Unbehagen

Ich stelle fest, nach solchen Tagen,
verspüre ich ein Unbehagen,
an Leib und Magen – irgendwo,
doch wenn´s so ist – dann ist das so.

Mal is(s)t man hier – man is(s)t man da,
das war von vornherein zwar klar,
doch spricht man nicht ganz deutlich „Halt!“,
verändert´s Form, sowie Gestalt.

Beim Tochterkind der Kaffee, Kuchen.
Des Schwiegerkinds dann auch versuchen.
Am Abend gab´s die Frikadellen.
Ich kann mich einfach nicht verstellen.

Anstatt nur beim Salat zu greifen,
griff ich daneben – fehlt´s an Reife?
Jedoch beim Nachtisch – ich bin stolz,
da winkte ich schnell ab – was soll´s.

Lag brav im Bett – statt Ruhe, Frieden,
war´s mir, als sei ich just verschieden.
Im Alptraum mahnt mich meine Frau:
„Du mampfst zu viel – ich sah´s genau.“

Drum legte ich – und nicht zu knapp,
ganz schnell noch ein Gelübde ab:
Ich will zum Frühstück nichts mehr essen…
…des Morgens hatte ich´s vergessen.

Was soll ich tun? – Wenn´s prima schmeckt,
ist jeder gute Vorsatz weg.
Zum Sündigen bin ich bereit.
Sorry, Leute, tut mir Leid.

So nahm ich mich – welch großes Glück,
beim Mittagsmahle fein zurück.
Doch holte mich das Schicksal ein,
beim Fondue – beim Schwesterlein.

Ein Fondue von leckerem Käse.
Ihr meint, wenn ich am Tisch dort säße,
dann soll ich´s mit Verachtung strafen?
Dann könne ich auch besser schlafen?

Na, Eure Mahnung kommt zu spät.
Das Heinzel, das die Kleider näht,
ein wenig enger bei der Nacht,
das hat schon seinen Job gemacht.

Die Liebste hätte – nicht zu fassen,
im Keller besser mich gelassen,
bei Wassernapf und trockenem Brot.
Jetzt bin ich leidend – groß die Not.

Überflüssig sind die Fragen,
die nun heute an mir nagen.
Hätte ich klar Nein gesagt…,
…sorry, niemand hat gefragt.   26.12.16
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Weihnachten 2016

Weihnachtskarten – tja, Ihr Lieben,
hab ich lang nicht mehr geschrieben.
Wahrscheinlich liegt´s – ganz ohne Komik,
an der Zeit – der Elektronik.

Doch die Wünsche, ganz gediegen,
die uns grad am Herzen liegen,
sind genauso lieb gemeint.
Für nette Menschen, manchen Freund.

Sie schwirren durch den Raum, den Äther,
besser früher, als halt später.
Sie finden Euch – man glaubt´s ja kaum,
friedlich unterm Tannenbaum.

Wünschen Friede, Freude, Glück.
Werfen einen Blick zurück,
und sagen artig Danke sehr,
dass es Euch gibt – das fällt nicht schwer.

Danke für ein Lächeln eben.
Ein ganz, ganz wichtiger Punkt im Leben.
Dankeschön für Eure Zeit,
ob nah, ob fern, ob elend weit.

Danke für manch guten Rat.
Danke für manch gute Tat.
Danke, dass Ihr zugehört,
dass mein Bla Bla Euch selten stört.

Jetzt sollen Euch Geschenke finden.
Kleine, große, die Euch künden,
dass Ihr was Besonderes seid.
Ich schau mal kurz – ich wär soweit.

Wir wünschen Euch den Weihnachtsfrieden,
mit Familie, Freunden, lieben,
Menschen, die Euch wichtig sind.
Egal ob Mann, ob Frau, ob Kind.

Auch Frau Hund, sie wedelt gerade.
Das heißt, sie findet es sehr schade,
dass sie nichts sagen, schreiben kann.
Ihr Wuff – das häng ich hintenan.

Bevor ich morgen – Angst im Nacken,
sorgsam manch Geschenk verpacke,
und hoffe, dass es halbwegs klappt,
schick ich unsere Wünsche ab.

Wenn ich mich im Papier verstricke,
verloren im Gewusel blicke,
und dabei meinen Reim verschwitz,
das wär furchtbar – nein, kein Witz.

So wünschen wir zum Abschluss nun,
ohne Rast und ohne Ruhen,
ein wunderschönes Weihnachtsfest.
Harmonie in jedem Nest.    23.12.16
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Mitte Dezember

Der Dezember? – Halb schon rum.
Ich frage mich, weshalb, warum,
das Jahr mit solcher Schnelligkeit,
dahinfliegt – Mensch, wo blieb die Zeit?

Gestern erst – sagt, ist das wahr,
begrüßten wir den Januar.
Gestern erst – das ist kein Scherz,
gab´s den Geburtstag – Anfang März.

Gestern erst hab ich gelesen,
bin hier und da und dort gewesen.
Kurz danach – und zwar im Mai,
erschien von meinem Buch Band III.

Gestern Start der langen Reise.
Mancherorts – mal laut, mal leise,
Sport, vertraute Livemusik.
Das zu erleben – großes Glück.

Das alles ist schon lang vorbei,
bald schon gibt´s so manches neu.
Doch bleibt bis dahin Zeit und Raum,
erst mal gibt´s den Tannenbaum.

Ich freu mich auf gedämpftes Licht.
Die Liebste, Kinder, Hund und ich,
gemeinsam mit dem Enkelkind.
Wie schön, dass wir zusammen sind.

Zusammen feiern, trinken, essen,
manchmal auch die Zeit vergessen.
Mensch, man darf es fröhlich sehn.
Das Leben, es ist herrlich, schön.

Ich freu mich auf den Tannenbaum,
hoffe zwar, ich seh ihn kaum,
aufgrund – und das wär wirklich gut,
meiner Päckchen wilder Flut.

Schön verpackt, samt bunten Bändern…
Falls nicht – dann ist´s halt nicht zu ändern.
Dann hat mich wohl der Weihnachtsmann,
schier vergessen – ich nehm´s an.

Dann freu ich mich genauso sehr,
an guten Wünschen – fällt nicht schwer.
An Gesundheit, Frieden, Glück,
an geradem Weg – aufs nächste Stück.

Am Verlag, der mich dann nimmt,
am Geißbock, der mich fröhlich stimmt,
an Liebe, Freundschaft sowieso.
Was ich habe – macht mich froh.

Ich danke grad mal nebenbei,
allen, die ich mag – ganz frei,
dass Ihr immer bei uns seid.
Freut Euch an der Weihnachtszeit.  14.12.16
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Christkind

Ich bin ein Christkind…! – Glaubt Ihr nicht?
Nur von wegen des Gewichts?
Ihr meint, die Flügel, mich zu heben,
seien zu schwach? – Ihr sollt´s erleben.

Ihr dürft nicht grad so kleinlich sein.
Der Spaß am Schenken, er ist mein.
Dass ich dabei nicht fliegen muss,
das sei Euch – bitteschön – bewusst.

Ich muss doch übers Jahr nur planen.
Hören, Lauschen, Denken, Ahnen.
Für alles andere spricht der Wandel:
Online oder Einzelhandel.

Auch wohlgenährte Christ(us)kinder,
erfüllen ihren Job nicht minder.
Nur beim Verpacken der Präsente,
fehlen ihnen die Talente.

Zwischen dem Geschenkpapier,
den bunten Bändern sitz ich hier,
schaue drauf – ganz fassungslos.
Der Aufwand und der Stress sind groß.

So geht es nur in eine Richtung:
Ich schaue drauf – erbitte Schlichtung,
dann fange ich mit Inbrunst an,
das zu tun – was ich nicht kann.

Finde mich am Ende wieder.
Fein verschnürt die Hand, die Glieder.
Und zwischen Auge, Nase, Ohr,
schaut das Glanzpapier hervor.

Wahrscheinlich werdet Ihr jetzt sagen,
ich solle es gar mutig wagen.
Solang die Atmung nicht vermindert,
wird das Dasein kaum behindert.

Der Schweiß bricht mir in Strömen aus.
Ein Tarzan-Schrei, er schallt durchs Haus.
Ich packe das Papier, die Schleifen,
irgendwann werd ich´s begreifen.

Endlich, endlich klärt der Sinn.
Ich ahne, dass ich fertig bin.
Vor mir liegt´s Paket - …nicht schön.
Doch irgendwie wird es schon gehn.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt,
und notfalls gibt´s das Tochterkind,
die für mich – Ihr ahnt es schon,
fein verpackt – beim ersten Ton.

Und wenn dann erst das Bäumchen brennt,
bin ich erschöpft – die Zeit, sie rennt.
Ich bin ein Christkind – glaubt Ihr´s jetzt?
Schaut nicht genau! – Ihr wärt entsetzt.    07.12.16
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Das große rote Buch

Ich war heut Morgen sehr entsetzt.
Ich zittere am Leib noch jetzt.
Als ich das rote Buch erblickt,
warf mich dieser Fakt zurück.

Fern in meine Kinderzeit.
Ich sprach verängstigt: „Bin bereit.
Lies mir meine Sünden vor,
die drin verzeichnet – bin ganz Ohr.

Ich sage dir, oh, Nikolaus,
ich sehe rund und harmlos aus.
Doch du, du hast mich scheinbar doch,
nun ja, ertappt – wie war das noch?

Bin ich zur Liebsten frech gewesen?
Fang schon an, beginn zu lesen.
Es fehlt mir, ja, bin selber schuld,
wieder einmal – die Geduld.

Steht auch das im Buch darinnen?
Würdest du nun jetzt beginnen?
Mein Gott, muss ich ein Sünder sein.
Ein ganzes Buch – für mich allein.

Hab mich im Stadion aufgeregt?
Mich mit den Freunden angelegt?
Mein Bock, mein Bock – ich schäme mich,
bis dereinst mein Auge bricht.

Habe ich zu viel gegessen?
Sorry, habe ich vergessen.
Der Vorsatz stand – 10 Kilogramm.
Jetzt sind´s 20 – ich fang an.

Nikolaus? – Darf ich was fragen?
Könntest du nicht Mitleid haben?
Ein ganzes kleines bisschen nur.
Ein ganz klein wenig? – Eine Spur?

