Der erste große Schritt

Der erste große Schritt im Leben,
er ist getan - und zwar soeben.
Klein Henry ist in Sippenhaft.
Ab heute zählt die Mitgliedschaft.

Neben seinem Namensvetter,
ist er ab heut bei kühlem Wetter,
ein Teil von dem Familien-Clan.
Das habe ich bewusst getan.

Als Opa hat man seine Pflichten.
Das Dasein heißt nicht Schreiben, Dichten,
sondern ganz gewiss und auch,
das Kind zu führen - so ist's Brauch.

Bevor es sich dereinst verirrt,
oh Bock, vielleicht ein Fohlen wird,
oder Aspirin sogar,
zeig ich die Richtung - ist doch klar.

Der Junge wird einst dankbar sein,
stimmt mit uns in Hymnen ein,
singt sie mit - aus voller Kehle...
Was ich ihm sehr wohl empfehle.

Dass das Kind grad jetzt geboren,
dieses Jahr sich auserkoren,
das ist des Schicksals treuer Wink.
Wie schön, dass, was man will gelingt.

Die Wege führen nach Europa,
da freut sich sicher nicht nur Opa,
sondern die gesamte Sippe.
Ich wag heut gern die kesse Lippe.

Rot und weiß, der Jung wird's mögen.
Statt des Spiels mit Pfeil und Bögen,
zieht es ihn zum Fußballplatz.
Solche Stimmung ist ein Schatz.

Für ihn fängt's Leben gerade an,
für mich heißt Geißbock: lebenslang.
Ich unterschrieb - weil ich das mag,
am liebsten heut noch - gleich am Tag.

Das Kind heißt Henry - so wie ich.
Ist es da nicht erste Pflicht,
so zu werden - ...durchgedreht?
Na ja, für mich ist's schon zu spät.

Der erste wirklich große Schritt.
Nun ja, ich geh ihn gerne mit.
Ein buntes Leben - rot und weiß.
Ein perfekt geformter Kreis.

Ich wünsche Henry - weil's mir passt,
irgendwann die Meisterschaft.
...jedoch, falls nicht, dann ist das so.
FC zu sein, heißt mehr als froh.   24.06.17
____________________________________

5er Kette

Hätt's nicht beschworen - keine Wette:
Nun haben wir die "5er Kette".
Ab heute neues, kleines Glück.
5 mal Geburtstag - hey, am Stück.

Dazu auch noch ein Doppelmoppel.
Der, der bald in Freiheit hoppelt,
trägt meinen Namen - bitte sehr.
Henry... - tja, was willst du mehr.

Wieder ist ein Glück perfekt.
Ich weiß, dass dies den beiden schmeckt.
Ebenso wie jedem hier:
Aus 1 plus 1 ward 3 - sprich: Wir.

Noch sah ich, ganz ganz neu und frisch,
dieses kleine Wunder nicht.
Geboren mitten in der Nacht,
hat er sich auf den Weg gemacht.

Ne halbe Stunde war noch Zeit,
der Weg zum neuen Tag nicht weit.
Ich weiß nicht - na, wie schwer er ist.
Wie groß? - Auch das wird derzeit nicht vermisst.

Der Junge ist gesund - das zählt.
Er hat die Eltern gut gewählt.
Ich weiß, ich glaube fest daran,
dass er's guthat - kleiner Mann.

Nun heißt's schlafen, wie ein Bär.
Der Weg hinaus ans Licht war schwer.
Der Kleine - ...alle sind erschöpft.
Der Sekt, er wird nun bald geköpft.

Er wird so viel zu lernen haben.
Es wartet an recht vielen Tagen,
das Leben auf ihn - das ist fein.
Ganz viel Glück - so muss das sein.

Und dass der Jung FC Fan wird,
das habe ich schon lang gespürt.
Auch das gehört jetzt zum Gelingen:
Ihn auf den rechten Weg zu bringen.

Glückwunsch an das Elternpaar.
An Mine, Martin, es ist wahr:
Ab heute seid Ihr erst komplett.
Sagt an, klingt das nicht wirklich nett?

Wir wünschen alles - heut fängt's an,
von dem, was man Euch wünschen kann.
Einfach eine tolle Zeit,
voll reichlich Liebe - seid bereit.

Bin in der Nacht nun aufgestanden,
um Wort für Wort zu schreiben, landen.
Was zählt der Schlaf - ganz nebenbei,
kann man sich freuen - bin so frei.       12.06.17
_______________________________________

Juni und seine Konsequenzen

Juni ist's - das hat zwar Charme,
doch werde ich jetzt bettelarm.
Ein Monat - schön, doch mächtig teuer,
neben dies und dem, plus Steuer.

Befinden uns, ich ahne schon,
erneut in jenem Marathon.
Geburtstage - ein "Zwilling"-Heer,
und fast täglich werden's mehr.

Unser Sohn mimt den Beginn.
Am 9. - tja, das nimmt man hin,
feiert er sein Wiegenfest.
Doch "leider" gibt's ja noch den Rest.

Am 10. folgt - ich weiß genau,
der General, sprich meine Frau.
Am 11. fix das Schwiegerkind...
Wie halt solche Tage sind.

Am 12. gibt's ganz kurze Pause.
Ich entspanne ruhig Zuhause.
Am 13. - hurra, die Anna...
Es bleibt mir wohl kein Geld für Manna.

Tja, wenn's das gewesen wär,
doch jetzt kommt Mine hinterher.
Trägt im Bauch - oh Gott, oh Gott,
ihr erstes Kind... - ich mach mich fott.

Auch dieses wird im Juni kommen.
Hypothetisch angenommen,
es reiht sich nun am 12. ein...
Versteht Ihr jetzt die Sorgen mein?

Mein Chef, ich brauche Überstunden.
Komme sonst nicht über Runden.
Sparte zwar mein Taschengeld,
doch reicht's kaum aus in Junis Welt.

Wie gut, dass unsere Julia,
Oktober wählte, das ist klar.
Bis dahin - und das ist ja Pflicht,
Kinder - hey - erhol ich mich.

Dazu kommt noch - bin Fan davon,
die Südkurve, das Abonnement.
Ich dachte mir - zeig etwas Mut:
Ein Spendenkonto - das wär gut.

Solltet Ihr mich mal entdecken,
bitte, bitte nicht erschrecken.
Ich verzichte auf mein Essen...,
um nur niemand zu vergessen.

Der Juni kam mit schnellen Schritten.
Bald sind wir - ich weiß - inmitten,
der "Zwillinge-Geburtstags-Sippe".
Mir bleibt nur meine kesse Lippe.   04.06.17
____________________________________

Frühstück in der Hansestadt

Ein Frühstück in der Hansestadt.
Hamburg – Straße: Schulterblatt.
Im Café Stenzel – ab 9 Uhr.
Familienbande auf der Spur.

Wenn auch der Abend, der zuvor,
nicht richtig lief - …das falsche Tor,
war es doch am Morgen schön,
den Vetter Heinrich dort zu sehen.

Bei Kaffee, frischem Brötchenduft,
lag Wiedersehen in der Luft.
Anderthalbe Stunden lang,
vertraut, erneut vom Anfang an.

Erzählen, Hören, Lauschen, Lachen,
sich ein Bild von damals machen,
von Dingen, die ich nicht gewusst,
vielleicht ja auch nicht wissen muss.

Und trotzdem bringt ein solcher Blick,
in die Ferne, weit zurück,
auf die Schnelle und ganz prompt,
Erweiterung des Horizonts.

Ich hätt dort gerne lang gesessen,
rund um uns die Zeit vergessen:
Heinrich, Martin und sogleich,
der Thomas – der aus Österreich.

Die Tage hätten schön sein können,
würde nicht die Zeit so rennen.
Und stünde nicht die Niederlage,
mit im Raum – na, keine Frage.

So verging die Zeit im Fluge,
ein letztes Schlückchen aus dem Kruge,
mit leckerem Orangensaft,
so hat man für die Rückfahrt Kraft.

Gute Fahrt im Schneegestöber,
gedanklich noch bei Peter Stöger,
sowie bei Heinrich – Danke sehr,
für Deine Zeit – da will man mehr.

Vielleicht gibt´s ja ein Wiedersehen,
in Bad Grouven – kann geschehen.
Es wäre uns ne Freude, klar.
Es fängt mal gerade an – das Jahr.

Bisher dahin Hamburg: „Hummel, Hummel“.
Wir werden uns bald wieder tummeln,
in dieser großen, schönen Stadt.
Mal schauen, wann es nächstens klappt.

Vielleicht ja auch schon im April.
Wenn Gott und auch der Geißbock will.
Das nächste Match, das nächste Spiel,
und zu erzählen gibt´s dann viel.    09.02.17
_____________________________________

Anna-Wochenende

Die Grüße, die ich heute sende,
künden von dem Wochenende,
mit unserer Anna - Enkelkind.
3 Tage, die vergangen sind.

Vergangene Nacht - tja, ich erzähl's,
schlummert Schnarchi Schnarchenfels,
Zwölfe volle Stunden lang.
In meinem Bettchen, nebenan.

Nun ist das Frühstück schon verputzt,
die Sanduhr fürs Gebiss genutzt,
das erste Bildchen schon gemalt,
mit Spaß und Freude schon bezahlt...

Ich meine ihre Unterkunft,
bei Oma, Opa - ihrer Zunft.
Na klar, wir machen das doch gern,
denn das Kind wohnt reichlich fern.

Gestern - hey, Ihr dürft das lesen,
sind im Kino wir gewesen.
"Vaiana", Disneys Meisterstück.
Ein toller Film bescherte Glück.

Anna sah ihn - ganz egal,
nunmehr schon zum zweiten Mal,
und freut sich, dass er uns gefällt,
in Ihrer noch so kleinen Welt.

Wir spielten die Gesellschaftsspiele.
Dann ist's, dass ich als Kind mich fühle.
Ich puste, würfele und so.
Spielen macht die "Alten" froh.

Mit Frau Hund durchs Dorf gestreift.
Nötig war's, jedoch nicht leicht,
da das Blitzeis sich vermehrt,
was den Gang durchs Dorf erschwert.

Den kleinen Bauch beim Mahl gefüllt.
Spaghetti gab's - hurra, es gilt.
Alles hat perfekt geklappt,
und das Kind - es wurde satt.

Schon ist's wieder Sonntagmorgen,
die Anna war perfekt geborgen,
und morgen fängt - sie freut sich dran,
ihre Schule wieder an.

Heute Mittag - kurz noch Pause,
fahren Anna wir nach Hause.
Auf der A3, der Autobahn.
Falls Glätte mit gebremstem Zahn.

Wir freuen uns aufs nächste Mal.
Wann das ist, das ist egal.
Kleine Anna - schon so groß,
wir lieben Dich - und gleich geht's los.   08.01.17
________________________________________

Zaubersalbe

Dr. Moos - und Claudia:
Ein weiteres Mal okay - Hurra.
Unsere Anna - wundervoll,
hat ihren TÜV - und das ist toll.

Für Sie ein kleines Dankeschön.
Man muss es ganz erwachsen sehn:
Das Drumherum - na klar, tut gut.
Gestärkt die Situation, der Mut.

Anna ist ein alter Hase,
trotzdem macht in dieser Phase,
die Zaubersalbe einfach Sinn.
Nette Menschen - ein Gewinn.

Die Kleine legt die Brille weg.
Zu jenem schnell erdachten Zweck:
Dass man den Pieks nicht sehen kann.
Dr. Moos - zieht seine an.

Meint, das sei ein fairer Tausch.
Anna, sie schaut zu und lauscht.
Ist kurz darauf - das ist bekannt,
schon weit entfernt - im Schlummerland.

Anästhesisten - unsere Ehre.
Mancher Gang - ob leicht, ob schwere,
wird einfacher dank Freundlichkeit.
Danke für die nette Zeit.

So gibt's dann neben Süßigkeiten,
die hoffentlich viel Spaß bereiten,
auch diese Worte - kurz gereimt.
Weihnacht bald - die Sonne scheint.

Wir wünschen - es ist nicht mehr weit,
wunderschöne Weihnachtszeit.
Den guten Rutsch ins neue Jahr,
mit vielem Dank - das sei schon klar.

Gesundheit, Frieden und auch Glück,
vom Kuchen stets das größte Stück.
Dass Sie bewahren Ihren Move,
und die Freude am Beruf.

In Annas Namen - unserem auch,
recht vielen Dank - ...vielleicht kein Brauch,
jedoch gehört sich's einfach so.
Ein Dankeschön macht jeden froh.

Es ist der Zaubersalbe ähnlich.
Es ein kleines Pflaster nämlich.
Es erfreut - es tut nicht weh,
es schenkt ein Lächeln - rein wie Schnee.

Dr. Moos - ans ganze Team,
viele Grüße - wie's uns schien,
habt Ihr verdient heut diese Zeilen.
Jetzt an die Arbeit - los, beeilen.   17.12.16
_____________________________________

Wichtig

Es gibt - und das ist mein Bestreben,
viel zu sehen, zu erleben,
das wichtig, schön und sinnvoll ist,
in der uns gegebenen Frist.

Doch an Tagen, so wie heute,
spüre ich, dass ich mich freute,
an einem Punkt - in unserer Welt,
der alles in den Schatten stellt.

Da wird vieles Nebensache,
alles was ich tue, mache,
wird ganz plötzlich winzig klein.
Das Leben kann ein Glücksgriff sein.

Grad vor Weihnacht zeigt es sich,
es gibt das alles - Freude, Licht,
denn Annas Untersuchung war,
unauffällig - wunderbar.

Hundertachtzig Tage rum,
ein halbes Jahr - nehmt's mir nicht krumm,
und wieder stand der Weg nun an,
zum MRT - fast nebenan.

In der Praxis Dr. Essen,
alles um sich rum vergessen,
wenn der Doktor kommt und sagt:
"Alles ist okay" - welch Tag.

Das Herz, das vorher heftig schlägt,
alles, das man sonst erträgt,
wird plötzlich wieder blendend hell.
Ein warmes Wort - dann geht das schnell.

Da spürst du wieder - auf den Punkt:
Nichts geht über frisch, gesund.
Alles andere wird tatsächlich,
egal und mehr als nebensächlich.

Schön - denn unterm Tannenbaum,
liegt nun jetzt - es ist ein Traum,
ein Geschenk - ganz wesentlich.
Freunde - hey - da freut man sich.

Mehr als das Präsent mit Schleifen,
man muss und darf es nur begreifen,
dass man's nicht enthüllen kann.
Trotzdem - mehr als alles dran.

Dass der Reimer - wie bekannt,
die Lieben nervt... - liegt am Verstand,
den man nicht zum Schlafe bringt.
Heut macht mich der Tag beschwingt.

Ich fass Gefühle von der Sorte:
"Hey, wie schön" vergnügt in Worte.
Sie sind ein dickes Dankeschön,
an das Christkind - bald zu sehn.   16.12.16
_____________________________________

5 Tage

Die stresserfüllte Zeit im Leben,
sie ist vorbei - und zwar seit eben.
Jetzt kehrt - und ja, das soll so sein,
kurz ein wenig Ruhe ein.

Dass es solche Tage gibt,
das ist halt so... - Erkenntnis blieb,
dass ich nichts dran ändern kann.
Nicht heute, gestern, irgendwann.

Da hat der Zufall - ...mein Gefühl,
wohl letztlich seine Hand im Spiel.
Er legte die Termine hin,
wie's ihm gefiel - wo bleibt der Sinn?

Er meint, es sei mir zuzumuten,
über jedes Maß zu bluten.
Viermal Feiern in 5 Tagen...
Was soll ich tun? - Habt Ihr noch Fragen?

Am 9. Juni unser Sohn,
Tags darauf, da folgte schon,
meine Frau - ...und wie der Wind,
am 11. - unser Schwiegerkind.

Am 12. Juni - heut, Zuhause,
gibt's nun endlich kurze Pause,
bevor gleich morgen - flott und fix,
Anna folgt - da kennt sie nix.

Ich habe unserem Sohn gesagt,
falls er es tatsächlich wagt,
den 12. Juni zu besetzen,
werd ich ihn meucheln - ihn ersetzen.

Ich halte ihm im Herbst, im Nu,
einfach alle Stränge zu...
Denkt dran, bitte nehmt es hin,
dass ich nicht belastbar bin.

Auch wenn man alle Lieben sieht,
zu solchen Feiern - so geschieht's,
dass man doch - mit Gänsehaut,
in die leeren Börsen schaut.

Wie gut, wenn man - und das gefällt,
den ein und anderen Tipp erhält...
Ich werde... - ich sag Dankeschön,
den Herrn vom Feiern wiedersehen.

So lass ich baumeln heut die Seele,
bei Fußball am TV - die Kehle,
halte ich mit Brause nass,
frisch und kühl - und auch vom Fass.

Bereite mich schon innerlich,
auf '18 vor - es ängstigt mich,
dieses Jahr - hab rausgefunden,
3 der Lieben - ...werden runden.   12.06.2016
_____________________________________

Erstgeborene

Ich hab mir letztes Jahr geschworen:
Mit dem Kind - zuerst geboren,
mache ich nen Ausflug - bald...
Bin zwar grau - doch noch nicht alt.

Ich hab mir weiterhin geschworen,
ich pfropfe mir die armen Ohren.
Zu Hülf, 12 Stunden lang im Flieger...
...mich zu schonen - ist mir lieber.

Vier mal schlafen - dann geht's los,
verlassen Frau und Haus und Hof,
Frau Hund, den Sohn, das Schwiegerkind,
sowie Klein-Anna - Mut gewinnt.

Vom Winter hier - geht's in die Sonne,
hey, Las Vegas - ja, wir kommen,
bleiben dann vier Tage dort.
Ein interessanter, schöner Ort.

Das Wetter scheint es gut zu meinen,
angeblich soll die Sonne scheinen,
23 warme Grade...
Ehrlich, hey, ich find's nicht schade.

Wieder den Grand Canyon sehn,
wild und toll und wunderschön.
Mit der Tochter - klar - auch shoppen,
ich freu mich drauf - ist kaum zu toppen.

Ob ich mich verlaufen werde?
Mich ohne Christel so gebärde,
wie ich bin - wie jeder weiß:
Ein grauer Mann - auf Weg zum Greis.

Werden wir Musik uns buchen?
Maybe ein Konzert besuchen?
Möglichst auch was Leckeres essen?
Nichts versäumen - nichts vergessen.

Ein Foto am Las Vegas Schild.
Dudi, Henry - schönes Bild?
Na ja, das Kind nimmt's wohl in Kauf,
bin auch ich letztendlich drauf.

