Fahrt durch die Nacht

Der Wagen, ist gepackt, bereit,
wir zwar nicht, doch es wird Zeit:
Die nächsten Gäste stehen an.
Wir kommen wieder – irgendwann.

Dass „irgendwann“ – ich sag´s mit List,
schon bald, in naher Zukunft ist,
das wissen wir – deshalb, daher,
fällt der Abschied nicht so schwer.

Verpackt sind Kleidung, Käse, Quark,
der Himmel über Dänemark,
färbt sich langsam dunkel schon.
Jetzt geht´s nach Haus – dort, wo man wohnt.

Frau Hund beschaut das Elend kritisch.
Die Augen sprechen – <<Hey, ich bitt dich,
lass mich bitte nicht zurück.>>
Wie könnten wir? – Das beste Stück.

Noch einmal durch das Haus gegangen.
Hat´s nicht grad erst angefangen?
Standen wir nicht gestern hier,
mit dem Schlüssel vor der Tür?

War´s nicht gestern, als wir dachten,
dass Dünen unseren Schlaf bewachten?
Die Dünen und das Meer, die See.
Abschied tut halt immer weh.

Dem Navi unsere Tour gesagt.
Nein, nein, natürlich nicht – wer fragt…
Diese Strecke – ich sag´s brav,
kennt der Fahrer schon im Schlaf.

Ein letzter Blick auf „unseren“ Ort,
dann geht es los, dann sind wir fort.
Im Spiegel schwindet letzter Blick.
Keine Angst – bald geht´s zurück.

Die Reifen fressen Kilometer.
Es wird spät und immer später.
Die Autobahnen, sie sind frei.
Der Regen, er ist mit dabei.

Sieben und ne halbe Stunde,
dann haben wir das Ziel gefunden.
Natürlich – so darf man das sehen:
Auch Zuhause ist es schön.

Mit der Liebsten – sittsam, brav,
in die Traumwelt, in den Schlaf.
Frau Hund, die wieder Ruhe find,
nach langer Fahrt – das dritte Kind.

Mal schauen, ob die Erholung bleibt.
Wunderschön war diese Zeit.
Auch im Herbst – was soll der Geiz,
hat die Nordsee ihren Reiz.    21.10.17
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Nachmittag auf der Terrasse

Ein Nachmittag auf der Terrasse,
bei Sonnenschein - na, ich find's klasse.
Oktober ist's, die Sonne scheint,
der Montag hat es gut gemeint.

Ein Spaziergang mit den Hunden,
die schönen Stellen zu erkunden,
die man schon so lange kennt.
Kaum ein Stein ist uns hier fremd.

Erinnerung an vielen Stellen,
kommen wieder, auf die Schnelle:
"Weißt du noch?" - Und dies und das,
Dänemark macht einfach Spaß.

Frische Luft, vertraute Ziele,
irgendwann erreicht uns Kühle.
Die Jacke, die uns wärmt und schützt,
hilft auch diesmal wie der Blitz.

Sommer durften wir erleben.
Den Herbst, so wie halt gerade, eben.
Den Winter - hey, was soll der Geiz,
jede Zeit hat ihren Reiz.

Wir haben, das ist wirklich schön,
schon vieles von der Welt gesehen.
Machten, weil es uns gefiel,
Reisen um die Welt - welch Ziel.

Doch Henne Strand ist selbst nach Pause,
wie's Heimkommen - wie ein Zuhause.
Die Entspannung - jep, famos,
diese ist hier grenzenlos.

Mit dabei die Bücherkiste,
als ob ich's innerlich schon wüsste:
Tag für Tag - nicht nur Versuch,
versinkt es sich perfekt im Buch.

Mit den Worten du auf du.
Den Speicher füllen, immerzu.
Auf dass den Inhalt man sortiert,
ihn wieder ausgibt - na, probiert.

Könnt ich's erträumen, hier zu leben?
Eher nein! - So ist das eben.
Weil mich halt in "unserer Welt",
vieles dank Gefühlen hält.

Das Rheinland, das mir Heimat ist,
auch wenn - und das ist derzeit Mist,
mein Geißbock mir's nicht einfach macht.
Doch überleb ich's - wär gelacht.