Denk daran, ich hab es schwer.
Nikolaus, oh bitte hör,
was dein armes Kind hier spricht.
So arg war´n meine Sünden nicht.>>

In der Hoffnung auf Verständnis,
sah ich auf – in der Erkenntnis,
dass ich scheinbar mich getäuscht.
Es war nicht Santa Claus – mir deucht…

…da stand vor – oh, heil´ger Vater,
die liebe Ela – beim Berater,
der Steuern – rot, in ihrer Hand,
das Terminbuch – mir bekannt.

Sie sah mich voller Mitleid an.
Ich weiß schon, dass ich nerven kann.
Doch war das Buch ein Déjà-vu.
Ein Wurf zurück – fragt nur nicht wie.  06.12.16
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Spion

Die Liebste zeigte grad die Hacken.
Zu Hülf, mir sitzt die Zeit im Nacken,
doch allzu schnell - das ist mein Glück,
kommt sie vorerst nicht zurück.

Ich warte 2 Minuten ab,
dann leg ich los - die Zeit ist knapp.
Durchwühle die Kommoden, Schränke,
auf der Suche nach Geschenken.

Heut ist Heiligabend da,
das große Fest ist endlich nah.
Ich gehe ganz bewusst zu Werke.
Warten? - War noch nie die Stärke.

Ich schau zuerst in unseren Hof,
doch ist die Liebste ja nicht doof.
Nichts versteckt im Blumenkübel.
Tendenz dahin - oh, das ist übel.

Ich denke nach. - Im Kleiderschrank?
Öffne ihn - und seh, da prangt,
ein Zettelchen - drauf steht geschrieben:
<<Hier find's Du nix - bis auf den Frieden.

Diese Stelle - sie ist kalt.
Verpiesel Dich - und zwar sehr bald.
Jetzt lass bloß Deine Finger fort,
sonst setzt es was - glaub mir aufs Wort.>>

Dieses Schriftstück lässt mich hoffen.
Die Tür zur Seligkeit ist offen.
Ich lass es nicht dabei bewenden,
und forsche - unter Hosen, Hemden.

Ich fühle schnell - da liegt doch was.
Zu Forschen, das macht großen Spaß,
da gibt's nen Schlag - der Finger schmerzt.
Bringt mir die Tropfen - oh, mein Herz.

Widerlich - die Mausefalle,
sie schlug zu - und ihre Kralle,
grub sich in mein zartes Fleisch.
Grobes Spiel - ich sag es Euch.

Die Spionage fand ein Ende,
jetzt halt ich jaulend meine Hände,
vor mich hin - und warte drauf,
dass sie heimkehrt - höre auf.

Ich werd tatsächlich warten müssen,
scharr derweil mit meinen Füßen,
und schau sinnierend auf die Uhr.
Grad halb Neune - Elend pur.

Ihr fragt, ob ich tatsächlich suche?
Natürlich niemals - doch zu Buche,
steht, dass ich die Zeit grad habe,
dumm zu Reimen - früh am Tage.  24.12.2015
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Weihnachten 2015

Auch wenn´s mir wie der Frühling scheint,
mein Kalender – nun – der meint,
dass es jetzt bald Weihnacht wär.
Dies zu glauben, fällt mir schwer.

Statt Glühwein trinkt man Bier aus Dosen.
Sitzt im Park – in kurzen Hosen,
genießt die Sonne – bräunt schon fast.
Irgendwie schon mehr als krass.

Dann seh ich Menschen – in den Straßen,
vollbepackt – und an den Kassen,
lange Schlangen – ja, mir schwant:
Weihnacht wird´s – ich hab´s geahnt.

Der Duft von Plätzchen – frisch gebacken,
Äpfel – glänzend, rote Backen,
Marzipan und Mandelkern,
ich habe diese Zeit sehr gern.

Die Geschenke? – Schon bestellt.
Bereits auf Vorrat – nicht die Welt.
Schön verpackt, mit Schleifchen dran,
auf dass man sich dran freuen kann.

Ich freue mich ja selbst schon mit.
Das ist das Schönste, das es gibt:
Wenn man merkt – Geschenk, es passt,
ist´s doppelt gut – zumindest fast.

Geschmückter Baum und leckeres Essen.
Auch Frau Hund wird nicht vergessen.
Sie wird als Weihnachtselch geschmückt…
Das war nur Spinnerei – zum Glück.

Ein Türchen noch – mit Schokolade,
morgen dann – am nächsten Tage,
gibt´s die Bescherung – und das Fest,
mit der Familie – hier, im Nest.

Drei schöne Tage – voller Frieden,
es fühlt sich an – fast wie im Süden.
Mal Sonnenschein – mal fällt der Regen,
bei plus 10 Grad – der Weihnachtssegen.

Wir wünschen schöne Weihnachtsfeier,
von Kiel bis Köln – Berlin bis Speyer,
Neustrelitz – und falls das nun klappt,
auch in der verbotenen Stadt.

In Ahe, Bedburg – ohne Zweifel,
auch in Mechernich, der Eifel.
In Elsdorf, Bergheim, Dortmund – klar,
überall – wie jedes Jahr.

Genießt die Tage – bleibt schön friedlich,
und wär auch der Gedanke niedlich…
Ich pass nicht – zum Kamin hinein.
Drum gibt´s die Grüße – hier, per Reim.   23.12.2015
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Wunschzettel

Ich schrieb grad meinen Weihnachtstraum,
für draußen - in den Tannenbaum,
damit das Christkind - irgendwann,
meinen Wunsch auch finden kann.

Irgendwo bin ich noch Kind,
fürs Erwachsenwerden blind,
sogar auch fürs Erwachsen sein.
Körper groß - im Kopf ganz klein.

Ich hab das Briefchen schön gemalt,
ein Märkchen drauf - vorab bezahlt,
noch einmal strahlend draufgesehn.
Der Brief ans Christkind - einfach schön.

Dann hab ich meine Frau gefragt,
ob ich heute - früh am Tag,
vielleicht ein wenig Ausgang hätte.
Sie stimmte zu - sie ist ne nette.

Ich fand das alles nur patent,
schließlich ist auch heut Advent.
Der dritte - und die Kerze - fein,
verbreitet ihren warmen Schein.

Ich ging in unseren Hof hinaus,
stand erschüttert vor dem Haus,
denn mir schwante siedend heiß,
dass kein Baum dort steht - ich weiß.

Die Liebste ließ ihn einstens fällen,
mein Kummer - er schlägt schlimme Wellen,
kein Platz fürs Briefchen - das ist schlimm,
ans Christuskind - ich nahm es hin.

Ging zu unserer Grouv - zum Weiher,
auf dass ich fände - oh, Mensch Meier,
einen Baum - das alte Lied,
den das Christkind dort auch sieht.

Nicht dass mein Zettel - Ostern noch,
dort vergilbt - so glaubt mir doch,
mein Platz zur Christnacht, er bleibt leer.
Mein Herz, es weint - ist furchtbar schwer.

Virtuelle Wünschezettel?
Per Mail versandt? - Mit Wunschgebettel?
Das geht nicht - weil ich ja nicht weiß,
die Mailadresse - weine leis.

So bleibt nur eines: - nur das Hoffen,
ich bete still - mein Sinn ist offen,
und wenn wir gehen - mit Frau Hunde,
schau ich sorgsam in die Runde.

Ob mein Zettel dort noch hängt,
langsam wird die Zeit recht eng.
Jetzt sind es grad 11 Tage nur.
Und vom Christkind - keine Spur.   13.12.2015
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Advent

Marzipan und Schokolade,
Plätzchen, Kekse und viel mehr,
rufen mir nun zu - jetzt gerade,
ich sei ohnehin zu schwer.

Ich solle meine Griffel lassen,
von all dem Süßen, das mich reizt,
nicht in jene Tüten fassen...
Pah und ruhig - was soll der Geiz?

Das Türchen des Adventskalenders,
winkt mir schon am Morgen zu.
Es ist halt so, dass du nichts änderst,
erst nach dem Zugriff - hast du Ruh.

Die Liebste, die mit Spritzgebackenem,
mich in die Versuchung führt.
Das Unheil sitzt mir schon im Nacken,
dass man den Bund der Hose spürt.

Satan, Satan, Satan weiche,
mach all den Anreiz nicht zu groß.
Entsagen? - ...über meine Leiche.
Aus Marzipan - tja, was ist los?

Das sind nun jetzt - ganz ohne Frage,
Zeiten, die mein Bauch nicht braucht.
Ganz gefährlich kurze Tage,
voll Versuchung - tja, das auch.

Bis zum Weihnachtsfest nicht lange,
dann ist der Spuk ganz schnell vorbei,
doch macht mich unser Vorrat bange.
Und jeden Tag - gibt's vieles neu.

Drum trete ich jetzt in Askese,
entsage dieser süßen Sucht.
...zumindest klappt das von der These.
Der Vorsatz, er ist fest gebucht.

Und kann man mich am Ende rollen,
der Rumkugel - na ja fast gleich,
dann ging ich leider in die vollen.
Mein starker Willen - war zu weich.   12.12.2015
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Erster Advent 2015

Eine liebe Freundin spricht:
<<Vergiss mir die Adventszeit nicht.
Sonntagmorgen beim Kaffee,
ohne Reim? – Das tut mir weh.

Auch wenn´s nur ein paar Worte sind,
so fühle ich mich grad als Kind,
wenn du deine Zeilen schreibst,
jetzt – zu dieser Jahreszeit.

Das Zuhause ist geschmückt.
Gedanklich blicke ich zurück,
auf das Jahr – notiere dann,
wie schnell die Zeit vergehen kann.

Der erste feine Tannenduft,
ein Hauch von Weihnacht in der Luft.
Die ersten Plätzchen in der Küche,
locken uns an unsere Tische.

Die Wunschzettel sind schon geschrieben.
All die Wünsche unserer Lieben,
sorgsam zu Papier gebracht.
Auch virtuell? – Na klar, habt Acht.

Ich schaue zu den Fenstern raus.
Die Sonne scheint – und rund ums Haus,
keine Spur von Schnee und Eis.
Schon lange nicht mehr – ja, ich weiß.

Und daher brauche ich den Schimmer,
deiner Reime – so wie immer.
Sie schenken mir Erinnerung,
Spaß und Freude – geben Schwung.

