entfernt sie - schnell und listig,
und da ich unterm Bauch nichts seh,
tut es mir noch nicht mal weh.

Wenn bald die Stimme höher klingt,
und falls das Hohe C gelingt,
dann verdien ich damit Geld,
ganz egal - ob's mir gefällt.

Nachtigall, ick hör dir trapsen,
Tango tanzen die Synapsen,
was für Frau Hund die Fachfrau tat,
das ängstigt mich - wenn's Messer naht.

Ich habe Angst - so denkt an mich.
Kalter Schweiß deckt mein Gesicht.
Ach so trocken wird der Mund.
Heut Abend gleiche ich - Frau Hund.04.06.2013
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Schämen

Und wieder ist's an mir - das Schämen.
Zwar kein Blut - doch Schweiß und Tränen,
werden mich erneut begleiten,
auf meiner Reise - durch die Zeiten.

Schwer - wie ein Rhinozeros,
doch leider halt - nicht gar so groß.
Ich bin halt - doch das darf nicht sein,
für mein Gewicht - noch viel zu klein.

180 Zentimeter,
plus 3 weitere - ja, ich zetere,
ob der Schwäche, die mich griff.
Nein, nicht alleine auf dem Schiff.

Schon wochenlang ließ ich mich gehen.
Das Ergebnis kann man sehen.
Und darum zog ich heut - fatal,
viel zu spät - das Notsignal.

Das große Schiff - zu sehr verspiegelt,
und ist man(n) noch so sehr geschniegelt,
bekommt man jedes Mal den Schreck,
wenn man sich sieht - da stirbt man weg.

Die Scham - ich fasse sie in Worte,
sie brennt in mir - von jener Sorte,
von der ich hoffe - im Moment,
dass sie auf Dauer nagt und brennt.

Das Gewicht auf unserer Waage,
würde reichen - keine Frage,
für einen kleinen Elefant.
Oh, das zerrt mir am Verstand.

Den ich zwar noch niemals hatte,
doch stand ich zweifelnd auf der Matte,
im Bad - vor unserem Spiegel dort,
und wünschte mich - ganz weit weit fort.

Dorthin, wo es nur Nüsse gibt,
wo man das Obst - statt Broten liebt,
wo mir der Speck nun endlich schmilzt.
Ich hab's beschlossen - ja, ich will's.

Seit heut Morgen - knurpselt Knäcke,
auch wenn ich mir die Finger lecke,
nach leckeren Brötchen - duftig frisch,
heute Morgen - auf dem Tisch.

Doch wenn ich heut nicht JETZT beginne,
versuch, dem Zwang nun zu entrinnen,
verlässt mich morgen schon die Kraft.
Jedoch - ich hab's schon mal geschafft.

15 Kilo weg - mal schaun,
schaff ich das - so wärs ein Traum.
Aller Anfang ist nicht leicht.
Mal sehen - wie weit mein Vorsatz reicht. 02.06.2013
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Mast


Man lässt mir weder Ruh - noch Rast,
ständig schickt man mich zur Mast,
und so kommt's mir in den Sinn,
ob ich im Grunde - Schlachtvieh bin.

Das man stets am Troge hält,
damit es nicht vom Fleische fällt.
Und auch die Liebste packt schon mal,
mir jäh ins Fleisch - bisher: egal.

Bisher hab ich gemeint - aus Liebe.
Nun bin ich unruhig - und ich schiebe,
es auf die Prüfung - that is life...
Ist er schon - zur Schlachtung reif?

Heut ein Frühstück - Brötchen, Ei.
Gestern Spargel - Fleisch dabei.
Dienstag Suppe - deftig frisch.
Zu Mittag kommt sie auf den Tisch.

Diese Suppe - ist geschäftlich.
Doch meine Ruhe - nun, sie rächt sich.
Denn wenn mein Weib nicht Aufsicht hat,
gibt sie sie - an andere ab.

Ich komm mir vor - so nehmt es hin,
wie im Märchen - Brüder Grimm.
Und bin ich auch nicht wirklich frisch,
komme ich - bald auf den Tisch.

Gut gesotten und paniert,
geschnibbelt, dann gewürzt - frittiert.
Und mit Knoblauch fein gespickt.
Ich trage Angst - in meinem Blick.

Dazu passt auch - mein Sinn wird heller,
mein Aufenthalt im feuchten Keller.
Denn Steak mit etwas Schimmel - ist,
ein Leckerbissen - ganz gewiss.

In New York - da zahlt man dann,
viel Geld dafür - und stellt sich an,
damit man einen Platz erhält,
auch ich ließ dort - dereinst mein Geld.

Hab nicht gedacht - was mir heut blüht,
immerzu das gleiche Lied:
Vorsicht ist - ganz recht getan,
die Mutter halt - des Porzellan.

Was wäre jetzt für mich am besten?
Die Flucht vom Futter? - Und vom Mästen?
Auch wenn es mich zur Freiheit drängt....
Seht Ihr das - nicht gar zu eng?

Und daher nutz ich meine Gabe,
esse zwar - doch mit dem Aber,
dass ich Euch - heut in der Frühe,
als Schutz - auf meine Seite ziehe.  18.05.2013
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Meisterschaft - oder so

DAS war mir natürlich klar:
Ihr lasst an mir kein gutes Haar.
Und schließt vom Wörtchen Meisterschaft,
auf Fußball gleich - was mich jetzt schafft.

Denn mein Antritt ist ein anderer.
Ihr bringt mein Weltbild durcheinander,
denn mein Wunsch - ist ganz allein:
Mir fiel ein Meisterwerk einst ein.

Eines - das mich überdauert.
Eines - wo's dich richtig schauert.
Eines - das man lesen muss,
in der Schulzeit - das macht Lust.

Eines - das ein Siegel trägt,
das dich mit Wortkraft hebt - erschlägt.
Eines - das man rezitiert,
und das mit Worten dich verführt.

Eines - das man gerne druckt,
bei dem man jäh ergriffen schluckt.
Eines - das das Herz berührt,
bei dem man nichts - und alles spürt.

Eines - das ich lesen darf.
bei dem mich keiner dann bewarf,
Mit faulen Eiern - und Tomaten.
Und gar erschlägt - mit einem Spaten.

Bekäme zwar kein Wort heraus,
und sähe dabei - schrecklich aus,
weil die Windel - gegen Schiss,
nicht wirklich gerade kleidsam ist.

Ein Werk - das jedem Lachen schenkt,
das noch in die Gedanken drängt,
am nächsten Tage - dann und wann.
Das wär schon was - oh, lieber Mann.

Ich habe drüber nachgedacht,
und dann - dann bin ich aufgewacht.
Mir ward bewusst - ich bin ja dumm:
Ich hab doch Euch - mein "Publikum".

Erfreue mich - an Reaktionen,
da interessiert es nicht die Bohne,
was Lieschen Schmitz, Jupp Müller denkt,
weil Ihr mir so viel Freude schenkt.

Vielleicht - wenn Ihr ja darauf pocht,
ertrage ich die Eier noch,
mit denen Ihr mich einst beschmeißt.
Das kann ja sein - wer weiß, wer weiß.

Danke - fürs erneute Lesen.
Danke - für das offene Wesen.
Danke - dass Ihr mich ertragt,
an jedem einzelnen, neuen Tag.   17.05.2013
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Korrekt

Ich bin ich - ein Erbsenzähler,
ein Menschen-mit-viel-Reimen-Quäler,
ein Junkie-fürs-Konzerterlebnis,
ein Tore-Fieberer-fürs-Ergebnis.

Ein Nagel-in-die-Wand-nicht-krieger,
ein Faul-auf-meinem-Sessel-lieger,
ein Immerzu-Musik-gern-hörer,
ein Menschen-bei-der-Ruhe-störer.

Ein Cabrio-gern-offen-Fahrer,
ein Gerne-für-das-Häuschen-Sparer,
ein Wortgebilde-dumm-dreist-bilder,
ein Gerne-Speiser-wie-ein-wilder.

Ein Abends-immer-müde-seier,
ein Lauthals-stets-beim-Fußball-Schreier,
ein Richtig-seine-Arbeit-lieber,
ein Worte-in-dem-Satz-Verschieber,

Ein Oben-nicht-mehr-sauber-Ticker,
ein Ständig-in-die Bücher-Blicker,
ein Zu-viel-auf-den-Rippen-Haber,
und Euch-beriesele-und-Belaberer.

Ein Nah-und-ferne-Reisen-Macher,
ein Gerne-über-Nonsens-Lacher,
ein Die-deutsche-Sprach-Verhaspler,
Im-Keller-mit-den-Ketten-Rassler.

Ein Unter-ihrer-Fuchtel-Steher,
ein Dennoch-eine-Zukunft-Seher,
Ein Im-Keller-einsam-Sitzer,
und Auch-mal-über-Steuern-Schwitzer.

Ein Gerne-durch-den-Regen-Platscher,
ein Emsig-bei-Konzerten-Klatscher,
ein Mit-Freuden-Urlaub-macher,
ein Eigenes-Haus-demnächst-Bedacher.

Ein Renovieren-so-gern-Woller,
ein Gerne-Leber-stets-ins-Voller,
ein Macher-dass-die-Freunde-heute,
sagen: Oh-des-Wahnsinns-Beute.

Ein Mit-der-Liebsten-gleich-weit-Fahrer,
ein Alter-mit-viel-grau-im-Haarer,
ein Bestimmt-Euch-sehr-Verdrießer,
und Mit-diesem-Reim-gleich-Schließer.

Ein Manchmal-gar-ein-Aufgeweckter-
doch Niemals-nicht-auch-ein-Korrekter,
ein Einfach-dieses-Leben-Lieber,
ein Nichts-auf-lange-Bänke-Schieber.

Ein Jetzt-wohl-jeden-Freund-Verdrießer,
ein Über-jedes-Ziel-nun-Schießer.
Ein Unkorrekt-alleine-Bleiber.
Ein Rote-Karte-krieger - leider! 15.05.2013
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Missglückter Versuch

Ich hab´s versucht. - Man kann´s vergessen!
Einen Reim - in Form zu pressen,
damit er einer Pille gleicht.
Einem Aspirin - vielleicht.

Ich hab geknetet - und sortiert,
geknüllt, geschnibbelt und probiert.
Heraus kam - ein Papierwust nur.
Von Dragees - nicht mal die Spur.

Ich warf ihn in den Müll, den Eimer,
und mein Frust - er ward nicht kleiner.
Obwohl mich der Versuch ja ehrt.
Das Echauffieren - war´s schon wert.

Man kann´s nicht schlucken - keinesfalls.
Das Knäuel - es steckt tief im Hals.
Man kann´s auch nicht - in Tee auflösen.
Das gäbe Brei - seid mir nicht böse.

Nicht mit Zucker - fein vermischen.
Und kein Virus - froh erwischen.
Der Reim ist nützlich - na, für nix.
Daher zum Arzt - nun aber fix.

Allerdings - fällt mir da ein,
das solch ein frisch erdachter Reim,
vielleicht ja doch - nen Nutzen hat.
Na, für die Abwehr - bist Du schlapp.

Denn wenn man lacht - vielleicht nur schmunzelt,
die Brauen hebt - die Stirne runzelt.
stärkt das ja - möglicherweise,
Immunsysteme - still und leise.

Das wiederum gibt Angriffsfläche,
gegen Viren - denn ein Lächeln,
ist besser oft - als Medizin,
als hohes C - und Aspirin.

Wow, ich habe was entdeckt,
und da mir - der Gedanke schmeckt,
melde ich mich irgendwann,
schnell - für den Nobelpreis an.

Ich meine, dass ich ihn verdiene,
auch wenn nicht grad - als Mediziner,,
dann doch - und da bleib ich ganz stur,
für quergedachte - Lit´ratur.

Darum Ihr Kranken - fern, Daheim,
verleibt Euch diesen Reim nun ein.
Und dann erwarte ich - spontan,
ein lautes - <Er hat gut getan>.

Ich denke schon, ich bin gekränkt,
falls er nicht das Fieber senkt.
Falls er nicht - den Husten stillt,
die Nase nicht mehr läuft - jetzt gilt´s. 14.05.2013
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Hut

Ein neuer Hut - hat Chic und Charme.
Er hält den Kopf gepflegt und warm.
Schützt vor Sonne - Nässe auch.
Ein neuer Hut ist´s - was man(n) braucht.

Ein neuer Hut - der dann auch passt.
Nicht vielleicht - und nicht nur fast.
Nicht zu leicht - und nicht zu schwer.
Und nicht zu tief - was will man mehr.

Eventuell - es tut mir leid,
nicht mehr Spiegel unserer Zeit.
Doch manchmal muss ein Hut halt sein.
In erster Linie - für daheim.

Ich lauf durchs Haus - der Hut, er sitzt,
ohne, dass man drunter schwitzt.
Und auch die Liebste - das ist chic,
ist gut behütet - Blick für Blick.

Nun gut - er ist schon etwas teuer,
doch steuere ich dafür ja Steuern.
Doch wenn ein Hut so sehr gefällt,
schaut man schließlich - nicht aufs Geld.

Die Liebste meint zwar, gutes Essen,
könne ich getrost vergessen,
jedoch - auch wenn´s das Mahl erschwert,
ist´s mir - dieses Hütchen wert.

Denn ein Mann von Welt - er trägt,
nen feinen Hut - ansonsten schlägt,
ihm noch sonst was - auf das Haupt.
Das geht schneller - als man glaubt.

Kein Zylinder - honorabel,
sind ja schließlich - nicht von Adel.
Ach kein Samt um diesen Hut,
das wär Blödsinn - käm nicht gut.

Denn dann spricht die Nachbarschaft,
die Köpfe schüttelnd - überrascht:
<Jetzt dreht er wohl komplett am Rad.
Wir wussten - dass nen Knall er hat.>

Der Hut - bereits konfektioniert,
damit er bald das Köpfchen ziert.
Und ich denk mal - die Euronen,
werden sich auch letztlich lohnen.

Als Krempe - ein paar feine Rinnen,
sonst läuft das Wasser - später innen,
falls es regnet - denn ein Dach,
ist etwas - was viel Sinn uns macht.

Oh Gott - legt ich Euch falsche Fährte?
Ein Hut - fürs Haus - das sind die Werte,
um die´s in diesem Reim nun ging.
Hab ich verwirrt? - Das ist ein Ding!   13.05.2013
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Schwangerschaft

Jetzt weiß ich, dass mich niemand mag:
Man gönnt mir nicht - den Muttertag.
Alles feiert - nur nicht ich.
Glaubt's nur ruhig - ich gräme mich.

Schau verbittert - jetzt und hier,
in meinem Leid - hinab an mir.
Erkenne, dass ich schwanger bin.
Mich auszuschließen - macht nicht Sinn.

Natürlich ist der Einwand wahr,
das Kindlein sei ja noch nicht da.
Doch macht Ihr's Euch - nicht zu bequem?
Das ist ein Fehler - im System.

Sensibel - ja, das darf ich sein.
Und für Euch reimen - ach, wie fein.
Doch wenn's ans Eingemachte geht,
steh ich weit hinten - komm zu spät.

Ich trage halt - ein wenig länger,
bei mir sind halt - die Wege enger,
und damit der Geburtskanal.
Doch mich zu outen - eine Qual.

Niemand, der mir Blümlein bringt,
niemand - der ein Ständchen singt.
Niemand, der mich feste drückt,
am Muttertag - mir fehlt's an Glück.

Sprecht lauter - ich versteh Euch nicht...
Im Bauch, da sei kein Kind - für mich?
Der sei nur rundum angespeist?
Das mag schon sein - ich weiß, ich weiß.

Und trotzdem hoffe ich - voll Kraft,
aufs Ende dieser Schwangerschaft.
Beim Elterngeld - üb ich Verzicht.
Ich bekomm's ja eh dann nicht.

Doch dass Ihr mich so ignoriert,
und dabei vergesst, nicht spürt,
wie ich vor Kummer - fast vergeh.
Sorry, Leute - das tut weh.

Ihr habt Pralinen - geht fein essen,
und mich habt Ihr - dabei vergessen.
Lasst mich - bin ein armer Tor,
ganz bewusst - heut außen vor.

Dann schreibe ich mich selber froh.
Gott sei Dank - bin ich ja so,
dass ich nicht lange böse bin.
Was machte das - wohl auch für'n Sinn:

"Liebster Henry - Du, mein Boss.
Du schwangeres Rhinozeros.
Ich gratulier Dir heute auch.
Zum Muttertag - ich bin's, Dein Bauch!“ 12.05.2012
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Kohlenstaub

Falls Ihr noch mit Kohlen heizt,
so grüßt uns bitte - nehmt Euch Zeit,
kommen wir - bald 1, 2, 3,
gepresst und als Brikett vorbei.

Die Grube - sie rückt langsam näher.
Die Bagger, die ich fern erspähe,
graben nach dem schwarzen Gold.
Und ich - ich hab die Hosen voll.

Bei Nacht - wenn alles stille ist,
wenn man den Tag, die Zeit vergisst,
hört man das Rumpeln - fern im Boden.
Gott sei Dank - wir sind noch oben.

Doch was geschieht - mal kurz gefragt,
wenn's Schäufelchen des Baggers nagt,
zu nah - zu dicht, bei uns am Ort?
Dann gibt's nen Erdrutsch - wir sind fort.

Rutschen in die Kohlenmassen,
wo uns die riesigen Schaufeln fassen.
Verladen uns - in den Waggon,
und bringen uns - auf und davon.

Zermahlen uns in Kohlemühlen,
zu feinstem Staub - und die Gefühle,
bleiben leider auf der Strecke.
Ich krieche ängstlich unter Decken.

Ich will noch nicht im Kraftwerk landen,
und später durch den Kühlturm wandern,
damit ich's Wasser Euch erhitze,
derweil ich tief im Kessel schwitze.

Denkt nur dran - in meinem Keller,
ist's zur Grube näher, schneller.
Derweil die Liebste oben ruht,
bin ich gebaggert - nein, nicht gut.

Ich schau hinaus - hinaus zum Fenster,
seh ferne Bagger - wie Gespenster,
noch 20 Kilometer fort.
Das ist nicht weit - zu unserem Ort.

In 50 Jahren - ja, vielleicht,
haben sie uns dann erreicht.
Lasst mich rechnen - lasst mal sehn.
Dann bin ich schlappe 110.

Muss mich der Gedanken plagen?
Mit 110 - in jungen Tagen?
Eher nicht - so glaub ich mal.
Obwohl - das ist mir nicht egal.

Will mit dem Bock doch Meister werden.
Mich in Freude wild gebärden.
Doch müsste ich - ich sag's per Reim,
dann sicherlich - unsterblich sein.   12.05.2013
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Brummen

Die Liebste spricht: „Was brummst Du so?
Singst Du Dich grad selber froh?
Die Frequenz – behagt mir nicht.“
Genervt verzieht sie – ihr Gesicht.

Ich bin mir keiner Schuld bewusst.
Warum ich daher leiden muss,
ist mir – etwas sonderbar,
und nicht mal im Geringsten klar.

Hab nicht vibriert – und nicht gebrummt,
bin völlig brav – ich sag mal, stumm.
Ich saß nur da – und guckte still.
Halt vor mich hin – weil ich das will.

Hatte gerade nachgedacht,
was nicht wirklich Sinn mehr macht,
weil ich – und Denken, passt nur selten.
Zum Normalsein – klaffen Welten.

Ich weich ihm aus – dem bösen Blick,
lehn mich auf meinem Stuhl zurück.
Und horche in mich – kein Geräusch.
Die Liebste hat sich wohl getäuscht.

Da tritt sie vor mich – und sie tobt.
In der Hand ein Stethoskop.
Horcht mich ab – den Bauch, die Brust,
ja, selbst den Darm – ich hab´s gewusst.

Doch nirgendwo – brummt irgendwas.
Vor lauter Panik – schon schweißnass,
geh ich zum Fenster – öffne weit.
Auf Frischluft hoffend – stets bereit.

Da seh ich – und ich schrei Alarm,
vorm Fenster – einen Hummelschwarm,
der im Gebälk ein Nest sich baut.
Gekleidet in schwarzgelber Haut.

Spontan fällt mir da Fußball ein.
Dann lass ich den Gedanken sein,
als Frau Hummel – grad und jetzt,
ihren Stachel – brummend wetzt.

Ich ruf die Liebste – sage: „Schau!
Zu Unrecht schimpfst Du – meine Frau.
Es waren Hummeln – und nicht ich.
Ich bin stets lieb – nun kommt´s ans Licht.“

Der Imker, den ich anrief – kam,
er sah sich das Gewusel an,
und sprach dann: „Wartet bis August.
Dann ist der Spuk vorbei – und Schluss.“

Jetzt muss SIE mit dem Brummen leben.
Das ist Natur – das soll es geben.
Ein Hummelvolk – zog bei uns ein.
Das Haus – gehört uns nicht allein.   10.05.2013
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Vatertag 2013

Ich weiß genau... - heut wird mein Tag.
Einer so, wie ich ihn mag.
Denn heute hat der liebe Bube,
sturmfrei - in des Heimes Stube.

Vatertag - die Liebste fort.
Den ganzen Tag! - So habt mein Wort,
dass ich heut auf Achse bin.
Gelegenheit - macht schließlich Sinn.

Ich werde trinken - ohne Ende,
torkele wild durch das Gelände.
Mache einfach - was ich will.
(Verratet bloß nichts - psssst, seid still)...

Brav saß ich in meinem Sessel,
da kam die Liebste - samt der Fessel.
Band mich fix am Fachwerk an,
und reichte mir ein Brieflein dann.

Winkte fröhlich - lacht mich aus,
verließ dann feixend unser Haus.
Und ich - ich blieb verwirrt zurück...
Warf dann auf meinen Brief - nen Blick.

Drin stand: <<Viel Glück - zum Father's Day.
Doch bevor ich nunmehr geh.
Lege ich Dir Ketten an,
damit ich ruhig - saunieren kann.

Ich bin fort - mit Deiner Schwester.
Das weißt Du wohl - mein Liebling, Bester.
Bei ihr Daheim - nicht wenn, nicht aber:
Liegt in Ketten - auch Dein Schwager.

Erziehung ist uns immer wichtig.
Wenn erzogen - dann auch richtig.
Und da ich nicht drauf achten kann,
bind ich Dich - am Balken an.

Der Strick - er ist wohl lang genug,
Frau Hund zu führen - ich bin klug.
Und auch den Gang zur Toilette,
ermöglicht Dir - die lange Kette.

Dazu - mein Gott - ich bin nicht dumm,
ist der Stahl - Vanadium.
Den säbelst Du bestimmt nicht durch,
so fahre ich jetzt - ohne Furcht.

Und komm mir nicht auf die Idee,
und fäll den Balken - das tät weh.
Denn im Fachwerk - so schaut's aus,
trägt er die Last - vom ganzen Haus.>>

Nun sitz ich hier - kann mich kaum wegen.
Vatertag? - Ich steh im Regen.
Und neben mir blinkt diese nette,
100 Meter lange - Kette.       09.05.2013
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Shake

Ab heut geb ich mir gern die Kante.
Schütt mir einen auf die Lampe.
Früh am Morgen - sagt, was geht,
gibt´s ab heute - einen Shake.

Statt frischem Brot - zur Kaffeetasse,
gibt es Brei - na, das hat Klasse.
Durchgequirlt - mein lieber Mann,
bis ich ihn - gar trinken kann.

Buttermilch und Walnussstücke,
füllen mir die leere Lücke,
die in meinem Magen wohnt.
Mal schauen, ob der Trank sich lohnt.

Gewürz - und Samen, frisch vom Lein,
Banane, ein Stück Apfel rein,
etwas Öl - damit es rutscht,
und dann - wird dieser Shake gelutscht.

Ein bisschen trinken - etwas kauen,
und voll Hoffnung darauf bauen,
dass es nicht die Pipeline stopft,
zwischen Magen - und dem Kropf.

Wenn das ´Zeug dort steckenbleibt,
und nicht mehr rutscht - für kurze Zeit.
Wird´s zu Beton - und das wär schlecht,
weil ich doch schnabulieren möcht.

Ach, wie schön - und auch bequem,
war es früher - ehedem,
als ich noch friedlich spachteln durft.
Ja, das war - der große Wurf.

Frische Brötchen - die schön krachen.
Die Lust auf noch ein zweites machen.
Auf ein drittes? - Ja, das auch.
Schaut doch nur - auf meinen Bauch.

Fein belegt - mit leckerer Wurst,
mit leckerem Käse - oh, ein Muss.
Mit Tomaten - frischem Pfeffer.
Oh, das wär - ein voller Treffer.

Stattdessen - shake ich meinen Body.
Essen - mein beliebtes Hobby,
welches mich jetzt dahin führt,
dass der Herr - die Keule spürt.

Ich träume ganz verwirrte Träume.
Das Brot verfolgt mich - es hat Beine.
Der Käse winkt von weitem zu.
Ich bin verwirrt. - Sagt an: Was Nu?

Ja, der Shake - er war ja lecker,
(ich habe mich auch nicht bekleckert).
Doch kann er nicht die Zukunft sein.
Ein frisches Brot - nur das ist mein.  08.05.2013
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Gymnastik

Die Liebste sprach heut - früh am Tage:
"Wirf bitte einen Blick zur Waage.
Nein, nicht nur blicken - steig auch drauf.
Dafür ward sie ja einst - gekauft.

Versagt danach - werd bloß nicht komisch,
jeder Ablauf - elektronisch.
Gibt sie Dir ihr Dasein her,
mein lieber Freund - bist Du zu schwer.

Falls sie vor Kummer ächzen wird,
falls ihre Scheibe krächzt und klirrt,
dann ist's vorbei - mit Seligkeit,
für heute und für alle Zeit."

Der Schritt - war für die Menschheit klein.
Doch groß für mich - die Zahl ist mein,
die dort dezent in Schwarz erblinkt.
Ich bin erstarrt - mein Ego sinkt.

Drum kam der Einfall mir - spontan:
ich fange mit Gymnastik an.
Jetzt und gerade im Moment,
so lang die Faulheit mich nicht hemmt.

Ich rief Frau Hund: "Komm mit zum Hof."
Sie schaute nur, als sei ich doof.
Trottete dann hinterdrein.
<<Was will der Alte? - Was kann sein?>>

Ich stellte mich dort vor sie hin,
nahm ein Bällchen - das macht Sinn.
Und meinte dann: "Lass uns was toben..."
Sie klemmt den Stätz - <<Wie tickst Du, oben?

Bin hungrig - hab noch nicht diniert.
Nicht gefuttert - schnabuliert.
Mein Zuckerspiegel - er ist tief.
Ich pass zu Euch - Sensibelschnief.>>

Dann lief sie flott ins Haus zurück.
Stellt sich zum Napf - schickt mir den Blick,
der nur Eines heißen soll:
<<Mein Napf ist leer - jetzt mach ihn voll.>>

Ihr seht - mein Vorsatz war vorhanden.
Ich habe jenen Wink verstanden.
Und ab morgen heißt's Diät.
Na, heute - heut ist schon zu spät.

Dazu vielleicht auch noch Bewegen.
Würd ich's tun - es wär ein Segen.
Der gute Vorsatz - er ist da.
Und ab morgen - wohl auch wahr.

Sich zu bewegen - hält gesund.
Wer's heut verhindert - war Frau Hund.
Und bevor jetzt jemand fragt:
So ist's geschehen - heut Früh, am Tag. 05.05.2013
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Verletzt

Heut brachte ich - es geht voran,
den schönen Hof auf Vordermann.
Ich wuselte - dann passt's genau...
Ok, nicht ich... - es war die Frau.

Statt mich geeignet zu betrauen,
musst ich erneut - nach Unkraut schauen.
Rundherum ums ganze Haus,
zog und rupfte ich es aus.

Erneut gewachsen - über Nacht,
hat mich das Grünzeug ausgelacht.
Ich hör das Kichern - Stück für Stück:
"Morgen schon - sind wir zurück!"

Ich bin zu höherem geboren,
doch weist SIE an - hab ich verloren.
Stattdessen kämpfe ich alljährlich,
mit dem Unkraut - sehr gefährlich.

Denn heut - sagt, rührt es das Gewissen?
Hat's mich in meine Hand gebissen.
Und voller Blut - sonst heil, zum Glück,
lief ich zu meiner Frau zurück.

Hielt ihr meinen Finger hin,
umnebelt schon mein Geist - mein Sinn.
Sie schaut nur drauf - winkt ab und spricht:
"An einem Kratzer - stirbt man nicht."

Ja, sieht sie nicht - das Blut, es rinnt
Ein Druckverband - der hilft bestimmt.
Doch lauf ich aus - es schwant mir schon,
tut's nur eine Transfusion.

Verflixt, als ich dort jammernd stand,
warf ich einen Blick - zur Hand.
Und registrierte - ganz entsetzt:
der Riss verheilt - bin kaum verletzt.

Schwups führt ich meine Hand zum Rücken,
verbarg sie schnell - vor ihren Blicken.
Denn sieht's die Liebste - muss ich prompt,
hinaus - an unsere Unkrautfront.

Ich jammerte - in höchsten Tönen,
(da könnte ich mich dran gewöhnen).
Jedoch, die Liebste - trug im Ohr,
ein Oropax - und ich verlor.

Sie schickte mich - mit bösem Blick,
nach draußen - an das Kraut zurück,
das dort klettert - das dort wächst.
Das mich aufregt - und das ätzt.

Nur dass eines nunmehr klar ist:
Dass heute, diese Story - wahr ist.
Denn wenn ich auf den Finger schau,
seh ich den Riss - noch ganz genau.   03.05.2013
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Ladies Night

Die Liebste schrieb mir gestern kess,
eine wilde SMS:
"Ich lade ein - nicht Hemd, nicht Kleid,
zu einer wilden - Ladys Night.

In der Dusche - Leute hört,
winkt das Erlebnis - Miss wet Shirt.
Komm nur her - und schau´s Dir an.
Bist zwar heilig - doch, ein Mann.

Zwei Damen tanzen dort - für Dich.
Und eine davon - das bin ich.
Doch zieh Dir schnell die Brille aus,
sonst wirst Du blind - das wär ein Graus.

Den Geißbock nicht mehr sehen können.
Kannst Du mir was Schlimmeres nennen?
Du siehst, es wird - bei Tag und Nacht,
immer an Dein Heil gedacht."

Mir ward es warm - mir ward es heiß,
von der Stirne rann der Schweiß.
Und in Gedanken - schwant es mir:
Wieso - ist sie so gut zu mir?

Was tat ich - dass sie mich erfreut?
Gerade auf den Tag - grad heut!
Doch manches - so beruhigt ich mich,
manches - hinterfragt man nicht.

Ich putzte mir das Glas der Brille.
Nicht um zu schauen - Gottes Willen.
Einfach nur - zum Unfallschutz.
Die Gläser waren voller Schmutz.

Und man(n) muss doch - darf ich bitten (?),
achten auf die guten Sitten.
Und wenn das Glas beschlagen ist,
wird der sichere Tritt vermisst.

Ich war bereit - mit trockenem Mund,
da kam die Liebste - mit Frau Hund,
die sie des Nachts zum Bade schleift.
SIE sprach: "Du bist des Wahnsinns reif.

Hast Du wirklich dran gedacht,
dass ich Dir solche Freude mach?
Schau ich Dich an - so denk ich ja.
Wozu ist sonst - dies Grinsen da?

Nicht Contenance - und kein Benehmen.
Mein lieber Mann - Du sollst Dich schämen.
Ich sage Stopp! - Ich sage Halt!
Für Aufregung - bist Du zu alt.

Jetzt lass mich schnell - perfekt und klinisch,
Frau Hund verarzten - medizinisch.
Und Du - das stelle ich nun fest,
bist durchgefallen - heut, beim Test."  03,05.2013
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Vollmond

In jener klaren Vollmondnacht,
bin ich von einem Schrei erwacht.
Ein Schrei - hinab in Mark und Bein.
Verwirrt geschaut - was mag das sein?

Ich ging hinauf - durch alle Zimmer,
alles ruhig - und so wie immer.
Das Haus - es schlief in Dunkelheit.
Nachts um 3 - da ist´s auch Zeit.

Im Bad, im Schlafraum - herrschte Ruhe,
fein aufgereiht die sauberen Schuhe,
wartend auf den neuen Tag,
mit all dem, was der bringen mag.

Nur mein Herzblatt - lieb und nett,
fand ich nicht in ihrem Bett.
Und es beschlich mich ungehemmt,
das Gefühl - Sie geht mir fremd.

In Eifersucht sank ich zu Boden,
sie war nicht hier - nicht unten, oben.
Ich war verwirrt - ich dacht an Gift,
als ich im Leid - zum Schnupftuch griff.

Da sah ich - in des Mondes Licht,
nach Frau Haus-Hund - sah sie nicht,
denn auch sie - war in der Nacht,
nicht im Körbchen - falsch gedacht.

So ging ich letztlich dann zum Fenster,
schaut in den Hof - und sah Gespenster.
Zwei helle Wesen - Pfot in Hand,
heulten dort - den Vollmond an.

Das eine Wesen - ganz genau,
das war ein Werwolf - meine Frau.
Das andere - falls Ihr versteht,
Frau Hund - die ständig mit ihr geht.

Ich dacht bei mir - Verhalt Dich leise.
sieht sie dich - so wär das Sch....,
denn Frau Werwolf - reißt bei Nacht,
wenn der Vollmond hell erwacht.

Was sie dem Mann im Mond erzählt,
das weiß ich nicht - ich hab gewählt,
und verzog mich auf mein Lager,
ohne Wenn - und ohne Aber.

Für den Reim - den ich nun schrieb,
hat sie mich - wohl nicht mehr lieb.
Denn wer beim Mond nicht schlafen kann,
der springt auf den Verzäll nicht an.

Und trotzdem reizte mich das Wort.
Schickt SIE mich ins Asyl - hinfort?
Dann heule ICH - in nächster Nacht.
Dann hätte ich - zu kurz gedacht.     02.05.2013
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Maibaum

Ich hab mich auf den Tag gefreut.
Auf jenen 1. Mai - grad heut.
Und auf den Maibaum an der Wand.
Doch das Ergebnis - ist bekannt.

Mit Frau Hund - an ihrer Leine,
vertrat ich mir heut früh die Beine.
Ging siebenmal ums Haus herum.
Kein Baum der Liebsten - sagt: Warum?

Als SIE bei ihrem Frühstück saß,
und ich aus meinem Blechnapf aß,
hab ich sie gefragt - ja, ich!
Mit Mut - vom Platze unterm Tisch.

Sie sprach darauf - ich wüsst genau,
ich sei ja schließlich keine Frau.
Drum stehe mir ein Baum nicht zu.
Doch fand mein Seelchen - keine Ruh.

Ich sei nicht schön - ich sei zu dick,
mir fehle Contenance und Chic.
Ich sei zu alt - und zu verdrüscht.
(Vertrocknet heißt das - reizt mich nicht).

Ich meinte drauf - ja, etwas schnippisch:
"Mein General - sag an, ich bitt Dich.
Hab nicht auch ich - so manches Gen,
das weiblich sein könnt? - Na, mal sehn.

Ich bin wohl Multitasking tauglich,
schreibe Reime - gute, glaub ich...
Mancher ist zwar für den Müll,
doch auch egal - sei bitte still.

Ich kann spülen - wie kein Zweiter,
traue mich nicht auf die Leiter.
Bin im Handwerk eine Niete.
Jedoch ansonsten - in der Blüte.

Etwas Brust - schau an - gibt's auch,
ein kleines Stückchen - überm Bauch.
Da sagst Du mir - so grad im Nu,
ein Maibaum stünde mir nicht zu?"

Ich hatte sie - fast in der Ecke.
Denn Argumente - gute, kecke,
führen manchmal zum Gewinn.
Wie gut, dass ich gerüstet bin.

Da sprach die Liebste: "Mag schon sein.
Doch gibt es trotzdem - hier, daheim,
keinen Maibaum - nicht für Dich.
Doch bitteschön - wer denkt an mich?"

Ich schluckte - einmal, zweimal heftig.
Dieser Einwand - äußerst kräftig,
brachte mich - aus dem Konzept.
Ach, wenn ich doch - geschwiegen hätt.  01.05.2013
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Bär auf Söck

Ich betete - die halbe Nacht,
dass SIE mein Haupt nicht kürzer macht,
wenn ich sie frage - heut am Tag,
ob sie mich feiern lassen mag.

Ich nahm drei Schlückchen Baldrian,
dazu zwei Röhrchen - ohne Scham,
Beruhigungsmittel - zwecks Sedieren,
um ihren Unmut - nicht zu spüren.

Dann kniete ich mich vor ihr Bett,
und säuselte - verhalten, nett:
"Ach meine Liebste - bist Du wach?
Ich hab mir etwas ausgedacht!"

Die Liebste schlug die Augen auf.
(das nehme ich sehr gern in Kauf.
viel besser - ja, besehen bei Licht...,
die Augen auf - als sonst stets mich).

Sie schaute mich so an - wie immer,
um mich herum - verging das Zimmer.
Und auch ich selbst - ganz ohne Schonen,
ward prompt zerlegt - in die Atome.

Mein Mund so trocken - ohne Speichel,
da hilft Arznei nicht - auch nicht Schmeicheln.
Da musst - als wahrer Mann du durch.
Denn ein Indianer - kennt nicht Furcht.

Ich stammelte: "Wie wär´s mit Ausgang?
Ein wenig Saus und Braus - dann,
komme ich auch wieder heim.
Am Morgen - früh, beim ersten Schein."

"Ja klar". sprach sie - "kommst du nach Hause.
Denn du sitzt unten - ohne Pause,
in Deinem feinen Kellerraum.
Nix mit Ausgang - aus der Traum.

Du trinkst, Du rauchst, Du tanzt doch nicht.
Drum bleibst Du hier - so hör auf mich!
Und außerdem - für alte Männer,
ist Schlaf ein Muss - ich bin ein Kenner.

Zuhaus hast Du genügend Pflichten:
Spülen, Putzen - ja, auch Dichten.
Nun lass mich ruhen - sei schön brav."
Dann fiel sie wieder - tief in Schlaf.

Drum tanzt nun ohne mich - zum Mai,
ich bin im Keller - nicht dabei.
Und außerdem - hätt´s keinen Zweck.
Ich tanze ja - wie Bär auf Söck.

Des Weiteren ist der Schlaf mir wichtig.
Wenn wir feiern - dann auch richtig.
Der nächste Gig - steht Sonntag an.
Am 5. Mai - da bin ich dran.  30.04.2013
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Freude im Herzen

Ich soll mit Spaß im Herzen reimen?
Na Klasse – scheinbar schnurzt es keinen,
dass das nicht mehr - als Arbeit ist.
Seid Euch dessen ruhig gewiss.

Ihr meint, ich hätte Spaß am Dichten?
Ne, bestimmt nicht – nein, mitnichten.
Das ist nicht mehr als bloße Pflicht,
bei Tag, bei Nacht – ich armer Wicht.

Die Liebste weckt mich nachts – im Bett,
rüttelt mich – spricht: „Sei so nett,
steh auf – und schreibe. Sei jetzt brav.
Du nervst – Du sprichst ja schon im Schlaf.“

(Und bevor Ihr mich nun fragt,
wo ich in jener Nacht denn lag.
So sag ich Euch – Im Stroh, na klar.
Das Babyphon – macht Reime wahr).

So stehe ich dann auf – geschwind,
ich bin im Kopfe halt ein Kind.
Und schreibe, schreibe, schreibe nieder.
Immerzu – und immer wieder.

Und das soll Spaß und Freude machen?
3-mal Ha!!! – Ich muss laut lachen.
Schaut Euch meine Finger an:
Da hat´s schon unten – Schwielen dran.

Schwielen auch an den Synapsen.
Sorry – wer wär dem gewachsen?
Bedauert mich – statt mich zu hetzen.
Bitte! - Danke! – Prima! – Setzen!

Eines Tages – nicht mehr lang,
zieht man mir jenes Jäckchen an,
das auf dem Rücken – Schnallen hat.
Dann guckt Ihr aber – seid Ihr platt.

Dann komm ich in die Gummizelle.
Ohne Los – und auf die Schnelle.
Kratze dort – an Gummiwänden.
Muss ich wirklich derart enden?

Ich denke schon – ich kann´s nicht lassen.
Mein Wahnsinn ist schon fast zu fassen.
Mit den Händen fast zu greifen.
Mir fehlt das Alter – und die Reife.

Wie gern wär ich normal – wie alle,
und ging des Abends in die Falle,
mit dem Gedanken – Gut gemacht.
Niemand hat mich ausgelacht.

Stattdessen kalb ich – unter Schmerzen,
(na gut, vielleicht mit Spaß im Herzen…),
Tag für Tag – den neuen Reim.
Der Wahnsinn – sucht Euch täglich heim.  29.04.2013
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Wurzel allen Übels

Und die Wurzel allen Übels,
war heut Morgen jene Zwiebel,
die ich zu meinem Frühstück aß.
Die Liebste - glatt dabei vergaß.

Zu den Tomaten - roten, frischen,
gab's heut Morgen - früh bei Tische,
eine Zwiebel - fein geschält.
Das hatte ich mir - so gewählt.

Dazu den leckeren schwarzen Pfeffer,
frisch gemahlen - so schmeckt's besser.
Ein knackig Brötchen noch dabei....
Ich lüge nicht - es waren drei.

Als jedoch Frau General,
den Raum betrat - hieß das Signal:
Krieg und Druck - den Unterdrückten,
den Beschimpften - den Gebückten.

Sie zog ihr feines Näschen kraus:
"Mein lieber Mann - im ganzen Haus,
riecht es grad - wie im Basar."
Ich duckte mich - das hieß: Gefahr.

Sie wies zum Fenster - zur Terrasse:
"Geh in den Hof - samt Deiner Tasse.
Trink den Kaffee bitte dort.
Hebe Dich hinweg - sofort.

Und atme bitte mit Bedacht,
weil es nur wenig Sinn gleich macht,
wenn alle Vögel - (gut, nicht alle),
im Flug betäubt - vom Himmel fallen."

Ich wendete ganz kleinlaut ein,
dort draußen sei ich ganz allein.
Und außerdem sei's noch sehr frisch.
Ihr wisst genau - es fröstelt mich.

Ich war schon draußen - mit Frau Hund,
und frische Luft - ist zwar gesund,
doch hat man davon - dann zu viel...
(mich durchzusetzen - war mein Ziel).

Seitdem sitz ich nun vor der Türe,
und wie gesagt - ich friere, friere.
Die Liebste meint: "So mäßige Dich.
Im Stadion - da maulst Du nicht!

Außerdem - Du sollst es wissen,
ist's Essig, ab sofort - mit Küssen.
Wer müffelt wie ein Zwiebelfeld,
der hat ins Abseits - sich gestellt."

Ich mach jetzt draußen - "Ferien".
Die Zwiebel stoppt Bakterien.
Selbst den Blutdruck - ja, ein Stück.
Doch leider auch - mein Liebesglück. 28.04.2013
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Nutzlos

Ich schreibe es zum eigenen Schutze:
"Ich bin zu wirklich gar nichts nutze."
Seit heute weiß ich das genau...,
zumindest sagt das - meine Frau.

Als Begleitung angestellt,
zum Benoten - und fürs Geld,
da sie nun heute shoppen war.
Das Ergebnis - war mir klar.

Dumm vor der Kabine stehen,
dumm aus meiner Wäsche sehen.
Und ein Schlag dann ins Gesicht:
Man(n) flirtet an der Kasse nicht!

Ich war dabei zur Farbbetrachtung,
doch unter Stress und der Missachtung,
des Anstands und der Contenance,
hab ich nicht wirklich eine Chance.

Das Shirt, das diese Fachkraft gab,
das seitlich auf dem Stapel lag,
war orange - und fragt nicht wie,
und ich verfiel - in Agonie.

Auch der Liebsten - kalt erwischt,
gefiel das Teil vom Stapel nicht.
Und so sprach ich zu der Dame,
Hase- sei mein werter Name.

Das Orange - wie Hollands Farben,
wollten wir bestimmt nicht haben.
Sie sah mich an - ganz leicht verstört,
das habe sie - noch nie gehört.

Doch bekam ich noch die Kehre,
die Liebste nahm mich in die Lehre.
Meinte schnell: "Benehme Dich,
denn wer blamiert wird - das bin ich!"

Das Shopping brachten wir zum Ende,
der Tag - er nahm vernünftig Wende,
da hörte ich im Radio,
dass Wolfsburg führt - ich sprach nur: "Oh!"

Wusste - Gladbachs Niederlage,
führt dann schnellstens zu der Frage,
ob ich bei der Sache war.
Daumendrücken? - Sicher! Klar!

Also nutzlos - wie man weiß,
nicht nur in unserem Freundeskreis.
Auch bei der Liebsten - ganz genau.
Sie hat wohl Recht - ja, meine Frau.

Erhalte ich denn jetzt - trotzdem,
des Fohlens Daumen? - Na, mal sehn.
Morgen spielt mein Herz - der Bock.
Gibt's keinen Sieg - so wärs ein Schock. 27.04.2013
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Fischtag in der Gaststätte Weuten

Freitag - Fischtag - las ich grad,
mit Salzkartoffeln und Salat.
Mit Panade - gebt sie mir,
aus allerfeinstem kölschen Bier.

Hungrig bin ich ja grundsätzlich,
und im Grunde auch verletzlich,
wenn man mich nicht speisen lässt.
Das stell ich unumwunden fest.

Daher - bei Heike ess ich gerne,
und verleihe ihr drei Sterne.
Denn was man kocht - probiert es nur,
bringt dich mittags in die Spur.

Dazu noch ein paar nette Worte,
kurz mal necken - von der Sorte,
die dich grad zum Schmunzeln bringt.
Lachen - und dein Tag gelingt.

Und ist der Fisch nicht grad Dein Los,
egal - die Auswahl, sie ist groß.
Currywurst - mit Pommes "Fritz",
auch die sind ganz bestimmt der Hit.

Schnitzel, Nudeln, Frikadellen,
ne Bratwurst - eben, auf die Schnelle.
Suppe und Gemüse auch,
stets was Leckeres - für den Bauch.

Versuch es nur - es schmeckt, ganz sicher.
Guten Appetit - bei Tische.
Doch vergesst das Zahlen nicht,
nach dem Genuss des Hauptgerichts.

Ich versuch´s - zu allen Zeiten,
suche schleunigst dann das Weite.
Doch Heike "droht" - mit strengem Blick,
und reumütig - komm ich zurück.

Im Sommer - draußen in der Sonne,
im Winter drinnen - eine Wonne.
Warm - der Magen gut gefüllt,
und der Hunger ist gestillt.

Markus Weuten - er sorgt täglich,
fürs leiblich Wohl - jawohl, das merk ich,
an der Waage - am Gewicht.
Ja, die Liebste - steinigt mich.

Doch wenn es halt so lecker schmeckt,
wenn mein Hunger sich erweckt,
dann vergess ich jeden Halt.
12 Uhr und Mittag - ist schon bald.

Fischtag ist nun heut - bei Weuten,
ich hör die Mittagglocke läuten.
Mein Magen knurrt - ich bin so frei,
und wenn es geht - dann auch dabei. 26.04.2013
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Blockade

Jetzt ist´s passiert - sagt, ist das schade?
Akuter Fall - von Schreibblockade!
Ich hab drei Aspirin genommen,
und trotzdem - "bin ich nicht gekommen".

Ich geriet in Mittel-Panik,
schwankte - wie auf der Titanic,
biss mir auf die Fingerkuppe.
Der Schmerz dabei - gewollt und schnuppe.

Biss mir die Nägel meiner Finger.
Auch ich - ich werde ja nicht jünger.
Denn an die Nägel meiner Zehen,
kam ich nicht dran - so muss man´s sehen.

Die Leere - sie war so entsetzlich.
Der Liebsten Wort - ja, es verletzt mich:
"Reim Du nur - ich guck TV.
Eine Sendung - für die Frau.

Reim ruhig was - hab keine Eile,
dann kommt´s auch nicht zu Langeweile.
Gib Dich Deinem Wortfluss hin,
dann hat Dein Dasein - etwas Sinn.

Ergötzt Du Dich dem Wort-Geklecker,
gehst Du mir auch nicht - auf den Wecker.
Lehn Dich zurück - beginn zu schreiben.
Aber denk dran: Artig bleiben!"

So saß ich nun - vor dem PC.
Die Finger knackten - das tut weh.
Ich reckte und ich streckte mich.
Da hat die Leere - mich erwischt.

Die Finger schwebten über Tasten,
doch auf dem Schoß - der kleine Kasten,
gab nicht ein einzig Wörtchen her.
Das zu begreifen - fiel mir schwer.

Ich rüttelte das IPad wild,
auf dass es meine Sehnsucht stillt.
Und begriff dann - plötzlich, schier:
Apple kann ja nichts dafür.

Die Blockade - ihre Faxen,
sind in meinem Hirn verwachsen.
SOS - und Ship to shore,
ich kam mir plötzlich - nutzlos vor.

Drehte mich - denn mir war´s peinlich,
weg zur Wand - denn SIE ist kleinlich.
Wenn sie sieht, dass ich nichts kann,
holt mich`s ein - so irgendwann.

Ging zu Bett - Synapsenpflege.
Freifahrt für verstaubte Wege.
Und heute - Freitag - siehe da,
ist die Blockade - nicht mehr wahr.  26.04.2013
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Psychiater


Wenn ich nicht etwas schreiben kann,
zumindest dann, zumindest wann,
eigentlich sogar - fast täglich,
vergehe ich - und das recht kläglich.

Die Liebste meint, ich sei schon süchtig,
und unsere Ehe - null und nichtig,
wenn ich es nicht - (das meint sie krass),
sofort - auf Dauer - unterlass.

Ich hab´s versucht - so glaubt es mir,
letzte Nacht - von 1 bis 4.
Ich hab´s versucht - so glaubt mir doch,
und fiel dann in ein tiefes Loch.

Nun merke ich - das geht so nicht.
Ich schäme, schäme, schäme mich,
Da ich nicht Kraft und Stärke finde,
und diesen Unsinn unterbinde.

Drum dacht ich mir - "Mach kein Theater,
und gehe schleunigst - zum Psychiater.
Lege dich dort auf die Bank.
Und oute dich - denn du bist krank.

Lass dir einfach Hilfe geben.
Du hast ja nur - das eine Leben.
Bevor du jetzt total verblödest,
such dir Hilfe - nur so geht es."

Heut Abend geht´s nun - auf die Liege.
Hält sie mich? - Nun ja, ich wiege,
halt im Durchschnitt - etwas mehr.
Mit einem Wort: Ich bin zu schwer.

Doch kommt jetzt noch der Stau dazu,
nicht mehr zu schreiben - dann, im Nu,
brauche ich - mein lieber Schatz,
einen Ausgleich - den Ersatz.

Statt Reimen gibt´s dann Gummibärchen,
oder Hasen-Schoko-Öhrchen,
Kokosriegel, Chips und Nüsse.
Süßigkeit - statt Wortergüsse.

Setzt der Doc die Nadel an,
um zu punktieren - dann, ja dann.
bleibt mir später - nach Hypnosen,
nur der Griff - zum Keks in Dosen.

Mein liebes Weib - besinne Dich,
und bitte - so befreie mich,
von dem angelegten Bügel.
Bitte lockere Deine Zügel.

Den Termin - am späten Tag,
den hab ich erst mal abgesagt.
Ich versuch - mich zu besinnen,.
doch kann dem Zwang - ich nicht entrinnen. 25.04.2013
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Pochen (Nachtrag zu "Unter Tage")


Hört doch nur mein stilles Pochen,
hört doch nur mein heimlich Flehn.
Ich kam nicht aus dem Schacht gekrochen,
die Liebste hat es - nicht gesen.

Sie schütteten den Schutt darüber,
sie schütteten - die Grube zu.
Die Luft wird knapp - bin fast hinüber.
Nicht mehr lang - das geht im Nu.

Ich hör sie oben schon verdichten.
Rund um mich herrscht Dunkelheit.
Ab jetzt ist´s Essig mit Gedichten.
Aus - vorbei - es tut mir leid.

Mein Handy - es verliert den Pegel,
jedoch ein Kabel fehlt mir hier.
War es Absicht? - Streicht die Segel.
Wie wird es doch - so ängstlich mir.

Ist erst das Pflaster auf dem Boden,
ist sie vorbei - die Herrlichkeit.
Ich hier unten - Ihr dort oben.
Und doch - sie war so schön, die Zeit.

Höre ich Euch da frohlocken?
Ein lautes Halleluja schon?
Na, da bin ich von den Socken.
Alle Freundschaft - war nur Hohn.

Jawohl - Ihr könntet mich noch retten:
Haltet nur den Tiefbau auf.
Doch werde ich - wohl nicht drauf wetten.
Ich lass dem Schicksal - seinen Lauf.

Dunkler wird - (ich werd gemeuchelt),
des IPhones Leuchtkraft - in der Hand.
Es ist wirklich fast geheuchelt,
dass ich nicht mehr den Ausweg fand.

Wer rief da gerade - "Notruf wählen!"
So schlau war ich doch selber schon.
Ihr wollt mich scheinbar wirklich quälen.
Weil ich doch hier - im Funkloch wohn.

Den Reim - ich kann ihn nicht versenden,
der Nachwelt Erbe soll er sein.
So werd im Sickerschacht ich enden.
Oh, Ihr seid ja so gemein.

Wenn Bagger einst von Kohle künden,
hier - an unserem netten Ort,
wird man mich vergammelt finden.
Liebe Leute - das war Mord.

Die letzte Schicht der Pflastersteine,
setzte man nun gerade ein.
Niemand hört mein Flehen - Weinen.
Wie konntet Ihr - so grausam sein?!  24.04.2013

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Unter Tage


Beim Renovieren, Baggern, Graben,
trat heut ein alter Schacht zu Tage.
Ein Schacht, der nun zu leeren ist.
Im wahrsten Sinne - welch ein Mist.

Ich stand davor - ich überlegte.
Ich kalkulierte und ich drehte,
jeden Euro - dreimal um.
Da sprach die Liebste: "Du bist dumm!

Nur weil es dem Herrn gefällt,
geht er grad mal an - mein Geld.
Meint, dass er´s verprassen darf.
Ne, ne, mein Freund - nix, nix - das war´s.

Du kennst Dich aus im Untergrund.
Bist recht stämmig und gesund.
Daher kriegst Du - ein Eimerchen,
und schüppst von Hand - mein Kleinerchen.

Mal grad 2 Meter - in Kubik.
Das wirft Dich doch wohl nicht zurück.
Auf die Nase - ne Serviette,,
mit etwas Eau de To-i-lette.

Ein Schüppchen noch - vom Enkelkind,
dann steigst Du in den Schacht - doch blind,
bist Du dort noch lange nicht.
Ich sorge schon für etwas Licht.

Ich stelle einen Spiegel auf.
Bei klarer Sicht - der Sonne Lauf,
wird das hell - ganz ungemein.
Für Dich - im Schacht - winkt Sonnenschein.

Du weißt genau - kein offenes Feuer,
Das wär gefährlich - und wär teuer.
Denn wenn es zur Verpuffung kommt,
brauchst Du kaum Leitern - das geht prompt.

Dann schießt Du durch den Schacht empor,
und kommst Dir sehr ballistisch vor.
Ich steh am Rand - und wink Dir fröhlich.
Drum nutz die Sonne - das empfehl ich.

Vergiss nicht, dass die Zeit arg drängt,
dass der Plan ansonsten hängt.
Du hast nicht wirklich ewig Zeit.
Drum mach Dich ran - es tut mir leid.

Ich hab mit Deinem Chef gesprochen.
Urlaub gibt´s - doch nicht auf Wochen.
Drum hör mir zu - fang endlich an.
Die Zeit des Zögerns - ist zu lang.

Ach so - das Duschen - das ist doof.
Das machst Du bitte dann - im Hof.
Es ist heut warm - das Wetter schön.
Jetzt gib Dich dran - auf, auf - lass gehen."  24.04.2013
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Anatomisch


Haltet mich bloß nicht für komisch.
Doch das Problem - ist anatomisch.
Mein kleiner Zeh - auf linker Seite,
der schmerzt wie jeck - ich leide, leide.

Ich schreite nicht - oh nein, ich hüpfe,
trau mich nicht, aus dem Schuh zu schlüpfen,
weil´s Blut vielleicht in Strömen rinnt.
Ich blute aus - oh ja, bestimmt.

Vielleicht riss ja der Nagel ab.
Ob ich noch wirklich Chancen hab?
Ich bin zwar tapfer - bin ein Mann,
doch traue ich mich da - nicht ran.

Die Liebste grad um Hilfe fragen?
Das werde ich bestimmt nicht wagen.
Denn dann doziert sie mir erneut:
Mein Fußwerk sei halt nicht - gescheit.

Sie meint, sie habe schöne Füße,
und sieht sie meine - diese, diese...
Hobbit-Pranken - dann, ja dann,
fängt sie das Lamentieren an.

Meine Nägel - ganz am Rande,
seien zum Teil - fast nicht vorhanden.
Und was dabei das Schlimmste sei:
Die Kinder erbten sie - auwei.

Was sie partout nicht glauben kann:
Wie man damit läuft - oh Mann.
Auch wenn ich mich des "Erbes" schäme,
hilft das nichts - es sind die Gene.

Doch zurück zu meinen Qualen,
könnt Ihr Euch das Elend malen,
dass ich grad durchleben muss?
Erinnert Euch - mein weher Fuß!!!!!!

Ich trau mich kaum dorthin zu sehen,
geschweige denn - damit zu gehen.
Der Chef, er ruft... - (bleib mir gestohlen.
Das Blut durchsickert schon die Sohlen).

Schon der Gedanke lässt mich frieren,
bestimmt heißt es - schnell amputieren.
Doch statt OP - geht´s sehr viel schneller,
macht das die Liebste - grad im Keller.

Ein Schnitt - dann ist der Zeh Geschichte,
nie mehr Anlass für Gedichte,
die Unsinn sind - und für den Müll.
Die niemand wirklich lesen will.

Und trotzdem ist die Angst so groß.
Wer nimmt mich bitte auf den Schoß,
und beruhigt mich - mimimi,
wenn ich den Schuh - vom Fuß gleich zieh?   23.04.2013
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Schnelligkeit

Ob ich das mag - ob ich das will,
das sei jetzt mal dahingestellt.
Doch hält das Leben niemals still.
Es führt uns rasend durch die Welt.

Ich drehe mich grad zweimal um,
und schon ist der April vorbei.
Nehmt´s mir bitte jetzt nicht krumm,
doch schwindelt es mich fast dabei.