Vier ruhige Pyramidenächte,
gibt's im Luxor - ja, ich möchte,
zeigen, was mir so gefällt.
Ein kleines Stück - der weiten Welt.

Nun könnt Ihr sagen - "Bist verrückt.
Der weite Weg..." - ich nenn es Glück.
Glück, dass ich das machen kann,
ist der Flug auch mehr als lang.

Das Kind hat nicht mal Reisefieber,
jettet einfach fröhlich rüber.
Am Sonntagmorgen heißt es Los.
Unsere Freude - sie ist groß.    03.02.2016
_______________________________________

Frau Hund - ein Blues

Frau Hund - und das geht rasend schnell,
schaut verstört aus ihrem Fell.
Die Dame, die das Rudel führt,
hat nichts von Hundis Kampf gespürt.

Blättert ihre Zeitung durch,
beim Tässchen Kaffee - Lunas Furcht,
zu verhungern - juckt sie nicht.
Heut - beim ersten Tageslicht.

Die Dose mit dem Hundefutter,
stand im Kühlschrank - zwischen Butter,
Käse, Wurst und Marmelade.
Nun hungert unser Hund - jetzt, gerade.

Das Fell - und das ist klar, kein Hohn,
es hängt, es zieht, es schlabbert schon.
Steht Luna auf - so mühevoll.
Sie verhungert! - Na, wie toll.

Ich gab ihr - doch das ist zu knapp,
ein kleines Scheibchen Fleischwurst ab.
Ich konnt den Anblick nicht ertragen,
des armen Tiers - mir dreht's den Magen.

Dieser Blick - aus treuen Augen.
Das Frauchen - das ist kaum zu glauben,
hat die Bitte ignoriert,
dass etwas - schnell - im Napf passiert.

Drum fasst ich den Entschluss - den Wecker,
stell ich Nächtens - lang vorm Bäcker,
nehm die Dose aus dem Eis.
Frohes Wedeln - welch ein Preis.

Doch jetzt, jetzt muss die Ärmste warten,
das Schicksal es spielt manchmal Karten,
die auch solch ein Hund nicht will.
Sie vergeht - ganz leise, still.

Ich hab das meiner Frau berichtet.
Sie schaut mich an - ich sei belichtet,
unter dem gewohnten Grade.
Sie versteht nicht - das ist schade.

Manchmal gilt's - auf alle Fälle,
sich zu besinnen - auf die Schnelle,
dass die Frau, die's Rudel leitet,
sich auch bewusst ist - dass sie meidet...

...Hunger - bis zum Hungertod.
Treuer Augen große Not.
Fell, das stumpf wird - nicht mehr glänzt.
Das gilt auch mir - und unseren Pänz.

Ich setz mich ein - Frau Hund - ich tu's,
ich schrieb am Morgen einen Blues.
Diesen Blick ertrag ich kaum.
Sie hat's trainiert - dies traurig Schaun. 16.01.2016
_________________________________________

Allein allein

Die Liebste hat mich just verlassen.
Dieser Umstand - kaum zu fassen,
zumal ich tat, was sie befahl.
Versteh es nicht - ach wo, egal.

Drei Tage lang Beziehungspause,
ich bin verstört - allein Zuhause.
Mit Frau Hund, die nicht versteht,
warum ihr Frauchen - packt und geht.

Ich hab versucht, ihr zu erklären,
sie solle sich nicht daran stören.
Denn am Sontag - ziemlich nah,
ist das Frauchen wieder da.

Macht nen Ausflug - Mädelstour,
seit gestern Morgen - knapp 4 Uhr,
samt Tochter und samt Enkelkind.
Für unsere Nöte - sind sie blind.

Ich fass nichts an - es könnt zerbrechen.
Jeder Griff - er könnt sich rächen.
Die Lampe, die zuletzt zerbrach,
ist lang ersetzt - oh, welche Schmach.

Ich mache mir den Herd nicht an,
weil ich nicht verhindern kann,
dass er seinen Geist aufgibt,
weil ich dran fummele - so ein Shit.

Selbst der Kühlschrank ist Tabu.
Ich jammere nicht - ich lass ihn zu.
Seh ich Elektrik und Mechanik,
gerate ich spontan in Panik.

Schlaf nicht im Bett - sitz nicht im Sessel,
bin zwar frei - ganz ohne Fessel,
doch kann nicht sagen - welch ein Graus:
Hält das Möbel mich auch aus.

In Dingen den Garaus zu machen,
bin ich gut - jetzt nur nicht lachen.
Zuletzt traf es - mir ist's bekannt,
den Briefe-Kasten - an der Wand.

Ich glaub, ich werd im Hofe bleiben.
Mal schau'n - an der Geschichte schreiben.
Mit Frau Hund - das arme Tier,
an der Seite - neben mir.

Werde reichlich Vorsicht walten,
nichts verdrehen, drücken, schalten.
Gar nichts tun - was irgendwo,
Sorgen zieht - dann ist sie froh.

Nur das Fernsehen - ausgenommen,
weil morgen meine Böcke kommen,
live, aus Stuttgart - und auf Sky.
Wie's auch sein mag - bin dabei.   15.08.2015
______________________________________

Tag des Hundes

Ich hab grad ganz erstaunt gelesen,
dass es für dieses Vierbeinwesen,
das uns von ganzem Herzen liebt,
einen eigenen Tag heut gibt.

So gibt's nun auch den Tag der Hunde.
Eine wirklich frohe Kunde,
jedoch ich denk mir allemal,
unserem Hund - ist das egal.

Weil sie ein Teil des Ganzen ist,
weil sie uns aus den Händen frisst,
weil sie nicht im Geringsten stört,
weil sie zu unserem Heim gehört.

Weil sie uns ohne Rückhalt liebt,
weil sie uns stets sich selber gibt,
weil sie weiß - in unserer Stadt,
dass sie ein Zuhause hat.

Augen - drinnen zu versinken,
klingt's auch wie ein alter Schinken:
Augen, wenn du darin liest,
durch die du in die Seele siehst.

Zufrieden, wenn sie bei dir sind,
Kuscheln wie ein weiteres Kind,
und die Ohren auf Hab Acht,
wenn man(n) sich auf - zum Kühlschrank macht.

Ein Wesen mit fast 100 Namen,
wie sie grad passen - wie sie kamen.
Doch der Klang der Stimme reicht,
dir zu folgen - kein Vielleicht.

Wenn Du zurückkehrst - selbst mit Sputen,
nach Tagen, Stunden - gar Minuten,
die Freude - sie ist ein Gedicht,
wenn sie sich fast - den Hintern bricht.

Das ist Freude - und zwar wahre,
ohne Dünkel - offenbare.
Wie kann's dann, bitte, Menschen geben,
die jenes nicht bewusst erleben?

Quälen, Töten und Verjagen.
Was muss man, bitte, in sich tragen,
wenn man solche Dinge tut?
Es packt mich stets die kalte Wut.

Verständnis dafür - hab ich keine.
Jedem Menschen stets das Seine.
Doch manche sind es echt nicht Wert,
irgendwas läuft da verkehrt.

Unser Hund hat ein Zuhause,
ohne Ende - ohne Pause.
Weil für sie - und das gewiss,
immer Tag des Hundes ist.   07.06.2015
__________________________________

Annas erster Schultag

Ich setze mich an den Computer,
suche Worte – suche Futter,
sodass ich etwas schreiben kann,
die neue Zeit – fängt morgen an.

Der erste Schultag – werd verrückt,
liegt bei mir so lang zurück,
dass ich mich kaum – der Jahre Preis,
kaum mehr zu erinnern weiß.

Ich schreibe heute – in der Ahnung,
dieser Reim – er ist nur Planung,
für die Zeit – in der das Kind,
die Freude erst am Wort gewinnt.

Heute sind es – jetzt und hier,
nur dunkle Spuren – auf Papier,
doch irgendwann – vielleicht noch weit,
kommt zum Verstehen – die rechte Zeit.

Gehversuche – alphabetisch,
nicht Spaß dran haben? – nein, das geht nicht.
Erstes Mit-der-Zahl-jonglieren,
hören, lernen und probieren.

Vielleicht sitzt Anna – wär ja möglich,
eines Tages – das wär löblich,
tüftelnd, schreibend – neben mir,
dass ich die Konkurrenz dann spür.

Doch morgen – morgen geht’s erst los,
die Vorfreude – sie ist schon groß,
und sicherlich – obwohl´s sich legt,
ist sie ein wenig aufgeregt.

Die Tüte – voller Süßigkeiten,
das Kind – am ersten Tag begleiten,
der Ranzen – der den Rücken ziert,
wird sie durch uns – dorthin geführt.

Kinder, die mit großen Augen,
hören, staunen, zweifeln, glauben.
Die lernen – was man lernen kann,
hat man nur – den Spaß daran.

Alles wird sich bald ergeben,
so ist das nun mal – das heißt leben.
Artig in der Schulbank sitzen.
Über erster Prüfung schwitzen.

Schimpfen über Hausaufgaben,
Tage – ohne Lust zu haben,
aber auch den Stolz erleben,
wenn Worte, Zahlen – Sinn ergeben.

Wir wünschen Anna – dass sie merkt,
sie wird von allen sehr bestärkt,
von allen – die sie mögen, lieben.
Mein Gott – wo ist die Zeit geblieben?  08.09.2014
________________________________________

Marathon

<<Ich denke mal, du weißt es schon,
recht bald beginnt der Marathon.
Vergisst du ihn - da bin ich ehrlich...,
wird es kritisch - und gefährlich.

Mein lieber Mann - vernimm mein Reden.
Kritisch, ja - doch nicht für jeden.
Nein, mein Herzblatt - nur für dich.
Heftig wird's - wenn's dich erwischt.>>

Die Worte - hab sie noch im Ohr.
Die Liebste - die mir Rache schwor,
sofern ich - nein, das wär nicht toll,
diesen Lauf vergessen soll.

Im Training bin ich schon seit Wochen,
und mein Mut ist ungebrochen,
dass ich auch dieses Jahr besteh.
Tja, falls nicht - ihr Schlag tut weh.

Jeden Cent fünfmal gedreht,
dran gedacht - von Früh bis Spät,
an vier Tage - Startgebühr.
Oh, wie blümerant wird's mir.

Wichtig ist korrekte Planung.
Kinder, Ihr habt keine Ahnung,
welche Plackerei das ist,
dass man nichts - im Tran vergisst.

Das schwebend Schwert des Damokles,
das mich aus Angst nicht schlafen lässt,
hängt drohend über meinem Haupt.
Auch wenn Ihr dies - vielleicht nicht glaubt.

Ich laufe auf - zu höchster Form,
der Stress, die Sorge ist enorm,
dass ich's schaffe - dass es klappt,
was man mir aufgegeben hat.

Am 9. - amtlich festgestellt,
erblickte er - das Licht der Welt:
Unser Sohn - ich weiß genau...
und am 10. - meine Frau.

Am 11. - unser Schwiegerkind,
das Blut im Leib im Stress gerinnt,
denn zwei Tage später dann,
die kleine Anna - seht's Euch an.

Da sagt Ihr - das sei nicht vertrackt?
Vom ersten bis zum vierten Akt?
Es fehlt nur noch - ich sag's mal prompt,
dass jemand noch - am 12. kommt.

Ich zittere - nur nichts vergessen,
ich muss mich mit den Besten messen.
Doch schaff ich's auch - in diesem Jahr.
Wie wird mir schlecht - und sonderbar.  31.05.2014
_________________________________________

Tag der Poesie

Tage gibt’s – wie Sand an Stränden.
Punkt! – Ich lass es hier bewenden,
wäre heut – der Reim nicht Pflicht,
Poesie – heißt auch: Gedicht.

An solchen Tag stille bleiben?
Nichts Verzapfen? – Nicht mal schreiben?
Das geht bei mir nicht – tut mir Leid,
jedes Ding – hat seine Zeit.

Und wenn´s den Tag zu feiern gilt,
nehm ich dran teil – ich mal ein Bild,
doch nicht aus Farben – nein, per Wort,
am PC – und jetzt sofort.

Heut ist ein Tag – von jener Sorte,
der reimt sich gar – ganz ohne Worte,
manche Tage – sind halt so,
passend – und sehr farbenfroh.

Fakten, die man gerne hört,
nichts, was diesen Eindruck stört,
nicht gereimt – und doch mit Klang,
so fängt das Weekend – prima an.

Manche Tage sind poetisch,
wer mir folgen kann – versteht mich,
auch wenn heut nicht die Sonne lacht:
Petrus – hast Du gut gemacht.

Viel zu viele „Feiertage“?
Natürlich nicht – was soll die Frage?
Man braucht solch Tage – dann und wann,
ein jeder tut halt – was er kann,

Tag der Poesie – der Väter,
Tag der Mütter – früher, später,
Tag der offenen Tür – des Glücks,
Tag des Frohsinns – ganz verrückt.

Tag des Schlafens – und des Denkens,
Tag der Kinder – Tag des Schenkens,
Tag der Schrift – und Tag der Bücher,
Tag – gibt´s den (?) – der Taschentücher.

Tag des Hundes – Tag der Tiere,
so viele Tage – ja, ich spüre,
dieser Reim wird viel zu lang,
häng ich sie – hier alle an.

Wichtig war mir – ohne Frage,
in der Liste all der Tage,
jetzt nur dieser – es gewinnt,
nämlich unser Enkelkind.

Da wird der Alte – kurz poetisch,
zum Worteschinder – ganz pathetisch,
und feiert heute diesen Tag,
weil er das will – und darf – und mag.  21.03.2014
________________________________________

Kinderaugen

Ein Wochenende Enkelkind,
sie lacht dich an, sie strahlt, gewinnt,
sie öffnet dir dein Herz ganz weit,
intensiv erlebte Zeit.

Wenn sie ihre Arme schlingt,
wenn sie uns zum Lachen bringt,
dann scheint die Sonne - zum Erfreuen,
im Herbst noch abends - spät um 9.

Noch eben schnell ein Spiel gespielt,
dabei das ganze Glück gefühlt,
derweil die Augen - kaum noch sehn,
weil sie schon auf Halbmast stehn.

Ich werde wieder weit vertrieben,
so was nennt man - glaub ich - Lieben,
ich mach mein Bett - nicht das im Heu,
die Nacht für unser Goldstück frei.

Sie schaut mich an - ganz groß und weise,
flüstert in mein Ohr - ganz leise,
dass sie in mein Bettchen brummt,
ich nicke nur - entsetzt, verstummt.

Und denk mir dann - solch Föttchen, schmal,
ist fürs Bett nicht so fatal.
Und hoffe doch - das ängstigt mich,
so ist es auch - ich täusch mich nicht.

Gemeinsam Frühstück - Samstagmorgen,
ich werde frisches Brot besorgen,
dann hauen wir uns - wundervoll,
beide unsere Bäuche voll.

Sie knabbert dreimal - ich was mehr,
sie bleibt schmal - ich bleibe schwer,
kann essen - ja, so viel ich will,
ich nehm nichts ab - ...ich bin schon still.

Ausflug mit dem Kind zur Eifel,
das macht ihr Spaß - ganz ohne Zweifel,
Kinderlachen - Wochenende,
ihre Augen sprechen Bände.

Zwei Nächte - und zwei wilde Tage,
ein Kind bringt Glück - ganz ohne Frage,
und viel zu schnell - ganz nebenbei,
ist die schöne Zeit vorbei.

Nächstes Jahr - nicht irgendwann,
fängt der Ernst des Lebens an,
Schule, Lernen und Verstehen,
plötzlich neue Wege gehen.

Schaut mit mir durch Annas Augen,
die begehrlich Wissen saugen,
jeden Tag ein bisschen mehr,
dieses Kind - ich lieb es sehr. 18.10.2013
__________________________________

Wehren

Wie oft hab ich bei mir gedacht,
ich hätte alles recht gemacht.
Die Kinder so erzogen – dass,
ich sagen kann – sie machen Spaß.

Nun stelle ich mit Schaudern fest,
dass nach dem Schlüpfen – aus dem Nest,
ein jedes macht – was es so will.
Das tut mir weh – mein Leben: Müll.

Denn heut gab es – Whattsap, geschwind,
ein Bild von unserem Enkelkind.
Und wie lässt Mutter sie wohl ziehn?
Na, in Gladbachs Schwarz und Grün.

Ich dacht, mein Weltbild – es gefriert,
wann bitte ist denn das passiert,
dass mein Einfluss sich verzog.
Ich merke schon, wie´s in mir tobt.

Das Testament schnell rausgekramt.
Als hätte ich es schon geahnt:
Beim Schreiben war es mir nicht gut.
Warum mein Kind wohl so was tut?

Und meine Frau spricht überheblich,
meine Aufruhr – nein, das geht nicht.
Denn dem armen Mäuselein,
sei das Bock-Shirt schon zu klein.

Ist das wohl ne Entschuldigung?
Dem Bock gebührt die Huldigung.
Auch wenn er 2. Liga spielt:
Das war komplett vorbei gezielt.

In Köln gibt´s Fan-Shops ohne Ende,
und daher ist´s nicht weit – zur Wende.
Ich fahre mit dem Kind dorthin,
wo ich bei meinesgleichen bin.

Und kaufe dort den Laden leer.
Wenn´s Kind das will – noch etwas mehr.
Ich bringe sie zurück – ans Licht.
Glaubt es ruhig – es schaudert mich.

Die Tochter spricht – „Was maulst Du so?
Das war ein Pulli – kein Trikot.
Schwarz und grün – das ist er zwar,
doch alles weitere – ist nicht wahr.“

Ich schau noch mal genauer hin.
Ob ich wohl doch ein Blindfisch bin?
Na gut – ein Trikot war es nicht.
Und trotzdem – ja, es fröstelt mich.

Dem Anfang wehren – das ist wichtig.
Dem Anfang wehren – das ist richtig.
Dem Anfang wehren – ohne Gnade.
Denn wird´s ein Fohlen – wär das schade. 01.07.2013
___________________________________________

Höhenangst

Ich hab dereinst - ein Kind gezeugt.
Da war ich schlank - drum bitte, schweigt!
Auch ich war mal ein strahlend Held,
in Wald und Heide - Flur und Feld.

Heut bin ich dick - und ein Koloss.
Schwer wie ein verfressenes Ross,
das langsam in die Jahre kommt,
und sich im Glanz - von früher sonnt.