Beiß ich in mein Brötchen rein,
am Sonntagmorgen – kann´s so sein,
so wie auch im letzten Jahr.
Alles ist ganz wunderbar.

Doch schaute ich ins Postfach still,
neben all dem Werbe-Müll,
gab´s von dir den Spruch noch nicht,
zum Advent – es wäre Pflicht.

Geh nun in dich – schmiede Worte,
leicht besinnlich – von der Sorte,
dass sie passen – warte drauf…
Lass der Phantasie jetzt Lauf.>>

So saß ich vor der Nachricht nun.
Überlegte! – Was zu tun?
Ein paar Zeilen, schnell zu schreiben,
so leer darf´s Postfach halt nicht bleiben.

Doch leider – tja, Entschuldigung,
fehlt mir heute noch der Schwung.
Es fehlen Worte – und Talent.
Liebe Grüße – zum Advent.     28.11.2015
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Es wird Weihnachten

Jüngst schritt ich durch die Regale,
unseres Marktes – um zu zahlen,
was ich grad im Shop erstand.
...da blieb ich stehn – und zwar gebannt.

Es grinste mich – in sattem Rot,
St. Niklaus an – ganz ohne Not.
Aus Schoko modelliert – ganz recht.
Und die Erkenntnis? – Mir ward schlecht.

Siedend heiß fiel mir da ein:
Mein Gott, es muss bald Festtag sein.
Hab ich etwa – welch Talent,
die Adventszeit schon verpennt?

Ahnte – man mag´s mir fast glauben,
die Liebste mit verheulten Augen.
Die Kinder, Enkel unterm Baum,
arg frustriert – ein böser Traum.

Selbst Frau Hund schob da schon Frust,
ob nicht vorhandener Leberwurst.
Sah mich mit dem Stätz nicht an.
Ein schlechter Mensch bin ich – oh Mann.

Um mich – im Wahn – ich bin ein Penner,
ein Reigen – aller Weggemänner.
Sie zeigten mit der Hand auf mich,
als sagten sie – <<Nun schäme dich.

Sieh dich um – es ist wohl wahr.
Die Weihnachtszeit – in Bälde da.
Noch hast du Zeit – zwar wenig nur.
Doch schau mal kritisch auf die Uhr.

Lebkuchen und Marzipan.
Schokolade – all der Kram,
wartet drauf – dass du ihn nimmst.
Zum Verzehr ganz klar bestimmt.>>

Ich zeigte fragend auf den Bauch.
Erhielt ein Nicken - <<Ja, du auch!>>
Ich schüttelte den Kopf behände.
<<Nein, oh nein – und aus und Ende.>>

Später dann – Zuhaus im Zimmer,
erkannte ich – und das war schlimmer:
Es ist später – als man denkt.
Kümmere dich – um ein Geschenk.

Und wisst Ihr was? – Ich wurde fündig.
Ganz ad hoc und vordergründig,
fiel mir für mein Weib was ein.
Gefahr erkannt! – Gebannt! Allein.

Während all nun dieser Zeilen,
ist mir klar – es heißt beeilen!
Weihnachten – gibt´s sonst noch Fragen,
ist vorbei – in 80 Tagen.  08.10.2015
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Zur Weihnacht verschollen

Als ich keine Luft bekam,
als es mir den Atem nahm,
oh, mein Gott, da schwant es mir:
Verschollen - im Geschenkpapier.

Dumpf, ganz dumpf vernehm ich Stimmen,
sie dort draußen - ich hier drinnen.
Nirgendwo schwant mir ein Licht.
Jesus, Herr - ich fürchte mich.

Ich versuche, mich zu regen,
keine Chance, mich zu bewegen.
Papier - es lastet bergeweise,
und die Stimmen - werden leise.

Ob sie denn wohl nach mir suchen?
Noch gelähmt vom Kaffee, Kuchen,
und von unserem Abendmahl,
zur Bescherung? - Oh, fatal.

Frau Hund steckt ihren Nasenrüssel,
in den Berg - ich hör sie schnüffeln.
Doch sucht sie nicht nach mir - gewiss,
da sie nicht fit - in Rettung ist.

Ich frage mich - der Grat ist schmal,
nun, zum wiederholten Mal,
ob's vielleicht nicht sinnvoll wär,
mich jetzt zu orten - bitte sehr.

Irgendwann - kein Wenn, kein Aber,
wird man mich finden - dürr und mager.
Wird sich erinnern - dass ich einst,
verlustig ging - ganz schlimm, so scheint's.

Da merke ich - ganz Angst und Bange,
hab mich in dem Band verfangen,
das ehemals ein Päckchen ziert.
Jetzt zieht man dran - oh jetzt, passiert's.

Das Enkelkind zieht an der Strippe,
zieht mit Vorsicht - kesser Lippe,
mich aus dem Wust - ich sehe Licht.
Mein letzter Tag - er kam - noch nicht.

Die Liebste schaut mich an - ganz kritisch:
<Mein lieber Mann - mein Herz, ich bitt dich,
hast dich wieder mal versteckt?
Warst zwei Stunden - einfach weg.

Wir riefen mehrfach - hatten Durst.
Doch fehlt dem feinen Herrn die Lust,
der Bestellung nachzukommen.
Einfach mal - so angenommen.>

Gott sei Dank - ich bin Zuhause.
Hatte nur - ne kurze Pause.
Bin zum Unsinn - neu bereit,
und wünsch Euch - frohe Weihnachtszeit.  25.12.2014
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Weihnachten 2014

Viele Stunden nachgedacht,
womit man eine Freude macht.
Gekauft, gebastelt - schön verziert,
(naja - zumindest doch probiert).

Am Ende schließlich froh erkannt,
dass das rot und goldene Band,
nicht dazu führte - grad und jetzt...
zu Dichters Los - im Spinnennetz.

Handwerk gilt es zwar zu loben,
nach dem Motto - Goldener Boden.
Doch ich - ich scheitere - nehm´s so hin,
schon am Anfang - zum Beginn.

Inzwischen schon - Geflügelt Wort:
Ich am Werkzeug - geht mir fort...
Und bestellt an solchen Tagen,
besser - einen Notarztwagen.

Das gilt im Großen - gilt im Kleinen.
Übersetzt soll das nun meinen:
Egal ob Hammer, Zange, Schrauben,
selbst bei Papier - muss ich dran glauben.

Schneid mir dran die Finger ab,
verwickele mich - und nicht zu knapp,
schlinge mir gar - allenfalls,
das bunte Band - um meinen Hals.

Ziehe dran - erkenne schließlich:
der Berg vor dem ich steh - ist riesig.
Ich röchele - die Lippen blau,
ich und Handwerk - eine Schau.

Wer sich in die Gefahr begibt,
ist selber Schuld - doch ich bin lieb,
und schenke gerne - nun, daher,
fällt das Entsagen - mir zu schwer.

Ein Mal im Jahr muss ich da durch,
mit Gänsehaut und tiefer Furcht,
dass ich mich nicht noch selbst verschenk.
Das geht schneller - als man denkt.

Einmal kurz nicht aufgepasst,
zu viel Hektik - zu viel Hast,
und ich lande - Angst, zu spät,
plötzlich selber - im Paket.

Doch keine Sorge - dieses Jahr,
klappte es - fast wunderbar.
Meine Päckchen - stehen bereit,
für die nahe Weihnachtszeit.

Ich wünsche Euch ein ruhiges Fest,
Besinnlichkeit - ein warmes Nest.
Und fünf ruhige, "sichere" Tage.
Versetzt Euch nur - in meine Lage.  23.12.2014
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4. Advent 2014

Ich sitz beim Frühstück - freue mich,
an Wurst und Brötchen auf dem Tisch,
seh, dass die vierte Kerze brennt...
Da fällt mir ein - es ist Advent.

Nicht der erste - nein, der letzte...
Bevor der Schrecken sich noch setzte,
verschluckte ich mich arg - und sehr,
das Atmen fiel mir plötzlich schwer.

Frau Hund kam zu mir - konsterniert,
schaut mich an - was ist passiert?
Holt sich ihre Schreibe Wurst,
verliert am Sorgen - drauf die Lust.

Ich stell derweil erschrocken fest:
Zwei Tage bleiben nur als Rest,
ach, so wenig - glaub es kaum,
bis zum nächsten Tannenbaum.

Hab ich auch alle schon bedacht,
für das Fest - zur Heil'gen Nacht?
Und falls ja - dann macht's mich jeck:
Wo hab die Päckchen - ich versteckt?

Der Gedanke macht mich krank.
Ich plündere den Kleiderschrank,
schaue unters Bett - und so,
hier und da - und irgendwo.

Finde lang vergessene Hemden,
lasse es dabei bewenden,
denn diese passten mir einmal,
vor vielen Kilos - ach, egal.

Nach gefühlten sieben Stunden,
hab ich so manches dann gefunden,
selbst für Frau Hund - das schreib ich hier,
die Leberwurst - noch im Papier.

Hund kann nicht lesen - glaub ich mal,
und falls doch - ...der Grad ist schmal.
Das andere - und das sei Pflicht,
behalt ich besser - still für mich.

Denn die Spitzel, die's so gibt,
lesen hier - ich denk mal - mit.
Da kommt's nicht gut - schreibt man zu viel.
Überraschung - sei mein Ziel.

Ich setzte mich - nun daraufhin,
erneut zum Frühstück - das macht Sinn.
War das Brötchen jetzt auch alt,
und der Kaffee - eisig kalt.

Bis zum Fest noch drei Mal schlafen.
Befinde mich im sicheren Hafen.
Ich hab die Weihnacht nicht verpennt.
2014 - im Advent.              21.12.2014
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Wertvoll

Aufgeregt - ganz rot die Bäckchen,
es türmen sich am Baum die Päckchen,
Bücher, Gutschein und Geschmeide,
das Christkind hat was - für uns beide.

Für uns beide - und die Lieben,
niemand ist verschont geblieben,
auf dass sich jeder richtig freut,
der Zeitpunkt - er ist nicht mehr weit.

Ich hab mein "Päckchen" schon bekommen,
kein Punkt des Sieges wird genommen,
der Geißbock - er ist Winterkönig,
ich freue mich - und zwar nicht wenig.