Liegt´s daran, dass ich nicht stille,
und auch nicht richtig ruhig sein kann?
In mir lebt dieser starke Wille,
zu leben - "Ruhig" kommt irgendwann.

Ich mag das Leben - mag das Brausen,
und freue mich, weil nicht allein.
Hab im grauen Kopf viel Flausen.
Die Liebste auch - das muss so sein.

Freuen uns an tausend Sachen,
an Liebe, Freundschaft und Musik.
Am gemeinsam lauthals Lachen.
An der Familie - und am Glück.

Nur am Fußball - zu erwähnen,
freue ich mich - ohne sie.
Da muss sie sich noch nicht mal schämen...,
doch Fußball - Fußball lernt sie nie.

Wir freuen uns - zu allen Zeiten,
an Freundschaft - Menschen, die man liebt.
Menschen, die uns neu begleiten,
und solche - die´s schon "ewig" gibt.

Zusammen lachen, diskutieren,
zusammen einfach - einfach sein,
sich finden - und dann nicht verlieren.
Dann ist´s perfekt - wie ich das mein.

Wenn´s Leben meint, es müsse rasen,
nun gut - dann halten wir´s nicht an.
Es gibt halt diese schnellen Phasen,
jedoch auch Ruhe - dann und wann.

Und wenn ich in den Spiegel schaue,
erkenne ich - und das sehr schnell:
Die Haare werden täglich grauer,
und ich - ich werd nicht wirklich "hell".

Ich habe so viel Spaß am Leben,
ich will´s genießen - wenn es geht.
Es soll uns Spaß und Frohsinn geben,
denn später - ist´s vielleicht - zu spät.

Ich lieb das Dasein - auch im Kleinen,
freu mich an jedem neuen Tag.
Und "manchmal" muss ich drüber reimen.
Jeder so - wie er´s gern mag.     22.04.2013
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Mein Herz bellt


In meiner/unserer eigenen Welt,
so haben wir das festgestellt,
ist für ein Vierbein immer Platz,
anders wärs auch für die - Katz.

Ohne Hund - das soll es geben,
fehlt gewaltig was im Leben.
Ohne diesen Freund zur Seite,
bedingungslos - zu allen Zeiten.

Fordert nicht - nur etwas Liebe,
Zuneigung - und auch den Frieden.
Und gibt dasselbe - das ist Glück,
tausendfach an uns zurück.

Die feuchte Schnauze, die dich stupst,
wenn du dich als verstört entpuppst,
und tief in den Gedanken liegst,
weil Unmut, Sorge überwiegt.

Der Hund - der durch die Felder springt,
der dich dabei zum Lachen bringt,
der zeigt, dass ihm das Leben schmeckt,
die Leine ab - schon ist er weg.

Der Freund, dem eines wichtig ist,
der alles andere schnell vergisst,
wenn einer nur sein Leben teilt,
und das bist du - und das ist geil.

Dein Hund, dein Freund - ein Knäuel Wolle,
das sich erfreut - wie weiland Bolle,
wenn's nur deinen Schritt vernimmt,
durch Nähe weiß - dass alles stimmt.

Das Fellgewitter - das man liebt,
das wenig nimmt - doch so viel gibt,
das nicht wirklich reden kann,
doch schaut Euch nur die Augen an.

Denn die reden - ohne Ende,
sprechen auch von deinen Händen,
von denen Hund viel Liebe will,
streichele ihn - und er hält still.

Nimmt dir deinen Frust dabei,
schaltet dein Gefühl auf - Neu.
Fährt dich runter - ist halt Freund,
der mit dir lacht - wenn's sein muss weint.

Ans Abschied nehmen denk ich nicht,
zwar unumgänglich - doch die Pflicht,
schieben wir sehr weit zurück,
heute zählt allein - das Glück.

Wie schön, wenn dich ein Freund begrüßt,
den du heftig wedeln siehst,
erscheinst du grad in seiner Welt.
Wie wunderschön - mein Herz, es bellt. 19.04.2013
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Eis


Ob die Liebste es wohl weiß?
Mein Herz - es schlägt für leckeres Eis.
Gut gekühlt, mit viel Geschmack.
Am besten Cuccos - das geht ab.

Mit Nüssen, Sahne, Heidelbeeren,
versucht - versucht, mich zu bekehren.
Dass ich mich abwend - vom Genuss.
Ein letztes noch - und dann ist Schluss.

Einmal in den Kopf gesetzt,
plagt der Gedanke - bis zuletzt.
Bis man sich erbarmt - und fährt.
Zu widerstehen - hat keinen Wert.

Das ist schon fast Familiensucht,
ach fesselt mich - mit Strick und Gurt,
auf dass ich halt nicht fahren kann.
Er zerrt an mir - der stete Bann.

Nimmt der Gaumen Witterung auf,
ist es stets derselbe Lauf:
Wer fährt? - Ich nicht! - Ich geb das Geld!
Ein leckeres Eis - jetzt wird's bestellt.

Ich frage kurz mal nebenbei:
Eis ist sicher - zuckerfrei....?
Diätetisch - und gesund.
Bei falscher Antwort - Halt den Mund!

Aus Milch - dem besten der Natur.
Und dicker macht es - nicht die Spur.
Danke, dass Ihr mich versteht,
wunderbar - dass da was geht.

Wenn ich nun gleich den Reim versende,
hat's mit der Ruhe wohl ein Ende.
Ich weiß schon - was passieren wird,
mich wundert's - falls der Dichter irrt.

Lorenzo - füttere die Maschine,
ich fühle Schuld - bestimmt nicht Sühne.
Vanille-, etwas Kokoseis,
wenn's so sein soll - nun, dann sei's.

Auf das Eis - Lorenzo, hör,
ein wenig leckeren Likör.
Ein paar Waffeln - knusprig, frisch,
und dann - ganz kunstvoll - auf den Tisch.

Der Löffel taucht ganz sahnig ein,
ich halte mich zurück - zum Schein.
Dann führe ich das Eis zum Mund,
geschätzt pro Jahr - knapp achtzig Pfund.

Wie gut, dass Eis nicht dicker macht.
Mein Herz, im Leibe - wie es lacht.
Und der Speck - auf meinen Rippen,
kommt von was anderem - also bitte. 18.04.2013
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Verkleidet


Heut Morgen stand ich - Schlaf getankt,
zweifelnd vor dem Kleiderschrank.
Schaute dort die Sammlung an,
und war verwirrt - ich bin halt Mann.

Nix mit Jeans und Schlabberlook,
davon gibt’s bei mir genug.
Nein, heute - ich schwör´s Stein auf Bein,
werd ich ne staatse Jung mal sein.

Doch steckt der Teufel im Detail,
dieserhalb und alldieweil,
ich gar nicht weiß - wie das wohl geht,
irgendwie für mich - zu spät.

Anzughose? Hemd mit Streifen?
Manches werd ich nie begreifen.
Grün mit Blau - und Farbenspiel.
Verwirrung greift - und davon viel.

Ich hab die Liebste sanft geweckt,
ob sie mich in ein Outfit steckt,
dass nun passt - heut bei Gericht.
Sie sprach: "An Dir verzweifele ich.

Du bist - es tut mir wirklich leid,
blind - auch ohne Dunkelheit.
Hätt ich doch nur" - sprach sie verstört,
"auf mein Mütterlein gehört.

Die sagte mir - von Anfang an:
Kind, so such Dir einen Mann,
dem Kleidung, Contenance nicht fremd...
Doch ich hab diesen Punkt verpennt.

Nun steh ich heut mit Dir vom Schrank.
Dein Gejammere macht mich krank.
Was bin ich doch ein armes Schwein.
Ich hab's gewollt - nun soll's so sein."

Drauf reicht sie mir - dann Hemd und Hose,
meint süffisant: "Mal ohne Soße.
Nicht bekleckert nicht versaut.
Ich bin amused - und sehr erbaut."

Nun stehe ich schon bei Gericht,
ganz früh im ersten Morgenlicht.
Schaue mich im Fenster an:
Aus mir wird nie - ein feiner Mann.

Zu viel Bauch - die Haltung krumm.
Ne, nen wirklich staatse Jung,
macht aus mir wohl niemand mehr.
Man schickt mich so - in den Verkehr.

Ich fühle mich heut - wie verkleidet,
ja, mein armes Seelchen leidet.
Doch heute Abend wartet schon,
die vertraute Jeans - mein Lohn.   18.04.2013
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Die Ehefrau verleiht man nicht


Ja, es stimmt - aus meiner Sicht:
Die Ehefrau verleiht man nicht.
Jedoch, daneben - sowieso,
auch keinesfalls - sein Cabrio.

Sprichwort hin - und Sprichwort her,
doch fällt dir die Entscheidung schwer,
ist es die Liebste, die entscheidet,
dass sie heut cruist - mein Herz, es leidet.

Ich bleib zurück - es ist ein Fluch,
ich winke mit dem Taschentuch,
und schnäuze mir die Nase, laut,
als sie weit fort ist - nicht mehr schaut.

Wie weiland Nero - sammele ich,
den Tränenfluss - beherrsche mich,
dass ich mich nicht - zu welchem Preis,
vor Kummer auf den Boden schmeiß.

Ich denk an manche Fahrt zurück,
die ich einst fuhr - den Hauch von Glück,
und hoffe nur - mein Herz, es bebt.
dass mein Baby überlebt.

Die Liebste fährt besonders gut,
und trotzdem schwindet all mein Mut.
Des Autos Schnäuzchen ist so lang,
Kinder, Kinder - ich bin bang.

Ich schick ihr eine SMS,
da stelle ich mit Horror fest:
Das Handy läutet - neben mir.
Denn sie vergaß es - es liegt hier.

Mir fallen 1.000 Dinge ein,
dass sie mich braucht - sie ist allein.
Ich werde schwach - so blümerant,
hab, was geschieht - nicht in der Hand.

Ob der Motor wohl noch schnurrt?
Ob er noch zieht - beim leichten Spurt?
Ob die Bremse auch noch greift?
Ich bin fast für den Wahnsinn reif.

Ist die Liebste - noch gesund?
Sie ist schon fort - ne halbe Stund.
Mein Herz, es klopft mir in der Brust,
irgendwie - hab ich's gewusst.

Ich geh in meinen Sorgenraum,
Ruhe finde ich dort kaum.
Die Schnappatmung - setzt plötzlich ein,
da hör ich SIE: "Ich bin daheim."

Ich lauf hinaus - ich bin so froh,
drück und herze - sowieso.
Gebe einen dicken Kuss.
Da ruft die Liebste: "Komm. Mach Schluss."   16.04.2013
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Brandzeichen


Die Liebste schrieb mir - Gott und oh,
eine Nachricht ins Büro.
Eine Nachricht - die heut spricht:
"Alter Mann, so reiz mich nicht.

Nach der Nacht - der Nacht im Bett,
stell ich mich an mein Bügelbrett.
Du weißt ganz sicher - was das heißt.
Wie solch ein Eisen - glüht und beißt.

Auf Deiner Haut - mein lieber Schatz,
ist für ein Logo nicht viel Platz.
Na sicher - von der Fläche, klar.
Doch kaum ein Platz - wo ich nicht war.

Du bist gebrannt - denn Du bist meiner,
die freie Fläche - sie wird kleiner.
Und nervst Du mich - ich kann´s beweisen,
gibt´s den Stempel - mit dem Eisen.

Mein Korb mit Wäsche - ist so voll.
Ich warne Dich - treib´s nicht zu toll.
Sonst gibt´s ein Zeichen - feinen Brand.
Rot und faltig - nit viel Rand.

Ich bin im Eisen - Weitwurfprofi,
schau nicht aufs Handy - wie Klein-Doofi.
Du weißt, dass ich kaum Scherz versteh,
wenn ich den Korb - zum Bügeln seh.

Ich weiß, dass Du ein Logo willst,
und damit Deine Sehnsucht stillst:
Den Geißbock auf dem Hinterteil,
das fändest Du wohl richtig geil.

Doch von mir gibt´s - auf die Schnelle,
einen Stempel auf die Stelle,
in der Form - das ist bekannt,
meines Eisens in der Hand.

Dann kannst Du tagelang nicht sitzen.
Du weißt - ich mache keine Witze.
Wenn ich bügle - Du, mein Stern,
ist mir jeder Spaß - weit fern."

(Mal gerade zwischendurch geschrieben::
Diese Nachricht - meiner Lieben,
bekam ich eben - gerade, so!
Nicht dass Ihr meint - ich spinn mich froh.

Wenn die Liebste bügeln muss,
ist das Eine mir bewusst:
Ich bin still - ich halt den Mund.
Das alleine hält gesund).

Doch nun zurück - zur SMS,
die mich heute still sein lässt:
"Mein lieber Freund - so schütze Dich,
und bitte, bitte - NERV MICH NICHT!"     16.04.2013
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An der Mauer


An der Mauer – auf der Lauer,
liegt Herr Sohn – seit kurzer Dauer.
Stein für Stein verschwindet sie.
Das ist Handwerk – nicht Magie.

Passt auf – dass auch die Arbeit lief,
gleich dem großen Detektiv:
Sherlock Holmes – in Position.
Gut gemacht – mein werter Sohn.

Wo eben noch ein Ziegel war,
gibt´s 1, 2, 3 ein Loch – oh ja.
Das Stemmeisen – es stemmt und stemmt,
Schonung ist dem Eisen fremd.

Ich sprach zu meiner Liebsten – eben:
„Morgen früh wirst Du´s erleben.
Dann nehme ich mir kurz mal frei,
und schwuppdiwupp – sieht´s aus wie neu.

In der Schulzeit – ach so fern,
habe ich es doch gelernt:
Den netten Spruch vom Stein auf Stein.
Und morgen wird´s schon fertig sein.“

Die Liebste schaut mich zweifelnd ab,
meint dann belehrend: „Lieber Mann,
ich wandele dies Sprüchlein ab.
Wie gut, dass ich viel Pflaster hab.

Nicht Stein auf Stein – nein: Schlag auf Hand.
Das End vom Lied – ist wie bekannt:
Ich fahre Dich – mal eben gerade,
in die Klinik – schade, schade.

Doch zählt man Deine Knochen durch.
Sie finden alle – keine Furcht.
Doch das Sortieren – dauert Tage.
Hast Du sonst vielleicht noch Fragen?

Auf der Mauer – keine Wanze,
doch mein Liebster – möchte tanzen,
vor Schmerz – wenn´s ihm die Finger bricht.
Drum gehe ins Büro – zur Pflicht.

Dein Chef zerreißt den Urlaubsschein.
Er wird ja wohl so clever sein,
und wird wissen – was passiert,
sofern er ihn mit „Ja“ signiert.

Lass jemand stemmen – früh bis spät,
der wirklich was vom Fach versteht,
sonst singt de Burgh – so glaub es mir,
alleingelassen – Du bleibst hier.“

An der Mauer – auf der Lauer,
bin nicht ich – denn SIE ist schlauer.
Schickt mich auf den Schreibtisch-Posten.
Was mir nur bleibt – das sind die Kosten.  15.04.2013
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Wuseln


Mensch - was hab ich einen Dusel,
meine Liebste - mag das Wuseln.
Und packt sie mal die Wusel-Wut,
dann wird´s - wie heut - besonders gut.

Wuselt durch den Hof, die Zimmer,
wuselt emsig - wo auch immer,
wuselt, wo das Unkraut wächst,
damit "der Alte" fein relaxed.

Wuselt heut - den ganzen Tag,
und da ich sie halt liebe, mag,
ergötze ich mich an dem Wort.
Wusel selbst - im Reim hier fort.

Die Liebste ist sehr lieb - und fleißig,
nicht mehr jung - knapp über dreißig,
und statt im Frühling auszuruhen,
hat sie beschlossen - was zu tun.

Unkraut zupfen - Platten fegen,
putzend durch das Haus bewegen.
Holzterrasse grad mal ölen,
fröhlich pfeifend - ohne Nöhlen.

Die Gartenmöbel neu platzieren,
oh ja, ich kann den Frühling spüren.
Wir freuen uns am Sonnenschein.
Am schönsten ist es doch - Daheim.

Doch kam ich nun vom Wuseln ab.
Sie wuselt heftig - nicht zu knapp.
Nur meinen Keller - ohne Licht,
den wuselt sie - mit Vorsatz - nicht.

Erneut ein neuer Reim geboren.
Schreib ich Mist? - Hab ich verloren?
Dann wuselt sie - mir quer durchs Hirn,
klopft ganz sachte - an die Stirn.

Stopft das Wusel-Tuch ins Ohr,
fädelt - zieht´s am anderen vor,
greift dann links - und einmal rechts,
und zieht mit Schmackes - mir wird schlecht.

Wienert manche Windung grade,
um diese ist´s dann wenig schade.
Und wenn es aus den Ohren blitzt,
dann freut sie sich - das ist kein Witz.

Die Liebste, meine Wusel-Fee,
tun auch ihre Schläge weh,
so weiß ich doch - jetzt, heut am Tage,
was ich an meinem Herzblatt habe.

Und noch dazu - das stimmt mich milde,
schenkt sie mir - solch Wortgebilde,
mit denen ich dann spielen kann.
Sie muss mich lieben - dann und wann. 15.04.2013
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Nadeln


Früher klapperten die Tasten,
meiner Tatstatur - am Kasten,
der sich da "Computer" nennt.
Dieses Teil - ist lang schon fremd.

Natürlich - für die Tageswerke,
zeigt er ständig seine Stärke.
Doch für das Reimen - das Euch schlaucht,
tut es nun mein iPad auch.

Da klappert nichts - das geht ganz leise,
doch schick auch dies ich auf die Reise,
ohne jede Wiederkehr,
fällt's mir auch - entsetzlich schwer.

Denn ab jetzt - ich könnte hadern,
klappern für den Strick - die Nadeln.
Hier ein Pulli - dort ein Schal,
ob sie passen - ist egal.

Es geht - na ja, Ihr denkt's Euch schon,
für die Finger um Aktion,
und auch ganz klar - noch nebenbei,
dass der Kopf beschäftigt sei.

Hier zwei Socken - dort ne Mütze,
untersteht Euch - und macht Witze.
Hier ein Body - ganz aus Strick,
wie rosa Schweinchen - bin zu dick.

Für die Liebste Negligé,
ein Wintertrikot für'n FC,
feine Hosen - schreiend bunt,
und Schnauzenschoner - für Frau Hund.

Ein schönes Fell fürs Cabrio,
fürs Klopapier gleich sowieso,
das hinter meinem Sitz dann grüßt,
obwohl es sonst - gehäkelt ist.

Handschuh - Beutel für das Brot,
Vorratssack - für Zeit der Not,
Ohrenschoner gegen Wind,
und eine Weste - für das Kind.

Fürs Sonntagsfrühstück Eierhütchen,
ein Tuch als Schutz - fürs kalte Schnütchen...,
Ich merke schon - an diesem Fall:
Ideen gibt es überall.

Vielleicht mach ich nen Laden auf,
in dem ich meinen Strick verkauf.
Dann werden wir noch wirklich reich.
Freunde, oh - wir danken Euch.

Jetzt stört mich nicht - hab keine Zeit,
bei meiner flotten Handarbeit.
Vielleicht strick ich mir - auch noch gerade,
ne Decke - falls ich Wolle habe.   14.04.2013
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Gläsern


Gläsern sei ich wohl - angeblich.
Ich denke nach - und find, das geht nicht.
Die einzige Lösung ist daher:
Nicht mehr schreiben - fällt's auch schwer.

Wenn ich so schnell durchschaubar bin,
macht das alles wenig Sinn.
Ich sitze jetzt verstört Zuhaus,
breit nie mehr meine Seele aus.

Aus dem Schuppen - schnell, Zack, Zack,
schnitt ich mir einen Holzkeil ab.
Zum Beißen - wenn ich überquill.
und kein Wort ins Web mehr will.

Ich nahm die Axt - schlug zu, mit Schwung,
traf - und spürt Erleichterung...,
dass ich nur einen Fuß verlor.
Das ist Schwund - das kommt mal vor.

Messer, Schere, Äxte, Licht,
sind nichts für den Hans-Hein(e)rich.
Oder "Henry" - wie Ihr's wollt,
ich bin im Handwerk - nicht so toll.

Der Saft des Lebens - Axt, so scharf,
floss, weil ich nicht reimen darf.
Da hab ich meine Frau geweckt...
Glaubt bloß nicht - dass sie sich erschreckt.

Sie fuhr mich an: "Schau den Salat.
Versaut der Flur - bis hin zum Bad.
Ach, das Laminat - es quillt.
Nun wisch es auf - ab, ab, es gilt.

Und Dein schönes Cabrio,
verkaufst Du gleich noch sowieso.
Denn für die Kupplung - das Pedal,
fehlt Dir das "Werkzeug" - allemal."

Ich stammelte: "Ach, schimpf nicht so.
Gibt's hier ein Pflaster - irgendwo?"
Sie dreht sich um und murmelt nur:
"Nimm das vom Hund - und putz die Spur."

Da seht Ihr - was Ihr so erreicht,
Ihr tut Euch mit solch Ausspruch leicht,
sagt mir, dass ich gläsern sei,
und vergesst - mein Leid dabei.

Nun sitze ich im Kämmerlein,
schreibe hier - den letzten Reim.
Und such mir - wenn ich fertig bin,
Ersatz - das wär mein Hauptgewinn.

Vielleicht ja Häkeln oder Stricken,
stoisch in den Alltag blicken.
Kreuzworträtseln - nein, kein Hohn:
irgendetwas find ich schon.   14.04.2013
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Gummistiefel


Denkt bloß nicht, dass Ihr fertig seid,
ich dacht es selbst - doch tut's mir leid.
Tja, meine Frau ist's schuld gewesen,
daher müsst Ihr - schon wieder lesen.

Nach ihrem Tagwerk macht sie Pause,
zog sich zurück in ihre Klause,
und fragte mich dann - lieb und nett,
ob ich für sie nen Kaffee hätt.

Nun kann ich zwar mit Worten spielen,
mit Reimen gar Erfolg erzielen,
doch ich und Technik - das zerbricht.
Das verträgt sich wirklich nicht.

So ging ich - mit gewissem Schaudern,
zur Maschine - ließ Sie plaudern,
und stand verwirrt - vorm neuen Teil.
Mein Puls auf Hochtour - er ging steil.

Ja ja, Sie hat es mir gezeigt.
Ob's besser ist - wenn Man(n) jetzt schweigt?
Ich stand davor - ich war verstört,
hab wohl nicht richtig zugehört.

Ich drückte - mit Erfolg - die Tasten,
ohne Ruhe - ohne Rasten,
und sah - wie sich die Milch ergießt,
...und neben meine Tasse fließt.

Den Rüssel halt nicht ausgefahren,
(und seid Euch bitte jetzt im Klaren:
Dem ersten, der jetzt grinst und lacht,
wird zügig der Garaus gemacht).

Die Arbeitsplatte schwamm - sie lebte,
der Boden waberte und klebte.
Sie rief vom Sofa: "Alles klar?"
Ich schwamm in Milch - und stöhnte: "Ja!"

Die Gummistiefel angezogen,
wischte ich den Schrank, den Boden,
habt gewienert und geputzt,
doch hat es leider - nichts genutzt.

Der Wartezeit sehr überdrüssig,
war meine Liebste... - überflüssig,
dass ich noch etwas sagen muss.
Sie folgte mir - jetzt auf dem Fuß.

Sah sich die Bescherung an,
sprach dann lakonisch: "Ja, mein Mann."
Irgendwo sei ich ja lieb,
doch in Technik - halt ein Freak.

Drauf zeigte sie's mir noch einmal,
mit dem Hinweis - ganz egal,
weshalb es nächstes Mal nicht klappt...
gibt es Haue - nicht zu knapp.  13.03.2013
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T-Shirt Wetter


Ist das ne ernstgemeinte Frage?
Natürlich hab ich - dieser Tage,
Lust auf Wärme, Sonnenschein.
Mit Sonne kann's gigantisch ein.

Germanwings - der Urlaubsflieger,
fliegt uns nicht zur Europaliga,
ich sag mal - NOCH nicht - doch statt dem,
zu Sonnenstunden - sehr bequem.

In Köln/Bonn grad eingestiegen,
um nach 2 Stunden schon zu liegen,
an einem fernen, weißen Strand,
mit einem Cocktail in der Hand.

Kroatien und Rom und Palma,
Mallorca - Costa de la Calma,
Barcelona und Venedig.
Nur im T-Shirt? - Na, hier geht's nicht.

Daher - mal wieder Urlaub buchen,
statt hier nun übers Wetter fluchen,
einfach kurz mal Sonne tanken,
der innere Akku wird's uns danken.

Den kleinen Koffer schnell gepackt,
die Türe schließen - schon geht's ab.
Den Sitz gewählt - zurückgelehnt,
und einfach nach dem Ziel gesehnt.

Die Liebste, sie sitzt neben mir,
Reisefeeling - glaubt es mir.
Das Taschengeld im Portemonnaie,
auf zur Sonne - ab, ole.

Einfach auf dem Weg nach Süden,
die verflixten Wolken schieben,
mit dem Flieger durch die Decke,
diese dichte - auf der Strecke.

Unter uns so Watte-gleich,
dies zu schauen - macht schon reich,
wenn obendrauf die Sonne strahlt,
und wunderschöne Bilder malt.

T-Shirt-Wetter? - Bald mal wieder.
Hoffe ich - schickt Sonne rüber,
da ich zurzeit nicht fliegen kann,
hab keinen Urlaub - aber dann!

Ich scharre emsig mit den Hufen,
höre schon die Wellen rufen,
vom Mittelmeer - von irgendwo,
Hauptsach Sonne - sowieso.

Der Frühling soll ja nun angeblich,
bei uns nun kommen - anders geht's nicht.
Doch freue ich mich - schon genug,
auf den allernächsten Flug.          13.04.2013
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Zweigniederlassung


Manchmal bin ich wirklich clever,
never sage ich Euch, never,
wird mir meine Hoffnung fremd,
dass meine Liebste - dies erkennt.

Und als mir nun der Einfall kam,
als ich forsch ein Herz mir nahm,
habe ich ihr dies berichtet.
Da hätte sie - mich fast vernichtet.

Drei Tage lang lag ich im Koma,
ich kam mir vor - wie in Pamplona,
nach einer Stierhatz - der Stampede,
meine Frau - schlägt nicht wie jede.

Dabei klang doch mein Einfall gut:
Nach dem Auszug - unserer "Brut",
haben wir zwei Zimmer frei.
Sie nun zu nutzen? - Nichts dabei.

Da kam der Einfall mir, spontan:
Frisch gewagt - ist halb getan.
Was hält die Liebste wohl davon:
Vom Saunaclub - sprich: Babylon.

Hier bei uns - ne Niederlassung,
hätte doch - für die Bespaßung,
ganz gewiss besondere Rasse.
Also ich - ich fänd das klasse.

Das wäre dann für mich - im Alter,
auch ne Chance - als Hausverwalter...
Ich schaute lieb - wie ich's nur kann,
da setzt sie jäh zum Schlage an.

Der erste - zollt ihr bloß nicht Lob,
der mich aus meinen Schuhen hob,
der setzte mich - mit einem Stück,
um 56 Jahr zurück.

Lallend saß ich auf der Erde,
es blieb mir nichts - als die Gebärde,
dass ich verwirrt am Daumen lutsch,
da's Herz mir in die Hose rutscht.

Der zweite Schlag - er kam so schnell,
ein einzig mal ward es noch hell,
dann herrschte nur noch Dunkelheit,
für drei Tage - Lebenszeit.

Na klar - es ist ja auch verständlich,
Geduld hat sie - halt nicht unendlich.
Und dennoch - für die Haushaltskasse,
hatte die Idee doch Masse.

Wie's auch sei - egal, wie immer,
so wird's nun jetzt - mein Arbeitszimmer.
Die Liebste ist halt immer sachlich,
tut mir was Gutes - bitte, lacht nicht.   13.04.2013
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Heuschreck


Mal schnell vorab - jetzt seid recht klug.
Schreibt bloß nicht - ich sei fett genug.
Denn Freunde, das verletzt mich sehr,
ich bin nicht dick - nur etwas schwer.

Für mein Gewicht - so wird es sein,
vielleicht ne Winzigkeit zu klein.
Doch heißt das nicht - lest es bewusst,
dass ich ab jetzt - verhungern muss.

Wie heißt es doch - April, April,
der Monat macht stets - was er will.
Und was er will - in unserem Fall,
das weiß ich nun - er hat nen Knall.

Er will von uns ein neues Dach.
Das war bekannt - doch Weh und Ach,
nun kommt noch der Kanal dazu,
dann hat die liebe Seele Ruh.

Doch Ruh hat leider - leider auch,
mein wohlgenährter, "flacher" Bauch.
Das kann und darf und soll nicht sein,
drum laden wir - uns bei Euch ein.

Dort wo wir Eure Anschrift haben,
erwartet Euch die nächsten Tage,
Besuch - den Kühlschrank voll, zack zack,
wir kommen schnell - mit Sack und Pack.

Zum Frühstück, Mittag-, Abendessen,
und zwischendurch - nicht zu vergessen,
ein Stückchen Kuchen - mit Kakao,
für mich - samt meiner lieben Frau.

Doch wenn das wirklich gar nicht geht,
so schickt uns schnell ein Care-Paket.
Natürlich brauch ich ein Attest,
das stell ich - unumstößlich fest.

Wo kämen wir denn hin - vielleicht,
wenn Ihr Euch aus den Pflichten schleicht,
und ich's nicht überprüfen kann,
so fangen wir erst gar nicht an.

Wenn wir klingeln - nicht verstecken.
Was wollt Ihr wohl damit bezwecken?
Wir bringen einen Rammbock mit,
und klopfen "höflich" - so ein Shit.

Kennt Ihr den Heuschreck? - Wir sind ähnlich!
Verputzen und verzehren nämlich,
Euren ganzen Vorrat fort.
Wir finden alles - glaubt aufs Wort.

Das Einzige, das Euch helfen kann:
So fangt schon mal - das Sammeln an.
Und wenn der Hut dann gut gefüllt,
wird's mit dem Hunger - halb so wild.  12.04.2013
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Problematik der deutschen Sprache - sowie deren Auswirkungen


Wie war mein Leben - ehedem,
doch denkbar einfach - und bequem,
Ich tat mein schlichtes Tageswerk,
und kam dann heim - geliebt, gestärkt.

Bis hin zu diesem einen Tag,
als meine Liebste mich kurz fragt,
ob ich nicht merke - nebenbei,
dass ich nicht dicht - im Stübchen sei.

Den Signalen der Synapsen,
sei ich scheinbar nicht gewachsen,
doch - "Lieber Mann, so gräm Dich nicht.
Ich regelte das schon - für Dich!

Ich zündete ein Kerzlein an,
und betete: Mach meinen Mann,
doch bitte sehr - ein wenig dichter.
Schau auf Dein Kind - im Glanz der Lichter."

Ach, hätte sie doch da gewusst,
dass sie ganz klar sich äußern muss.
Denn zwischen groß- und kleingeschrieben,
gibt es Welten - meine Lieben.

Der Wunsch - er sollt erfüllt bald sein,
Gott trug ins Goldene Buch ihn ein,
doch da er nicht den Sinn verstand,
führt´s Missverständnis - seine Hand.

Aus kleinem d - macht er das große,
und dieser Fakt - ging in die Hose,
da ich nicht wirklich "dichter" bin,
sondern "Dichter" - macht das Sinn?

Ich nehm es Gott ja gar nicht krumm,
doch lag noch "Nürnbergs Trichter" rum,
den gab er mir - als "Hauptgewinn",
er lag im Weg - wo sollt er hin?!

Nun bin ich halt - seit jenem Tage,
arg gepeinigt - mit der "Gabe",
um die ich mich doch niemals schlug.
Langsam ist es jetzt - genug.

Wie ein Strom von Lemming-Horden,
strömt das Wort - von Süd, von Norden.
Von Ost, von Westen - überall.
Ne Zwangsneurose - klarer Fall.

Auf Befristung ward verzichtet.
Was folgt daraus? - Es wird gedichtet,
bis ich meine Augen schließ,
oder Ihr mich - jäh erschießt.

Achtet also bitte drauf,
was Ihr Euch wünscht - sonst nehmt´s in Kauf,
dass es Euch einholt - fix und steil:
Der Teufel steckt - im Sprachdetail.    12.04.2013
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Erklärung


Unentwegt muss ich "erklären",
da darf ich mich doch mal beschweren,
dass ich keine Ruhe find,
für Frau und Hund - vielleicht auch Kind.

Ich erkläre gern die Steuern,
diese sind mir lieb - nicht teuer.
Ich lieb das Tüfteln am PC,
denn dies "Erklären" - tut nicht weh.

Ich lieb das Reden - mit den Menschen,
zolle Achtung und Attention.
Und hör mir auch - so dann und wann,
gern mal ihre Sorgen an.

Doch wenn es immer dunkler wird,
wenn sich - wie jetzt - mein Geist verirrt,
dann weiß ich, was mir wieder blüht,
jeden Tag - dasselbe Lied.

Denn Abends - wenn die Nacht fast naht,
sperrt SIE mich in mein Hamsterrad,
und sammelt emsig dann das Geld,
das so aus meinen Taschen fällt.

Sie sagt: "Für Käse und für Wurst,
für Sprudelwasser - gegen Durst.
Für Schokolade und für Chips,
für Fleisch und Brot - für weiter nix."

Dann meint sie noch - und mir wird bang,
weshalb ich auf der Waage - dann,
immer noch so kräftig bin...
Das mache so - nicht wirklich Sinn.

Ob ich wohl heimlich Geld verstecke,
für solche arg verruchten Zwecke:
Wie Schlemmen - ohne Ziel und Gnade:
"Etwa Schnitzel mit Panade?

Etwa Steak und Pizza gar?
Frische Brötchen, Mett - na klar!
Nudeln, Kraut - sogar noch Döner?
Na, das wird ja immer schöner.

Wie kann das sein - mein Mann, mein Held?
Ich kürzte dir das Taschengeld.
Kriegst grad so viel - dass es vielleicht,
fürs Stadion - den Fußball reicht.

Warum, warum - bist du so schwer?
Spuck es aus - na los, erklär!
Und mach es dir - nicht zu bequem.
Sprich nicht vom Hunger - vom Ödem!"

Ich halt den Mund - darf´s nicht erwähnen,
die Münzen - zwischen meinen Zähnen,
fielen mir sonst vom Gesicht.
Das Kleingeld - das behalte - ICH!  11.04.2013
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Stummes Zerren


Frau Hund sitzt lauernd, still bei Tisch,
ihr Blick spricht Bände: „Siehst du mich?
Wenn du mich siehst – dann denke dran:
Auch ICH bin hungrig – dann und wann.“

Ihr Blick zerreißt mir fast das Herz,
das ist fast wie gefühlter Schmerz.
Sie rutscht ganz heimlich vor – und schaut…
Manchmal scheint ein Blick – fast laut.

Ich schaue ihr ins Aug hinein,
sie bleibt ganz ruhig – sitzt wie ein Stein,
derweil es in der Kehle zuckt,
als sie – aus Kummer – krampfhaft schluckt.

Ich schütze meinen Teller - grad,
mit etwas Rest vom Stacheldraht,
mit dem ich auch das Enkelkind,
vom Teller fernhielt – Mut gewinnt.

Ich pick das Gulasch – ohne Kleckern,
genieße still – denn es ist lecker.
Da wandert schon das nächste Stück,
von meiner Gabel – stramm zurück.

Nimmt eine Biegung – endet dann,
bei unserem Hund – wer kann, der kann.
Ihre Kräfte – mir wird schwindelig,
sind wohl etwas – übersinnlich.

Ihr Blick, er zerrt am Teller – Gier,
ich zerre still zurück – zu mir.
Wer stärker ist – das muss sich zeigen.
Ein Kampf beginnt – gepaart mit Schweigen.

Ich zeige ihr mit böser Miene,
dass ich gewiss mein Mahl verdiene.
Sie blickt zurück – was das wohl soll:
Schon Mittag – war die Wampe voll.

Ich drehe mich am Tisch herum,
ich bin ja Mensch – ich bin nicht dumm.
Da merke ich – gleich unterm Hemd,
wie ihr Blick – am Rücken brennt.

Ich merke jäh – ich werd verlieren,
erwische mich schon beim Sortieren:
Ein Häppchen gibt es – für Frau Hund,
das nächste dann – in meinen Mund.

Ach, könnte ich dies Spiel gewinnen.
Doch diesem Schicksal zu entrinnen,
ist ein Spagat – dem ich, als Mann,
ganz einfach nicht entkommen kann.

Und seufzend stell ich – macht das Sinn?
Ihr meinen vollen Teller hin.
Das sind Kräfte – das ist PSI.
Habt Ihr nen Hund – sonst wisst Ihrs nie.  10.04.2013
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Falsch gedacht


Das Frühjahr kommt – ich bin bereit,
für Ruhe und Gemütlichkeit,
fürs Sonnenbaden – heiß und lang,
bald geht’s los – bald fängt es an.

Das Badehandtuch liegt Parade,
voll Sehnsucht wart ich auf die Tage,
in der die Sonne kräftig strahlt,
so schön hab ich´s mir ausgemalt.

Ich träumte mit geschlossenen Augen,
doch leider auch im falschen Glauben,
dass die Liebste – das nicht sieht.
Immer ist´s das gleiche Lied.

Sie spricht zu mir – gefährlich leise:
„Grinst du so – auf diese Weise,
heckst du ganz gewiss was aus.
Wer weiß, welch Furz – durchs Hirn, dir braust.

Das Frühjahr kommt – nun sei bereit.
Zum Renovieren ist es Zeit.
Mach dich auf – und schöpfe Mut,
selbst du bist noch für etwas gut.

Ich weiß zwar leider nicht für was.
Ist dir das Handwerk auch verhasst,
Zum Räumen reicht es allemal,
und maulst du jetzt – ist´s mir egal.“

Dann kippte sie – nein, welch ein Aas,
den Sessel – wo ich friedlich saß,
nach hinten, dass die Börse fällt,
so kam sie zackig – an mein Geld.

Ist Stammgast nun im Baumarkt wieder,
schleppt, was sie gerade braucht hier rüber,
und hat schon wieder – das tut weh,
zur Renovierung – manch Idee.

Hier ein Port – und dort ne Mauer,
nichts im Leben ist von Dauer.
Was letztes Jahr grad renoviert,
wird jetzt schon wieder demontiert.

Ganz spontan hab ich´s gewagt,
und die Frau vom Bau gefragt,
ob auch mein Keller, nebenbei,
dies Jahr mal an der Reihe sei.

Statt Strohsack ein paar weiche Kissen,
das schont mich selbst – und ihr Gewissen.
Statt Kerzenschein – elektrisch Strom.
Ein bisschen Hoffnung – hatt ich schon…

Da schaute sie – mit diesem Blick,
mit dem sie mich im Keim erstickt.
Und Ich wusste es sogleich:
Auch dieses Jahr – wird sie nicht weich. 08.04.2013
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Bücherwurm


Wenn ich ein Dasein wählen müsste,
als das, was mir gegeben ist,
ist es so - dass ich's schon wüsste,
ein Leben - mit ein wenig "Biss".

Als Bücherwurm zu existieren,
das gefiel mir - wäre was,
den Reiz geschriebenen Wortes spüren,
ganz aus der Nähe - macht mir Spaß.

Ich mampfte mich durch Weltgeschichte,
durch Triviales und Humor,
durch Romane - und Gedichte,
und käme mir - belesen vor.

Durch feinstes Buch mit Goldschnitt-Seiten,
durch Lederrücken und durch Stoff,
durch Werke aus vergangenen Zeiten,
durch Taschenbücher - doch nicht oft.

Fände mich in fernen Welten,
in Erdachtem - in Fiktion,
in Regen, Frost - in Hitze, Kälte,
und eingegossen - in Beton.

Schlängele mich durch Blutdurst-Werke,
vorbei am Ghoul - und am Vampir,
zeigte trotzdem wahre Stärke,
hab keine Angst – vor Mensch, vor Tier.

Schaute ganz verschämt zu Boden,
wenn sich in Büchern jemand küsst,
oder durch die Betten toben.
Bin gut erzogen - dass Ihr's wisst.

Mit Jules Verne würd ich verreisen,
zum Mond - und dann auch gleich zurück,
am Mittelpunkt der Erde speisen,
ein Bücherwurm - das größte Glück.

Dort wo ich keine Bücher finde,
dort fühle ich mich nicht Daheim,
der Trend zum Zweitbuch - Kinder, Kinder,
der soll es ja - inzwischen sein.

Regale, voll - statt nackten Wänden,
da fühl ich mich - auf Anhieb wohl,
Papier, bedruckt - in meinen Händen,
das nage ich nach innen hohl.

Ich würde mampfen - ohne Gnade,
ohne Rücksicht auf Verlust,
was zu verpassen - wär zu schade.
Buch für Buch - die wahre Lust.

Und kann ich doch kein Buch-Wurm werden,
dann wär ich gern - statt Poesie,
ohne Rücksicht auf Beschwerden,
eine schöne Melodie.               07.04.2013
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Die und den


Die Liebste macht's sich sehr bequem,
verwechselt ständig "die" und "den",
wobei sie das - das ist nicht gut,
dazu auch noch - mit Vorsatz tut.

Sie spricht zu mir: "Ich muss kurz fort.
Passt du nicht auf - so droht dir Mord.
Pass mir auf, die eine Stund,
auf unser Tier - na, auf DEN Hund."

Ja, weiß sie es denn wirklich nicht,
dass unsere Hündin - weiblich ist?
Und daher heißt das - klare Sicht:
"Pass auf DIE Hund auf" - hör auf mich.

Wie gut, dass ich - und das macht Sinn,
der deutschen Sprache mächtig bin,
Genitiv, Akkusativ,
die sitzen in mir - fest und tief.

Jedoch verstehe ich dann nicht,
weshalb jüngst mein Kollege spricht,
die Sprache - der Familie Wimmer,
verstehe er - mit keinem Schimmer.

Die Wörter - die total verdrehten,
finde er - das macht betreten,
in keinem Duden, den er kennt,
diese Worte - seien ihm fremd.

Das sei schlimmer - als man denkt,
hier ein "ung" kurz angehängt,
dort die Hälfte weggelassen,
trotzdem verstanden - kaum zu fassen.

Aus "Waschmaschine" wird ein Kürzel,
da setze er sich auf den Bürzel,
wenn das dann noch Japanisch klingt,
und dennoch per Verstand gelingt.

Wo man das wohl lernen könne.
Na, wenn ich ihm die "Schule" nenne,
dann hält er mich für voll verrückt,
doch ich bin's gern - na klar, zum Glück.

Das Wörter-durch-den-Hackwolf treiben,
lernt man bei uns - kann's nicht beschreiben,
und verstehen schon dreimal nicht,
ein bisschen blöd sein - ist schon Pflicht.

Drum brecht - das ist ein guter Rat,
Kontakt schnell ab - noch heut am Tag.
Morgen ist's vielleicht zu spät,
das ist es - was der Fachmann rät.

Jetzt führe ich - gewandt wie nie,
die Hund hinaus - ist's auch noch früh.
Der und die und den und des,
die deutsche Sprache ist ein Fest. 06.04.2013
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Pure Ignoranz


Ich saß im Sessel - schaute still,
dem Regen zu - weil ich das will.
Frau Hund derweil im Körbchen lag,
Ganz still begann der neue Tag.

Frau Hund klappt ihre Pfoten ein,
den Hals verdreht - und hoch das Bein,
und mir ward's schon beim Zuschauen schlecht,
ist auch egal - wenn sie das möcht.

Da rief die Liebste aus dem Bad:
"Sag's mein Herzblatt - sag's mir grad.
Bist du derzeit - nebenan?
Ich frag - weil ich nichts hören kann.

Stille herrscht - sag an, warum?
Ganz selten bist du sonst mal stumm.
Oder reimst du etwa wieder?
Wirst du denn nie der Worte müde?"

Da beschloss ich, mich zu rühren,
sie sollte meine Stimmung spüren,
und sang ihr lauthals etwas vor,
worauf ich - Frau und Freund verlor.

Frau Hund sah mich - und das spontan,
mit völligem Entsetzen an,
stand auf - verzog sich untern Tisch,
ich nehme an - der Grund war ich.

Zog sich die Pfoten an die Ohren,
ihr Blick - er schien mir trüb, verloren,
den Schwanz, den hielt sie eingeklemmt.
Fehlt mir wirklich - das Talent?

Die Ohren zucken wilden Tanz,
das ist pure Ignoranz.
Und die Liebste - nebenan,
schnappt laut nach Luft - "Mein lieber Mann".

Dann hält sie sich am Becken fest,
und ruft verstört: "Wenn du's nicht lässt,
geht mein Frühstück - armer Tropf,
mit jetzt gleich - durch meinen Kopf.

Ich habe es sofort gespürt,
wie mein Magen rebelliert.
Schreiben - ja, das geht - vielleicht.
Doch Singen??? - Meine Knie sind weich."

Ds stellte ich das Trällern ein,
bin ignoriert - bei uns daheim.
Der Prophet - das ist bekannt,
gilt halt nichts - im eigenen Land.

Singe, wem Gesang gegeben,
das gilt wohl nicht - in meinem Leben.
Drum bleib ich still - Ihr wisst warum,
ich nehm es meiner Frau nicht krumm. 06.04.2013
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God is in the internet


Gleich und gleich - ob nah, ob ferne,
heißt es doch, gesellt sich gerne.
Und wenn das auch für Facebook spricht,
dann meine ich - warum denn nicht?!

Nette Menschen, nette Worte,
erlebe ich nun von der Sorte,
von der ich gerne sagen mag:
Mancher Spruch - verschönt den Tag

Die meisten Menschen auf der Liste,
vom Süden - bis nach Nord, zur Küste,
kenne ich nun auch schon länger,
manche flüchtig - manche enger.

Ob man dort wirklich Freunde findet,
oder sich nur ganz kurz bindet,
das sei nun mal dahingestellt,
das Netz ist eine eigene Welt.

Doch die wirklich guten Freunde,
wissen - wen ich hier nun meine.
Sind mit mir komplett gepackt,
vom Spaß am Schreiben - dem Kontakt.

Vom dummen Zeug ad hoc verbreiten,
von manchmal auch sogar Gescheitem,
vom Lesen, Schreiben - herzlich lachen,
und manchmal gar zum Affen machen.

Manches bleibt nur oberflächlich,
vieles auch sehr nebensächlich,
und eines ist sehr klar - zuletzt,
dass dies Reales nie ersetzt:

Sich unterhalten - und verstehen,
beim Gespräch das Lächeln sehen,
oder auch den schiefen Blick,
wenn Du meinst, ich sei verrückt.

Sich gegenseitig herzlich packen,
notfalls auch den Schlag im Nacken,
zusammen, träumen, schweigen, spinnen,
und einen klaren Blick gewinnen.

Zusammen in Musik ertrinken,
gemeinsam im Gespräch versinken,
gemeinsam lesen - ruhig, erpicht,
dass Ruhe herrscht - und niemand spricht.

Wenn Facebooks Plattform das gelingt,
wenn es die Menschen näher bringt,
die sich gleichen - irgendwo,
macht das doch letztendlich froh.

Mark Gillespie schrieb einst den Song:
von Gott im Internet - so long,
und wenn das auch nicht wirklich stimmt
ist mancher Mensch hier - ein Gewinn. 05.04.2013
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Größenwahn


Was habt Ihr mir da angetan?
Zu viel Lob birgt Größenwahn.
Denn als ich durch die Wohnung flog,
bemerkt ich, dass der Schein nur trog.

Am linken Fuß leicht angebunden,
zog ich einsam meine Runden,
flog durchs Zimmer - durch den Flur,
durchs Bad - und um die große Uhr.

Das Seil - es dient der Sicherheit,
denn heb ich ab - zu hoch, zu weit,
steige ich - nicht sehr viel später,
in den Himmel - in den Äther.

Doch da ich Angst vor Höhen habe,
und mich mit dem Gedanken trage,
dass Luft ja keine Balken hat,
sichere ich mich gerne ab.

Als ich so flog - und himmlisch träumte,
vor Übermut und Spaß fast schäumte,
merkte ich - verwundert schier,
wie ich an Höhe just verlier.

Ich schaut nach unten - und ich sah,
die Liebste - denn sie zog mich ja,
hinab - und wies nur stumm zur Türe,
zum dunklen Keller - wo ich frier.

Ich schaute ihr ins Aug hinein,
wie kann sie nur so herzlos sein,
doch sprach ihr Mund kein einzig Wort,
nur ihr Blick sagt - "Heb dich fort".

Er sprach: "Ich habe einen Plan.
Gegen steten Größenwahn,
hilft die Nacht im feuchten Stroh,
im dunklen Keller - jetzt sei froh.

Ich hätte auch ganz anders können.
Soll ich es beim Namen nennen?
Das Sicherungsseil ganz schnell gekappt,
dann ist´s geschehen - dann hebst du ab.

Dann wird auf weicher Wolke 7,
zwar auch noch mancher Reim geschrieben,
so lang der Akku reichen muss,
und danach - ist endlich Schluss."

Ich habe jedes Wort geglaubt,
sprach sie´s auch nicht wirklich laut.
Dann schlich ich - mit gesenktem Blick,
in meinen Keller still zurück.

Und für Euch bleibt nun als Pflicht:
Bitte, bitte - lobt mich nicht!
Ihr seht ja was Ihr so erreicht.
Ja, ja, versteh - für Euch ist´s leicht. 05.04.2013
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Tag für Tag


Tag für Tag - ein neuer Reim,
dies Los, es kann so schwierig sein.
Ich weiß nicht, ob ich das verdiene.
Bin schließlich Mensch - und nicht Maschine.

Und jetzt dazu die neue Hürde,
welch eine verflixte Bürde,
denn man fragt mich - welch Tortur,
nach einem Buch - samt Signatur.

Das gibt es nicht - das wird´s nicht geben,
zwar ist es reizvoll, dies Bestreben,
doch gibt es dafür keinen Markt.
Aus und Basta - Schall und Quark.

(Seht Ihr wohl - das ist Verdruss,
dass ich gar überlegen muss.
Ich wollte schreiben - "Schall und Rauch",
doch "Magerquark" - tut´s scheinbar auch).

Dazu kommt jetzt - noch der Vergleich,
mit einem Großen - Ihr seid weich,
da ganz oben - in der Birne,
da läuft´s nicht rund - packt Euch die Stirne.

Ich weiß, ich bin´s ja selber schuld,
hab zum Warten kaum Geduld,
und schreibe daher - fällt´s auch schwer,
im Dauerfeuer - wie´n Gewehr.

Was mir einfällt - das muss raus,
wo ich auch bin - sogar Zuhaus,
weil ich Angst hab - nachts, bei Tage,
dass ich´s vergess - das ist ne Plage.

Die Liebste schaut entsetzt und spricht:
"Mein Lieber - unterstehe dich.
Sprichst du einst mit mir im Reim,
wird´s dein letzter Ausspruch sein.

Ich mag schon gar nicht - musst´s verstehen,
mehr in meine Fächer sehen.
In den Account im Internet.
Der bläht sich auf - wird dick und fett.

Und wenn er eines Tages platzt,
bist du es schuld - meiner lieber Schatz.
Dann fliegen Worte - tausendfach,
mir um die Ohren - weh und ach.

Dann find ich sie in allen Ritzen,
zwischen Polstern - zwischen Sitzen.
Überm, oberm, unterm Schrank,
schon der Gedanke - macht mich krank."

Und deshalb - weil ich folgsam bin,
befrei ich mich mit schwerem Sinn,
vom Reimen und der Last - bin klug,
macht´s selbst - der Worte gibt´s genug.  04.04.2013
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Guten Morgen


Ich wünsche einen guten Morgen,
und einen ebensolchen Tag,
dass alles klappt - ganz ohne Sorgen,
jeder, wie er´s will und mag.

Ohne Stress und Zornesfalten,
ohne zu viel dumm Verzäll.
Muße, auch mal abzuschalten,
mancher Tag - ist furchtbar schnell.

Hin und wieder lächeln können,
sogar lachen - auch mal laut.
Bitte nicht am Schreibtisch pennen,
der Chef ist näher - als man glaubt.

Vielleicht sogar ein wenig Sonne,
ohne Ostwind - das wär schön,
das wär für´n Akku - eine Wonne,
zum Laden vor die Haustür gehen.

Wer Urlaub hat - der soll lang schlafen,
wer weg muss - mit viel Vorsicht fahr´n.,
Achten auf die Paragraphen,
links und rechts der Autobahn.

Wen´s Mittag hungert - auch gut essen,
mit einem großen Schlabberlatz.
Doch den kann man - bei mir vergessen,
zwar groß genug - doch für die Katz.

Ihr sollt aus meinem Dunstkreis bleiben,
sonst seht Ihr aus - wie eine Sau,
ich kann nur warnen, es beschreiben,
wer mich kennt - weiß das genau.

Schon morgens auf den Abend freuen,
auf Ruhe und Genuss Zuhaus,
jeden Tag - und stets aufs Neue,
dann ist´s perfekt - so sieht das aus.

Sich nicht verrückt und kirre machen,
und wird´s zu viel - die Türe zu,
über eigene Dummheit lachen,
dann verfliegt das - fast im Nu.

Zwischendurch an Schönes denken,
und auch mal träumen - das macht Sinn,
sich selbst mal 5 Minuten schenken,
ganz kurz nur - es wird zum Gewinn.

An zu viel Missmut - nicht verzweifeln,
nichts, das sich nicht regeln lässt,
in Ruhe schauen - und begreifen,
so wird fast jeder Tag zum Fest.

Jetzt an die Arbeit - keine Gnade,
es ist noch früh - der Tag beginnt.
Schimpft der Boss - so wär das schade,
und der neue Tag - dahin.  03.04.2013
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7 Leben


Ich mache mit Euch jede Wette:
Wenn ich 7 Leben hätte,
wüsste ich schon jetzt - im Nu,
was ich mit jedem einzelnen tu.

Für die Liebste gäb es eines,
für die Familie - kein sehr kleines,
dazu noch eines für Frau Hund,
das tue ich mal einfach kund.

Eins zum Lieben, eins zum Lachen,
eins zum ständig Unsinn machen,
eins zur Arbeit - für die Pflicht,
und eins fürs Reimen - und Gedicht.

Eins für'n Fußball - für Musik,
eins zum Reisen - für den Blick,
auf Schönes - sei es nah, sei's weit,
eins für immer reichlich Zeit.

Das sind schon 10? - Verzählt, jetzt gerade?
Das mag wohl sein - doch ist's nicht schade,
weil ich ja doch - nur eins besitze,
egal, ob ich beim Zählen schwitze.

Und wenn ich - nehmt es einfach hin,
schon jetzt on Top der 7 bin,
kann ich auch ruhig weiter träumen,
mag es Euch auch nutzlos scheinen:

Eins zum Quatschen, eins zum Schwafeln,
eins zum lecker reichlich tafeln,
eins zum Lesen, eins fürs Glück,
und eines noch für Livemusik.

Eines für mein Cabrio,
für Sonne, Meer gleich sowieso,
eines für den Spaß am Spaß,
für Optimismus - volles Glas.

Eines fürs Mit-Freunden-treffen,
eines - bloß jetzt nicht vergessen,
für die Liebe zum FC,
für den Bock - das ist ok.

Um Eis zu schlemmen, bräucht ich eines,
doch reicht dazu - ein eher kleines,
ein großes brauche ich hingegen,
um mich auch faul mal hinzulegen.

Eins dazu - ich sag's mal neckisch,
gleich dem bekannten Tischlein-deck-dich,
damit ich immer Nachschub habe,
andernfalls wär es doch schade.

Doch ist das alles Träumerei,
ich fühle mich auch so - wie neu.
Das liegt wohl dran - das macht wohl Sinn,
dass ich rundum sehr glücklich bin.   02.04.2013
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Gefrierbrand


Ich friere ihn mir ab - den Po,
doch Sonne lockt das Cabrio,
und da es heute sonnig ist,
fahre ich - hab's lang vermisst.

Die Liebste - nun, sie sorgt sich wohl,
macht mir nen Longdrink - aus Glykol,
auf dass die Kälte mich verschont,
mal schauen, ob der Drink sich lohnt.

Ich ziehe die Pantoffeln an.
Ob ich wohl damit fahren kann?
Ich meine die, aus dickstem Fell,
denn an den Füßen frier ich schnell.

Um den Hals ein dicker Schal,
der Rest des Körpers ist egal,
denn dort hat's - klingt's auch nicht nett,
überall genügend Fett.

Die Heizung hoch - auf volle Last,
auf volle Pulle - ja, das passt,
und frieren mir die Ohren ab,
weiß ich - dass ich Ruhe hab.

Die Flasche mit dem netten Titel:
"Sonderpreis für Frostschutzmittel",
nehm ich mir - und reib mich ein,
ein bisschen Schutz - der soll's schon sein.

Ob mein Drink wohl giftig ist?
Ich habe wohl ein wenig Schiss.
Doch die Liebste lacht und spricht:
"Einmal ist keinmal - sorg dich nicht.

Du sollst nicht mit dem Schicksal hadern,
das Blut es friert nicht in den Adern.
Drum macht jetzt keinen Aufstand - trink!
Auf dass dir der Gefrierbrand sinkt.

Ich meine wohl - das Risiko,
denn friert es dich am schmalen Po,
jammerst du dann tagelang,
weil der Herr nicht sitzen kann.

Friert was ab - an anderer Stelle,
ist das nicht schlimm - auf alle Fälle,
ist dein Geist genug geschützt..."
(Ob das wirklich etwas nützt?).

Nun fließt Glykol in meinen Venen,
ich spür, wie sich Gefäße dehnen,
und irgendwie - wird mir so heiß.
Das ist des Frischluftfahrens Preis.

Wahrscheinlich hätte es doch Klasse,
wenn ich das Dach geschlossen lasse.
Außerdem friert dann nichts fort.
Ich bleib komplett - so habt mein Wort.  01.04.2013
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Veränderung


Meine Frau - dies holde Wesen,
rief mich heut Morgen - früh zu ihr:
"Stell's ruhig fort - das Blech, den Besen,
dieser Tag - gehört nur dir.

Auch der letzte soll erkennen,
dass ich dir gut gewogen bin.
Vorbei das Hasten, Plagen, Rennen,
dein Leben hat jetzt einen Sinn.

Vorbei der Keller, deine Mühen,
vorbei, dass ich dich drangsalier,
ab heut und jetzt sollst du erblühen,
da ich nun meine Fehler spür.

Nicht immer nur das Putzen, Fegen,
nicht immer nur der bloße Müll,
Zeit für dich, dich hinzulegen,
dank mir nicht - sei froh, bleib still.