Hingegen wird das Tochterkind,
immer schlanker - bin nicht blind.
Sieht gut aus - und ist in Form.
Der Unterschied - ist schon enorm.

Das Kind - das nicht auf Leitern steigt,
das ständig Angst vor Höhen zeigt,
das ändert sich - man glaubt's ja kaum.
Und hüpft aus Freude - übern Zaun.

Wobei der Zaun - nicht Latten kennt,
auch Balken sind dem Zaun sehr fremd.
Und er ist - wer hätt's gedacht,
in höchster Höhe angebracht.

4.000 Meter - in der Luft.
Das ist ein Ding - die Freiheit ruft.
Und so springt - das junge Weib,
aus dem Flieger. - Ich spür Neid.

Bin voller Achtung - ob des Schritts.
Das sind halt heute - unsere Kids.
Sie tun es - ohne Netz und Kissen.
Der Alte hätt - das Hemd beschissen.

Versuchte ich - den Rucksacksprung,
so zög es mich - verstärkter Schwung,
Richtung Boden - halbe Zeit,
verstärkte Fallgeschwindigkeit.

Ich stellte die Physik zur Probe,
ich will mich ja nicht selber loben,
jedoch erbrächte ich Beweis,
der Quadratur - vom runden Kreis.

So flog die Tochter - froh zur Erde.
Ohne Windel - und Beschwerde,
des Fallschirmspringers - ob Gestank.
Ich sag mal einfach - Gott sei Dank.

Es zog dem Kind - statt starken Winden,
zwar mehrfach das Gesicht nach hinten.
Doch sah ich schon - mein Kind, mein Schatz:
Alles wieder - fein am Platz.

Dies Gefühl - ich seh es ein,
dies Gefühl - muss himmlisch sein.
Frei, so wie ein Vogel schweben.
Das ist pure Lust - am Leben.   24.05.2013
__________________________________

Verkehrte Welt

Das ist unsere Jugend heut.
Der Vater, der das Kind gezeugt,
ist am Ende gar nichts wert.
Irgendetwas - läuft verkehrt.

Das Kind - es sieht (fast) aus - wie ich.
Doch was geschieht? - Sie leugnet mich.
Und lässt mich fassungslos zurück.
(In jenem Fall - wohl doch zum Glück).

Das Telefon - es klingelt Sturm.
Ich gehe dran - ich armer Wurm,
und stelle mich - wie immer - vor.
Freundlich, lächelnd und sonor.

Auf der Leitung anderer Seite,
unsere Tochter - die so weite,
die's nach Rheinland-Pfalz verschlug.
Mein Kind - und Saft von meinem Blut.

Ich frage, ob ich helfen kann.
Sie ist verdutzt - und sagt mir dann:
"Gib mir mal - das Muttertier.
Das ist besser - glaube es mir.

Es geht um Handwerk - um Elektrik,
nicht um Reime - Dialektik.
Wer ist im Baumarkt wie Zuhaus?
Deine Frau - so sieht es aus.

Von meinen Eltern - von Euch beiden,
kann nur eine unterscheiden,
was der Fachmann - Werkzeug nennt.
Kein Wunder, wenn man Dich so kennt.

Mit Hammer, Sägen - oder Klingen,
bringst Du nur Dich selbst zum Singen.
Vor Schmerz, wenn Dich ein Hieb jäh trifft.
Finger fort - für Dich ist's Gift.

Schraubst Du die Dose - in der Wand,
ist das Ergebnis längst bekannt:
Vor blanken Kabeln - treibt die Asche.
Reif für Urne - oder Flasche.

In Tapeten - gar nicht fein
rollst Du Dich nur selber ein.
Und mit Farben - leuchtend frisch,
streichst Du im Ernstfall - doch nur Dich.

Als Gott die Seiten hat verteilt,
hast Du mal wieder schlecht gepeilt.
Riefst - bei links - laut zweimal <Hier>.
Was kann ich armes Kind dafür?

Jetzt gib mir bitte - wird es bald,
die Fachkraft - Deine Frau - den Halt,
den jedes Kind im Leben braucht.
Na ja, na gut - Dich braucht es auch...."  07.05.2013
________________________________________

Frustration

Unser Sohn ist sehr frustriert,
heut am Tage ist's passiert,
da sprach zu ihm die fremde Frau,
er sehe aus wie ich - genau.

Mit untrüglichem Kennerblick,
schaut sie zu ihm - und dann zurück,
und spricht dann, dass kein Zweifel bleibt.
Geschichte, die mein Gen so schreibt.

Der Sohn - er ist komplett geschockt,
verwirrt, ganz blass - und angeknockt,
weiß er doch bereits schon heut,
wie er einst aussieht - mit der Zeit.

Natürlich ist das fast schon Strafe,
da gibt's auch nicht "erholt im Schlafe",
das Einzige, das helfen kann,
ist ein Skalpell - so irgendwann.

Psychosomatisch - das wär klasse,
zahlt´s vielleicht die Krankenkasse,
zeigt er nur ein Bild von mir,
gibt's den Stempel aufs Papier.

Hier ein Schnipp - und dort ein Schnapp,
hier was weg - und dort was ab,
Unterfütterung - Eigenfett,
restauriert - von A bis Z.

Das arme Kind - er hat's nicht leicht,
in Berlin "brach heut der Deich",
der guten Frau war nicht bewusst,
wie der Junge leiden muss.

Schläft heute Nacht bestimmt nicht ein,
wie kann ich nur so grausam sein,
und jetzt nicht einfach wortlos bleiben,
stattdessen - blöde Reime schreiben.

Ich schäme mich als Vater sehr,
doch nicht zu schreiben - fällt zu schwer,
mag er mich strafen - ich nehm's hin,
da ich ja wohl der Casus bin.

Schickt er mich ins Altersheim,
sag ich nichts - dann soll's so sein,
ich gehe fort - gesenkt das Haupt,
für seine Nöte - ach, so taub.

Ich frag die Liebste: "Ist's so schlimm?"
Sie hält mir stumm - den Spiegel hin.
Und jedes Wort - gestehe ich,
ist unnütz - ja, erübrigt sich.

Doch nicht der Sohn ist nur geschlagen,
auch die Tochter kann nicht sagen,
sie kenne ihren Vater nicht,
Kinder - ich entschuldige mich.   11.03.2013
____________________________________
Nestflüchter

Der Kleine nun im eigenen Heim,
weit entfernt - und wir allein.
Das große Kind - schon länger fort,
wir sind hier - und sie halt dort.

Alle aus dem Nest geflüchtet,
und was bleibt mir? - Es wird gedichtet.
Vom Leid, das mir als Mann nun blüht,
ich schau bedrückt, was nun geschieht.

Keine Hilfe von den Kindern,
um mir meinen Schmerz zu lindern,
wenn die Liebste wieder mal,
meint, was mir so fehlt - sei Qual.

Ich habe sie gelobt - seit Tagen,
hab nun was gut - und kann es wagen,
so zu reimen - wie bisher,
immer lieb sein - fällt zu schwer.

Zurück zu den entfleuchten Puten,
ich hab's versucht mit Druck - im Guten.
Und jetzt dies Kalte-Schulter-Zeigen,
entlockt nur Eins - Entsetztes Schweigen.

Statt den alten Herrn zu ehren,
und letztlich sein Budget zu mehren,
entschwindet man - so weit entfernt,
na Dankeschön - das hat man gern.

Zum Sohn sind es - ich messe später,
sicherlich knapp 15 Meter,
dazu die Straße - einmal quer,
seit jeher ängstigt mich - Verkehr.

Zumindest der - jetzt nicht erregen,
auf wirklich stark befahrenen Wegen,
und geh ich rüber - denke ich,
wär Hilfe unserer Kinder Pflicht.

Kein Jungvolk mehr in unseren Räumen,
was uns bleibt - ist nur das Träumen,
von der Zeit - ja, ne, is klar,
als man den Kindern wichtig war.

Gut erzogen? - Nein, stattdessen,
erhält der Vater SMSen,
die ihm - so peinlich, dass man's schreibt,
die Röte ins Gesicht nun treibt.

Sturmfreiheit - in neuer Bude,
nun wird der Sohn - der arme Bube,
geschändet - und steht unter Zwang,
so fing es auch bei mir einst an.

Nestflucht - ich bin jetzt alleine,
mit meiner Frau - such Trost im Reime,
und dass uns jemand trösten mag,
nicht meckern - ich hab nur gefragt.  17.01.2013
_____________________________________
Vermisstenanzeige

Save our souls - sprich SOS,
verschollen und im Umzugsstress,
suche ich - ja, ganz genau,
komplett verzweifelt - meine Frau.

Heut Morgen ging sie aus dem Haus,
zwinkert mir: "Du hältst das aus!"
Und ward - was schlimm ist - nun, seitdem,
nicht mehr hier Zuhaus gesehn.

Das letzte Mal, dass ich sie sah,
war's gegen 6 - oh, es ist wahr,
und nun - nun ist es kurz nach 8,
nicht mehr lang - dann wird es Nacht.

Bei Dunkelheit - hier ganz allein,
fürcht ich mich - such Trost im Reim,
und hoff, dass sie sich blicken lässt,
vielleicht - klebt sie im Kleister fest.

Verfangen in Tapetenbahnen,
das klingt gefährlich - und ich ahne:
Sowas wär zwar mir passiert,
jedoch nicht ihr - sie ist versiert.

Sie ist die Beste - unter vielen,
mit ganz klar gesteckten Zielen:
Was sie mal begonnen hat,
das führt sie durch - bis alles klappt.

Drei Räume fertig - und 1a,
mit viel Elan - und viel Hurra,
wie mit dem Lineal gezogen,
erste Sahne - und zu Loben.

Ich schreibe stets - wie Ihr das wisst,
dass sie völlig böse ist,
dass sie mich nur unterdrückt,
jedoch - sie ist mein bestes Stück.

Das ist nicht klug - das hier zu schreiben,
ich sollte besser sachlich bleiben,
sonst mach ich Euch total konfus,
vom Schwanken zwischen Top und Blues.

Es ist - wie es halt nun mal ist,
im Moment wird sie vermisst,
ich bin verzweifelt - hört mein Rufen,
hier durch unseren Ort - durch Grouven.

Da steht sie plötzlich in der Türe,
und während ich die Wärme spüre.
fragt sie nach - im Lampenlicht:
"Sag nur an - bist du noch dicht?

Was brüllst du hier - so lauthals rum?
Sag es mir - so sprich. Warum?"
Ich sink vor Freude schluchzend nieder:
So kenn ich sie - ich hab sie wieder!   14.01.2013
______________________________________
Bagage

Meine Frau bringt mich in Rage,
denn die Familie - die Bagage,
lädt sie ständig zu uns ein,
was bin ich doch - ein armes Schwein.

Doch ohne - hätt ich nichts zu lästern,
und daher sag ich Christels Schwester:
"Mach dich auf - ich hol dich ab.
Wie gut, dass ich viel Zehrfleisch hab."

Denn die Versorgung - Wurst und Brot,
Käse - wirft mich aus dem Lot.
Kennt sie wohl die Preise nicht?
Doch Gastfreundschaft - ist mehr als Pflicht.

Ich sitz am Tisch - ess wie ein Spatz,
besetzt ist mein Daheim, mein Platz,
ich schaue ständig auf die Uhr,
wann kommt das Weib - jetzt in die Spur?

Kam nur für ein Wochenende,
doch das Gepäck - das sprach schon Bände,
Taschen, Koffer - Umzugsähnlich,
meine Miene schien wohl dämlich.

Wasser, Gas und Strom verbraucht,
frisch gepressten Saft - den auch,
das Bett benutzt - ein Ei geköpft,
irgendwie bin ich erschöpft.

Mit uns zum Konzert gefahren,
wie gut - dass wir Erspartes haben,
und Diesel - diesen Mehrverbrauch,
den rechne ich am Ende auch.

Mein Chef, er hielt es mir schon vor,
wie viel er durch den Fakt verlor,
dass das Fahrzeug mehr verschleißt,
... das schlage ich - jetzt auf den Preis.

Mache eine Rechnung auf,
kalkuliere - rechne drauf,
und die komplette Ananas,
zum Frühstück - hat sie mit verprasst.

Abwasser - Gott, die Gebühren,
das wird uns zum Ruin einst führen,
im nächsten Jahr - kommt der Bescheid,
was folgt - sind Hungersnot und Leid.

Ich halte ihr die Rechnung hin,
und da ich auch noch freundlich bin,
gab ich ihr jetzt noch Rabatt,
ist das Budget auch denkbar knapp.

Brachte sie dann jetzt nach Hause,
genieße diese kurze Pause,
denn in zwei Wochen - Schwestern, Brüder,
kommt sie (ach wie schön) - schon wieder.  18.11.2012
______________________________________________
Unhold

Bei unseres Sohnes liebstem Schatz,
da rebelliert der Wurmfortsatz,
und schon hat man - fast über Nacht,
dem Unhold den Garaus gemacht.

Das scharfe Messer schnitt fix ab,
einmal Schnipp - ein weiterer Schnapp.
Dafür gibt es halt ein Skalpell,
wenn man´s kann - geht´s rasend schnell.

Was entzündet war - ist raus,
wie sieht die Welt doch rosig aus,
wenn nichts die Abendruhe stört,
und nichts den ruhigen Schlaf erschwert.

Einmal tief und fest kurz schlummern,
vorbei ist aller Schmerz und Kummer,
draußen scheint perfekt die Sonne,
der Wurmfortsatz - ruht in der Tonne.

Jetzt heißt es noch, sich zu erholen,
langsam mit den jungen Fohlen,
ein paar Tage müssen sein,
dann bist Du wieder schnell Daheim.

Ist das Frühstück auch recht karg,
ein wenig Brot - ein bisschen Quark,
fördert es die Heilung nur,
und bringt Dich wieder in die Spur.

Ein wenig Schlaf, ein bisschen lesen,
und in Ruhe dort genesen,
frisch der Teint - und rot die Wangen,
heißt es gleich: Besuch empfangen!

Vielleicht bringt er sogar was mit,
mal schauen, was es alles gibt,
vielleicht gibt´s gar - das wär nicht schade:
Für die Mine - Schokolade.

Und dazu das ganze heimlich,
Kalorien sind nicht peinlich,
jedoch, die Tierchen setzen sich,
auf Hüften, Bauch - und ins Gesicht.

Klammern sich dort schnell mal fest,
gehen nur - wenn man sie lässt.
Und sind trotzdem zu empfehlen,
als süße Nahrung für die Seele.

Denn schließlich ist im Bauch jetzt Platz,
ohne dummen Wurmfortsatz,
ohne Blinddarm, der Dich plagt,
Grimmen, das man gar nicht mag.

Entlassungstag - er ist nicht fern,
und die Mine hat man gern.
Zwei Tage noch - schon geht´s nach Haus,
und damit ist der Reim - jetzt aus.   23.10.2012
_______________________________________

90 Jahre

Neunzig - das ist reichlich viel,
90 Jahre sind ein Ziel,
doch noch sehr wenig - guter Hirt,
da Gertrud einmal 100 wird.

90 Jahre - wie ein Tag,
gelacht, geweint, getanzt, geplagt,
ein Leben - kurz, und doch so lang,
aus dem sie viel erzählen kann.

Vier Töchter hat sie groß gezogen,
blieb immer frisch - im Kopf, dort oben,
wer immer stramm im Leben steht,
der weiß perfekt, wie so was geht.

Gearbeitet - ein Leben durch,
auch mal Ärger - doch nicht Furcht,
und trotzdem ist die Haut noch glatt,
wie beim Teenie - ich bin platt.

Mit Rat und Tat stets an der Seite,
mal zum Mahnen - mal zum Leiten,
doch meistens, um sich mit zu freuen,
Gründe gab es ständig neue:

Als junge Frau, der liebe Mann,
damit fing es einstmals an,
dann die Töchter - sprach es schon,
danach so mancher Schwiegersohn.

Enkelkinder - ohne Ende,
kleine und so zarte Hände,
und auch des Enkels eigenes Kind,
nur wer wagt - der auch gewinnt.

Doch jetzt ist Zeit, sich auszuruhen,
sich sonnen in ganz neuen Schuhen,
chic und lässig - und bequem,
mit 90 bleibt das Leben schön.

Heut nun ist Dein großer Tag,
jeder, der Dich liebt und mag,
freut sich, dass er feiern kann,
ich stelle mich ganz hinten an.

Wir wünschen Dir ein langes Leben,
noch viele Jahre soll es geben,
gesund, vor allem - und mit Spaß,
und darauf heben wir das Glas.

Die beste aller Schwiegermütter,
wird heute 90 - gar nicht bitter,
denn wer so drauf ist - so wie Du,
wird auch mal 100 - fast im Nu.

Ich habe schon so viel gereimt,
für fremde Menschen - manchen Freund,
und heute nun bist Du mein Ziel,
gute Wünsche - hab ich viel.     03.09.2012
_________________________________
Hochzeitsnacht

Ein langer Tag - die lange Nacht,
am Ende nicht mehr wirklich wach,
die Augen nur noch Schlitz, fast quer,
ganz klar, gewiss - hier steppt der Bär.

Die Trauung - einfach wunderschön,
das Strahlen war rundum zu sehn,
dem Ave lauschen - ein Genuss,
fürs Ohr und Hirn ein zarter Kuss.

Da griff mich mehr als Gänsehaut,
am liebsten hätt ich jäh und laut,
geklatscht, gesagt, wie schön das war,
das tut man nicht - das ist schon klar.

Die Feier ging im Flug vorbei,
ein schöner Tag für unsere Zwei,
den man bestimmt nie mehr vergisst,
irgendwie scheint das gewiss.

Getanzt, gesungen und gegessen,
vom Feinsten - und nicht zu vergessen,
getrunken, Reden und gespielt,
wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Dann spät am Abend - doch beizeiten,
nahm ich den Sohn mir kur zur Seite,
habe ihn schnell aufgeklärt,
glaubt es mir - das fiel mir schwer.

Ich sprach von Bienen, Blümelein,
vom Frühling und vom Sonnenschein,
vom Drang, vom Zug, von der Natur,
und kam nicht - auf die rechte Spur.

Da meint der Sohn: "Nun sei nicht komisch.
Sicher, ja, ich bin katholisch,
doch was du mir hier sagen willst,
das weiß ich schon - und heute gilt's.

Ich freu mich auf die Hochzeitsnacht,
was ich einst las, was ich gedacht,
das wird nun heute Abend wahr,
bin aufgeklärt - das sei dir klar.

