Waden

Mit den Kräften Haushalt halten?
1, 2 Gänge runter schalten?
Nix da, dank der Waden Kraft,
wird manch Ründchen froh geschafft.

Ich gebe zu, ich bin so frei,
die Unterstützung ist dabei.
Jedoch so viel wie ich jetzt fuhr,
hatt ich niemals auf der Uhr.

Den Helm ganz sicher aufgesetzt,
dass sich die Schale nicht verletzt,
unter der, wie Ihr wohl wisst,
das Zentrum meiner Reime ist.

Frisches Wasser in die Flasche,
ein Tuch dazu in meine Tasche,
auf dass ich mir den Schweiß schnell wisch.
Ohne geht‘s derzeit noch nicht.

Ich trete kräftig die Pedalen.
Vielleicht darf mit Gewicht ich’s zahlen,
welches ich - das wünsch ich mir,
nach und nach vielleicht verlier.

Die Liebste meinte: „Lieber Mann,
ein wenig sieht man‘s dir schon an.“
Na ja, wenn sie das gerade meint,
ist das nett, wenn‘s ihr so scheint.

Selten hat das Radeln mir,
den Spaß gemacht, wie gerade hier.
Am liebsten führ ich morgen gleich,
bis hin nach Köln, ich sag es Euch.

Doch hebt mein General den Finger,
mahnt und meint, das diese Dinger,
sprich Räder in der Innenstadt,
kaum zu sichern sind - ach watt.

Leider hat sie - das ist schlecht,
wie meistenteils am Ende recht.
Drum mache ich mich auch nicht bang,
fahr lieber an der Erft entlang.

Genieß den Schatten dort der Bäume,
überlasse mich den Träumen,
die man in der freien Zeit,
ganz einfach träumt - tut mir nicht leid.

Spür die leichte, feine Kühle,
des Wassers - nähere mich dem Ziele,
das ich zuvor schon anvisiert.
Der Virus meines Rads grassiert.

Das Hirn jetzt grad schon „angestrengt“,
schön, wenn der Tag das Wort mir schenkt.
Jetzt sind nachher die Waden dran.
Ein jeder wie er‘s mag und kann.   19.07.18
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An der Erft entlang

Am Freitag an der Erft entlang.
Dem Grunde nach ist mir nicht bang,
wenn nicht halt – und das macht´s schwer,
der Freitag mit der 13 wär.

Das Fahrrad, es steht schon bereit.
Ich habe frei und ich hab Zeit.
Die Freunde, sie empfangen mich,
kurz nach dem ersten Tageslicht.

Ob sie wohl einen Blick gewagt,
hin zum Kalender? – Kurz gefragt.
Freitag! – 13! – Das ist wahr,
bedeutet eines: - Halt! Gefahr!

Ich könnte in die Fluten stürzen,
könnte mir das Steißbein kürzen.
Ich könnte – nein, das wär nicht schön,
einen schwarzen Kater sehen.

Ich könnte mich am Eis verschlucken,
nicht zeitig unter Brücken ducken,
was mich dann auf die Nase legt,
sobald es mich vom Sattel fegt.

Die Brille könnt vom Näschen fallen,
was dazu führt – oh yes, vor allem,
dass mein Blickfeld unscharf wird,
und sich der Fahrer fix verirrt.

Vielleicht nie mehr nach Hause finden.
Nicht zum Weib, Frau Hund, den Kindern.
Mich verfahren im Gestrüpp.
So viele Zweifel, die´s grad gibt.

Gewitter, lange Regenschleier.
Bedachtet ihr das, oh, Mensch Meier.
Was ich noch gerade sagen möcht:
Ich fürchte mich! – Gott, mir ist schlecht!

Den Hintern mehr als wund gesessen.
Wie konnte ich denn nur vergessen,
was mir der Kalender rät?
Jetzt ist´s vorbei – jetzt ist´s zu spät.

Wer die Gefahr sieht – das ist dumm,
kommt letzten Endes darin um,
wenn er nicht machtvoll widerspricht.
Mimimi, das ängstigt mich.

Ob die Freunde mich verstehen?
Vermutlich nicht, man wird es sehen.
Ich seh mich in der Erft versinken.
Ich hab doch Angst vor dem Ertrinken.

So habe ich mir vorgenommen:
Soweit lass ich´s bestimmt nicht kommen.
Den Schwimmreifen – ich bin ja schlau,
schnall ich mir um – yes well, genau.  11.07.18
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