Dein Rücken schmerzt? Komm zur Massage,
ich weiß jetzt, was nicht rechtens war:
Die Verbannung zur Etage,
im dunklen Keller - ist schon klar.

Stell ihn fort - den Wassereimer,
du musst nicht putzen - nimmermehr,
komm in meine Arme, Kleiner,
dich zu trösten - mein Begehr.

Du musst nicht mehr das Unkraut jäten,
nicht im Hof - und nicht ums Haus,
und solltest du dich mal verspäten,
schimpfe ich dich nicht mehr aus.

Dein Blechnapf - er wird nun verschrottet,
ab heute gibt es Porzellan,
dein alter Strohsack eingemottet,
Unrecht hab ich dir getan.

Du darfst ab nun zum Fußball gehen,
wann immer du das willst - und magst.
Versuche bitte zu verstehen,
ich bereue, dass du klagst.

Dein Leben sollst du jetzt genießen,
doch was ich grad noch sagen will:
Wird es dich auch arg verdrießen:
April, April, April, April.

Glaub nur nicht, ich lockere Zügel,
glaub nur nicht, dass ich bereu,
jetzt häng dein Wams auf einen Bügel,
und dann begib dich - auf dein Streu."

Es wär ja auch zu schön gewesen,
doch die Entscheidung liegt bei Euch:
Glaubt Ihr, was Ihr jetzt gelesen?
War's der April? - Es ist nicht leicht. 01.04.2013
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Zeit


Mittendrin - zur halben Nacht,
ganz, ganz früh am Ostertage,
hab ich mich auf den Weg gemacht,
dass alles seine Ordnung habe.

Die Augen noch verklebt, geschlossen,
stellt ich mich vor die Uhren hin,
unsicher und leicht verdrossen,
da ich nicht auf der Höhe bin.

Was hat Frau General befohlen?
Die Zeiger vor? - Vielleicht zurück?
Nein, eine Stunde ward gestohlen.
Es fiel mir wieder ein - zum Glück.

Von 2 auf 3 - im Nu verschoben,
und selbst die große Uhr - zuletzt,
hab ich in ihrer Zeit behoben,
egal, dass sie sich widersetzt.

Alles muss ja Ordnung halten,
ich bin vielleicht - da penetrant,
alles muss auf Sommer schalten,
auch die Funkuhr an der Wand.

Wenn die Liebste gleich erwachet,
ist sie sicher stolz auf mich,
dass ich ihren Schlaf bewachet,
ich kenne ganz genau die Pflicht.

Das eine Stündchen, das gestohlen,
das bleibt sie länger nun im Bett.
Das darf sie sich jetzt wiederholen,
oh, mein Gott - wie bin ich nett.

Wenn's jetzt auch draußen Sommer wäre,
hätt das alles auch noch Sinn,
doch will ich niemand nicht belehren,
wie gut, dass ich so artig bin.

Das Osterfrühstück - aus der Küche,
lecker, viel, komplett und bunt,
kommt gleich ganz pünktlich nun zu Tische,
zur amtlich festgesetzten Stund.

Und zum Stadion - welche Gnade,
komm ich zeitig - so wie's soll.
Die Uhr auf Winter - das wär schade,
ich wär nicht da - das Stadion voll.

Jetzt darf ich - hab ich jüngst gelesen,
dank der späten Helligkeit,
den Schnee noch räumen - mittels Besen,
am Abend - Dank der Sommerzeit.

Ich wünsche nun - und schaue stündlich,
das auch der Hase - der im Nest,
die Uhr verstellt - dann ist er pünktlich,
ich wünsche Euch - ein frohes Fest.  31.03.2013
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Mutprobe


Die Liebste sprach – denn sie ist klug,
ich sei nun endlich alt genug,
dass ich den Sprung ins Leben wage,
es gebe halt verrückte Tage.

Sie meinte knapp: „Nun pass schön auf.
Ich hab dir einen Schutz gekauft.
Arm-, und Brust- und Schienbeinschoner.
Hab keine Sorge – nein, nicht die Bohne.“

Ich hatte Angst – das roch man wohl,
denn auf Frieden stets gepolt,
macht mir das, was ich nicht weiß,
Stirne, Kopf – und Windel heiß.

Ich fragte: „Liebste, sag mir an,
was mich erwartet – denn nur dann,
geh ich erhobenen Hauptes raus.
Du weißt, mein Mut gleicht einer Maus.

Sag bitte, muss ich Bungee springen?
Oh, das wird mir nicht gelingen.
Oder in die Schläger-Szene?
Hier Zuhause – wär´s bequemer.

Sie meinte nur: „Mein lieber Wimmer,
jetzt hör mir zu – denn es wird schlimmer.
Schlimmer – als du je gedacht.“
(Gnädig ward es um mich Nacht…).

Als ich erwachte – kurz darauf,
herrscht sie mich an: „Nun steh schon auf.
Mann, was bist du eine Memme.
So wie ich dich – lang schon kenne.

Ich schick dich in den Supermarkt,
dort ist´s heut Hölle – sei jetzt stark.
Denn jeder kauft und jeder schiebt,
als ob es morgen – nichts mehr gibt.

Beim Wählen, Nehmen und beim Packen,
spürst du die Wagen in den Hacken.
Und drängele dich nur ja nicht vor,
Wer das nicht achtet – der verlor.

Fällst du hin – so bleib nicht liegen,
um Gottes Willen – denn bestiegen,
wirst du – nein, da hilft kein Beten,
von Stilettos – flachen Tretern.

Wir vergleichen jetzt die Uhren,
ich verfolge deine Spuren,
und bist du nicht um 2 zurück,
zieh ich dich aus dem Sumpf – viel Glück!“

Mein Herz, es klopft – bin wie ein Kind,
die Liebste, sie vertraut mir blind.
Oh nein, oh nein – enttäusch sie nicht.
Was sie mir sagt – ist mehr als Pflicht. 30.03.2013
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Karfreitagsruhe


Seht Euch vor – heut bloß nicht feiern,
Karfreitag ist´s – ein stiller Tag,
von NRW – bis hin nach Bayern,
egal, ob man das will – und mag.

Mir ist´s egal – freu mich der Ruhe,
und lehn mich einfach still zurück,
Pantoffeln an – statt festen Schuhen,
mal still zu sein – auch das heißt Glück.

Dem Schnee beim Treiben zuzuschauen,
jetzt gerade heute – Ende März,
kann uns zwar nicht so ganz erbauen,
doch ist es wohl gemeint – als Scherz.

Selbst die Liebste schimpft nur leise,
liegt am Karfreitag – ganz bestimmt,
denn sie klingt kein bisschen heiser,
das freut mich sehr – ganz wie man´s nimmt.

Fußball darf ich heut nicht sehen,
und Musik – mach ich nicht laut,
das macht gar nichts – wird schon gehen,
ich fühl mich wohl in meiner Haut.

Und das Schimpfen – die Debatten,
lassen mich ganz furchtbar kalt,
der eine Tag – das wird schon klappen,
Samstag ist es ja schon bald.

Wer kein Problem hat – keine Fältchen,
wer gerne debattieren will,
der sucht sich dann halt selber welche,
so manch Debatte ist nur Müll.

Ich werde still sein – und nicht jammern,
bin ganz friedlich – heut am Tag,
sitz gewärmt in unserer Kammer,
jeder so – wie er´s gern mag.

Da fällt mir ein – mit siedend Hitze,
dass ich bestimmt nicht reimen darf?
Bitte macht jetzt keine Witze,
diese Schranke – wär zu scharf.

Ich darf Euch heute nun nicht nerven?
Oh, mein Gott – das fällt mir schwer.
Nicht mit Wort um Wort bewerfen?
Und werd bestraft – wenn ich Euch stör?

Ja gut, ich bin des Wahnsinns Beute,
das weiß ich – daher bin ich klug.
Das ist der letzte Reim – für heute,
denn Zeit, ab morgen – hat´s genug.

Genießt nun die Karfreitagsruhe,
und lest halt einfach nicht – was kommt,
stopft es in die große Truhe,
in den Papierkorb – schnell und prompt. 29.03.2013
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Vorschau auf Ostersonntag


Ich wünsch ein schönes Osterfest,
ein wenig in des Hasen´s Nest,
einfach eine Kleinigkeit,
zum Beginn der Frühlingszeit.

Wenn ich mir etwas wünschen darf,
überleg ich kurz und scharf,
und weiß dann - oh, mein Herz, es lacht,
was mich zu Ostern glücklich macht.

3 Punkte - kämen recht, zur Feier,
gegen Regensburg - aus Bayern,
Sonntagmittag - grad zum Feste,
folg ich dem Drang - und meiner Queste.

Weiß ich doch - und das macht Sinn,
dass ich dort gut geborgen bin,
im Kreis der Freunde und Kollegen,
bei meinem Geißbock - welch ein Segen.

Derweil dürft Ihr das Süße schmausen,
und ich - ich lehn mich in der Pause,
froh und ganz entspannt zurück,
hoffentlich... - das wär mein Glück.

Ostern - Fest der Auferstehung,
wie finde ich im Reim die Drehung,
hin jetzt zur Besinnlichkeit?
Das mit dem Bock - das tut mir leid.

Wobei - ich soll ja wohl nicht lügen,
vielleicht klappt´s ja mit reichlich Üben,
dass man nicht sofort erkennt,
woran mein Herz - so leicht entbrennt.

Der Hase hat´s nicht übertrieben,
und brachte mir - für meine Lieben,
ein bisschen was - das sie erfreut,
so hoffte er zumindest - heut.

Dazu ein buntes Ei verstecken,
am Ostermorgen soll es schmecken,
doch erst kommt der Karfreitag nun,
da heißt es - Stille, Frieden, Ruhen.

Vier Tage frei - nicht zu verachten,
nur das mit Ostern - und dem Garten,
das verschieben wir - klammheimlich.
Im Hof zu frieren - das wär peinlich.

Mit der Familie - Ostern feiern,
und dann - wie schon erwähnt - ein Dreier,
das wär für mich die Freude pur,
für die Seele eine Kur.

Lasst mich nun den Rat noch geben:
Genießt das Fest - habt Spaß am Leben.
Und findet Ihr ein Ei nicht wieder,
vergammelt es... - drum sucht es lieber.   28.03.2013
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Strafgesetzbuch


Wie gut, dass ich so standhaft bleibe,
wie gut, dass ich´s nie übertreibe,
wie gut, dass ich auch dann und wann,
mal klipp und klar verneinen kann.

Denn gestern Abend - böser Fluch,
hat doch jemand glatt versucht,
mich zu einem Mord zu drängen,
schob mich ständig in die Enge.

Mein Hinweis - dass ich sitzen muss,
ignorierte man bewusst,
und das StG - und B,
ignorierte man per se.

Ich sollte nicht so kleinlich sein,
denn im Knast - und das sei fein,
ging ich wohl - als steter Necker,
per Reim - gar niemand auf den Wecker.

Paragraphen - nur Papier,
nicht interessant - nur schales Bier,
ich sollte übern Schatten springen,
mit Seil, Pistole oder Klinge.

Erwürgen, Schießen und Erstechen,
ganz eiskalt - mit einem Lächeln.
Oder einfach nur Erschrecken,
man werde mich - bestimmt nicht decken.

Einfach aus dem Fenster stoßen,
Rücksicht sei nur Quatsch mit Soßen.
Ein Moment - schon sei´s geschehen.
Sie zählte rückwärts - so ab 10.

Doch blieb ich eisern - keine Frage,
ich liebe doch die "freien" Tage,
ohne Ketten, ohne Zelle,
die frische Luft - und auch das Helle.

Doch wieder, wieder setzt sie an,
selbst meine Liebste gab sich dran,
und legt die Finger - spät die Stunde,
ebenso mit in die Wunde.

Bis mir halt der Kragen platzt,
hört Ihr beiden - auch mein Schatz:
Ich hab Euch nunmehr angezeigt,
ich war das Drängen - einfach leid.

212 - der Paragraph,
dazu ff - der Euch nun traf.
Das geht nicht, dass Ihr mich vergiftet,
und zu solcher Untat stiftet.

Ach so, nur kurz - die Info noch,
wen´s treffen sollte - Blut, es kocht:
Der Mordanschlag - der Griff ins Volle,
es galt dem Schnee - im März: Frau Holle.  27.03.2013
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Hallerhof


Ein feiner Brunch - am Spargelfeld,
im Hallerhof - im feinen Zelt,
oder auch direkt im Haus,
da schmeckt´s perfekt - so sieht das aus.

Der Frühling kommt - und der Genuss,
das Essen dort - es ist ein Muss,
egal ob Spargel, Steak, ob Gans,
für den Gaumen ist´s ein Tanz.

Gemütlichkeit - und Kochtalente,
rundum stimmig das Ambiente,
und auch Bedienung ist 1a,
nur fürs Gewicht... - dort birgt´s Gefahr.

Schlemmen ist der Feind der Waage,
doch ich liebe diese Tage,
an denen mir das Speisen winkt,
in dem man furchtbar gern versinkt.

Ziegenkäse, Blattsalat,
Fisch und Steak - so himmlisch zart,
und hinterher - tut´s auch fast weh,
die wunderbare - Crème Brûlée.

Frische Erdbeeren - und mit Sahne.
Mein Gewicht? - Ich will´s kaum ahnen.
Wenn es halt so himmlisch schmeckt,
drück ich den Mann im Öhrchen weg.

Danach in meinen Stuhl versinken,
zum Abschluss Cappuccino trinken,
in dem Wissen - schwer die Glieder:
Nicht mehr lang - dann komm ich wieder.

Bring gern auch die Familie mit,
Bekannte, Freunde - Schritt für Schritt.
Erzählung zieht zwar allemal,
doch besser zieht´s - im Original.

Ob Frühling, Sommer, Herbst, ob Winter,
schmeckt´s fühl ich mich wie die Kinder,
zufrieden - weil es mir gefällt,
mit mir, den Speisen - und der Welt,

Gutes Essen - bestes Schlemmen,
hält Leib und Seele - man wird´s kennen:
Gut zusammen - und auf Trab,
wie gut, dass ich die Auswahl hab.

Die Speisekarte - runter, rauf,
und ich nehme gern in Kauf,
dass ich danach fast bersten muss,
denn vorher - hab ich´s schon gewusst.

Ans ganze Team ein Dankeschön,
Familie Peters - Euch zu sehen,
macht jeden Tag komplett perfekt,
weil es einfach passt - und schmeckt.  26.03.2013
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Shirt


Die Liebste kauft ein Knaben-Shirt,
für Frau Hund - was mich kaum stört,
denn ich weiß, dass es was nutzt,
nach der OP - als Heilungsschutz.

Um sich warm hineinzukuscheln,
und als Ausgang - für den Puschel,
da fungiert der Halsausschnitt...
was es so nicht alles gibt.

Was mir jedoch nun Sorge macht,
ist der Ausspruch - der gebracht,
auf Facebook, als die Liebste schrieb,
dass sie erneut Bedarf noch sieht.

Wenn ich Zuhaus bin - (schaut´s Euch an),
dann fährt sie nochmals - on the run,
und besorgt - für MICH ein Set,
(ich verkriech mich - unterm Bett).

Zum einen passt das leider nicht.
Ein Knaben-Shirt - behindert mich,
denn über meinen Wanst gezogen,
wird´s bersten - ich hab mich gewogen.

Doch was mich wirklich zittern lässt,
das ist ihr Ausspruch - stell ich fest,
dass sie den Puschel so drapiert,
dass es ihn durch den Ausschnitt führt.

Ich will ihr ja nichts unterstellen,
doch weiß ich - aus ganz sicheren Quellen,
dass das kein Mann - ja, felsenfest,
so einfach mit sich machen lässt.

Frau Hund mag sich da nicht beschweren,
doch mich wird niemand nicht bekehren,
und wenn sie noch so süßlich spricht,
nein - ich tu es sicher nicht!

Mag sie auch noch so Süßholz raspeln,
sie wird sich fix dabei verhaspeln,
denn bei mir - so soll es sein,
bleibt ein Nein - konkret ein Nein.

Jede Achtung - ich kann´s spüren,
würde ich ganz schnell verlieren.
Heute heißt´s jetzt: Stärke zeigen,
und endlich einmal - nicht zu schweigen...

Ich warf ihr diesen Reim zu Füßen,
verächtlich und mit besten Grüßen...
Da sah sie mich - voll Mitleid an,
ich sei ne Pfeife - ich, ihr Mann.

Denn das Set - sei sicherlich,
auch für´n Hund - und nicht für mich.
Ich hätte da - was falsch verstanden.
Ist das so...? - Oh je, welch Schande.  25.03.2013
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Mecki Messer


Hört Ihr Leute - hört die Kunde:
Gestern zu recht später Stunde,
schleift Frauchen unser armes Tier,
zu Mecki Messer - an die Tür.

Ließ sie dort - dort ganz alleine,
ein Affront, wie ich das meine:
Von Welpen hat sich's ausgeträumt,
Frau Hund - sie wurde ausgeräumt.

Doch auch Frauchen zeigt Gewissen,
nix von ruhigem Ruhekissen.
Gedanken zwangen sie zur Reue,
und das stündlich - stets aufs Neue.

Vorbei ist jetzt die erste Nacht,
Frau Hund schlief ruhiger, als gedacht.
Und auch mir - wie's sich gehört,
wurde etwas Schlaf beschert.

Doch träum ich schon - mit Weh im Magen,
von diesem komisch weichen Kragen.
Der - wie meine Liebste spricht,
sei nach Frau Hund - dann ja für mich.

Dann zeigt sie mir das Brötchenmesser,
mit falschem Grinsen - wüsst ich's besser,
würd ich sagen: "Keine Bange,
das sind Messer - von der Stange."

Nicht scharf genug - kein richtiger Schliff,
für die OP das reinste Gift.
Doch dann fährt mir der Schmerz dorthin,
wo ich sehr empfindlich bin

Kein wahrer Schmerz - doch die Gedanken,
kennen Halt nicht - und nicht Schranken,
und ich ahne sie schon schneiden,
nein, ich will nicht - will nicht leiden.

Ihr Blick, er sagt - "Stell dich nicht an.
In deinem Alter, lieber Mann,
ist das alles überflüssig,
daher - zu klagen, wäre müßig.

Frau Hund - sie wird es überleben,
und so ist nun mein Bestreben:
In einem Abwasch - alles weg.
Ein Ritsch, ein Ratsch - schon ist es weg."

So gruselig - am Sonntagmorgen.
Wer wird mir für die Ruhe sorgen,
die mir heut Morgen nunmehr fehlt?
Ich fühle mich - leicht angezählt.

Ich hoff, dass es ein Joke nur ist,
dass sie's im Lauf des Tags vergisst.
Hör ich mich morgen komisch an,
wisst Ihr - woran's liegen kann.   24.03.2013
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An einem Strang


Ich weiß, dass ich - wohl keine Frage,
zu viel auf meinen Rippen habe.
Jedoch verzichten - beim Verzehr,
fällt unsagbar, furchtbar schwer.

Doch morgen - morgen wird gefastet,
weil mich dieser Fakt belastet,
dass Frau Hund nicht speisen kann,
morgen in der Früh fängt´s an.

Frau Hund wird morgen "ausgeräumt",
und dann hat sich´s ausgeträumt,
von einer süßen Welpen-Schar,
dann geht nichts mehr - und das ist klar.

Am Morgen schon - ganz früh bei Tisch,
schaut sie - das belastet mich,
selbst, wenn ich zur Seite seh,
tun mir diese Blicke weh.

Wie kann ich es denn bitte wagen,
zu Hundeblicken nein zu sagen?
Ein wenig Wurst - für den Geschmack,
fällt am Rande immer ab.

Das bisschen, das die Frau mir gibt,
und mir in meinen Blechnapf schiebt,
das teile ich - ein Herz, ein Mund,
immer gerne - mit Frau Hund.

Heimlich - falls die Liebste schimpft,
ich sei nicht hart - ich sei ein Pimpf.
Heimlich - denn dann sieht sie´s nicht,
heimlich, heimlich - unterm Tisch.

Doch morgen - morgen herrscht nur Schweigen,
morgen muss ich Stärke zeigen,
morgen darf ich ihr nichts geben,
wie soll ich das - wohl überleben?

So steht - was mich nun hoffen lässt,
mein Entschluss schon heute fest:
Ich werde fasten - stundenlang,
und zieh mit ihr - an einem Strang.

Wenn ich nichts ess - wird sie nicht betteln,
und ich - ich kann mich nicht verzetteln,
in meinem Wahn - das ist mir lieber,
Hund und Herzblatt gegenüber.

Sorgt Ihr Euch - na, das ist schön,
jetzt schon um mein Wohlergehen?
Müsst Ihr nicht - seid ganz beruhigt,
mein Polster - und mein Vorrat siegt.

Doch spätestens dann übermorgen,
darf ich Frau Hund erneut versorgen.
Und für mich selbst - oh Schwestern, Brüder,
bleibt dann auch - ein wenig über.    22.03.2013
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Gut versteckt


Die Liebste meint, ich sei ein Kind.
Die Liebste meint, ich wäre blind.
Die Liebste meint, ich fände nichts,
wenn sie mich schickt - da irrt sie sich.

Sie verschätzt sich - ja, sie irrt,
und denkt bei sich - ich sei verwirrt.
Der Gedanke - er verletzt mich,
denn keinesfalls stimmt das - grundsätzlich.

Sie spricht mich an: "Hol mir die Gabel".
Im Geiste kenn ich schon den Tadel,
wenn ich wieder vor ihr steh,
und beichten muss - dass ich nichts seh.

Sie geht mit mir zum Schrank zurück,
und spricht: "Du hast den Tunnelblick".
Zieht mit Schwung die Lade auf,
und zeigt mir Gabeln - ach, zuhauf.

Ich sah sie nicht - das ist wohl wahr,
(vermutlich waren sie nicht da,
und die Liebste - ach, wie schön,
hat bestimmt ein Zauberer-Gen).

Sie schickt mich - draußen Schrauben holen,
und ich marschiere fast bis Polen,
denn die Schrauben - dort im Schrank,
seh ich nicht - mein Weltbild wankt.

Doch seit heut Morgen - geht´s bergauf,
denn ganz früh im Tageslauf,
trat ich vor den Kühlschrank hin,
weil ich des morgens - hungrig bin.

Mein Blick - er fiel auf frische Butter,
(die Liebste ist wie eine Mutter,
denkt an mich - und mein Begehr,
bin glücklich - ja, was will ich mehr?).

Nahm mir das Päckchen - und ich schmierte,
mir zwei Brote - und ich spürte:
Ich muss was ganz besonderes sein,
ich bin der Liebsten Sonnenschein.

Doch kaum im Auto - kam der Rüffel:
Ich sei ein Hornochs - und ein Büffel:
"Wenn es was zu essen gibt,
dann ist der Herr hellwach - das zieht.

Ich brauch die Butter - Schlag im Nacken,
nachher zum Kochen - und zum Backen.
Ich platzierte sie weit fort,
im Kühlschrank - und träum jetzt: von Mord."

Ja, das sind spezielle Gene,
auch wenn ich mich nun deren schäme:
Leckere Speisen - find ich stetig:
Ich und Hunger? - Nein, das geht nicht. 20.03.2013
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Schnellkochtopf

Ich glaube fast, mein Hamster jodelt,
man schreibt mir, dass man glaubt, es brodelt,
wie in einem Schnellkochtopf,
in meinem alten, grauen Kopf.

Denn wenn es ganz anders wäre,
könne Frau sich nicht erklären,
warum ich ständig schreiben muss,
mal ganz albern - auch mal Stuss.

Jedoch, die Liebste - spricht mit Klarheit,
Elisabeth - sie spricht die Wahrheit,
wenn sie schreibt - es sei ein Spiel,
für meinen Kopf - und das Ventil.

Ich müsse ständig Reize sammeln,
und diese würden letztlich gammeln,
wenn man keine Freiheit schenkt,
drum sei das Reimen - ein Geschenk.

Denn was gammelt - das wird modern,
und dann müffeln - stimmt doch, oder?
Daher ist die Liebste froh,
wenn ich viel schreibe - ist halt so.

Sei's von Frau Holle - oder Böcken,
von Hamsterrädern und von Röcken,
von Konzerten - von Musik,
vom Frühling, Siegen und vom Glück.

Vom Kampf mit meiner Frau - vom Keller,
von - leider - viel zu viel im Teller,
von Reisen, Freundschaft, Sonne pur,
von Lebensfreude - um die Uhr.

Von Albernheit - trotz grauen Haaren,
vom Cabrio, zum offen fahren,
von der Arbeit - nicht nur Pflicht,
denn meinen Job, den liebe ich.

Von Liebe - und geliebten Menschen,
von unsichtbaren feinen Bändchen,
vom Spaziergang mit Frau Hund,
frische Luft - sie hält gesund.

Vom Urlaub - und von kurzen Flügen,
vom Weit-entfernt-am-Strand-mal-liegen,
vom Norden, Süden und vom Sand,
vom Menschen-halten-die-man-fand.

Das Ventil, es öffnet sich,
ständig - und das ist auch Pflicht,
weil Überdruck nicht gut sein kann,
sonst platzt das Köpfchen - irgendwann.

Was wollte ich jetzt wirklich schreiben?
Ich kann das ja nicht wirklich leiden,
wenn ich reime - quer gedacht,
und der PC - was anderes macht. 19.03.2013
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Spülmaschine

Ob ich das denn wohl verdiene?
Denn die alte Spülmaschine,
die meine Frau versilbern will,
die bin ja ICH - weg, auf den Müll.

Fähig für den Unterbau?
Na ja, das stimmt - nicht ganz genau,
denn ist die Höhe denkbar knapp,
mühe ich mich furchtbar ab.

Sitze krampfhaft im Gehäuse,
ohne Motor - spüle leise,
mit etwas Pril - und von der Hand,
halte der Entwicklung stand.

Funktioniere - ohne Frage,
und bin sogar auch in der Lage,
abzuschätzen - akkurat,
Zustand und Verschmutzungsgrad.

Brauch kein Salze - und quietsche nicht,
das Geschirr wird sauber, frisch,
und die Trocknung - meine These,
benötigt nicht mal ein Gebläse.

Das Glas wird sauber - ohne Streifen,
ich kann es ja kaum selbst begreifen,
dass ich perfekt im Spülgang bin,
glaubt´s mir ruhig - und nehmt´s so hin.

Die Abdeckplatte ist noch da,
ich hab noch volles, dichtes Haar,
warum die Liebste das so schreibt,
versteh ich nicht - es tut mir leid.

Nur, dass sie mich entsorgen möcht,
begreif ich nicht - es wird mir schlecht.
Der Mohr tat seine Schuldigkeit,
alles hat halt seine Zeit.

Ich bin mir keiner Schuld bewusst,
doch wenn ich trotzdem weichen muss,
dann denkt daran - ich brauch nicht Strom,
doch reichlich Futter - brauch ich schon.

Vielleicht für´n Rücken auch Massage,
denn unterbaut - in der Etage,
krampft der Rückenmuskel schnell,
hab ich auch recht dickes Fell.

Sonntags hab ich bitte frei,
und etwas Urlaub - nebenbei,
wär im Grunde auch perfekt,
für die Erholung - guter Zweck.

Ich funktioniere noch auf Jahre,
wenn ich auch jetzt offenbare,
dass die Liebste - sehr viel wagt.
sie hat mich schließlich nicht gefragt.  20.03.2013
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Frühlingsanfang 2013

Bevor es jemand jäh vergisst,
dass ab heute Frühling ist,
sag ich Euch - es ist soweit.
auch wenn´s draußen - heftig schneit.

Zumindest bleibt der Schnee nicht liegen,
auf Straßen, Plätzen, Wegen, Stiegen,
Ich sag es doch - es ist soweit:
wunderschöne Frühlingszeit.

Neben Schnee noch Regenschauer,
ich liege ständig auf der Lauer,
ob ich ein wenig Sonne seh,
doch vor den Augen - fällt der Schnee.

Würde der nicht ständig tauen,
tät ich einen Schneemann bauen.
Wobei ich leider nicht recht weiß,
ob der auch so - im Frühling heißt.

Ich legte mir ein T-Shirt raus,
und verließ trotzdem das Haus,
in Hemd und Jacke - und Pullover,
Frühlingsfeeling? - Out and over.

Statt Sonne wärmt die Heizung mich,
und in der Wohnung braucht es Licht,
denn draußen herrscht die Dunkelheit,
nix freundlich helle Frühlingszeit.

Heut Abend unter Decken kriechen,
um den eigenen Mief zu riechen,
Und das Bett - die beste Tat.
wärme ich auf 30 Grad.

Ich denke fast, die Weihnachtslieder,
singen wir zu Ostern wieder.
Der fortgeräumte Winterschmuck,
wird dekoriert - dann dumm geguckt.

Stell mich auf Schlittschuhen an den Weiher,
denn wenn er zufriert - dann Mensch, Meier,
bin ich der erste - der so´n Shit,
im Frühling festes Eis betritt.

Eröffne einen Würstchenstand,
mit Glühwein - frisch, aus erster Hand,
mit Pudelmützen und mit Schal,
Frühling ist´s - hab keine Wahl.

Ich blättere im Kalender rum,
und stelle fest - in Panik, stumm,
dass der Tag - na so ein Mist,
des Frühlingsanfangs - heute ist.

Lasst Euch vom Wetter nicht verwirren,
Frau Holle scheint sich nur zu irren.
Es ist Frühling - doch den Reim,
kann ich nicht senden - sie hat Schwein. 20.03.2013
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Frauen an die Leine

Ab heute denk ich nur das Eine:
Frauen müssen an die Leine!
Denn zu viel Freiheit ist nicht gut,
fördert nur den Übermut.

Wie ich zu der Erkenntnis kam?
Ich - der ich doch lieb und zahm?
Nun - ich sah heut ein Video,
mit klaren Worten - so wie so.

Was gibt es doch für kluge Menschen,
die haben einfach nur ein Händchen,
für den Umgang - und die Zeit,
mit der holden Weiblichkeit.

Die wissen - ich weiß´ leider nicht,
wann man die klaren Worte spricht,
wann man mal zeigt - ganz geradeaus:
ICH bin hier - der Herr im Haus.

Doch das erfährt nun Änderung,
ich kann noch lernen - ich bin jung.
Und heute noch - nicht irgendwann,
fange ich nun damit an.

Lasse die Gedanken kreisen,
(werd nicht in die Hosen sch....n.
Das Risiko gut abgewogen,
hab ich - die Windel angezogen).

Trete vor die Liebste hin,
(jetzt nicht stottern - wär Gewinn).
Und erklär ihr - frank und frei,
dass ich der Chef im Ring nun sei.

Sie schaut kurz auf - und spricht: "Ja, ja!
Das ist ja schön - ist alles klar."
Dann hält sie mir den Feudel hin,
damit ich auch recht fleißig bin.

Sieht mich an: "Willst du was sagen?"
Oh, wie eng - wird mir der Kragen.
Mein Instinkt rät mir zur Flucht.
Ein Schild als Schutz - das wär ne Wucht.

Ich will mich drehen - das Herz wie Blei,
die Knie aus Gummi - und der Schrei,
der ängstlich meinem Mund entfleucht,
kommt aus der Seele - butterweich.

Was hat mich nur dazu geritten,
zu denken - ich sei hier die Mitte.
Zitternd sinke ich zu Boden,
und beginne - sie zu loben.

Da zieht sie ihre Nase kraus:
"Was riecht hier so - in meinem Haus?"
Ich ahne es - denn weich und warm,
wird´s hinter mir - Alarm! Alarm!    18.03.2013
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Handicap


Ihr neuer Wagen steht im Hof,
doch fährt er nicht - und das ist doof.
Die Liebste schaut - die Liebste weint,
nichts ist so, wie es jetzt scheint.

Es gibt ein großes Handicap,
und stimmt auch alles - A bis Z,
fährt der Yeti trotzdem nicht,
ich bringe es nun hier ans Licht.

Schaut unter die Motorhaube:
Ein Motor drin - und jede Schraube,
wartet drauf - das ist so Brauch,
dass Supersprit ihm Leben haucht.

Feine Bremsen hat der Wagen,
Sicherheit in allen Lagen,
Lenkrad, Tacho, ABS,
alles, alles as its best.

Eine Kupplung - hat er nicht,
doch ist die auch nicht wirklich Pflicht,
hat das Auto - ihr zuliebe,
Automatik im Getriebe.

Auspuff - und vom TÜV den Stempel,
na klar, versichert - par exemple:
Haftpflicht und die Kasko auch,
alles was man halt so braucht.

Eine klare Windschutzscheibe,
genug PS, voranzutreiben,
Heizung, Radio und noch mehr,
wichtiges für den Verkehr.

Ich ahne die Verwunderung,
ihr könnt's nicht wissen - seid noch jung,
sorgt Euch nicht - kein Mist gekauft,
bald nun kläre ich es auf.

Doch muss ich es ja spannend machen,
nur nicht wundern - und nicht lachen.
Es gilt, den Reim schön auszuschmücken,
damit mir auch 12 Päckchen glücken.

Ihr fragt jetzt nach dem Autoschlüssel?
Nach Einfüllstutzen für den Rüssel?
Alles da - da liegt's nicht dran,
dass sie noch nicht fahren kann.

Sitze, Spiegel - die auch außen,
alles da, um loszubrausen,
selbst vier Reifen - sind zu sehn,
und da sind wir - beim Problem.

Der Wagen hat - nur Sommerreifen.
Reicht das aus, um zu begreifen,
dass sie wartet? - Oh, gewiss,
der Winter - er hat lange Biss.  17.03.2013
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Perfektes Dinner


19 Uhr – „Perfektes Dinner“,
hungrig Staunen – das geht immer,
und ich frage mich latent:
Hätt auch ich – dafür Talent?

Essen kann ich – ohne Frage,
und bei jedem Mahl-Gelage,
bin ich vorne mit dabei,
ich esse gern – sogar für 2.

Wenn´s sein muss, lass ich mich nicht lumpen,
füll den Teller – leere Humpen,
letztere mit Apfelsaft,
statt Alkohol – ich hab die Kraft.

Ob Brot, ob Fleisch – ob Marmelade,
ich bin mir für kein Mahl zu schade,
ob Gemüse, Suppe, Fisch,
ich mag den gut gedeckten Tisch.

Ein Butterbrot – mit Butter schmieren,
Käs mit etwas Senf verzieren,
das kann ich – bin auch stets dabei,
und schaff gar ein gekochtes Ei.

Erhitze Wasser – ganz patent,
ohne dass es mir verbrennt,
und schaffe auch – perfekt wie nie,
die Portion Miracoli.

Kann mir eine Pizza backen,
mir den Becher Milchreis packen,
unfallfrei vom Kühlschrank nehmen,
hab keinen Grund – um mich zu schämen.

Doch was andere stets dort zaubern,
lässt mich in wahrer Ehrfurcht schaudern,
das schaff ich nicht – ich weiß genau,
das schafft nur – meine liebe Frau.

Der Wohlstandsbauch – den ich heut trage,
rührt von dem Fakt – wohl keine Frage,
dass die Liebste mich bekocht,
was auf den Tisch kommt – wird gemocht.

Hätt ich die Punkte – auf den Tafeln,
gäbe ich – da gibt’s kein Schwafeln,
meistenteils die glatte 10,
glaubt es mir – Ihr würdet´s sehn.

Ich mag fast alles – nicht verschnuppt,
nur Buttermilch-und-Bunne-Zupp,
ist nichts, was mich vom Hocker reißt,
und was mein Bauch willkommen heißt.

Ich denke nach – und ich erkenne:
Man kann mich als perfekt benennen,
zwar nicht beim Kochen leckerer Speisen,
doch beim Verputzen – kann´s beweisen.  17.03.2013
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Der frühe Vogel

Der frühe Vogel fängt den Wurm,
bei Hitze, Sonne - Frost und Sturm,
doch weiß ich nicht - klingt das auch toll,
was ich mit so viel Würmern soll.

Sie stehen nicht - hier kundgetan,
auf meiner Frau Ernährungsplan,
und auch für mich steht kein Bedarf,
ob gesotten, mild, ob scharf.

Brauch keine Köder - angele nicht,
und selbst nun hier - für das Gedicht,
ging´s auch ohne Würmer ab,
der frühe Vogel bringt auf Trab.

Außerdem - sind vor den Toren,
alle Würmer schockgefroren,
eisig, knackig und recht frisch,
trotzdem nichts für unseren Tisch.

Warum dann also - quer gedacht,
bin ich erneut schon aufgewacht,
am frühen Morgen - kurz nach 4?
... dass ich des Morgens Grauen spür?

Ich hätte so schön träumen können.
Kann mir jemand Gründe nennen,
weshalb mein innerer Wecker spinnt?
Ich stell ihn nicht - er weckt mich blind.

Draußen herrscht noch Dunkelheit,
das ist normal - zu solcher Zeit.
Drum sitz ich hier - und schaue dumm,
nutzlos in der Gegend rum.

Nerve Euch mit frühen Reimen,
Vernunft und Gründe - gibt es keine,
einfach nur - falls Ihr versteht,
dass schneller nun die Zeit vergeht.

Draußen stehen vor der Tür,
die Würmer artig im Spalier,
und warten drauf - dass ich sie fang,
na, da warten sie noch lang.

Wär ich tatsächlich Federvieh,
bediente ich mich - in der Früh.
Drum schaue ich kurz in den Spiegel:
Ganz normal - wird´s mir auch übel.

In der Nacht wuchs mir kein Schnabel,
ich ess mit Messer, Löffel, Gabel,
und brauch daher das Wurm-Volk nicht,
ganz bestimmt kein Leibgericht.

Der frühe Vogel fängt - angeblich,
fette Würmer - doch, versteht mich:
Ich hätte lieber noch geschlafen,
statt Euch - mit diesem Reim zu strafen.  15.03.2013
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Ostern 2013

Ostern steht nah vor den Türen.
Könnt Ihr dieses Feeling spüren?
Ich könnt das Fest sogar schon sehn,
müsst ich nicht - vor dem Schneeberg stehn.

Die Hasen rennen hoch frustriert,
durch das Gras - das man nicht sieht,
und suchen für die Eier - keck,
nach einem sicheren Versteck.

Die Ohren schlappen aus den Pfaden,
die sie sich gehoppelt haben,
und auf jedem Hasen-Rücken,
sieht man Körbchen - welch Entzücken.

Gefüllt mit Nougat, Schokolade,
Marzipan, und so - doch schade,
dass der Süßkram - welch ein Mist,
bis Ostern fest gefroren ist.

Primeln, bunte Osterglocken,
säh man schon - wär es nur trocken,
und nicht vom weißen Schnee bedeckt,
alle Farbe - ist weit weg.

Selbst die Hasen - die mit Röcken,
welche unsere Sinne wecken,
sind derzeit noch voll verhüllt,
was ist das doch ein traurig Bild.

Habemus papam - nah vorm Fest,
mal schauen - ob er´s noch schneien lässt,
oder nun den Frühling lockt,
ich hab auf Winter - keinen Bock.

Der Frühling schüttet Endorphine,
zumindest reden hiervon viele,
die heut schon etwas älter sind,
und das erlebten - einst, als Kind.

Die noch reinsten Frühling kannten,
die in kurzen Hosen standen,
zu Ostern - vor der Kirchentür,
ich meine fast - so ging´s auch mir.

Stattdessen schlag ich mich - speziell,
mit unserer Hündin um ihr Fell,
doch gibt sie es - tja, kurz und knapp,
ohne Weiteres - so nicht ab.

Ob meine Frau mich suchen lässt,
im Hof - nach einem Osternest?
Oder ob sie´s drin versteckt?
Ich bin gespannt - und träum mich weg.

Dorthin - wo es schon wärmer ist,
wo´s der Frühling nicht vergisst,
dass er im Märzen kommen soll.
Frühlingsfeeling - das wär toll.    14.03.2013
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Bare Bones

Johlen, Jubeln, Tanzen, Schreien,
auf der Bühne rockt uns - Bryan,
unplugged - Gitarre und Klavier.
Bryan rief - und wir sind hier.

600 kurze Kilometer,
hinterm Ofen - das kommt später,
gestern wollten wir Musik,
Adrenalin, viel Spaß und Glück.

Zwei Stunden lang im Rausch versinken,
an Melodien schier ertrinken,
und einfach Spaß am Leben haben,
welch ein wundervoller Abend.

Gary am Klavier dazu,
Bryans Stimme war der Clou,
auch wenn sie klingt - was fasziniert,
als sei ne Reibe implantiert.

Alle Hits - aus all den Jahren,
in denen wir zwar jünger waren,
jedoch - mit Schwiegerkind und Sohn,
ist Nachwuchs da - welch Sensation.

Denn auch das Jungvolk - kaum zu glauben,
sah ich mit Glanz - in ihren Augen,
auch ihnen hat der Rock, die Nacht,
scheinbar richtig Spaß gemacht.

Ob der "Summer - Sixtynine",
"Here I am" - und auch "This time",
"Heaven" oder "Run to you",
wir sangen, klatschten live dazu.

Solang uns nicht das Ohr abfällt,
bleibt Rockmusik vertraute Welt,
und nächstes mal - wo es auch sei,
sind wir wieder mit dabei.

Springen, Stehen, Shaken, Sitzen,
gebanntes Hören - oder Schwitzen,
dieses Mal war's in Berlin,
der nächste Gig? - Vielleicht in Wien?

In Toronto - Kanada?
In Bielefeld? - Wir wären da.
In Hamburg, Salzburg, Kölle, Kiel,
zu nah, zu fern ist kaum ein Ziel.

Bare Bones - ne ganz besondere Tour,
gestern Abend - 20 Uhr,
die Band, die braucht's da einfach nicht,
nur Vollblutmusiker - und Licht.

Gitarre, Piano - rein und klar,
dazu die Mundharmonika,
liebe Freunde - all der Lieder,
glaubt es uns - wir könnten wieder.  12.03.2013
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Frau Holle

Ich kriege mich mit Frau von Holle,
so langsam mächtig in die Wolle,
und stopfe ihr das Federbett,
dorthin - wo sie es ungern hätt.

Dem Hobby frönen - ich sag's ehrlich,
ist im Grunde nicht gefährlich,
hält sogar den Geist in Schwung,
und den Körper frisch und jung.

Doch wenn sie's weiter schneien lässt,
stell ich unumstößlich fest,
dass ich ihr das Gewinde dreh,
tut das auch entsetzlich weh.

Ich zähl zwar lieber zu den Netten,
doch fackele ich die Federbetten,
ab - falls sie so weitermacht,
ich warte noch - die eine Nacht.

Sollt's dann nicht endlich Frühling werden,
hier bei uns - auf Mutter Erde,
geht's dort oben mächtig rund,
das tue ich nun hiermit kund.

Ich hätte mich - was mich erregt,
eben beinah hingelegt,
auf Glatteis und gestampftem Schnee,
fand gerade noch den rechten Dreh.

Statt Sonnenschein und netter Wärme,
(wie ich bei dem Gedanken schwärme),
fällt von oben - Tag und Nacht,
schon wieder diese weiße Pracht.

Die Hemden mit den kurzen Armen,
räume ich - zum Gotterbarmen,
seufzend wieder in den Schrank,
Frau Holles Schütteln macht mich krank.

Statt wohlig in der Sonne träumen,
heißt's schon wieder - Schnee zu räumen,
mein Lendenwirbel schreit Protest,
das stellte ich schon schmerzhaft fest.

Mein Cabrio - ich fuhr's doch schon,
muss leider wieder ins Kondom,
zu früh, zu zeitig aufgewacht.
Schlaf gut, mein Liebchen - gute Nacht.

Mit Frau Holle Schlitten fahren,
und dabei ihr offenbaren,
dass das jetzt kein Ausflug sei,
das wär perfekt - wie ich mich freu.

Der Frühling kommt - es ist schon März,
der Winter geht - das ist ein Scherz,
denn leider klappt's nicht - bin jetzt still,
so - wie ich das gerne will.   10.03.2013
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Asyl in Berlin

Grad eben wurde mir bewusst:
Wie gut, dass ich nicht fliegen muss.
Zumindest morgen, Freitag nicht,
ab Köln - im frühen Morgenlicht.

Das Personal der Sicherheit,
hat abgestimmt - zum Streik bereit,
doch uns lässt dieser Fakt recht kalt,
auch wenn wir reisen - und zwar bald.

Doch statt sich in die Luft zu heben,
lassen wir Herrn Diesel leben.
Wir cruisen auf der Autobahn,
zur Hauptstadt hin: Konzerte-Wahn.

Bryan rief - aus Kanada,
die Liebste sah's - und sprach: "Hurra".
Und meinte dann - falls ich sie fahr,
werden meine Träume wahr.

Dann sähe ich am Wochenende,
einmal nicht vertraute Wände,
nein, stattdessen - das klingt stark,
schlaf ich am Gendarmenmarkt.

Nicht im Hotel - das ist schon klar,
auch übertrieben - oh, fürwahr,
drum habe ich im Kofferraum,
die warme Decke - welch ein Traum.

Leg mich hin - so ist's bequemer,
vors Haus - vor die Konzertarena,
und warte - früh, im Morgen-Reif,
dass Bryan zur Gitarre greift.

So hab ich es - ich bin gerissen,
Frau "Chef" erklärt - sie darf nicht wissen,
dass eine warme Nacht mir winkt,
bei unseren Freunden - ob's gelingt?

Ich lade mich - das wäre fein,
in deren eigenen Keller ein,
und hab nun mit dem Reim gefragt,
ob man Asyl mir geben mag.

Eine Nacht - nicht wirklich lang,
doch vor der Antwort ist's mir bang,
weil ein Nein mir meine Welt,
gewaltig auf die Probe stellt.

Da spricht die Liebste mich grad an,
und meint, dass ich ins Zimmer kann.
Weshalb - versteht sie selber nicht,
das sei nicht Liebe - vielmehr Pflicht.

Wobei ich ne Vermutung habe,
diese kam mir - eben, gerade:
Sie ist so lieb, so nett - hat Schiss,
da sie nicht weiß - wo's Ticket ist.  07.03.2013
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Pamphlet

Kollegen gibt's - so richtig miese,
abgrundtief gewaltig fiese,
wirklich böse und verkehrte,
einfach nur - verachtenswerte.

Der Kollege, den ich meine,
erhebt das nun - für sich alleine,
denn, dass ich ihn meinen muss,
ist ihm sicher sehr bewusst.

Klebt er doch auf meine Türe,
einen Hinweis - dass ich spüre,
das Alter, dass mich langsam greift:
Ich sei für Melaten reif.

Gebastelt hat er's - ausgeschnitten,
oh, wie habe ich gelitten,
riss das Pamphlet ganz einfach ab,
zerknüllte es - und nicht zu knapp.

Trampelte darauf herum,
doch nehm ich's gar nicht wirklich krumm,
da er ja - und das gewiss,
ein Grünschnabel und Jungspund ist.

Mit gerade mal knapp über 40,
ist man(n) vielleicht noch frisch und würzig,
doch ich bin dafür abgehangen,
das sollte noch für Jahre langen.

Dass ich mich jetzt nicht lumpen lasse,
und wieder reime - wird er hassen,
doch habe ich nun keine Furcht,
da muss der Schlingel - einfach durch.

Dass ich die Fopperei gar mag,
geb ich nicht zu - drum bitte fragt,
jetzt am besten gar nicht nach,
weil ich - nicht auch noch lügen mag.

Und dass ich bald die Quittung kriege,
auch das wird hier jetzt nicht verschwiegen,
wahrscheinlich würd mir gar was fehlen,
das will ich gar nicht erst verhehlen.

Ich bin schon wieder sehr gespannt,
was er für mich als Antwort fand.
Kann es sein - so nehmt es hin,
dass ich ein wahrer Kindskopf bin?

Doch wenn ich's bin - dann ist er's auch,
jeder so, wie er es braucht,
und wenn man daran Freude hat,
dann ist das prima - oder watt?!

Namen nenne ich grad keine,
er weiß ja wohl, dass ich ihn meine,
ach, wie ist es ein Genuss,
dass ich schon wieder - reimen "muss".  05.03.2013
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Entsorgung

Mein Leben wäre halb so schwer,
wenn ich nicht erkältet wär.
Der Husten quält, die Nase rinnt,
was bin ich doch - ein armes Kind.

Leg mich ins Bett - falt meine Hände,
und warte duldsam auf mein Ende.
Mein Testament bereits geschrieben,
für alle die - die mich wohl lieben.

Das Schwiegerkind ist Krankenschwester,
ich bitt um Hilfe - doch sie lästert,
die Temperatur sei kaum fatal,
in meinem Falle - fast normal.

Ich fühle mich der Ohnmacht nah,
ich fühle, was ich fühl - na klar,
und mir ist's - ganz ungelogen,
als sei ich durch die Soot gezogen.

Das Kräuterhexchen aus der Eifel,
könnt mich retten - ohne Zweifel,
sie heizte mir den Kessel an,
damit ich nun genesen kann.

Anis und Knoblauch - und Kamille,
rannen flott durch die Destille.
Der erste Löffel wirkt schon zügig,
solch Entgegenkommen - lieb ich.

Während der Kollege spricht,
von Melaten - wehr ich mich.
Die letzte Ölung - nach da oben,
hab ich - erst mal - aufgeschoben.

Schon fühle ich mich fast gesund,
schieb's Thermometer in den Mund,
und als es sich ans Schmelzen gibt,
weiß ich - dass das Fieber blieb.

Mehr als 30 Grad - plus Sieben,
das Celsius hat übertrieben,
ich wähle schon die 1-1-2,
und die Liebste eilt herbei:

"Was machst du da - im Ehebett?
Als wenn ich keine Arbeit hätt.
Verglühst du dort - zum nächsten Morgen,
muss ich dich - auch noch entsorgen.

Doch morgen steht Entmüllen an,
daher wärs nett - mein lieber Mann,
wenn du auch an mich mal denkst,
und dich zum Schlaf - zum Sperrmüll lenkst."

Ich schau hinaus - der Frühling winkt,
die Nacht wird kalt - das Grad, es sinkt,
nur mein Fieber - fiebert fleißig,
das kann nicht gutgehn - nein, das weiß ich.  04.03.2013
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Ein erneuter Blues zum Sonntagmorgen

Gestern noch die Hauptperson,
ist dies heut Geschichte schon:
Der letzte Gast… – die Türe schloss,
da ging´s für mich – ins Tiefgeschoss.

Die Fackeln rußten an den Wänden.
Warum muss dieser Tag so enden?
Traurig lag ich dort im Heu,
und trennte Weizen – von der Spreu.

Oh, wie habe ich gefroren,
ich zog den Strohsack zu den Ohren,
und überließ mich – leise, sacht,
einer weiteren Winternacht.

Heut Morgen taten – jemine,
mir meine armen Bronchien weh,
und des Morgens früher Duft,
blieb mir verwehrt – nix frische Luft.

Ich durfte – ja, so sieht das aus,
noch nicht mal mit Frau Hund vors Haus,
weil mein General – infam,
mir diesen Gang – nun auch noch nahm.

Zum Frühstück gab es Weizenkleie,
mit frischem Wasser – rutschen Breie.
Dann gab sie mir – und zwar galant,
den Plan des Tages – an die Hand.

Sie sagte, dass sie bügeln muss.
Der Schreck, er fuhr mir in die Brust.
Denn eines weiß auch ich sogar:
Bügeln, Bügeln – heißt Gefahr.

Ich schlich auf Zehenspitzen fort,
denn ihr Hobby wäre Mord,
falls ich ein falsches Wort verlier,
fragt sie doch – dann glaubt ihr mir.

Sie meinte, als die Türe schloss:
„Sieh dich vor – ich bin der Boss.
Deine Pflicht – ist dir bekannt,
ich bin schon reichlich angespannt.

Ein kleines Wort – ein Wort genügt,
du weißt, dass es an dir nun liegt,
ob du heut des Geißbocks Tanz,
im fernen Frankfurt sehen kannst.

Ein falsches Atmen – ich bin schneller,
und du findest dich im Keller,
kein Sky, nicht Spannung – kein TV,
hör auf mich – auf deine Frau.“

Drauf stellte ich – so muss das sein,
ganz spontan das Atmen ein.
Und hoffe jetzt – sonst endet´s fies,
dass sie diesen Blues nicht liest.   03.03.2013
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Batterie

Nächsten Dienstag - fast schon Sommer,
Ausrufzeichen, Punkt und Komma.
Sonnenschein - bei knapp 12 Grad,
wird es so, schreit ich zur Tat.

Befreie dann - ich freu mich schon,
mein chices Auto vom Kondom,
unter dem es lang schon ruht,
würd das klappen - wär es gut.

Ob es mich wohl noch erkennt,
wahrscheinlich bin ich ihm schon fremd,
ich drück den Schlüssel langsam vor,
doch wer nichts sagt - ist der Motor.

Kein Ladekabel zur Batterie,
sagt es ruhig - bin dumm wie nie,
vier Monate verträumt, allein,
wo soll denn da noch Ladung sein?

Ob mir wohl jemand Hilfe bringt?
Damit mein Plan dann doch gelingt?
Eine Fahrt im Cabrio,
von hier Zuhaus - nach irgendwo.

Fein gewaschen und geputzt,
befreit von Dreck, von Staub, von Schmutz,
gewienert und dann noch poliert,
wer die Zeit nicht nutzt - verliert.

Der Wind, er flattert um die Nase,
die Sonne wärmt auch in der Phase,
in der sie nicht so kräftig scheint,
meine Hoffnung wächst und keimt.

Falls nur die Maschine brummt,
blöde war's, sie bliebe stumm,
ich bin fast ängstlich, nachzusehn,
Enttäuschung ist nicht wirklich schön.

Die Liebste meint: "Bist selber schuld,
machst um dein Auto fast schon Kult,
und sorgst dann nicht für Saft und Kraft.
Ahnst du wohl - wie mich das schafft?

Dass ich immer schimpfen muss,
das nervt - hast du das nicht gewusst?
Du stellst mich oft als böse hin,
doch ist das wirklich nicht mein Sinn.

Denn fährst du brav im Cabrio,
macht mich das letztendlich froh,
da ich dich nicht jammern hör,
das macht mich fertig - oh, ich schwör.

Vor allem kannst du dann nicht reimen,
den Seinen schenkt's der Herr im Kleinen...."
Mit diesem Wort - verstummte sie.
Ich schiele ängstlich - zur Batterie.  01.03.2013
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Yeti

Die Liebste schaut mich an - daheim,
mir fallen alle Sünden ein,
und bevor sie nach mir schlägt,
ducke ich mich - schon mal weg.

Sie spricht ein einzig Wort - nur: "Yeti",
oh, mein Gott - beim Stuhle Petri,
was meint sie nur - bin ich so schlimm?
Sie soll mich nehmen, wie ich bin.

Ich leb nicht im Himalaya,
war dem Massiv noch nicht mal nah,
hab kein Fell - bin nicht verschneit,
ich bin kein Yeti - tut mir leid.

Nun gut, die Füße sind zwar groß,
und auch am Bauch - da ist was los,
Das Gesicht - ist wirklich schrecklich,
für kleine Kinder - kaum erträglich.

Verwirrt ging ich in meine Höhle,
neben mir lag brav die Töle,
denn sie liebt mich - lange schon,
ohne Ansehen der Person.

In Gedanken tief versunken,
arg beleidigt - fast betrunken,
von dem Wort - das sie mir sprach.
Es hallt in meinem Inneren nach.

Und lässt mich nach und nach verzweifeln,
am besten zieh ich in die Eifel,
auch dort gibt es ein Bergmassiv,
ich hörte schon - wie´s nach mir rief:

"Yeti, Yeti - Yeti, Skoda,
oh, wie bin ich jetzt schon froh - da,
ich nachher - wohl fahren kann,
zur Probefahrt - mit meinem Mann."

Erst da erkannte ich genau:
Wer da sang - war meine Frau.
Und ihr "Yeti" - hallte frisch,
es bezog sich - nicht auf mich.

Das hatte ich doch glatt vergessen.
Lag es wohl am vielen Essen?
Dass dieser Alptraum mich geplagt,
dass sie mich nicht wirklich mag?!

Wie konnte ich der Meinung sein,
sie habe mich damit gemeint?
Manchmal bin ich sehr konfus,
und ahne - wo nichts ist - den Blues.

So schlüpfte ich dann in mein Fell,
parfümierte mich noch schnell,
da´s bei Nässe Duftspur legt,
und macht mich brummend auf den Weg.  01.03.2013
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Käsereibe

Ein Eisen, das die Käse reibt,
das habe ich zur Abendzeit,
gestern mit dem Mahl verschluckt,
na - da hab ich dumm geguckt.

Es blieb auf halbem Wege stecken,
um nun diesen Schmerz zu wecken,
denn der Laie mir erklärt,
als Halsentzündung - ganz verkehrt!

Die Liebste meint - und das sehr kritisch:
"Mein lieber Mann - nun ja, ich bitt dich.
Würdest du - nicht so sehr schlingen,
könnt das Speisen wohl gelingen.

Stattdessen such ich Messer, Gabeln.
Was mir bleibt ist bloß der Tadel.
Denn weil du so gefräßig bist,
wird nun die Raspel auch vermisst."

Die Reibe wollte mich wohl necken,
blieb auf halbem Wege stecken,
und sitzt im Hals nun bombenfest,
wo sie mich nicht mehr schlucken lässt.

Das Reden klappt zwar noch - so gerade,
wie gut, dass ich das Notebook habe.
Das benutze ich - und schreibe,
wie ich ob des Faktes leide.

Das Kauen - das kann ich mir sparen,
ungeachtet der Gefahren,
kommt´s Essen ja geraspelt an,
dank der Reibe - irgendwann.

Auf dem halben Weg zum Magen,
fixiert sie mich wohl jetzt - auf Tage,
doch was dabei das Schlimmste ist:
Im Haushalt wird sie arg vermisst.

Die Liebste meint, ich soll mich sputen,
und ich müsse jetzt wohl bluten:
"Mein lieber Gatte - mach dich auf.
Hopp, hopp - ein neues Teil gekauft.

So lang man(n) das im Halse führt,
wird hier im Haus - nicht gratiniert,
kein Auflauf und kein Käsebrett,
und röchele mir - bloß nicht im Bett."

So blieb mir neben meinen Leiden,
auch der Spott - nicht zu beschreiben,
jedoch - beim allernächsten Mahl,
ess ich bedacht - vermeide Qual.

Jetzt bleiben mir die Halspastillen,
die hüpfen lustig über Rillen,
die mir die Reibe - grad und jetzt,
mit Nachdruck in den Hals geätzt.   27.02.2013
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Rockmusik

Ich mach mir nichts aus Rockmusik,
viel zu laut – und wenig chic.
Und dann noch im Gedränge stehn?
Was, bitte, ist wohl daran schön?!