Doch das was wirklich wertvoll ist,
ist etwas anderes - ganz gewiss:
Sich - für alle Zeit - zu haben,
zählt viel mehr - als Geld und Gaben.

Menschen in sein Herz zu schließen,
dieses Pflänzchen hegen, gießen,
auf dass die Liebe, Freundschaft hält,
zählt viel mehr - als Gut und Geld.

Freude nehmen, Freude schenken,
aneinander hängen, denken,
und das nicht nur zur Weihnachtszeit,
ist wunderbar - wir sind bereit.

Weihnachten und Licht und Wärme,
ich freu mich dran - und ja, ich lerne,
dass im Leben - unserer Frist,
nur wenig selbstverständlich ist.

Ohne von sich selbst zu geben,
geht fast gar nichts - denn nur Reden,
ist letztendlich Schall und Rauch,
aktiv zu sein - ist's was es braucht.

Nichts als Gottgegeben nehmen,
manchmal seinen Willen zähmen,
einfach geben - ohne dass,
du was erwartest - das macht Spaß.

Ich wünsche Euch ein tolles Fest,
das keine Wünsche offen lässt,
Ruhe und Besinnlichkeit,
einfach eine tolle Zeit.

Ohne Zwist und ohne Hader,
ohne Wenn - und ohne Aber,
mit einem Lächeln im Gesicht,
alles andere zählt fast nicht.

Besinnen drauf - was wertvoll ist:
Nicht was Du hast - und was du bist,
sondern wie der Mensch dich sieht,
der mit dir geht - was auch geschieht. 24.12.2013
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4. Advent 2013

Das Weihnachtsfest ist nicht mehr ferne,
oh, mein Gott – ich schenke gerne,
freu mich dran – wenn jemand strahlt.
Ein Vergnügen – wie gemalt.

Falls ich gar letzthin richtig liege,
mit dem Gedanken auch noch siege,
ist für mich das Weihnachtsfest,
einfach herrlich – as it´s best.

Ich stell mir einen Plan zusammen,
was unter unseren Weihnachtstannen,
am Heiligen Abend liegen soll,
klappt das – ist es wundervoll.

Doch fällt mir stets – wie kann das sein,
immer noch was anderes ein,
ich sehe hier was – sehe da.
Bindet mich – es winkt Gefahr.

Hab kein Brot mehr – werd nicht satt,
es ist gewiss kein Ruhmesblatt,
wenn ich trotzdem – oh, welch Frust,
trotzdem – nicht verhungern muss.

Ich esse einem Hamster gleich,
das ganze Jahr drauf hin – jetzt reicht´s,
der Winterspeck – nun ja, hält warm,
so hat die Sache – einfach Charme.

Ich sperre meine Öhrchen auf,
kleine Tipps gibt es zuhauf,
und was ich finde – was grad geht,
kommt mit zum Baum – falls Ihr versteht.

Mit Freunden einen Abend feiern,
gehört dazu – ich kann´s nicht steuern.
Wir haben einfach Freude dran,
das soll man tun – solang man´s kann.

Nun endlich komme ich zur Ruhe,
versteckt in Kisten, Schränken, Truhen,
ist gut verstaut – was ich so fand.
Find ich´s wieder? – Bin gespannt!

Ich sag zur Liebsten: <Gib mir frei,
denn ich muss suchen – so verzeih,
wo ich die Päckchen gut versteckt,
hoffentlich – sind sie nicht weg.

Da fragt sie mich, was ich gern hätte:
<Jedoch, bewahre Etikette.
Mein Freund – so übertreibe nicht.
Sonst setzt es was – ich warne Dich.>

Kleinlaut knie ich vor ihr nieder.
Derselbe Wunsch – und immer wieder:
3 Punkte heut – beim Auswärtsspiel,
für den FC – das wär schon viel.   22.12.2013
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Zipfelmütze

Heike mit der Zipfelmütze,
als „Nikoheik“ - nein, keine Witze,
wirbelt emsig durchs Lokal,
wär ich jetzt frech - so wär's fatal.

Sie schaut mich an - ich bleibe brav,
den Seinen gibt's der Herr im Schlaf.
Sie deutet auf das brodelnd Fett:
<Beherrsche Dich - mein Freund, sei nett.

Sonst werde ich - anstatt der Fritten,
Dir etwas auf Dein Bäuchlein kippen.
Das kommt davon - ist man stets frech,
und brennt es dann - so ist das Pech.>

Ich kenn solch Sprüche - ganz genau,
von meiner Liebsten - meiner Frau,
und denk nun langsam - jetzt und hier,
es liegt tatsächlich - nur an mir.

Dann fällt mir ein - ich will's so haben,
mag mich gar nicht gern betragen,
es macht mir Spaß - die Hetzerei.
Gibt's was zu kabbeln? - Bin dabei!

Das Essen - dort beim Rastplatz Weuten,
schmeckt lecker - klar, zu allen Zeiten,
doch auch die Zankerei schmeckt prima,
wichtig - Mittags - für das Klima.

Einfach auf den Teller sehn?
Nix da - es ist viel zu schön,
sich zu zanken - dann und wann.
Doch ICH bin brav - denn SIE fängt an.

Ich bin ein Engel - sondergleichen,
niemand wird mich je erreichen,
ich quelle über - stets vor Güte,
bin in meiner Jahre Blüte.

Doch die vielen grauen Haare,
habe ich in solchen Scharen,
von Heike - und von meiner Frau.
Ich und friedlich - passt genau.

Auch andere können das beschwören,
Ihr müsstet nur ihr Loblied hören.
Ich bin - da habt Ihr keine Chance,
das gute Beispiel - Excellence.

Nun wünsche ich der Mannschaft dort,
ein schönes Fest - an welchem Ort,
Ihr auch im Urlaub immer seid,
genießt die Ruhe - und die Zeit.

Bleibt gesund - so soll es sein,
rutscht gut ins neue Jahr hinein,
und eines - Heike - das ist Pflicht:
Zank weiter - ja, dann freu ich mich.  20.12.2013
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Eingepackt

Die Liebste hat heut eingepackt.
Und ich? – Na, ich bin klar auf Zack.
Ich helfe meinem Weibe gern,
mich zu verpieseln – läg mir fern.

Das Christkind – es steht vor der Tür.
Die Liebste – beim Geschenkpapier,
schaut mich an – weiß was mir blüht.
Sie kennt mein kindliches Gemüt.

Ich glaub ans Christkind – an den Schlitten,
ich hab´s doch gar nicht abgestritten,
ich glaube gar – in jener Phase,
an Rudolf mit der roten Nase.

Nur frag ich mich – und das ganz ehrlich:
Ist ihre Arbeit nicht entbehrlich?
Wenn dies doch vor der heiligen Nacht,
das Christkind – samt den Wichteln macht.

Ich frag mein Weib – <Was soll ich glauben?>
Genervt verdreht sie ihre Augen.
Sie schaut mich an: <Ein klarer Fall.
Mein Herzblatt – Du hast einen Knall.

Ich erklär´s – ein letztes Mal.
Was Du so glaubst – ist mir egal.
Es gibt…> - …da meldet sich´s Gespür,
dass ich gleich – hyperventilier.

Sie reicht mir flott ein Taschentuch,
gepaart mit einem leisen Fluch.
Irgendwas mit „Kindskopf“, „dumm“.
Ich bleibe still – weiß nicht warum.

Jetzt spüre ich gar leisen Stolz,
mein Herz ist schließlich nicht aus Holz.
Dass ich dem Christkind helfen kann,
ist echt der Knüller – Mann, oh Mann.

Ich halte meinen Zeigefinger,
aufs Päckchen – das ist echt der Bringer,
dass ich so richtig wichtig bin,
beim Tesa kleben – das macht Sinn.

Ich teilte es – im nächsten Schritt,
der Helferin des Christkinds mit…
Besser hätt ich das gelassen.
Sie meinte nur: „Ist das zu fassen?

Da meint der Schnarchkopf, er sei wichtig.
Nichts macht er so wirklich richtig.
Und meint dann noch – dass er was kann.
Doch jeder andere – nicht mein Mann.>

Jetzt wollte ich mich selber loben,
nun bin ich wieder auf dem Boden.
Im Schweiße meines Angesichts,
hab ich gewirkt – ist das denn nichts?  19.12.13
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Rumkugeln

Die Liebste war heut wieder fleißig,
so wie immer – ja, das weiß ich.
Backte leckeres Spritzgebäck,
ein Gedicht – bin hin und weg.

Sah mich an – hob ihren Finger:
<Naschst Du dran – gibt’s einen Schwinger,
so landest Du dann mit im Teig.
Von daher – sei schön still und schweig.>

So stand ich in der Küche rum,
schaute teilnahmslos – und dumm,
tat das, was ich am besten kann:
Ich schaute sie – beim Wirbeln an.

Jedoch nicht lang – nur kurz die Dauer,
da meinte sie: <Die Milch wird sauer,
wenn Du jetzt nicht endlich gehst,
und nutzlos in der Gegend stehst.

Ich brauche Platz – ich will jetzt kugeln,
mich voll Schokolade sudeln.
Getränkt mit Rum – für den Geschmack.
Jetzt mach Dich fort – und zwar Zack, zack.>

Oh, wie hab ich mich gefreut,
mein Weib im Schokoladenkleid,
fein verziert – und nur für mich.
Ich grinste breit – gar spitzbübisch.

Sie zog sich ihre Handschuh an,
setzt sich an den Tisch – und dann,
formt sie Kugeln – klein und niedlich,
Rum, der Teig – schon war ich friedlich.

Am Schluss kurz in der Hand gewogen,
mit Schokolade überzogen,
und still in eine Box gelegt,
die jetzt im kühlen Hofe steht.

Sie sah mich an: <Was schaust Du so?
Sei jetzt artig – und sei froh,
dass es schon bald was Süßes gibt.
Lecker, frisch – und heiß geliebt.

Die größte Kugel – yes, my friend,
die trägst Du dauerhaft – im Hemd.
Wär diese Kugel – Schokomasse,
gäb´s Schüsseln mit Gebäck – oh, Klasse.>

Ich hab gedacht, zur Weihnachtszeit,
erhalte ich von ihr ein Like.
Doch ist´s noch hin – zur heiligen Nacht,
noch viel mehr Zeit – als ich gedacht.