Und hab ich Fragen - zwischendurch,
packt mich vielleicht die blanke Furcht,
so schicke ich ne SMS,
bevor ich noch den Weg vergess."

Mir fiel die Last von meiner Seele,
womit ich mich so lange quälte,
das war mit einem Mal verpufft,
verweht, zerstoben, nichts als Luft.

Wie schön, kann man noch Weisheit schenken,
Richtung geben - steuern, lenken.
Das Handy lag auf alle Fälle,
für'n Ernstfall an gewohnter Stelle.  02.09.2012
____________________________________
Ja

Oh, was für ein "schwarzer" Tag,
der Sohn hat heute Ja gesagt,
jede Warnung - schon seit Tagen,
achtlos in den Wind geschlagen.

"Lass doch nur den Alten reden,
ich höre wirklich nicht auf jeden.
Der Alte ist zu alt - und spinnt,
Punkt und Ende - ja, das stimmt."

Heut hab ich nun das Ja gehört,
nur, was dabei ganz mächtig stört:
Der Kleine hat - kurz überlegt,
den Mund dabei - nicht mal bewegt.

Gott sei Dank - und das macht froh,
hab ich den Akt auf Video:
Die Lippen formten klar ein Nein.
Ich hörte Ja - wie kann das sein?

Der Liebsten Grinsen: Diabolisch,
ich glaub an Wunder, bin katholisch,
doch dieses Wunder - tut mir leid,
passt nicht recht in unsere Zeit.

Ich lasse meine Blicke schweifen,
kann was passiert ist, nicht begreifen,
da seh ich vorne, an der Wand,
Rekorder stehn - im Standesamt.

Von dort ward laut und sehr gezielt,
bekanntes Liedgut eingespielt.
Wär es möglich - ist es wahr?
Vom Band kam das gehauchte Ja?

Das wär Betrug - ich kenn mich aus,
wie kommt das Kind da bloß heraus?
Ich nahm ihn mir ganz still zur Seite.
Da meint er: "Vater, such das Weite.

Was bildest du dir wieder ein?
Betrug beim Ja? Ich sage Nein.
Weil - und das sei dir nun klar,
es unser beider Wille war.

Geh jetzt bitte in den Keller,
zum Strohsack und zum irden Teller.
Mama hat vermutlich recht:
Dein Hirn - es ist verstaubt - und schlecht."

Ich drehte mich entgeistert um,
er glaubt mir nicht - So sagt: Warum.
Ahnt er nicht - was ihm bald blüht,
dass er mit mir - dort unten liegt?!

Der zweite Strohsack - schon bezogen,
Hochzeitsnacht - heut schläft er oben,
doch morgen, morgen unten schon,
denke an mein Wort - mein Sohn.    30.08.2012
_____________________________________
Meuchelmord

Ich habe meine Frau gemeuchelt,
Unverständnis wär geheuchelt,
denn Ihr wisst - seit Jahr und Tag,
dass sie mich nicht wirklich mag.

Im dunklen Keller eingesperrt,
war es diesen Ausbruch wert,
rot die Hände, rot das Haus,
ein Gemetzel - so sieht's aus.

Jetzt brauche ich - und das sehr bald,
einen guten Rechtsanwalt,
ich gab Euch jüngst die Nummer schon,
kontaktiert mein Telefon.

Erwartet mich nun Lebenslänglich?
Bin fürs Urteil wohl empfänglich,
weil - und das ist mir schon klar,
mein Handeln nicht in Ordnung war.

Ich schaue auf - Blick auf die Uhr,
wie konnte ich denn letztlich nur,
da schaut mich streng mein Herzblatt an:
"Das war wohl nichts, mein lieber Mann!"

Na wunderbar, na Scheibenkleister,
es ist soweit - ich sehe Geister.
Und frage mich, was schlimmer ist:
Der Knast? Der Geist? - Ich habe Schiss!

Da packt sie einen Schwinger aus:
"Schlägt so ein Geist? Schau nur aufs Haus.
Und siehe doch - die Wand verziert,
Girlandenschmuck - komplett verschmiert.

Der Regen, er hat in der Nacht,
das Heim so grausig bunt gemacht,
die Wände, deine Hände rot,
ich bin kein Geist - bin nicht in Not.

Doch du - du wirst es bald schon sein,
schrubbst du nicht die Wände rein,
mach dich nicht wichtig - sprich kein Wort,
hier geschah kein Meuchelmord."

Nun steh ich schrubbend an der Mauer,
die Zahnbürste - sie hat die Power,
geladen bis zum grünen Licht,
und wieder Mal geht es um mich.

Die Feier gestern, sie war herrlich,
und die Farbe gar erklärlich,
doch - spontan - steh ich heut Morgen,
im Beschuss - das macht mir Sorgen.

Selbst nach der Familienfeier,
ist es stets dieselbe Leier.
Grummelnd folg ich meiner Frau,
ich bin schon eine arme Sau.      26.08.2012
__________________________________
Belehrung

Schwiegertochter - setz Dich hin,
befreie Deinen Geist, den Sinn.
Hör zu - und unterbrich mich nicht,
denn wer jetzt redet - bin nur ich.

Du gehst bald einen großen Schritt,
und nimmst nun unseren Kleinen mit,
drum steht Dir jetzt - das ist der Clou,
von uns eine Belehrung zu.

Der Kleine ist noch unverdorben,
hat wochenlang um Dich geworben,
er ist noch rein - und unberührt,
das hast Du ganz bestimmt gespürt.

Doch wenn die Nacht der Nächte kommt,
so denke dran - wir sind arg fromm,
und ist's dann endlich an der Zeit,
so bitte nur bei Dunkelheit.

Zieht Euch in Eurem kleinen Haus,
in getrennten Zimmern aus,
und es wird auch nicht gefühlt,
Contenance - so heißt das Ziel.

Und sei nicht grob - er könnte heulen,
seh ich des morgens Schrammen, Beulen,
vielleicht gar Striemen auf der Haut,
so werde ich vermutlich laut.

Erfüll die Pflicht als Ehefrau.
Was gemeint ist? Ganz genau:
Schmier ihm morgens seine Brote,
zur Sicherung der Arbeitsquote.

Mit Käse und mit Leberwurst,
nicht dass der Kleine hungern muss,
wir achten drauf - und zwar genau,
vor allem meine liebe Frau.

Sei stets perfekt - schon früh am Tag,
und höre, was der Chef Dir sagt,
(von diesem Punkt hab ich geträumt,
doch leider hab ich ihn versäumt).

Hast Du grad den Blick verdreht?
Den Kopf genervt nach links bewegt?
Ich fühle mich nicht ernst genommen,
so weit ist es schon gekommen.

Jetzt auf meine alten Tage,
stellt sich mir daher die Frage:
Ist das meiner Inbrunst Lohn?
Bin ich noch Respektperson?

Ach mein Gott - das arme Kind,
es ist für meinen Rat wohl blind.
Nun gut, ich habe es versucht,
jetzt darfst Du gehn - es ist genug.  19.08.2012
____________________________________
Junggesellenabschied

Heut ist der Tag der Junggesellen,
die für den Fall der ernsten Fälle,
sich einmal noch die Kante geben,
Ehe heißt ja - Schluss mit Leben.

Bier, es wird in Strömen fließen,
es gilt den Schritt nun zu begießen,
ein großer, ein bedachter Schritt (?),
nur ich - ich darf partout nicht mit.

Ich sitz im Keller - angekettet,
meine Frau hat schon gewettet:
"Diesen Stahl sägt niemand durch!"
Dann fuhr sie weg - ganz ohne Furcht.

Um sich im Kino zu vergnügen,
derweil muss ich auf Stroh hier liegen,
das Tochterkind - sie fuhr mit ihr,
und ich - ich bleibe einsam hier.

Ja, die Jugend fährt gen Kölle,
kommt zurück - nicht auf die Schnelle,
denn unsere verruchten Pänz,
vergnügen sich beim Table-Dance.

Da hätt ich wirklich mitgemusst,
nicht zum Blick auf blanke Brust,
nur zum Halt der Contenance,
sonst hat das Jungvolk keine Chance.

Ich hätte dort ganz still gesessen,
was getrunken, was gegessen,
um die Augen eine Binde,
hell - dass ich den Ausgang finde.

Oh ja, ich hätte aufgepasst,
dass niemand dort sein Geld verprasst,
ein Wachhund - streng, nicht Spur von Gnade,
nun sitz ich hier - und das ist schade.

Das haben sie mir eingebrockt,
verkauft, verraten, angeknockt,
bin ich ganz einfach abgeschoben,
ich ganz unten - sie ganz oben.

Selbst der Hund - sie hat es prima,
im weichen Körbchen - warm das Klima,
schläft sie, träumt manch süßen Traum,
ich träume auch - doch ich bin down.

Meine Träume - sind verschieden,
handeln nicht vom Glück und Frieden,
stattdessen nur von Kerkerhaft,
die Ehe - sie hat mich geschafft.

Im Traum will ich den Sohn noch warnen:
"Hüte Dich vor weichen Armen!
Deine Frau zeigt ihr Gesicht,
nach dem Ja-Wort - schau auf mich!"   11.08.2012
_______________________________________
Prioritäten

Mögen sie vielleicht verletzen,
gilt es dennoch - sie zu setzen:
Das Leben schreibt - und ich muss mit,
Prioritäten - die´s halt gibt.

Gewohnheit - und der Zug im Herzen,
Ignoranz - sie kann nur schmerzen,
und ich entscheide - kurz die Frist,
was mir wirklich wichtig ist.

Der Sohn - er wagt den Schritt zur Ehe,
die Frau ist top - wie ich das sehe,
doch unaufmerksam - beim Termin,
der kürzlich noch so fern mir schien.

Hochzeit in der Sommerpause,
groß das Fest - bei Bier und Brause,
oder im Dezember halt,
ist es da auch etwas kalt.

Nein - man wählte den August,
und irgendwie - hab ich´s gewusst:
Der Spielplan - nunmehr ist er da,
die schlimmste Ahnung - wurde wahr.

Ein Heimspiel - gegen Cottbus Mannen,
die Liebste meint: "Reiß dich zusammen!
Ich fordere dich - komm zum Altar,
sonst werden deine Ängste wahr."

Nun steh ich da - ich armer Tropf,
taste hilflos - merk, mein Kopf,
sitzt auf meinen Schultern - doch,
was mich ängstigt, ist - das "noch".

Kleinlaut habe ich gefragt,
ob eine Leinwand - an dem Tag,
vielleicht in der Kapelle steht...,
ich duckte mich - jedoch. zu spät.

Ein Radio? Ein Knopf im Ohr?
Im Trikot? Gleich unterm Chor?
Ein Jubelschrei? Beim Wort - beim Ja,
dafür sind wahre Fans doch da.

Doch meine Frau versteht mich nicht,
ja, selbst das Paar - zieht ein Gesicht,
und darum hab ich mich entschieden:
Ich beug mich der Gewalt - such Frieden.

Die Hoffnung bleibt - und die zuletzt,
dass man das Match - auf Montag setzt,
doch habe ich´s - nicht in der Hand,
das zerrt und beißt mich am Verstand.

Selbst SMS - sind mir verboten,
brummt´s Handy - gibt´s was auf die Pfoten,
ich bin gefangen - komm nicht raus,
hab keine Chance - ich bleib Zuhaus.   27.06.2012
_______________________________________
Spiegel

Ich stand gestern kurz im Hof,
der Tag war schön - die Hitze groß,
erfreute mich am Sonnenlicht,
sah nach vorne - und sah: Mich!

Ich stutzte: Wer in aller Welt,
hat hier den Spiegel hingestellt?
Der stand doch gestern dort nicht rum,
nicht abgestützt - das ist doch dumm.

Was ist wohl, wenn der Spiegel bricht?
Kennt meine Frau die Worte nicht?
Vom Spiegel, der - falls er zerbirst,
für sieben Jahre trübe ist.

Wahrscheinlich schlug - so nebenbei,
so manchen Spiegel man entzwei,
bei meinem Club - bei dem FC,
das mag der Grund sein - ach, oh weh.

Doch zurück zum Gestern-Tag,
auch wenn mein Antlitz ich nicht mag,
trat ich näher - sah mich an,
folgt dem Spiegel - seinem Bann.

Ich besah mich - fasziniert,
denn obwohl ich mich rasiert,
sprießte auf den Wangen Bart,
jedoch ansonsten - recht apart.

Sah jünger aus, als ich's gedacht,
gut geschlafen, letzte Nacht,
das kommt dem Teint wohl doch entgegen,
daran hat's gewiss gelegen.

Ich drehte mich - das Bild dreht nicht,
ich trat nach links - das Bild hielt Schritt,
und trat mit kleinem Schwung nach rechts,
da stimmt was nicht - und das war schlecht.

Und als ich da so kritisch schau,
erscheint im Blickfeld meine Frau,
winkt dem Spiegelbild kurz zu,
es winkt zurück - ein Fake, partout.

Es tritt hinweg - oh nein, kein Hohn,
das Spiegelbild - es war mein Sohn,
es spricht nur kurz: "Der Alte spinnt,
ist irgendwie - durch jeden Wind.

Dass ich so ausseh - grad wie er,
das macht mir zwar das Leben schwer,
doch bin ich froh - das immerhin,
dass ich nur außen ähnlich bin."

Dann schüttelt er verstört das Haupt,
der letzte Nerv ward ihm geraubt.
Dieser Rucksack - diese Bürde,
ist ihm im Leben eine Hürde.     28.05.2012
_________________________________
Stränge

Ab gestern schlag ich - ob der Enge,
gewaltig über alle Stränge,
denn meine Frau - so sieht das aus,
ist zwei Tage - nicht Zuhaus.

Nicht verreist - kein freier Willen,
nein, im Haus der Salben, Pillen,
ist sie nun seit gestern Nacht,
gut und sicher eingebracht.

Ich merke, nein, das passt mir nicht,
ist sie nicht da - bin ich nicht frisch,
und Sorgen machen - tief im Sinn,
das war noch niemals nicht mein Ding.

Ja, morgen - morgen kommt sie heim,
ich schlafe nicht mehr ganz allein,
doch bis dahin - King im Haus,
nutze ich das schändlich aus:

Statt Keller - Schlaf im Wasserbett,
statt Salat - gibt's pures Fett,
statt Wasser - nur Orangensaft,
das gibt Power, das gibt Kraft.

Die Jacke übern Stuhl gehängt,
weil niemand da ist, die mich drängt:
"Häng die Jacke in den Schrank!"
Niemand da, die mich heut zankt.

Die Schuh - noch immer an den Füßen,
im Nachhinein muss ich's zwar büßen,
doch sie quietschen - wie ich's will,
ohne - wär es viel zu still.

Bis in die Nächte Partys feiern,
die Nachbarschaft wird es verzeihen,
Fußball schauen - um die Uhr.
Angst? Natürlich nicht die Spur.

Jedoch - wie ist's in Wirklichkeit?
Ich bin's Alleinsein jetzt schon leid.
Ich schlafe auf dem Sessel ein,
und das soll freier Willen sein?

Bestimmt hat sie - nicht dass Ihr lacht,
was in meine Milch gebracht,
das mir die Lebensgeister raubt,
niemals hätt ich das geglaubt.

Ist das Liebe - wenn man meint,
dass ohne sie - kein Sönnchen scheint?
Oder ist's mein pures Leid?
Bin ich wirklich schon so weit?

Morgen kommt sie ja nach Haus,
dann teste ich das gründlich aus.
ich versuch's - mach was ich will,
und straft sie mich - dann bleibt's hier still.....  22.05.2012
____________________________________________
Muttertag 2012

Ich habe meiner Frau gesagt:
"Du, Sonntag ist doch Muttertag.
Wie wär es da, das wäre schön,
würden wir was essen gehn."

Ich sah - es wuchs die Zornesfalte,
der Blick zum Diamanten-Spalten.
Sie fauchte kurz: "Hast Du´s im Sinn,
dass ich - nicht Deine Mutter bin?

Außerdem - wie ich das seh,
wählt jetzt am Sonntag NRW.
Bevor ich durch die Lande turne,
geh ich viel lieber zu der Urne.

Erfülle meine Bürgerpflicht,
was man wählt - weiß man zwar nicht,
doch dass wir wählen, ist gewiss,
so sicher, wie Du meiner bist."

Ich überlegte - sie hat Recht,
und Widerspruch - ist meistens schlecht,
wir bleiben also brav daheim,
und lassen Spargel - Spargel sein.

Auch wenn der Hunger fast gewinnt,
das Wasser mir im Munde rinnt,
ich muss jetzt einfach Stärke zeigen,
Reden - Silber, Gold ist Schweigen.

Griff erneut zum Schrubber, Besen,
ich konnt in ihren Augen lesen:
Hab ich mein Pensum nicht erfüllt,
dann gibt es Strafe - die heißt "Tilt".

Ach, wäre meine Mutter noch,
ja, die verstand mich - sag ich doch,
die hätte mich bestimmt beschützt,
vor Sturm und Hagel, Frau und Blitz.

Vor Kindern, Hund - vorm Abstieg gar,
vor Frust, vor Ärger, grauem Haar,
vor Enkelkindern - die jetzt reden,
vor allem - und vor einfach jedem.

Vor meinem Chef, vor den Kollegen,
vor zu viel Sonne - und vor Regen,
und vielleicht - die Hoffnung gilt,
vor Unsinn, der dem Hirn entquillt.

Vor Beim-Kreuzchen-machen-raten,
vor Kapitänen und Piraten,
vor dem was kommt - was Sonntag wird,
und dass die Mehrheit sich nicht irrt.

Sie ist nicht mehr - ich muss wohl durch,
doch mit Respekt, ein wenig Furcht,
vor meiner Liebsten - schaff ich das,
na ja, zumindest, sag mal - fast.     11.05.2012
___________________________________
Sonntagmorgenbügelblues

Ganz still bin ich - und muck mich nicht,
denn wenn sie mir die Gräten bricht,
spätestens in dem Moment,
habe ich den Punkt verpennt.

Sonntagmorgen - und sie bügelt,
sorgsam halt ich meine Zügel,
bin ganz still - und geb nicht Laut,
denn sonst gerbt sie mir die Haut.

Ich frage nichts - ich bin ganz still,
und was ich damit sagen will:
Bügelt sie - da bin ich ehrlich,
ist zu viel Reden sehr gefährlich.

Den Ton von meiner Tastatur,
schalt ich aus - und unserer Uhr,
halte ich das Schlagwerk an,
weil's sonst böse enden kann.