Viel zu heavy – viel zu teuer,
nicht abzusetzen von der Steuer.
Viele Menschen – und die Enge,
Zuhaus, die Ruhe – schlägt´s um Längen.

Gequetsche an zu engen Türen,
und dann am Parkplatz – die Gebühren,
Sprit für viele Kilometer,
und dann zurück – nur wenig später.

Teure Wurst am Fritten-Stand,
und die Cola in der Hand.
Dunkelheit in warmen Hallen,
helles Licht – kann das gefallen?

Den Schweiß von fremden Menschen riechen,
durch Menschenmassen schiebend kriechen,
und dann ist noch der Platz besetzt?
Na, das brauch ich bestimmt – zuletzt.

Laut der Schall auf beiden Ohren,
vom Bass da tanzen – alle Poren.
Stehen – und vielleicht noch jubeln?
Nichts für mich – der wilde Trubel.

Das alles gar noch mehrmals jährlich?
Macht das jemand? – Hm, gefährlich.
Dieser Mensch muss zum Psychiater,
auf die Couch – verrückt, Theater.

Was bin ich froh – ganz nebenbei,
dass mir´s nicht blüht – ich bin so frei,
und wenn ich bei Konzerten bin,
dann nur aus Zwang – so nehmt das hin.

Immer und auch immer wieder,
leise und auch laute Lieder,
damit ich meine Umwelt spüre,
und ihr Verhalten – streng studiere.

Dass mir nur jetzt mal niemand glaubt,
Musik hätt mir den Schlaf geraubt,
die Tickets sind mir so egal,
knapp 400 – welche Zahl.

Dass ich sie sammele – ist nicht krass,
das hat auch nichts zu tun mit Spaß,
dass ist nur meine Sammelwut,
sie liegt mir einfach halt im Blut.

Wie gut, dass das mein Herz versteht,
mit mir zu jedem „Lehrgang“ geht.
Sie weiß genau – oh, welche Bürde,
dass ich sonst – verzweifeln würde.  26.02.2013
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Pflegekraft

Wenn mich sonst schon keiner lobt,
(mein Dasein gleicht dem trockenen Brot),
gebe ich mich selbst nun dran,
das muss halt sein - so dann und wann.

Ich bin ein wenig stolz auf mich,
und besehen im rechten Licht,
wird auch die Liebste das bald sein,
denn wegen ihr - kam ich früh heim.

Ein dummes Virus legt sie flach,
einfach so - seit letzter Nacht,
und der Eimer wird zum Freund,
doch wird's schon besser - wie's mir scheint.

Na klar - ich bin ja jetzt Zuhause,
kümmere mich - fast ohne Pause,
und hoffe, dass mein Herzblatt spricht:
"Was wäre ich nur - ohne dich. "

Dann winke ich behutsam ab,
und strahle dennoch - nicht zu knapp,
doch drehe ich mich dabei rum,
wenn sie's sieht - dann wär das dumm.

Ich bin der beste Zwieback-Kaufer,
der Schnell-zur-Apotheke-Laufer,
der allerbeste Sorgen-Macher,
der Sorgsam-an-dem-Bette-Wacher.

Der Ebenmal-den-Tee-Erhitzer,
der Einsam-in-dem-Sessel-Sitzer,
der Ständig-auf-ihr-Rufen-Lauscher,
der Notfalls-auch-das-Bettzeug-Tauscher.

Der Mit-Frau-Hund-durch-Regen-Schreiter,
der Telefon-ans-Bett-ihr-Leiter,
der Jetzt-schon-wieder-dümmlich-Reimer,
denn andernfalls - macht es ja keiner.

Der Morgen-notfalls-selbst-da-Lieger,
Das-Virus-hoffentlich-Besieger,
Der-im-Bauch-schon-langsam-Merker,
wie's Virus wütet - welch Berserker.

Der Hoffentlich-dann-selbst-Gepflegte,
Der-neben-ihr-ins-Bett-gelegte,
Der-sicherlich-dann-sterben-müsser,
Als-nächster-diesen-Eimer-Küsser.

Der Nicht-so-tapfer-krank-sein-Könner,
irgendwie wie alle Männer,
das ist's, was mir die Liebste sagt,
hätt ich sie - doch nicht gefragt.

Ich bin Der-nunmehr-in-sich-Lauscher,
der Per-Reim-mit-Euch-grad-Plauscher,
die allerbeste Pflegekraft,
ich fühle mich schon jetzt geschafft.  25.02.2013
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Zeitfenster

Heut Morgen schon sehr früh geweckt,
das Heu war warm - mein weiches Bett.
Der Strohsack, der als Schutz fungiert,
durchlöchert zwar - doch funktioniert.

Von draußen hörte ich ein Schaben,
Kratzen, Fluchen - früh am Tage.
Das hörte sich so ähnlich an,
als läge Schnee - mein lieber Mann.

Ich schob die alte Tierhaut weg,
die leichthin meinen Ausguck deckt,
und sah hinaus - na so ein Sch...,
in feinstes, klares, kaltes Weiß.

Die ganze Nacht hat es geschneit,
wohin man schaut - so weit und breit,
deckt der Schnee die Straßen zu,
beendet meine Rast und Ruh.

Bevor mein General mich jagt,
und mir das Wort zum Sonntag sagt,
begeb ich mich freiwillig raus,
und schipp erneut - ums ganze Haus.

Schmeiß den Schnee - von rechts nach links,
liebe Leute - ja, mir stinkt’s,
schmeiß den Schnee von links nach rechts,
Abwechslung ist niemals schlecht.

Der Blick zum Schnee - er macht mich blind,
und die weiße Pracht gewinnt,
wenn man sich nicht mächtig müht,
jeden Tag dasselbe Lied.

Hätt ich meine Ski doch noch,
dann lief ich flott - von Ort zu Ort,
doch heute nun, mit dem Gewicht,
befürchtet man - versage ich.

Stattdessen bleibt mir nur das Räumen,
während meine Lieben träumen,
und ich mache mir nun Stress,
dass ich das Frühstück nicht vergess.

Der Tisch gedeckt - wenn sie erwacht,
damit auch mir das Leben lacht,
drum lest jetzt etwas flotter, los,
mein Zeitfenster - ist nicht sehr groß.

Alles knapp - genau geplant,
den Schnee - den hab ich nicht geahnt,
jetzt kippt mir alle Planung fort,
drum schipp und reim ich im Akkord.

Ich schiele bang zum Fenster hin:
Gibt's da schon Licht? Oh, nicht mein Sinn.
Denn wenn sie wach wird - ehe ich....,
oh Leute - bitte, denkt an mich.   24.02.2013
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Sonne im Februar

Ich schau hinaus - die Sonne scheint,
die Wärme ist mein guter Freund.
Ich schnapp den Schlüssel mir - vom Bord,
und sage: "Tschüss, ich bin mal fort."

Ein Shirt, das Käppi, kurze Hosen,
gekühlte Cola - ein paar Dosen,
ich freu mich auf mein Cabrio,
Verdeck schnell auf - und dann Hallo.

Ich winke meiner Liebsten zu,
die warme Sonne ist der Clou,
sie weckt mir meinen Lebensgeist,
oh, mein Gott - bestimmt ist's heiß.

Ich trete strahlend vor die Türe,
schaue, staune - und erfriere,
denn ich merke - im Moment,
dass Februarsonne - gar nicht brennt.

Ich laufe leichthin bläulich an,
würd Hilfe rufen - wenn ich kann,
doch da nur meine Lippe zuckt,
klinge ich - wie Donald Duck.

Wie ich zittere - noch und noch,
ich treffe kaum das Schlüsselloch,
was nur an der Kälte liegt,
die neue Lebenskraft - versiegt.

Das Brillenglas zerspringt mir klirrend,
wie konnte ich mich nur so irren,
von Eises Blumen übersät,
zur Rettung ist es fast zu spät.

Der erste Finger fällt mir ab,
die Nase auch - ich fühl mich nackt,
die erste kleine Zehe bricht,
doch meine Frau - erhört mich nicht.

Sie steht am Fenster - grinst mich an,
ich sei leicht dümmlich - ich, ihr Mann.
Auch wenn die Sonne hell nun scheint,
hat sie's nicht wirklich so gemeint.

Im Februar - vielleicht im Süden,
doch hier bei uns - fischt man im Trüben,
wenn man(n) nach der Wärme sucht...
Ich merk's jetzt auch - ach Mensch, verflucht.

Verkrieche mich jetzt schnell nach innen,
ich kann dem Winter nicht entrinnen,
auch wenn man aus der Stube meint,
dass die Sonne kräftig scheint.

Bis zum Frühling - sind's zwar Wochen,
doch bleibt die Hoffnung ungebrochen,
auf warmen Sommersonnenschein,
ich freu mich auf das Stelldichein.   22.02.2013
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Übergepäck

20 Kilo - hin und weg,
20 Kilo - an Gepäck,
doch als sie´s auf die Waage stellt,
sieht sie was - das nicht gefällt.

Der Zeiger an der Kofferwaage,
dreht sich rasend - keine Frage,
dass da etwas wohl nicht stimmt,
ganz egal, wie man´s auch nimmt.

Annette steht betroffen da:
So viel Kilos? - Ist nicht wahr!
Der Zeiger pendelt sich grad ein,
... der Wert? – (Der muss jetzt hier nicht sein).

Sie ließ doch - was grad geht - zuhause,
selbst das Naschwerk für die Pause,
liegt daheim - auf ihrem Tisch,
und trotzdem - nunmehr bös erwischt.

Ihr wird´s ein wenig flau im Magen,
was kann und soll sie jetzt nur sagen,
es ist, als trägt sie reinsten Stahl,
die Farbe weicht - das Antlitz schmal.

Knurrend wuchtet sie die Tasche,
von dem Band - zieht an der Lasche,
und öffnet ihren Koffer flink,
was ihr im Stau am Schalter - stinkt.

Da purzelt völlig klein gefaltet,
fein verpackt und umgestaltet,
der Henry samt der Liebsten raus,
wer bleibt schon gerne brav Zuhaus?

Die USA, das Fernweh ruft,
statt unser Grouven – an der Grouv,
da haben wir beschlossen – Shit,
was soll´s – wir wollen nunmehr mit.

Das Geld für´n Flug, das sparen wir,
ebenso für das Quartier,
und den Skipass – sonst wohl Pflicht,
den brauchen wir – dank Alter – nicht.

Das Essen, das wird selbst gekauft,
nun hiev den Koffer wieder drauf,
auf das Band – und bleib recht still,
weil der Anhang – reisen will.

Und das Salär für das Gepäck,
erfüllt dann sicher seinen Zweck,
denn es ist kleiner, als man denkt,
der Flug ist dafür fast geschenkt.

Dass es im Frachtraum kälter ist,
dessen sind wir uns gewiss,
doch bin ich das ja schon gewohnt,
Zuhause wird man(n) nicht geschont.  20.02.2013
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Spiegel

Leute, hängt die Spiegel ab,
wie gut, dass ich ein Handtuch ab,
das hänge ich zuhause drüber,
so ist es mir – dann wirklich lieber.

Wenn schon nicht der Spiegel bricht,
so göbele doch letztlich ich,
sobald ich mich im Spiegel seh,
dieser Anblick tut so weh.

Nun weiß ich, wie die Umwelt leidet,
Gott sei Dank – bin ich bekleidet,
geh ich morgens aus dem Haus,
das hält der Stärkste sonst nicht aus.

Denn heut hielt man mir Bilder hin,
und zeigte – furchtbar – wie ich bin.
Drauf floh in eine Ecke ich,
und weinte, weinte bitterlich.

Ich las als Kind gern was zum Schocken,
doch zieht´s mir heute an den Socken,
seh ich mit Entsetzen nun:
Mit Schaudern hat das nichts zu tun.

Das ist wohl eher Gruseldrama,
es leidet sehr mein ganzes Karma,
im Schocker wär ich Hauptperson,
ich bedauere – Frau und Sohn.

Bedauere unser Enkelkind,
nur wer flüchtet – der gewinnt,
daher zog wohl die Tochter fort,
an einen weit entfernten Ort.

Bedauere selbst sogar Kollegen,
das Wochenende ist ein Segen,
dann sehen sie mich nicht so oft,
ich weiß – dass man´s zumindest hofft.

Im Lager – diese Augenspüle,
ich dachte, sie hat nur zum Ziele,
zu helfen, wenn man Hilfe braucht,
doch hilft sie – gegen mich wohl auch.

An manchen Tagen – hab´s erkannt,
reißt man sie förmlich aus der Hand,
nach dem Motto – irgendwo:
„Warst du bei IHM – grad im Büro?

Mach hinne – he, mein Augenlicht,
auf Dauer – nein – ertrag ich´s nicht.
Vor seiner Frau – die´s täglich sieht,
wär´s richtig – wenn den Hut man zieht.“

Ich weiß es nun – doch wär es schön,
auch das Bestreben mal zu sehn,
dass sich etwas ändern muss,
heute – ist´s mir sehr bewusst.    18.02.2013
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Belogen

Ihr fragt, weshalb ich dicklich bin?
Der Bauch, der Hals – und auch das Kinn?
Dann kommt nur her – an unseren Tisch,
so esst und prüft – bedauert mich.

Gestern Abend – Kerzenlicht,
die Liebste – sie verführet mich,
mit feinsten Speisen – für den Bauch,
und unsere lieben Gäste auch.

Ich saß, ich schaute – ich sprach: „Nein“.
Das könne doch ihr Ernst nicht sein.
„Ich rühre dieses Mahl nicht an,
weil ich mich drauf nicht rühren kann.“

Sie nahm mich – in den Catchergriff,
drückte mich zum Teller: „Iss!
Und wehrst du dich – in einem fort,
dann gibt’s Saures – im Akkord.

Unsere Gäste waren entsetzt:
Was bedeutet dies nun – jetzt?
Sie schauten stumm in ihre Suppe,
was sie mir antat – völlig schnuppe.

Ich wehrte mich darauf nicht mehr,
aß artig meinen Teller leer,
auf dass nun heut die Sonne scheint,
ich hab es doch nur gut gemeint.

Doch zieht nun heut ein Regenband,
da liegt es deutlich auf der Hand,
dass Essen – welch ein großer Mist,
zum Wetter glatt ein Trugschluss ist.

Das stellt mir die Erziehung Kopf,
ich ward wie eine Gans gestopft,
und dachte mir dabei, dazu,
dass ich was für das Klima tu.

Ein Leben lang ward ich belogen,
aufs Schändlichste ward ich betrogen,
ja, mein Kummer – er ist groß:
Ich werde meinen Speck nicht los.

Nun kocht die Liebste auch perfekt,
was auf den Tisch kommt - hm, das schmeckt,
ich bin in einem Teufelskreis,
aus Suppe, Hackfleisch, feinstem Eis.

Aus Steak, aus Wurst, aus Paprika,
aus Pizza, Nudeln und Tartar,
aus Fisch, aus Brot, aus Schokolade,
aus feinstem Schnitzel – samt Panade.

Wie es auch sei – ich muss da durch,
ein Ritter – er kennt keine Furcht,
es sei denn – ich weiß nicht genau,
die Furcht vor seiner starken Frau.   17.02.2013
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It's raining

Die Weather Girls - "It's raining man".
Viel schöner aber wär es wenn,
der Herr im Himmel - welch ein Fest,
Hirn vom Himmel regnen lässt.

Denn manche Menschen stehen auf Stufen,
da haben sie nicht "Hier" gerufen,
als die Geisteskraft verteilt,
knapp vorbei - ist auch verpeilt.

Manche gehen dem Hirn, dem Regen,
furchtbar gerne aus dem Wege,
ob bewusst, ob unbewusst,
ist unklar - doch der Fakt, er muss.

Vielleicht macht's ja dem Unsinn Beine,
ist man mit sich gewünscht alleine,
es fehlt der kleine Mann - zu spät,
der dich in deinem Ohr berät.

Dämmrig Licht im Oberstübchen,
manche Mädchen, manche Bübchen,
fühlen zwar, dass da was ist,
doch finden nichts - und das ist Mist.

Daher knipst man Beleuchtung an,
in Containern - dann und wann,
ein Feuerchen - das lustig brennt,
da braucht's nicht wirklich viel Talent.

Zerstören - das kann schließlich jeder,
sogar ein wirklich, wirklich Blöder,
da gehört nicht viel dazu.
Hat dann die liebe Seele Ruh?

Würd man dabei - darf ich's so nennen?
Den Hintern sich spontan verbrennen,
ließ man seine Finger fort,
von solchem Tun - darauf mein Wort.

Und so bete ich dann weiter,
mutlos - aber trotzdem heiter,
dass der Regen bald mal fällt,
gut verbreitet in der Welt.

Selbst in der Wirtschaft, Politik,
brächte dieser Segen Glück,
hier und da - und überall,
herrlich wärs - ein klarer Fall.

Na, was nicht ist - kann ja noch werden,
genug und Schluss jetzt mit Beschwerden,
wie schön ist's, wenn die Hoffnung bleibt,
ich warte still - ich hab ja Zeit.

Und freue mich an allem Schönen,
lass mich vom Leben gern verwöhnen,
wenn nur nicht die Dummheit wär,
die allein - macht's manchmal schwer.  16.02.2013
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Parken

Pferdefleisch, im Hack – im Laden,
Produzenten, die es wagen,
uns zu blenden – alle Zeit,
doch ich bin kritisch, bin bereit.

Denn den Pferden gegenüber,
bin – das sag ich unter Brüdern,
ich schon immer reserviert,
zurückhaltend und sehr pikiert.

Denn große Pferde – waren Fohlen,
und ich fühle mich „bestohlen“,
um Punkte – Punkte ohne Zahl,
das eine um das andere Mal.

Jetzt – ich frag, wie kann das sein,
luden wir zwei Fohlen ein,
morgen, Samstag, hier zum Mahl,
dieser Fakt – der ist fatal.

Wenn´s Fahrzeug auf der Straße steht,
das ist etwas – das gar nicht geht.
Flattert dran der Wimpel wild,
das passt nicht in mein Menschenbild.

Daher mach ich das Hoftor auf,
nehm den Hohn und Spott in Kauf,
und schließ das Tor – dann ganz, ganz schnell,
um 18 Uhr – ist es noch hell.

Ich werde – das ist´s, was mich schafft,
zum Gespött der Nachbarschaft,
man wird auf mich verwundert zeigen,
und alles, was ich kann – ist Schweigen.

Im Alptraum kommt sie – grün gewandet,
mit der Mutti – hier gelandet.
Ich kreuze meine Finger – quick,
zur Abwehr vor dem bösen Blick.

Pferdefleisch gibt´s auf den Teller,
grün gesprenkelt – dann geht´s schneller,
und statt vom Wald – die frischen Schrammeln,
gibt´s aus dem Keller – die mit Gammel.

Als Geißbock kann ich´s nicht verschmerzen,
das Grün – es reißt mir so am Herzen,
denn das schönste Farbenspiel,
ist Rot und Weiß – das sagt schon viel.

Ich hab den Abend schon gebeichtet,
sprach 13 Ave – das erleichtert,
doch ruhig zu bleiben – nein, ach nein,
das kann und darf und muss nicht sein.

Schnell, ganz schnell – lass ich´s verschwinden,
das Auto – ich könnt´s nicht verwinden,
wenn man – wisst Ihr, was das heißt,
mich demnächst – des Orts verweist.  15.02.2013
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Valentinstag 2013

„Gebt Acht“, so sprach Herr Valentin,
„Ihr Jungs, in Hamburg und Berlin,
in Kölle – wo ihr sonst auch hängt,
im Leben gibt es nichts geschenkt.

Doch seid jetzt brav – und seid schön klug,
Grund für Blumen gibt’s genug,
doch denkt ihr jetzt – grad heut nicht dran,
weiß ich nicht, ob ich helfen kann.

Stellt Euch an – im Blumenladen,
lasst Eure Frauen in Blumen baden,
Jedoch – ich warne vor der Schlange,
die ist heute – elend lange.

Rosen, Tulpen und Narzissen,
zum Beruhigen der Gewissen,
Blumen – heut – für Eure Lieben,
kann man fast – in Gold aufwiegen.“

So sprach er – nach der letzten Nacht,
und ja, ich habe dran gedacht,
sparte all mein Taschengeld,
auf dass es meiner Frau gefällt.

5 Cent gab es von ihr – fürs Bügeln,
5 Cent, um unseren Hund zu striegeln,
5 Cent fürs Spülen – klar, mit Pril,
ich finde schon – 5 Cent sind viel.

Die Liebste meint, ich soll begreifen:
Erst durch Sparen kann man reifen,
und auch wenn´s mir gering erscheint,
hat Cent sich schnell mit Cent vereint.

Wöchentlich soll ich ihr zeigen:
Der Vorrat – er geht nicht zur Neige.
Dann strahle ich – so gut ich´s kann,
lobt sie – es sei recht getan.

Heut Morgen schlich ich in den Keller,
nahm den Feldbrand – auf die Schnelle,
ganz behutsam aus der Wand,
wo ich den Sack mit Münzen fand.

Ging dann heut zum Feierabend,
hin zum Shop – kein Wenn, kein Aber,
und erstand den Blumenstrauß,
lang erspart – so sieht das aus.

Für den Rest ein Puddingteilchen,
und Pastillen – die aus Veilchen,
die gab´s für mich spontan dabei,
ich hab gespart – ich bin so frei.

Kam nach Hause – und sie strahlt,
oh, so hab ich´s mir ermalt.
Und jetzt – ab heute – spare ich,
für Juni – den Geburtstagstisch.   14.02.2013
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Haferschleim-Blues

Heut bin ich mal laut, statt still,
heute mach ich, was ich will,
heute sag ich auch mal Nein,
heute darf ich - Ich mal sein.

Heut schlaf ich im Wasserbett,
heute mache ich's mir nett,
heute hab ich keine Sorgen,
nur ein wenig Angst - vor morgen...

Ich verweigere heut den Keller,
endlich einmal bin ich schneller,
als die Liebste - hier im Haus,
das nutze ich jetzt schändlich aus.

Das Heu, da unten - duftig frisch,
nun ja, das interessiert mich nicht,
und den faden Haferschleim,
tausch ich gegen Hüftsteak ein.

Was mir meine Liebste sagt,
ignorier ich - heut am Tag,
Mut ist jetzt mein zweiter Name,
Mut statt Angst - vor meiner Dame.

Denn sie holt mich heut nicht ein,
geprellt die Hüfte und das Bein,
geprellt die Rippe und der Fuß,
das klingt nicht nett - das ist ein Blues.

Ich helfe, wo ich helfen kann,
man nennt das Liebe - bin ihr Mann,
jedoch die Freiheit - die mir fehlt,
sie ist's - die mich nun heut beseelt.

Sie will mich gar - in ihren Kissen,
neben sich - im Bett heut wissen,
da habe ich gesagt - was soll's:
"Auch ich hab schließlich meinen Stolz.

Immer werde ich verwiesen,
muss mir meinen Strohsack leasen,
da sehe ich es gar nicht ein,
der Stopfen in der Not zu sein."

Sprach's und ging in meinen Keller,
kalt - jedoch auf alle Fälle,
mein, mir angestammter Platz,
ich mache, was ich will - mein Schatz.

Tauche meinen Löffel ein,
in den kaltgewordenen Schleim,
und auch die vertraute Kleie,
genieße ich nun jetzt aufs Neue.

Der Liebsten wünsche ich viel Schwung,
und schnellstens gute Besserung,
denn sie macht mich ganz konfus,
wie gesagt - das war ein Blues.   13.02.2013
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Verwurstet

Heute wird Frau Hund verwurstet,
und bevor Ihr jetzt "verdurstet",
wartend auf den nächsten Reim,
stimme ich Euch - hiermit ein:

Es war einmal - noch nicht lang her,
ein Hund im Feld - der fiel es schwer,
still zu laufen - an der Leine,
stattdessen kreuzt sie - Christels Beine.

Ein Stolpern - dann ein böser Sturz,
und jetzt muss Luna - in die Wurst,
samt Ohren, Augen und dem Fell,
das geht manchmal - mächtig schnell.

Der Metzger ist schon informiert,
er wetzt die Messer - denn er spürt:
Zu trotzen gilt´s dem treuen Blick,
doch führt nun mal kein Weg zurück.

Zehn Dosen Wurst - samt Haut und Haaren,
ich bin mir dabei schon im Klaren,
dass der Verkauf nur schleppend läuft,
das ist Alltag - that is Life.

Hunde-Wurst statt Pferdefleisch,
das mag man auswärts - ja, vielleicht,
doch hier bei uns - so ist´s nun mal,
verstaubt die Dose - im Regal.

Der Stätz - er wird zum Ochsenschwanz.
Stück für Stück - na klar, nicht ganz,
wird er den Freunden dann serviert,
am Samstagabend - fein püriert.

Strafe muss im Leben sein,
das Mark aus Brustkorb und Gebein,
wird zu Klößchen fix gedreht,
für die heiße Consommé.

Das Hundefutter - das noch über,
bringen wir zu Nachbars rüber,
oder strecken - wo man´s kann,
das leckere Gulasch - dann und wann.

Sagt man das Freunden nicht,
wird´s vielleicht zum Leibgericht.
Gastfreundschaft - bei uns im Ort,
ist viel viel mehr - als nur ein Wort.

Was Frau Hund noch Rettung bringt,
ist vielleicht - sofern´s gelingt,
das Röntgenbild - so kurz die Frist,
dass nichts im Leib gebrochen ist.

Nun sitz ich hier - und warte still,
was mir mein Herzblatt sagen will,
und ob Frau Hund noch Zukunft hat...
Ansonsten macht sie Euch - bald satt.  13.02.2013
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Fish & Chips & Rockmusik

3 Tage London – nicht verkehrt,
immer eine Reise wert,
denn für mich ist´s pures Glück,
der Trip – hin zu der Rockmusik.

Dort – und das weiß ich gewiss,
wo Rockmusik zuhause ist,
dort fühlen wir uns einfach wohl,
prima – und 1a-gepolt.

Die Liebste meinte vorher zwar,
die Reise – sei zum Reisen da,
zum Schauen, Staunen und Flanieren,
auch draußen – würd genug passieren.

Da brauche man kein Musical,
nicht Rockmusik – so laut und schnell.
Ich solle brav sein – Nacht und Tag,
und immer hören – was sie sagt.

So trat ich mir – versteht mich bitte,
traurig auf die Unterlippe,
schlurfte brummelnd hinterher,
immer folgen – das ist schwer.

Sah den schönen Markt – in Camden,
ohne jegliches Befremden,
genoss ich diese fremde Welt,
weil es einfach – gut gefällt.

Aß mit der Liebsten Fish & Chips,
und die Begleitung – nein, kein Witz,
auch die hat einfach gut gepasst,
alle „Zankerei“ – war Spaß.

Das Wetter prima – Sonne schien,
die hatten wir uns ausgeliehn,
denn reisen Engel – dann, ja dann,
fängt das schöne Wetter an.

Warum der Sonntag – wässrig war,
ist mir am Ende nicht ganz klar,
wahrscheinlich war ich doch zu frech,
dann ist´s halt so – das ist dann Pech.

Denn als ich aus der Tube gestiegen,
hat´s mich in einen Markt getrieben,
dort gab es Tickets – mir ward heiß,
für Rockmusik – zum halben Preis.

Ich war lieb – den ganzen Tag,
lieber, als man´s glauben mag,
lieber als ein Engelein,
so lieb kann man(n) – fast gar nicht sein.

Das End vom Lied – sie sagte Ja.
Und schließlich ward mein Traum noch wahr:
„We will rock you“ – Thank you, „Queen“,
London ruft – wir müssen hin.      12.02.2013
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Pediküre

Ich machte meiner Liebsten heute,
unerwartet – große Freude,
als ich sie – grad, am späten Tage,
nach einer Pediküre fragte.

Da leuchteten die Äuglein auf,
den Stress, den nimmt sie gern in Kauf,
die Seele wandert – das ist klar,
da sie einst – Inquisitor war.

Sie meinte ruhig: „Lehn dich zurück,
das wird für – MICH – der Weg ins Glück.“
Dann holte sie – ich fand´s noch nett,
mal grad ihr Pediküre-Set.

Ich war gefasst – der Puls, er stieg,
ich hoffte noch – sie hätt mich lieb,
da setzte er mit Kreischen ein,
ein Winkelschleifer – schleift auch Stein.

Er war von Bosch – ein wirklich großer,
irgendwie war´s mir nicht koscher,
die Scheibe drauf – aus Diamant…,
fragt nicht – wo ich die Zehen fand.

Im ganzen Zimmer – weit verstreut,
im Blumentopf – Ihr lieben Leut,
im Hundekorb – am Küchentisch,
und in der Suppe – heiß und frisch.

Als Dübel in die Wand geschossen,
mein Blut im ganzen Raum vergossen,
und als ich kurz noch aufgemuckt,
hab ich den letzten – ausgespuckt.

Ich fragte stöhnend: „Sag, warum?“
Sie sah mich an – und nickte stumm.
Das versteh ich – bei dem Krach,
der macht ja schließlich Tote wach.

Dann stand sie auf – ging in die Küche,
(sie holte Salbe – ich war sicher),
jedoch per Handschuh – dem zum Backen,
sah ich sie glühend Eisen packen.

Sie meinte nur – kein Grund zum Schaudern.
Die Glut, sie sei perfekt – nicht Zaudern.
Zum Kautern sei sie wohl 1a,
sie drückte - … ich wurd wach, hurra.

War beim Warten eingeschlafen,
und als mich ihre Blicke trafen,
ergriff ich schnellstens das Panier,
das des Hasen – glaubt es mir.

Setzte mich dann – ohne Eile,
in die Ecke – samt der Feile,
und schnitt die Nägel – eigenhändig,
ich häng an meinen Zehen – lebendig.   07.02.2013
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Gummizelle

Da sich nun bald mein Wurf-Tag jährt,
bin ich der Frau die Frage wert,
was sie mir wohl schenken kann,
demnächst - vielleicht - so irgendwann.

Sie sprach bewusst: "So reiz mich nicht!
Das Budget ist knapp - für dich.
Mein Friseur - jetzt sei recht klug,
verschlingt an Geld - ja schon genug.

Doch etwas Geld - hab ich noch über,
für Nagellack wär´s mir zwar lieber,
doch sollst auch du - zufrieden sein,
und wird´s zu teuer - sag ich Nein!"

Ich überlegte nicht sehr lange,
Geschenke gibt´s zwar von der Stange,
doch ob sich nun mein Wunsch erfüllt...?
Egal, ich hab´s erwähnt - es gilt.

Ich gab ihr Antwort - auf die Schnelle:
"Ne aufblasbare - Gummizelle,
das wär es - was mein Herz ersehnt."
Dann senkte ich den Blick - verschämt.

Ich weiß, dass ich nen Schaden habe,
nicht nur im Reim - spontan und gerade.
Nein... - auch in der freien Wildbahn,
am besten legte ich ein Schild an:

"Nicht füttern! - Dieser Mann, ganz ehrlich,
ist zwar im Grunde nicht gefährlich.
Doch steckt er an - eventuell,
mit seinem Quatsch - das geht sehr schnell."

Daher hätt ich nun gern - für Reisen,
die Zelle - um Euch zu beweisen,
dass ich es merke - und zwar fix,
wenn es mich packt - da gibt es nix.

Die puste ich dann zügig auf,
setz mich rein - lass mir den Lauf,
und schreibe, was mir grad so kommt,
zügig, ohne Los - und prompt.

Außerdem gilt es zu schätzen,
ich kann mich nicht darin verletzten,
und kleckere ich - mit Schokolade,
spült man die Zelle - eben, gerade.

Es kommt auf die Finanzen an:
Bei mehr Budget - wer kann, der kann,
wär ein größeres Teil nicht schlecht,
da käme man - im Team zurecht.

Es wäre Platz - für viele Jecken,
um sich darin - schnell zu verstecken,
dann hätten wir´s vielleicht auch warm:
"Denk mal nach - das hätte Charme!"   07.02.2013
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Halve Hahn

Bei Germanwings - in Kölle Wahn,
gibt's ab morgen Halve Hahn.
In den Wolken Karneval,
denn Köln am Rhein - ist überall.

Wir fliegen Freitag - früh am Tage,
zum Essen immer in der Lage,
doch Kölsch dazu - zur Frühstückszeit,
das geht halt gar nicht - tut mir leid.

Mit Fahne hin zur schönen Themse?
Alles hat so seine Grenze.
Dann lieber doch - schnell hin und weg,
mit Geißbock-Fahne - im Gepäck.

London, Poldi, Arsenal,
ein Grund zur Freude - klarer Fall,
doch weil ich gar kein Ticket habe,
wird nichts draus - und das ist schade.

Kein Musical - kein schöner Gig,
kein Schwofen bei Musik ins Glück,
nur Stadtbesuch - bei Fish & Chips,
bei guter Laune - und sonst nix.

Big Ben, die Tube - und Covent Garden,
St. Peter - ja, den roten Faden,
finden wir bestimmt dabei,
London ruft - wie ich mich freu.

Nur die Liebste sprach: "Du Bauer,
bist du nicht brav - geht's in den Tower.
Wobei - das dachte ich mir aus:
Ich gehe ganz allein hinaus.

Ich schlafe gut - im weichen Bett,
und du - auf einem harten Brett,
tief im Tower, im Verlies,
jetzt sage nur nicht, ich sei fies.

Ich dachte nur an deine Seele,
Gewohnheit, die ich sehr empfehle,
ein Bett - oh dieser Unterschied,
du wüsstest nicht - wie's dir geschieht."

Wie kam ich jetzt - so nebenbei,
vom Halven Hahn zur Biesterei?
Kann es sein, dass ich - vielleicht,
nicht ganz normal bin - viel zu seicht?

Wer hier jetzt ein "Gefällt mit" drückt,
hält mich tatsächlich für verrückt.
Kritisch schaue ich ins Web,
und mache mich per Reim - zum Depp.

Jedoch das Schlimmste - an dem Wahn:
Ich habe gar noch Spaß daran.
Und falls ich in den Tower muss:
Verfasse ich von dort - den Blues. 06.02.2013
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Weiberfastnacht

Wie es sicher jeder weiß,
geht ein Esel gern aufs Eis,
fühlt er sich mal gerade wohl,
so ging's auch mir - wie bin ich hohl.

Schwimm in Milch - wie Milky Way,
doch wenn ich hin zum Ende seh,
schwimme ich nicht mehr sehr lange,
oh, wie wird mir - Angst und Bange.

Denn ich kam grad eben heim,
gut gelaunt - so muss das sein,
und sprach zu meiner lieben Frau:
"Hör mir zu, du weißt genau...

... du weißt - und das auf jeden Fall,
ab Donnerstag - heißt's Karneval,
und wenn ich auch kein Jecker bin,
zieht's mich auf die Straßen hin.

Donnerstag - der Tag der Weiber.
Blieb ich Zuhaus - ruft jede: Leider.
Daher bleib ich nun jetzt dabei:
An Weiberfastnacht - hab ich frei."

Dabei hab ich hinab geschaut,
fühlt mich nicht wohl in meiner Haut.
Ach hätt ich doch - wie wär das schön,
nur einmal - ihr Gesicht gesehen.

Die Warnung, die dort leuchtend stand,
auf ihrer Stirne - eingebrannt,
hätte mich dann schweigen lassen,
so viel Dummheit - kaum zu fassen.

Nachdem ich mein Gesicht sortiert,
so manchen lockeren Zahn gespürt,
mein Auge in die Höhle schob,
zollte ich der Liebsten - Lob.

Wer so gezielt bestrafen kann,
ohne dass man - irgendwann,
länger schläft - als man das muss,
der schlägt als Profi - ganz bewusst.

Dass ich an einem Nasenring,
gekettet an der Hauswand hing,
machte mir dabei fast Mut:
Als schlechtes Beispiel - bin ich gut.

Sie wird bestimmt - oh nein, mitnichten,
in Zukunft kaum auf mich verzichten,
das heißt für mich - so wird das sein:
Bevor der Frost kommt - darf ich rein.

Vielleicht, vielleicht - vielleicht auch nicht,
draußen schwindet leis das Licht,
ich schiele ängstlich hin - zum Tor,
und komme mir so komisch vor.    05.02.2013
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Freitagmittag

Freitagmittag - abgeschaltet,
genug gesagt, gedacht, verwaltet.
Der Griffel fällt - ich will nicht mehr,
...wenn es nur - so einfach wär.

Die Gedanken spulen weiter,
in einem Stück - zwar nicht gescheiter,
doch irgendwie - auch wenn's erschreckt,
gehen sie partout nicht weg.

Verfolgen mich - wo ich auch bin,
machen sie auch wenig Sinn,
so sind sie einfach ständig da,
Tag für Tag - und Jahr für Jahr.

Was hätte ich noch machen müssen?
Wen müsste ich noch grad "erschießen"?
Wer und was und wie, warum.
Mein Hirn, es denkt - ich bleib nicht stumm.

Setz mich hin - beginn zu Reimen,
interessiert's am End auch keinen,
so lenkt mich das ganz herrlich ab,
so lang ich nicht - den Fußball hab.

Da schrei ich mir - das fällt nicht schwer,
das Herz, den Kopf, die Seele leer,
morgen - endlich - geht es los,
meine Freude - sie ist groß.

Bis morgen Mittag - so verzeiht,
ist es noch ganz furchtbar weit,
daher drück ich - nun hier, Zuhaus,
mein Gefühl in Worten aus.

Kleine Sätze - die mit Flügeln.
Möchte ich mich gern auch zügeln,
geht das nicht - so nehmt es hin,
weil ich voll - der Worte bin.

Würde ich sie jetzt nicht schreiben,
stumm in meinem Sessel bleiben,
fänd ich nicht Ruhe - oh, wie schwer,
drum haltet Ihr jetzt wieder her.    01.02.2013
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Ich höre Eure Reaktion:
"Schreib nur ruhig - wen juckt das schon.
Doch würdest du uns sehr beglücken,
würdest du - es nicht verschicken!"

Na - Euch mache ich jetzt Beine.
Rücksicht nehmt Ihr scheinbar keine.
Das tut man nicht - das ist nicht nett.
Ich bin beleidigt - geh zu Bett.

Doch kaum leg ich das Haupt aufs Kissen,
sucht's mich heim - das sollt Ihr wissen:
Das Karussell - das ist nicht neu.
Die Gedanken sind halt frei.
Lifting

Lifting? - Lifting brauch ich nicht.
Faltenfrei ist mein Gesicht.
Denn statt gezurrt und glattgestrafft,
füll ich´s von innen - hab´s geschafft.

Statt Schnitten - zügig, per Skalpell,
durch das lieb gewordene Fell,
helf ich mir - mit Eigenfett,
das wirkt enorm - von A bis Z.

Und seh dabei noch aus wie ich,
kann Lächeln - ohne dass was bricht,
ohne dass die Nase - plötzlich,
ein Kind verschreckt - das wär entsetzlich.

Ohne dass die Augen schielen,
ohne dass die Lippen spielen,
an den eigenen Augenbrauen,
wie das ausschaut - ist ein Grauen.

Windschnittartig liegen Ohren,
keine Fältchen, kaum mehr Poren,
und die Stirne ist so glatt,
als ob´s mein Herz gebügelt hat.

Gesicht - so wie ein Kinder-Po,
doch tiefer blicken - macht nicht froh,
denn dort stapeln sich die Falten,
Altern ist nicht aufzuhalten.

Mancher - in dem Schönheitswahn,
kommt später in die Gruselbahn,
und erschreckt dort kleine Kinder.
Erwachsene? - Na ja, nicht minder.

Hinterm Ohr die Haut verknüpft,
damit das Ganze auch stramm sitzt,
und wenn der Mund dann offen steht,
dann, weil es halt - nicht anders geht.

Kein Leben aus dem Antlitz spricht,
man sieht sich wohl im Spiegel nicht,
denn anders kann das gar nicht sein,
sonst blieb so manche(r) still Daheim.

Da ist mir mein Natur-Lift lieber,
die Haut sitzt straff, gesund darüber,
und wenn´s zu viel wird - und zu knapp,
dann nehme ich mal etwas ab.

Nur der Bauch - da bin ich ehrlich,
dieses Polster - wär entbehrlich,
doch finde ich das Kränchen nicht,
stattdessen - gibt es ein Gedicht.

Und hat der Reim - vielleicht verletzt,
dann schreibe ich es - hier und jetzt:
Es war ja gar nicht bös gemeint,
nur so aus dem Stand - gereimt.  28.01.2013
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Seniorenteller

Wenn man mit Freunden Essen geht,
sich alles um Wehwehchen dreht,
wenn der Rücken schmerzt und sticht,
gefällt mir das - ganz ehrlich - nicht.

Das Rad der Zeit - es dreht sich schneller,
ich will keinen Seniorenteller,
kein irdenes Schälchen von dem Schatz,
hier - an meinem Frühstücksplatz.

Der Liebsten grad mein Leid geklagt,
ob sie vielleicht mich salben mag,
mit Voltaren - aus großen Tuben...,
sie schaut und spricht: "Mein armer Bube.

Jetzt stell Dich nicht so an wie'n Mädchen,
es dreht sich zwar die Zeit, das Rädchen,
jedoch - in dem speziellen Fall,
war's nur dein Sturz - ein Rutsch, ein Knall.

Ich stand dabei - ich mußt's erleben,
es war bei dem Gewicht ein Beben,
dass man spürte - ich mein's ehrlich,
bis nach Kölle - sehr gefährlich.

Auf der offenen Richterskala,
tanzten Zeiger eine Gala,
und das Eine ist gewiss:
Der Weg am Weiher - hat nen Riss.

Am Ende läuft - oh Schreck, oh Graus,
des Weihers kühles Wasser aus,
und Grouven wird uns völlig fremd,
von vorn bis hinten überschwemmt.

Die Flut erreicht die Römerstraße,
sag, Mann - wie kannst du da ruhig schlafen?
Hätt's du an den Schuhen Spikes,
bekämest du stattdessen Likes."

Ich schaute sehr betroffen drein.
Das sollte mein Verschulden sein?
Die Glätte riss mir - sag ich keck,
ohne Schuld die Beine weg.

Jetzt fühle ich mich stark lädiert,
der ganze Rücken hat's gespürt,
und die Hand ist leicht gestaucht,
oh je - das hätt es nicht gebraucht.

Das Haus wird zum Seniorenheim,
geändert muss die Nutzung sein.
Schon morgen gehe ich zur Stadt,
damit das seine Ordnung hat.

Das Rad der Zeit - es dreht sich schneller,
ich ahne den Seniorenteller,
die Schnabeltasse nebendran,
der Rücken schmerzt - mein lieber Mann. 27.01.2013
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Obergartzem

Wie es manchmal kommen kann,
erzähle ich von Anfang an:
Drum lest jetzt hier - und gebt gut Acht,
was die Liebste heut gemacht.

Sie sprach am Morgen - ohne Zweifel:
"Fahr mit mir - mal in die Eifel.
Ein Gang durchs nette Möbelhaus,
einmal durch - und wieder raus."

Ich dachte nach - und stimmte zu,
freut mich auf die nette Crew.
Ein Lächeln - und ein ruhiges Schwätzchen,
ein Händedruck, Café und Plätzchen.

Möbel Schröter - ohne Frage,
die schönsten Möbel dieser Tage,
am Rand der Eifel - gut versteckt,
wir sind gern dort - und hin und weg.

Ich ging mit meiner lieben Frau,
durch die Gänge - sprach dann: "Schau,
dich ruhig um - und bleib mir nah,
das find ich besser." - Wirklich wahr.

Wie hätt ich da schon wissen können,
dass mir die Augen lustvoll brennen,
beim ein und anderen Möbelstück,
ich widerstand - das war ein Glück.

Ich widerstand - ward dann zum Täter,
3 Meter, 10 Sekunden später,
was ich gesehen - zog mich mit Macht,
zurück zum Punkt - wer hätt's gedacht.

Ich schaute nochmals - dann entschied ich:
Ich mach es wohl - ganz schiedlich, friedlich,
und habe ja - ich bin so frei,
das Kontokärtchen mit dabei.

Ich holte mir - (weiß nicht den Namen),
eine von den netten Damen,
fühlte mich - so muss das sein,
als Kunde wichtig - nicht allein.

Frau Chef - und ihre Angestellten,
dies Möbelhaus - es trennen Welten,
von Möbelmarkt - ich sag's mal kühn,
der größer ist - doch anonym.

Ich will die anderen hier nicht nennen,
ihr würdet sie wohl alle kennen,
doch Schröters Haus empfehle ich,
dort umzuschauen - ist fast Pflicht.

Jetzt sieht's Daheim noch netter aus,
Veränderung verschönt das Haus.
Ein Gruß ans nette Schröter-Team.
von mir - und meiner eigenen Queen.  26.01.2013
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Zeugung

Ich hab gezeugt - zwei Stunden lang...,
nun schaut nicht so - wer kann, der kann,
ich bin - nicht wenig - stolz auf mich,
wahrlich - ein ganz helles Licht.

Ich brauch dazu auch keine Mittel,
nicht Talar - nicht weiße Kittel,
ne, das steckt - so wie ich bin,
einfach tief in mir da drin.

Danach hatt ich noch immer Kraft,
stand noch völlig gut im Saft,
und als ich dann den Raum verließ,
gab's Applaus - ein Paradies.

Nun gut, ich will's nicht übertreiben,
die Liebste spricht: "Sei mal bescheiden.
Der Wahrheit stets die Ehre geben,
dann bin ich stolz auf dich - mein Leben."

Daher geb ich's jetzt offen zu:
Applaus gab's nicht - doch dann, im Nu,
vernahm ich hinter mir ein Raunen,
ungläubig - halt pures Staunen.

Wer so lang, so heftig zeugt,
wer dekliniert - und Wörter beugt,
wer Menschen fast zum Wahnsinn treibt,
der ist ein Wunder - tut mir leid.

Ich zeugte - Scham war völlig fremd,
ich zeugte - denn ich hab Talent,
wer zeugen kann - nun ja, der lebt,
oh wie das - mir die Stimmung hebt.

Ich zeugte - und blieb ruhig dabei,
das Herz es klopfte - frank und frei,
der Puls ganz ruhig, nicht feucht - das Hemd,
ungewöhnlich - wer mich kennt.

Normal bin ich sehr aufgeregt,
doch das hat sich heut schnell gelegt,
da ich ja - nehmt es so hin,
ganz fit und auch im Training bin.

Jetzt werdet bitte bloß nicht neidisch,
solch Verhalten - ja, das schreib ich,
wäre eines Manns nicht wert,
irgendwas lief dann verkehrt.

Voll Achtung ganz bewundert schweigen,
bedeutet wahre Größe zeigen,
und die steht mir - ja auch mal zu,
erkenne es - und jetzt kommst Du.

Ach, eins vergaß ich - meine Lieben,
ich habe mich im Text verschrieben:
Gezeugt hab ich am Ende nicht,
es war be-zeugt, beim Landgericht.  25.01.2013
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Statement

Ich dachte - liebe Schwestern, Brüder,
genug der Gigs, der wilden Lieder,
2013 - ich nahm's hin:
Ein Jahr - in dem ich sparsam bin.

Wie sich's für'n alten Herrn geziemt,
im Ohrensessel - hartverdient,
zurückzulehnen - ganz bestimmt,
damit's den Last des Alltags nimmt.

Bedient von meiner lieben Frau,
(Na ja, ich weiß schon sehr genau,
dass ein Kamel - falls Ihr versteht,
vorab durchs Öhr der Nadel geht).

So war mein Plan für dieses Jahr,
doch Internet - steht für Gefahr,
und plötzlich gibt's Konzerttermine,
Jahr für Jahr - dieselbe Schiene.

Die Liebste - sie versprach mir oft,
(Geahnt - Gefürchtet - und erhofft),
sie streiche bald den Zugang mir,
doch was geschehen - lest Ihr hier.

Das www ist noch aktiv,
und während meine Liebste schlief,
verirrte ich mich - in der Weite,
auf eventims schöner Seite.

11 Konzerte sind es jetzt,
Termine sind schon fix gesetzt,
und der Urlaubsschein ok,
Ebbe - für meine Portemonnaie.

Jetzt kommen auch die Alten wieder,
winken mit vertrauten Liedern,
beispielsweise E L O,
tut mir leid - es ist halt so.

The Wall - und Irlands sanfter Barde,
Rod Stewart, Wilson Ray, Max Raabe,
Aida Night - die "of the Proms",
Musikgenuss gibt's nicht umsonst.

Dazu das Eine - und das Andere,
auf dass ich durch die Hallen wandere,
auf der Suche nach Genuss,
das ist kein Kann - nein nein, ein Muss.

Die Liebste - sie ist mit dabei,
ein klarer Fall - für eben 2.
Denn ein Hobby - glaubt mir das,
macht zusammen - viel mehr Spaß.

Doch 14 - dann wird's eingeschränkt,
der Pegel gegen Null gesenkt,
sofern...- ich sag's politisch, knapp:
Ich geb kein klares Statement ab.   25.01.2013
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Denkt nur ja nicht

Ich bin heut Abend nicht zuhause,
doch gibt´s vom Reimen keine Pause.
Denkt nur ja nicht - (fast enttäuscht),
ich gäb jetzt Ruh - verschone Euch.

Würd ich Euch ad hoc nicht nerven,
mit Worten jetzt nicht um mich werfen,
träf es heut Abend - ganz bestimmt,
die Menschen - die mir nahe sind.

Die haben keinen Raum - zu flüchten,
und in Gesellschaft dort zu dichten,
könnt bedeuten - dass man mich,
verstaut - gefesselt, unterm Tisch.

Verstaut, gefesselt und geknebelt,
und damit völlig ausgehebelt,
um zu reimen - (nebenbei:
Gedanken - sie sind trotzdem frei).

Doch blieb das im Gedächtnis wach?
Worte, Sätze - mannigfach?
Nein, bestimmt nicht - und daher,
mach ich Euch - das Leben schwer.

Obwohl - Ihr könnt den Text markieren,
löschen, zum Papierkorb führen,
drucken, in den Reißwolf jagen,
ignorieren - sonst noch Fragen?

Die SMS auf Löschen schieben,
Whattsap - die unbemerkt geblieben,
einfach ins Nirwana schicken,
und Euch damit selbst beglücken.

Was man nicht liest - das nervt auch nicht,
keine Ode - kein Gedicht,
kein Reim, kein Satz - und kein Gewäsch.
Ist´s wirklich so? - Oh, mir wird schlecht.

Niemals hatte ich´s im Sinn,
dass ich - wirklich - nervig bin.
Ich werde blass - Ihr seht´s zwar nicht,
doch ehrlich - ja, ich schäme mich.

Ich schäme mich - jetzt ohne Ende.
(und fülle damit - wieder Bände,
denn auch aus Scham - kurz nachgedacht,
hab ich einen Reim gemacht).

Denkt nur ja nicht - ich werd stiller,
nein, ich bin der Pausenfüller,
bin Euer steter Plagegeist,
der um Euer Postfach kreist.

Der sich gar - kurz durchgespielt,
darin ganz furchtbar heimisch fühlt.
Da hilft nur eins - nur ja nicht zieren:
Einfach - den Account stornieren.  24.01.2013
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Sitzungskarneval

Morgen Abend - Knall auf Fall,
muss der Jung zum Karneval,
ins Gürzenich - ich armer Bube,
Kölles feine, gute Stube.

Heut noch mal die Stimme ölen,
um morgen dann vereint zu grölen,
zu kölschen Weisen und Musik,
ich kann nicht singen - welch ein Glück...

... welch ein Glück - ich schreib´s mal hier,
für die Menschen neben mir,
die mich nicht hören - ganz gewiss,
wenn der Pegel lautstark ist.

Männer tanzen - fein parat,
Stippefott vorm Elferrat,
und die Mariechen wirbeln auch,
das ist im Karneval so Brauch.

Musik der Bläck Fööss und der Höhner,
machen mir den Abend schöner,
ich denke mal - so dann und wann,
dass ich dazu auch schunkeln kann.

Ausgefeilte Büttenreden,
sind nicht wirklich was für jeden,
denn "me muss och Kölsch verstonn",
ansonsten "bruchs de nit ze jonn".

Jungfrau, Bauer und der Prinz,
do meenst de plötzlich, datt de spinnst,
denn der Jungfrau Lieblichkeit,
is ene Mann - und nein, kein Weib.

Der Wein - er fließt gewiss in Strömen,
bei staatsen Herren, bei den schönen,
bei mir gibt´s Wasser - gar nicht bang,
einen ganzen Abend lang.

Auch wenn ich dann - so mit der Dauer,
bei manchen Worten einen Schauer,
bekomme - weil ich nichts versteh,
tut mir das nicht wirklich weh.

Ich werde das bestimmt verschmerzen,
denn mit meinem dicken Herzen,
kenne ich die Jungs - auch dann,
echte Kerls - von nebenan.

Ich singe mit - das ist schon klar,
ich singe im Duett sogar,
und wenn es sein muss - auch Quartett,
Hauptsache - es wird dort nett.

Der Mann - der das "verbrochen" hat,
den seh ich morgen in der Stadt,
die ich liebe - so wie keine,
Köln am Rhein - die Stadt ist meine.   23.01.2013
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Boxen-Luder

Konkret beginnt mein Tageswerk,
um kurz nach 5 - ganz frisch, gestärkt,
durch eine wohlgeruhte Nacht,
der Geist erweckt - und neu entfacht.

Ich springe aus dem Stroh - mit Schwung,
und fühle die Erleichterung,
wenn ich - als reichlich alter Mann,
dort ohne Hilfe stehen kann.

Ich schleiche gähnend in das "Bad",
wasche mich bei knapp 0 Grad,
brech das Eis im Zuber auf,
so beginnt mein Tageslauf.

Denn Heizung gibt´s im Keller nicht,
geschweige denn - Elektrisch Licht,
doch habe ich mich dran gewöhnt,
der Tag bricht an - wie ist das schön.

Jedoch heut Morgen - reichlich schnippisch,
schaute meine Frau sehr kritisch,
und meinte kurz: "Was schleichst du so,
als hättest du nen Stock im Po?

Der Rücken krumm - das Haupt gesenkt,
nun sei mal bitte nicht gekränkt,
wenn ich dir sage - ohne List.
dass das wohl keine Frische ist.

Ich ließ dich ruhen - knapp 6 Stunden,
hast Ruhe, die du brauchst - gefunden,
doch scheinst du mir heut altersschwach.
Sag, hörst du mich - sag bist du wach?"

Ich nahm ein Streichholz - spreizt die Lider,
schaute - sah die Liebste wieder,
und meinte nur - verschlafen, träge:
"Warum bekomm ich nachts jetzt Schläge?

Ich fühle mich wie halb zerbrochen,
ich spüre jeden einzelnen Knochen.
Gib es zu - geliebtes Weib,
du boxtest mich zum Zeitvertreib.

Du saßt die Nacht auf meiner Brust,
und statt dem Sandsack - gegen Frust,
war nun ich dein Punchingball,
das spüre ich - das schmerzt ganz doll."

Sie schaute... - das verwirrt mich immer,
meinte dann: "Ich weiß, Herr Wimmer...",
(lieber Gott - wenn sie so spricht,
dann heißt das klar - es geht um mich).

"... ich weiß, Herr Wimmer - heut ganz früh,
du hast zu viel an Phantasie.
Noch ein Wort - dann setzt es was.
Jetzt fahr zur Arbeit - und hab Spaß."

Dass sie noch was vom Alter rief,
das vernahm ich instinktiv.
Liegt es wirklich jetzt daran?
Oder ob´s die Zeit sein kann?

Winter - und die Dunkelheit,
Frische scheint so fern und weit.
Ich gähne mal - aus tiefstem Herz,
und ignorier der Glieder Schmerz.  22.01.2013
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Übertrieben

Mancher schnell verfasste Reim,
mag ja übertrieben sein,
doch glaube ich, dass es bald reicht,
setzt man den Fakt - der Lüge gleich.

So wurde es mir heute halt,
zu Mittag - an den Kopf geknallt.
Das sei ganz schlimm - das sei nicht gut,
und dass man das - als Christ nicht tut.

Ich sprach entsetzt - das muss so sein,
mein wahrer Kern, er liegt im Reim.
Und dass ich um den Fakt wohl weiß,
da sei Kritik - ein fairer Preis.

Doch wer bedauert werden will,
der reimt halt nicht - ganz brav und still,
sondern haut mal gern - au Backe,
richtiggehend auf die Kacke.

Wo wäre ich denn heut geblieben,
hätt ich stets watteweich geschrieben?
Niemand, der was darauf gäb,
wenn mein Ego sich vergräbt.

Ich weiß, ich mach mir selbst was vor,
weil niemand - nie ein Wort verlor,
mit dem er das Bedauern spricht.
Wen interessiert das? - Klar, nur mich!

Schreib ich von Bosheit meiner Frau,
dann stimmt´s - vielleicht - nicht ganz genau,
jedoch im Kern - da ist das so,
ganz bestimmt - so irgendwo.

Auch den Keller - habe ich,
ohne wirklich helles Licht,
und alte Ketten - gibt´s dort auch,
Ihr könnt´s besehen - falls Ihrs braucht.

Doch schrieb ich alles - wie durch Watte,
(immerzu die selbe Platte),
interessierte das kein Schwein,
(so wie auch jetzt - ich bin allein).

Dieser Reim - heißt, sich zu wehren,
ich möchte mich hiermit beschweren,
dass jemand meint - ich lüge nur,
das stimmt so nicht - nicht mal ne Spur.

Ich bausche nur die Wahrheit auf,
lass meinen Worten ihren Lauf,
und wundere mich am Ende dann,
wie viel Mist - ich schreiben kann.

Jetzt schaue ich kurz in den Spiegel,
die Nase kurz - und sanft die Züge,
das ist ein Zeichen - das sei klar,
dass es - die pure Wahrheit war.   21.01.2013
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Schiebung

Am Sonntagmorgen – ganz akribisch,
steh ich auf – und schiebe, schieb ich,
den Schnee, der leis vom Himmel fällt,
weiß und glatt – ist unsere Welt.

Ich nehme mir zur Hand – den Schieber,
(den Platz im Sessel hätt ich lieber),
und trete vor das Tor hinaus,
ach wär´s doch nicht so lang – das Haus.

Dabei, mich gerade tief zu bücken,
fährt mir die Hexe in den Rücken,
wobei – das wisst Ihr genau:
Ich meine hier – nicht meine Frau.

Die steht am Fenster – schaut mir zu,
und meint dann süffisant: „Hey, Du,
wie schön ist es – wie wunderschön,
dich auch mal in Aktion zu sehn.