Bevor ich es jetzt noch vergess,
im allgemeinen Weihnachtsstress,
wünsche ich Euch schon mal Frieden.
Ach, wäre er – auch mir beschieden.  18.12.2013
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3. Advent 2013

Frau Hund stand in der Dunkelheit,
an meinem Bett - es sei nun Zeit,
endlich mit Ihr rauszugehn.
Ich dreh mich um - <Wart ab, mal sehn.>

Doch nervte sie - gab keine Ruhe,
holte mir die Jacke, Schuhe,
legte sie - brav vor mein Bett.
<Erhebe Dich - jetzt sei so nett.>

Ich zog das Rollo hoch - ein Spalt.
Notierte schreckhaft - Nass und Kalt,
gab Frau Hund darauf die Leine:
<Geh allein. - Hast junge Beine.

Du kennst den Weg - da bin ich sicher,
brauchst auch keinen Scheibenwischer,
da Du doch - das sei bewusst,
keine Brille tragen musst.

Ich, Dein Herrchen - ich dagegen,
sehe keinen Weg bei Regen.
Jetzt mach Dich auf - nimm es nicht schwer,
und übe Vorsicht - beim Verkehr.>

Sie sah mich an - sie wurde rot.
Was denkt Ihr nur? - Schockschwerenot.
Ich meinte nur - seid nicht verrückt,
die Kreuzung hier - schlecht ausgedrückt?

So kurz jetzt vor der Heiligen Nacht,
hätte ich ja nie gedacht,
dass Ihr gedanklich so entgleist,
mir wird es kalt - wie blankes Eis.

Gebt der Erziehung eine Chance,
übt jetzt bitte Contenance,
sonst legt das Christkind - untern Baum,
nur den Knigge - reinzuschaun.

Zurück zur Story - Hoffen, Bangen:
Natürlich ist sie NICHT gegangen,
und der Alte - musste raus.
Regengrau - statt warm im Haus.

Jetzt liegt Frau Hund - kann man das üben (?),
als könne sie kein Wasser trüben,
in ihrer Bütt - und schaut mich an.
Fixiert mich - setzt mich unter Bann.

Sagt ohne Worte: <Mach mir Futter.
Und schmierst Du Dir - Dein Brot mit Butter,
so denk daran - die Wurst, so frisch,
ist zum Teil - dann auch für mich.>

Dieser Blick - aus diesen Augen,
fast ist's so - als könnt man glauben,
dass sie redet... - Wer das kennt,
glaubt auch an Wunder - im Advent.  15.12.2013
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Nordpol

Bisher hab ich stets drauf bestanden,
dass sich unsere Wünsche fanden,
die zu jeder Weihnachtszeit,
auf einem Briefchen - sehr gescheit.

Ein Wunschzettel – mit einem Namen,
und den Wünschen – die dann kamen,
schön gemalt, mit einem Bild,
gefällt er mir – nun ja, dann gilt´s.

Ich habe kurz darauf geblickt,
sie dann zum fernen Pol geschickt,
weil sich das – vermutlich – lohnt,
da wohl dort – das Christkind wohnt.

Doch dieses Jahr kam er zurück,
„Verzogen!“ drauf – ich ward verrückt,
und fragte ängstlich nach dem Grund.
War die Gegend ungesund?

Man sprach zu mir – aus der Entfernung,
das liege an der Erderwärmung.
Jetzt, da das Eis der Kappen schwindet,
das Christkind - neue Zuflucht findet.

Es habe daher – länger schon,
ein Zimmerchen – bei amazon,
dort werde nicht mehr – Nacht für Nacht,
jedes Spielzeug selbstgemacht.

Das Christkind sitze jetzt – mit Router,
täglich tippend am Computer.
Es hält so der Entwicklung stand.
Ich hab verstanden – bin gebannt.

Ich hab die Briefchen schon bekommen,
und heute nun Kontakt genommen,
übers Netz – und www.
Kein Eis, nicht Kälte und kein Schnee.

Zwar könnt ich jetzt – mit grauen Haaren,
mir auch den Wunsch per Briefchen sparen,
doch ich find´s nett – bestehe drauf.
Geschenkt ist schöner – als gekauft.

Ich mag das – dieses Heimlichtun,
zu Nikolaus gefüllte Schuhen,
die bange Frage – kommt´s auch an,
bei den Beschenkten – Weihnachtsmann.

Das eine Kind wird fast schon dreißig,
trotzdem ist das Christkind fleißig,
denn, nun ja – es wartet schon,
dort – die nächste Generation.

Nur mir – mir fällt erneut nichts ein.
Muss am Ende auch nicht sein,
weil ich – auch noch heutzutage,
so viel Spaß – am Schenken habe.  24.11.2013
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Weihnachtliche Gedanken

Weihnacht - ja, Ihr werdet's glauben,
sah ich in den Kinderaugen,
strahlend, glücklich und verzückt,
kindliches und reines Glück.

Weihnacht - an gedeckten Tischen,
satt, zufrieden, Mundabwischen,
und auch Gedanken - nie zu spät,
an Menschen - denen's anders geht.

Weihnacht gibt's gar auf den Straßen,
ruhig und leer - und fast verlassen,
Zuhaus ist - wer ein solches hat,
auf dem Land - und in der Stadt.

Weihnachten im Pflegeheim,
die Schwiegermutter - nicht allein,
auch an solchem Tag geborgen,
ohne Kummer - ohne Sorgen.

Und selbst Frau Hund - bei uns Zuhaus,
sieht irgendwie nach Weihnacht aus,
mit Neugier schauend - und mit Lust,
giert sie nach dem Brot mit Wurst.

Weihnachten im Internet,
liebe Wünsche - A bis Z,
von Freunden - fremden Menschen auch,
das ist Weihnacht halt so Brauch.

Weihnachten - und die Geschenke,
man freut sich sehr - und ja, ich denke,
der Handel freut sich ebenso,
na prima - dann sind alle froh.

Die Metten - spät um Mitternacht,
sicherlich - hab dran gedacht,
doch sorry - und im ruhigen Ton:
Da schlief der alte Mann doch schon.

Und träumte von zwei Tagen Ruhe,
in Pantoffeln - statt den Schuhen,
einfach mal - die Chance erfassen,
die Seele kräftig baumeln lassen.

Mit Frau Hund im Feld spazieren,
und mit der Liebsten dort nicht frieren,
da der Winter - wie Ihr wisst,
in diesem Jahr ein Frühling ist.

Weihnachten am Flieger-Hafen,
und die Jets, die niemals schlafen,
tragen dich in alle Welt,
auch zur Weihnacht - das gefällt.

Nur eines schläft nicht - sorry, sorry,
es wird nicht besser - so, don't worry,
und das ist meine Wut der Reime,
Gnade gibt's - selbst heute - keine.  25.12.2012
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Heiligabend 2012

Ich wünsche Euch - wenn man mich lässt,
ein wunderschönes Weihnachtsfest,
mit lieben Menschen - um Euch rum.
Ich singe nicht - es wär zu krumm.

Stattdessen gibt es diesen Reim,
denn was ich kann - nur das soll sein.
Ich wünsche Euch Besinnlichkeit,
im oft zu wilden Meer der Zeit.

Zusammen unterm Baume stehen,
zusammen in Gesichter sehen,
die man liebt und die man schätzt,
und nur genießen - hier und jetzt.

Zusammen essen, reden, lachen,
gemeinsam einen Abend machen,
von dem man sagt - wenn alle gehn:
Leeven Jott - watt wor datt schön.

Den man sich gern im Herzen hält,
das ist viel mehr - als Gut und Geld,
das ist der Treibstoff - für den Schwung,
und solch Erinnern - das hält jung.

Liebe Menschen - eine Truppe,
sind das Salz in jeder Suppe,
sind das - was uns ein Licht entfacht,
und leuchten - selbst in dunkler Nacht.

Ich wünsche Euch ein stetes Lächeln,
und das Euch nicht die Finger brechen,
beim Entknoten des Pakets,
so wie's mir alljährlich geht.

Die Liebste - und das Tochterkind,
sind für solch Probleme blind,
für meine - nicht vorhandenen Gaben,
da ich - zwei linke Hände habe.

Beim Auspacken wünsch ich viel Spaß,
und hat das Christkind aufgepasst,
auch noch ein Strahlen im Gesicht,
vergesst dabei das Danke nicht.

Passt gut auf, dass nichts passiert,
dass Ihr die Türen nicht blockiert,
mit großen Massen an Papier,
zählt gut durch - sind alle hier?

Falls nicht - beginnt spontanes Graben,
Papier und Pappe - all die Gaben,
verschüttete schon Schwestern, Brüder,
die fand man - erst nach Tagen wieder.

Ich wünsch Euch einen tollen Tag,
den jeder lebt - wie er das mag.
Ein wunderschönes Weihnachtsfest,
ich drücke Euch - ganz lieb und fest.   24.12.2012
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4. Advent

Heiligabend - im April,
14 Grad - doch was ich will,
interessiert Frau Holle nicht:
Schnee zu Weihnacht - das wär Pflicht.

In Grouven - zugefrorener Weiher,
Schlittschuhlaufen - dann die Feier,
leckeres Essen - ein Geschenk,
irgendwas wo's Herz dran hängt.

Scheiben, die man morgens kratzt,
ein Bratapfel, der brutzelnd platzt,
Duft nach Tannengrün im Haus,
ja - so sieht's zur Weihnacht aus.

Ein Spaziergang - nachts im Schnee,
ne Schneeballschlacht - tut keinem weh,
und im Haus wird aufgetaut,
kalte Schauer auf der Haut.

Stattdessen ist es Frühling nun,
die Wintersachen können ruhn,
und die T-Shirts - reichlich spät,
sind jetzt wieder Up to Date.

Regenschauer aus dem Himmel,
sag, Petrus - hast Du einen Fimmel?
Ich war heut Morgen pitschenass,
mit Frau Hund - das ist kein Spaß.

Ich dacht schon dran - jetzt nicht erschrecken,
Geschenke draußen zu verstecken,
doch das verwirrt - bin ja nicht blind,
sicher unser Enkelkind.

Auch ich schau ständig zum Kalender:
"Ach ja, es ist ja doch - Dezember."
Statt Osterhasen - Weihnachtsmann.
Das neue Jahr - fängt bald schon an.