Dem Hund zieh ich das Halsband aus,
lauf auf Socken nur durchs Haus,
hab Söckchen für das Tier gestrickt,
damit's auf Laminat nicht klickt.

Das Telefon schalt ich auf stumm,
atme flach - ich weiß warum,
öle schnell noch die Scharniere,
da quietscht heut wirklich keine Türe.

Die Klingel hab ich abgestellt,
dem Hund verboten, dass er bellt,
ich leide und ich jammere nicht,
auch wenn's als Fan - mir danach ist.

Den Abstieg, den ertrage ich,
doch wenn sie mich beim Laut erwischt,
ist jeder Abstieg urlaubsgleich,
denn sie schlägt mich windelweich.

Hätt ich Millionen - so würd's sein,
stellte ich uns jemand ein,
die dann laufend bügeln muss,
Sonntagmorgenbügelblues.

Fliegen trampeln auf Tapeten,
hört sie es - so hilft nur beten,
und der Regen, der grad fällt,
der scheint mir laut - ich bin kein Held.

Ich fürchte mich - und das sehr viel,
das Leben ist nicht wirklich Spiel,
an Tagen - so wie diese heut,
arg verflixte Bügelzeit.

Der Hund hat grad im Schlaf gezuckt,
ich hab mich bei dem Laut geduckt,
denn wenn sie mit dem Eisen schmeißt,
weiß ein jeder - was das heiß(t).     06.05.2012
____________________________________
Anzugträger

Ganz egal, was auch passiert,
ich werde einfach ignoriert.
Es heißt – das solle ich verstehen:
Der Sohn darf nicht in Lumpen gehen.

Er tritt bald vor den Traualtar,
und so sei es doch wohl klar,
dass es seine stolze Braut,
dann mächtig aus den Socken haut.

Vom feinen Anzug war die Rede,
er heiratet nun mal nicht jede.
Ist Jasmine auch ne Nette,
so achtet sie auf Etikette.

Die neuen Schuhe fein geputzt,
blinkend und nicht abgenutzt.
Die Krawatte schön gebunden,
1a für die besonderen Stunden.

Hemd und Socken, Unterwäsche,
oh mein Gott – wie muss ich blechen…!
Bei dem Gedanken frag ich mich:
Wo bleibe kleidungsmäßig ich?

Ich fragte meine Liebste schnelle,
per SMS – ich bin ja helle,
denn ist sie sehr weit weg, entfernt,
ist sie harmlos – hab sie gern.

Doch als das Handy dann vibriert,
merkt ich gleich, das was passiert,
ich nahm´s mit Vorsicht mir zur Hand,
und hab mich gleich daran verbrannt.

Denn da stand: „Wie kannst Du´s wagen,
selbst jetzt – auch noch nach Dir zu fragen?
Erst komm ich, als Deine Frau.
Tu nicht so – Du weißt genau.

Erst wenn ich meine Robe finde,
für die Hochzeit – für die Kinder,
dann kommst Du – vielleicht auch nicht,
schön zu sein – ist keine Pflicht.

Und bei Dir wär´s Mühen vergeblich,
klingt´s vielleicht auch überheblich,
Du weißt, dass jeder Spiegel bricht,
mein lieber Mann – erblickt er Dich.

Nur mich – mich hat es kaum gestört,
ach hätt ich auf Ma-Ma gehört.
Ihr ward bei Deinem Anblick flau.
Ja, das weiß ich noch genau….“

Nun gut, dann ist das eben so,
dann komme ich halt im Trikot,
den stolzen Geißbock auf der Brust,
das ist so – weil ich sparen muss.  29.03.2012
____________________________________
Ringe

Gleich einer Taube, die nur gurrt,
wird der Sohn jetzt festgezurrt,
denn der Ring - ich find das krass,
er wird heute angepasst.

Ein Ring - kein Anfang und kein Ende,
er schmückt nun bald der beiden Hände,
doch wird es mir dabei fast komisch,
denn das Grinsen - Diabolisch.

Unterm Tisch trat ich ans Bein,
er möge bitte achtsam sein,
doch scheinbar ist er zu verliebt,
als dass es jetzt noch Hoffnung gibt.

Gab sie ihm schon unterdessen,
ein Anästhetikum ins Essen?
Das liegt sehr nah - und auf der Hand,
dass sie es auf der Arbeit fand.

Als Krankenschwester stets zur Stelle,
ist sie vermutlich wirklich helle,
und der Meinung, dass es gut ist,
wenn sie schon früh fein auf der Hut ist.

Irgendwie scheint's wie bei mir,
ich überlege: Wär ich hier?
Wenn die Liebste zu der Zeit,
mich nicht mit aller Macht betäubt.

Ans Ja fehlt die Erinnerung,
ach, wie war ich damals jung.
Und formbar war ich scheinbar auch,
auch im Willen - heut am Bauch.

Damals gerade vorm Altar,
als ich bar der Besinnung war,
hat sie die Hand um mich gelegt,
per Faden meinen Mund bewegt.

Als das Ja zu hören war,
klar und deutlich offenbar,
da kam das Wort - sie ist nicht dumm,
vom Tonband aus dem Publikum.

Dazu mein Lippenpaar bewegt,
damit der Priester meint, es geht,
von mir - dem freien Willen aus,
Pustekuchen - Aus die Maus.

Und dieses Grinsen seh ich wieder,
dazu die stark betäubten Lider,
gleiches Thema - Damals, heute:
Ein Mann ist nicht viel mehr - als Beute.

Der Finger ist demnächst beringt,
erstes Zeichen - das gelingt,
was das Weibsvolk auch geplant.
Sohn, hüte Dich - Sohn, sei gewarnt.    09.03.2012
_______________________________________
Schutzengel

Ich hab´s grad herausgefunden,
selbst Engel schauen nicht auf Stunden,
sind da – wenn man sie nötig braucht,
so wie Annas Engel auch.

Er (?) wollt sich grad zur Ruhe betten,
erschöpft vom Leiten und vom Retten,
da schlug das Glöckchen zum Alarm….,
im Wolkenbett – war´s weich und warm.

Er schaute sinnend auf die Uhr:
„Mein Gott – von Ruhe keine Spur,
es ist Sonntag – bitte sehr.
Ich bin kaputt, ich fühl mich leer.

Die Flügel knitternd schon vom Liegen.
Mein Gott, wer soll denn so wohl fliegen?
Doch die Pflicht, die ist halt Pflicht,
Müdigkeit? Die zählt wohl nicht.“

Ein Wölkchen kurz noch ausgepresst,
auf dass es etwas Regen lässt,
damit das Antlitz frisch erscheint,
wenn ein Kind auf Erden weint.

Die Flügel einmal gut gestreckt,
den Turbo ein – und ganz schnell weg,
weil manchmal die Minute zählt,
den Job – den hat er so gewählt.

Und er macht ihn ja auch gerne,
mit Volldampf um den Mond, die Sterne,
umkurvt noch kurz den Pegasus,
kürzt ab – da er ja schnell sein muss.

Ist da – als es ganz nötig ist,
perfekt gemacht – oh, ganz gewiss,
denn es sieht jetzt danach aus:
Anna kommt nun bald nach Haus.

Nur noch zweimal eben schlafen,
samt den geschenkten kleinen Schafen,
dann schläft sie – na, das ist doch nett,
wieder froh im eigenen Bett.

Freut sich auf den Kindergarten,
wo die Freunde ja schon warten,
vergisst ganz fix – was grad noch war,
na – ist das nicht wunderbar?

Dem Schutzengel ein Dankeschön,
so kann es bitte weitergehn,
immer da, wenn man ihn braucht,
gestern, heute, morgen auch.

Jetzt schläft er – hör ihn leise schnarchen,
tief und fest, in seiner Arche,
aus Wolken ein perfektes Dach,
doch braucht man ihn – ist er hellwach.    25.02.2012
_________________________________________
Schafe

Schafe auf der linken Seite,
sollen dich zum Guten leiten,
so habe ich den Spruch gelernt,
und ab heute – wirklich gern.

Denn auf der Fahrt zur Stadt am Dom,
sah ich sie von weitem schon,
und hab darauf bei mir gedacht:
Klappt das jetzt – das wär gelacht.

Manchmal hält man sich ja fest,
am Aberglauben – ich bin kess,
denn neben Kraft aus dem Gebet,
sucht man sich – was halt so geht.

Die Kleine gestern operiert,
und ich habe heut gespürt:
Dieser Tag voll Sonnenschein,
könnte nun die Wende sein.

Eine Herde – grad zur Linken,
so soll ja schließlich Freude winken,
und das tat sie – as its best,
kurz darauf per SMS.

Dort hieß es endlich nun Entwarnung,
in mir entstand die leise Ahnung,
dass es uns jetzt besser geht,
perfekter Tag – falls Ihr versteht.

Man bangt – man hat den Kopf nicht frei,
man fühlt sich schwer – wie voller Blei,
dreht jedes Denken laufend um,
und bleibt am Ende ratlos, stumm.

Gedanken fahren Karussell,
viel zu hektisch, viel zu schnell,
bringen dich fast aus dem Tritt,
doch wie's auch sei - du musst halt mit.

Gedanken fliegen blitzesschnelle,
und doch kommst du nicht von der Stelle,
was du (nicht) weißt, vermutest, ahnst,
wirft dich (fast) aus Deiner Bahn.

Man hält sich gern an Worten fest,
an Hoffnung - dem geliebten Rest,
und weiß am Ende eines nur:
Das Karussell hält seine Spur.

1.000 wilde Fahrgeschäfte,
1.000 nicht gerufene Kräfte,
die an dir rupfen - Stück für Stück,
vor, zur Seite, hin, zurück.

Das ist vorbei – ja, Gott sei Dank,
genug gezaudert und gewankt,
ab heut nehm ich auf jedem Schritt,
Schafe – eine Herde – mit.              22.02.2012
____________________________________
Ohrensessel

Hätt ich die Zeichen doch erkannt,
jetzt fühle ich mich wie verbrannt,
denn mit einem kalten Lächeln,
spricht sie mir von Altersschwäche.

Und diesmal meine ich – genau,
noch nicht einmal die liebe Frau,
die auftritt als Zenturio,
da kenne ich´s schon – irgendwo.

Nein, in jenem Fall der Fälle,
war sie diesmal nicht zur Stelle,
sondern die – die gestern spät,
noch den Ring am Finger trägt.

Das Mädel, das den Sohn gefreit,
ich war mit offenem Arm bereit,
sie aufzunehmen in mein Herz,
was nunmehr bleibt – ist steter Schmerz.

Denn gestern – oh, sie leugnet zwar,
sagt gewiss, es sei nicht wahr,
sprach sie: „Höre, alter Mann,
wann nimmst Du Dich der Steuer an?

Ich habe die Papiere hier,
jetzt liegt es ganz allein an Dir,
doch komm ich von der Arbeit heim,
schläfst Du schon – wie kann das sein?

Es scheint, in Deinem hohen Alter,
wirst Du zum Frühen-Plumeau-Falter,
zum Zeitig-in-den-Traum-Versinker,
Der-Jugend-hinterher-nur-Hinker.

Du wirst zwar bald mein Schwiegervater,
doch mich ödet dies Theater,
daher such ich mir mit Bedacht,
jemand – der die Steuer macht.

Oh, ich weiß nicht, wehe, wehe:
Bist Du geistig auf der Höhe?
Bei dem Gewirr der Paragraphen,
da kann man doch nicht ständig schlafen!

Ich stimme Deinen Kindern zu:
Ein Altersheim – zur Altersruh,
das wäre für Dich exzellent,
im Ohrensessel brav gepennt.“

Oh mein Gott – es traf mich hart,
gestern schien sie noch apart,
ab heute – heute kusche ich,
bis dereinst mein Auge bricht.

Ich habe herzhaft lang gegähnt,
mich meiner Müdigkeit geschämt,
und die Erklärung kurz gemacht,
gestern – spät – zur halben Nacht.  01.02.2012
____________________________________
Verlobt

Und wieder ist ein Mann vom Markt,
lange Zeit ward er beharkt,
bis er keinen Ausweg sah,
das Weibervolk – es schreit: Hurra.

Wieder einen Platz im Keller,
Rübenkraut anstatt Nutella,
statt Steak gibt’s trocken Brot ab jetzt,
nie ward die Freiheit so geschätzt.

Die Liebste trägt den Ring vor Stolz,
armer Martin – doch was soll´s,
denn in der allernächsten Phase,
trägst auch Du ihn – durch die Nase.

Setz Dich zu mir – auf das Stroh,
ich erzähl Dir, hoffnungsfroh,
wie man(n) seinen Stolz behält,
und ein wenig – Taschengeld.

Zwar habe ICH das nicht geschafft,
doch Du bist jung – Du hast die Kraft,
ich drücke Dir ganz fest die Daumen,
und schaffst Du es – ich würde staunen.

Ich sehe schon mein Eheweib,
wie sie Dich zu Tränen treibt,
da sie nun Dein Herzblatt „schult“,
und um ihr Gehör nun buhlt.

Mein armer Sohn – Du bist verloren,
obwohl – ich hatte doch geschworen,
dass es Dir einst besser geht,
als es in meiner Vita steht.

Hat man(n) erst einmal Ja gesagt,
ist´s vorbei – bleib unverzagt,
denn vielleicht macht es Dich froh:
Mir geht’s als Vater ebenso.

Und ich kann ja nichts dafür,
Dein Herzstück – ja, es passt zu Dir,
dass sie uns lieb und teuer ist,
dessen sei Dir ganz gewiss.

Doch was wäre solch ein Reim,
könnte ich nicht – schäbig – sein,
Ihr kennt mich – so wird er erst rund,
offiziell tu ich´s nun kund:

Unser Sohn – und seine Mine,
das pass perfekt – denn wir verdienen.
Schwiegerkinder – durch den Wind,
die durchgeknallt wie unsere sind.

Wir freuen uns schon auf das Fest,
und werft mir bitte einen Rest,
in den Keller – spät, zur Nacht,
Ihr wisst, dass Warten hungrig macht.  30.01.2012
_______________________________________
Lakai

Die Liebste stellte mir heut frei,
dass ich den Tag in Freiheit sei,
ein schöner Tag bei Sonnenschein,
friedlich, warm und halt Daheim.

Ein Strahlen zog auf mein Gesicht,
mein Herzblatt liebt - und zwar auch mich,
und darum sagte ich spontan,
ich sei erfreut - in meinem Wahn.

Ich saß ganz still in (m)einem Sessel,
am linken Bein aus Stahl die Fessel,
und rund um mich Elektrozaun,
um unbewacht nicht abzuhaun.

Ich nahm ein Buch mir dort zu Hand,
das ich dereinst in Bergheim fand,
als sie mir noch den Anschein gab,
dass ich auch eigenen Willen hab.

Ich blätterte die Seiten um,
und las doch nicht - wisst Ihr warum?
Ich kenn es schon, von ganz alleine,
denn ich besitze - nur das eine.

Mir fielen schon die Augen zu,
da kam mein Sohn und meinte: "Du!
Was sitzt Du völlig unnütz dort?
Mach mir nen Kaffee - heb Dich fort.

Auch Deine Frau - die ganz gewiss,
auch meine liebe Mutter ist,
trinkt gerne einen, wie ich meine.
Folgst Du nicht, mach ich Dir Beine."

Der Weg zur Küche war so schwer,
ich zog die Kugel hinterher,
zog Schrammen in das Laminat,
und ahnte, dass das Unheil naht.

Den Kaffee auf den Tisch gestellt,
denn für etwas Taschengeld,
erspar ich mir das Widerwort,
doch sandten sie mich achtlos fort.

Sprachen nur, dass die Lakaien,
bei uns halt nur das Fußvolk seien,
und Taschengeld bekam ich schon,
am letzten Ersten - reichlich Lohn:

10 Euronen - um zu essen,
weitere 5 - nicht zu vergessen,
damit ich spare, dann und wann,
und Geschenke kaufen kann.

Mir gehe es doch letztlich gut,
sprachen Liebste - und die Brut,
und riefen mir noch hinterher,
die Kaffeetasse - sie sei leer.    28.01.2012
_________________________________
Altersheim

Das Leben kann so grausam sein,
hast Kinder - und bist doch allein,
denn lang bevor ich Rentner bin,
hält man mir ihr Credo hin.

Im Grunde hat es nur ein Wort:
"Bist Du alt, so kommst Du fort,
der Platz im Heim steht schon bereit,
drum sieh Dich vor - und nutz die Zeit.

Ehre uns, die Du gezeugt,
dann sind wir Dir vielleicht geneigt,
und suchen Dir was Nettes aus,
doch keinesfalls - bleibst Du Zuhaus.

Wir kauften Dir - wir haben Klasse,
grad eine chice Schnabeltasse,
damit Du Dich schon dran gewöhnst,
mit Geißbocklogo - ach, wie schön.

Sei nett zu uns - und stets bedacht,
auf das, was uns viel Freude macht,
dann gibt's vielleicht - so nimm das hin,
eins mit hübscher Pflegerin.

Nein, Du musst uns jetzt nicht danken,
wir tun's auch nicht, um Dich zu zanken,
wir meinen es nur gut mit Dir,
und derzeit bleibst Du ja noch hier."

Die Nachricht warf mich weit zurück,
sicher nicht mein Traum vom Glück,
doch wie die Alten - so die Jungen:
Mein Herz, das ist Dir gut gelungen.

Dein Verhalten, es färbt ab,
doch nein, ich bin nicht eingeschnappt,
das ist halt die Erziehung pur,
20 Jahre um die Uhr.

Allerdings hab ich gedacht,
dass sich das nur bemerkbar macht,
hier bei mir - bin angezählt,
aber scheinbar - weit gefehlt.

Denn heute Morgen - früh im Licht,
Gott sei Dank, beruhigt man mich,
und ich erfahre - frank und frei,
dass es woanders ähnlich sei.

Die Dame, die die Steuern kennt,
meint, das sei ihr gar nicht fremd,
am Ende sei es unsere Queste,
die Kinder wollen nur das Beste.

Na dann bin ich rundum beruhigt,
dass es nicht an den Genen liegt,
und mit einem breiten Lächeln,
weiß ich mich - perfekt zu rächen....  15.01.2012
_____________________________________
Zwang

Manchmal fehlt grad zum Gelingen,
einfach nur ein wenig – Zwingen,
wir nutzen daher unsere Gunst,
und die Überredungskunst.

So schaffen wir dann den Studenten,
fein beringt – bis hin zur Rente,
da jeder Klick auf Facebooks Link,
ein weiteres Jahr der Ehe bringt.