Doch Deine Haltung – so verdreht,
ich glaube fest, dass das nicht geht,
und dass du später jammern musst,
dann sag ich dir – Ich hab´s gewusst.“

Ich winke ab – sie hat ja Recht.
Es zuzugeben – wäre schlecht.
Daher beiß ich mir auf die Lippen,
und schwitze wie ein Schwein – beim Schippen.

Ein jeder freigeräumter Meter,
kommt mir vor – ein wenig später,
als hätte a) ich nie geräumt,
und b) – als hätt ich´s nur geträumt.

Denn meine Hausbesitzerpflicht,
hinderte diesen Schneefall nicht,
mir hinter meinem Rücken – schweigend,
den Finger – weit gestreckt – zu zeigen.

Es ist schon Mitte Januar,
das ist fast Frühling – das sei klar.
Auf jeden Fall – hab ich´s gehofft,
doch falsch gedacht – das gibt es oft.

Stöhnend komm ich in den Flur,
seh nicht die geringste Spur,
und stelle fest – mit einem Satz:
Mein ganzes Tun – war für die Katz.

Jetzt fehlt nur, dass sie Liebste spricht:
„Los, mein Herr – nun spute dich.
Machst Pause – scheinbar – vorm Beginn,
nun mach mal los – nun mach mal hin.“

Frühsport – früh am Sonntagmorgen,
als hätte ich nicht andere Sorgen.
Jedoch die Zeit – für diesen Reim,
sorry – ja, die musste sein.    20.01.2013
__________________________________
Montag

Wenn es schon wieder Sonntag ist,
wenn du im Dunst den Montag siehst,
dann ist - und das geht 1,2,3,
das Wochenende - fast vorbei.

Dann geht es - ohne Wenn und Aber,
wieder in das "Arbeitslager".
Das ist seit vielen Jahren so,
und dennoch macht mich das recht froh.

Reden, Rechnen, Prüfen, Schreiben,
am besten immer sachlich bleiben,
hinterm Schreibtisch - dort in Ketten,
nur der Samstag wird mich retten.

Bezahlen - und Finanzen planen,
eventuell im Vorfeld ahnen,
wenn etwas läuft - wie es nicht soll,
ging das immer - wär das toll.

Lachen - auch mal Unsinn reden,
mit dem Chef, mit den Kollegen,
hier und da ein Mütchen kühlen,
und stets bereit, mal mitzufühlen.

Sich jährlich auf den Urlaub freuen,
und mit Spaß schon lang verstreuen:
"Ich reise bald - und du bleibst hier."
(Kollege, sag - wen meinen wir....?)

Geschäftlich hier und da verreisen,
geschäftlich viel zu viel verspeisen,
auf dass der Ranzen ständig wächst,
nicht immer sieht Frau das relaxed.

(Da reimte sich was anderes drauf,
doch trau mich nicht - nehmt es inkauf,
da diese Reime - meine Thesen,
manchmal ja auch Kinder lesen).

Nette Menschen um mich rum,
dabei auch manches Unikum,
mit viel Unsinn - stets im Sinn,
so wie auch ich - nun mal halt bin.

Gedanken machen, Kalkulieren,
so viel Sachen, die passieren,
jeden Tag - im Tageswerk,
manchmal Hügel - dann ein Berg.

Und trotzdem macht es - meistens - Freude,
nur - wie Ihr wisst - grad jetzt nicht, heute,
weil man heute Sonntag schreibt,
und uns die kurze Frist - verbleibt.

Wenn es schon wieder Montag ist,
wenn du im Dunst den Freitag siehst,
dann ist - und das geht 1,2,3,
die neue Woche - fast vorbei.   20.01.2013
___________________________________
Stockholm-Syndrom

Ich leide - sagte ich das schon?
Ganz sicher am Stockholm-Syndrom.
Denn ich fühl mich - ungelogen,
zur Knute auch noch hingezogen.

Verflechtung, die sich da ergibt,
und wenn sie tut - als ob sie liebt,
das ist die Krux - denn ich sag kess:
Im tiefsten Herzen - glaub ich es.

Sie weist mich ständig in die Schranken,
und ich sag auch noch artig Danke,
gäbe es ein Männer-Haus,
zöge ich wohl längst schon aus.

Doch da ist diese tiefe Bindung,
und beim Problem der eigenen Findung,
fühl ich mich - es ist ein Drama,
verschollen in dem eigenen Karma.

Ich fühle mich verwirrt, beklommen,
wie als Geisel - grad genommen,
als käme ich - es ist ein Graus,
ohne diesen Druck nicht aus.

Als sei ich sonst - das soll´s ja geben,
nicht genügend stark im Leben,
die Liebste hat das wohl erkannt,
und führt mich stets - mit starker Hand.

Na ja, dass diese - dann und wann,
auch mal kurz entgleiten kann,
das ist - und jenes ist fatal,
im meinem Falle - ganz normal.

Dass sie Härte zeigen muss,
das ist mir klar - und sehr bewusst,
weil ich ansonsten - das wär Müll,
wirklich mache - was ich will.

Sie hat´s nicht wirklich leicht mit mir,
und ehrlich - sie verzweifelt schier,
weil die Erziehung - das ist Life,
leider halt - nicht immer greift.

Vielleicht sollt ich - na ja, mal sehn,
ganz fix zum Psychologen gehn,
zehn Sitzungen auf seinen Liegen,
um mein Syndrom - schnell zu besiegen.

Das ist besser - immer noch,
als mein Platz im Kellerloch,
denn neuerdings gibt es - statt Heu,
nur noch dünnes Katzenstreu.

Doch hörig - hörig bleib ich wohl,
das ist ne Sucht - wie Alkohol,
wie Nikotin - wie zu viel Reden,
ich sag es ja - "die Stadt in Schweden".  18.01.2013
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Geständnis

Im Telegrammstil kurz erwähnt:
<<erwacht-geschaut-gestutzt-geschämt>>
Denn die Liebste - kurz nach 4,
lag nicht im Bett - sie war nicht hier.

Ich rollte mich im Bett herum,
gleich einem Wal - ich bin nicht dumm,
denn so ein chices Wasserbett,
ist ein Traum - von A bis Z.

Ich genoss des Wassers Wärme,
da hörte ich's von draußen lärmen,
ein stetes Schaben - solch ein Krach,
wer, bitte - macht mich so früh wach?

Der Lärm - er klang nicht angenehm,
in meinem Bett war's so bequem,
(denn letzte Nacht - nur grad mal so,
musste ich mal nicht ins Stroh).

Ein Rasseln - so wie Blech auf Stein,
musste das denn wirklich sein?
Ich suchte nach dem Pfropf fürs Ohr,
und kam mir furchtbar hilflos vor.

Ich schlief schon beinah wieder ein,
ließ den Lärm Geschichte sein,
da schreckte ich betreten auf,
wo war die Liebste? - Wohl verkauft!

Ich drehte mich zum dritten Mal,
nein, es war mir NICHT egal,
und so - verschlafen - macht ich mich,
auf frühe Suche - das ist Pflicht.

Suchte sie - in jedem Zimmer,
sah nirgends nur den kleinsten Schimmer,
nicht im Bad - nicht im WC,
nicht in der Küche - weh, oh weh.

Draußen schön verschneit - so herrlich,
doch dieser Blick - er ist entbehrlich,
ist die Liebste nicht am Platz,
ich rief laut jammernd: "Hallo Schatz!"

Denn dieses Wort - das mag sie nicht,
und schon ward ich im Sturm erwischt,
ein Schlag - voll Schnee - mit ihrem Schieber:
"Ich war schon fleißig - du, mein Lieber.

Während du im Traume weiltest,
und der Wirklichkeit enteiltest,
räumte ich Lawinen fort,
das war Arbeit - im Akkord."

Ich hätt geholfen - sicher, ja,
dafür sind starke Männer da,
doch wenn ich es nicht wirklich weiß...,
mir ward es kalt - dann wieder heiß.

Nun steh ich da - ich armer Tropf,
mir schwirrt mein Haupt - mir schwirrt der Kopf.
Der Reim ist wahr - von Anfang an,
doch ich gestehe - unter Zwang.   17.01.2013
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Eingeschneit

Grouven ist nun eingeschneit,
na ja - es ist halt Winterzeit,
da hilft der Traum vom Frühling wenig,
doch schön wär´s dennoch - oh, ich sehn mich.

Ich sehn mich nach der warmen Luft,
nach Frühlingsblumen - ihrem Duft,
und bin gefrustet - nach der Nacht,
aufgrund des Schnees - der weißen Pracht.

Ein Eckgrundstück gehört verboten,
und könntet Ihr mich dort benoten,
lehnte ich das Zeugnis ab,
weil ich - zu wenig Grazie hab.

Ich tanze einen wilden Fox,
mit meinem Schieber - on the rocks,
und pfeife aus dem letzten Loch,
wie war das mit der Fitness noch?

Der Weg ums Haus - er ist so lang,
ich fange vorne mutig an,
und mache gleich entkräftet Schluss,
damit ich dort nicht sterben muss.

Die Liebste schaut - sie schaut und spricht:
"Ab morgen ist das Räumen Pflicht.
Du träumst vom Drücken? - Hör gut zu:
Wer morgen schippt - das bist nur du!"

Denn die Liebste - mein Gewinn,
schlug heut Morgen mächtig hin,
die eine Seite grün und blau,
doch jammert nicht - sie ist halt Frau.

Einmal aus dem Tritt gekommen,
hat es ihr den Halt genommen,
kein Gleichgewicht - kein sicherer Stand,
und Lunas Leine - in der Hand.

So lag sie dort - in Dunkelheit,
fast noch Nacht - zu früher Zeit.
Und humpelte dann still zurück,
nicht verletzt - das ist ein Glück.

Mich zu verweigern? - Nein, das geht nicht.
Ich hoffe, hoffe - Ihr versteht mich.
Und haltet mich nicht für zu feige,
da ich zu ihrem Wunsch nun schweige.

Was sie wünscht - sei mir Befehl,
grad jetzt - da sie die Prellung quält,
da will ma(n) doch kein Unmensch sein,
und mein Herz - ist nicht aus Stein.

Ich verstell schon mal den Wecker,
früh die Zeitung - früh zum Bäcker,
früh den Weg vom Schnee befreit,
mein Heimatort - ist eingeschneit.  15.01.2013
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Auf den Arm

So weit ist es jetzt schon gekommen:
Ich hab mich auf den Arm genommen,
weil es sonst - mal laut gedacht,
sowieso ja niemand macht.

Außer Freunden, Chef, Kollegen,
sie geben mir gern ihren Segen,
und außerdem - ach ja, genau,
Kinder, Hund - und meine Frau.

Obwohl ich schwer bin - ehrlich, Huch,
hob ich mir dabei keinen Bruch,
auch unter dem Aspekt selbst nicht,
des Wechsels von der Kür zur Pflicht.

Denn so ist es - mittlerweile,
ich nehm mich gern in meinen Zeilen,
und mit Schwung auf meinen Arm,
irgendwie hat das doch Charme.

Ich habe einen Sockenschuss,
und wenn ich dann noch schmunzeln muss,
bei dem, was ich hier von mir gebe,
weiß ich - dass ich gerne lebe.

Nun schrieb kürzlich Elisabeth,
an "Dr. Reim" - im Internet,
dass sie eine Frage quäle,
und nun auf meine Antwort zähle.

Wie bei der Bravo - Dr. Sommer,
steh ich bereit - auf Punkt und Komma,
hab für Erklärung immer Zeit,
und ist es Quatsch - tut's mir (nicht) leid.

Es sprach die Dame - die aus Bayern,
ob das, was ich dem Hirn entleiere,
normal sei - denn Alarm, Alarm,
ich nähme mich - stets auf den Arm.

Ich überlegte - doch nicht lange,
ja, diese Frage macht nicht Bange,
denn das, was sie in manchem Reim fand,
ist wohl ein Gen - aus unserem Rheinland.

Sich eben mal aufs Schüppchen nehmen,
ohne sich dabei zu schämen,
das macht am Ende sogar Spaß,
na prima - ja, das ist schon was.

Und seit heut Morgen zeig ich Stärke,
ging gegen frischen Schnee zu Werke,
auf dass mein Bizeps strammer wird,
wenn sich schon mein Geist verwirrt.

Denn mit strammem Muskelband,
halte ich dem Leben stand,
nehm mich - mit frischer Kraft,
auf den Arm - und bin geschafft. 14.01.2013
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Sichtbehinderung

In der Dusche fallen Schranken,
und dort kommen mir Gedanken,
die hab ich nun ins Wort verpackt,
die Wahrheit schont nicht - sie ist nackt.

Ich stand dort - und ich wusch mich so,
da plötzlich - Zeter, Mordio,
ließ ich einen lauten Schrei,
und die Liebste - eilt herbei.

Dort stand ich - in der Flut der Tränen,
dabei, mich fürchterlich zu grämen,
und die Liebste - fassungslos,
fragte sanft: "Was ist nur los?"

Ich jammerte: "Man stahl, die Nacht,
das - was mich zum Manne macht."
Sah sie dabei kritisch an:
Schaut sie ertappt? - Ob sie das kann?

Sie hielt das Messer in der Hand.
Es rebellierte mein Verstand.
Sie sprach von Kabanossi heut,
zur Linsensuppe - ob sie's reut?

Da schüttelte sie sanft das Haupt:
"Du bist bekloppt - konträr verschraubt.
Was dich da stört - in deiner Sicht,
das ist dein Bauch - und weiter nichts.

Die Füße magst du ja noch sehen,
von der Ferse - zu den Zehen,
sechsundvierzig - ach so lang,
und alles weitere - ist noch dran."

Ich spürte die Erleichterung,
ich bin zwar alt - doch (noch) zu jung,
als dass ich das verwinden könnt,
das Schicksal hat es mir gegönnt.

Jedoch demnächst - und zwar schon bald,
gibt's Änderung - auf jeden Fall,
denn der Kollege - und auch ich,
mutieren dann - zum frühen Fisch.

Vor der Arbeit - 20 Bahnen,
zügig schwimmen - doch, ich ahne,
bis zum "zügig" dauert's was,
egal - ein Sprung ins kühle Nass.

Dann wird die Sicht - mit steter Dauer,
klarer - und ich seh genauer,
ob die Extras - heut so blind,
wirklich noch vorhanden sind.

Und trotzdem, trotzdem bin ich kritisch,
oh, mein Herzblatt - ja, ich bitt Dich:
Mach mir nicht Angst - mit einem Wort:
Bitte - leg das Messer fort.     13.01.2013
_______________________________
Die innere Uhr

Sonntagmorgen - lang vor 7,
wie gern wär ich im Bett geblieben,
doch die verfluchte innere Uhr,
schickt mich zeitig in die Spur.

Sonntagmorgen - lang vor 7,
jetzt aufzuwachen - übertrieben.
Doch bin ich einmal aufgewacht,
ist sie vorbei - die kurze Nacht.

Dunkel ist's - in meinem Zimmer,
doch ahne ich den ersten Schimmer,
und dass Frau Hund - das Ohr gespitzt,
schon neben meinem Strohsack sitzt.

Sie schaut mich an - ich spüre das!
Ich sehe zwar nicht wirklich was,
doch irgendwie weiß ich's genau,
auch unser Hund - ist eine Frau!

Sie sendet mir Signale rüber:
"Jetzt rauszugehen - wär mir lieber,
als hier zu sitzen - Feldgepolt,
wie bestellt - und nicht geholt.

Erhebe dich - los, alter Mann.
sonst schiebe ich - gleich irgendwann,
die feuchte Nase - einfach so,
suchend unter dein Plumeau.

Und das eine lass dir sagen:
Ich würde es sogar ertragen,
ohne Maske - ohne Schutz,
siehstewohl - du bist verdutzt."

Normalerweise - spricht sie nicht,
das macht sie nur - hier im Gedicht,
doch geb ich den Gedanken Klang,
was fang ich sonst - heut Morgen an?

Die innere Uhr - ich sag's bescheiden,
lässt Euch nun schon sehr früh leiden,
ich schlafe nicht, ich sitze hier,
warum dann, bitte - schlaft jetzt Ihr?

Selbst meine Frau liegt noch im Schlummer,
nur ich bin jetzt erneut der Dumme,
der schon wieder reimen muss,
Nonsens - und kompletten Stuss.

Dunkel ist's - nicht mal halb 8,
die Morgendämmerung winkt ganz sacht.
Gepflegt, gewaschen und gestylt,
mein Frühstück - mit Frau Hund geteilt.

Gibt's gegen früh Erwachen Kuren?
Wer, bitte - stellt die inneren Uhren?
Macht Euch Gedanken - seid gescheit,
auch ich bin's frühe Reimen leid.    13.01.2013
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Es war einmal

Es war einmal - vor kurzer Zeit,
ein Mann, der war es mächtig leid,
dass er seit dem letzten Jahr,
nicht mehr zu erreichen war.

Er hörte Märchen - und zwar viele,
doch den Weg dadurch - zum Ziele,
der blieb dem armen Mann verwehrt,
irgendwie - schien das verkehrt.

Kein Internet - kein Telefon,
wer braucht auch die Verbindung schon,
wenn er - selbst ist jeder Mann,
seine Nachricht trommeln kann.

Er fragte nach - wohl oft genug.
Dies Verhalten schien ihm klug.
Doch was er hörte - half ihm nicht,
der Zugang blieb verwehrt - und dicht.

Den Splitter mehrfach neu geholt,
neu programmiert - und neu gepolt,
die Stecker einfach neu gesteckt,
doch das Amt - es blieb weit weg.

Getauscht - was man nur tauschen kann,
und beinah meine Frau - den Mann,
weil sie meinte - ohne Recht,
es läg an mir - ich sei zu schlecht.

Der Mann der Technik kam - und schaute,
hantierte, prüfte und er baute,
sah mich dann ganz fröhlich an,
und sprach: "Es klappt jetzt...irgendwann.

Die Hoffnung nur jetzt nicht verlieren,
und immerzu die Chancen spüren,
dass es morgen wieder klappt..."
Dann haute er schon wieder ab.

Ich wachte auf - am nächsten Morgen,
ohne Kummer, ohne Sorgen,
nahm mein Telefon zur Hand,
...und schmiss es fluchend an die Wand.

Die Hotline - diese fremde Crew,
begrüßte mich schon mit dem "Du",
10 Tage lang - schon gut gekannt,
dass Freundschaft beinah zart entstand.

Nun hör ich heut - nach langer Pause,
dass das Problem - nicht hier im Hause,
sondern an der Leitung liegt,
Beharrlichkeit - sie hat gesiegt.

Soeben hörte meine Schöne,
im Telefon - die ersten Töne,
und vielleicht - klappt's morgen wieder,
ich sinke fast - in Ehrfurcht nieder.    11.01.2013
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Korinthenkacker-Blues

Wer nicht wagt - nein, der gewinnt nicht,
doch die Liebste - ist korinthisch,
zerpflückt mir jedes zweite Wort,
und wirft es einfach über Bord.

Dort schwimmt es - bis es untergeht,
ich möcht's gern retten - doch zu spät,
was einmal weg ist - selbstverständlich,
das bleibt es auch - und zwar unendlich.

Wahrscheinlich liegt's an dem Kollegen,
auch der gibt selten seinen Segen,
sondern hält ein Plädoyer,
das färbt nun ab - oh weh, oh weh.

Ich sag der Liebsten: "Sieh's olympisch.
Dabei zu sein - nur dieses wünsch ich.
Und wenn du jetzt Korinthen schei..,
weißt du sicher - was das heißt:

Das raubt mir all mein Selbstvertrauen,
anstatt mich etwas aufzubauen,
feilschst du hier - um jedes "e",
oh, mein Herz - das tut mir weh.

Ein "a" zu viel - ein "e" zu wenig,
ja, ich fühlte mich als König,
hieltest du - den Daumen high,
doch schimpfend - seid Ihr jetzt schon 2."

Mit diesem Spruch - auf meinen Lippchen,
zog ich, wie ein Kind ein Schüppchen,
und setzte mich dann schmollend hin,
weil ich so unverstanden bin.

Wie ich da saß - schon fast in Tränen,
kam sie an - muss ich erwähnen,
dass ich vor Angst zusammenfuhr?
So mancher Schlag - zog manche Spur.

Doch sprach sie sanft: "Jetzt sei kein Tor".
Und zog mich unterm Stuhl hervor,
unter dem es ängstlich roch,
nachdem ich panisch mich verkroch.

Ich jammerte: "So hau mich nicht.
denn die Spuren im Gesicht,
sind deutlich noch - und gut zu sehn,
mein Gott - wie war ich vorher schön.

Mein Reden hatte scheinbar Charme,
denn sie nahm mich in den Arm,
und meinte - es wird nicht geweint,
sie habe es - nicht so gemeint.

Doch grad bei der Gelegenheit,
sei es nunmehr an der Zeit,
mir zu sagen - oh gewiss,
dass dieser Reim - nur Nonsens ist.   09.01.2013
_______________________________________
Hotline

Einst besaß ich - nein, kein Hohn,
in unserem Haus ein Telefon.
Und dazu - so step for step,
den Zugang hin - zum Worldwide Web.

Die Geräte gibt's noch immer,
und oben - in dem Arbeitszimmer.
schläft der Splitter vor sich hin,
wär er wach - wär's ein Gewinn.

Neben ihm - ja, es ist wahr,
ruht der N - und TBA,
das grüne Lämpchen - ohne Licht,
verweigert weiter seine Pflicht.

Seit zehn Tagen - alles tot,
und unsere Welt - fast aus dem Lot,
die Steuerkundschaft - die mich braucht,
wählt und wählt - steht auf dem Schlauch.

Bin ich auch nicht wirklich helle,
dreh ich trotzdem leicht am Teller,
da meinte meine Frau - mein Fun:
"Ruf doch mal die Hotline an.

Hängst du in der Warteschleife,
erfährst du dort vorab die Reife,
denn bei Musik - gewohnt vom Band,
läuterst du dir den Verstand."

Gesagt, getan - ein Blick, ein Griff,
das Handy wählt - das hat schon Pfiff,
und tatsächlich - Mann oh Mann,
es geht tatsächlich jemand dran.

Freundlich? - Ja, ganz ohne Frage.
Und das versetzt mich in die Lage,
zu glauben - was der Mann dort spricht.
doch seine Liste - sah ich nicht.

Die hatte er - dort vor sich liegen,
und so, dass sich die Balken biegen,
erzählt er dieses - morgen jenes,
so wie es ihm grad bequem ist.

Gestern war's ein Flächenbrand,
heute meines Routers Stand,
mal ein Kurzschluss - dann das Kabel,
ich lynche ihn - wie Kain den Abel.

Langsam, langsam platzt der Kragen,
und ich fühle - tief im Magen,
wie die Säure kocht und brodelt,
ich glaube fast - mein Schwein, es jodelt.

Morgen kommt er - jetzt, angeblich,
der Mann der Technik - ist's vergeblich?
Klappt es - oder klappt es nicht?
Morgen bringe ich's ans Licht.  08.01.2013
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Quälen

Manchmal muss man Worte quälen,
denn im Gegensatz zum Zählen,
ist Freiheit - so hab ich geglaubt,
im Reime - ganz spontan erlaubt.

Manchmal muss man Worte schinden,
um den Rhythmus auch zu finden,
manchmal wird ein Wort gestreckt,
dann erfüllt's schon seinen Zweck.

Rein und Unrein - und identisch,
Worte gibt's für mich - unendlich,
und find ich mal das Versmaß nicht,
ganz ehrlich? - Ja, dann schäm ich mich.

Reime, stumpf - und Reime, klingend,
manche gar auch mal gelingend,
manche schnell gehackte Strophen,
sind hingegen - für den Ofen.

Am besten schnell - ganz schnell verbrannt,
doch liegt das Ende - auf der Hand:
Was einmal hier geschrieben steht,
das muss hinaus - wenn's grad so geht.

Ich oute mich halt gern mit Worten,
mit solchen Sätzen - von der Sorte,
die man - wie ein Vater liebt,
wie schön, dass es die Sprache gibt.

Der Duden hat so viele Seiten,
und ich hoffe - durch die Zeiten,
dass ich die Worte - irgendwann,
auch alle noch verbrauchen kann.

Und ist das Deutsch mal aufgebraucht,
so nehm ich Englisch - das geht auch,
oder ich erfinde - fix,
ein neues Wort - da kenn ich nix.

Das kennt die Liebste schon Zuhause,
ich schreibe, brabbele - ohne Pause.
Ist das der Grund? - Mir wird's bewusst,
dass ich gleich in den Keller muss.

Dort rezitier ich - meine Silben,
für Kellerasseln, Spinnen, Milben,
denn dort unten - ohne Licht,
nerve ich mein Herzblatt nicht.

Manchmal - so beim Worte-schinden,
spüre ich die Angst mich finden,
dass ich morgen nichts mehr weiß,
die Liebste sagt: "Red keinen....Mist.

Wie ich dich kenne - lass dir's sagen,
muss man dich wohl einst erschlagen,
denn sonst gibst du niemals Stille.
Ein Poet? - War nie mein Wille."   07.01.2013
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Adler

Wenn die deutschen Adler fliegen,
sich jubelnd in den Armen liegen,
dann, ja dann ist es soweit,
Skiflug - neue Wettkampfzeit.

Oben an der Rampe stehen,
in die weite Tiefe sehen,
Fahnen und die Gänsehaut,
Jubelschreie - fern und laut.

Im Moment den Atem halten,
nichts mehr denken - abzuschalten,
das ist alles, was nun zählt,
den Moment - hat er gewählt.

Die Ski - sie stehen in der Spur,
was fehlt ist der Moment jetzt nur,
in dem der Startschuss endlich fällt,
das Fliegen - das ist seine Welt.

Geschwindigkeit - zum Schanzentisch,
Furcht zu kennen - braucht es nicht,
der Absprung dann - mit sehr viel Kraft,
der Wind, er trägt - es ist geschafft.

Fliegen - einem Vogel gleich,
dies Gefühl - es macht ihn reich,
auf den Flügeln - mit dem Wind,
jeder Springer - er gewinnt.

Wenn's auch nicht die Weite ist,
wenn's die Haltung auch vermisst,
so liegt's Gewinnen im Gefühl,
Dabei zu sein - bedeutet viel.

Die Landung dann - im Telemark,
wenn das gelingt - war's wirklich stark,
und wenn die Weite auch noch stimmt,
dann weiß er - dass er's Spiel gewinnt.

Norwegen und Österreich,
Deutschland - alle sind sie gleich,
wenn auch in der Weite nicht,
so doch im Flugwind - im Gesicht.

Vier Schanzen - jetzt zum neuen Jahr,
für die Fans - der Traum wird wahr,
den Flug erleben - so ästhetisch,
gibt es Schöneres? - Nein, das geht nicht.

Schnee und Skisprung - Wintertraum,
so herrlich ist es, zuzuschauen,
doch kann man's wirklich nur verstehen,
könnt man - durch Adlers Augen sehen.

Das Gefühl mit ihm erleben,
nach Höhe und nach Weite streben,
nach dem perfekten Absprungpunkt,
dies macht's Erlebnis wirklich rund.  06.01.2013
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Zehen

Die Liebste macht mir langsam Sorgen,
denn sie sprach, am nächsten Morgen,
brauche sie - und das Zack Zack,
acht große Zehen - fein gehackt.

In der Angst - hab ich Routine,
ahnte schon die Guillotine,
und sah die Zehen - welche Qual,
ein allerallerletztes Mal.

Ich sprach zur Liebsten: "Schau's dir an.
Wenn ich demnächst nicht gehen kann.
Dann nur, wenn man es kritisch nimmt,
weil's Fußwerk - in der Suppe schwimmt.

Zwei Zehen - die mir dann noch bleiben,
die wund in meinen Schuhen reiben,
die sind zum Schreiten nicht genug,
so nimm doch Rücksicht - sei doch klug.

Wer soll dir die Getränke holen?
Wer sorgt fürs Geld - sorgt für die Kohlen?
Und das Fallbeil - welch ein Sumpf,
das ist im Schliff - dazu noch stumpf."

Ich sah sie an - und hoffte sehr.
Doch übernehm ich nicht Gewähr,
dafür, dass sie auch Gnade kennt.
Dieser Zug - er ist ihr fremd.

Die Liebste schüttelt ihren Kopf:
"Was bist du für ein dummer Tropf.
Ich sprach vom Knoblauch - was machst du?
Du schreibst nen blöden Reim dazu.

Ich sollte - würde es was nutzen,
dir des Geistes Flügel stutzen,
doch komme ich - mit meinem Beil,
nicht wirklich dran." - Ich find das geil.

Und winkte meinen Füßen zu,
mit meinen Zeh(e)n - auf du und du,
wie schön ist es, sie noch zu sehn,
nicht nur zwei - nein, alle zehn.

Von dem großen - bis zum kleinen,
alle Zehen - sie sind meine.
Fünf auf jedes Fußes Seite,
ich freue mich - und such das Weite.

Denn weiß ich - falls Ihr mich versteht,
was später durch ihr Köpfchen geht,
ob sie nicht - in nächster Nacht...,
ich fürchte mich - nicht, dass Ihr lacht.

Einmal Schnipp - dann wieder Schnapp,
ein Zeh, der ist ganz schnell mal ab.
Und so schau ich in die Küche:
Reicht der Knoblauch? - Bin nicht sicher! 06.01.2013
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Nachtischplatte

Als ich noch meinen Vorsatz hatte,
erschien die schönste Nachtischplatte,
die ich je im Leben sah,
plötzlich - war sie einfach da.

Aus dem Nichts spontan erschienen,
(ein Restaurant lebt vom Verdienen).
Ich habe dreimal schwer geschluckt,
wie unbeteiligt - dumm geguckt.

Obst - und süße Kleinigkeiten,
das war und ist - seit allen Zeiten,
für mich ganz furchtbar - und ganz schlimm,
weil ich, wie ich bin - halt bin.

Außerdem - nicht zuzugreifen,
zeugt wirklich nicht von wahrer Reife,
sondern wäre - meine Thesen,
wirklich höflich - kaum gewesen.

Ich widerstand - nein, nicht für Stunden,
vielmehr für lange zwölf Sekunden,
dann tauchte ich - das musste sein,
meinen Löffel erstmals ein.

Der Geschmack - oh Junge, Junge,
entfaltete auf meiner Zunge,
Geschmack gleich einer Explosion,
wo bitte gibt's das sonst denn schon?

Die Platte war für zwei gedacht,
doch bange - hat's mich nicht gemacht,
ein bisschen Achtung - wie's mir schien,
wurde mir - danach verliehn.

Wenn ich sonst auch nicht viel kann,
beim Essen - geb ich mich als Mann,
als Sammler - und gewiss auch Jäger,
als Bauch-ganz-stolz-nach-vorne-Träger.

Selbst der Kollege - links am Tisch,
sah aus, als sei er stolz auf mich,
(und war nun dies Gefühl nicht richtig,
sei dieser Absatz - Null und nichtig).

Das End vom Lied - vier Stunden später,
fühle ich mich - als der Täter,
immer noch - wie überfüllt,
doch steh ich's durch - ist halb so wild.

Was soll ich tun - ich hab's gespürt,
dass man mich in Versuchung führt,
und mein Chef - er ähnelt sehr,
dem Satan - sprich, Herrn Luzifer.

Doch morgen - morgen fang ich an,
weil ich ansonsten - irgendwann,
mal platzen werde - klarer Fall,
mit einem furchtbar lauten Knall.  03.01.2013
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Reim dich - oder ich fress dich

Ich bin der deutschen Sprache mächtig,
manchmal geht's - und manchmal prächtig,
manchmal einfach mittelmäßig,
doch meine Website - ist gefräßig.

Ruft mich ständig - ruft nach Worten,
und zwar nach jenen, von den Sorten,
die hinten etwas ähnlich sind,
wer sie findet - der gewinnt.

Doch mein "geliebter Oberlehrer",
macht mir nun mein Leben schwerer,
da er mir jetzt Noten gibt,
wenn ich's wieder übertrieb.

Wenn ich einer Uzi gleich,
die Welt mit wilden Worten streich,
dann steht er da - mein "Unheilbringer",
hebt mahnend seinen Zeigefinger.

Er präsentiert - und zwar kalt lächelnd,
mir eine "6" - ich leide hechelnd,
und bitte ihn - auf Knien, gebeugt,
um eine "4" - er schaut, und schweigt.

Auch ein Minus - grad dazu,
akzeptier ich - welch ein Clou,
doch der Mann ist einfach hart,
härter, als ich je gedacht.

Er meint, ein wenig Contenance,
im Reimen böte mir die Chance,
auf ein besseres Ergebnis,
ja, das wäre ein Erlebnis.

Doch wohin dann mit den Worten?
Mit den Sätzen - von den Sorten,
die mich quälen - Tag und Nacht,
sofern nicht aufs Papier gebracht.

Ich würde sicher dran ersticken,
und mit angstvoll wirren Blicken,
schaue ich - in meine Welt,
welche Tafel er nun hält.

Die böse 6?- Vielleicht ne 4?
Die 5? Die 3?- Ich reich ein Bier,
für eine 1 - für jede 2.
Ist das Bestechung? - Oh, verzeih.

Ich schäme mich - geh in die Ecke,
und lauere in dem Verstecke,
auf das Ergebnis - fürchte mich,
vor der Benotung - rot der Strich.

Mein Herz, es klopft - ich spüre Furcht,
und weiß es doch - da muss ich durch.
Wie früher - zu des Schülers Zeit,
mein Erinnern - es reicht weit.   02.01.2013
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Tapete

Heut - am letzten Tag des Jahres,
wäre Ruhe etwas Wahres,
denn die Nacht - so sei recht klug,
die wird ja noch lang genug.

Ich führt den Kaffee grad zum Munde,
entspannt und zu sehr früher Stunde,
da sprach die Liebste - Mann oh Mann,
mich schräg von linker Seite an.

Sie schaute kritisch auf die Wände:
"Alles hat einmal ein Ende.
Selbst die Tapeten - diese auch,
obwohl im Hause niemand raucht.

Im Wohnzimmer - und in der Küche,
muss es sein - ja, ich bin sicher,
nächstes Jahr - und das ist bald,
pack ich's an - auf jeden Fall."

Nun bin ich so - wie ich halt bin,
ein Kindskopf - mit getrübtem Sinn,
und daher setzte - so kann's sein,
mein Kopfkino - mit Volldampf ein.

Ich sah das Haus in Schutt und Asche,
das ist bei mir nicht überraschend,
da ich - wie soll ich's nur beschreiben,
alles auf die Spitze treibe.

Ich roch den Kleister, kahle Wände,
erhob dann bettelnd meine Hände,
und sprach von der Gemütlichkeit,
die mir dann fehlt - in dieser Zeit.

Die Liebste meinte drauf, spontan,
sie hätt die Reaktion geahnt,
sie kenne mich - wohl mit am besten,
und das ja schließlich - nicht seit gestern.

Ich werde - wenn sie tapeziert,
daher dann einfach ausquartiert,
und außerdem - so säh es aus,
sei sie ja wohl - die Frau im Haus.

Wenn sie nicht wirbele - hm, wer dann?
Mit Sicherheit wohl nicht ihr Mann,
der die Tapeten - wenn er's könnte,
kleben würd - an Kopf und Hände.

An die Fenster - auch noch quer,
drin verwickelt - und noch mehr,
und daher - das sei ein Befehl,
soll ich verschwinden - weil's sie quält.

Nun weiß ich also - ganz geschwind,
was das neue Jahr uns bringt.
Gut, dass sie sich zu helfen weiß,
und nicht, wie ich - das Handtuch schmeißt.  31.12.2012
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Aber

Schwarzbrot gibt es nur - und Knäcke,
dann darf ich bald aus den Verstecken,
manches Kilo - viel zu viel,
sind da mein erklärtes Ziel.

Doch irgendwie - fehlt scheinbar Reife,
und es erscheint als Dauerschleife,
Jahr für Jahr - derselbe Laber,
am End des Jahres - steht ein "Aber":

Aber - so viel Feiertage,
aber - dieses Loch im Magen,
aber - so viel Urlaubsreisen,
mit - so vielen leckeren Speisen.

Aber - sich mit Freunden treffen,
aber - auch der Mensch muss essen,
aber - ich bin doch noch jung,
und das - ist Unterzuckerung.

Dem setzen wir ab jetzt den Riegel,
ein fester Griff - und stramm die Zügel,
und jetzt - nach der Silvesternacht,
wird's angepackt - es wär gelacht.

Ich hab es doch schon mal geschafft.
Warum fehlt momentan die Kraft?
Zu viel Süßes - zu viel Brot,
Wurst und Käse - groß die Not.

Das Rauchen damals aufzugeben,
war lange Zeit mein größtes Streben,
ich hab's geschafft - ich hab's gewollt,
und Achtung mir dann selbst gezollt.

Doch warum - sagt's ins Gesicht,
klappt das so - beim Speisen nicht?
Auch ein Bauch - so muss man's sehn,
ist ja nun - nicht wirklich schön.

Im Stadion - bei der Kontrolle,
bekomme ich mich in die Wolle,
am Einlass - mit dem Kontrolleur,
es zu erklären - fällt nicht schwer:

Ich sag: "Der Bauch - der ist wohl echt,
ja, er war teuer," - lach ich frech.
"und unter Jacken und Pullovern,
gibt's nicht Raketen - out and over."

Die Luft - beim Gang zur Südtribüne,
erzählt mir was - von Schuld und Sühne,
wobei sie - wie mir das so scheint,
wohl kaum - Herrn Dostojewski meint.

Okay - es wurde festgestellt,
dass nun erneut der Startschuss fällt,
schon bald - am 1. Januar,
oh, mein Gott - jetzt wird es wahr. 30.12.2012
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Genetik

Fünf Tage frei - und Regenwetter,
Weihnachtstage und Lametta,
zu viel Essen - zu viel Gammeln,
da musst du dich erst wieder sammeln.

Ich stand auf - früh aufgewacht,
nach einer tief verschlafenen Nacht,
wusch mich - putzte mir die Zähne,
auf dass ich mich am Tag nicht schäme.

Wienerte noch kurz die Brille,
denn des Chefs geknurrter Wille,
setzt sich besser in die Tat,
wenn man klaren Durchblick hat.

Rein in die Jeans - das frische Hemd,
(Krawatten sind mir eher fremd),
die Füße in die warmen Socken,
ein Blick zum Fenster - noch ist´s trocken.

Die Schuhe stellte ich bereit,
langsam wurde es auch Zeit,
der Zeiger meiner Armbanduhr,
zog unaufhörlich seine Spur.

Den rechten Schuh zur Hand genommen,
doch wie gewonnen - so zerronnen,
denn der Fuß - (wie kann das sein?),
passt partout nicht mehr hinein,

Der Fuß zu breit - der Schuh zu schmal,
auch umgekehrt - wär es egal,
was nicht passt, das passt halt nicht,
ich staunte - und es wundert mich.

Ich beugte mich sehr tief hinab,
und macht auf halber Strecke schlapp,
weil da was im Wege ist,
wie Ihr sicher alle wisst.

Drum fühlt ich nur - ich sah´s ja kaum,
ertastete im Zwischenraum,
meiner Zehen - feste Haut,
und habe wohl - sehr dumm geschaut.

Der Regen fällt so grau vom Himmel,
ich setze Grünspan an - und Schimmel,
und zwischen meinen Zehen - wächst,
eine Schwimmhaut - seht´s relaxed.

Obwohl nun der Kollege spricht:
"Am Regen liegt das sicher nicht,"
lässt er offen - was er meint´,
ich bin verdutzt - der Himmel weint.

Der Mist - der meinem Hirn entspringt,
dazu gereimt - falls es gelingt,
rührt wohl aus Kurzschluss der Synapsen,
ich spüre meinen Grünspan wachsen.   27.12.2012
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Extremcouching

Heute gilt's - extremes Couching,
das Gesicht-im-Schlaf-zerknautsching,
den Sessel-sanft-nach-hinten-kipping,
wie gut, dass ich so sportlich-fit bin.

Das ginge kaum - ganz ohne Training,
wer nicht trainiert - dem bleibt nur schäming,
ich versuch's - lehn mich zurück,
stell fest, es geht - na, welch ein Glück.

Nach Zehnkampf an den Feiertagen,
funktioniert - nur noch der Magen,
Rinderbraten - und Dessert,
irgendwie - bleibt Lust auf mehr.

Lider-sanft-nach-unten-Klappung,
das-Band-zum-wahren-Leben-Kappung,
versinken tief im Dauertraum,
sich jetzt bewegen? - Das geht kaum.

Wär das Couching schon olympisch,
dieses Ziel - oh ja, das wünsch ich,
dann wäre ich der Star leichthin,
in jener schönen Disziplin.

Stramm-liegend-und-zum-Fernsehen-schauend,
auf-die-Liebste-ständig-bauend,
dass sie mir neue Nahrung bringt,
schön wär das - wenn es gelingt.

Doch sie spricht: "An Feiertagen,
beweist du einen Leier-Magen,
ausgeleiert wie ein Sack,
daher, mein Herz - bist du so spack.

Statt Couching wär Bewegung besser,
du bist halt der perfekte Esser,
doch irgendwie - ihr lieben Leut,
geht es mir kaum anders - heut.

Wie schön - die neue Teamsportart,
gutes Training bringt in Fahrt,
und so gebührt auch dir - Kanaille,
der Anspruch - auf die Goldmedaille.

Du wirst im Olymp verewigt,
da gibt's kein nein - da gibt's kein geht nicht,
du bist ein Held - ein Held auf Socken,
oh, da bleibt kein Auge trocken.

Schau nicht so - nicht so verknittert,
sonst setzt es jetzt ein Gewitter,
schau nicht so - nicht so verknautscht,
erhebe Er - sich von der Couch."

Das ist mein Stress an Feiertagen,
leer-der-Akku, voll-der-Magen,
im Couching bin ich Up to Date,
jetzt lasst mich ruhen - es ist spät. 26.12.2012
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Wintertraum

Wintertraum - Phantasialand,
ein Traum fürs Herz - und den Verstand,
da wird man - wenn's Gefühl gewinnt,
gerne mal erneut zum Kind.

Lichterketten - Wasserspiele,
Farben - bunte und so viele,
Artistik, Spaß - rundum ein Traum,
Worte - sie beschreiben's kaum.

Auch wenn der Winter dieses Jahr,
ein Frühling ist - wie sonderbar,
ändert das mal gar nichts dran,
dass man in Brühl noch Kind sein kann.

Einen Tag dort zu genießen,
das gleicht fast Urlaub - Freuden sprießen,
einen Tag lang abzuschalten,
mal nicht handeln, nicht verwalten.

Die Welt mal einfach Welt sein lassen,
Geschehen mit jedem Sinn erfassen,
und in Schönheit fast ertrinken,
Millionen Lichter - wie sie blinken.

Mit offenen Augen Wunder sehen,
auf Eis dort Pirouetten drehen,
Fahrgeschäfte - zu bestaunen,
ein Tag voll einfach guter Laune.

Und da Freude Hunger macht,
ist auch ans Leibeswohl gedacht,
Schauen, Staunen, Lachen, Schlemmen,
fahrt nur hin - und lernt es kennen.

Am Abend noch Fantissima,
das ist der I-Punkt, oh, ganz klar,
ich hab's erlebt - ich weiß Bescheid,
intensiv erlebte Zeit.

Was fehlt, das sind jetzt weiße Flocken,
und dann mit Mantel, warmen Socken,
hinein in diese Wunderwelt,
immer wieder - weil's gefällt.

Ich bin halt damit groß geworden,
und fühlte mich dort stets geborgen,
hab immer meinen Spaß gehabt,
nun hab ich's endlich mal gesagt.

Reime gibt es stets - am Band,
warum dann nicht zu diesem Land,
wo Phantasie - und das gewiss,
ganz bestimmt Zuhause ist.

Ihr macht's perfekt - Ihr macht uns froh,
Glückwunsch und nun weiter so,
und wie man es auch immer nimmt,
das nächste Mal - gibt's ganz bestimmt.   24.12.2012
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Emanzipation

Ich bin ein Fan - das hält mich jung,
von Gleichheit und Berechtigung,
ich kämpfe gern und alle Zeit,
gegen Unentschlossenheit.

Gegen Schwäche, Unterdrückung,
und es setzt mich in Verzückung,
wenn jemand aufsteht - und begreift,
die Zeit ist für Veränderung reif.

Auch ich komm eines Tags dorthin,
doch weil ich etwas mutlos bin,
dauert das noch eine Weile,
das hat bei mir - auch keine Eile.

Außerdem - wo fang ich an?
Bin nicht nur meiner Liebsten Mann,
sondern auch des Chefs Lakai,
bin unterdrückt - was ist dabei?

Bin der Spielball der Kollegen,
sowohl bei Sonne - als bei Regen.
Liegt das dran - nun ja, vielleicht,
dass mein Bauch - dem Fußball gleicht?

Freiheit für die Gummibärchen,
seit über 50 langen Jährchen,
bin ich ein Fan von Haribo.
Ein großer Fan - dann wird man so.

Dort heute nun - hat es ein Ende,
heute ist der Tag der Wende,
seit die Welt nicht unterging,
hat mein Leben endlich Sinn.

Als ich vor die Liebste trat,
(weich die Knie - bis zum Spagat),
und sie fragte: "Darf ich mit?"
Da war's schon ein besonderer Schritt.

Nun darf ich mit ins Kino gehn,
nach Mittelerde - das ist schön,
und hier nun - mache ich jetzt Schluss,
da ich noch zur Arbeit muss.

Die Liebste sprach - verständnisvoll,
sie finde mein Begehren toll,
und sprach: "Wozu gibt's Minijobs?
Willst Taschengeld? - Du bist bekloppt.

Und denk dran - du musst fleißig sein.
Schließlich gehst du nicht allein.
Dein Sohn und ich - wir gehen mit,
dorthin wo's Popcorn, Cola gibt."

Ich bin befreit - emanzipiert,
der erste Schritt - nun ist's passiert.
Ich darf sie heut ins Kino führen.
Könnt Ihr die Befreiung spüren?   22.12.2012
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21-12-12

Ich bin heut Morgen aufgewacht,
nach einer ruhig verschlafenen Nacht,
und wähnte mich - ein wenig bang,
mitten schon - im Untergang.

Der Tag, den Maya prophezeit,
heute ist es nun soweit,
nur die Uhrzeit - des Gerichts,
diese weiß ich leider nicht.

Ich vernahm es mit Erstaunen:
Nirgends Klänge von Posaunen,
kein Erzengel im hellen Schein,
ich lag im Keller - ganz allein.

Apokalypse? - 1.000 Sonnen?
Ne, es hat noch nicht begonnen,
und auch die Reiter - frei und wild,
habe ich noch nicht im Bild.

Das heißt zwar nichts - es ist noch früh,
und Pünktlichkeit - die gibt´s fast nie,
so dass man nirgends planen kann,
nicht mal mit dem Untergang.

Geh ich zur Arbeit? - Geh ich nicht?
Irgendwo wär es ja Pflicht.
Doch verpass ich - beim Signale.
nachher dann noch das Finale.

Kauf ich Geschenke jetzt noch ein?
Und steh nachher dann fast allein,
unterm grünen Tannenbaum?
Ne, das geht nicht - das geht kaum.

Die Himmlischen - und zwar die Scharen,
die, die angekündigt waren,
stehen wohl noch im Depot,
na, da bin ich aber froh.

Zahle ich die Haftpflicht noch,
für mein Auto? - Ich glaub doch.
Denn das Event ist nicht bestätigt,
wahrscheinlich scheitert´s wieder kläglich.

Wollt bei eventim Karten ordern:
1. Reihe - denn die Horden,
die vorne mit am Abgrund stehn,
die möcht ich nicht von hinten sehn.

Doch scheinbar war´s schon ausverkauft,
zumindest ging kein Fenster auf,
es sei denn - es ist kostenlos,
ja, die Verwirrung - ist schon groß.

So gehe ich den Tag nun an,
wie jeden anderen - Spaß und Fun,
und schau mal, was der Freitag bringt,
viel Spaß - bis morgen - wenn´s gelingt.  21.12.2012
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Parkuhr

Die Liebste hat mir jüngst gesagt,
dass sie keine Männer mag,
welche - früh, bis nachts 1 Uhr,
ständig jammern - welch Tortur.

Mal ist der Keller viel zu kalt,
dann ist´s zu dunkel - Er zu alt,
mal ist´s der Geißbock - der FC,
dann tut mal wieder etwas weh.

Der Mann - er fühlt sich nicht geliebt,
wobei es 1.000 Gründe gibt,
weshalb er jammern, nöhlen kann,
wie gesagt - Er ist ein Mann.

Ich tat´s mit einem Lachen ab,
doch als ich mich besonnen hab,
dachte ich: Sie hat ja recht,
Irgendwo bin ich wohl schlecht.

Ich fragte, was die Lösung wär,
drauf meinte sie: "Komm zu mir her.
Und höre, was dein "Chef" Dir sagt:
Bald kommt das Fest - sei nicht verzagt.

Ich hab für dich schon ein Geschenk,
und dass mein Herz sehr an dir hängt,
das weißt du sicher ganz genau,
schließlich bin ich deine Frau.

Ich kaufte dir - klingt das auch doof,
eine Parkuhr für den Hof,
dazu ein Sack - ganz voll mit Münzen,
geh nur raus - darfst dir was wünschen.

Wirf 2 Euro ganz schnell ein,
und schau - du wirst verwundert sein,
wie die Parkuhr steht und schweigt,
Dein Jammern - sie: Gelassenheit.

Dort kannst du stehen - stundenlang,
die Bank - sie steht gleich nebenan,
zum Sitzen da - wenn du das willst,
während du die Parkuhr füllst.

Oh, mein Gott - mein größter Wunsch,
wird jetzt wahr - zieh keinen Flunsch:
Kein gereimtes Jammern mehr.
Der Stein am Herzen - wog so schwer."

Seitdem steh ich nun da - im Regen,
kann mich, dank Kälte - kaum bewegen,
und labere die Parkuhr voll,
die Liebste sprach - das ich das soll.

Weihnacht wird es nun bald werden,
Frieden, Freude auf der Erde.
Ich wünsche Euch ein schönes Fest,
und schickt mir Kleingeld - bin beim Rest. 20.12.2012
____________________________________________
Manche

Manche Tage sind recht hässlich,
manche Tage – sie sind grässlich,
manchmal – oh, wie klingt das nett,
blieb man besser – fein im Bett.

Schnarcht dort fröhlich vor sich hin,
träumt sich fort – egal wohin,
wenn´s nur schön ist – ist´s mir recht,
alles andere – wär auch schlecht.

Das Telefon geschwind auf Out,
ein bisschen Sonne an die Haut,
und den Winter abgehakt,
ich weiß – das ist jetzt leicht gesagt.

Gestern schickt die Liebste mich,
um 8 zu Bett – „So füge dich.
Du schlummerst schon im Sessel ein,
Obwohl – dann gibt es keinen Reim.

Das ist gut – ja, das ist prima,
positiv für Freund und Klima,
mein Postfach platzt aus allen Nähten,
jetzt geh aufs Stroh – entspann die Gräten.“

Siebenmal musst sie es sagen,
dann sprach ich: „Bitte, nur nicht schlagen.
Ich hab verstanden – gehe jetzt,
bevor mich noch dein Hieb verletzt.

Das Wochenende – es war Stress,
nun gibt der Abend mir den Rest,
ich schlafe jetzt – bin gar nicht bang,
10 ganz volle Stunden lang.“

Gesagt, getan. – Ich ging aufs Stroh,
und was ich sprach – erfolgte so.
Am Morgen, als der Hahn laut kräht,
entfuhr mir schreckhaft: „Es ist spät“.

Ich stand schnell auf – fuhr zum Betrieb,
wo´s recht viel an Arbeit gibt,
(das muss ich schreiben – ich bin kess,
denn diese Reime – liest mein Chef).

Zurück zum Anfang – heut der Tag,
war einer – wie ich sie nicht mag,
dumme Nüsse – viel zu viele,
(ich beiße nicht – ich will nur spielen).

Bald kommt´s lange Wochenende,
meine Freude spricht schon Bände.
Fünf Tage lang nur faul zu sein,
und so viel Zeit – für Reim auf Reim.

Habt Ihr den Filter jetzt schon an?
Ich brauch das Reimen – dann und wann,
und Spam – so ist´s schon stets gewesen,
muss man ja nicht wirklich lesen.   18.12.2012
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Stewardess

Bei Stewardessen - richtig netten,
wahrt man gern die Etikette,
und statt forsch nach vorn zu gehn,
versucht man's mit nem Bitteschön.

Über Tag so viele Flüge.
Immer einfach? - Das wär Lüge.
Hier ein Brötchen - dort ein Saft.
Wie oft man wohl ein Danke schafft?

Ein ruhiger Flug - mit Airberlin,
da hat's ein "Prima" auch verdient.
Der Tag war sicher schon sehr lang,
und die Nacht fängt gerade an.

Von Alicante - schnell wie nie,
nach Düsseldorf - nach Germany,
hoch oben - weil das halt so muss,
auf 36.000 Fuß.

Alle brav - und niemand meckert,
niemand, der Tomaten kleckert,
nicht aufs Hemd - nicht auf den Sitz,
das ist bei mir - schon fast ein Witz.

Meine Frau raunt: "Du hast Mut,
im Kleckern bist du wirklich gut.
Und kleckerst du jetzt hier - mein Lieber,
schiebt man dich auf die Flügel rüber.

Mit einem Lätzchen festgeschnallt,
bei Minusgraden ist's zwar kalt,
doch eh den Airbus du versaust,
musst du - nimm's jetzt hin - halt raus.

Die Damen haben Stress genug,
auf diesem späten, langen Flug,
da tut's nicht Not - dass nach der Reise,
verteilt ist all dein Saft, die Speise."

Die Liebste hat ganz sicher recht,
kaum sprach sie's aus - fühl ich mich schlecht,
und trink den Saft ganz zügig aus,
was leer ist - das läuft kaum mehr aus.

So darf ich - das will ich jetzt schreiben,
warm in der Kabine bleiben,
ich schau hinaus - und nicht hinein,
und finde Muße - für den Reim.

Mit klammen Fingern - ging das schlecht,
dort draußen käm ich nicht zurecht,
und das Handy trudelt schnell,
in die Wolken - fuck, the hell.

Danke, liebe Stewardess,
wie schön es sich doch fliegen lässt,
mit guter Laune, Höflichkeit,
komme ich - noch mal so weit.   16.12.2012 (Flug von Alicante nach Düsseldorf)
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Doppel-D

Immer wenn ich Stefan seh,
such ich nach dem rechten Dreh,
Gewicht zu schmelzen - Ei der Daus,
ich sehe ja - nicht anders aus.

Unsere Brüste - diese schweren,
machen allen Models Ehre,
irgendwie - wie ich das seh,
zwischen A und doppelt D.

Wär ich nicht Frauen zugetan,
würd ich gern schauen - steiler Zahn,
wie's bei der Fahrt im Brustraum bebt,
da merkt man - dass da etwas lebt.

Meine Liebste - Stefans Ute,
meinten nun, mal soll sich sputen,
hin in ein Dessous-Geschäft,
damit man's dort schön formen lässt.

Ein BH, ein Minimizer,
für Sport, Büro - selbst für die Reise,
einer für die Nacht - wer's mag,
auf jeden Fall - jetzt, für den Tag.

Was jetzt - vielleicht - noch stramm und fest,
wird - wenn man es sich selbst belässt,
bald schon streng nach unten gehn,
und dann ist es nicht mehr schön.

Dann sprechen wir - oh Gott, mein lieber,
eventuell schon von dem Mieder,
für den Körper - im Kondom,
Leute, sagt - wer will das schon?!

Dieser Zustand ist unsäglich,
Abzunehmen - macht's erträglich,
warum fängt daher Mann + Mann,
nicht einfach wieder - damit an.

Miederwaren sind recht teuer,
nicht abzusetzen - von der Steuer,
und irgendwie - wär es ein Graus,
beim Manne sieht das - dämlich aus.

Selbst ein BH mit Geißbock-Logo,
ist am Ende dann ein No-Go:
"Männer, tut nun diesen Schritt,
nehmt Frank und Banni noch gleich mit."

Ich schaue schnell noch in den Spiegel,
sehe mich - schon wird's mir übel,
dieser Anblick tut fast weh,
körperlich - A big Ohje.

Ich sinke ganz ergriffen nieder,
zu viel Steaks - holt mir mein Mieder,
obwohl - der Einfall hat schon Wert:
Ob der Spiegel - wohl verzerrt?    15.12.2012
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Tapas

Spanien - und leckere Tapas,
nicht für Mamas - nur für Papas,
fein serviert am Herren-Tisch,
mit viel Knofi - und ganz frisch.

Gambas - fein, in Knoblauchöl,
heiß und brutzelnd - welch Jeföhl,
Flünz, gebraten - mit viel Ei,
und frisches Brot - gab's gleich dabei.

Ziegenkäs - garniert auf Zwiebeln,
sind die Zwiebeln - auch von Übel,
weil - na ja, Ihr wisst es schon:
Aug um Auge - Ton für Ton.

Frische Feldmaus - fein frittiert,
Babymaus - ganz nackt, sie friert,
rosa und ganz ohne Fell,
die Haut ganz blass - der Kopf noch hell.

Die Füßchen weisen stramm nach oben,
und während die Gedanken toben,
greif ich zur ersten - werf sie ein,
na ja - so schlimm wird's wohl nicht sein.

Ich kau bedächtig - kaue lange,
das ist kein Mahl - so von der Stange,
die Liebste schaut - die Liebste spricht:
"Nein, ach nein - ich küss dich nicht.

Schaut ein Füßchen aus den Zähnen,
müsste ich mich deiner schämen."
Derweil ein Rückgrat knurpselnd knackt.
Ich grinse - alles ist im Lack.

Und zeige strahlend mein Gebiss,
wo keine Maus - verewigt ist,
und den letzten knappen Rest,
pul ich fort - I'll do my best.

Die Schale neigt sich - sie wird leerer,
frittierte Mäuse - bin Verehrer,
ein letzter Happ - schon sind sie weg,
nun weiß ich - was der Katze schmeckt.

Der Koch, er kommt - man zollt ihm Lob,
war's vom Erscheinungsbild auch grob,
so war es dennoch ein Genuss,
es hat geschmeckt - was muss, das muss.

Ich sage: "Mausos sind was Wahres."
Er spricht: "Nix Mausos - Calamares!"
Was ich für kleine Pfötchen hielt,
das waren Fühler - falsches Spiel.