Heut Morgen gab es in der Zeitung,
für Menschen - die mit langer Leitung,
die Anleitung - zum guten Schluss,
wie man Weihnacht feiern muss.

Ich denke mal, die brauch ich nicht,
auch wenn's jetzt fast nach Sommer riecht,
wird es trotzdem - hier im Nest,
wieder ein sehr schönes Fest.

Mit den Menschen - die man liebt,
schön ist's - dass es solche gibt,
mit viel Spaß und Heiterkeit,
das allein - ist Weihnachtszeit.

Noch einmal schlafen - dann wird's wahr,
dann ist der Heilige Abend da.
Schön geschmückt - das Haus, die Stube,
und Sonnencreme - die aus der Tube.   23.12.2012
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2. Advent

Heute brennt das 2. Kerzchen,
Advent, Advent - Ihr lieben Herzchen,
und nicht mehr lang - so glaubt es mir,
steht das Christkind vor der Tür.

Alles ist schon weiß rundum,
ist der Zeitpunkt auch recht dumm,
denn wenn's so Heiligabend wär,
freute es uns umso mehr.

Dem Schnee - weil's von der Pflicht her eilt,
die erste Abfuhr schon erteilt,
der Gehweg und die Stufen frei,
doch schneit es weiter - kommt herbei.

Ich drücke Euch - ganz ohne Pfand,
einen Schieber in die Hand,
und ruhe mich beim Zuschauen aus,
wink fröhlich zu den Fenstern raus.

Doch habe ich - habt Ihr's bedacht?
Die Rechnung ohne Wirt gemacht.
Denn die "Christel von der Post",
ist Zuhause hier der Boss.

Meint nur kurz - ich sei wohl lalla,
in meinem Kopfe Balla-Balla,
und das nicht nur - wie jeder weiß,
im Sinne meiner kölschen Geiß.

Nein, es ginge - Ihr ahnt's fast,
um meine eigene Arbeitskraft,
und dass es nicht infrage käme,
dass ich mich bei der Arbeit zähme.

Ich soll bedenken - außerdem,
die Nacht (im Keller) war bequem,
daher tät's meinen Muskeln gut,
mal zu durchbluten: "Hab nur Mut!

Derweil du wie ein Wilder schippst,
und vor dem Haus dein Bestes gibst,
bereite ich das Frühstück dir:
1 Schnittchen Brot - hab ich noch hier.

Dazu mach ich - mein lieber Mann,
noch schnell das zweite Kerzchen an,
Sonntag ist es - und Advent,
da sei die Muße dir gegönnt."

Was nutzt mir da der Widerspruch?
Ich weinte in mein Taschentuch,
und wehrte mich der Flockenpracht,
aus der letzten kalten Nacht.

Wir wünschen Euch - die Ihr uns kennt,
erneut viel Ruhe im Advent.
Habt einfach einen tollen Tag,
den hab ich auch - hat SIE gesagt.  09.12.2012
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Nikolaus_2012

Ward Ihr auch brav? - Auch etwas nett?
Die Schuhe fein geputzt - adrett?
Aufgeräumt im ganzen Haus?
Denn morgen kommt - der Nikolaus.

Glaubt Ihr dran? - Na, eher nicht!
Doch wer dran glaubt - nun, das bin ich.
Ja, wer mich kennt - weiß in der Tat:
Ich hab mein schlicht Gemüt bewahrt.

Heut Abend - das auf jeden Fall,
stell ich die Schuhe - überall,
verteilt in jedem Zimmer hin,
wie gut, dass ich da clever bin.

Denn ich lebe - ja, das muss,
auf einem wirklich großen Fuß,
Sechsundvierzig - Elfeinhalb:
Hufe wie ein strammes Kalb.

Und daher - nun, das soll so sein,
passt in den Schuh sehr viel hinein.
Und hat er dann zu viel im Sack,
wird´s in den nächsten gleich gepackt.

So schlaf ich unruhig - das sei klar,
denn kommt es wie im letzten Jahr,
sind die Schuhe eher leer,
dies zu Begreifen - fiel mir schwer.

Die Liebste stand - Knecht Ruprecht gleich,
im Zimmer - meine Knie so weich,
und sprach: "Sag an, was guckst du so?
Da ist was drin - jetzt sei mal froh.

Schau doch mal ganz deutlich hin,
so viel Schönes ist schon drin:
Liebe, Freundschaft - und noch mehr,
dies zu erkennen - fällt kaum schwer.

Schöne Reisen - und Musik,
oftmals noch ein Sack voll Glück,
Gesund - und für die Hobbies Zeit,
hoffen wir - dass es so bleibt

Dazu dein schöner Kellerraum,
für dich allein - man glaub es kaum,
dass du nicht deine Wünsche stillst,
und auch noch - Schokolade willst!"

Ich dachte nach - und hab erkannt,
die Wahrheit liegt wohl auf der Hand.
Die Liebste hat gewaltig recht,
doch etwas Süßes - wär nicht schlecht.

Ich geh in mich - ja, mein Schatz,
(du weißt, da ist genügend Platz),
und stell mal nur 1 Schühchen raus,
St. Niklaus schleicht um unser Haus. 05.12.2012
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1. Advent

Und schon ist's wieder im Advent,
das erste Kerzchen - ja, es brennt.
Frühstück - viel Gemütlichkeit,
ich liebe einfach diese Zeit.

Weckmann, Bötchen, frischer Saft,
der Morgen hat mich schon geschafft,
denn mein Weibsvolk gab mir auf,
mich zu sputen - so sah's aus.

Marmelade, Wurst dabei,
wenn's geht ein 4-Minuten-Ei,
Kaffee, Milch und Käse auch,
der Morgen hat mich schon geschlaucht.

Das Herz, es rast - so kurz die Nacht,
hab ich an alles auch gedacht?
Die Liebste ist gewaltig streng,
und Vorgaben sind Pflicht - und eng.

Mein Frühstück, das bekomme ich,
nebenan - am Katzentisch,
neben mir sitzt unser Hund,
und schaut gebannt mir auf den Mund.

Könnt sie sprechen, würd sie sagen:
"Wie kannst du, Mensch, es nur stets wagen,
mir vorzukauen - sieh kurz hin,
erkenne - dass ich hungrig bin."

Seufzend - ich verstand ihr Winken,
ließ ich das nächste Wurststück sinken,
gab es ihr - muss ich's auch missen,
so beruhigt's doch mein Gewissen.

In Deutschland fällt der erste Schnee,
und für mich heißt's heut FC,
ich hoffe sehr - dass Ihr versteht,
dass es um Drei - statt Einem geht.

1 Kerzchen auf dem frischen Kranz,
3 Punkte beim gepflegten Tanz,
auf dem grünen Fußballfeld,
ich liebe meine kleine Welt.

Besuch, der kommt - wie ich mich freu,
dazu im Keller frisches Heu,
damit es sich - jetzt im Advent,
für mich dort etwas wärmer pennt.

Reimend - dort im Kerzenschein,
bin ich für mich - und ganz allein,
denn die Weihnacht ist nicht fern,
ich habe diese Zeit so gern.

Jetzt wünsch ich Euch - die Ihr mich kennt:
Genießt die Stimmung - den Advent.
Und passt gut auf - aufs Kerzenlicht,
die Feuerwehr - die braucht's heut nicht.   02.12.2012
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Advents- und Weihnachtsreim 2012

Weihnacht will es wieder werden,
der Schnee fällt bald schon sanft zur Erde,
ich freue mich auf den Advent,
dass bald die erste Kerze brennt.

Das Haus, es ist schon fein geschmückt,
von überall strahlt pures Glück,
und selbst in meinem Kellerraum,
gibt's dies Jahr einen Weihnachtsbaum.

Ich klagte meiner Liebsten Leid:
"Sag, ist's nicht endlich an der Zeit,
dass auch ich die Weihnacht seh,
wenn ich in meinen Keller geh?

Wenn ich auf diesem Strohsack liege,
gibt's Dunkelheit wohl zur Genüge,
da wär ein wenig Licht mal schön.
Sag, mein Herz - könnt das wohl gehn?

Gib mir ein wenig Taschengeld,
grad so viel, wie's dir gefällt,
ich bekomm's dann sicher hin,
ein Weihnachtsbaum - wär mein Gewinn."

Sie sah mich an: "Du weißt sehr wohl,
dort unten - zwischen Kraut und Kohl,
ist nicht wirklich sehr viel Platz,
doch will ich nicht so sein - mein Schatz.

Taschengeld? - Ne, lieber Mann,
das fangen wir erst gar nicht an.
Doch draußen steht das Leergut noch,
ich denke mal - das reicht wohl doch.

Fahr schnell hin - zum Supermarkt,
zwischen Käse, Obst und Quark,
bekommst du für das Leergut Geld,
sei dankbar - du, mein kleiner Held.

Doch bedenke bitte eines:
Das Leergut ist natürlich meines,
und daher - halt es gut im Sinn,
steckt mein Geschenk natürlich drin."

Ich ging hinaus - ich sammelt fleißig,
und 10 Euro, achtunddreißig,
hütete ich wie ein Schatz,
ging hin zum Baum- und Sammelplatz.

Und erkannte - gleich, sofort,
das war zu wenig - auf ein Wort:
Die Axt - erspart den Zimmermann,
ich weiß, wie ich mir helfen kann.

In der nächsten dunklen Nacht,
hab ich mich auf den Weg gemacht,
band Frau Hund ein Lichtlein um,
bin ja schließlich nicht ganz dumm.

Nahm die Axt - geschärft (na, fast),
schritt leise durch die Nachbarschaft,
und suchte mir ein Bäumchen aus,
Version "recht preiswert" - für mein Haus.

Bei jedem Husten - kurz ein Hieb,
ich war ein sehr geschickter Dieb,
und der Zeh, den ich verlor,
kam mir schon immer unnütz vor.

Ein bisschen Blut - was soll das bitte?
Ich habe schließlich ein paar Liter,
und wer schön sein will - muss leiden,
die Tanne soll den Keller kleiden.

Ich humpelte zu meinem Heim,
umgeschaut - und dann hinein,
da stand der Baum in seiner Pracht,
jep - das hab ich gut gemacht.

Vom Geld noch gar nichts ausgegeben,
und das Geschenk - für sie, mein Leben,
noch nicht am Rande angerührt,
ob sie wohl meine Liebe spürt?