Ein Nachmittag auf der Terrasse,
des Ferienhauses - es war klasse.
In den Dünen - manche Stund,
mit Frau und Freunden, samt Frau Hund.  16.10.17
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Sturm

Sturm - so hoch die Wellen toben,
wir stehen in den Dünen oben,
und sehen uns kaum satt am Bild.
Die Nordsee, ungestüm und wild.

Ich würde in die Wellen tauchen,
jedoch, mein Leben auszuhauchen,
in diesem höllisch brodelnd Nass,
...ne, besser nicht - dahin der Spaß.

Ich könnt dort stehen, stundenlang,
um zuzusehen - irgendwann,
tu ich's wohl, nehm mir die Zeit.
Ich freu mich drauf - ich bin bereit.

Der weite Strand wie leergefegt.
Sind sie alle fortgeweht?
Wagt sich niemand heut hinaus?
Fast, ja fast schaut's mir so aus.

Das Meer holt sich den Strand zurück.
Was gestern war, ist heut ein Stück,
das gerade noch so übrig blieb.
Egal, mir ist es dennoch lieb.

Vom Himmel her der Regen fegt.
Frau Hund, die sich verstört gelegt,
schaut kritisch in die weite Runde.
Heute war's, zur 11. Stunde.

Sand und Salz auf meiner Brille.
Das Meer, es brüllt und tobt - die Stille,
finden wir erst wieder, als,
das Haus erreicht - nass bis zum Hals.

Was uns nun vom Erlebnis bleibt?
Na, Freude und Zufriedenheit.
Entspannung, so gemütlich halt.
Sagt mir nicht, ich sei wohl alt.

Denn dies Gefühl und diese Freude,
hab ich nicht nur gestern, heute,
sondern - das sei Euch nun klar,
auch schon, als ich jünger war.

Dieses Strahlen im Gesicht,
verliert man - also hoffentlich,
im Leben niemals - ...Henne Strand,
ein Ort, den man dank Freunden fand.

Seit 30 Jahren, kaum gab's Pausen,
ein Anlaufpunkt - ja, ein Zuhause.
Den Kindern - hey, so ist's im Leben,
haben wir es mitgegeben.

Ich schaue auf das Meer hinaus.
Heute sieht's nicht friedlich aus,
doch liebe ich die See auch so.
Bin infiziert - und das macht froh.   12.10.17
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Regen an der Nordsee

Regenwetter früh am Tage,
die Luft ist klar, die Erde nass.
Da ist's fast klar, dass ich was schreibe.
Schreiben macht mir immer Spaß.

Ein paar schnell gereimte Worte,
12 Päckchen - Ordnung muss schon sein.
Geflügelt, passend, von der Sorte:
Jedes fügt sich bestens ein.

Ich schau hinaus, die Regenjacke,
liegt bereit - Frau Hund, sie spitzt,
die Ohren, dass ich's Leinchen packe.
Achtung, Herrchen, schau, ich sitz.

Selbst bei Regen hat die Heide,
Dänemarks besonderen Reiz.
Das denke nicht nur ich, wir beide.
Etwas nass - was soll der Geiz?

Im Kamin, das Feuer spendet,
wohlig Wärme - so wie's soll.
Sagt mir bitte, wo das endet.
Bin faul und müde - na, wie toll.

Mein Notebook lacht mich an, von weitem,
winkt mir zu - "Nun schreib schon was.
Nutze deine freien Zeiten.
Fabulieren macht dir Spaß.

Oskar ruft dich, denn dein Rabe,
wartet, dass du weiter schreibst.
Band VI - nun spute, gibt kein aber.
Zackig, zackig, es ist Zeit."

Was ich einmal angefangen,
gewährt mir nunmehr keine Ruh.
Ich spüre diesen Schwung, den Drange,
immerfort und immerzu.

Nun gut, ich lasse mich erweichen,
erst Frau Hund - dann schreibe ich.
Solange muss es halt noch reichen.
Erst die Kür - dann folgt die Pflicht.

Wenn frische Nordseeluft mich streichelt,
pustet sie Synapsen frei.
Ich freue mich, dass sie mir schmeichelt.
Oskar wartet - frank und frei.

Für alles gibt es nun mal Phasen,
ich nutze sie, wie's mir geschenkt.
Lasse die Gedanken rasen,
das ist schöner, als man denkt.