Bin kein Gourmet - ich bin kein Kenner,
die Liebste meint entnervt nur "Männer!"
Kann nichts dafür - es sah so aus,
egal, ob Fisch, ob Fleisch - ob Maus.  15.12.2012
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Schwengel-Diplom

Ich bin der diplomierte Schwengel,
ich bin ansonsten - fast - ein Engel,
ich bin ein ganz normaler Mann,
ich phantasiere - that means fun.

Nicht jeder kann das von sich sagen,
doch ich muss diese Bürde tragen,
und diese Bürde - trägt sich schwer,
wer hilft mir, bitte - bitte, wer?

Ich kam dazu - wie ich das finde,
wie die Jungfrau zu dem Kinde,
ich war 40 - Unschuldslamm,
das nicht ein Wasser trüben kann.

Da hat ganz spät - in dunkler Nacht,
ein Mann - mir das Gerät gebracht,
und sprach dann später - irgendwann:
"Nun fass das Ding - gern selbst mal an."

Ich war verwirrt - ich wurde rot,
der Atem stockt - oh, große Not.
Hier und jetzt? - Dazu vor Zeugen?
Doch hieß es - sich dem Zwang zu beugen.

Ich stand auf - die Knie so weich,
nicht alles fällt im Leben leicht,
ich schloss die Augen - ja, und dann,
fasste ich - den Schwengel an.

Hart und lang - und mehr als stark,
meine Beine - weich wie Quark,
dies Gefühl war nicht sehr schön,
dann begann ich - leicht zu drehn.

Entstehen in Euren Köpfen Bilder?
Erst ganz sanft - dann immer wilder,
und langsam, langsam klang Musik,
ich lehnte mich entspannt zurück.

Und nahm verträumt den Beifall an,
ein Hoch auf den - der schwengeln kann,
ich weiß genau - ich kann es schon,
schließlich hab ich - ein Diplom.

Schaut nicht so - nein, nein, das geht nicht,
dieser Schwengel - nun, er dreht sich,
am Leierkasten - nebenan,
zum Geburtstag - Mann, oh Mann.

Was ich partout nicht leiden mag,
weder früh - noch spät am Tag,
ist, wenn man mich verwirren muss,
und dieses dann - auch noch bewusst.

Missverstehen - Absicht gar,
Freunde - das ist wohl nicht wahr.
Das ist wirklich nicht mehr komisch,
schließlich bin ich ja - katholisch.   14.12.2012
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Lektorat

Die Liebste ist in unserer Ehe,
irgendwie mein Wohl und Wehe,
ohne sie - (der Satz fällt schwer),
wär ich nur die Hälfte wert.

Sie ist Geliebte, Ehefrau,
Freundin auch - na klar, genau,
bin ich down - mimt sie Pastorin,
und nebenbei ist sie - Lektorin.

Ich reime schneller als erlaubt,
und wer deswegen nunmehr glaubt,
was ich schreibe, habe Sinn,
der weiß nicht - wie ich wirklich bin.

Manchmal schreib ich - prüfe nicht,
verirre mich gern im Gedicht,
lese es noch einmal durch,
und stell es online - ohne Furcht.

Dann kommt die Liebste - rasend fix,
schaut sich's an: "Datt war wohl nix.
Da hast du grad ein Wort verdreht,
Jetzt steht es online - ist's zu spät.

Ein "un" zu viel - ein "dass" zu wenig.
In ihrem Blick ist der nur König,
der auf seine Liebste hört.
Dies zuzugeben - hm, das stört.

Oh, mein Herz - ich schreib doch nur,
und die Autokorrektur,
spielt mir dann so manchen Streich,
manchmal seh ich ihn nicht gleich.

Die Finger treffen falsche Tasten,
vielleicht sollt ich ein wenig fasten,
denn wenn die Finger knochig sind,
wird's Schreiben einfach - wie der Wind.

Kann sein - es ist das Kind im Manne,
das schlummert in mir - schon sehr lange,
und ist dank Unbekümmertheit,
manchmal schon nen Satz zu weit.

Bevor ich nun die Schimpfe kriege,
oder hier im Blute liege,
da mich ihre Pfanne traf,
lass ich sie's lesen - treu und brav.

Erst wenn sie - was ich schreib - versteht,
erst wenn sie ihren Daumen hebt,
liebe Freunde - dann, erst dann,
fange ich - den nächsten an.

Der Angstschweiß perlt mir im Gesicht:
Akzeptiert sie mein Gedicht?
In der Kritik ist sie ganz ehrlich,
oh, Lektoren sind gefährlich.   13.12.2012
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Radio

Henrys Reim im Radio?
Na ja - auf Homepage sowieso.
Baden-Badens Schwarzwaldelch,
vernahm heut beinah reinstes Kölsch.

SWR - die Nummer 3,
fast war ich nun heut dabei,
der Kontakt bestand ja schon,
was fehlte, war ich selbst - vertont.

Die reine Angst - bracht mich in Rage,
der Blutdruck schoss in die Etage,
in der der Dampf dem Ohr entweicht,
ich hatte Angst - die Knie schon weich.

Ich und reden - eher nicht,
der Unterschied von Kür zur Pflicht.
Schreiben, ja - im kurzen Wahn,
beim Parkplatz an der Autobahn.

Ein Thema - das man jemand gibt,
der wie ich - die Worte liebt,
bringt's und macht mich gar nicht bang,
wirft die Maschine oben an.

Diesmal war's die "Hochzeitsnacht",
Worte find ich - nachgedacht,
und kurz ins IPhone eingetippt,
das war nur ein sehr kleiner Schritt.

Kurz versandt - durchs Web, den Äther,
die Reaktion kam wenig später,
die Redaktion des SWR,
bekannte Spaß - am Mailverkehr.

Des Handys Nummer kurz verlangt,
ich schrieb sie auf - hab sie versandt,
jedoch - geklingelt hat es nicht,
Leerlaufphase - fürs Gedicht.

Mein Ohr - es hing am Radio,
doch nahm ich's mit - und war recht froh,
denn nur mit einem Ohr im Haus,
sähe ich recht seltsam aus.

Leider fehlte mir die Zeit,
zum weiteren Hören - tut mir leid,
drum weiß ich nicht - ob man ihn las,
oder ob man mich vergaß.

Hat man ihn wohl vorgelesen?
Oh, das wäre schön gewesen.
Doch auch falls nicht - ist das egal,
Spaß macht's Schreiben - allemal.

Ein kurzer Hinweis - das wär nett,
damit ich meinen Frieden hätt.
War ich schließlich noch dabei?
Danke - SWR und 3.     12.12.2012
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Autobahn

Morgen fahr ich - schaut's Euch an,
alleine auf der Autobahn.
Von Stuttgart - ja, so sieht das aus,
weit und einsam - bis nach Haus.

400 Kilometer weit,
ich tu mir schon mal selber leid,
niemand, den ich stressen kann,
mit wildem Labern und Gesang.

Vor mir nur die gerade Spur,
links viel Schnee - und viel Natur,
rechts genauso - na, was soll's,
Sträucher, Wiesen - und viel Holz.

Der Motor singt - der Wagen rollt,
drum weiß ich gar nicht, was Ihr wollt,
das ist doch nichts - als Ruhe pur,
Mittwochmorgen - ab 9 Uhr.

Ein bisschen Schneefall - zwischendurch,
ist gar nicht schlimm - habt keine Furcht,
ich nehme nur den Fuß vom Gas,
dann läuft das prima - so, das war's.

Gefühlt Millionen Lkw,
sie kreuzen meinen Weg - oh je,
hinten, vor mir, seitwärts auch,
meistens dann - wenn ich's nicht brauch.

Doch ich bin schließlich ja ein Mann,
kette mich am Steuer an,
und sehe mich auf jener Tour,
als stolzer Held - auf linker Spur.

Keine Sorge - nur im Rahmen,
was ich nicht brauche - das sind Dramen,
und auch den Punkt in Flensburg nicht,
mit zu viel Tempo jäh erwischt.

Doch ändert das mal gar nichts dran,
dass ich nicht gut allein sein kann,
die Stunden ziehn - dem Sirup gleich,
furchtbar ist's - ich sag es Euch.

So rede ich - das ist kein Witz,
halt stoisch mit dem leeren Sitz,
der gibt mir auch kein Widerwort,
weder später - noch sofort.

Ich schau zum Spiegel - hell, bei Licht,
doch was ich sehe - bin nur ich,
und da ich das nicht wirklich möcht,
schau ich fort - denn mir wird schlecht.

Und konzentrier mich auf die Fahrt,
ein weiterer Reim bleibt Euch erspart,
ja, wer fährt - der sündigt nicht,
und schreibt dabei - auch kein Gedicht. 11.12.2012
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Marschmusik

Ich hör die Worte noch - zum Glück:
"Komm laufen wir - ein kleines Stück.
Die warme Suppe - wird verdaut,
friert's bei Schnee - auch auf der Haut."

Wir gingen los - Laternenlicht,
vorne Ute - hinten ich,
Gottseidank nicht anders rum,
fragt jetzt bloß nicht noch: Warum.

Stefan, er ging frierend mittig,
dieser Fakt ist auch nicht strittig.
Strittig wird nur irgendwann,
wer nun dies Konzert begann.

Die leckere Suppe - mit viel Zwiebeln,
ist die Begründung - und nicht übel,
weil zu einem Platzkonzert,
auch ein schöner Tusch gehört.

Wir gingen stramm - im gleichen Takt,
und wer sich in die Hose ka...t,
der hat die Sache nicht im Griff,
wenn er das Hohe C nicht trifft.

So gaben wir - Versuch war's wert,
der lieben Ute ein Konzert,
weil sie ohnehin schon fror,
kam uns das recht hilfreich vor.

Mittig gab's die hohen Töne,
ich sage mal - nicht wirklich schöne,
und hinten rief der stolze Bass,
die Sträucher längs des Wegs so blass.

Zwar schafften wir das Eine nie:
Und zwar ein Lied - samt Melodie,
doch dank des Lachens - spät, bei Licht,
spürt Ute mal die Kälte nicht.

Was fehlte war - nehmt's mir nicht krumm,
das große Tschingderassabum,
der finale Schlussakkord,
ich hab's versucht - so habt mein Wort.

Auf jeden Fall - und das ist brav,
wird er ganz friedlich nun - der Schlaf,
denn die beiden: That's means fun,
schlafen friedlich nebenan.

Nur durch dünne Wand getrennt,
doch Freunde sind sich niemals fremd,
und wenn man Ruhe mal bedarf,
schießt ein Freund - nicht ständig scharf.

Wer nach dem Outing - Bleibt jetzt still!
Meine Freundschaft nicht mehr will,
der hat den Druck noch nicht erlebt,
wenn Ihr mich nicht mehr mögt - so geht!   11.12.2012
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Instinkt

Welch ein schöner Wintertag,
durchs Feld marschiert - den Griff gewagt,
und Luna - ihres Drangs bereit,
mit schnellem Griff - vom Seil befreit.

Hätt Frau Hund - so kommt's uns vor,
statt Beine - Räder und Motor,
wären's sicher - ich sag's kess,
achtzig Komma vier PS.

Sie schoss ins Feld - so schnell kann's gehen,
und ward fortan nicht mehr gesehen.
Vielleicht ein Strich am Horizont,
der sich auf Schnee im Felde sonnt.

Wäre da - hier könnt Ihr's lesen,
nicht der Has im Feld gewesen,
der sich - weil er gerne lebt,
in Ackerschollen stumm bewegt.

Die Löffel blitzten - lang und braun,
und Frau Hund beschloss zu schaun,
wer in ihr Revier eindringt,
so was nennt man - Jagdinstinkt.

Den Turbo kurz dazu geschaltet.
Jetzt gehorchen? - Wie veraltet!
Und ab ging es - so wie ein Blitz.
Herrn Has erwischt? - Das wär ein Witz.

Denn der Hase ist stets schneller,
statt auf Lunas eigenem Teller,
sitzt er wartend - weit und fern,
streckt Zunge raus - das sieht man gern.

Die Sonne schien - wie wunderschön,
nur von Frau Hund - war nichts zu sehn.
Wie sehr ein dick verschneites Feld,
Frauchen, Herrn und Hund gefällt.

Die Liebste pfiff sich allenfalls,
die Lippen spitz - und wund den Hals,
und irgendwie - ich sag's nicht gerne,
rückte unsere Fahrt ins Ferne.

Doch auch das Jagdtier - in den Genen,
wird sich einst nach Ruhe sehnen,
und kommt - das ist erlebtes Glück,
irgendwann kaputt zurück.

Die Schnauze voller Eis und Schnee,
jetzt muss sie ins Asyl - oh je,
da geht es dann dem armen Tier,
ganz entfernt fast so wie mir.

Manchmal denk ich - ganz bescheiden,
ich habe bald nichts mehr - zu schreiben,
dann passiert heut Morgen dies:
Die Winterpracht - ein Paradies.  09.12.2012
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Kinn

Die Liebste setzt sich zu mir hin,
schaut mich an - krault mich am Kinn,
sagt: "Alles geht wohl mal vorbei.
Nur nicht dein Kinn - denn du hast zwei.

Doch nun - jetzt nimm's mal nicht zu leicht,
hat's Alter dich ganz jäh erreicht.
Und ich? - Ich bin noch voller Tugend,
in der Blüte meiner Jugend."

Erschrocken sprach ich, das sei krass.
Woran, mein Gott - sagt, merkt sie das?
Und da's nicht klar war - heut, am Tag,
hab ich sie einfach kurz gefragt.

Da meinte sie: "Schau dir nur an,
was man(n) so täglich schreiben kann.
Das muss - da steh ich nicht allein,
doch der Beginn vom Schwachsinn sein.

Heut Morgen Nein - am Abend Ja,
was bitte, Schnäuzchen, ist jetzt wahr?
Du bist so hoffnungslos verwirrt,
hast dich im Reime tief verirrt.

Wie soll das werden - kurz die Frist,
wenn du einmal ein Rentner bist?
Triffst du dann - so sag's mit nur,
dann überhaupt die Tastatur?

Besser wärs, du triffst sie nicht,
denn irgendwo bist du nicht dicht,
drum mute das - bewahre Ruh,
nicht dauerhaft der Umwelt zu."

Nicht dicht? - Ich sah mich prüfend an:
Nichts feucht - die Windel saß noch stramm.
So alt, wie sie mich immer macht,
bin ich wohl kaum - es wär gelacht.

Muss mich beim Gig - in den Arenen,
des greisen Alters zwar schon schämen,
und hör das Tuscheln nebenbei,
dass ich zu alt fürs Rocken sei.

Doch stört mich das? - Natürlich nicht!
Ich hob ganz stolz drauf - mein Gesicht,
und erkannte, ganz gebannt,
dass mein zweites Kinn verschwand.

Der Schwachsinn - gut, der galoppiert,
jedoch - egal, was auch passiert,
ich habe ja mein junges Weib,
fünf Jahre jünger - welche Zeit.

So, das muss für heute reichen,
auch ich brauch Ruhe - ohnegleichen,
und morgen brauch den Akku ich,
fürs nächste Heimspiel - das ist Pflicht. 01.12.2012
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Aida Night 2012

Gestern war's erneut so weit,
in Köln ging's ab - Aida Night,
ein schöner Abend - ein Genuss,
von dem ich Euch - was reimen muss.

Naturally - diese Seven,
offneten das Tor to heaven,
ohne Instrumente zwar,
doch klang das - als ob's anders war.

Il Novecento - das war klar,
entzückt das Ohr - wie jedes Jahr,
denn der Maestro führt sie an,
so wie das sonst niemand kann.

Harfenspiel gleicht Sphärenklang ,
Jupiter - perfekt, Gesang,
der einfach - auch nach dieser Nacht,
süchtig nach viel mehr noch macht.

Die "Rose" - Anastacia,
das war mir vorher nicht so klar,
wie diese Frau die Bühne bebt,
wie's uns aus unseren Sitzen hebt.

Da stöbere ich - das macht viel Sinn,
im Internet - da geht's mal hin,
wenn sie demnächst die Bühne rockt,
Musik verwöhnt mich - ja, sie lockt.

John Miles - oh ja, das weiß man schon,
ist mehr als nur Klavier und Ton,
er ist die Seele - immer wieder,
ich liebe einfach diese Lieder.

Und entdeck mich neu dabei,
Musik - first love - wie ich mich freu,
und ja, da ist er nicht allein,
sie wird auch meine letzte sein.

Sein "Angel" - es berührt mich sehr,
manchmal macht's das Leben schwer,
doch wenn Musik auch Lösung ist,
dann heilt's auch Seelen - ganz gewiss.

Mick Hucknall schloss den Abend ab,
und wenn man jetzt noch Fragen hat,
schaut man sich's halt selber an,
nutzt die Chance - so lang man's kann.

Die Künstler sprühten vor Elan,
hey, das habt Ihr gut getan,
und was auch kommt - und wie's auch sei:
'13 sind wir - auch dabei.

Lasst Euch den Zauber nicht entgehen,
die Musik hilft zu verstehen,
warum man drin versinken muss,
keine Sorge - jetzt ist Schluss.  01.12.2012
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Letzter

Schlimm, dass ich das schreiben muss.
Und dennoch sei's Euch nun bewusst:
Ich geb ab heut das Reimen dran!
Weil's Einer nicht ertragen kann.

Da meinte einer - unterwegs,
das Reimen ging ihm auf den Keks.
Das sei nervig - ohne Ende.
Nun gut - ab heute gibt's die Wende.

Erst beschloss ich - eine Weile,
ich lösche ihn - aus dem Verteiler,
doch ahnt er - dass ich's heimlich mach,
hab's leider nicht ans End gedacht.

Das Schlimme ist - das kompliziert,
dass er auch die Geschäfte führt,
und noch steh ich in seinem Bann,
ändert's sich auch irgendwann.

Die acht Jahre - aktuell,
heut auf den Tag vergehen schnell,
doch die acht Jahre - keine Furcht,
haltet Ihr schon wartend durch.

Kein Gefasel - fällt's auch schwer,
von meinem Freund - dem Geißbock mehr,
nichts von Kellern, feuchtem Stroh,
ich wusste es - jetzt seid Ihr froh.

Nichts von meiner Liebsten Druck,
Grund für'n Reim gab es genug,
doch hat der Mann ja letztlich Recht:
Stets Kind zu bleiben - das ist schlecht.

Irgendwann - so ist's auf Erden,
muss man(n) ja erwachsen werden,
selbst den Letzten schont das nicht,
und dieser Letzter - der bin ich!

Schreib nichts mehr von weiten Reisen,
nichts von Momenten - auch den leisen,
in denen man tief in sich geht,
selbst dafür ist es jetzt zu spät.

Nichts von Freunden, nichts von Liebe,
nichts von Galeeren - ihren Hieben,
nichts von Konzerten - von Musik,
nichts von spontan erfahrenem Glück.

Ich sehe die Gesichter strahlen,
und beginn mir auszumalen,
wie gut die Ruhe Euch geziemt,
die habt Ihr Euch gewiss verdient.

Doch für mich selbst hilft jetzt nur beten,
ich halt's kaum aus - kau die Tapeten,
laufe unruhig nun im Kreis,
da muss ich durch - ja, ja, ich weiß.  01.12.2012
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Rheinisches Schlitzohr

Nein, das ist gewiss kein Witz:
Ich hab in meinem Ohr nen Schlitz.
Das habe ich zwar nicht gewusst,
doch denk ich - dass das wahr sein muss.

Ich schaue mich im Spiegel an,
ob man vielleicht was sehen kann,
doch sieht das Ohr ganz heile aus,
drum frag ich meine Frau Zuhaus.

Die meint, da sei vielleicht was dran,
weil ich partout nicht hören kann,
drum sei es ihr schon lang sehr klar,
dass das nicht die Regel war.

Zu viel Konzerte und Musik,
warfen mein Gehör zurück,
jedoch der Schlitz - in meinem Ohr,
kommt ihr doch sehr Spanisch vor.

Sie sei ja nun nicht wirklich kleinlich,
doch sei ich ja vielleicht zu rheinisch,
denn die seien im ganzen Land,
als Schlitzohr - exzellent bekannt.

Das macht mir Angst - mein Ohr defekt,
oh Gott, jetzt hat mein Hirn ein Leck,
kein Wunder, dass es laufend quillt,
und dass da stets heraus was will.

Ich wusste es - ich hab's geahnt,
die Reime suchen sich die Bahn,
die das defekte Ohr - ganz platt,
vor langer Zeit verursacht hat.

Von dort rinnt es in meine Finger,
und schließlich werde ich nicht jünger,
wie soll das erst im Alter sein?
Bitte lasst mich nicht allein.

Die Liebste - gut ist's, sie zu haben,
suchte Nadel sich - und Faden,
hat den Riss im Nu genäht,
doch irgendwie - war's schon zu spät.

Denn jetzt weiß ich - spät, wie immer:
Das galt im übertragenen Sinne.
Da hilft dann auch das Flicken kaum,
normal zu sein - das wär ein Traum.

Ein Traum? - Nein, halt - wohl eher nicht.
Ich bin so gerne - nicht ganz dicht.
Auch wenn ich meinen Herrn einst fragt,
ob er mich dichter machen mag.

Jedoch, das hat er falsch verstanden,
Problem der Sprache unserer Lande,
denn er hat's - so ist's, Ihr Lieben,
an einer Stelle - groß geschrieben.  28.11.2012
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Einbruch

Ruft mir nicht die Polizei,
nicht Bundeswehr - noch FBI,
auch wenn der Einbruch Fakt nun ist,
wird im Hause nichts vermisst.

Denn morgen fängt die Kälte an,
Wintereinbruch - Mann oh Mann,
jetzt beginnt die kalte Zeit,
und der Frühling ist so weit.

Das Cabrio ist gut verpackt,
und Sonnenbad - im Hofe, nackt,
diesen Punkt verweigere ich,
tat's ja schon im Sommer nicht.

Denn Google-Earth, so sieht das aus,
spioniert - oh, welch ein Graus,
ja, wenn´s den Satellit zerlegt,
kann's sein, dass man mich fix erschlägt.

Im Keller gibt's das Winterstroh,
mit Hundefell - sie ist halt so,
und denkt an mich - stets liebevoll,
alles ist perfekt - wie's soll.

Selbst wenn mir dort ein Zeh erfriert,
ist's nicht schlimm - denn was passiert,
hat in der Regel einen Grund,
und kühle Witterung ist gesund.

Der erste Schnee, der morgen fällt,
bedeckt die Straßen, Wald und Feld,
die Winterreifen - ungelogen,
sie sind längst schon aufgezogen.

Die Liebste macht sich trotzdem Sorgen,
denkt an diesen kühlen Morgen,
an dem sie Richtung Eifel muss,
der Glätte - die da winkt - bewusst.

Der erste Frost - es friert der Weiher,
Schlittschuhlaufen - oh, Mensch Meier,
wann tat ich das zum letzten Mal?
Etwas her? - Na ja, egal.

Die Liebste strickt aus Hundefell,
nen chicen Pulli - das ging schnell,
bei Regenwetter - riech ich zwar,
doch hält er warm - das sei mir klar.

Im Stadion - ich sag's mal knapp,
dort frier ich mir den Hintern ab,
Winter wird's - ganz still und leis,
und die Füße - kalt wie Eis.

Ich taste kurz nach meinen Ohren,
noch habe ich sie nicht verloren,
und auch die Nase ist noch dran,
der Winter fängt ja grad erst an.  28.11.2012
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Multikulti

Im Rathaus einer großen Stadt,
die hier jetzt keinen Namen hat,
hat man kürzlich nun erlebt,
wie's Rheinland doch die Stimmung hebt.

Multikulti bricht sich Bahnen,
und man schrieb sich auf die Fahnen,
dass man offen umgehen kann,
mit "Fremd-Kulturen" - irgendwann.

Drum lud man sich jetzt Kölner ein,
war reichlich kritisch - das mag sein,
jedoch erkannte man recht fix:
Die sind ja nett - die tun ja nix.

Die haben wohl - das ist schnell klar,
an der Murmel - ist schon wahr,
einen Schaden - nicht zu klein,
doch passt das gut - das muss so sein.

Und die ganzen "Vorurteile",
die schon eine ganze Weile,
existierten - flohen im Wind,
wir Kölner sind halt - wie wir sind.

Lachen gerne - so wie alle,
sind zwar nicht Meister - jetzt, am Balle,
doch schlägt das Herz am rechten Fleck,
und sind beim Geißbock - hin und weg.

Sind auch anderen "Tieren" offen,
selbst ein Fohlen - das darf hoffen,
das liegt bestimmt - so wie bekannt,
an ferner Sonne - Meer und Strand.

Jetzt ist man in der Stadt entsetzt,
dass Kölner nett sind - das verletzt,
doch lasst mich sagen - per Gedicht:
Wie's auch sei - ICH bin es nicht.

Nett sein - ne, das ging zu weit,
wie schön sind doch - der Zwist, der Streit,
und die stete Kabbelei,
es geht los - ich bin dabei.

Bist Du dabei - ja sonst versteck Dich?
Wer sich mag - nun ja, der neckt sich,
und dummes Zeug - so seit bereit,
werde ich wohl niemals leid.

Quer durch unsere Republik,
versuchen wir nun unser Glück,
von Stadt X - nach Ypsilon,
hier ist erneut ein Reim davon.

Das macht Spaß - und zwar enorm,
ich wahre Contenance - die Form,
ich komm aus Kölle - das ist schön,
Multikulti - wird schon gehn.    28.11.2012
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Schuhe

Dieser Reim - der Anlass hier,
ist im Ansatz nicht von mir,
jedoch so manche Worte wert,
wenn man - wie ich - den Fußball ehrt.

Manche Frau'n verstehn sehr wenig,
vom Fußball - ungekrönten König,
und vergleichen ihn galant,
mit Zalandos Schuhversand.

Erklären Fußball, Tore so:
"Zalando macht die Frauen froh",
sowie den Herrn der Schöpfung - halt,
das Führungstor - ich glaub, es knallt.

Solch ein Spruch - mal ernst genommen,
kann nur von einem Wesen kommen,
das Fußballsport nicht interessiert,
ich bin geschockt - und ja, mich friert.

Ich will jetzt keine Namen nennen,
doch solltet Ihr die Dame kennen,
die solche Sprüche von sich gibt,
so ignoriert sie - das wär lieb.

Vergleicht - es ist wohl kaum zu fassen,
Schuhe, die nicht wirklich passen,
mit dem Gefühl beim Gegentor,
stellt Euch den Affront nur vor.

Ich bin zwar nicht mehr wirklich jung,
doch solche Bockeslästerung,
habe ich noch nicht erlebt,
schlimm - wenn man(n) für'n Fußball lebt.

Sie weiß nichts von dem wunden Herz,
von meinem tief empfundenen Schmerz,
wenn das Spiel mal nicht so rollt,
wie ich's gern hätte - wie es soll.

Nun gut - das Kreischen schaff ich auch,
tief aus meiner Brust, dem Bauch,
wenn das Spiel mich mit sich nimmt,
und nur Instinkt mein Tun bestimmt.

Heut Abend wollt ich Frieden wahren,
doch mit frisch ergrauten Haaren,
mach ich mit dem Reim mir Luft,
es wächst nun, Lady - eine Kluft.

Fußball-Feeling gleicht Zalando?
Ist Walzer etwa - wie ein Mambo?
Ne, ne, ne - Elisabeth,
dieser Spruch war gar nicht nett.

Huch, mir schwindet der Verstand,
hab den Namen ich genannt?
Verulke mir den Fußball nicht,
sonst gibt's zur Strafe - ein Gedicht. 27.11.2012
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Altersschwach

Mein Gott - ich bin schon altersschwach,
Samstagmittag - und nicht wach,
schlief gerade sanft beim Fußball ein,
ja, das muss das Ende sein.

Eben schaute ich noch hin,
auf die Bewegung - auf dem Screen,
da fielen mir die Augen zu,
ich war weit weg - und jetzt kommst Du.

Die Liebste sah entsetzt mich an:
"Ich bin erschüttert, lieber Mann.
Dein Sohn - er hatte scheinbar recht.
Du bist zu alt - und das ist schlecht.

Ich, in der Blüte meiner Jahre,
top gestylt - und schöne Haare,
mit Taille, Chic und mit Figur,
was soll ich mit dir Greisem nur?"

Ich sah sie an - die Augen quer,
zu widersprechen - das fiel schwer,
befand mich noch im Dämmerschlaf,
und ehrlich - ja, ich träumte brav.

Sprach von Arbeit - langer Woche,
vom Reisen, Essen und vom Kochen,
von Prüfung - von Fantissima,
sie nickte ab - das sei schon wahr.

Jedoch ein junger - jüngerer Mann,
der steckt das weg - und irgendwann,
schlafe ich - das wird so sein,
selbst beim Tete a Tete noch ein.

Ich sprach vom Fußball, frischer Luft,
vom Hund im Feld - von diesem Schuft,
vom November, Dunkelheit,
von einfach einer müden Zeit.

Die Liebste meint, wie es auch sei,
im Heim - da sind noch Zimmer frei,
da warte ihre Mutter - frisch,
mit 90 Jahren schon auf mich.

Dort könne ich fein Bingo spielen,
und mich gut behütet fühlen,
ich meinte nur - dann soll's so sein,
und schlief gleich wieder friedlich ein.

Die Liebste - ja, sie rüttelt mich:
"Schläfst du - so verlass ich dich!"
Dieser Ausspruch - dieser Schock,
hat mich aus dem Tief gelockt.

Streichholzpins in meinen Lidern,
Kölnisch Wasser auf den Gliedern,
holen mich aus meinem Koma,
nein - ich will noch nicht zur Oma.  24.11.2012
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Timing

Unser Hündin - sie ist weiblich,
Besitz hat sie nicht viel - recht leidlich,
doch auch sie - und das ist kess,
hat manchmal Renovierungsstress.

Wie Frauen halt im Grunde sind,
schlägt sie Warnung in den Wind,
denn ich habe ihr gesagt:
Fürs neue Körbchen - fehlt die Mark.

(Zwar ist's der Euro - ja, ich weiß,
doch rechnet sie im alten Preis,
und besehen im hellen Licht,
reimt die neue Währung nicht).

Sie wollte eine neue Decke,
nackt ist's jetzt - in ihrer Ecke,
und bezüglich des Warum,
schreibe ich - So nehmt's nicht krumm.

Ich bin - bekannt - ein Frühaufsteher,
ein Zeitig-durch-die-Felder-Geher,
ein Hund-durch-unsere-Felder-Schleifer,
ein Den-frühen-Tag-Begreifer.

Nur heute Morgen - nicht gedacht,
schlief ich mal - bis kurz nach 8,
rot und weiß, im Schlummerland,
noch tief im Jubel, der Verstand.

Als ich erwachte - mit Erschrecken,
befreit ich mich aus meinen Decken,
ließ Frau Hund zur Stube raus,
und wusch mich fix - so sah das aus.

Ich sprach zu ihr: "So warte bitte,
wir verlassen gleich die Hütte.
Halt ihn ein, des Körpers Drang,
es dauert auch nicht wirklich lang."

Sie nickte - es schien mir so ähnlich,
dann fiel ihr ein - (wie bin ich dämlich),
dass sie ein neues Körbchen will,
traf die Entscheidung - schnell und still.

Hat mit reinem Hunds-Gewissen,
mitten in den Korb geschissen,
sah mich an - der Blick ist Kult,
und meinte ruhig: "Bist selber Schuld!"

Tja, da hat sie schließlich recht,
mein Timing war heut Morgen schlecht,
das Körbchen ist nun schon entsorgt,
und den Kredit hab ich geborgt.

Jetzt geht's ins Hunde-Möbelhaus,
dort schauen wir nach Nachschub aus,
damit Frau Hund gut schlummern kann,
der Sonntag - er fängt früher an.   24.11.2012
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Akte XY

Akte "X und Ypsilon",
Ihr macht Euch ja kein Bild davon,
welch neue Masche da entsteht,
doch Ihr habt mich - nun lest, versteht.

Aus dem schönen Rheinland her,
greift der Unfug immer mehr,
niemand weiß - was das jetzt soll,
doch ständig ist das Postfach voll.

Der Spam, er legt die Server lahm,
ohne jeglich falsche Scham,
torpediert er die PC,
das Postfach quillt - oh Gott, oh je.

Schutz, den gibt es eher nicht,
hat er erst mal Euch erwischt,
zieht Ihr besser sehr weit fort,
an einen unbekannten Ort.

Löscht das Postfach - jetzt, zur Stunde,
denn hat er Euren Link gefunden,
seid Ihr in Gefangenschaft,
ähnlich wie die Gruppenhaft.

Die Mails zu löschen - das wär möglich,
doch scheitert man am Ende kläglich,
weil man ja nicht wissen kann,
ob´s wichtig ist - so dann und wann.

Dann macht man die Datei kurz auf,
liest, verzweifelt - und man schnauft:
<<Na toll - schon wieder solch ein Mist.>>
Es ist nun leider - wie es ist.

Die Staatsanwaltschaft wiegelt ab,
dass sie nicht viel Interesse hat,
und stellt´s Verfahren kurzum ein,
gegen Kennwort "Flut an Reim".

"X-Ypsilon" im ZDF,
macht sich ebenfalls kaum Stress,
und wehrt dem Anfang leider nicht,
drum versucht´s halt - bei Gericht.

Die Chance ist klein - ich müsste lügen,
doch lasst doch einstweil dort verfügen,
dass Er sich Euch nicht nähern soll,
er schießt mit Word - das Postfach voll.

Drum geb ich nun den guten Rat:
Übt Vorsicht - gegen den Salat.
Nur Selbstschutz ist´s - der hier gelingt,
und Euch am Ende weiterbringt.

Ich sehe mich - so nebenbei,
als Hilfsorgan der Polizei,
und sagt nicht Danke - besser nicht,
sonst seid auch Ihr reif - fürs Gedicht.  23.11.2012
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Puzzle

Langeweile? - Mag ich nicht!
Sie steht mir auch nicht zu Gesicht,
nun, daher schau ich meistens - immer,
nach einem kleinen Hoffnungsschimmer.

Mache hier was - oder da,
lese auch mal - das ist klar.
Jedoch, der Hund - so nehmt´s nicht krumm,
ist dazu leider viel zu dumm.

So habe ich nun mal gedacht,
bis gestern Abend - in der Nacht,
doch seit ich da nach Hause kam,
halt ich mein Denken - für infam.

Die Liebste schloss die Türe auf,
jauchzte wild - sprach: "Leute. schaut,
die Ihr unseren Hund schon kennt,
dem Tier ist tumbes Denken fremd.

Das ist Grips - mit Fell, auf Beinen,
soll nur niemand jetzt noch meinen.
Pfote habe wenig Hirn,
ein helles Licht - birgt ihre Stirn.

Schaut doch nur den wachen Blick,
mit Lorbeerkranz wird sie geschmückt,
denn wer hat schon nen Hund erlebt,
der plötzlich den Quotienten hebt?

Der IQ scheint mir erheblich,
und jeder meinte - Nein, das geht nicht.
Seht nur an, was sie vollbracht,
mein Herz im Leibe - oh, es lacht."

Ich ging zur Tür - da sah ich´s auch:
Unter Pfoten, Kopf und Bauch,
hatte sie - weil´s ihr gefällt,
ein Puzzle in den Raum gestellt.

Mehr als 1.000 kleine Teile,
und wir brauchten eine Weile,
bis wir wussten, was es war,
wir sollten schwitzen - das war klar.

Stolz, ganz stolz - stand sie daneben.
Tipps? Nein Tipps wollt sie nicht geben.
Dann lag´s Ergebnis auf der Hand:
Vom Läufer war´s - der Gummirand.

Wir legten, grübelten und schoben,
von kreuz nach quer - dann unten, oben,
und plötzlich war es klar - das Bild,
ein Teppich - den´s zu formen gilt.

Wedelnd lag sie - schaute kritisch,
nach dem Motto - (etwas schnippisch):
"Wenn man mich alleine lässt,
dann puzzle ich - I´ll do my best!"  22.11.2012
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Selbst der Hund

Erst jetzt versteh ich meine Frau,
erst jetzt weiß ich es ganz genau,
was sie meint, wenn sie mir sagt,
dass mich selbst der Hund nicht mag.

Haltet ein - ich oute mich,
heute Morgen - im Gedicht,
ich schreibe, was da grad geschehn,
dann stimmt ihr zu - Ihr werdet sehn:

Wenn ich mich früh zum Frühstück setze,
meine Messer hungrig wetze,
dann denke ich - wohl selbstverständlich,
ans Fellgewitter - sonst wär´s schändlich.

Wedelnd sitzt sie unterm Tisch,
versucht Hypnose - gegen mich,
verfolgt das Brot - mit wachem Blick,
und hätt so gerne selbst ein Stück.

Die Liebste meinte seinerzeit,
das ginge nicht - denn nicht gescheit,
wäre das, was ich da mach,
jedoch - ich habe nur gelacht.

Jetzt, mit der Zeit hab ich erkannt,
ich bin nicht mehr - als Lieferant,
bei unserem Hund - fürs Morgenmahl,
ansonsten bin ich ihr egal.

Frauchen ist´s - mit strengem Griff,
(so wie bei mir) - mit hartem Schliff,
der sie alle Achtung zollt,
sagt ruhig - was Ihr sagen wollt.

Doch heute schlief die Pfote länger,
träumte noch vom Hundefänger,
vom Preschen durch das weite Feld,
in ihrer kleinen Hundewelt.

Drehte sich im Körbchen um,
schaute, gab Befehl - ganz stumm,
dass nachher das Stückchen Wurst,
in ihrem Napf schon warten muss.

Doch ich bin alt - und ich vergaß,
erst als ich am Schreibtisch saß,
fiel es mir ganz plötzlich ein,
wie kann ich nur - so herzlos sein?

Als sie aufstand - kurz nach Sieben,
hat´s sie an meinem Platz getrieben,
schaute hilflos, konsterniert,
ich denke dran - und ja, mich friert.

Mein Gewissen hat nun Wunden,
ich knabbere dran - für viele Stunden,
und hoffe nur - dass sie verzeiht:
"Pfote, Pfote - tut mir leid."    21.11.2012
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Gardinenpredigt

Wach geworden - bin ich früh,
doch mein Blick in die "Prärie",
sagte mir um 5 Uhr: "Stopp!
Jetzt schon raus? - Du bist bekloppt!

Draußen herrscht noch Dunkelheit,
bleib noch drin - und sei gescheit.
Es ist kalt - der Himmel grau...."
Ich dachte - ich hör meine Frau.

Die mir schon sehr früh am Tag,
die Gardinenpredigt wagt.
Erst dann komm ich perfekt in Schwung.
Der neue Tag - er ist noch jung.

Sie schimpft mit mir, wie's ihr beliebt,
und dass es eine Seele gibt,
die ich sorgsam in mir trage,
stellt sie mir komplett in Frage.

Meint, ein Tollpatsch - so wie ich,
der sich beim Schnüren die Finger bricht,
der brauche diesen Anschub halt,
und außerdem - sei ich schon alt.

Jetzt schickte man mich weit auf Reise,
sie meinte nur - gefährlich, leise:
"Was machst du dort nur so allein?
Komm mir nicht mit Blessuren heim.

Fall in Kiel nicht in den Gully!
Achte drauf - dass du den Pulli,
richtig anziehst - nicht verkehrt.
Hast du jetzt auch zugehört?

Vertausche nur nicht deine Socken,
fahre den Motor nicht trocken,
mach nicht, dass du beim Frühstück schmatzt,
du bist so hilflos - lieber Schatz.

Sag artig jedem "Guten Morgen",
ich mache mir gewaltig Sorgen,
du bist halt wie ein kleines Kind,
Und manchmal für Gefahren blind.

Brich dir nicht - oh Gott, Mensch Meier,
die Hand beim Köpfen deiner Eier,
kleckere beim Essen nicht,
und schreib vor allem - kein Gedicht!!!

Du nervst die Menschen - ohne Wenn,
mit deinem ach so steten Spam.
Ich traue mich - so sieht das aus,
ja fast schon nicht mehr vor das Haus.

So, das soll zum Tag jetzt reichen,
ich stellte dir perfekt die Weichen.
Was du draus machst - das liegt an dir,
ich warte und ich lauere - hier!"  20.11.2012
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Förde

November an der Kieler Förde,
ich fühl mich wohl - und ja, ich werde,
den Tag genießen - Meer, den Duft,
bis nachher die Arbeit ruft.

Kalt ist es - hier hoch im Norden,
dunkel ist es auch geworden,
und trotzdem lieb ich diese Stadt,
wo ich so gute Freunde hab.

Nicht nur ich - auf jeden Fall,
natürlich auch mein General,
die Liebste und die Schlüsselkraft,
für meine dunkle Keller-Haft.

Leider sind's nur wenig Stunden,
da hab ich nicht die Zeit gefunden,
für den Besuch - für ein Hallo,
im Arbeitsleben - ist's halt so.

Mein Chauffeur - fuhr wie der Blitz,
die Fliehkraft presst mich in den Sitz,
und weil ich ihn "Chauffeur" genannt,
spürte ich des Chefes Hand.

Er sah mich an - und sprach: "Mein Freund.
Bisher hab ich es gut gemeint.
Doch wirst du frech - dann setzt es was."
Zur Vorsicht wurde ich kurz blass...

Ich weiß, die Blässe steht mir nicht,
doch mit dem Ausdruck im Gesicht,
und dem Ausruf: "Oh verzeih",
war ich wieder gut dabei.

So wär es sicher auch geblieben,
hätt ich den Reim nun nicht geschrieben,
ward demzufolge kalt erwischt,
Freunde, bitte - denkt an mich.

Er meinte, ich soll mich benehmen.
dann muss er sich nicht für mich schämen,
denn kleckere ich, wie sonst bekannt,
schlafe ich die Nacht am Strand.

Nun gut, das Essen war die Chance,
und ich bewahrte Contenance,
bin sauber, unbeschmutzt und frisch,
die Liebste wäre stolz auf mich.

Darf nun im Hotel sanft ruhen,
und mal einfach grad so tuen,
als sei ich immer - wär's doch wahr,
solch ein Vorzeig-Exemplar.

Morgen früh - so wird's geschehen,
lasse ich den Wind mir wehen,
und die Nase - hier am Meer,
den Norden liebe ich so sehr. 19.11.2012
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FanTicket

Ich schaue mir gern dann und wann,
meine große Sammlung an:
Konzerterlebnis - ohne Zahl,
da muss ich mit - hab keine Wahl.

Eventim - ja, das schreib ich hier,
gehört ein Stückweit schon fast mir,
und diese Homepage - Mann oh Mann,
wird eines Tags mein "Untergang".

Events stets neu - und das fast täglich,
und Widerstehen scheitert kläglich.
also sag ich meiner Frau:
"Nimm's nicht zu schwer - du weißt genau...

...dass ich da halt fast ständig mitmuss,
ich brauche die Musik, den Rhythmus,
und kurz gesagt - so nebenbei,
bist du meistens auch dabei."

Nur eines fehlte mir seit Jahren:
Tickets, die besonders waren,
bildgewaltig - Sammlerstück,
das ändert sich nun jetzt - zum Glück.

Nicht mehr dieser Einheitsbrei,
Computer-Blau - jetzt kommt es neu,
und so, wie früher - stets im Bann,
hab ich meinen Spaß daran.

Das Konzert bleibt zwar das gleiche,
doch hinterher gibt's nun die Weiche,
zu noch mehr Spaß, Erinnerung,
ein wenig Farbe bringt in Schwung.

400 Stück - sie schlummern schon,
bei mir Zuhause, wo ich wohn,
de Burgh, The Wall und Genesis,
Rod Stewart, Sweet - und Das und Dies.

Supertramp und Barclay Harvest,
stets für sich - dass das mal klar ist,
ein gutes Stück an Qualität,
für Livemusik - ist's nie zu spät.

Collins, Eagles, Wilson Ray,
Bryan Adams - ach, oh je,
so viele, wo das Herz dran hängt,
dass es hier schnell den Rahmen sprengt.

Ich würd die 1.000 gern erreichen,
dann müsste ich das Essen streichen,
auf jeden Fall - ich ahnt es immer,
wird es jetzt - wahrscheinlich schlimmer.

Die Hoffnung, dass ich stark bin, sinkt,
wer, bitte sperrt mir diesen Link?
Und doch freu ich mich schon wie jeck:
"The Wall" - schon auf Termin gesteckt.  17:11:2012
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Adventskalender

Männer sind wie kleine Kinder,
ich glaub, ich auch - bestimmt nicht minder,
voll Freude auf die Weihnachtszeit,
liegt sie auch fern - und jetzt noch weit.

Kleine Türchen aufzumachen,
mit Überraschung, süßen Sachen,
die man(n) des morgens schnell verzehrt,
das ist schon eine Sünde wert.

Bockseidank - nun strafft die Zügel,
schau ich nicht ständig in den Spiegel,
sonst klappte ich das Türchen bei,
doch das wär schließlich - Zankerei.

Süßes ist nur Nervennahrung,
Verlockung und auch Offenbarung,
und stärkt die Sinne für den Tag,
es gewinnt nur der - der wagt.

Überall - in hohen Zahlen,
an den Kassen - in Regalen,
in jedem nächsten Supermarkt,
liegen sie - bei Milch und Quark.

Bunte Bilder, Nikoläuse,
mit viel Speck - fängt man auch Mäuse,
es gibst sie gar - mit Geißbock drauf,
Adventszeit - nimm nun Deinen Lauf.

Doch nichts geht über selbstgemacht,
ich schaue stolz - mein Herz, es lacht,
denn gestern kam das Töchterlein,
nun ist ihr Kunstwerk - erst mal mein.

Ein Geißbock drauf - gemalt auf Holz,
der prangt nun vorne drauf - ganz stolz,
und auf dem Rücken trägt er - herrlich,
so viel Süßes - so gefährlich.

Ich stell ihn erst mal kurz zur Seite,
denn wenn er mich schon jetzt begleitet,
dann fällt das Widerstehen schwer,
und die Säckchen - sind bald leer.

Ob Punkte drin sind - keine Ahnung,
das fällt nicht in der Tochter Planung,
denn schließlich hat sie - gar nicht gut,
mit Fußball nichts - nein, nichts am Hut.

Kalender gab es gestern viele,
rundherum durch die Familie,
da hat das Kind sich Stress gemacht,
so manchen Tag - und manche Nacht.

Und das ist nun der zweite schon,
mein Brav-sein hat sich wohl gelohnt.
"Danke" - an den Weihnachts-"Mann",
Kalender da - Ich darf nicht dran!    16.11.2012
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Bond

Mein Gott, ich bin James Bond so ähnlich,
schaut nicht so - ich habe nämlich,
Beweise, Fakten - wohl zuhauf,
die Zeugen, sie sind nicht gekauft.

Bin nicht geschüttelt - wohl gerührt,
denn erstmals habe ich gespürt,
dass unseren Kindern - Bindung siegt,
tatsächlich etwas an uns liegt.

Jetzt wird's zwar wieder Rufer geben,
die meinen, niemals nicht im Leben,
stimmt das, was der Dicke spricht.
Hab ich recht? - Vielleicht auch nicht.

Auf jeden Fall - dass das mal klar ist,
schreibe ich nur - was auch wahr ist,
und mag ich auch nicht sportlich sein,
ist es das ja nicht allein.

Manchmal wächst man - außer Haus,
auch mal über sich hinaus,
schaut sich später prüfend an,
und denkt bei sich: Mein lieber Mann.

Mit einer Hand hing ich an Kufen,
des Helikopters - nicht gerufen,
doch kam er, als ich hilflos war,
in dem Moment - in der Gefahr.

Flog mich auf die sichere Seite,
auf dass ich nicht ertrunken bleibe,
im flachen, weiten Ozean,
mein Sohn - das hast Du gut getan.

Obwohl Du keinen Flugschein hast,
hast Du den Punkt gut abgepasst.
und dann, als diese Welle kam,
abgehoben - ich hing dran.

Ich war verwundert, ob der Kraft,
was das Paket der Muskeln schafft,
nichts hab ich bisher versäumt,
jedoch - ... Das hast Du nur geträumt????

Mein lieber Sohn - nun schock mich nicht,
ich schreibe hier grad am Gedicht,
und alles ist nur Schall und Rauch?
Da schäm ich mich - und Du Dich auch.

Jedoch, der Traum - den ich nun deute,
zeigt uns aktuell und heute,
dass Du uns schon mögen musst,
irgendwo - ganz unbewusst.

Und daher geht der Reim ins Netz,
denn das Gefühl - ist was fürs Hätz,
und bin ich auch nicht Bond in Gänze,
ist's trotzdem nahe an der Grenze.   15.11.2012
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Ausquartiert

Na, nun ist es doch passiert,
ad hoc und herzlos ausquartiert,
ich kam zurück - erkenn verletzt,
mein weiches Bett ist schon besetzt.

Einen Tag mal nicht Zuhause,
ein Seminar - mit kurzer Pause,
schon fall ich dem Vergessen heim,
das kann und soll und darf nicht sein.

Die Türe leise aufgemacht,
dunkel war's - schon nach halb acht,
im Wohnzimmer - da brannte Licht,
die Liebste, sie begrüßte mich.

Hat mich nach meinem Tag gefragt,
und so getan, als ob sie's mag,
wenn ich des Abends bei ihr bin,
wo bitte bleibt denn da der Sinn?

Ich erzählte von Tarifen,
von Haken, die im Dschungel schliefen,
in dem der Paragraphenwelt,
wenn man ein falsches Urteil fällt.

Sie strich mir zärtlich übers Haupt,
(da hab ich noch an mich geglaubt),
dann ging ich - hab mich für die Nacht,
gewaschen - fein fürs Bett gemacht.

Ich wollte in mein Bettchen steigen,
der schnöden Welt den Rücken zeigen,
da sah ich mit entsetztem Sinn,
oh mein Gott - da lag wer drin.

Blonde Haare - lange Beine,
Hände, Nase - doch nicht meine.
Wer schlummert da in meinem Bett?
Betrug zu wittern - ist nicht nett.

Ich griff mir an die Brust - mein Herz,
ich spürte diesen tiefen Schmerz,
wenn man so plötzlich abserviert,
ganz deutlich hab ich es gespürt.

Da lag ihr Kleid - ich griff es jäh,
ich schnäuzte mich - mit täteräh,
ich trocknete die Tränen mir,
da stand sie in der Zimmertür.

Legt die Finger an die Lippen,
damit um ruhigeren Ton zu bitten,
denn unsere Anna schlafe hier,
und daher sei ich ausquartiert.

Das Kleid versteckt - schnell hinterm Rücken,
ich reagierte mit Entzücken,
und meinte nur: "Das find ich chic.
Ich sah es - auf den ersten Blick!"  13.11.2012
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Gebräunte Haut

Immer wenn grad niemand schaut,
riskiere ich den langen Blick,
auf perfekt gebräunte Haut,
und lehne mich entspannt zurück.

Die Augen schweifen - wissen nicht,
woran der Blick sich halten soll,
Wegschauen hieße zwar die Pflicht,
doch bin ich einfach - raderdoll.

Hüllenlos und voll im Saft,
ohne Kleid - das ist Natur,
so wie´s halt der Herr erschafft,
und von Schämen - keine Spur.

Ich versuche einen Griff,
und halte ein - das ist mein Glück,
spür die Hitze, süßes Gift,
bin vor Lust schon schier verrückt.

Dies Geschöpf so anzusehen,
wie es räkelnd vor mir liegt,
das ist einfach wunderschön,
und mein Verlangen - nun, es siegt.

Ich setze spitz - die Gabel an,
heb sie an - gewürzte Haut,
wohl wissend, wie sie munden kann,
endlich hab ich mich getraut.

Vom Schlegel, zu der Brust, zum Flügel,
so pirsche ich mich langsam vor,
und säh ich jetzt in einen Spiegel:
Fettbespritzt - vom Kinn zum Ohr.

Meine Liebste spricht - nicht selten,
dass ich wie ein Ferkel sei,
zur Contenance - da sind es Welten,
rund um mich - welch Schweinerei.

Voller Fett trieft der Computer,
Tisch und Stühle glänzen fein,
Alarm schrillt piepsend unser Router,
doch niemand kann mir böse sein.

Ich habe mein Büro verschlossen,
und mein Chef ist nicht im Haus,
oh, ich hab das Tier genossen,
und wringe schnell mein Hemd jetzt aus.

Voll Vorsicht schleich ich durch die Flure,
voll Vorsicht - und auch voller Fett,
hinterlasse meine Spuren,
an Wänden, Bildern - ach, wie nett.

Alles klebt - und alles schimmert,
das Hähnchen zeigte Tapferkeit,
doch irgendwie - war es wie immer,
ich hab gesiegt - es tut mir leid.   12.11.2012
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Nächtlicher Angriff

Natürlich muss der Mensch auch essen,
denn man sollte nicht vergessen,
dass man ansonsten - angezählt,
auch mal schnell vom Fleische fällt.

Salate - ohne Öle - Sprossen,
Müsli, mit viel Quark genossen,
alles dies macht sehr viel Sinn,
zieht's mich erst zum Brotkorb hin.

Doch gleicht daneben manche Nahrung,
leider auch der Offenbarung,
ein Brot - ganz frisch, mit viel Nutella,
strahlt mich an - von meinem Teller.

Ein frisches Brötchen - Wurst und Käse,
gibt reichlich Inhalt fürs Gebläse,
ich trag es vor mir - wer kennt's auch?
In unserer Sprache heißt das - Bauch!

Manchmal überkommt mich das,
dann habe ich am Essen Spaß,
im Endeffekt wärs halb so schwer,
wenn’s wirklich auch - nur manchmal wär.

Am Tage gibt es das Pläsierchen,
doch nachts - die Kalorientierchen,
kommen fix - mit Nadel, Faden,
weil sie mich auf dem Kieker haben.

Reißen, zerren, nähen enger,
und über kurz - auch mal was länger,
wird die Kleidung etwas knapp,
da reagier ich eingeschnappt.

Kürzlich lag ich auf der Lauer,
leider ging das nicht auf Dauer,
denn als ich eingeschlafen bin,
nähten sie - schnell wie der Wind.

Man sieht sie auch mit Lupen nicht,
selbst bei hellem, grellem Licht,
kannst du schauen, wie du willst,
wenn sie kommen - ja, dann gilt's.

Auch Fallen - um mein Bett platziert,
haben sie stets ignoriert,
nähen ohne Rast die Kleider,
ich zück die Schultern - sag nur: Leider.

Wüsst doch jemand nur die Lösung,
ich wäre der Person nicht böse,
wobei "Diät" ganz klar entfällt,
so hab ich's mir nicht vorgestellt.

Die Tierchen gilt es nur zu fassen,
denn wenn ich sie gewähren lasse,
macht das Viehzeug, was es will,
und meine Kleidung geht zum Müll.  11.11.2012
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AGB`s

Leute, wer sich gruseln möcht,
der geht auf Facebook - mir wird schlecht,
denn dort gibt's von mir ein Bild,
ertragt Ihr das? - Die Wette gilt.

Das wird nun bald hineingesetzt,
und fühlt sich jemand arg verletzt,
ist Schmerzensgeld vielleicht noch drin,
da ich ganz gut versichert bin.

Wer hinschaut, ohne spitz zu schreien,
(das schafft nur Einer - von knapp Dreien),
der hat ein gutes Nervenkleid,
die meisten sind halt nicht so weit.

Am besten schaut's im Dunklen an,
geht nicht zu nah zum Bildschirm ran,
und tragt Ihr Brillen - nehmt sie ab,
ich hab gewarnt - und nicht zu knapp.

Sollten Euch die Augen tränen,
ist das kein Grund, um sich zu schämen,
da schützt sich das Begreifen mit,
Vorsicht heißt der erste Schritt.

Probiert's am besten erst mal seitlich,
da geht's vielleicht - zumindest leidlich,
schielt aus spitzem Winkel drauf,
und wenn's zu schlimm wird, bitte - Lauft!

Schaut Ihr das Bild zu lange an,
gibt's Konsequenzen - dann, ja dann,
verfolgt Euch dieser Blick im Traum,
Rettung gibt es dann wohl kaum.

Es brennt sich auf der Netzhaut ein,
es schaudert Euch durch Mark und Bein,
doch bitte, bitte glaubt es mir,
ich kann doch letztlich nichts dafür.

Drum habe ich nun jetzt - Ihr Lieben,
hier meine AGB's geschrieben,
weil auch ich mich schützen muss,
dessen war ich mir bewusst.

Gibt's nach dem Anblick Dauerschäden,
brennen sie Euch durch - die Fäden,
lehn ich jede Haftung ab,
weil ich die AGB's nun hab.

Ich habe mich - um sie zu fassen,
rechtlich grad beraten lassen,
natürlich nur am Telefon,
denn wer erträgt den Anblick schon?!

So, das soll's gewesen sein,
Entscheidungen trefft Ihr - allein,
kommt nachher nicht - das Aug verblitzt,
diese Warnung - ist kein Witz.   10.11.2012
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Angebunden

Leute, nehmt mich fix ans Händchen,
Leute bindet mir ein Bändchen,
schnell, Hopp Hopp - an meine Knöchel,
entfernt mir - dieses Dauerlächeln.

Dies Grinsen - so mein Herzblatt spricht,
sei eingebrannt in mein Gesicht.
Sie will es bitte nicht mehr sehen,
sonst bleibt mir noch das Antlitz stehen.

Und das sei nebenbei bemerkt,
der Fakt - bei dem sie mich bestärkt:
Hört jetzt bitte auf zu Loben,
sonst schweb ich ständig steil nach oben.

Das ist beim Schlafen äußerst lästig,
schweb ich nach oben - dann auch heftig,
wie ein Airbus nach dem Start,
was habt Ihr bitte nur entfacht?

Ich häng dann an der Zimmerdecke,
doch gerade just - zu diesem Zwecke,
kam mir spontan nun DIE Idee...,
(der Hieb der Liebsten - der tat weh).

Die Bettdecke klemmt ich zur Nacht,
am Bettrand fest - hab nicht bedacht,
dass Wasserbetten - die bequemen,
solches Handeln übelnehmen.

Wo ich die Klammern schnell gesetzt,
ward die Matratze arg verletzt,
und Wasser sprudelt - das ist schad,
auf das gute Laminat.

War's feste Tackern übertrieben?
Ich hab jetzt massig Zeit, Ihr Lieben,
zu überlegen - was ich tat,
im Kellerraum - bei knapp 3 Grad.

Dorthin hat sie mit fester Hand,
mich kurzum erneut verbannt,
und meint - als sie die Türe schloss:
"So schweb jetzt schön - im Tiefgeschoss!"

Dass ich mich dort erkälten kann,
begreift sie sicher - irgendwann,
der Temperatursturz nach der Reise....,
doch meine Hoffnung stirbt ganz leise.