Seitdem klickt man die Finger wund,
so langsam wird uns das zu bunt:
Wann bitte meldet Ihr Vollzug?
Reizt uns nicht – das ist nicht klug.

Alle zücken die Kalender,
egal ob Juni, ob November,
der rechte Tag – den finden wir,
fürs Ja-Wort, Steak und kühles Bier.

Die Seite – es war fast zu ahnen,
sprengt auf Facebook jeden Rahmen,
der Gold-Status ist schon erreicht,
das ging einfach, das war leicht.

Wir wischen schon mal kurz die Fliesen,
für den Antrag, gerade diesen.
Nicht dass ein Fleckchen – auf dem Boden,
es verhindert – das Verloben.

Wie schön – eine Familienfeier,
und meinetwegen gibt’s nen Dreier,
denn ich kenne da noch mehr,
schließt Euch an – ja bitte sehr.

Unser Sohn – mitsamt der Mine,
die bringen wir schon auf die Schiene,
2012 – das wird ihr Jahr,
na – das ist doch wunderbar.

Der Beschluss – er ist gefasst,
lieber Martin, keine Hast,
Du entfliehst nicht dieser Nummer,
mache uns bloß keinen Kummer.

Hörst Du sie scharren – unsere Hufe?
Hörst Du im Geiste schon die Rufe?
Hörst Du, wie der Magen knurrt,
Schluss – es wird jetzt nicht gemurrt.

Die Entscheidung – ist zwar Deine,
(zwar nicht wirklich – nur zum Scheine),
drum warten wir auf den Vollzug,
(meine „Handschrift“ – sagt genug).

Du hast sie in der Hand – die Zügel,
(ziehst Du nicht – so setzt es Prügel),
setz sie ein – und zwar bewusst,
(ein Elend – dass ich schimpfen muss).  27.12.2011
_________________________________________
Max

In ihren Händen bin ich Wachs,
und spricht sie mir vom Strammen Max,
schenk ich ihr den langen Blick,
spüre Freude, fühle Glück.

Aber ach - ich bin ein Dummer,
denn die Liebste hat nur Hunger,
schaut mich an - und meint nur: "Fahr!",
so werden keine Wünsche wahr.

Wir haben - ja, so sieht es aus,
weder Ei noch Brot im Haus,
und den Schinken, trocken, roh,
den brauchen wir noch sowieso.

Und so begab ich mich sofort,
ich höre schließlich fast aufs Wort,
hin zum nahen Supermarkt,
zu Wurst und Schinken, Käse, Quark.

Stand dort folgsam an der Theke,
erstand den Schinken - und ich legte,
mich für mein Herzblatt sehr ins Zeug,
vielleicht ist sie mir gut geneigt.

Ich kaufte schnell die schönsten Eier,
perfekt geformt - vom Hofe Meier,
kein Knick, kein Schaden und kein Bruch,
umgehe so den "Richterspruch".

Ich kam nach Hause - halbe Stund,
wer sich freute - war der Hund,
sie wedelte - das war ne Schau,
ich mein den Hund, nicht meine Frau.

Er riss den Schinken, wie gebannt,
im Stehen fast aus meiner Hand,
doch ich kämpfte wie ein Bär,
um die Speisen zum Verzehr.

Ich reichte Einkauf - und die Pfanne,
fragte leise: "Dauert's lange?".....
Dann zog ich Messer mir - und Gabel,
nach ihrem Angriff aus dem Nabel.

Nahm Platz an unserem Tisch aus Holz,
der Magen knurrte - doch was soll's,
ich weiß, wann Stille ratsam ist,
bis zum Max - nur kurze Frist.

Sie bereitet mir - den Teller,
das ist besser, als im Keller,
Wasser und nur trocken Brot,
heute leide ich nicht Not.

Es schmeckte herrlich, schmeckte fein,
könnt es so doch immer sein,
und dass mit Hund ich teilen muss,
irgendwo - hab ich's gewusst.    22.12.2011
__________________________________
Studium

Der Kleine hat genug Talent,
daher ist er ab heut Student,
und von ein wenig Studium,
wird man sicher auch nicht dumm.

Mathe braucht es - und Physik,
ich muss das nicht - das ist ein Glück,
denn, so nehmt es einfach hin:
Ich würde scheitern - zum Beginn.

Die Wissenschaft - die der Natur,
hinterließ dort keine Spur,
wo heute Wort um Wort entsteht,
wo es sich nur um Sprache dreht.

Ich zieh in Ehrfurcht meinen Hut,
es braucht Talent, dazu den Mut,
sich erneut nun zu beweisen,
in Wissenschaft und ihren Kreisen.

Doch bitte nicht zu früh jetzt loben,
erst geht es um den Hosenboden,
auf dem der junge Mann bald sitzt,
tüftelt, ackert, lernt und schwitzt.

Ein Ziel zu haben, sich erleben,
sich dem Eifer hinzugeben,
das finden sicherlich nicht alle,
große Chance - und böse Falle.

Die Chance, wenn man den Sinn versteht,
wenn vieles um das Ziel sich dreht,
die Falle, wenn man glaubt und meint,
dass alles wie ein Spiel erscheint.

Dazwischen muss der Knackpunkt liegen,
Wissen lässt Dich sicher fliegen,
doch auch Entspannung hält in Form,
Ausgewogenheit - enorm!

Nun geht es los, Start ins Semester,
Du schaffst das schon - vielleicht als Bester,
doch darauf kommt es gar nicht an,
wenn man auf sich stets stolz sein kann.

Heut Spannung auf der neuen Schiene,
morgen gar vielleicht Routine,
ein jeder Tag, an dem es gilt,
wir sind Dir gerne Halt und Schild.

Wir wünschen Glück, der Spaß sei groß,
ab Dienstag geht es endlich los,
freu Dich drauf, sei stolz auf Dich,
dann wird sie leicht, die pure Pflicht.

Dreihundert fingen heute an,
mach Du Dein Ding - bleib für dich dran,
dann winkt am Ende der Gewinn,
ich glaub dran - weil ich sicher bin.   29.09.2011
_____________________________________
Wahnvorstellungen

Ich habe meine Frau gefragt,
was fange ich mit meinem Tag,
was fang ich mit dem Abend an,
ob sie mir da wohl raten kann.

Im Fernsehen gähnt das Sommerloch,
und Lesen? Mach ich im Akkord!
Da muss jetzt eine Lösung her,
nur rumzusitzen – fällt mir schwer.

Sie schrieb vom fernen Dänemark,
ich sei allein – und sie sei stark,
daher: „Das soll mein Wille sein,
so lade dir drei Grazien ein!

Mach dir einfach eine Sause,
mit Kräckern, Käse, Cola, Brause,
du bist so nett und so geziemt,
das hast du einfach mal verdient.“

Ich dachte mir, ich les nicht recht,
ich rief sie an – das sei nicht schlecht,
doch sei die Kette viel zu knapp,
Bewegungsdrang geht mir da ab.

Die Kette aus Vanadium,
ist viel zu kurz – und das ist dumm,
außerdem, das weiß sie doch,
sitze ich im Kellerloch.

Da ward es still – und immer stiller,
Schnappatmung – mutiert zum Killer,
gelöst durch den entsetzten Schrei,
ob ich wohl besoffen sei.

Ich solle schleunigst noch mal lesen,
was sie schrieb – sonst trifft der Besen,
mich auf Arme, Brust und Rücken,
weit entfernt, mich zu beglücken.

Er tanzt den Tanz der blauen Flecken,
es hilft auch nicht, sich zu verstecken,
und ich wisse außerdem,
das Sitzen sei dann nicht bequem.

Ich nahm mein Handy, las erneut,
das was eben noch erfreut,
stellt sich plötzlich anders dar,
wer weiß, was grad mit mir geschah.

Da stand: „Du kannst ruhig etwas reimen,
mag auch der Abend lang dir scheinen,
du bist schon alt, geh früh zu Bett,
nimm dir ein Buch – jetzt sei so nett.“

Die Liebste hat, wie immer recht,
es geht mir ja nicht wirklich schlecht,
auch wenn das Kettenklirren stört,
weil man´s im Schlaf fast ständig hört.  10.09.2011
_______________________________________
Stroh

Im Keller steht mein Bett aus Stroh,
ich leide kaum – das ist halt so,
da die Liebste nicht vergisst,
was für mich gut und wichtig ist.

Doch meint sie nun, ich sei bereit,
es werde ja nun endlich Zeit,
zu zeigen – wenn sie mich auch schlägt,
dass die Erziehung Früchte trägt.

Sie lasse mich jetzt mal allein,
ich solle stark, ja, tapfer sein,
Angst zu haben – muss ich nicht,
im Keller gibt es schließlich Licht.

Sie reise jetzt nach Dänemark…,
ich habe Angst, ich bin nicht stark:
Eine Woche ganz allein?
Das kann ein halbes Leben sein.

Doch ich raffe mich zusammen,
will nicht zerren, auch nicht klammern,
ich zeige Mut, ich weine kaum,
ich halte mich perfekt im Zaum.

Dann hält sie – da ich folgsam bin,
zum Abschiedskuss das Schnäuzchen hin,
und sagt zu mir: „Ach, sei so nett,
und schlaf im Stroh – nein, nicht im Bett.

Strohwitwer – das bist du jetzt,
schau nicht traurig und verletzt,
ich kenne da kein Wenn und Aber,
unten wartet schon dein Lager.

Witwerstroh und Stroh im Kopf,
und wenn ich an dein Köpfchen klopf,
klingt´s selbst dort verdächtig hohl,
da passt das Lager – glaub´s mir wohl.“

Ich winke ihr still hinterher,
Abschied nehmen – fällt so schwer,
auch wenn´s nur eine Woche ist,
nicht, dass sie mich dort vergisst.

Ich bin jetzt einsam – tu es kund,
sie nahm mir auch noch meinen Hund,
doch Rache ist ein wenig süß,
und mein Bett – ein Paradies.

Dort schlafe ich jetzt nämlich heimlich,
das merkt sie nicht, denn ich bin reinlich,
ich bette dort mein müdes Haupt,
das hätte sie jetzt nicht geglaubt.

Obwohl – wenn sie den Reim studiert,
wer weiß, was mir dann noch passiert.
Bin ich ängstlich? Ja, vielleicht!
Jedoch zu Recht, ich sag es Euch.    09.09.2011
_____________________________________
Anna geht zum Kindergarten

Mein Gott, wie doch die Zeit verrinnt,
3 Jahre schon zählt jetzt das Kind,
und morgen fängt, mein lieber Mann,
der nächste Schritt im Leben an.

Der Kindergarten – Dich zu führen,
öffnet morgen seine Türen,
da ist so viel, dass Du, bewusst,
spielerisch jetzt lernen musst.

Das war erst gestern – meine ich,
der erste Schritt, der Weg ans Licht,
das war erst gestern, dass sie kräht,
ist es wirklich schon so spät?

Gestern, dass sie aufrecht stand,
der erste Schritt an unserer Hand,
gestern gab´s den ersten Zahn,
das Leben zieht halt seine Bahn.

Ab morgen ist sie nun fast groß,
der Ernst des Lebens, er geht los,
am Anfang nur im kleinen Schritt,
nimmt er Dich ganz sachte mit.

Vielleicht zu Anfang heiße Tränen,
derer musst Du Dich nicht schämen,
denn übermorgen – kleine Maus,
lachst Du Dich schon selber aus.

Mit anderen Kindern lachen, spielen,
Entdecken, Lernen, Singen, Fühlen,
in der Gemeinschaft aufgehoben,
heute ruhig – und morgen Toben.

Alles fängt mal an im Kleinen,
mag es auch mal schwierig scheinen,
loszulassen – so ist klar,
dass dieser Schritt ganz wichtig war.

Bist Du dann vom Spielen müde,
kommst Du gegen Mittag wieder,
freust Dich dann – so soll das sein,
auf die Ruhe, aufs Daheim.

Doch auch auf Deine nächsten Tage,
interessant – wohl keine Frage,
denn Entdecken ist so wichtig,
und Neues lernen mehr als richtig.

Basteln, Staunen, Spielen, Malen,
erste Wörter, erste Zahlen,
und mancher Mensch, der Dich doch trägt,
Tag für Tag, Dich lehrt und prägt.

Bist Mitglied schon im Geißbock-Club,
doch (leider) ist das nicht genug,
für Deinen Start viel Spaß und Glück,
mit Schwung nach vorn – und nicht zurück.    04.09.2011
___________________________________________
Radetzky

An unserer Haustür – nicht mehr lange,
hängst demnächst, aus Guss, die Pfanne,
in der die Liebste , altes Lied,
Tags zuvor die Klopse briet.

Sie hängt dort – grad in Augenhöhe,
auf dass ich stets die Warnung sehe:
„Trittst Du ein, in dieses Haus,
so zieh bloß Deine Schuhe aus.

Tust Du das nicht – Du weißt es schon,
hörst Du die Glocken – fern aus Rom,
wenn es auf Deinem Hinterkopf,
Radetzkys Marsch ganz sachte klopft.

Hältst Du das auch für brutal,
sag ich Dir – das ist egal:
Wer nicht hören will, der fühle,
und so komme ich ans Ziele.“

Ich seh die Drohung klar vor mir,
so, als stünde sie schon hier,
die schwere Pfanne in der Faust,
und mit Schwung – holt sie schon aus….

Ich ducke mich, der Luftzug streift,
das ist Leben, das ist Life….,
das nicht Wahrheit werden muss,
mein Herz schlägt schwer, in meiner Brust.

Noch ist´s für mich ja nicht zu spät,
und mein letztes Stündchen schlägt,
am Ende schließlich auch nur dann,
wenn ich erneut nicht hören kann.

Der Text, er steht nicht wirklich dort,
doch kenn ich ihn – aufs letzte Wort,
die Pfanne ist Beweis genug,
und zu Versagen – gar nicht klug.

Meine Frau – sie liebt mich sehr,
ihr fällt auch jede Drohung schwer,
es macht ihr wirklich keinen Spaß,
ich glaube ihr – sie sagte das.

Doch sei ich wie ein großes Kind,
vor dem realen Leben blind,
und daher: „Liebster, sei nicht bange,
gibt’s manchmal etwas – mit der Pfanne.“

Ich habe die Lektion gelernt,
sie zu vergessen – liegt mir fern,
und in Gedanken üb ich schon,
den Gehorsam – wie mein Sohn.

Durch den Flur – ja, das kommt gut,
schreiten wir – nur unbeschuht,
wenn – so seid jetzt stolz auf mich,
die Liebste uns nicht grad erwischt….    28.08.2011
________________________________________
Zahnputzglas

Fällt auch das Verständnis schwer:
Wir haben keine Diele mehr.
Wo sie einst war – ein Trümmerfeld,
aufzubauen, so wie´s gefällt.

Nun wäre das nicht weiter tragisch,
wäre ich nicht oft lethargisch,
gefangen tief in meinem Sein.
Aufmerksam? Vielleicht zum Schein.

Drum hörte ich wohl auch nicht hin,
wieder dummes Zeug im Sinn,
als meine Liebste – das passiert,
mich ganz deutlich instruiert:

„Zieh nach dem Flur die Schuhe aus!
Trag mir nicht den Dreck ins Haus!
Versau mir nicht das Laminat!
Denk nur dran – das Unheil naht!“

Ich hörte zu, ja sicherlich,
irgendwie – erinnere mich,
doch bereits am ersten Tag,
vergaß ich es – das war gewagt.

Denn ist sie sauer – früher, später,
wächst sie scheinbar – auf 2 Meter,
spricht dann laut, mit Donnerhall,
und findet mich – auf jeden Fall.

Zitternd hab ich mich versteckt,
doch hat das reichlich wenig Zweck,
ist sie erst auf Rache aus,
durchkämmt sie flott das ganze Haus.

Als sie dann so vor mir stand….
Ich war weiß, wie eine Wand.
Ich säuselte mit letztem Mut.
„Riefst du, Liebste? Das ist gut!

Ich war grad auf dem Weg zu dir.
Doch gut, jetzt bist du einmal hier.
Wollt dich nur bitten – du vergaßt,
um Bürste und ein Zahnputzglas.

Dann krieche ich durch unsere Stube,
mit Meister Proper aus der Tube,
und bürste jedes Fleckchen weg,
unnütz hinterlassener Dreck.“

Dann hielt ich meinen Atem an,
duckte mich – in ihrem Bann,
und hoffte nur – so still, ganz still,
dass sie mich nicht schlagen will.

Das passiert mir nicht noch mal,
nicht zuzuhören – ist fatal,
meine Knie, sie sind schon wund,
Rang 8 im Haushalt – hinterm Hund!  19.08.2011
_______________________________________
Starke Frauen

Ein Wochenende Umzugsstress,
ich komm zur Ruhe – stelle fest:
Ich freue mich, oh ganz gewiss,
dass morgen wieder Montag ist.

Zwei Tage lang treppauf, treppab,
geräumt, geschleppt – und nicht zu knapp,
geschwitzt, so wie schon lang nicht mehr,
denn manches Stück war reichlich schwer.

So stand ich mit entsetzter Miene,
vor der großen Waschmaschine,
die schaut zurück – im zweiten Stock,
und wollte runter – welch ein Schock.

Da wirft Jasmine sich in die Brust,
meint zu mir: „Ich hab´s gewusst,
ein Mann, ein Kerl, so wie ein Baum,
doch im Bizeps – gibt’s nur Schaum.

Schau her“, meint sie – packt kurz mit an,
ich steh dabei, im tiefsten Bann,
spuckt in die Hände, spannt die Beine,
und trägt das Ding – schon fast alleine.

Nun bin ich ja ein „Mann von Welt“,
der große Stücke auf sich hält,
doch nicht ob seiner Muskelpracht,
noch solch ein Weib? Na, gute Nacht!

Nun werdet mir jetzt bloß nicht komisch,
„große Stücke“ – war ironisch,
doch meine Sorge, ja, die bleibt,
ich schau voll Sorge in die Zeit.

Denn ich habe schon Zuhaus,
drei starke Frauen – so sieht´s aus,
nun bringt der Sohn uns frisch die Mine,
und setzt sie auf dieselbe Schiene.

Alle – immer – gegen – mich,
sitzen sie zum Strafgericht,
seht das nicht als Jammerei,
als Kind war ich wohl letztmals frei.

Beim Umzug solch ein starkes Team,
das war Berechnung! Wie es schien,
wog man mich in Sicherheit,
ich schrieb bereits: Nicht meine Zeit!