Doch solch ein Baum - bar jeden Schmucks,
ganz traurig, wie er steht und guckt,
ich dachte nach - und kam zum Schluss,
dass ein Baum auch schön sein muss.

Ging nach oben - in die Küche,
schaute in des Abfalls Nische,
und fand dort - die Kartoffelschalen,
herrlich war's - sie anzumalen.

Das ist Bio - klingt's auch schief,
mein Baum, modern - alter/nativ,
und das Lametta - schnell paletti,
bastelte ich aus Spaghetti.

Die Kerzen gab die Liebste mir,
damit ich ihre Sorge spür,
Reste waren's - gelb, blau, rot,
doch tut die Farbe keine Not.

Dort unten - aus des Fußes Stumpf,
kratzt ich die Farbe mir vom Strumpf,
jetzt strahlt das Licht in roter Pracht,
ich bin perfekt - wer hätt's gedacht.

Seitdem prob ich schon Weihnachtslieder,
jede Nacht - und immer wieder,
und das Geschenk für meine Frau,
liegt auch schon unterm Baum - genau.

38 Cent noch über,
da mach ich mir ein Fest - doch lieber,
hätte ich das Geld gespart,
ich friere schnell - ich bin recht zart.

Der Winter kann so kalt noch werden,
und unten - die gestampfte Erde,
gibt der Wärme wenig Raum,
doch habe ich ja meinen Baum.

Drum hing ich für das viele Geld,
mir Süßes dran - ja, das gefällt,
und eine Decke - so sieht's aus,
bringt mir vielleicht der Nikolaus.

Warum der Reim so früh im Jahr?
Noch lang nicht Weihnacht - ist schon klar.
Doch möcht ich nur - falls es nicht drängt,
dass Ihr mal Nachtens an mich denkt.

Und mir ein wenig Wärme schickt,
meine Decken sind nicht dick,
und bis zum Frühjahr ist's noch weit,
wir wünschen eine tolle Zeit.

Advent mit allen Euren Lieben,
Harmonie - und Muße schieben,
Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt,
heißer Punsch - doch nicht zu stark.

Geruch nach Plätzchen und nach Kuchen,
Süßigkeit, sie zu versuchen,
liebe Menschen, Freunde auch,
und keinen Zwist - den es nicht braucht.

Und wenn ich dann im Keller bin,
wieder Unsinn - tief im Sinn,
dann denk ich dran - so mache Nacht,
wie viel Spaß - das Leben macht.

Dankeschön fürs stete Lesen,
banget nicht - das ist's gewesen,
habt einfach eine tolle Zeit,
ist das Fest auch jetzt noch weit. 25.11.2012
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Weihnachtsfest

Weihnachtsfest – Tanz der Pakete,
keine Unterschied mehr zur Tapete,
und die einstmals nahe Tür,
versperrt von Schleifen und Papier.

Die Oma – die fast 90 ist,
wird seit Stunden schon vermisst,
jeder wühlt und sucht sie hektisch,
bisher erfolglos – das ist schrecklich.

Der Schwiegertochter, die noch hofft,
fehlt´s bereits an Sauerstoff,
und während sie nach Atem schnappt,
meint sie nur: „Die Luft wird knapp!

Öffne jemand doch ein Fenster,“
Ich versuch´s – seh schon Gespenster,
zu viel Kohlenmonoxid,
was die Angst gen Wahnsinn trieb.

Und während ich schon Panik spür,
entdeck ich zwischen dem Papier,
einen Schnorchel – gelb, aus Plastik,
beginn zu graben – nicht zu hastig.

Die Oma fand – na, Gott sei Dank,
einen Strohhalm – nah beim Schrank,
die Rettung wird zum Kinderspiel,
Personensicherung - erstes Ziel.

Wir setzen sie – das jetzt verkürzt,
aufs Sofa, wo sie abgestürzt.
Sie ruft: „Schön ist es, Licht zu sehn!“
Nun gut – dann kann´s ja weitergehn.

Das Enkelkind – im Weihnachtsstress,
thront hoch – auf dem Mount Everest,
auf jeden Fall scheint es fast so,
sie strahlt dort oben – glücklich froh.

Und ich? Ich bin gediegen satt.
Weihnachten – datt hatt schon watt,
vor allem, wenn mein Herz, Frau Wimmer,
kocht – wie zum „Perfekten Dinner“.

Suppe, dann das Hauptgericht,
oh nein, ich widerstehe nicht,
und schaufele den Teller voll,
es schmeckt ja einfach gar zu toll.

Der Nachtisch lässt auch mich fast schweben,
und meine Kilos anzuheben,
dazu – ja Leute – braucht´s schon was,
ich bin glücklich – oder fast.

Denn die Oma ruft ganz plötzlich:
„Mein Insulin ist fort – entsetzlich!“
Verschüttgegangen – grad und hier,
unter Tonnen von Papier.   25.12.2011
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Tunnelblick

Weihnachtsfest – das ist die Zeit,
vom Aufbruch und Vergänglichkeit,
vom Frieden und vom stillen Glück,
und der Mär – vom Tunnelblick.

Wie oft sprach meine Liebste schon,
gar heftig und im ernsten Ton,
dass ich nicht seh, was vor mir liegt,
und dass die Blindheit mich besiegt.

Sie sei da Fachfrau – sei ein Kenner,
der Psyche und der Spezies „Männer“,
Männer seien alle gleich,
außen hart – und innen weich.

Selbst wenn man uns darauf fast stößt,
verhielten wir uns skandalös,
sähen alles – nur nicht das,
was wichtig sei – und das sei krass.

Ich hörte hin – in Wirklichkeit,
schob ich die Worte fern und weit,
denn letztendlich weiß ich ja,
werd ich gebraucht – so bin ich da.

Seh zwar´s Besteck nicht in der Lade,
doch wähne ich das mal als Gabe,
wer nichts sieht – der kann gut ruhn,
und braucht am Ende – nichts zu tun.

Das kostete geraume Zeit,
doch heute bin ich nun so weit,
dass meine Frau alleine geht:
„bevor der Herr dort ratlos steht“.

Doch heute – heute schwankt das Bild,
das mir und meinem Ego gilt,
denn heute schob die Liebste mich,
in den Raum: „Na, siehst ‘es nicht!?

Oh Gott, mir brach der blanke Schweiß,
mir ward es kalt – dann wieder heiß,
ich geriet in bloße Panik.
War´s so beim Sinken der Titanic?

Ich grübelte, ich überlegte,
der Blick gehetzt – wie er sich drehte,
übersah ich – ein Malheur?
War die Liebste beim Friseur?

Neue Kleidung, neue Schuhe?
Ein neues Lämpchen auf der Truhe?
Neuer Schmuck, ein neues Kleid?
Ich sah es nicht – es tat mir leid.

Da schob sie mich – sacht in den Raum,
hielt mein Gesicht – nah vor den Baum,
der dort vor der Weihnacht strahlt,
ein Bäumchen – wie perfekt gemalt.

Er stand vor mir – 10 Zentimeter,
ich sah ihn nicht – nun gut, halt später,
und meine Frau stand grinsend da:
„Mein Reden – nun, ich sag es ja.“

Seitdem ist alles nun zu spät,
der Vorwurf – hat jetzt Qualität,
und nichts bringt meine Chance zurück,
sie stimmt – die Mär – vom Tunnelblick.   21.12.2011
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Weihnachtsreim_2011

Weihnachten – wie jedes Jahr,
wieder mal so plötzlich da,
jedoch – ich passe schließlich auf,
und die Geschenke sind gekauft.

Spielzeug, Bücher und Geschmeide,
auf dass ich nächstes Jahr nicht leide,
und die Familie schließlich sieht:
Oh ja, er hat sich wohl bemüht.

Doch dann – der Schweiß rinnt mir vom Haupt,
die Frage, die Verstand mir raubt,
das bisschen – das mir übrig blieb:
„Was wünschst Du Dir? Ach, sei so lieb!“

Ich wünsche nichts, ich habe alles,
jedoch im Falle eines Falles,
wünsch ich mir – Ist´s auch fatal:
Ich wäre furchtbar gern – normal.

Ich sagte es der liebsten Frau,
die sieht mich an – und meint nur: „Schau,
manche Wünsche – drauf mein Wort,
sind unerfüllbar – weißt Du doch!“

Da fragte ich kurz meine Kinder,
die schüttelten das Haupt, nicht minder,
und wendeten sich gruselnd ab,
mein Gott – ich hab nur nett gefragt.

Ich fragte Chef – und die Kollegen,
niemand gab mir seinen Segen,
und auch der Geißbock meckert nur,
von Verständnis keine Spur.

Unser Hund – ein Tier fürs Hätz,
klemmte jaulend ihren Stätz,
und verkroch sich auf die Schnelle,
immer trifft´s dieselbe Stelle.

Ich bat kurz meine Schwägerin,
die meinte knapp: „Wo denkst Du hin?
So kenne ich Dich schon so lange,
und heute – macht´s mich nicht mehr bange.“

Mein Hausarzt gab mir sein Bedauern,
und ich glaub, ich sah ihn schauern,
ich mein, er hätte gar gegrinst,
und gewispert: „Jung, Du spinnst!“

Ach, sie ist mir lieb und teuer,
die Beraterin der Steuern,
sie schaut mich an – bei Tageslicht,
und meint nur knapp: „Das schaffst Du nicht!“

Ich sprach mit Schwager und mit Schwester,
die meinten grinsend: „Ach, mein Bester,
träum nicht diesen steten Traum,
diese Chance – die gibt es kaum.“

Auch die „Hexe“ aus der Eifel,
äußerte die größten Zweifel,
und Fußballfreunde – die aus Basel,
meinten nur: „Hör auf zu faseln!“

Da sucht ich mir nen Rechtsanwalt,
edel, eine Lichtgestalt,
der meint nur, dass ich erst bezahl,
er habe schließlich keine Wahl.

Denn der Wunsch – auch wenn verständlich,
sei vom Schriftsatz her unendlich,
dann schaute er ins BGB,
und schüttelt´s Haupt – das tat mir weh.

Am Ende schrieb ich einen Brief,
ans Christkind – denn ich glaube tief,
dass nur die allerhöchste Macht,
mich retten kann – hab ich gedacht.