Sie sitzt mit Flickzeug, still im Zimmer,
verwünscht mich lauthals - wie fast immer,
hat mich wahrscheinlich unterdessen,
im tiefen Keller schon vergessen.

Und während ich dort unten sitze,
hoff ich auf die Geistesblitze,
wie ich - trotz Lob - die Kurve kriege,
so helft mir bitte - nicht zu fliegen.

(Ach so, ein Nachsatz - bitte sehr,
zum Schweben bin ich viel zu schwer,
drum seht es bitte nur als Fun,
weil ich gern übertreibe an). 05.11.2012
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Bei der Geburt getrennt

Zwillinge - sind sich nie fremd,
wenn auch bei der Geburt getrennt.
Klingt das jetzt - vielleicht auch komisch,
ich mein im Sinne "anatomisch".

Normal ist die Verzögerung,
doch einer alt - und eine jung?
Da läuft dann - Schwester oder Bruder,
etwas mächtig aus dem Ruder.

Auch die Mutter - schaut pikiert,
entrüstet - oder konsterniert,
und meint nur: Im Geburtskanal,
so lang verharren - sei fatal.

Das mit dem Zwilling - sei wohl Neuheit,
dichterischer Nonsens, Freiheit.
Auch wenn Annette tickt wie er,
falle das Verständnis schwer.

"Und außerdem", - sprach Mutter dann,
"ist's so - wie man gut sehen kann,
dass' an bestimmten Stellen kneift:
Rot und Grün - wie sich das beißt.

Zwillinge? - Was für ein Kappes!
Ausgehakt - beim Dichter hat es.
Das einzige, was da getrennt,
ist der Verstand - der ist ihm fremd.

Beim steten Kampf - von Bock und Fohlen,
ging ihm der Verstand - verloren.
Beim steten Kampf von Bock und Raute,
herrscht im Stübchen Ebbe, Flaute.

Mein Kind, sei froh - es ist vorbei,
ab heute bist du wieder frei.
Der Spinner reist nun endlich ab,
die Ruhe brauchst du - nicht zu knapp.

Manchmal greift man - beim viel Reisen,
halt in den Eimer - bete leise,
dass das nicht erneut passiert,
ich helfe dir - ich bin ja hier.

Manchmal gibt es solche Menschen,
die haben halt partout kein Händchen,
fürs Miteinander - Contenance.
Getrennter Zwilling? - Keine Chance!

So komm denn jetzt in Mutters Arme.
Auf dass ich deiner mich erbarme.
Mein armes Kind - du hast es schwer,
so wink noch einmal hinterher.

Vernichte schnellstens die Adresse,
und sperr dein Postfach - das ist besser.
Dann lass uns gehen - Sonnenbaden,
wie schön - jetzt einfach Ruhe haben!" 04.11.2012
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Exorzismus

Ich bin mit Outings selten sparsam,
halte wenig im Gewahrsam,
setze viel ans grelle Licht,
jedoc
h, für dieses - schäm ich mich.

Ich traf am Strand der Malediven,
Fans, die mich beim Namen riefen,
und hinterfragte nicht dabei,
deren Herkunft - ach, oh weih.

Nach kurzer Zeit stellt sich heraus,
sie sind nicht weit von uns Zuhaus.
Doch dann der Spruch - vor dem mir graute:
Sie stehen nur - auf Gladbachs Raute.

In der Liga - wie ich meine
gibt's gar viele Sportvereine,
warum werd ich an solchen Tagen,
dann mit Grün und Schwarz geschlagen?

Jedoch das Schlimmste - DAS ist peinlich,
ansonsten wäre ich nicht kleinlich:
Diese Menschen - Leute, schlagt mich,
sind uns noch dazu - sympathisch.

Ich wusch mich mit geweihten Wassern,
den Mund gespült - ich kann's nicht lassen,
ich betete den Rosenkranz,
von vorn bis hinten - 3 mal ganz.

Ich legte das Gelübde ab,
verschenkte was ich bin und hab,
ich schwor, ich geb das Reimen dran,
wenn mir nur jemand helfen kann.

Ich ging sogar zum Internisten,
der schickte mich zum Exorzisten,
auf dass man Beelzebub vertreibe,
aus meinem so geschunden Leibe.

Er wedelte nun gerade, heute,
mit frischen rot und weißen Kräutern,
meinte dann - das reiche nun,
denn erfolgreich sei sein Tun.

Sollte ich sie wieder treffen,
würde ich sie gleich vergessen,
dann hielt er mir die Rechnung hin,
nicht enthalten - im All-In.

Ich schaute drauf - ich schaute wieder,
1.000 Dollar - liebe Brüder,
das soll mir eine Lehre sein,
ich widerstehe - ich allein!

Schau beim nächsten Mal zur Seite,
spricht man mit mir - such ich das Weite.
Fohlen? - Lieber Gott, so'n Shit.
Man glaubt kaum, was es alles gibt.  01.11.2012
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Männerbewegung

Verallgemeinern? - Problematisch!
Doch ist das Meckern symptomatisch,
und allen Frauen wohl zu eigen,
am besten wäre es - zu schweigen.

Ich dachte stets - es sei nur meine,
sie habe diese schlechten Keime,
es läge nur in IHREM Gen,
doch machte ich's mir zu bequem.

Egal ob junge oder greise,
egal ob laute oder leise,
ob aus dem Westen oder Süden,
im Grunde sind sie nicht verschieden.

Ob blonde, dunkle oder rote,
ob lebenslustig, ob fast tote,
egal von welchem Ort auch immer,
stets dieselben Frauenzimmer.

Ob Hexen, die auf Besen reiten,
ob jene, die dich sanft begleiten,
ob engelsgleich, ob die die rasen,
selbst die mit Warzen auf den Nasen.

Kaum, dass ich mich mal bekleckere,
schon beginnt spontan Gemeckere,
wobei's bei mir - wie Ihr ja wisst,
nun wirklich nicht die Regel ist.

Ich bin tatsächlich gut erzogen,
will mich ja nicht selber loben,
doch hat das Schweigen nichts gebracht,
weil es sonst - ja keiner macht.

Selbst am anderen End der Erde,
das ist - ganz klar - nun die Beschwerde,
vereint man sich heut ganz spontan,
was bitte - hab ich nur getan?

Warum frau meckert? - Bitte sehr,
das weiß ich wirklich jetzt nicht mehr.
Und darauf kommt's auch gar nicht an,
wichtig ist nur - dass frau's kann.

Ich gebe auf - ich ändere nichts,
selbst nicht per Reim - nicht per Gedicht.
Mir geht's nur drum - mal aufzuzeigen,
und nicht wie andere - still zu schweigen.

Die Strafe folgt zwar auf dem Fuße,
und meine Liebste wählt die Buße,
die ich zu erfüllen habe,
da hat sie ganz besondere Gabe.

Vielleicht wird einst - mit viel Verstand,
ein Aufschrei mal nach mir benannt,
da hätte ich dann was erreicht,
ach, wie wird's ums Herz so leicht. 30.10.2012
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Arbeitslager

Heut einen halben Tag gemacht,
ich habe frei – hab ich gedacht.
Doch mein Herzblatt sprach zu mir:
„Perfekt geplant – gehörst jetzt mir.“

Nicht dass Ihr da was falsch versteht,
dass da im Alter noch was geht,
hier ging es nur um Arbeitskraft.
Die Liebste sprach: „Jetzt wird geschafft!

Der Winter steht bald vor der Türe,
denk bloß nicht, dass ich dich verführe.
Der Hof – der ist´s, der Pflege braucht,
und dein Auto – schließlich auch.

In die Hände – los, gespuckt,
zwar geht´s nicht ums Sozialprodukt,
doch wehrst du dich – erklär ich dir,
wer´s Sagen hat…“ – Ich glaubte ihr.

Möbel stapeln, Stühle rücken,
in meinem Alter strecken, bücken,
ach wäre ich – bis kurz nach Sieben,
doch besser im Büro geblieben.

Ich merke, wie´s im Rücken zwickt,
kassiere dabei diesen Blick,
und weiß, ich bin im Arbeitslager,
ohne Wenn – und ohne Aber.

Blätter fegen, Blätter kehren,
Kübel heben – nicht beschweren,
ich denk an Pause – falsch gedacht,
die Liebste hält beständig Wacht.

Ich komm mir vor – ich hab´s erfahren,
wie damals in sehr jungen Jahren,
Bundeswehr – Kasernen, Drillen,
nichts ist´s mit in Ruhe chillen.

Doch bald gibt’s Urlaub – ja, ich weiß,
alles hat halt seinen Preis,
und ich darf mit – wenn ich mich plage,
dann mach ich´s gerne – keine Frage.

Mein Schmuckstück flott in die Garage,
bitte lest Euch nicht in Rage,
ich mein das Auto – nicht die Frau,
tut nicht so – Ihr wisst´s genau.

Wie Batman ins Kostüm gehüllt,
steht es da – welch traurig Bild,
ach, wenn´s schon wieder Sommer wär,
dieser Abschied fällt mir schwer.

Ich drehte um – und schniefte kläglich,
ging in den Keller – so wie täglich,
und schrieb den Reim im kargen Licht.
Freizeit? Nein, war´s wirklich nicht.  25.10.2012
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Poetry Slam 2012

Ein Kollege - stekum, still,
der mir vermutlich "Böses" will,
drückt mir heut Morgen - sehr galant,
eine Zeitschrift in die Hand.

Es ging mal nicht um Ball-Geschichten,
vielmehr um Reime und Gedichte,
im Wettstreit auf der Bühne lesen,
ja - das wär schon was gewesen.

Für den Moment war ich geneigt,
mich zu begeben in den Streit,
der mit Worten ausgetragen,
leicht ist es - kurz Ja zu sagen.

Jedoch erkannte ich recht schnell:
Da juckt dem Dichter nur das Fell.
Er weiß genau - und dabei bliebs:
Auf der Bühne kommt kein Pieps.

Die Beine zittern - Espenlaub,
der Sprache ganz spontan beraubt,
und die Windel - XXL,
sie füllt sich dort - ganz rasend schnell.

Der Puls rast wie ein Lamborghini,
da hilft kein Tee - auch kein Martini,
leicht geschüttelt, nicht gerührt,
wenn man das Lampenfieber spürt.

Nur Baldrian in Literflaschen,
Blutdrucksenker in den Taschen,
und vielleicht - was nicht erhofft,
ein großes Zelt mit Sauerstoff.

Da steht man dann im eigenen Schweiße,
denkt bei sich: "Ach je, du Scheiße,
wo bitte ist der Weg hinaus?
Seid nett - und macht die Lichter aus.

Dreht den Ton schnell gegen Null,
Stille ist so wonderful.
Wenn andere reden ist das schön,
jedoch nicht ich - lasst mich doch gehn.

Vielleicht träum ich das alles nur,
ich schlafe schön - es ist 3 Uhr.
Ein Alptraum - mitten in der Nacht,
hat mich um meinen Schlaf gebracht.

Oder sitz ich im Büro?
Der Kopf, er schlummert - irgendwo,
zwischen Akten und Papieren,
dort kann mir selten was passieren.

Ich beim Slam, beim Poetry?
Fragt mich ruhig - Ich sage: Nie!
Und rieche beim Gedanken schon,
die Angst - das war ein Reim davon.  24.10.2012
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Heim zu Mutter

Ich mache etwas falsch im Leben,
irgendwas muss es da geben,
das macht mich frech und unbedacht,
die Klappe groß – heißt: Gute Nacht.

Die liebste aller Angetrauten,
ließ heut Morgen kurz verlauten,
der erste Koffer sei gepackt,
das heißt – wir fliegen wohl nicht nackt.

Ich vernahm es – und mein Wille,
sprach zu mir: Sei besser stille.
Doch kam die Warnung viel zu spät,
egal, was sie auch immer rät.

Ich schrieb ihr eine Nachricht – „Herrlich.
Gehst du zur Mutter? So entbehrlich,
bist Du aber wirklich nicht.
Mein Augenstern – mein helles Licht!“

Drauf schaute ich das IPhone an,
entgeistert – wie´s geschehen kann,
dass ein Telefon verglüht,
ich wusste gleich – was mir heut blüht.

Ich kam nach Haus – schlich heimlich, leise,
denn so kurz vor unserer Reise,
brauche ich es wirklich nicht,
dass sie mir die Gräten bricht.

Im Flur sah ich schon Stacheldraht,
die Temperatur bei knapp Null Grad,
die Zapfen hingen von der Decke,
wo, bitte kann ich mich verstecken?

Ich zitterte – und suchte hektisch,
nach Blutdruckmitteln – es war schrecklich,
da stand sie plötzlich groß im Raum,
ich blieb ganz still – und atme kaum.

Ich sprach zu ihr: „Sei wieder froh.
Ich meinte es nicht wirklich so.
Ich schaltete bevor ich schrieb,
das Hirn nicht ein – sei wieder lieb.“

Sie sagte nichts – zeigt nur zum Keller,
mein Puls schlug schnell – und immer schneller,
ich hastete ganz fix vorbei,
und murmelte nur noch: „Verzeih!“

Stunden später – kurz vorm Bett,
schrieb mein Herzblatt mir Whattsap.
Der Urlaub sei für mich gestrichen.
Ich soll ihn aus dem Hirn mir wischen.

Sie werde fliegen – und ich bleiben,
da könne ich ganz massig schreiben,
derweil sie in der Sonne aalt,
der Urlaub – der ist ja bezahlt.
Aus dem Bett gefallen

Seit kurz vor 4 schon auf den Beinen,
sehr verfrüht - so will man meinen.
Jedoch ein Muss - ich fühl mich matt,
weil Frau Hund - den Flotten hat.

Ja, es nagt mir am Gewissen,
meine Lage ist beschi..en,
da ich Frau Hund was Leckeres gab,
und das bringt ihr den Darm auf Trab.

Es grummelt, gluckert in den Därmen,
da hilft nicht schwarzer Tee, noch Wärme,
da muss - was drin ist - einfach raus,
des morgens früh - im Feld, vorm Haus.

Sie winselt, schaut mich leidend an:
"Komm, Herrchen, los jetzt - on the run".
Ich nehm die Leine fix zur Hand,
und das Ergebnis - ist bekannt.

Meine Augen stehen quer,
schlauer ist man(n) - hinterher,
ich gähne - bin kurz weggenickt,
Frau Hund, sie schaut - und sie erschrickt.

Ich vergaß die Hand vorm Munde,
doch habe ich sehr frohe Kunde:
"Auch wenn ich's anders Glauben machte,
steht Hund nicht auf der Speisekarte."

Ich selbst, ich hungere jetzt dabei,
und sage unserem Hund: "Verzeih.
Weil du Arme hungern musst,
tu auch ich das - sehr bewusst."

Wie sollt ich ihrem Bettelblick,
sonst widerstehen - schlank ist chic,
daher steht es auch mir mal gut,
ein bisschen Fasten - das macht Mut.

So langsam - scheint's mir - wird es besser,
und gleich reimt es sich spürbar kesser,
bin langsam wieder obenauf,
so Schicksal, nimm nun deinen Lauf.

Ich wurde frech - zu meiner Frau,
bedachte dabei nicht genau,
dass sie zuvor - die halbe Nacht,
Frau Hund - ganz ohne Schlaf bewacht.

Ein müdes Raubtier so zu reizen,
das heißt - mit Dynamit zu heizen,
der Blick, der mich schräg seitlich traf,
der tötet - falls er mittig saß.

Eisig wird es - eisig kalt,
unser Hund erholt sich bald,
jedoch für mich wird's Schläge geben,
hoffentlich - schont sie mein Leben.    21.10.2012
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Arche

Gestern Abend - wie auch immer,
saß ich in unserem warmen Zimmer.
Die Liebste - sie saß neben mir,
sprach seltsam: "Sag, bis du noch hier?"

Ich schaute sie verwundert an,
wie sie wohl derlei sagen kann.
War sie verwirrt? - Sie sah mich doch.
Wohin führt uns das Alter noch?

Da meinte sie: "Mein werter Herr,
ich seh den Körper - (ist nicht schwer),
jedoch dein Geist - der weilt schon lang,
in anderen Sphären - Sandmanns Fang.

Ich höre ständig schon dein Schnarchen,
als baust du 1.000 neuer Archen,
als sei es dir so vorbestimmt,
die Sintflut kommt - dein Geist, er sinkt.

Draußen steht - in stillem Banne,
die Tierwelt schon seit Stunden Schlange,
mit Mitfahrtickets in den Pfoten,
als sei Eile schon geboten.

Auch unser Hund - sie winselt kläglich,
ihr Leid - es ist mir kaum erträglich,
sie schaut zum Schrank - ein Blick wie Wachs,
und bittet um das Oropax.

Im Fernsehen - das TV Programm,
das sehe ich gebannt mir an,
doch vernehm ich keinen Ton,
schäm dich jetzt - es ist ein Hohn.

Du weißt, ich bin gewiss nicht kleinlich,
doch müde Krieger - sind mir peinlich,
vor allem abends - ab halb acht,
na super - falls das Schule macht.

Deine Augen stehen quer,
deine Lider wirken schwer,
die Pupillen voller Sand,
von deinem Hirn - war´s uns bekannt.

Im Urlaub lockere ich die Zügel,
und Red Bull verleiht dir Flügel,
denn Chris de Burgh spielt nur akustisch,
da wär dein Sägen - wohl kaum lustig.

So geh jetzt, auf dein Stroh - im Keller,
schlafend schwinden Nächte schneller,
ich hab gesprochen - deine Frau,
Punkt und Ende - Schluss und Howgh!"

So ward ich meinem Stuhl verwiesen,
ich folge ihren Direktiven,
weil mir nichts anderes übrigbleibt,
der Sandmann sprach - von Ruhezeit.    19.10.2012
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Manschette

Das Ding am Arm - es drückt und drückt,
das Ding am Arm - macht mich verrückt,
es fühlt sich an, wie meine Frau,
wovon ich schreib - weiß ich genau.

Auch sie greift mich derweil beim Arm,
der feste Handdruck heißt - Alarm!
Denn fast wie einer Zwinge gleich,
drückt sie mir mit Macht ins Fleisch.

Dann gebe ich gleich alles zu.
Alles - ja, sofort, im Nu.
Egal, ob ich der Schuldige war,
ich geb es zu - und schon ist's klar.

Jetzt schloss man mich heut Morgen an,
zum Blutdruckmessen - dann und wann,
macht das einfach seinen Sinn,
weil ich stets unter Feuer bin.

Auf der Überholspur leben,
solche Menschen soll es geben,
da bleibt's nicht aus - der Blutdruck drückt,
(und dieses Brummen - macht verrückt).

In Gedanken tief verloren,
dringt es grad an meine Ohren,
und da ich ja an Druck gewöhnt,
sag ich: "Herzblatt - das war schön.

Du bringst mich auf den Pfad der Tugend,
du bist der Quell all meiner Jugend,
du bist mein Sein - und all mein Sinn,
so straf mich nur - ich nehm's ja hin.

Doch bitte, bitte nicht so feste,
auch nicht gerade so - zum Teste,
oh, mein Liebling - wie das schmerzt,
denk an mein Wohlsein - du, mein Herz.

Du weißt doch, das gibt blaue Flecken,
und wieder muss ich sie verstecken,
sei nicht so grob - dem Schraubstock gleich,
dem Schmerz zu trotzen - ist nicht leicht."

Doch während ich das jammernd sage,
tritt sie vor - stellt stumm die Frage,
ob ich vielleicht - leicht dämlich bin,
in ihren Augen steht's - tief drin.

Sie sagt, das sei das Messgerät,
sie meint, ich sei wohl leicht verdreht,
der eine Tag - und eine Nacht,
schon hat es bei mir Klick gemacht.

Dann schüttelt sie ihr schönes Haupt,
ich wär normal - hat sie geglaubt,
doch dieses Blutdruckmessgedicht,
macht deutlich - Nein, das ist er nicht!   15.10.2012
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Kreuzreim

Mit Kritikern ist´s oft ein Kreuz,
ich merk es ja am eigenen Leibe,
der eine reißt - den nächsten freut´s,
so geht´s auch mir oft - wenn ich schreibe.

Nicht jeder hat in jedem Falle,
Spaß an allem, was man macht,
ich will doch gar nicht wirklich alle,
und hab auch niemals dran gedacht.

Jedoch für Ratschlag - konstruktiven,
der mich dann auch noch weiterbringt,
der mich führt in Wortes Tiefen,
bin ich dankbar - wenn´s gelingt.

Den Mund gewischt - ich bin alleine,
versuche mich ab jetzt - erneut,
am Fröhlich-über-Kreuze-Reimen,
bin ich denn wirklich schon so weit?

Die Worte sind - na klar - die gleichen,
nur etwas anders, nett verpackt,
ein Mal Schütteln - das muss reichen,
es ist halt nur ein anderer Takt.

Statt Walzer - im stets selben Rhythmus,
tanz ich einen fremden Tanz,
und hoffe, dass der Jung jetzt mitmuss,
nicht ein bisschen - sondern ganz.

Natürlich geht das andere schneller,
oh Gott, schon hat er mich erwischt,
doch unten drin - im dunklen Keller,
klappt auch der Kreuzreim - ohne Licht.

Mit Worten spielen - ohne Ende,
das macht mir einfach riesig Spaß,
Gedanken füllen schon die Bände,
nicht immer gut - ja, ich vergaß.

Denn Fließbandreime werden schwächer,
die Worte nutzen sich fast ab,
das ist der Reiz zum stillen Lächeln,
den ich dabei vergessen hab.

Oder den, mal nachzudenken,
stillzuhalten, in sich Gehn,
der Muße die Beachtung schenken,
was Sinn macht ist vielleicht auch schön.

Mein Herz, es klopft - mit lautem Schlage,
ob ich wohl jetzt Beachtung find?
Jedoch, von morgens früh am Tage,
bin ich vom Kopf her - gerne Kind.

Ich habe Angst vorm Urteil - Seinem!
Ich glaube fast - mir wird schon schlecht!
Ich werde nie mehr wieder reimen,
auch wenn ich´s doch - so gerne möcht. 09.10.2012
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Haie

Als ich die Nacht im Keller saß,
die Wärme, Licht und Zeit vergaß,
da fiel es mir ganz plötzlich ein:
Die Rache - sie ist schließlich mein.

So sprach der Herr - oh, ganz genau,
er ahnte wohl schon meine Frau,
und was ich stets erleiden muss,
doch damit ist jetzt endlich Schluss.

Ich kaufe ihr - vom Taschengeld,
(das, nebenbei, sehr knapp ausfällt),
den schönsten Schnorchel für die Reise,
verpacke ihn - auf meine Weise.

Schreib ein nettes Wort dazu,
und sage ihr: "Mein Herzblatt, du,
genieß die Unterwasserpracht,
weil sie dich frei und glücklich macht."

Ich setzt es um - gemacht, getan,
welch ein perfider, guter Plan,
da ich doch um die Haie weiß,
die Liebste auch....na, so ein...

Sie sprach: "Denk an die Dreiecksflossen.
Nicht, dass sie an mir knabbern, kosten."
Ich meinte drauf: "Ach, keine Bange,
selbst wenn - dann eher nicht sehr lange."

Was mir jedoch zu denken gibt,
ich weiß nicht, ob sie mich wohl liebt.
Denn kurz darauf - da fand ich hier,
ein Päckchen in Geschenkpapier.

Darin ein Schnorchel - so wie ihrer,
oh, ich werde zum Verlierer,
denn ein Zettel lag dabei:
"So komm nur mit. Ich bin so frei.

Bei dir, mein Herz, lohnt sich das Kauen,
du musst jetzt nicht betroffen schauen.
Ich beiße in mein Brot mit Butter,
derweil wirst du der Haie Futter."

Was ich auch mache - das ist dumm,
kehrt sich im Ergebnis um,
sie ist mir halt um Längen über,
und die Aussicht - sie wird trüber.

Nun gut, so ist das abgehakt,
und trotzdem - fröhlich in den Tag,
da ich den Mut zum Aufstand habe,
ohne Wenn und ohne Aber.

Und sei es nur mit Worten, Reimen,
ich wehre mich halt leis, im Kleinen,
und gibt’s dafür dann ein "Gefällt",
ist sie in Ordnung - meine Welt.    07.10.2012
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Post

Seit 6 steh ich schon vor dem Haus,
die Liebste schickte mich hinaus,
und meinte, wer nicht schlafen kann,
der fängt den Tag halt sinnvoll an.

Statt unruhig in den Kissen wühlen,
soll ich mit dem Haushund spielen,
ein früher Gang durchs weite Feld,
das ist perfekt - und braucht kein Geld.

Kurz noch einen Kaffee nehmen,
danach die Pflege meiner Zähne,
und dann hinaus ins nasse Grau:
"Hör auf mich - auf deine Frau.

Das bisschen Regen wird nicht schaden,
im Herbst an ersten dunklen Tagen.
Und denke dran - hat das nicht Charme:
Auf Male ist der Regen warm.

Nimm die Jacke aus dem Schrank,
jammere nicht - das macht mich krank,
ich brauche meinen Schönheitsschlaf,
jetzt troll dich nur - und sei schön brav."

So steh ich also vor dem Tor,
komme mir - so unnütz vor,
stehe dort und bilde Rost,
wartend auf die Deutsche Post.

Grünspan hinter beiden Ohren,
was habe ich nur hier verloren?
Wenig Schlaf - dazu die Nässe,
jedoch die Liebste - weiß es besser.

Aufgeregt - bin ich ein wenig,
ich warte, warte - und ich sehn mich,
nach Wellen, Sonne, Meer und Strand,
nach Musik und fernem Land.

Hat die Post heut was dabei?
Außer Werbung - Jubel, freu.
Vielleicht die Tickets für die Reise?
Ich laufe vor dem Tor im Kreise.

Und schaue unruhig auf die Uhr:
Wo bleibt die Post denn heute nur?
Bin mittlerweile pudelnass,
jetzt noch erkälten? Das wär krass.

Nass die Haare, Brille, Schuh,
doch Aufstand steht mir halt nicht zu.
Die Liebste meint - das soll so sein,
und akzeptiert partout kein Nein.

Ich halte Ausschau - zähl Minuten,
der gelbe Blitz - er soll sich sputen.
Und wenn erneut nur Werbung kommt,
steh ich bis Montag - brav und fromm.   06.10.2012
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Maßband

Wie weiland bei der Bundeswehr,
sollte jetzt ein Maßband her,
damit ich's täglich kürzen kann,
die Reise steht in Bälde an.

Bereits vor einem knappen Jahr,
stand ich davor - doch, leider wahr:
Ich hätte damals Kraft gebraucht,
zu lang das Band - zu schwer war's auch.

Die Liebste meinte seinerzeit,
das werde nichts - es tu ihr leid,
denn es sehe dümmlich aus:
"Gehst du mit Rucksack aus dem Haus!"

Auch mein Einwand zählte nicht,
dass ein Konter an Gewicht,
mich besser in der Waage hält,
einfach in den Raum gestellt.

Doch heute ist mein Weib nicht da,
gleichbedeutend - die Gefahr,
ist grad eben denkbar klein,
da darf ich ohne Führung sein.

Ich stell die Bude auf den Kopf,
schau in jeden Schrank - und Topf,
und finde doch kein Maßband nicht,
da kommt sie heim - ich bin erwischt.

Sie schaut sich um - sie fragt mich nur:
"Welch Granate zog die Spur?
Das warst nicht ganz alleine du,
das traue ich - selbst dir nicht zu."

War das jetzt als Lob gedacht?
Ich sehe auf - denk: Gute Nacht.
Dieser Blick - der Blick spricht Bände,
und ich weiß - es naht mein Ende.

Ich säusele: "Mein liebes Kind,
nur wer wagt, der auch gewinnt.
Und nach Taschengeld zu fragen,
wag ich nicht - in meiner Lage.

Daher dacht ich - ich finde eines,
und ich beschloss, das sei dann meines.
Auf 22 fix geschnitten,
ach, schenk mir eines - Liebste, bitte."

Und sie sprach: Ja! Sie macht mich glücklich.
Ich küsste sie - ganz brav und schicklich,
sie hielt mir ihre Wange hin,
sie ist halt doch mein Hauptgewinn.

Jetzt trage ich's am Schlüsselbund,
drei Wochen noch - dann geht es rund,
das Maßband schrumpft - jetzt Tag für Tag,
ich glaub - dass uns das Leben mag.   05.10.2012
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Packen

Langsam gilt es nun, zu packen,
Hemden, Hosen, Shirts und Jacken,
Waschzeug, Deo und den Kamm,
ich glaub - ich fange schon mal an.

Den Koffer auf das Bett gelegt,
grübelnd meine Stirn bewegt,
wahllos in den Schrank gegriffen,
um das Unheil zu umschiffen.

Denn kommt die Liebste gleich nach Haus.
ist's mit meinem Vorsatz aus,
kein Platz im Koffer heißt die Regel,
und so streiche ich die Segel.

Schaue mir verwundert an,
was Frauen brauchen - denn als Mann,
ist das Packen eher simpel,
zuallererst muss mit - ein Wimpel.

Damit ich dort im Urlaubsstress,
den Verein nicht glatt vergess.
Dazu die Wäsche, das Trikot,
Hosen, Hemden - fertig! So!

Stolz seh ich nach meiner Frau:
"Ich bin fertig - Liebste, schau!
Alles ready - und im Lack,
in Rekordzeit grad gepackt."

Da schüttelt sie ihr müdes Haupt:
"Was bin ich eine arme Haut.
Alles wild hineingestopft,
sag nur an - wo ist dein Kopf?

Ohne unser Bügelbrett,
ist dein Koffer nicht komplett,
ich seh mich schon - am fernen Strand,
mit dem Eisen in der Hand.

Dazu die Anzahl deiner Hemden,
lass es dabei nicht bewenden,
ein Kleckerhannes - sowie du,
der kleckert schon - schaut er nur zu.

Im Flieger gibt's Tomatensaft,
der Gedanke - raubt mir Kraft.
Ich schaue fort - beiß in die Faust,
am besten schickt man dich hinaus.

Jetzt lass das deine Frau mal machen."
Fix packt sie die Siebensachen,
sogar mein Püngel findet Platz,
danke sehr - sie ist ein Schatz.

Haben wir auch nichts vergessen?
Ich denke nach - doch unterdessen,
fällt mir ein - Es ist noch Zeit.
Drei Wochen - das ist furchtbar weit.  03.10.2012
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Nachtschicht

Tag der Einheit – Ruhetag,
die Liebste schaut mich an: "Sei stark.
Sei stark - da ich jetzt verlasse...
Oh, wie ich dein Grinsen hasse.

Denn eines sei dir klar, mein Lieber:
Ich geh nur kurz - ich komme wieder.
Ich mache einen Sauna-Tag,
da ich Entspannung brauche, mag.

Bilde dir jetzt nur nicht ein,
du wärest jetzt der Chef - Daheim.
Erst kommen Kinder, dann der Hund,
und dann erst du - halt bloß den Mund.

Relaxen? Das ist heut am Tag,
für dich bestimmt nicht angesagt.
Einfach liegen? Beine hoch?
Mein lieber Mann - sag, geht es noch?

Ich habe hier - die halbe Nacht,
gegrübelt und streng nachgedacht,
was du tun kannst - oder musst,
so was von..." - Ich hab's gewusst.

Ich schaute mir die Liste an,
gefühlt, nach Stunden - irgendwann,
erreichte ich den letzten Punkt,
zu viel Stress - ist nicht gesund.

Daher sprach ich: "Oh, liebe Frau,
ich liebe dich - du weißt genau,
dass ich dir jeden Wunsch erfüll:
Spülen, Wäsche, Bügeln, Müll.

Putzen, Wischen, Unkraut jäten,
das Entstauben der Tapeten,
Hund ausführen, Decken falten,
Post sortieren und verwalten.

Bad und Toiletten richten,
zwischendurch drei Seiten dichten,
alles das mach ich ja gerne,
ein Widerspruch liegt mir so ferne.

Doch gerade eben - Mann, oh Mann,
rief mich der Kollege an,
dass heute viel zu tuen sei,
(Gott sei Dank) - ich bin dabei."

Auf dem Absatz dreht ich um,
und ließ sie stehen - baff und stumm,
zumindest hab ich das gedacht,
die Rechnung ohne Wirt gemacht.

Denn sie rief mir hinterher:
"Das macht doch nichts - nimm's nicht so schwer.
Dann legst du später halt, Daheim,
als Zusatz - eine Nachtschicht ein."   03.10.2012
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Elektronik

Elektronik-Wunderwelt,
wundervoll - dort wo's gefällt,
doch beim Ersatz für Bücherkauf,
hört für mich der Spaß schnell auf.

Navis, Handys und Computer,
Blu Ray, Fernsehen, Handheld, Router,
das ist wohl alles ein Gewinn,
und selbst ein E-Book macht ja Sinn.

Doch ein Buch - ersetzt es nicht,
für andere gern - doch nicht für mich,
ist's vom Inhalt auch egal,
brauch ich Papier - hier im Regal.

Papier, dass sich die Balken biegen,
Bücher, die in Stapeln liegen,
Seiten, dass ich dann und wann,
in Ruhe darin blättern kann.

Regale, dicht mit Bücherrücken,
die mich beim Anblick so beglücken,
nennt es ruhig auch Sammelwut,
für mich ist dieses Sammeln gut.

Ich brauch die Stimmung, den Geruch,
in Büchereien, beim Besuch,
und egal wo ich auch bin,
zieht's mich magisch an, dorthin.

Wo auch immer, ich kenn alle,
beim Stadtbesuch - in jedem Falle,
findet man mich jederzeit,
bei "meinen" Büchern - tut mir leid.

Es tut mir leid?? Nicht wirklich. Nein!
Ich denke mir, das muss so sein,
wenn man so - wie gerade ich,
ein ganz klein bisschen süchtig ist.

Im Urlaub fliegt das E-Book mit,
weil's wenig Platz im Flieger gibt,
und meine Frau den Koffer füllt,
mit dem, was unserem Ansehen gilt.

Kleidung, Seife, Accessoires,
die Badehose - und das war's,
für Bücher bleibt da wenig Platz,
so sprach sie heute noch - mein Schatz.

Und Anhänger - bei Air Oman,
gibt es nicht - das war mein Plan.
Ich hätte mich dort reingelegt,
und zwischen Büchern kaum bewegt.

Beim Flug geschmökert, brav gelesen,
ja, das wäre was gewesen.
Nun nehme ich ein E-Book mit,
mit Büchern - hält das niemals Schritt.   29.09.2012
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Lila

Meine Frau sprach jüngst zu mir:
"Ich suchte - und ich fand Papier,
Lila - und ganz gut versteckt,
nur der Inhalt - der war weg."

Dann schielte sie auf meinen Bauch:
"Halt ein - den Inhalt fand ich auch.
Wie viele Tafeln sind dort drin?
Soll ich tippen? Macht das Sinn?"

Betreten blickte ich zu Boden,
auf meine Füße - sah nach oben,
erfuhr dort ihren strengen Blick,
und schaute einfach - lieb zurück.

Da meinte sie: "So lass das bleiben.
Selbst beim Blicken übertreiben.
Dein Ausdruck - einem Dackel gleich.
Erkläre dich - ich mach's dir leicht."

Ich nahm mir allen Mut zusammen:
"Liebste, hier in unseren Kammern,
hab ich dank Milkas Schmelz erlebt,
wie Süßes doch die Stimmung hebt.

Einhundertelf ganze zarte Tafeln.
Geburtstagsehren - nein, kein Schwafeln.
Weil Milka doch Geburtstag hat,
so feiere ich - da biste platt.

Und da ich in der Werbung sah,
die lila Kühe - hier und da,
hofft auch ich - auf die Erscheinung,
sag mir jetzt ganz ruhig die Meinung."

Die Liebste schaute mich nur an,
sie schaute - und sie schaute lang,
sie schaute - und sie schaute weiter:
"Junge, wann wirst du gescheiter?

Lila Kühe gibt es nicht..."
(Damit, Gott, schockiert sie mich).
Und doch, die Milka, ja, die schmeckt,
das habe ich schon früh entdeckt.

Hier und dort ein lila Träumchen,
das hilft mir gern mal auf die Beinchen,
denn ist ein Tag total konfus,
bringt Milka ihn zum guten Schluss.

Zarter Schmelz auf meiner Zunge,
welch ein Erlebnis - Junge, Junge,
am liebsten täglich etwas mehr,
zu widerstehen - das fällt schwer.

Einhundertelf so süße Jahre,
das ist lecker, ist das Wahre.
Glückwunsch, einfach weiter so,
als Schleckermaul - reimt es sich froh.  27.09.2012
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Disziplin

Der Kollege sprach zu mir:
„An einem, Freundchen, fehlt es dir.
Ich will’s nicht in die Länge ziehn,
es fehlt dir halt – die Disziplin!

Ich wache stets mit Argusaugen.
Euer Antritt – kaum zu glauben.
Denn man übertrifft sich hier,
im Futtern rundum voller Gier.

Und wenn man(n) so im Futter steht,
ist´s irgendwann vielleicht zu spät.
Ich wende mich mit Schaudern ab.
Wie gut – dass ich mein Müsli hab.“

Als ich das hörte – stockte ich,
und sprach dann nur: „Beruhige dich.
Vielleicht sieht das grad heut so aus,
doch bin ich auf dem Weg – zur Maus.

Heute noch zu viel Ballast,
doch glaub mir, meine Hose passt.
Und wird das Hemd – auch manchmal knapp,
daher – nehme ich jetzt ab.

Vom Elefant – zum Mäuselein,
so schwer kann das doch wohl nicht sein,
und so wie deine Frau den Bauch,
verliere ich – den meinen auch.

Wobei – das gebe ich gern zu,
bei mir geht das nicht ganz im Nu,
im Kreißsaal – nur bei Schwangerschaft,
und doch, das klappt – so waat nur av.“

Er sah mich an – mit diesem Blick,
ich wich drei Schritte drauf zurück.
Der Blick – der Eines nur verheißt:
Dass er von meiner Schwäche weiß.

Und doch will ich es ihm beweisen,
den Tag nicht vor dem Abend preisen.
Der Anfang – er ist grad gemacht,
ich schaffe das – wär doch gelacht.

Dies Outing war bestimmt nicht gut,
Leichtsinn – purer Übermut,
weil er mich daran messen wird,
sofern „Sam Hawkins“ sich nicht irrt.

So starre ich auf unsere Waage,
versetzt Euch nur in meine Lage.
Der Zeiger sinkt nur halb so schnell,
wie er sonst steigt – oh fuck, the hell.

Was jetzt nur bleibt – und das ist blöd:
Dass ich wohl „dran verrecke möht“,
wenn die Disziplin vergeht,
der Kollege – er versteht.     20.09.2012
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Berlin

Berlin - ist eine Reise wert,
auch zwei bis drei - so wie man hört,
und da ich das bejahen kann,
fang ich Freitag damit an.

Ich pack die Liebste mir ins Car,
der Tank ist voll - und wenn ich fahr,
dann freu ich mich - vom ersten Meter,
auf Stadt und Menschen - die gibt's später.

Ein Wochenende, das uns winkt,
zwei schöne Tage - das gelingt,
das weiß ich, da die Freundschaft hält,
Berlin - das ist nicht aus der Welt.

Wir freuen uns darauf wie Bolle,
und wärmt statt Sonne uns die Wolle,
ist's kein Problem - das ist halt so,
Menschen treffen, das macht froh.

Schrippen und Berliner Weiße,
darf ich nicht kosten - ich heul leise,
da ich mich grad entschieden habe,
abzuspecken - das ist schade.

Ein Schwarzbrot - und ein Scheibchen Knäcke,
darf ich genießen - das wird schmecken,
verbannt in einen Kellerraum,
selbst in Berlin - man glaubt es kaum.

Nun merket auf - Ihr lieben Leser,
wie wäre es doch schön gewesen,
könnte ich - so nebenbei,
kurz zur Alten Försterei.

Denn am Freitagabend spielt,
dort mein Club - mein Herz, Gefühl,
jedoch, die Allerliebste spricht:
"Dorthin gehst du diesmal - nicht!"

Auch mein Jammern, meine Tränen,
ließ sie nicht wanken - und zum Zähmen,
hab ich leider nicht den Mut,
drum sprach ich leise: "Ist schon gut"

(Dass ich kein Ticket mehr bekam,
erzähl ich nicht - ist das infam?
Man freut sich halt, als stolzer Mann,
wenn man so'n bisschen - hetzen kann....").

Mit einem Ohr - beim späteren Essen,
lausch ich auf Nachricht - denn vergessen,
kann ich des Geißbocks Mühen nicht,
immer Freude - niemals Pflicht.

Jetzt freun wir uns - und das wie jeck,
auf liebe Freunde - ab und weg.
Und alles andere ist egal,
dann klappt es halt - beim nächsten Mal.   19.09.2012
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Hinter Gittern

Ein schöner Tag am Gardasee,
ein wenig tut das Bäuchlein weh,
da ich den Vorsatz schnell vergaß,
und wieder wie ein Wilder aß.

Das war heut Abend - kurz vor acht,
die Dunkelheit setzt ein - zur Nacht,
und endlich darf ich nun vors Haus,
die Liebste meint - das hält sie aus.

Denn mit der ersten Dämmerung,
verliert der helle Tag den Schwung,
sowie mein Anblick seinen Schreck,
das Dunkle retuschiert das weg.

Der Kellner wird nicht blass und fahl,
den Passanten ist's egal,
und auch die Liebste schaut bewusst,
ohne dass sie Schreien muss.

Nun sitze ich auf der Terrasse,
hör Livemusik im Park, ja Klasse,
so hält Italiens Dunkelheit,
für mich gar etwas Spaß bereit.

Ich lausche der Musik, den Wellen,
schön, in Träumen hier zu schwelgen,
wenn es nur - und das ist schwer,
nicht hinter blanken Gittern wär.

Von der Liebsten eingesperrt,
hab ich wirklich keinen Wert?
Freiheit ist ein hehres Gut,
doch zur Flucht - fehlt mir der Mut.

So sitz ich jammernd in der Nacht,
nichts, das mir jetzt Hoffnung macht,
ich rüttle an dem Gitterwerk,
doch scheinbar ward es noch verstärkt.

Da tritt mein Herzblatt auf den Plan:
"Was hast du vor, in deinem Wahn?
Sprich, was randalierest du?
Sprich dich aus! Sofort! Im Nu!"

Ich spreche von Gefangenschaft.
Sie sagt: "Du musst in Einzelhaft.
Der Wein vom Abend schadet dir.
Das Gitter - steht schon lange hier.

Das ist doch nur der Absturzschutz,
jetzt schau mir bitte nicht verdutzt,
du musst nicht nur auf Freiheit hoffen,
das Gitter - es ist seitlich offen.

Drei Gläser Wein - verdünnt mit Wasser,
und schon macht sich der Herr zum Affen..."
Dann ging sie fort - ließ mich zurück.
Ob meiner Freiheit schier entzückt.     16.09.2012
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Wal

Wie ein Wal im großen Teich,
durchpflüge ich das kleine Reich,
des Pools an unserem Urlaubswort,
die Liebste staunt - und spricht kein Wort.

Das Wasser, es ist aufgewühlt,
Vorwärtskommen heißt mein Ziel.
Damit ich diesen Zweck erreich,
mach ich's mir nicht wirklich leicht.

Das Wasser trägt mich - ohne Frage,
auch heut Abend - spät am Tage,
ich schwimme - ohne mich zu loben,
Fett ist bekanntlich immer oben.

Doch Treiben ist die eine Sache,
nach vorne kommen, Fortschritt machen,
schwer - in jenem Element,
das weiß ein jeder, der mich kennt.

Ich ertrinke fast in Pfützen,
beim In-der-Badewanne-sitzen,
geschweige denn im offenen Meer,
hätt Wasser Balken - wärs nicht schwer.

So strampele ich durch nasse Fluten,
pflüge durch die kurzen Routen,
und verschrecke Mensch und Tier,
jeder fürchtet sich - vor mir.

So wie ein Mississippi-Dampfer,
gebärde ich mich wie ein Stampfer,
man glaubt fast, dass das Wasser kocht,
Hilfe! Panik! Wal an Bord.

Während ich dort paddle, schwimme,
höre ich der Liebsten Stimme:
"Legt nur die Harpune fort.
Das ist mein Gatte - drauf mein Wort.

Die Spitze könnte ihn verletzen,
sie geht durch Speck - so würd ich schätzen,
und zum Gewinn von Lebertran,
taugt er nicht - begrabt den Plan.

Bald kommt er raus - dann herrscht hier Frieden,
lasst ihn seine Bahnen schieben,
dann habt Ihr Euren Pool zurück,
nicht mehr lang - ein kleines Stück."

Ich hab's gehört - ich könnte weinen,
wie gut kann sie es mit mir meinen.
Das - und nicht nur das allein,
muss doch wohl - wahre Liebe sein.

Und so steig ich aus den Fluten,
alles wendet sich zum Guten.
Mein Dasein - es ist einfach schön,
als könnt ich übers Wasser gehn.   16.09.2012
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Irgendwie

Irgendwie und irgendwann,
fängt der nächste Urlaub an.
Und so oute ich mich jetzt;
Dieser Fakt ist hochgeschätzt.

Das kann ich schreiben - da ich weiß,
mein Chef gehört nicht zu dem Kreis,
der meine email-Flut erhält,
so hab ich mir das vorgestellt....

Doch irgendwie und irgendwo,
ist´s im Leben manchmal so,
dass - selbst wenn es dir nicht schmeckt,
der Teufel oft im Kleinen steckt.

Irgendwie - seit einer Weile,
ist er mit - in dem Verteiler,
irgendwann hineingerutscht,
und nun ist der Drops gelutscht.

Wie komme ich da nur heraus?
Was ich schrieb - so sieht das aus,
ist schändliches Gedankengut,
geboren aus des Reimes Flut.

Was nun hier steht - auch wenn ich´s möcht,
wird niemals wieder je gelöscht.
was mich nun in Bredouille bringt,
mal schauen, ob mir das gelingt:

"Mein lieber Chef - man bleibt im Saft,
erhält man seine Arbeitskraft.
Ich hab da letztlich keine Wahl:
Urlaub? - Notfalls unbezahlt.

1 Woche. - Hm, zu viel?
Da kommt nun meine Frau ins Spiel.
Die Reise mach ich ihretwillen,
um ihr Fernweh kurz zu stillen.

Ich bin da ehrlich - mir wär´s lieber,
am Pult zu stehn - da geht nichts drüber.
doch setz ich mich zu selten durch,
verbuch es unter Angst und Furcht.

Irgendwie - Du musst das fühlen,
sitz ich zwischen beiden Stühlen,
versetz Dich mal in meine Lage,
und stell mit mir die bange Frage:

Vor wem hab ich wohl mehr Manschetten?
Wer wird mich aus den Zweifeln retten?
Mein Weltbild ist total verzerrt,
und der Ausweg - scheint versperrt."

Ob der Chef mir Glauben schenkt?
Oder mir den Kopf verrenkt?
Hoffnung? - Besser heut als nie,
das wird schon klappen - irgendwie.   04.09.2012
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Stauraum

Italien und Schweiz und Pässe,
das macht Spaß - denn was ist besser,
als eine Fahrt nach irgendwo,
bei Sonne - und im Cabrio.

Ich tanke noch den Tank randvoll,
dann roll ich los - ist das nicht toll?
Das Auto schnell - so wie ein Blitz,
Gepäck gestapelt - auf dem Sitz.

Der Kofferraum ist eher klein,
was hineinpasst - geht hinein,
doch da das Dach ja offen bleibt,
nur bis zum Strich - es tut mir leid.

Der Wind weht herrlich um die Nase,
das ist Leben in der Phase,
in der ich einfach jauchzen könnt,
Freizeitkleidung, kurzes Hemd.

Die Sonne scheint - so wünscht man das,
grenzenlos erlebter Spaß,
500 Kilometer schon,
da klingelt jäh - das Telefon.

Die Liebste fragt - (mir wird es heiß),
ob ich denn ahne, ob ich weiß,
dass ich sie grad Zuhaus vergaß...,
mir weicht das Blut - ich werde blass.

Ich fahr den nächsten Rastplatz an,
ich suche - tue was ich kann,
ich räum das ganze Fahrzeug leer,
und find mein Herzblatt nimmermehr.

Ich schlucke hart - die Kehle kratzt,
ich vergaß den größten Schatz,
den ich doch im Leben habe:
Die Dauerkarte - das ist schade!

Natürlich - das wisst Ihr genau,
mein ich mein Herzstück - meine Frau,
die nun allein Zuhause sitzt,
derweil ich Blut und Wasser schwitz.

Ich drehe um - natürlich, gerne,
und ahne schon im Geist die Sterne.
Natürlich nicht am Firmament,
sondern wenn ihr Schlag heiß brennt.

Im Geiste mach ich schon die Planung:
Was geht mit? Was nicht? No Ahnung!
Auf jeden Fall - und das ist klar:
Ist der Platz für sie - dann da.

Auch ich darf mit - der Liebsten Dank,
denn wenn der Stauraum nunmehr langt,
darf ich wieder hinters Steuer,
diese Fahrt - sie kommt mich teuer.    16.08.2012
______________________________________
Meet & Greet

Wir sind beim Meet & Greet dabei,
persönlich, live - wir sind so frei.
Jedoch schon heut - so will´s mir scheinen,
hab ich Pudding in den Beinen.

Die Schnappatmung - sie setzt früh ein,
ist Chris de Burgh auch eher klein,
so macht sein Schatten mich konfus,
ob ich vor Angst dann sterben muss?

Ich seh mich an der Liebsten Hand,
wir schlurfen durch den weißen Sand,
mein Herz, es klopft mir aus dem Hals,
und in den Ohren dröhnt´s und schallt´s.

Mein Blutdruck tanzt dann Cha-Cha-Cha,
ein Traum des Fans wird wirklich wahr,
Palmen, weißer Sand - und Meer,
und die Musik - das fällt kaum schwer.

Zweiundsiebzig Tage noch,
lest Ihr mein gereimtes Wort,
dann endlich hebt der Flieger ab,
wie schön, dass ich dann Urlaub hab.

Und lieber Chef, verzeih mir bitte,
ich flüchte auch aus Eurer Mitte,
wirfst Du den Antrag in den Müll,
aus Zankerei - ich bin schon still.

Wir freuen uns auf diese Reise,
Gitarrenklänge und die Weisen,
am Strand der Insel - Ozean,
was hab ich uns nur angetan?

Angetan? Ein I-Punkt eben,
ein ganz besonderer Tag im Leben.
Entscheidungen, die man halt trifft,
und Zauber - den man nie vergisst.

Ich hätte mir das nie verziehen,
ließ ich diese Chance entfliehen,
ich glaube, davon träum ich gerne:
Von Konzerten unter Sternen.

Von den Wellen - ihrem Rauschen,
von den Liedern - Spaß zu lauschen,
von der Bühne - kleinem Mann,
der uns komplett gefangen nahm.

Meet & Greet - man wird´s erleben,
und ich beginne abzuheben,
das klappt auch bei viel Startgewicht,
glaubt es - oder glaubt es nicht.

Chris und seine Songs, sie riefen,
Fanversammlung - Malediven,
von überall, der ganzen Welt,
ein Stoffel - wem das nicht gefällt.    15.08.2012
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Der-Schon-wieder-Bügelblues

Seit heute Morgen suche ich,
nach meiner Frau - Verließ sie mich?
Ignoranz - was ich auch frage,
versetzt Euch mal in meine Lage.

Ich schaue auf mein Handy: Stumm.
Ich frage mich verwirrt, warum,
warum nur gibt sie keinen Laut.
Hab ich mal wieder Mist gebaut?

Die Fenster nicht perfekt geschlossen?
Die Blumen falsch - bis nicht gegossen?
Die Spülmaschine nicht entleert?
Was machte ich denn nur verkehrt?

Und während ich nun ständig grübel,
stoß ich zur Wurzel allen Übels:
Die Liebste schwitzt am Bügeleisen,
ich sollte mich beim Zügel reißen.

Bloß nicht dumme Witze machen,
die Glut ersticken - nicht entfachen,
sonst erlebe ich leichthin,
eine neue Disziplin:

Bügeleisenweitwurf, Drama,
selten war der Punkt so nah da,
dass ich mich verstecken muss,
vor heißen Eisen - ihrem Kuss.

Sie wirft mich mit Gewalt zu Boden,
ich lieg unten - sie kniet oben,
(ein Ferkel ist - ganz nebenbei
wer Falsches denkt - welch Schweinerei).

Sie drückt das Eisen auf die Wange,
nur ganz kurz - und gar nicht lange,
dann ist mein Teint ganz rein und klar,
kein Pickel - nicht mal Haut - mehr da.

Man kann mit ihr vortrefflich scherzen,
sie nimmt fast gar nichts sich zu Herzen,
doch steht sie erst am Bügelbrett,
ist´s vorbei mit lieb und nett.

Da wird sie gern zur Furie,
kennt Kirche nicht - nicht Kurie,
und treibt mir gern den Satan aus,
solche Tage sind ein Graus.

Zwei Körbe voll - mit Bügelwäsche,
ich begann den Tag - mit Lächeln,
und beende ihn ganz still,
da ich noch etwas leben will.

Auch wenn ich jetzt erfahren habe,
dass sie nun heut - am hellen Tage,
Blumen pflanzte - rund ums Heim,
Vorsicht kann kein Fehler sein.   13.08.2012
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Ikea

Die Axt im Haus - so dann und wann,
erspart nicht nur den Zimmermann,
sie zeigt auch, wie ein Raum gleich wird,
wenn die Wand den Fachmann spürt.

Nur ist der Mann - in meinem Fall,
ja meine Frau - doch ganz egal,
sie tut's nur so, wie ich das mag,
so wie's der "Regisseur" ihr sagt.

Und kaum hab ich das jetzt geschrieben,
(vielleicht ein wenig - übertrieben),
klebt mein Mund - die Stirn ist nass,
in meinem Rachen - steckt der Quast.

Voll mit letztem Rest an Kleister,
ich geb's ja zu - denn meinen Meister,
find ich stets in meiner Frau,
dass ich das weiß - weiß sie genau.

Dann winkt sie mir: "So komm nur mit.
Folge mir, mit forschem Schritt,
und siehe dir genau jetzt an,
was deine Frau - so macht und kann.

Doch bitte, tu mir eine Gnade,
entfern den Quast - um ihn wär's schade,
dann zück die Börse - fahr mich fix,
hin zu Ikea - sag jetzt nix.

Das Zimmer wirkt jetzt - so wie neu,
drum gibt es nun - dass ich mich freu,
so manches neue Möbelstück,
ich bin gut drauf - das ist dein Glück.

Accessoire gibt es dort viele,
Regale, Tische, Decken, Stühle,
geh mit mir die Gänge durch,
ich bin ja bei dir - keine Furcht.

Begleite mich nur zu den Schweden,
du musst nur zahlen, brauchst nicht reden,
geh mit mir die Gänge lang,
wir fangen - ganz beim Anfang an."

Sie stapelte, sie fabulierte,
sie strahlte - und mich faszinierte,
wie gut sie manövrieren kann,
mit vollem Wagen - gar nicht bang.

Sie fuhr aufs Hören - kaum auf Sicht,
Pakete lagen - dicht an dicht,
und brachte sie - so soll das sein,
gut und sicher nach Daheim.

Nun schraubt sie emsig - schraubt sie stetig,
da gibt's kein Fluchen - gibt's kein "Geht nicht",
denn meine Frau ist ganz enorm,
das neue Zimmer - findet Form.  08.08.2012
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Halluzinationen

Ein Gläschen Cognac - früh am Morgen,
schlägt jeden Kummer, jede Sorgen,
nach Genuss schnell in den Wind,
das erlebte grad - mein Kind.

Denn meine Tochter sah mich - oh,
fröhlich mit dem Cabrio,
als ich durch das Städtchen fuhr,
ich glaube fast - sie muss zur Kur.

Denn ich sitze schwitzend hier,
vor Akten, Bildschirm und Papier,
während - ach, mein Herzchen weint,
da draußen jetzt die Sonne scheint.

Wie gewonnen - so zerronnen,
mein Cabrio ward mir genommen,
jetzt, da es nun Sommer wird,
das Tochterkind hat sich geirrt.

Nein, mein Wagen er steht friedlich,
in der Werkstatt - und er sieht nicht,
so wie ich den Sonnenschein,
irgendwie - bin ich allein.

Ein kurzer Rückruf - ob der Lenkung,
ich empfind es (fast) als Kränkung,
statt Sonnenschein, geballter Lust,
riss man das Herz aus meiner Brust.

Doch bald schon sehe ich ihn wieder.
Heut Mittag? Gleich? Was wär mir lieber?
Da kommt der Hinweis: Bleibe stark!
Freitag wird´s. - Ein Stich ins Mark.

Statt zu jammern - muss ich reimen,
das hilft nicht wirklich - soll man meinen,
doch lenkt es mich ein wenig ab,
da ich ja nun - kein Cabrio hab.

Und während all das nun passiert,
das Kind gar faselt - inspiriert,
von der Farbe, die sie sah,
entgegne ich - "Es ist nicht wahr!"

Der da fuhr - das war nicht ich,
ich übe sehr frustriert Verzicht,
und falls das Kind gewunken hat,
war der Rück-Gruß eher matt.

Kind, mein Kind - ach lass es sein,
für Cognac bist Du noch zu klein,
so lass das Zeug aus Deinem Leib,
am Morgen - zu solch früher Zeit.

Und bohre nicht in meinen Wunden,
ich zähle Tage - nicht nur Stunden,
bis Fertigmeldung mich erreicht,
glaubt es mir - das fällt nicht leicht.  01.08.12
___________________________________
Offen

Nach allen Seiten offen sein,
sogar nach oben - das ist fein,
denn mein Auto - aufgepasst,
hat kein Dach - und das ist krass.

Krass - weil mich die Sonne brennt,
verschwitzt die Haare - und das Hemd,
dazu der Wind - mein Herz ist klein,
und anders - soll es gar nicht sein.

Offen - stets, für alles Schöne,
offen für gepflegte Töne,
die man zur Melodie verwebt,
bei der man merkt, wie gern man lebt.

Offen für Remis und Siege,
wenn auch in der 2. Liga,
offen selbst für Niederlagen,
(ich hasse mich - wenn ich das sage).

Offen, nicht den Stab zu brechen,
auch wenn´s schief läuft - weiter lächeln,
offen für das Bock-Gefühl,
denn letztlich ist es nur ein Spiel.

Offen meiner Liebsten Hand,
auch wenn sie mich ja stets verbannt,
und der Keller - das ist Mist,
ist das - was selten offen ist.