Von Düren in das ferne Sachsen,
bin starken Frauen kaum gewachsen,
und saß nur brav und still am Steuer,
mich zu beschweren? Käm mich teuer!

Montag darf ich ins Büro,
selten macht mich das so froh,
spür jeden Muskel, leide still,
da ich nicht vor die „Kadis“ will.     14.08.2011
___________________________________
Seelenmassage

Meine Frau, die baut auf mich,
heute besehen beim ersten Licht,
wird mir das erst wirklich klar,
mein Gott, wie falsch mein Denken war.

Beim Öffnen unserer Kellertüre,
damit ich nicht im Dunkeln friere,
sagte sie, mit frohem Sinn,
dass auch ich recht nützlich bin.

Ich solle bitte doch begreifen,
dass mit dem Keller…ich muss reifen,
für Prüfungen, die´s Leben stellt,
auch wenn mir das grad nicht gefällt.

Doch heute! Heute! Braucht sie mich,
holt mich hervor, ganz nah zu sich,
und säuselt mir ganz zart ins Ohr,
heut hätte sie mit mir was vor.

Sie sei der Chef – das sei mal klar,
es bleibt so, wie es immer war,
doch heut hätt ich Gelegenheit,
mich zu beweisen – meine Zeit.

Ich war ganz Ohr, ich hörte hin,
wahrscheinlich, weil ich folgsam bin,
und denk, dass sie die Prüfung gibt,
da sie mich im Grunde liebt.

Sie meint, sie könnt sich heut nicht teilen,
vom Termin zum nächsten eilen,
daher sei es vom größten Nutz,
ich blieb Daheim, als Wache, Schutz.

Da könnt selbst ich, es sei zum Lachen,
nicht wirklich große Fehler machen,
einfach Sitzen – Klappe halten,
und lass das Handwerk schalten, walten.

Vor lauter Stolz schwoll mir die Brust,
ich hab´s ja immer schon gewusst,
die Liebste weiß – da biste platt:
Was sie schließlich an mir hat.

Solche Pflicht und dies Vertrauen,
darauf kann man wirklich bauen,
auch wenn mein Chef – (aus dem Betrieb),
da eher etwas sachlich blieb.

Der meinte: „Handwerk? Du und Nütze?
Du siehst dich hier auch noch als Stütze?
Geh mir weg – ich weiß genau,
das managt alles deine Frau!“

Ach redet Ihr, bringt Euch in Rage,
für meine Seele gab´s Massage,
statt Peitsche gab es Zuckerbrot,
vertraut mir – in der größten Not.    11.08.2011
____________________________________
Stumme Schreie

Unser Haus hat neue Augen,
und man mag es fast nicht glauben,
was meiner Frau ab jetzt gelingt,
jetzt - da kein Schrei nach außen dringt.

Erst habe ich nicht nachgedacht,
und mir in die Faust gelacht,
denn dank gedämmter Lärmkulisse,
darf ich den Laut von Outside missen.

Dreifachglas - mir war nicht klar,
wie undicht unser altes war,
nun ist's ruhig und himmlisch still,
dem Grunde nach, wie man es will.

Auch die Heizung wird es danken,
ich muss nicht ob der Rechnung wanken,
die Jahr für Jahr das Heim erreicht,
zumindest hoff ich - ja, vielleicht.

So saß ich still, ich hab sinniert,
doch wohin das letztlich führt,
das zeigt sich jetzt, zwei Stündchen drauf,
jetzt nimmt das Unheil seinen Lauf.

Denn wenn hier nichts ins Innere dringt,
der Schall nicht an mein Ohr gelingt,
so heißt das auch - wie es mich graust,
es dringt kein Ruf von hier hinaus.

Setzt es von der Liebsten Prügel,
vielleicht gestört, verhasstes Bügeln,
hilft kein Jammern, Hilfeschrei,
ich bleib der Welt sehr einerlei.

Kein Sohn, der mir zu Hilfe eilt,
nicht Tochterkind, die mit mir weilt,
kein Schwiegerkind gibt mir die Kraft,
noch nicht mal unsere Nachbarschaft.

Man sieht, dass sich mein Mund bewegt,
ein stummer Schrei - da sie mich schlägt,
derweil winkt man voll Freundlichkeit.
"Geht nicht vorbei - notiert mein Leid!"

Derweil grinst SIE mich teuflisch an,
und meint lakonisch: "Lieber Mann,
wag es bloß nicht, sieh dich vor,
hör gut hin, und sei jetzt Ohr.

Les ich darüber einen Reim,
so wird's gewiss dein letzter sein,
ich bin brav - wenn auch Fassade,
hörst du nicht - wär's um dich schade."

Jetzt weiß ich, sparen ist nicht alles,
denn im Falle eines Falles,
spart man zwar die Energie,
jedoch ich leide - aber wie!!!!    10.08.2011
_________________________________
Junges Fleisch

Die Liebste sprach heut butterweich:
„Heut Abend ruht hier junges Fleisch,
in unserem Bett für eine Nacht,
nun hör gut zu – und gib gut Acht….“

…natürlich – hörte ich nicht hin,
wahrscheinlich, weil ich glücklich bin,
dass meine Frau mir das noch gönnt,
Eifersucht ist ihr so fremd….

Ich denke, dass muss Liebe sein,
trautes Heim birgt Glück allein,
und meine Frau, sie dachte sich,
sei sie mir gut – so freu ich mich.

Ganz fröhlich pfiff ich vor mich her,
ein bisschen Glanz fällt gar nicht schwer,
die Sonne schien ganz plötzlich hell,
selbst bei Regen – geht das schnell.

Ich hab das Bett gesaugt, gefegt,
ein frisches Laken aufgelegt,
Blütenblätter dort verteilt,
…. da hat das Schicksal – mich ereilt.

Mich traf ein Schlag von harter Hand,
dass ich mich auf dem Boden fand,
und einer Rachegöttin gleich,
stand sie dort – ich sag es Euch.

Ich sammelte die Zähne ein,
sie sprach, die Rache sei nun mein,
und reichte in gewohnter Pose,
für mein Beißwerk eine Dose.

Dort habe ich sie einsortiert,
kurz beschriftet und markiert,
und voll Vorsicht nachgefühlt:
Hab ich noch Zähne – Ja? Wie viel?

Dann meint sie, ich sei durch den Wind,
sie sprach - von unserem Enkelkind,
die eine Nacht lang bei uns ruht,
wenn ich nur zuhör – sei´s schon gut.

Konnt ich das ahnen? Eher nicht!
Doch jetzt beim ersten neuen Licht,
nachdem das Auge nicht mehr schwillt:
Ich hatte wohl ein falsches Bild.

Ich hab die Blüten schnell entsorgt,
und mir dann frisches Stroh geborgt,
für meinen kühlen Kellerplatz,
ich hab verstanden – ja, mein Schatz.

Dann aß ich eingeweichte Brote,
und unser Hund legt ihre Pfote,
auf mein Knie – sie schaut mich an,
als ob sie mich verstehen kann.    23.07.2011
____________________________________
Killer

Langsam wird mir Angst und Bange,
wie das Karnickel vor der Schlange,
sitz ich zitternd hier im Haus,
weiß nicht ein, geschweige aus.

Als ich sehr früh vom Lager stieg,
und um mich alles stille schwieg,
mocht die Welt in Ordnung sein,
jedoch der Irrtum, Mensch, ist dein.

Nun gut, der Sommer ist vorbei,
doch ist der Fakt nicht wirklich neu,
erst gestern hat ich Badespaß,
beim Rockkonzert – das war schon was.

So wie drei begossene Pudel,
zog man uns aus jenem Strudel,
der da „Sommer Heinsberg“ hieß.
Hatschi! Die Erkältung sprießt.

Doch damit hätt ich leben können,
müsst ich nicht jetzt beim Namen nennen,
was die Liebste mir enthüllt,
lest nur gut – macht Euch ein Bild.

Denn beim Frühstück, der Lektüre,
sprach sie drohend – (wie, ich friere),
ich solle froh und glücklich sein,
sperrt sie mich nur im Keller ein.

Dann reicht sie mir – macht mich perplex,
wölfisch lauernd den Express,
und zeigt mir deutlich, wie dort steht,
dass es anderen – schlechter geht.

So spricht zu mir – gefährlich lauernd:
„Lass dich bloß nicht mehr bedauern!
Ansonsten, Freundchen, schick ich dir,
einen Killer – les jetzt, hier!“

Da las ich dann von Ehefrauen,
die „auf fremde Hilfe“ bauen,
ein Meuchler, der flott meucheln kann,
hinfort – der arme Ehemann.

Das Erkennen lässt mich schlucken,
mir bleibt nichts mehr, als mich zu ducken,
und hektisch räum ich im Akkord,
Messer, Gabeln weit, hinfort.

Seitdem find ich nun keinen Frieden,
welch Schicksal ist mir wohl beschieden?
Es wäre hilfreich, freundschaftlich,
habt Ihr ein Auge – wacht um mich.

Ich lieg im Stroh, ich lutsch den Daumen,
und kann nur immer wieder staunen…,
… was ich für dummes Zeug entspinn,
ich bin verwirrt – so nehmt´s denn hin.       17.07.2011
__________________________________________
Schlüsselkind

Ich hatte Angst vor diesem Tag,
doch zeigt ich Mut – ich hab´s gewagt,
und gab ganz einfach, kurz und knapp,
am Morgen meinen Schlüssel ab.

Ich legte ihn der Liebsten hin,
so unterwürfig – wie ich bin,
und säuselte: „Mein Sonnenschein,
lässt du mich heute Abend rein?

Du weißt, heut kommt die neue Tür,
ein Schmuckstück – unseres Hauses Zier,
doch hilft mir das am Ende wenig,
denn nur IM Hause bin ich König….“

Der Leser hält den Atem still,
Angst vorm finalen Overkill,
und duckt sich mit mir – Ei der Daus,
manchmal rutscht mir so was raus.

Als ich noch mit den Worten ringe,
mich mehr und mehr ins Abseits bringe,
schlägt sie die alte Türe zu:
„Mach dich vom Acker – ich brauch Ruh.“

Mein Tag war einfach fürchterlich,
Sorgen, sie verfolgten mich,
und auch der Tiefschlaf im Büro,
machte mich nicht wirklich froh.

Ständig wurde ich geweckt,
sogar vom Chef – na, so ein Dreck,
auch diesen großen stolzen Mann,
ficht mein Leid nicht wirklich an.

Er klopfte auf den Schreibtisch – laut,
hat fast wie meine Frau geschaut,
da schlug das Herz mir in der Brust,
das geht nicht gut – ich hab´s gewusst.

Alles schien nur noch verkehrt,
die Angst, ich würde ausgesperrt,
und frieren in der kühlen Nacht,
sie hat aus mir ein Wrack gemacht.

Doch dann das Wunder – Gott, ich danke,
Du hilfst, wenn ich im Glauben wanke,
denn vor der Tür reicht der Monteur,
mir einen Schlüssel – ja, ich schwör.

Er sprach zu mir: „Ich kenne das.
Ich habe Mitleid – oder fast,
und da Ihr Weib nun grad nicht schaut…“
Das hätte ICH mich nie getraut.

Stolz durchschritt ich unsere Pforte,
vor lauter Glück hab ich kaum Worte,
auch wenn ich sie zum Reimen find,
ich bin und bleibe Schlüsselkind.             06.07.2011
_________________________________________

Rückenschmerzen

Die ganze Nacht zwar abgeschoben,
und doch muss ich die Liebste loben:
Der Keller ist so ungesund,
da durfte ich - heut mit zum Hund.

Sie hat mit mir den Korb geteilt,
und mich gedanklich dort geheilt,
denn weiß ich nun, man(n) braucht so wenig,
ein weicher Platz - schon bin ich König.

Zwar Haare in dem Mund, der Nase,
doch vergeht selbst diese Phase,
nimmt man selbst sich nicht zu wichtig,
unser Hund - sie liebt mich richtig.

Denn mein Schlafplatz - ist belegt,
dort träumt ganz selig, schläft und sägt,
schnarchend unser Enkelkind,
da wir - in der Verbannung sind.

Der Hund und ich - des Raums verbannt,
ohne Herz und ohne Pfand,
es hieß nur knapp - dort sei mein Platz,
"Nun schlafe gut, du lieber Schatz."

Ich sprach: "Oh Herzblatt, so verzeih,
mein Platz im Keller ist doch frei,
den mache ich ihr kuschlig warm,
dort schläft die Anna - das hat Charme."

Mal ganz nebenbei gesagt,
ich hatte diesen Spruch gewagt,
doch dann erhielt ich diesen Blick....,
der holte mich ins Jetzt zurück.

Der Blick, der dir den Atem nimmt,
bei dem die Milch ganz jäh gerinnt,
bei dem dich plötzlich furchtbar friert,
habt auch Ihr den schon gespürt?

Ich wurde klein, das Blut, es stockt,
mit einem Blick - grad ausgeknockt,
ich fühlt mich schwindlig und malad,
na, da hatt ich den Salat.

Ich nahm still mein Waschetui,
denn am Morgen, in der Früh,
such ich im Keller eine Pfütze,
die ich zum ersten Waschgang nütze.

Da sprach mein Herz: "Wo willst du hin?
Hast du wirklich keinen Sinn,
für unseren Hund - das arme Tier,
sie ist so einsam - vor der Tür."

So kam es - klingt das nicht apart?
Dass sie den Keller mir erspart.
Im Bett, da schläft das Kind, mein Herz,
oh, Hund, mach Platz - mein Rücken schmerzt.     25.06.2011
_______________________________________________
Beschirmt

Der Wettergott – so wie es scheint,
ist nicht wirklich unser Freund,
denn nächsten Dienstag – Weh und Ach,
kommt nun unser neues Dach.

Doch auch erscheint – ganz zügig, prompt,
am Himmel die Gewitterfront,
die wohl einfach kommen muss,
irgendwo hab ich´s gewusst.

Sofern kein Irrtum der Propheten,
hilft am Ende dann nur beten,
denn ohne Dachstuhl – nein, kein Spaß,
wird es unten heftig nass.

Drum dachte ich mir, bin ja helle,
ich schick mal eben, auf die Schnelle,
die Familie hoch zum First,
bevor die erste Wolke birst.

Dort stelle ich sie sorgsam auf,
acht Schirme werden schnell gekauft,
und Tochter, Frau und Enkelkind,
trotzen Regen und dem Wind.

Selbst Schwiegertochter und der Sohn,
stehen Wache, Ton in Ton,
im gelben Sweater gut geschützt,
gegen Wolkenbruch und Blitz.

Selbst den Hund nehm ich nicht aus,
sie bekommt – ganz frei heraus,
ne Plane an den Stätz geknüpft,
mit der sie unsere Wohnung schützt.

Nur mich – mich nehme ich da aus,
bin selbstverständlich nicht Zuhaus,
ich muss zur Arbeit, früh am Morgen,
und dort für unseren Geldfluss sorgen.

Es reicht ja wohl – das ist ne Gabe,
dass ich die Oberaufsicht habe,
Verantwortung, die trag ich gerne,
am liebsten aus ganz sicherer Ferne.

Komm ich nach Haus – das wäre gut,
hat unser Heim den neuen Hut,
und ich sag zu meiner Frau:
„Meine Planung!“ Ich bin schlau.

Dass die Schirme mich dann treffen,
das will ich jetzt hier vergessen,
der Prophet – sehr wohl bekannt,
gilt halt nichts im eigenen Land.

Am besten wäre es jedoch,
Ihr betet für uns – im Akkord,
auf dass das Tief uns doch verschont,
ich hab so gerne hier gewohnt.                23.06.2011
________________________________________
Dunkelheit

Ich sitze hier, im tiefen Keller,
wollt fliehn – doch meine Frau war schneller,
schlug mit die Tür vorm Näschen zu,
und meint: „Jetzt hat die Seele Ruh!“

Dunkel ist´s – so kalt und feucht,
ich fürchte mich, ich sag es Euch,
und nur, um mich kurz abzulenken,
wollt ich an etwas Schönes denken.

Doch ist das Denken so ein Ding,
wenn´s rund um mich nach Rascheln klingt,
Spinnenbeine, stark behaart,
bringen Ängste schnell in Fahrt.

Oh, mir blüht die Gänsehaut,
Phantasie ist – wenn´s dir graut,
wenn du der Spinne Odem spürst,
und dich selbst zum Wahnsinn führst.

Ich rief um Hilfe – erst ganz sacht,
doch niemand hat mir aufgemacht,
dann schrie ich lauter – Mordio,
doch niemand kam – es ist halt so.

Als mir die Stimme schon verklang,
die Heiserkeit, der Schmerz begann,
da sah ich an der Treppe Licht,
die Liebste sprach: „So gräm dich nicht!

Schilderst du mich auch nicht selten,
als Sklaventreiber – sind das Welten,
zwischen Wahn und Wirklichkeit,
denk ruhig nach – du hast ja Zeit!“

Dann ging sie wieder, schloss die Tür,
doch zum Troste ließ sie mir,
mein Notebook – dass ich irgendwann,
schriftlich kurz bereuen kann.

Ich schaute mir den Akku an,
fast noch voll – na, irgendwann,
besinne und bereue ich,
doch zuerst – gibt´s ein Gedicht.

Dabei hab ich dann Zeit zu grübeln,
bin ich denn wirklich ach so übel?
Nerv ich Frau und Hund und Kind?
Die Antwort… weiß allein der Wind.

Doch das jüngste Strafgericht,
hinterfragt man besser nicht…,
im blassen Licht des Monitor,
steigt erneut die Angst empor.

Mit dem Schein der Dämmerung,
schwindet jeder Mut und Schwung,
befreit mich bitte – Jetzt, heut, schneller,
Ihr findet mich im tiefen Keller.           25.05.2011
_____________________________________
Missverständnis

Ihr meint tatsächlich, ich mach Witze?
Dass ich nur zum Spaß hier sitze?
Dass ich stets mein Leid posaune,
zu Eurem Gusto und Erstaunen?

Dann fühle ich mich falsch verstanden,
denn ich glaube, hierzulande,
gibt es niemand, der wie ich,
an seinem Dasein so zerbricht.

Das merkte ich erst gestern wieder,
im Kreis der Freunde – liebe Brüder,
wo jeder meinte, welch ein Hieb,
dass meine Frau mich wirklich liebt.

Doch kaum stieg ich ins Fahrzeug ein,
meint sie nur: „Komm du erst heim.
Den Schein, den hab ich gut gewahrt,
verstellte mich als lieb, apart.