An der frischen Luft, den Dünen,
find ich gerne Wort für Wort.
Gebt mir einfach eine Bühne,
der Wind, der Regen ziehen mich fort.   10.10.17
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Überfüllte Strände

Hoffnungslos gefüllte Strände.
Menschen, Menschen ohne Ende.
Für uns, das Tier, das Kind, den Schatz,
grad mal tausend Meter Platz.

Da spürt man doch, auf alle Fälle,
auf Anhieb unseres Nachbarn Pelle.
Der Blick zum Strand komplett verbaut.
So geht das nicht, nein Schluss und out.

Egal wie kurz im Schlaf ich wiege,
des Morgens gibt es keine Liege,
die ich als meine zeichnen kann.
Wohin das Handtuch? - Mann, oh Mann.

Kein Lärm, kein Stress, kein Koma-Saufen.
Verkäufer, die Patrouille laufen?
Auch die gibt's nicht - wo sind wir nur?
Sangria-Eimer? - Nicht die Spur.

Ich bekomm aufgrund der Enge,
Bedrückungen - nein, solche Menge,
an Menschen, das ist mir fatal.
...dann fällt mir ein - das ist genial.

Seit 30 Jahren, um die Uhr,
in Henne Strand Erholung pur.
In "Mors Hus", na sowieso.
Immer bestens - wir sind froh.

Der weite Strand ist eine Wonne,
blauer Himmel und viel Sonne,
feinster heller Sand - nun lauscht,
hört nur, wie die Nordsee rauscht.

Wie sie uns Entspannung bringt,
wie sie ihre Weise singt.
Jeden Tag das gleiche Lied.
Ich ahne schon, was mir bald blüht:

Erholung und viel Freude nämlich,
alles andere wär ja dämlich.
Stress gibt's übers Jahr genug.
Runterfahren, das ist klug.

Die Dünen, nächtens keinen Laut,
Salz und Wärme auf der Haut.
Und sollt es Sturm nebst Regen sein,
gibt's dazu Kleidung - ach, wie fein.

Urlaub an der Nordsee ist,
ganz grandios, nichts wird vermisst.
Für jeden ist's, bei Tag, bei Nacht,
wichtig, was er selbst draus macht.

Und sollten meine Worte nerven,
bitte nicht mit Seetang werfen.
Für mich gehört zur Seelenruh,
das Schreiben einfach mit dazu.   09.10.17
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Barfuß im Meer

Barfuß in den Nordseewellen,
um dabei grad festzustellen,
dass die See im Herbst kaum warm.
Dennoch hat es Reiz, hat Charme.

Die Sonne, die vom Himmel brennt.
Blaues Firmament - patent.
Die Schuhe, gut bewacht zum Glück,
bleiben weit am Strand zurück.

Ich gehe träumend vor mich hin,
bin so, wie ich immer bin:
Überrollt - und das tut gut,
von der Gedanken reinen Flut.

Es regt mir meinen Kreislauf an.
Es tut mir gut, vom Anfang an.
Die Hose krempelnd, dennoch nass.
Völlig schnurz, es macht mir Spaß.

Ich schaue weit aufs Meer hinaus,
alles sieht so friedlich aus.
Regelmäßig, wie am Band,
rollen Wellen an den Strand.

Herbst und Sommer, Dänemark,
Frühling, Winter - immer stark.
Selbst im Oktober, Freud ist groß,
von Wind und Regen mal umtost.

Die Wellen nehmen Schritt für Schritt,
manch Gedanken einfach mit.
Lassen, das beruhiget mich,
Stress ganz leise hinter sich.

2 perfekte Urlaubswochen,
gerade erst mal angebrochen.
Die Seele dankbar baumeln lassen,
das Gefühl mit Händen fassen.

In der Wellen Rauschen tauchen,
im Moment nichts weiter brauchen,
als Ruhe und Besinnlichkeit.
Wundervoll erfüllte Zeit.

Ich schau zurück zum weiten Strand.
Jedes Sandkorn mir bekannt.
Auch wenn ich mich vielleicht verlor,
kommt's mir halt nun jetzt so vor.

Die Liebste und das Tochterkind,
winken mir vom Strand - der Wind,
zaust dem Enkelkind das Haar.
Desgleichen geht's Frau Hund - na klar.

Die Steinchen, die die Sohlen spüren,
ein wenig schmerzhaft, fast Massieren.
Ich gehe langsam jetzt zurück.
Erfüllt von Frieden, tiefem Glück.    08.10.17