Offen für die Urlaubsplanung,
auch im Hinblick auf die Ahnung,
dass der Flug sehr lange währt,
was die Freude leicht erschwert.

Offen für den weiten Strand,
Wellen, Sonne, Meer und Sand,
schmachtend nach Gitarrenklang,
es dauert nicht mehr wirklich lang.

Gerade mal drei Monde noch,
nie hab den Herbst ich so gemocht,
und im November schweben wir,
das geht ganz leicht - so glaubt es mir.

Selbst bei mir - und dem Gewicht,
es ziehen Newtons Kräfte nicht,
die Erdanziehung wird zuletzt,
einfach außer Kraft gesetzt.

Offen für den Feierabend,
selbst sogar fürs Hungerhaben,
auch wenn jetzt der Kollege schweigt,
und mahnend mit dem Finger zeigt.

Offen stets für die Ergüsse,
gehen sie Euch auch auf die Nüsse,
offen - selbst für die Kritik,
und für den Spaß - am Augenblick.  26.07.2012
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Aktiv

Ab morgen - klingt´s auch plakativ,
werd ich sportlich sehr aktiv,
denn ich habe wohl erkannt:
Ich bin nicht grad im besten Stand.

Die Kugel, die ich vor mir trage,
die ist - wie soll ich es nur sagen,
mir hin und wieder sehr im Weg,
wie man´s auch wendet - oder dreht.

Es fehlt mir nur noch am Elan,
Aug um Auge, Zahn um Zahn,
hab ich mich erst mal aufgerafft,
dann zeige ich bestimmt auch Kraft.

Dann radle ich - und ja, ich schwimme,
(vor Selbstmitleid bricht mir die Stimme),
ich mach Gymnastik, spiele Ball,
(fing ich nur an - ein klarer Fall).

Betriebssportgruppe - BSG,
ein guter Plan - doch wie ich´s seh,
verlor der Initiator schon,
den Drive dazu - es klingt wie Hohn.

Ich brächte wohl mein Fahrrad mit,
Bewegung erst - nur sie hält fit,
wobei ich nebenbei sehr hoff,
auf das Zelt - mit Sauerstoff.

Fahr ich erst los - schaff ich die Runde,
bestimmt in einer knappen Stunde,
das ist wirklich nicht sehr viel,
für 100 Meter - Start bis Ziel.

Ich melde mich - zur Altersgruppe,
und an der ersten Hügelkuppe,
schickt Ihr mir - so nehmt´s nicht schwer,
den Sanitäter hinterher.

Kühle Puls- und Wadenwickel,
und die mitleidvollen Blicke:
"Wie kann man sich so gehen lassen?
Das ist wirklich nicht zu fassen!

Das Hirn trainiert er - ohne Ende,
die Ergüsse - füllen Bände,
doch am Körper - ganz genau,
ist er eine faule S.."

Ab morgen fange ich nun an.
Übermorgen? Irgendwann?
Heute! Maybe nächstes Jahr.
Ja, irgendwann - mach ich es wahr.

Und dann - ja dann, bin ich bald fit,
aktiv zu sein - das wär der Hit,
doch vor der Haustür - dick und rund,
ruht mein innerer Schweinehund.  19.07.12
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Carpe diem

Es kitzelt mich - im Schreibtischschlaf,
ein Sonnenstrahl - das find ich brav,
denn dadurch wird mir erst bewusst,
dass Sommer ist - das weckt die Lust.

Ich wappne mich - ich bin bereit,
Carpe Diem - Nutz die Zeit.
Ich geh zum Chef - fix ins Büro:
Die Sonne scheint - und ich bin froh.

Ich steh vorm Schreibtisch . tief verbeugt,
ich schmeichele ihm: "Chef, gerade heut,
schaut der Sommer kurz vorbei.
da hätt ich gern ein Stündchen frei.

Urlaub steht mir zwar nicht zu,
nach 30 Jahren Rast und Ruh,
doch wage ich den Vorstoß mal,
die Reaktion ist mir egal.

Denn mein Vertrag - ist nun gelistet,
ward nun endlich unbefristet,
da nehm ich mir die Freiheit raus,
verlasse früher heut das Haus."

Ich zieh die Schultern ängstlich ein,
irgendwie - ist´s wie Daheim,
und warte, dass mein Chef nun spricht,
ich habe Angst - das glaubt Ihr nicht.

Jedoch - dann reiß ich mich zusammen,
die paar Beulen oder Schrammen,
die sind nun wirklich kein Problem,
für´n bisschen Freizeit - faul, bequem.

Ja, ich zeige endlich Mut,
dieser Zug - er steht mir gut,
wär der Chef jetzt gar im Haus,
und das nicht nur - der Probelauf.

Carpe diem - Nutz den Tag,
oh, der Zweifel beißt und nagt,
ob ich es wirklich wagen soll,
es riecht - ich hab die Hosen voll.

Sein Blick ist ähnlich meiner Frau,
dann stottere ich - ich weiß genau,
mein Herzschlag überholt sich fast,
Fluchtreflex - ich mach mich nass.

Ich überlege - und ich schiebe,
nicht zu fragen - ist mir lieber,
zwar scheint die Sonne - hier und jetzt,
doch wird das ziemlich überschätzt.

Da klingelt jäh mein Telefon:
Der Chef! - Ich hör es schon am Ton!
Wie gut, dass ich grad standhaft blieb,
wer wüsste, was mir sonst jetzt blüht.   18.07.12
_____________________________________
Kapriolen

Nun fahr ich wieder Cabrio,
oh, mein Gott - wie bin ich froh,
sitz hinterm Steuer - voller Stolz,
zwar etwas füllig - doch, was soll´s.

Strahle heller - wie es scheint,
als mein Xenon - Lust, sie keimt,
und just in dieser neuen Phase,
liebe ich den Reiz der Straße.

Der Motor schnurrt - der Wagen rollt,
alles super - so wie´s soll,
im Autohaus perfekt bedient,
was will man mehr? Die Sonne schien...

...die Sonne schien - zur Probefahrt,
nun regnet es - das ist schon hart,
und das Käppi - gegens Licht,
oh verflixt - das brauch ich nicht.

Das Wetter macht jetzt, was es will,
ich schau hinaus - ich leide still,
und frage mich so nebenbei:
Ist der Sommer schon vorbei?

Dann nehm ich den Vertrag - von Kohl,
da steht bestimmt - ich glaub es wohl,
dass man den Sommer garantiert,
ganz egal, was auch passiert.

Da steht bestimmt - im Kleingedruckten,
dass - falls die Wettergötter mucken,
ein Urlaub mit dazu gehört,
Italien, Spanien - ab ans Meer.

Ich suche, setz die Brille auf,
und finde nichts - geringsten Hauch,
so knie ich nun in Demut nieder,
jedoch - der Süden wär mir lieber.

Ich möchte nicht mit Schnorchel reisen,
mit Flossen an den Füßen kreisen,
in Badehose - nassem Schuh,
so bleibt das Dach - halt eben zu.

Kurz geschaut - aufs Wetter-App,
ach, wenn ich´s doch gelassen hätt,
denn da steht - der Sommer kommt,
im nächsten Jahr - im Großraum Bonn.

Zwei Tage lang - so etwa Mai,
drei Stunden Sonne - sind dabei,
und die - auch örtlich nur begrenzt,
so plan ich Urlaub - für den Lenz.

Bis dahin - setz ich Schimmel an,
und doch - das Auto macht viel Fun,
Dankeschön - ans Autohaus.  11.07.2012
________________________________
Schönheit

Schönheit - ich erwähn's mal sachte,
liegt im Auge des Betrachters.
Schönes macht die Sinne froh,
selbst beim Fußball - sowieso.

Nun habe ich mich neu verliebt,
wie schön, dass es noch Solches gibt,
und meine Frau - das ist enorm,
verliert nicht Contenance, noch Form.

Sie meint - und nimmt mich gar in Schutz,
das sei halt so - dass es nicht nutzt,
sich aufzuregen: "Sei kein Tor,
bei alten Männern kommt das vor."

Ich sah in Augen - strahlend hell,
war hin und weg - das geht sehr schnell,
hatte letztlich keine Wahl,
der Korridor ist manchmal schmal.

Das Outfit, dieses hübsche Kleid,
nahm mich gefangen - tut mir leid,
als ich so weich, so sanft versank,
machte mich die Sehnsucht krank.

Diese Formen muss man streicheln,
diese Formen - wie sie schmeicheln,
sodass - ich bin halt auch nur Mann,
den Blick ich nicht mehr wenden kann.

Ich sah - und mich ergriff ein Zittern,
ungestüm wie ein Gewitter,
der Blitz schlug plötzlich vor mir ein,
kennt Ihr's? Wisst Ihr, was ich mein?

Brachte mich von Null auf Hundert,
jemand da, den das noch wundert?
Das ist halt geballte Kraft,
trifft purer Wahn auf Leidenschaft.

Verurteilt mich - ruhig nebenbei,
wegen zu viel Weiberei,
ich bin halt so - ich habe Biss,
auch wenn my love - nicht weiblich ist.

Bitte stutzt nicht - auch nicht männlich,
da bin ich sicher - nun Ihr kennt mich.
Nein, die Liebe - klingt's auch grässlich,
ist eher ganz entschieden - sächlich.

Ich hab gehofft - und doch vergeblich,
dass man mich heilt - doch wofür leb ich?
Jeder hat es mir gesagt,
sogar die Liebste - die mich mag.

Nun gehe ich die Ehe ein,
am nächsten Dienstag - so soll's sein.
Ich hab tatsächlich Ja gesagt,
ob es am Spaß des Daseins lag?   06.07.2012
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Tag des Kusses

Heute ist der Tag des Kusses,
ich will's zwar nicht - jedoch ich muss es,
so schlimm das irgendwie auch sei,
leider - geht kein Weg vorbei.

Ich habe schon den Mund gespitzt,
sitze hier in meinem Sitz,
im ICE der Deutschen Bahn,
geschrubbt das Schnäuzchen - jeder Zahn.

Wie gut, dass meine Frau nicht weiß,
von diesem Tag - ich geb's nicht preis,
denn nachher zwingt sie mich - oh Gott,
da mitzutun - ach, geh mir fott.

Wohin soll das denn schließlich führen,
wenn Lippen sich bewusst berühren,
da kommt nichts Gutes bei herum,
da mitzumachen - wäre dumm.

Beim Kollegen sah ich schon,
was da geschieht - das kommt davon!
Ich bewahre Contenance,
und die bewahrt mir - jede Chance.

Die Liebste schaut mich kritisch an,
so von der Seite: "Lieber Mann,
was grinst du da beim Schreiben so?
Reimst dich wieder selber froh?"

Ich schaue wie ein Unschuldslamm,
etwas, das ich prima kann,
nur wirklich sprechen kann ich nicht,
das spitze Mäulchen zieht's Gesicht.

Sie fragt, ob wohl in meinen Genen,
ein Karpfen steckt - es sei zum Schämen,
wie ich hier das Gesicht verzieh,
solcher halben - sah sie nie.

Ich muss heftig mit mir kämpfen,
nuschele von wilden Krämpfen,
dass ich sie nicht beherrschen kann,
das vergehe - irgendwann.

Und falls nicht - geb's was zur Lösung,
sozusagen zur Genesung,
auch wenn ich das nicht wirklich mag,
es würde passen - heut am Tag.

Die Liebste bleibt verständnislos,
sie meint, ihr Kummer sei so groß,
hätt sie mich damals ignoriert,
wär das alles nicht passiert.

So kam ich rum ums schnöde Küssen,
am Ende muss man doch nur wissen,
wie man Gefahren schnell umgeht,
jedoch, der Krampf - falls Ihr versteht....  06.07.2012
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Salzburg

Wir fahren - hm, wie war das gleich,
bald weit weg - nach Österreich.
Gäb's da nicht das Zwillingspaar,
mit Ösi-Pass. - Nicht schlimm? Na ja!

Die beiden sind in Köln geboren,
und wie oft hab ich geschworen:
Nichts zieht mich zur Republik.
Heut nehm ich's verschämt zurück.

Denn die Liebste - liebt nicht mich,
sondern ihren Held im Licht:
Bryan Adams - es ist wahr,
den Rocker, fern aus Kanada.

Wenn er die ersten Töne kratzt,
ist Contenance schnell für die Katz,
und mein Herzblatt sabbert leise,
das ist der Grund - für unsere Reise.

Bryan lädt zum "Sixty-Nine",
dieses Mal nach Salzburg ein,
und weil nun gerade Summer ist,
suchte ich das aus - mit List.

Ich schenkte ihr - da ich sie mag,
den Gig schnell zum Geburtstags-Tag,
und hab dabei - weil's glücklich macht,
auch noch fix an mich gedacht.

Sie kann ja nicht alleine reisen,
alleine chic in Salzburg speisen,
das heißt - und das find ich sehr nett:
Für mich zwei Tage - mal im Bett.

Das Hotel - und dessen Nummer,
hielt ich zurück - entgeh dem Kummer,
weil sie nicht vorher fragen kann,
nach Kellerräumen - für den Mann.

Alles, alles wird ganz prima,
entspannte Reise - und das Klima,
nur, dass ich mich outen muss,
das schmerzt gar heftig - in der Brust.

Ich hör die Freunde schon frohlocken:
"Henry, Salzburg, Alpen, Nockerln".
Wie komme ich da wieder raus?
Ich hab verloren - Ende, aus!

Gott sei Dank - das ist schon was,
gibt's keinen Stempel - frisch, im Pass,
ein Hoch auf unsere neue Zeit,
liebe Ösis - tut mir leid.

Bald, sehr bald geht es nun los,
unsere Freude - sie ist groß,
und was danach vom Freund uns blüht,
das ist was – das man später sieht.  05.07.2012
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Warten

Warten? - Warten, kann ich gar nicht.
Warten macht mich fast schon panisch.
Wartezeit - vergeht so zäh.
Wie bloßer Sirup - das tut weh.

Ich zähle die Sekunden schon:
20 sind´s beim nächsten Ton!
Wenn nur nicht so viel übrig blieb:
Der nächste Ton - macht leise Piep.

Ich schleiche rastlos durch das Zimmer,
bin irgendwie - na, fast wie immer,
meine Frau verdreht den Blick,
sie hält mich eh - für leicht verrückt.

Ich schaue ständig auf die Uhr,
warum schleicht sie so langsam nur?
Hält jemand stets die Zeiger an?
I kill this cat - mein lieber Mann.

2 Tage - plus ein Wochenende,
auch Montag gibt's noch nicht die Wende,
Dienstag - oder Mittwoch gar,
ich halt's nicht aus - und das ist wahr.

Wieder bin ich wie getreten,
wieder kau ich an Tapeten,
wieder wär es besser - wenn,
niemand mich jetzt näher kennt.

6 Tage - Gott, wie ist das lange,
ich sitze wie ein Huhn auf Stange,
und warte trotzig nebenbei,
auf das frisch gelegte Ei.

Fliegen tun nur Urlaubstage,
daher denk ich - ohne Frage,
dass ich besser Urlaub hätt,
dann flög die Zeit - und das wär nett.

Doch ist's nicht wahr - und mein Paketchen,
wartet stumm in seinem Lädchen,
auf dass ich es bald holen mag,
derweil an mir der Zweifel nagt:

Ob's wohl jemand Dienstag wird?
Nicht, dass der Kalender irrt,
versehentlich den Dienstag streicht.
Kann das geschehen? Ja, vielleicht.

Liebe Leser, nichts zu rütteln,
Ihr müsst auch nicht das Köpfchen schütteln,
denn Warten macht nicht wirklich froh,
vielleicht ging's Euch - ja auch mal so.

Und drum sagt mir - wenn es geht:
Habt Ihr das Warten überlebt?
Ein bisschen Hoffnung - das wär toll,
die Zeit, sie fliegt nicht - wie sie soll.  04.07.2012
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Bayern

Könnt Ihr es auch nicht verzeihen:
Ich bin ab jetzt ein Fan – der Bayern.
Und meine Reime, spät ob früh,
verfasse ich ab jetzt – für sie.

Könnt Ihr mich auch nicht verstehen,
solltet Ihr es sportlich sehen,
denn meine Reime – ohne Sinn,
verstand fast niemand – nehmt es hin.

Blau und weiße Herrlichkeit,
endlich ist es jetzt soweit,
da wird das Herz fast wieder jung,
neues Dasein, neuer Schwung.

Nicht mehr eingeengt bewegen,
den Blick auf das Besondere legen,
da ist Kraft – da wächst noch was,
das ist super – das macht Spaß.

Verguckte mich beim ersten Blick,
von da an führt kein Weg zurück,
gestand es lange mir nicht ein,
doch jetzt – jetzt endlich muss es sein.

Ich fragte Freunde – Soll ich´s wagen?
Mir ist nicht wirklich wohl im Magen.
Ich war so lange wirklich treu,
mach ich den Schritt – wird vieles neu.

Denn ich muss jubeln – wirklich oft,
wie lange hab ich drauf gehofft.
Ständig wird ab jetzt frohlockt,
Lebensfreude – blauer Rock.

Nur eines schränke ich hier ein:
Ich wahre zwar blau-weißen Schein,
doch vorne – auf dem BMW,
prangt´s Kennzeichen – na klar: FC.

Mein Fußballherz verschenk ich nicht,
fahr künftig offen – Sonnenlicht,
im Gesicht ne frische Brise,
doch nur die Geiß – hat Perspektive.

Was ringt Ihr bitte so nach Luft?
Ihr seid so blass – so nah zur Gruft.
Stand´s Herz fast still – ward nimmer froh?
Mir ging´s beim Reimen – fast schon so.

Ich musste mich schon selber zwicken,
starrte mir entsetzten Blicken,
auf das, was sich aus mir ergoss,
und grad aus meinen Fingern floss.

Doch kannte ich ja schon das Ende,
war auch der Weg – bis hin zur Wende,
mir im Vorhinein nicht klar,
bezüglich Bock – winkt nie Gefahr.  01.07.12
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Das kommt davon, wenn liebe Kollegen mir Kinderbücher schenken, damit wir Tränen über meinen Namen lachen....

Hans-Heinerich

Der Metzgerhund Hans-Heinerich,
liegt, sinniert - und peilt es nicht,
dass die Welt - rings um ihn rum,
ihm Böses will - jedoch, warum?

Er liegt doch nur vor seiner Hütte,
genießt sein Leben - in der Blüte,
die sein Dasein ihm jetzt schenkt,
hat Spaß am Leben, macht und denkt.

Als alter Hund kracht's in den Beinen,
auch im Rücken - so mag's scheinen,
sportlich ist er nie gewesen,
nur beim Fressen - und beim Lesen.

Mit der Nase an der Erde,
folgt er mancher frischen Fährte,
und fällt dabei ein Häufchen mal,
ist's am Ende - fast egal.

Manchmal kann's gar jemand treffen,
muss er sich deshalb wohl stressen?
Hans-Heinerich streckt sich voll Wonne
herzhaft gähnend in der Sonne.

Da kommt zur frühen Tageszeit,
ein junger Spund - im schwarzen Kleid,
rümpft sein Näschen - mault und klagt:
"Wer hat nur diesen Schiss gewagt?

Ich saß daheim - in meinem Bau,
mit meinem Kind - mit meiner Frau,
da plötzlich schwindet alles Licht,
und ganz dunkel - wird's um mich.

Ein Schiss fiel plötzlich jäh aufs Haupt,
das geht schneller - als man glaubt.
Wer war es nur? Ich hab geforscht,
geschnüffelt, untersucht, gehorcht.

Und kam letztendlich - bin nun hier,
zum Finale - ja, zu dir.
Die Widmung gibt's - und das geht schnell,
warm und duftend - auf dein Fell."

Hans-Heinerich hat sich gestreckt,
kurz gegähnt - und schlief gleich weg.
Das war - ganz konsequent doch nur,
normales "Wunder der Natur".

Er träumt - und strampelt mit den Beinen,
ein junger Hund - so mag man meinen.
Doch freut er sich - im Geiste schon,
auf Metzgers Rente - feinster Lohn.

Knochen, frisch zum Nagen, Brechen,
und Gedanken - um zu rächen,
was man dem Ärmsten angetan,
Aug um Auge - Zahn um Zahn. 26.06.2012
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Ad absurdum

Immerzu - ja, selbst daheim,
muss ich stets erwachsen sein,
und wenn ich das auch wirklich möcht,
gelingt's mir in der Regel schlecht.

Mein Kollege sagt, so bin ich,
meine Wünsche seien kindisch,
und dass ich nicht vergessen soll:
Ich mache bald die 60 voll.

Ich hab entgegnet, dass es stimmt,
fast - denn wie man' s immer nimmt,
bis dahin sind's drei Jahre noch,
erst dann - fall ich ins tiefe Loch.

Wirklich, wirklich - beim Entspannen,
reiße ich mich gern zusammen.
Dass das gelingt - stimmt ruhig mit ein,
erkennt man fast an jedem Reim.

Erwachsen, Contenance und Frieden,
selten wird mal übertrieben.
Irgendwie seh ich's als Pflicht,
und bin dann stolz - sogar auf mich.

Doch manchmal kommt der Zeigefinger,
immer kann's ja nicht gelingen,
und dann meint mein Chef zu mir,
dass ich mich ad absurdum führ.

Denn manchmal sei ich sehr verdreht,
noch sei es ja nicht zu spät,
und so reicht er mir die Hand,
Hilfestellung - für'n Verstand.

Geht mit mir den Duden durch,
Wortwahl - ohne Fehl und Furcht,
und ich staune - das ist heiß,
was der Mann so alles weiß.

Wenn ich Worte auch sehr liebe,
über seine - geht nichts drüber,
er trifft den Nagel - kurz geklopft,
stets mit Volldampf auf den Kopf.

Ein Vorbild wissen - das ist schön,
ja, ich denk, so kann es gehn,
und nun weiß ich - nehm es an,
dass ich mich noch ändern kann.

Wenn da nur der Traum nicht wär,
mich zu lösen - fällt so schwer,
doch der Wind - weht mir den Staub,
ganz gewiss noch aus dem Haupt.

Und dann vergehen mir alle Faxen,
dann, ja dann bin ich erwachsen,
so langsam wird's auch endlich Zeit,
ich nehm es an - ich bin bereit.     24.06.2012
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Sommeranfang

Morgen fängt der Sommer an,
es war auch Zeit - denn irgendwann,
ist man diesen Regen leid,
ich freu mich - auf die neue Zeit.

Leg mir kurze Hosen raus,
und verlasse unser Haus,
nur im T-Shirt - obenrum,
denn es ist Sommer - eben drum.

Entstaube zeitig die Sandalen,
und beginn, mir auszumalen.
wie die Sonne mich verwöhnt,
neee, mein Gott - wie wird das schön.

Helles Licht - statt trüber Suppe,
Regenschirme sind mir schnuppe,
werden sinnlos - nicht gebraucht,
und Regenkleidung - letztlich auch.

Keine Wolken, Regenschauer,
nicht nur morgen - nein, auf Dauer.
Jeder Tag - der uns nun naht,
hat satte einunddreißig Grad.

24 Sonnenstunden,
kurz die ganze Uhr umrunden,
die Nacht wird einfach abgeschafft,
Sonne tanken - das gibt Kraft.

Und drum habe ich beschlossen,
ich scheue weder Zeit noch Kosten,
besorge mir - das wird mich freun,
Sonnencreme - ab Faktor 9.

Die Wetterkarte - falls es friert,
wird einfach völlig ignoriert.
Es ist Sommer! Schluss - und endlich,
ich zeige mich da gern erkenntlich.

Spendiere gerne mal ein Eis,
ganz alleine zum Beweis,
dass nun endlich Sommer wird,
sofern - der Wettergott - nicht irrt.

Mitte Juni - bis November,
"Sunshine, please - so love me tender",
und fällt´s im Herbst dann etwas schwer,
reisen wir - halt hinterher.

Genug der salbungsvollen Worte,
sie sind von jener Art und Sorte,
der Hoffnung - diese stirbt zuletzt,
ich will Sommer - heute, jetzt!

Jedoch - mein App - zeigt Blitz und Donner,
kalendarisch - wird´s nun Sommer,
doch auch in unserer Wirklichkeit?
19 Stunden ist noch Zeit.       20.03.2012
_______________________________
Siphon

Leises Huschen, leises Kratzen,
Spinnen - groß, wie kleine Katzen,
sitzen in des Kindes Spüle,
um zu schrecken - klare Ziele.

Acht Beine - kräftig und behaart,
ein feines Haarkleid - flaumig zart,
dazu noch schwarz - und richtig fett,
nichts zum Kuscheln - nichts fürs Bett.

Spinnen, die die Zähne fletschen,
hält man besser fern, am Kettchen,
kommt den Monstern nicht zu nah,
ein Blick - ein Schrei - das heißt: Gefahr.

Adrenalin - in wilden Schüben,
die Knie so weich - es gilt zu üben,
dass Frau - im frühen Tageslicht,
am Becken nicht zusammenbricht.

Sie dreht das Wasser weit weit auf,
nimmt die Kosten gern in Kauf,
und winkt der Spinne - bitte sehr,
mit einem Grinsen hinterher.

Geht ihr Tagwerk zügig an,
tut und macht stets, was sie kann,
und hat vergessen, was sie sah,
doch wozu - sind Dichter da?!

Erinnern gern an das Erlebte,
wie der Busen angstvoll bebte,
und beschwören so erneut,
die Spinne - und die Schreckenszeit.

Und die Tochter - ängstlich, stumm,
dreht sich bei jedem Rascheln um,
zieht die Decke übers Haupt,
angstvoll frierend, Gänsehaut.

Wünscht sich am Abend in den Schlaf,
liegt im Bett - ganz still und brav,
da fällt ihr plötzlich siedend ein:
Die Spinne könnte sportlich sein.

Acht Beine - feinstes Neopren,
ein Schnorchel - um zu überstehn,
ein Fläschchen reinster Sauerstoff,
unverhofft - kommt leider oft.

Ich kann der Tochter Ängste spüren,
sie prüft die Spalten ihrer Türen,
ob da nicht grad ein Beinchen huscht,
gut gesäubert - frisch geduscht.

Ist der Abfluss gar noch offen?
Die Nacht vergeht - mit Bangen, Hoffen.
Die Spinne, die im Siphon schwamm,
ob sie vielleicht entkommen kann?    19.06.2012
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Offen

Meine Frau wär wirklich nett,
wenn sie Herzblut für mich hätt,
denn ich wünsch mir irgendwo,
ein richtig schönes Cabrio.

Gestern war ich hin und weg,
der Wunsch erneut mit Macht erweckt,
und ich leckte frisches Blut,
als jemand mich zur Fahrt einlud.

Frischer Wind – bei Sonnenschein,
ich stieg voll Freude jauchzend ein,
und am liebsten – nicht mehr aus,
beim Stopp vor unserem Heim und Haus.

Die Liebste sah mich prüfend an,
voller Mitleid: „Alter Mann,
für ein fesches Cabrio,
bist du zu alt – sei trotzdem froh.

Sei froh“, so sprach sie voller List,
„dass du in meinen Fängen bist.
Ich weiß, was gut ist für de Jung.
Und jetzt gib Ruh – bleib besser stumm.

Denk doch nur an deinen Rücken,
du steigst ein – aus freien Stücken,
und wenn dich dann die Hexe trifft,
nein, das ist für den Rücken Gift.

Den Schuhanzieher – sei nicht böse,
gibt es nicht in deiner Größe,
und ein Kran – zu jeder Zeit,
steht kaum an jedem Ort bereit.

Du bist ein Mann – die Midlife Crisis,
ich weiß davon“, - so sprach sie eisig,
„doch hier bei mir – wird nicht gekreist,
dass du das – auch sicher weist.

Ein Dreirad gibt’s – ich bin ja helle,
das stell ich dir in deinen Keller,
dann schalte ich das Licht noch ein,
das ist dann – fast – wie Sonnenschein.

Denn Ventilator gibt’s dazu,
und bläst er gut – das ist der Clou,
dann meinst du, dass der Fahrtwind weht,
wenn´s Rädchen seine Runden dreht.

Ein warmer Schal – für Deinen Nacken,
ein Nierengut – dich einzupacken.
Dank mir nicht – sei lieber froh,
und vergiss – das Cabrio.“

Ich hörte zu – und unterdessen,
hatte ich es schon vergessen.
Zumindest glaubt das meine Frau…,
Ich bin der Häuptling – Schluss und Howgh!  16.06.2012
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Ninja

Tief in sich - so innen drin, da,
ist meine Frau ne wahre Ninja,
hat Lust zu kämpfen - davon viel,
doch diesmal bin ich nicht im Spiel.

Als sie sich in den Kampfdress schmeißt,
ahne ich schon, was das heißt,
verstecke mich schnell unterm Tisch,
und weiß es doch - sie findet mich.

Sie sieht mich - zieht mich raus, am Haar,
sie fletscht die Zähne - es ist wahr,
ich halte meinen Atem an,
und bin ganz still - soweit ich's kann.

Da gibt sie mir nen schnellen Kuss,
drückt mich sanft an ihre Brust,
und meint versonnen: "Gib schon Ruh,
diesmal bist's nicht wirklich Du.

Hör nur das Gurren auf dem Dach,
so geht das fast die halbe Nacht,
und am Tage noch viel mehr,
das Ignorieren fällt mir schwer.

Auf dem Auto, auf der Wäsche,
auf den Fliesen, auf den Dächern,
jederzeit ein frischer Schiss,
Geduld ist kostbar - kurz die Frist.

Im ganzen Ort - ne Taubenplage,
wie schad, dass ich den Colt nicht habe,
ein Flammenwerfer - sag ich sacht,
holt sie gebraten, schnell vom Dach.

Doch erwisch ich nicht die Tauben,
so, Liebster, so musst du dran glauben,
drum erklimme nun den First,
damit's dich aus der Schussbahn wirft.

Vertreibe sie - mit aller Kraft,
weit - nicht nur zur Nachbarschaft,
denn bei unserem bisschen Glück,
vertreibt man sie von dort zurück.

Am besten weit - so weit es geht,
wo Altbier auf der Theke steht,
das wäre mir schon weit genug,
so streng dich an - das wäre klug."

Wir sind Freunde - aller Tiere,
doch hör ich's Gurren - muss ich frieren,
dann denke ich schon fast an Mord,
im wahrsten Sinne eines Worts.

Auch Taubenfreunde muss es geben,
doch werden wir - in diesem Leben,
von diesem Hang wohl kaum erwischt,
diese Vögel - mag ich nicht.    31.05.2012
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Leder

Nie hätte ich mir das erträumt,
und meine Liebste hat gemeint,
so was widerfährt mir nicht,
jedoch - mein Herzblatt irrte sich.

Sie sprach zu mir - so dann und wann,
ich sei schon ein recht alter Mann,
an Jahren etwas überreif,
da fragt das Leben seinen Preis.

Jedoch hab ich nun heut erlebt,
was mir jetzt meine Stimmung hebt,
und meine Frau - sie war dabei,
bezeugt es - keine Spinnerei.

Zwei Damen - jung, mir völlig fremd,
gingen völlig ungehemmt,
vor mir just auf ihre Knie,
derart widerfuhr mir nie.

Natürlich fühlt man(n) sich geehrt,
das ist den Reim wohl schließlich wert,
denn was soll all das Gerede:
Solches Tun - erlebt nicht jeder!

Die Damen - nun sie streicheln mich,
das Leben wird so zum Gedicht,
ich fühlte mich so federleicht,
trotz meiner Kilos - watteweich.

Erst die Eine - dann die Andere,
und ich empfand es nicht als Schande,
denn die Liebste sah ja zu,
....beim Testen meiner braunen Schuh.

Mein Herzblatt meint: "Nun stell es richtig.
Bleib bei der Wahrheit - das ist wichtig.
Bleib bitte - noch ist's nicht zu spät,
rundum bei der - Realität.

Es ging im Schuhhaus nur ums Leder,
ums Material - das weiß wohl jeder.
Um einen kurzen schnellen Test,
der Dich - nun fantasieren lässt.

Niemand die Dich ehrt, verbeugt,
besser wär's - der Dichter schweigt,
denn hätt er sich des Worts geziert,
dann hätte er - sich nicht blamiert."

Ach, so war das? Das ist wohl schade.
Versetzt Euch mal in meine Lage,
ich freute mich - was dort geschah,
und am Ende - ist's nicht wahr.

In Hürth, bei Kämpgen gut bedient,
natürlich so - wie's sich geziemt.
Und Spinnerei - ich bin halt so,
macht mich beim Reimen mehr als froh.  19.05.2012
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Vatertag 2012

Ganz, ganz früh am Vatertag,
als Grouven noch in Träumen lag,
bin ich plötzlich aufgewacht,
schau auf die Uhr - es ist noch Nacht.

5.05 Uhr - halt meine Zeit,
der Sonnenaufgang ist noch weit,
doch in mir drin - die innere Uhr,
....wie kille ich das Teil denn nur?

Komm ohne weiteres so nicht dran,
das ätzt, das nervt - mein lieber Mann,
und in erster Linie - Euch,
mit neuen Reimen - wie mir deucht.

Die Liebste meint - ich soll nicht meckern:
"Stell doch einfach Deinen Wecker,
am Abend grad drei Stunden vor,
damit er seinen Stress verlor.

Dann wirst Du zwar um 5 noch wach,
hast früh die Äuglein aufgemacht,
doch schaust Du dann aufs Zifferblatt,
....na das Gefühl - hat sicher watt."

Scheint der Gedanke auch recht klug,
so grenzt er doch an Selbstbetrug,
denn irgendwie hab ich im Sinn,
dass ich auch dann - nicht glücklich bin.

Nun sitz ich hier - der Tag wird lang,
und irgendwie wird es mir bang,
da die Liebste - stell ich fest,
mich heute lang alleine lässt.

Zweifelt nicht - mir am Verstand,
ich brauche halt die feste Hand,
die Peitsche und das Zuckerbrot,
dann ist mein Dasein voll im Lot.

Den Schlaf hol ich am Tage mir,
naja - bin ja alleine hier,
und wer schläft, der sündigt nicht,
und muss auch nicht vors Strafgericht.

Ich darf sogar im Sessel bleiben,
muss nicht im dunklen Keller schreiben,
denn die Liebste hat gesagt,
irgendwie - sei's auch mein Tag.

Der Mai sei hart genug gewesen,
vom FC viel Mist gelesen,
das Wetter - es sei eine Farce,
drum dürft ich bleiben - so, das war's.

Sie ist stets nur gerecht zu mir,
ach, wie ich ihre Sorge spür,
ich lehne mich entspannt zurück,
und genieße - Vaters Glück.      17.05.2012
_________________________________
Gondoliere

Sorry, wenn ich jetzt noch störe,
doch als schmucker Gondoliere,
hab ich einen strikten Plan,
zur Fahrt mit meinem stolzen Kahn.

Dort wo ich gestern noch geschafft,
hat Sophie mit aller Kraft,
die Kalte uns ein Ding beschert,
das ist den weiteren Reim heut wert.

Es tröpfelte durch unser Dach,
aufgrund der Nässe - weh und ach,
fahre ich Venedig ähnlich,
durch mein Reich - klingt das auch dämlich.

Frühling ist es - doch nicht hier,
Sonnenschein ist eine Zier,
wenn sie denn tatsächlich scheint,
ich seh nur, dass der Himmel weint.

Ich stake - es ist eine Schande,
durch den neuen Canal Grande,
singe laut mein "Sole mio",
mit der Familie - meinem Trio.

Hinter mir sitzt meine Frau,
dazu der Hund - welch eine Schau.
Der Liebsten Hand im Wasser spielt,
und davon hat es - reichlich viel.

Wellen schlagen - sturmerprobt,
trotze ich - die Liebste lobt,
den Mann, der sie heut retten muss,
und belohnt mit einem Kuss.

Das Wasser steht - 3 Meter tief,
und als ich nach der Angel rief,
reicht die Liebste sie herbei,
zur Jagd nach einem weißen Hai.

Heut nun war der Fachmann da,
er fand den Fehler schnell - Hurra!
Zwei Ziegel - Bruch vom Hagelkorn,
dahin der Kummer - und der Zorn.

Jetzt ist das Dach schon wieder dicht,
kein Kanal - erst recht kein Fisch,
dort wo ich gestern noch gestakt,
Trockenheit - am neuen Tag.

Wie gut, wenn man den Fachmann kennt,
gute Tat ist ihm nicht fremd,
er kommt, er handelt - dann, ja dann,
steht Entspannung wieder an.

Nur die Liebste - dreht am Teller,
stellt mir die Gondel in den Keller,
sie fand die Fahrt so wunderschön,
mit Rollen drunter wird's schon gehn.  16.05.2012
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Grauen

Davor graut es mir schon lange,
davor ward mir Angst und Bange,
davor zittere ich wie Laub,
doch ehrlich - hab ich´s nicht geglaubt.

Davor gibt es kein Verstecken,
trifft es ein - gibt´s kein Erwecken,
die Leere, die jetzt in mir hallt,
ich hoffe nur - sie endet bald.

Ich sehe mich - mit einem Mal,
in einem schöpferischen Tal,
mein Hirn - es ist wie leergefegt,
nichts das krabbelt, sich bewegt.

Nichts das raus will - gar nichts mehr,
die Liebste meint: "Nimm´s nicht so schwer.
Schmolle nicht - zieh kein Gesicht,
denn wer nicht reimt - der nervt auch nicht.

So viele Filter - gegen Spamen,
so viele Leute, die uns kennen,
sie alle - dass Du das begreifst,
sind bald für die Klapse reif.

Sie schauen in ihr Postfach - Müll!
Drum sind sie froh - bleibst Du mal still,
das ist wahr - das ist halt so,
denn Stille - macht den Menschen froh."

Ich drehe mich verwirrt im Kreis,
seitdem ich diesen Fakt nun weiß,
fließt mir nicht mehr aus der Hand,
was mich bisher so leichthin fand.

Dazu noch Pause - in der Liga,
ich fühl wie ein gereizter Tiger,
find für den Unsinn kein Ventil,
doch davon gibt es leider - viel.

Ach, wüsste ich doch was zu Reimen,
wenigstens nen winzig kleinen,
seien es vier Zeilen nur,
ein kleiner Hauch - nur eine Spur.

Ein Satz - nur ein paar Worte finden,
sie zu schieben - sie zu finden,
im Notfall auch komplett verdreht,
egal - wie es auch immer geht.

Die Leere einfach wieder füllen,
vielleicht klappt´s ja mit gutem Willen,
und strenge ich mich mächtig an,
besiege ich den dunklen Bann.

Bis dahin - habt Ihr vor mir Ruhe,
vor meinen Sätzen, dem Getue,
doch hab ich Angst - bin wie veriirt,
dass es nie mehr - wie vorher wird.  15.05.2012
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Eclair

Hin und wieder bin ich süchtig,
und wenn ich´s bin – na, dann auch richtig,
Bücher, Fußball und Musik,
nun fand ich – bei Eclair mein Glück.

Ich dachte, ich sei stark – nun ja,
sah nicht den Reiz, nicht die Gefahr,
ich hab zwei Tüten kurz gekauft,
da nahm das Unheil seinen Lauf.

Das erste Bonbon – ich tu´s kund,
schmolz ganz sachte mir im Mund,
wunderbares Karamell,
bis hin zur Sucht – geht’s rasend schnell.

Als der Schokoladenkern,
die Zunge traf – war alles fern,
was ich an Vorsatz mir je nahm.
Was ich nun fühle? Ist nur Scham.

Oh Gott, wie habe ich gewütet,
beim Fußball war die erste Tüte,
schon leer – bevor das Spiel begann,
das wird sich rächen – irgendwann.

Die zweite Tüte – ganz genau,
die teilte ich mit meiner Frau,
auch sie ist süchtig – so wie ich,
das bringe ich nun hier ans Licht.

Erzähle stets von Contenance,
und hab doch selbst kaum eine Chance,
ich wollt genießen – eines nur.
Zurückhaltung? Oh, nicht die Spur.

Ich legt die Tüte in die Küche,
dort war sie vor dem Zugriff sicher.
Sicher? Ja! Doch nur so lang,
bis in mir die Sucht gewann.

Ich sprach zur Liebsten, ich sei nett,
(ach, wenn ich mich besonnen hätt),
und gehe mit dem Hund vors Haus,
da meint sie nur: „So siehst du aus.

Ich weiß, Du meinst, du wärest schlau,
doch kenne ich den Grund genau:
Dein Weg, er führt am Schrank vorbei,
der Griff zum Bonbon – 1, 2, 3.“

Nun ja, ich stritt erst gar nicht ab,
schon gleich beim ersten Mal ertappt,
Eclair – von Storck – es macht mich bang,
das wird einst mein Untergang.

Wohin das wohl noch führen soll,
ich spreche nicht – der Mund ist voll,
ich beiße nicht – ich lutsche still,
weil ich doch genießen will.      24.04.2012
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Biggest Loser

Gedanken hat sie - sehr abstruse,
spricht vom Fett, vom Biggest Loser,
schaut mich an - und setzt ein Ziel:
4 Kilo hätte ich zu viel.

Macht den Rundumschlag - hat gemeint,
dass die Familie sich vereint,
gemeinsam sei es eine Schau,
Ideen hat sie - meine Frau.

Statt Brötchen gibt's nun schwarzes Brot,
statt Überfluss herrscht blanke Not,
und nach 6 Tagen dacht ich schon,
ich erklimm den Siegerthron.

Stellte mich froh auf die Waage....,
doch versetzt Euch in die Lage,
wenn am Ende - Mann oh Mann,
im Display leuchtet: Ein paar Gramm.

Grad 300 - trotz des Darbens,
grau sind plötzlich alle Farben,
und es ist kein Kinderspiel,
muss man(n) beruflich dann nach Kiel.

Die Luft, hier an der Kieler Förde,
das Meer, das Wasser - ach und merde,
da wuchs in mir der Hunger-Ast,
ich war allein - zumindest fast.

Denn mein Chef und der Kollege,
verraten nichts - oh, welch ein Segen,
und meine Frau ist weit entfernt,
ahnt nicht mein Mahl - das hat man gern.

Vielleicht hab ich es übertrieben,
doch hab's gebeichtet - kann nicht lügen,
per SMS hab ich's gewagt,
na ja - sie hat voll List gefragt.

Matjes, später frischer Spargel,
ich ahne schon den bösen Tadel,
hab den Nachtisch fast verschwiegen,
aus Angst - woran mag das wohl liegen?

Alle haben abgenommen,
und ich - hab war dazubekommen,
mir fehlt hat einfach der Elan,
was hab ich mir nur angetan?

Gleich gibt’s Frühstück - gibt's noch mehr,
oh, meine Last - sie wiegt so schwer,
warum kann ich nicht tapfer sein?
Das Herz, es schlägt so schwer wie Stein.

Doch morgen ist ein neuer Tag,
frischauf - dann wird es neu gewagt,
und hoffentlich gibt's keine Ode,
auf die erste - Grillperiode.....     19.04.2012
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Malediven

Die Liebste schloss mich gestern fort,
ohne nur ein einzig Wort,
und meinte vorher nur geschwind,
es komme unser Enkelkind.

Sie schlafe diese Nacht - wie nett.
in meinem früheren eigenen Bett,
und mich zu schauen, sei ein Graus,
daher sperrt sie mich zeitig aus.

Das schenke Anna - ach, wie brav,
ungestörten, ruhigen Schlaf,
das werde ich doch wohl verstehn,
nach diesen Worten - durft ich gehn.

Als ich auf meinem Strohsack lag,
im Keller - langsam schwand der Tag,
da fragte ich mich nebenbei,
wie das demnächst im Urlaub sei.

Zum Konzert des Iren, Barden,
Chris de Burgh - @ heavens garden,
fern am Maledivenstrand,
gibt's keinen Keller - gibt's nur Sand.

Ich werde vor die Wahl gestellt:
Die Nacht unter dem Sternenzelt,
oder Schlaf im Bungalow,
aus Palmenwedeln - irgendwo.

Doch liebe ich Musikgenuss,
sowie der Musen sanfter Kuss,
und vor Ort ist es recht warm,
da hat der Sterne Licht doch Charme.

Ich hör das Rauschen schon der Wellen,
ach, flöge doch die Zeit jetzt schneller,
dies Konzert - zur späten Stund,
wird irgendwie zum Höhepunkt.

Musik, die jeden Sinn umschmeichelt,
Musik, die fast die Sinne streichelt,
Musik, die was Besonderes ist,
für uns bestimmt - und das gewiss.

Die Liebste hat ja schon gemeint,
im Grunde sei sie doch mein Freund,
ich brauche halt die feste Hand,
denn was mir fehle - sei Verstand.

Dass ich mit ihr verreisen darf,
das finde ich schon wirklich scharf,
ich freue, freue, freue mich,
auf Ozean und Sonnenlicht.

Das Konzert, es wird ein Traum,
ein Stück vom Paradies dort schaun,
die Woche, sie wird herrlich sein,
mit dem Gedanken - schlief ich ein.  14.04.2012
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Frühsport

Heut Morgen - gegen kurz nach 7,
wie schön war es, noch still zu liegen,
auf meinem Sack - mit frischem Heu,
kam meine Frau - und ließ mich frei.

Bereit der Napf mit Haferschleim,
dazu ein Tässchen Gänsewein,
ein Ei von letzter Woche - schön,
ja, so kann es weitergehn.

Da sprach sie: "Liebster, du wirst fett,
daher fänd ich es wirklich nett,
wenn du etwas Frühsport treibst,
und nicht so unansehnlich bleibst."

Ich sah sie mit Verwundung an,
bin ja schließlich auch nur Mann,
und stotterte so vor mich hin,
dass ich ihr gewogen bin.

Ich müsse noch die Zähne putzen....,
die Liebste meint: "Was soll das nutzen?
Ich möchte nur, dass du mit Hast,
dich auf dem Weg zum Bäcker machst.

Zur Körperpflege - nimm's nicht schwer,
hast du noch Zeit - dann hinterher,
nun registrier - und das geschwind,
dass Hund und ich jetzt hungrig sind.

Der Herr ist ja gediegen satt,
blind zu sein, kein Ruhmesblatt,
sonst hätte er schon längst gespürt,
wohin sein Weg nun zügig führt.

Zur Bäckerei - und zwar per Pedes,
hier Brötchengeld - und zwar für jedes,
28 stolze Cent,
nun mach dich auf - mein Hunger brennt.

Ganz nebenbei - und das wär prima,
sorgt der Trab bei frühem Klima,
dafür, dass auch dein Polster geht,
besser jetzt - als viel zu spät.

Nun mach dich auf - mein Kaffee brüht,
doch egal, was auch geschieht:
Ist er kalt, kommst du zurück,
lasse ich dich nicht am Stück.

Sieh nicht links - und sieh nicht rechts,
trödelst du, geht es dir schlecht,
und beiß mir nicht ins frische Brot,
seh ich Spuren - ist's dein Tod."

Dass ich nun schrieb - jawohl, das gilt:
Ich hab die Queste brav erfüllt.
Und dass die Liebste mich wohl liebt,
zeigt, dass sie mir die Krümel gibt.    09.04.2012
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Regengrau

Ostern schwimmt im Regengrau,
doch weiß ich eines sehr genau:
Ich stell mich dem - ich bin auf Zack,
warm und bestens eingepackt.

Die Liebste spricht, sie schmeißt sich weg,
sie habe nichts für mich versteckt,
und im Kostüm - dem Hasenpelz,
sei ich zum Schießen - mir gefällt's.

Nun gut, der kleine Stummelschwanz,
trifft's real nicht wirklich, ganz,
doch ist's halt so in der Natur,
wobei - wo ist das Körbchen nur?

Bunte Eier, Schokohasen,
verstecke ich nicht mehr im Rasen,
denn im Regen - ja, mir deucht,
sind sie zu schnell aufgeweicht.

So hopple ich - fix auf die Tube,
morgen durch die gute Stube,
und hinter mir - nicht grad erbaut,
senkt der Hund sein graues Haupt.

Doch habe ich auch was für sie,
nachlässig war ich noch nie,
nur vergaß ich - über Nacht:
Für wen war nochmal was gedacht.

Das Schweineohr fürs Enkelkind?
Ja, so war das ganz bestimmt.
Und das Schoko-Ei, so süß,
für den Hund ein Paradies.

Das Fußballticket - ganz genau,
ist gedacht für meine Frau,
und das Rouge für unseren Sohn,
ja, genau, ich weiß es schon.

Für die Weiber - bin nicht bange,
gibt es Hammer, Nagel, Zange,
und für unser Schwiegerkind,
Lippenstift - mein Plan gewinnt.

Ich kann schon dem Nörgeln lauschen,
doch was soll's - man kann ja tauschen,
ich schaue in den Korb - ganz leer,
der Osterhase hat nichts mehr.

Die Liebste schaut mich lieblich an,
ich sei verwirrt - da ist was dran.
Schlimm sei's, dass sie mir vermählt,
doch ist's der Wille ja, der zählt.

Und mein Geschenk - ich will nicht lästern,
bekam ich (morgen) ja schon (gestern),
drei Punkte - zum Erhalt der Klasse,
wie ich die Zeit vorm Spiel doch hasse.  07.04.2012
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Kalk

Als ich heut nach Hause kam,
und mir meine Auszeit nahm,
fand ich nen Zettel an der Tür:
"Mein Liebling, ich bin grad nicht hier.

Das Essen - frisch und so gesund,
gleich neben unserem Napf vom Hund,
ich hoffe, dass es Dich gut stärkt,
lass es Dir schmecken - dann ans Werk.

Ich hab von Deinem Taschengeld,
gelöschten Kalk im Netz bestellt,
amazon ist rasend fix,
und stets auf Zack - da gibt es nix.

Heut Morgen - nach der langen Nacht,
hab ich ne Inspektion gemacht,
und ich muss sagen - so beim Schauen,
packte mich das kalte Grauen.

Anstatt ein wenig Dankbarkeit,
für meine Güte, meine Zeit,
machst Du aus Deinem Kellerplatz,
ein dunkles Loch - mein lieber Schatz.

Doch hast ja mich - ich bin perfekt,
up to Date und aufgeweckt,
und daher habe ich entschieden:
Du wirst Dich im Kalken üben.

Die Wände fix geweißt, gestrichen,
hinein bis in die kleinsten Nischen,
dann strahlt der Raum im hellen Licht,
nur Eines noch - Jetzt murre nicht!

Es hilft kein Jammern und kein Beten,
halt Dich ran - dann gibt’s Tapeten,
die hole ich im Baumarkt dann,
von Deinem Geld - so irgendwann.

Zum Rollen hab ich Geld gespart,
am Morgen kurz den Hund enthaart,
der Sack mit Wolle steht für Dich,
gleich beim Eimer - spute Dich.

Mit ein bisschen Glück, Geschick,
sind die Finger auch recht dick,
strickst Du aus Haaren Dir den Quast,
und glaube mir - das macht fast Spaß.

Denn letztlich spart's Dein Taschengeld,
ich weiß, dass Dir das gut gefällt,
denn es bleibt das Geld Dir über,
fürs Konzert - gleich morgen wieder."

Kein Laut kam über meine Lippen,
auch unser Herr hat ja gelitten,
Karfreitag ist's - und lange her,
und ich? Ich hab's halt heute schwer.   06.04.2012
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Ostern 2012

Meine Frau - sie sah mich an,
meint, dass ich mich freuen kann,
denn in des Jahres früher Phase,
käm auch zu mir ein netter Hase.

Es wird Frühling - Osterfest,
der Lenz, der uns bald träumen lässt,
und auch für mich - das war mir neu,
sei gewiss mal was dabei.

Seht nur meine Augen strahlen,
ich begann mir auszumalen,
wie solch ein Hase sich wohl gibt,
...ob ich's dabei leicht übertrieb?

Ob blond, ob braun, ob eher rötlich?
Manch Gedanke endet tödlich,
das merkte ich erst in der Nacht,
aus dem Koma grad erwacht.

Die Schwester stand an meinem Bette,
scheinbar eine wirklich nette,
doch meine Brille - böser Fluch,
erlitt wohl einen Trümmerbruch.

Die junge Dame sprach zu mir,
seit sieben Stunden sei ich hier,
jeder Knochen neu sortiert,
ich fragte nur: "Was ist passiert

Mir fehlt ein Stück Erinnerung,
ich seh noch ihre Faust, den Schwung,
dann zog sie mich - das fiel nicht schwer,
eben kurz aus dem Verkehr.

Und das so kurz vorm Osterfest,
ich war nicht frech - nur etwas kess,
doch anstatt mich zu beglücken,
such ich die Eier bald an Krücken."

Ostern ist ein Fest des Friedens,
mir ist's leider nicht beschieden.
Immerzu dasselbe Lied:
Ich leide - während's rundum blüht.

So sitze ich - mit Gänsewein,
auf meinem Strohsack, ganz allein,
und warte - falls es doch gelingt,
auf das, was mir der Hase bringt.

Statt bunte, hart gekochte Eier,
ja vielleicht auch einen Dreier.
Das sind 3 Punkte gegen Bremen,
kein Grund - um sich nun hier zu schämen.

Und so wünsche ich nun heute,
Euch vom Hasen fette Beute,
ein wunderschönes Osterfest,
und dass Ihr mich auch nicht vergesst. 06.04.2012
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Schädel

Der Hals voll Schleim – der Schädel dick,
leicht verschleiert auch der Blick,
der Husten quält, die Kehle kratzt,
so stark erkältet – ist mein Schatz.

Sie friert, die Stirn ist glühend heiß,
der ersten warmen Tage Preis,
wenn man meint – ist es auch frisch,
es sei schon halbwegs sommerlich.

Ich brate auf ihr – ach, oh weiah,
am Morgen frische Spiegeleier,
wende sie nur kurz und knapp,
damit ich sie halb flüssig hab.

Etwas Bratfett aus der Tube,
aus dem Bad – dort bei dem Zuber,
und dass es leicht nach Kokos schmeckt…?
Die Liebste spricht – „Ich schmeiß mich weg!

Du nahmst – was bist Du eine Flasche,
das Fett aus meiner Reisetasche,
das ist zwar letztlich reichlich ölig,
jedoch das Lesen – das empfehl ich!

Das war das Öl – für meine Glättung,
zur trockenen Haut, für meine Rettung,
und hättest Du kurz drauf geblickt,
stelltest Du´s sofort zurück.

Jetzt solltest Du Dich wohl nicht wundern,
gibt Dein Darm Dir reichlich Zunder,
innerlich recht gut geschmiert,
Du wirst schon sehen – wohin das führt.

Und komm nur nicht, um noch zu jammern,
Du bist so dumm, das ist der Hammer,
im Kühlschrank stand die Margarine,
ist es das – was ich verdiene?

Dieser Mann – ein Kindskopf, ehrlich!
Ein Spinner – und schon fast gefährlich,
da er den verzapften Driss,
auch noch verteilt – ich bin gewiss.

Was sollen nur die Leute denken?
Kann noch so steuern, noch so lenken,
der Mann – er schreibt nur laufend Müll,
den keiner liest – und keiner will!“

Diese lange, laute Rede,
eine wahre Wort-Stampede,
hat sie entkräftet – meinen Schatz,
sodass der Hals – nun wieder kratzt.

Ich habe sie gut zugedeckt,
leicht geküsst – wie gut sie schmeckt,
nach Kokos und nach Urlaubsfeeling,
nach glatter Haut dank sanftem Peeling.  30.03.2012
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Überdachung

Von Überdachung sprach mein Herz,
ich meinte erst, es sei ein Scherz.
Gedacht, sie meint das Stadion,
bei Glücksspiel gibt’s nen Joke davon.

Denn Glücksspiel sei ja nicht erlaubt,
bei freiem Himmel – falsch geglaubt!
Denn die Liebste – das ist doof,
sprach von unserem schönen Hof.

Meint sie fänd an der Terrasse,
eine Überdachung klasse,
davon sprach selbst unser Freund.
Das ist Verschwörung – wie es scheint.

Im Sommer, meint sie, will sie schwitzen,
doch auch im Winter draußen sitzen,
selbst am Abend – lang, bei Kühle,
ob ich nicht endlich mit ihr fühle.

Die neuen Möbel seien schön,
doch noch besser anzusehn,
stünden sie dort gut geschützt…
Sie meint das ernst – und nicht als Witz.

Ich begann, ihr vorzurechnen.
„Schau die Preise, schenk ein Lächeln.“
Ich sprach von Armut, Hungersnot,
vom letzten Kanten trockenem Brot.

Ich warf mich jammernd auf den Boden,
will mich ja nicht selber loben,
doch habe ich – und das wie nie,
beim Jammern mächtig Phantasie.

Sie stand dabei – es ließ sie kalt,
und da ich weiß, dass selbst Gewalt,
bei ihr nicht wirklich etwas nutzt,
gab ich´s auf – zum eigenen Schutz.

Da nahm sie sich den Rechenschieber,
sah mich an – und sprach: „Mein Lieber,
spar dir jedes Fußballspiel,
das bringt Geld – und zwar recht viel.

Konzerte werden auch gestrichen,
oh, es gilt – dich aufzumischen,
bist du nicht willig – und zwar bald,
dann wende ICH sie an – Gewalt!“

Bei uns geht das recht demokratisch,
ich sag Ja – und zwar apathisch.
Wenn die „Regierung“ was entscheidet,
gilt das immer – für uns beide.

Ich schaue in mein Portemonnaie,
die Leere tut fast seelisch weh.
Ein Nein hingegen – körperlich,
alles läuft halt gegen mich.   27.03.2012
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Loyal

Die Liebste liegt im Bett - mit Fieber,
meint noch kurz: "Jawohl, mein Lieber,
ich hoffe drauf, Du bist loyal.
Nicht zu gehorchen - wär fatal.

Denn wenn du denkst, Du kannst mich linken,
so sieh die Warnung taghell blinken:
Du weißt wohl, wo dein Plätzchen ist,
nicht dass du mir das gleich vergisst."

Ich schaut sie voller Inbrunst an:
"Was denkst du nur? Ich bin dein Mann.
Bin treu - und weiß mich zu benehmen,
nie musst du dich meiner schämen.

Auch wenn dein Arm heut nicht weit reicht,
werde ich nicht wirklich weich,
im Keller ist mein trautes Lager,
ohne Wenn und ohne Aber."

Wie konnte ich sie da beglücken,
doch die Finger auf dem Rücken,
über Kreuz - die sah sie nicht.
Ernst die Miene - das ist Pflicht.

Und wenn sie schläft, hol ich mir Decken,
heimlich - um sie nicht zu wecken,
bereit das Lager mir im Flur.
Schlecht Gewissen? Nicht die Spur.

Ich könnt zwar auch ins Gästebett,
dort wär es warm, dort wär es nett,
doch ehrlich - dazu fehlt der Mut,
die Liebste - nein