Ich hing den Brief an eine Tanne,
dort hing er zwar – doch nicht für lange,
denn der Sturm trug ihn hinweg,
alles Jammern – keinen Zweck.

In dieser Nacht schlief ich sehr fest,
im Keller – dort im Stroh, im Nest,
und wurde in der halben Nacht,
von hellem Licht – ganz plötzlich wach.

Da stand ein Engel – dort im Licht,
meinte nur: „So fürchte nichts.
In bin gekommen – heimlich still,
auf dass Dein Wunsch sich nun erfüllt.

Ich hab Dein Hirn kurz aufgemacht,
und ich erschrak – denn, Gute Nacht,
da ist nichts drin – auf jeden Fall,
wohl nichts mit Sinn – Du hast nen Knall.

Was ich fand, das ist verdreht,
zu Reparieren – viel zu spät,
zu viel Bock, zu viel Musik,
zu viel Reisen, zu viel Glück.

Zu viel Worte, die dort warten,
zu viel Konzerte, zu viel Karten,
zu viel Bücher, zu viel Steuern,
das ist unmöglich – viel zu teuer.

Doch wenn ich wirklich ehrlich bin:
Man nimmt Dich – weitestgehend – hin,
mit dem Schaden, den Du hast,
bist Du auch manchmal eine Last.

Drum schlafe jetzt, so schlaf ruhig weiter,
vielleicht wirst Du im Traum gescheiter,
ich bin dann weg – und außerdem,
ist´s mir hier – zu unbequem.“

Ein Blitz, ein Donnern – er war fort,
ich fühlte mich so leer, verdorrt,
doch nahm ich es letztendlich hin,
da ich – erzogen – folgsam bin.

Wünscht mir stattdessen ne Krawatte,
ein Buch, das ich zur Planung hatte,
und für mein Bett mal frisches Heu,
Weihnachten! Wie ich mich freu.

Ihr müsst mich nehmen – wie ich bin,
oftmals mit verdrehtem Sinn,
flackernd Licht im Oberstübchen,
und manchmal noch – das kleine Bübchen.

Ich bin ganz ehrlich – denn gescheit,
täte ich mir selbst fast leid,
daher hab ich den Wunsch storniert,
fürs nächste Jahr kurz ausradiert.

Drum wünsch ich jetzt ein schönes Fest,
das keine Wünsche offen lässt,
ein wenig Ruhe – keine Hast,
ich denk – dass das mit uns schon passt.

Und ich verspreche Euch (mitnichten),
Weihnachten jetzt nicht zu dichten,
ein wenig Ruhe (sei Euch fremd),
habe ich Euch wohl gegönnt.    17.12.2011
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Weihnachten 2010

Ich freu mich auf die Weihnachtszeit,
auf Ruhe und Beschaulichkeit,
und in Erwartung dieses Glücks,
lehnt ich mich entspannt zurück.

Ich schloss die Augen, hab geträumt,
dass für mich die Sonne scheint,
dass 1.000 Maiden mich umgarnen,
goldgelockt, mit offenen Armen.

Und zu leisem Hafenklang,
ertönt ein himmlischer Gesang,
derweil ne Combo Reigen tanzt,
ich war gefangen, voll und ganz.

Selbst die Liebste kam dort vor,
an die ich einst mein Herz verlor,
sie bracht uns Schampus, eisgekühlt,
da sieht man, wie das Leben spielt.

Dann zog sie sich diskret zurück,
sie gönnt mir das spontane Glück,
so habe ich´s mir vorgemacht…,
denn – dann bin ich aufgewacht.

Sie stand vor mir, dem Rächer gleich,
die Knie, sie wurden wieder weich,
sie sprach zu mir: „Mein lieber Purzel,
zu meinem Leid, bist du die Wurzel.

Ich rackere mich stündlich ab,
damit man´s schön gemütlich hat.
Was macht der Alte? Er schläft ein!
Das kann doch wohl nicht möglich sein.

Und laut dem Grinsen, grad im Schlaf,
war der Traum wohl nicht sehr brav,
mach nicht, dass ich den Stock mir hole,
und dir das Gesäß versohle.“

Meine Angst, die kennt Ihr gut,
gefährlich ist sie, in der Wut,
und so sank ich vor ihr nieder:
„Mein Herz, ich tu´s auch nie mehr wieder.

Sag an, was Du Dir ausgedacht,
was du befiehlst, das wird gemacht…“,
(und heimlich dachte ich, ganz still,
dass sie wohl nichts Besonderes will).

Jedoch, der Schock traf mich ins Mark,
sie meinte streng: „Red keinen Quark,
ich treibe dir die Flausen aus,
zum Weihnachtsfest – putzt du das Haus!

In jeden Winkel kriechst du mir,
ich schaue hinter jede Tür,
find ich ein Stäubchen, dort im Licht…,
lauf nicht fort – ich finde dich!

Faulheit – gilt es abzuschminken,
lass mich jetzt mit dem Feudel winken,
gib dich dran – hast keine Wahl,
auf dass das ganze Haus erstrahlt.“

Ich putzte mir die Finger blutig,
denn ich bin nicht allzu mutig,
sie duldet keinen Widerspruch,
und falls doch – winkt Fingerbruch.

Bis spät des Nachts hab ich geschuftet,
mein Bett, es winkte – wie es duftet,
nach Ruhe, einem bisschen Schlaf,
… da merkt ich, wie der Blitz mich traf.

Plötzlich stand mit Silberglöckchen,
vor mir ein kleines Geiß(e)böckchen,
und meckerte mich zärtlich an:
„Soll ich dir helfen, armer Mann?

Wir sind gekommen, dir zu dienen,
das Leben läuft auf geraden Schienen,
und nun trockne deine Tränen,
kein Grund, der Freude sich zu schämen.

Du hältst zu uns, zu jeder Zeit,
bei Spaß, bei Freude – auch bei Leid,
nun geben wir Dir Stück für Stück,
auch gerne etwas mal zurück.“

Und wie einst die Heinzelmännchen,
zum Schutz der ach geplagten Menschen,
wirbelte die Bock-Armee,
… ich hab entspannt bei heißem Tee.

Man sah, wie alles neu erstrahlt,
ein jeder Winkel, wie gemalt,
kein Staubkorn bringt mir tiefstes Leid,
… ein Wunder in der Weihnachtszeit.

Ich brühte Kaffee, alles nett,
bracht ihr das Frühstück an ihr Bett,
war stolz auf Glanz und Helligkeit,
und stand für´s Lob schon brav bereit.

Sie nahm die Lupe, sie stand auf,
so Unheil nimm nun deinen Lauf,
jedoch, nach Ihrer Inspektion,
erhielt ich den verdienten Lohn.

Sie sprach zu mir: „Mein Herz, es lacht,
das hätt ich nie von dir gedacht,
du kannst ja richtig folgsam sein,
nur EINE Frage – fällt mir ein:

Warum riecht´s hier nach nassen Söckchen?
fast als wären Geiß(e)böckchen,
des Nachts durch unser Haus gefegt,
ich hoffe, dass sich das noch legt.

Wer weiß, was du an Mitteln nutzt,
gegen Staub und gegen Schmutz,
doch wozu gibt es Spray für Räume,
ich glaube fast, dass ich noch träume…“

Mein Herz stand still, ich schluckte hart,
ich sprach: „Du bist grad aufgewacht,
und was du riechst, ist Weihnachtsduft,
das Fest der Liebe in der Luft.“

Gerade noch die Kurv gekriegt,
wie schön, wenn Phantasie noch siegt.
Ich nahm sie zärtlich in den Arm,
man(n) hat ja schließlich seinen Charme.

Ich säuselte: „Vergibst du mir?“
Und sah mit einem Blick zur Tür,
wie ein Heinzel-Bock mir kniept.
Da meint sie still, sie hätt mich lieb.

Solche Wunder gibt es nur,
ist man der Weihnacht auf der Spur,
glaubt es, oder glaubt es nicht,
ich hab´s erlebt – ich bring´s ans Licht.

Und haltet Ihr mich für Plemplem,
dann mag das sein – da Ihr mich kennt,
ich wünsch Euch trotzdem – seid bereit,
ne rundum tolle Weihnachtszeit.             23.12.2010
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Weihnachtsmarkt

Weihnachtmarkt und Weihnachtszeit,
Glühwein macht Behaglichkeit.
Denn beim Gang durch deine Stadt,
frierst du dir den Hintern ab.

Weihnachtszeit und Weihnachtsmarkt,
Knoblauchbrot mit frischem Quark,
hier mal Naschen, da und dort,
das ist Schlemmen im Akkord.

Das alles habe ich gewusst,
doch da ein Mann was bieten muss,
lud ich meine Liebste ein,
am Abend dort mein Gast zu sein.

Das Thermometer, Minusgrade,
nicht zu genießen, das wär schade.
Der Altermarkt, ganz nah der Dom,
wo bitte gibt’s den Anblick schon?

Wir flanierten durch die Gassen,
um uns zu verzaubern lassen,
da sprach mein Herz mich leise an,
ob ich sie etwas wärmen kann.

Das war ein Schnattern, kaum Gerede,
Frauen frieren – das weiß jeder,
nah am Rap, hab ich gedacht,
und fast nen Song daraus gemacht.

So brachte ich die Liebste heim,
man(n) will ja ihr Beschützer sein,
und weil es mir halt logisch schien,
platziert ich sie vor dem Kamin.

Sie schaut mich an: „Wir haben keinen!“
Da merk ich´s auch – es will mir scheinen,
als sei auch ich leicht eingefroren,
zwischen meinen beiden Ohren.

Ein Tee, ein Dutzend warme Decken,
um sich drunter zu verstecken,
die Heizung gegen Hot gestellt,
das wärmt gut auf, oh, das gefällt.

Ich ahne leis, vor langen Zeiten,
gab´s noch andere Möglichkeiten,
ich hab´s vergessen, komm nicht drauf,
kratz mir den Kopf – und gebe auf.

Weihnachtsmarkt und Weihnachtslieder,
es war schön – das tun wir wieder,
Waffeln, Spekulatius,
Kakao, schön heiß, mit etwas Schuss.

Weihnachtszauber im Advent,
Köln bei Licht – so wie man´s kennt.
Derweil ich weiter emsig grübele,
was mir entfallen – nehmt´s nicht übel.        05.12.2010
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