Doch wenn du meinst, das geht so weiter,
so ist die Antwort: Werd gescheiter.
Du fand´s dort Freundschaft – ohne Not.
Zuhaus gibt’s wieder trocken Brot.

Sprachst ständig übers Lieblingsthema,
ich hielt mich raus – das ist bequemer,
doch Freundchen, Freundchen, warte nur,
ich bring dich wieder in die Spur.“

Zuhause wieder angekommen,
hab ich mir den Hund genommen,
ging ins Feld – die halbe Nacht,
hab dann das Haus auf Glanz gebracht.

Und dann nahm meine Frau die Lupe,
oh, mein Gott – mir ging die Pupe,
hat rundum alles inspiziert,
mich dann zu meinem Bett geführt.

Dort durfte ich zwei Stündchen schlafen,
von wegen, ruhiger Ehehafen,
wer rettet mich – wer holt mich raus?
Mein Leben sieht so grausig aus.

… Doch kaum hab ich mir das gedacht,
bin ich im Auto aufgewacht,
die Liebste sprach: „Wie kann das sein?
Kaum saßt du still, schon schliefst du ein.

Plagt dich ein Alptraum? Hast gestöhnt.
Das Speisen hat zu sehr verwöhnt.
Zu viel Essen vor der Nacht,
hat dich wohl malad gemacht.

Nun komm zu mir – ich tröste dich,
eines treuen Weibes Pflicht.
Nun fahr schnell los – dann schlaf schnell ein.
du hast geträumt.“ – So wird es sein.               15.05.2011
____________________________________________
Draußen vor der Tür

Mein Leben – bitte glaubt es mir,
ist hart, denn draußen vor der Tür,
hat mein Weib – weil´s ihr gefällt,
mich mal gerade abgestellt.

In der Schule gab´s die Ecke,
ganz allein zu jenem Zwecke,
nach Verfehlung nachzusinnen,
zu bereuen – tief dort drinnen.

Ich dachte, das sei nun vorbei,
Pustekuchen – das wär neu,
denn meine Frau kennt keine Gnade,
wirft mich raus – das find ich schade.

Den Müll heut mal nicht rausgebracht?
In die Ecke – Gute Nacht!
Die Wohnung nicht perfekt geputzt?
Mein Eckchen bietet mir den Schutz.

So geht das weiter – Tag und Nacht,
niemals hätt ich das gedacht,
denn beim ersten Augenblick,
war sie verstellt – zu ihrem Glück.

Ich hab mich damit abgefunden,
so viel Jahre, viele Stunden,
und gab dem Sohn den guten Rat:
Bleib eisern – sonst gibt’s den Salat.

Nun sagt er gestern – schändlich Wort,
auch er sei nun vom Markte fort,
was mich zu der Erkenntnis bringt,
dass nicht alles stets gelingt.

Erziehung ist nur ein Versuch,
doch das Leben ist ein Buch,
mit leeren Seiten, die man füllt,
vor meinen Augen steht ein Bild.

Dass ich demnächst – gibt das wohl Sinn?
Im Eckchen nicht alleine bin,
da steht mein Sohn, er macht sich breit,
vereint erlebte Leidenszeit.

Vielleicht muss man(n) auch Märkchen ziehen,
und das Eckchen wird verliehen,
für unseren Sohn – und dann für mich,
vom internen Strafgericht.

Ja, ich wehre mich schon lang,
und hab Erfolg – oh, irgendwann,
denn wenn die Liebste grad nicht schaut,
dann zeig ich Mut – ja, das erbaut.

Doch reicht danach ein scharfer Blick,
schon zieh ich mich entsetzt zurück,
und hoffe sehr, mein Platz ist frei,
mein Eckchen bleibt mir immer treu.   01.05.2011
______________________________________
König

Froh zu sein, bedarf es wenig,
und Martin wäre heute König,
hätt ich ihn – oh nein, kein Witz,
damals auf den Zaun….

Da säß er heut auf seinem Thron,
mein Kind, komplett missratener Sohn,
und regierte – streng und weise,
Buchfink, Amsel und auch Meise.

Säß gekrönt auf seinem Zaune,
zart gebettet auf ner Daune,
als Huldigung einst dargebracht,
wie glücklich – dieser Traum mich macht.

Denn der Knabe ist ne Ratte,
nicht das Kind, das ich einst hatte,
folgsam sah er zu mir auf,
heut ich zu ihm – das ist der Lauf.

Das ist das Elend meines Lebens,
dagegen wettern – ganz vergebens,
und trotzdem klag ich gern mein Leid,
zum Troste steh ich gern bereit.

Ständig hetzt er gegen mich,
ständig bringt er sich ins Licht,
ständig höhnt er schon mein Alter,
ach fände ich doch nur den Schalter.

Er ist ein Stinktier, ein Despot,
kostet mich mein täglich Brot,
und so manchen Nerv dazu,
was kann ich machen? Jetzt sprich Du.

Ulrike bot es mir schon an,
ein kleines Kännchen Baldrian,
zwar aus anderem Grund gedacht,
doch hilft´s auch hier – ganz leis und sacht.

Beruhigt mich nicht nur beim FC,
sondern wirkt, verrührt im Tee,
auch gegen solch missratene Söhne,
den steten Angriff, seine Töne.

Und frage ich dann still: „Wieso?“
Dann grinst er nur – ganz schadenfroh,
und meint, er hätt sei Ziel erreicht,
doch ich sage nur: „Vielleicht!“

Denn noch hab ich zuhause zu sagen…,
… muss nur die Frau, den Haushund fragen,
die Tochter und das Enkelkind,
den Schwiegersohn – die Zeit verrinnt.

Irgendwann an weiter Stelle,
komm auch ich – auf alle Fälle,
und bin ich erst mal an dem Punkt,
mein lieber Sohn – dann geht es rund.    21.04.2011
_________________________________________

Nabel

Hier sitz ich nun – die Uhr, sie schleicht,
was soll ich tun – die Knie sind weich,
da unser Kind – bin aufgeregt,
sich auf den Tisch des „Schlachters“ legt.

Weight gewatcht – Gewicht verloren,
fühlt sie sich wie neu geboren,
hätt sich nicht die Haut gesenkt,
die nutzlos nun am Bauche hängt.

Diese gilt es heut zu straffen,
auf dass demnächst nun Welten klaffen,
zwischen diesem Anblick heut,
und dem nach einer kurzen Zeit.

Sind erst die Narben gut verheilt,
ist es wieder höchste Zeit,
für Bikini-Sommerspaß,
leichte Bräune hat schon was.

Sie legt sich auf den Tisch – OP,
mit einem „Cocktail“ tut´s nicht weh,
und der Chirurg greift zum Skalpell,
kappt Ritsch und Ratsch das weite Fell.

Zieht nach unten, macht nen Knoten,
tackert fest, um auszuloten,
wie und wo´s am Besten sitzt,
es wird geschneidert, wird geritzt.

Wobei, na klar, die Hoffnung steht,
dass er sein Handwerk auch versteht,
zieht er zu stramm – wohl kaum zu hoffen,
steht der Mund auf Dauer offen.

Die Ohren liegen dann am Kinn,
das, denke ich, macht wenig Sinn.
Und ihr Haar, das wallend lockt,
hat sich weit unten angedockt.

Gar versetzt wird auch der Nabel,
findet ohne Fehl und Tadel,
eine sichere neue Stelle,
das muss so sein – auf alle Fälle.

Wenn Ihr jetzt meint, der Alte spinnt,
da er sich Zeit zu Reimen nimmt,
so ist das doch nur meine Art,
mich zu entspannen – kurz vorm Start.

Gerade diese Wartezeit,
ist nun keine Kleinigkeit,
und doch vertrau ich, welch ein Glück,
auf den Chirurg, auf sein Geschick.

Daumen drücken – kollektiv,
bald schläft das Kind, ganz fest und tief,
träumt vom Sommer, in Narkose,
und ich? Ich mach mir in die Hose.      04.01.2011
_______________________________________
Falsch?

Was haben wir nur falsch gemacht?
Das frag ich mich in mancher Nacht,
schlaflos, jeden Traums beraubt.
Erziehung? Schwerer, als man glaubt.

Man zieht die Brut in Jahren auf,
weist dann die Tür – und nimmt in Kauf,
dass man sie manchmal wiedersieht,
was hin und wieder auch geschieht.

Doch viel zu weich war unsere Knute,
denn die Pänz auf ihrer Route,
stehen ständig in der Tür,
folgt nach der Pflicht wohl jetzt die Kür?

Es kann nicht sein, das wär gewagt,
dass man uns vielleicht gar mag…?
Das wär schlimmer als gedacht,
dann hätten wir was falsch gemacht.

So war das sicher nicht geplant,
hätten wir das nur geahnt,
gäb´s Schläge stets – und große Not,
drei Tage Keller, trocken Brot.

Auf falsches Wort folgt Hausarrest,
doch wenn man Zügel schleifen lässt,
dann liegt´s Ergebnis, wie bekannt,
so wie heute auf der Hand.

Wie gut – und das ist sehr gewiss,
dass mich wohl kein Verschulden trifft,
denn, wenn man brav zur Arbeit fährt,
ist man(n) ja fern – von Haus und Herd.

Meine Frau, sie trifft´s allein,
eine muss die Schuldige sein,
doch da Erfahrung auch gewinnt,
mach ich´s heut „gut“ am Enkelkind.

Dort werde ich die Strenge zeigen,
wenn ich rede – heißt es Schweigen,
das wär am Ende doch gelacht,
ich bin der Schrecken in der Nacht.

Ach, hätte ich doch was zu sagen,
doch lag´s mir ferne, dies zu wagen,
denn der Keller – dies zuletzt,
war meistens ja von mir besetzt.

Dort saß ich stille, litt dort Not,
siehe oben: trocken Brot,
und bin ich heut auch groß, und schwer,
wundert mich das wirklich sehr.

Moment, ich schau grad auf die Uhr,
wo bleiben denn die Kinder nur?
Ist es nicht schön, klingt das auch platt,
wenn man sich was zu sagen hat?            04.09.2010
_________________________________________

Erziehungsfehler

Mein Sohn??? Ist ein Erziehungsfehler,
ein Despot – gar Vater-Quäler,
ein Winzling, der den Aufstand wagt,
an jedem Gott erschaffenen Tag.

Er denkt nicht an mein hohes Alter,
bin grau und fast ein müder Falter,
mit 55 – Gott, oh Schreck,
steckt man das nicht einfach weg.

Jeden Tag die gleiche Leier,
so fühle ich mich wirklich freier,
wenn mein Weg – habt Ihr´s gespürt,
eher in die Ferne führt.

Doch nun kommt die neueste Masche,
der Unhold liegt mir auf der Tasche,
und hält seit kurzem ständig Schritt,
wohin ich reise – er will mit.

Er tut, als spürt er Leidenschaft,
ständ für den Geißbock voll im Saft,
und das, obwohl er – glaubt es, ja,
beinahe für…. Dortmund war….

Da sperrte ich ihn in den Keller,
manch Erziehung, sie wirkt schneller,
mit etwas Druck und fester Hand,
und trotzdem – seh ich heut kaum Land.

Als er auf Rot und Weiß geschwenkt,
hab ich ihm mein Herz geschenkt,
und ein glücklich Vaterherz,
vermeidet jeden Stunk und Schmerz.

Das rächt sich heute – bitterlich,
Autorität? Vielleicht für mich!
Denn im stillen Kämmerlein,
bilde ich´s mir manchmal ein.

Wie gut, wenn es dann Menschen gibt,
die er nicht in den Wahnsinn trieb,
die mir auch mal den Rücken stärken,
Herr, ich preise Deine Werke.

Und plötzlich scheint der Himmel blau,
die Sonne brennt - ich weiß genau,
es ist nicht aller Tage Abend,
ich werde noch die Chance haben.

Vielleicht nicht heute, auch nicht morgen,
doch befreit von vielen Sorgen,
läuft´s eines Tages eher glatt,
wie gut, wenn man auch Freunde hat.

Doch versteht – beim Hilfe-winken,
den Reim mit einem Augenzwinkern,
obwohl mich jetzt die Reue plagt:
Hätt ich das besser nicht gesagt…???          02.08.2010
___________________________________________

Vatertag 2010

Wer nach einem Vatertag,
nicht Kopfschmerz, noch den Kater mag,
wem auch das Kätzchen nicht erlaubt,
der bleibt daheim – und überhaupt.

Stieg Christus heut zum Himmel auf,
so nähm er ganz gewiss in Kauf,
dass er, so wie die Asche treibt,
in schweren Wollen steckenbleibt.

Der Himmel nur bedeckt und grau,
kein Sonnenschein, kein Hitzestau,
so schau ich ganz frustriert hinaus,
und pack die Fellpantoffeln aus.

Es gibt gewiss auch hier zu tun,
den Tag entspannen, auszuruhn,
ein bisschen Schreiben, brav Daheim,
die beste Zeit für einen Reim.

Ein gutes Buch, mal kurz TV,
ein wenig Knabbern… an der Frau,
und auch Fußball gibt es heut,
wie´s mein altes Herz doch freut.

Da lehn ich mich entspannt zurück,
genieße das Familienglück,
sofern ich – anders wär es schade,
dazu auch die Erlaubnis habe.

Ich schmachte einem Dackel gleich,
das Herz der Liebsten, es wird weich,
und ich darf schau´n – ohne Beschwerden,
bis die Äuglein eckig werden.

Ein Vatertag, wie ich ihn mag,
ein ganz normaler ruhiger Tag,
ich leg die Hände in den Schoß,
denn morgen geht´s doch wieder los.

Und meine Frau, Ihr glaubt es nicht,
kocht heut mein neues Leibgericht,
wie bin ich aktuell so faul,
gleich einem alten Ackergaul.

Jedoch – am nächsten Wochenende,
sind wir auf Zack und sehr behände,
besuchen Schwedens schöne Krone,
Stockholm zu sehen, soll sich lohnen.

So überlass ich anderen Tätern,
heute diesen Tag der Väter,
und wer mich kennt, der weiß genau,
ich war im Leben – noch nicht blau.

Heut ist Christi Himmelfahrt,
und auch ich, ein Mann der Tat,
jedoch nicht heute, und nicht hier,
da ich erneut das Fernweh spür.                  13.05.2010
__________________________________________

Unberührt

Reisen bildet ungemein,
doch bin ich ein Mal nicht daheim,
dann, ja dann, so schwöre ich,
tanzen Mäuse auf dem Tisch.

Dann macht mein Weib, sonst sanft und still,
macht plötzlich einfach, was sie will,
und vermietet, ungehemmt,
mein Ehebett entschlossen fremd.

Es kam ihr plötzlich in den Sinn,
dass meine liebe Schwägerin,
schnarcht – statt mir, die halbe Nacht,
ich merke das – wär doch gelacht.

Wie sprachen weiland schon die Zwerge,
zu Schneewittchen, in den Bergen:
„Wer schlief in meinem Bette nur?“
Ich bin der Lösung auf der Spur.

Ich greif mir Mikroskop und Lupe,
ob „hinterrücks“ mir nicht die „Hupe“,
nen Riss gebracht ins Wasserbett,
zu ertrinken – wär nicht nett.

Doch so sehr ich emsig schaute,
gesucht nach Spuren… und nach Lauten,
ich fand nichts, dass ich maulen kann,
schade – leider – Mann, oh Mann.

Vielleicht – ich liege auf der Lauer,
zeigt sich der Schaden erst auf Dauer,
ich werd von nun an wachsam sein,
und lass die Liebste nicht allein.

Muss ich geschäftlich nun verreisen,
gilt es Weitblick zu beweisen,
denn ab jetzt nehm ich sie mit,
dieses ist der erste Schritt.

Der zweite ist – und der tut weh,
sie muss mit, hin zum FC,
so fährt sie Samstag in den Norden,
Ihr seht, ich bin nun schlau geworden.

Lieber sie in Bremen wissen,
als Sabber auf dem Lieblingskissen,
und ob ich nun noch schlafen kann,
das schreibe ich Euch irgendwann.

Vielleicht, wenn ich vom Sieg berichte,
vom Willen und Erfolgen dichte,
oder auch – der Bock bewahre,
mit zorngewelltem grauen Haare.

Egal, wie es auch immer sei,
meine Frau ist dann dabei,
auf dass sie meinen Ärger spürt,
und mein Bett – bleibt unberührt.                       22.04.2010

____________________________________________

Cabrio

Anna fährt jetzt Cabrio,
ohne Dach? Na, sowieso.
Jedoch – das kommt mir seltsam vor:
Es fehlt auch vorne der Motor.

Stattdessen gibt´s zwei flotte Füße,
und dank derer fährt die Süße,
rundherum, schnell wie ein Blitz,
strahlend auf dem Fahrersitz.

Dieses Dreirad tut nicht weh,
und es schont das Portemonnaie,
weil es ohne Super fährt,
auch ohne Diesel, Leute hört.

Treibstoff, der ist ganz allein,
zu strahlen wie der Sonnenschein,
und dieser Akku wird nie leer,
zu lachen fällt dem Kind nicht schwer.

Ist der Tank erst einmal voll,
dreht der Motor auf wie toll,
und von Null auf Hundertzehn,
könnt Ihr sie stets sausen sehn.

Ist das der Frühling, die Gefühle?
Eher wohl der Spaß am Spiele,
und so quietschen laut die Reifen,
beim Fröhlich-durch-die-Straßen-streifen.

Nur den Regeln im Verkehr,
schenkt sie nicht Achtung, kein Gehör,
egal, ob da ein Stopp-Schild warnt:
Sie hat Vorfahrt – sie hat Charme.

Ich sage: Achtung, sieh dich vor!
Sie grinst – und saust dann wild durchs Tor,
ohne Rücksicht, Ihr versteht,
dass mein Herz vor Schock kaum schlägt.

Kleine Kinder werden groß,
von heut auf morgen geht das los,
und sind sie erst mal so mobil,
hat man der Augen kaum zu viel.

Hoffentlich verirrt sie nicht,
da sie bislang ja noch kaum spricht,
und das die Menschheit sehr verwirrt,
wenn sie durch Grouvens Straßen irrt.

Ihr sagt, wir haben doch nur fünf?
Doch falls Ihr nun die Nase rümpft,
auch in solch nem kleinen Ort,
verfährt man sich – darauf mein Wort.

Und so überleg ich schon,
ja, ganz ehrlich, ohne Hohn:
Wär ein Navi konsequent?
Wenn der Turbo heftig brennt.   20.04.2010