Wahre Hilfe

Wahre Hilfe ist ein Segen.
Kein Grund daher, sich aufzuregen.
Das Frühjahr schreitet schnell voran.
Ein jeder tut, was er gut kann.

Die Liebste schmückt den Hof, Terrasse.
Ehrlich - hey - das macht sie klasse.
Schon bald erstrahlt der Hof dann ganz,
in wunderschön erneutem Glanz.

Grüne Knospen an den Bäumen.
Geradewegs will es mir scheinen,
als sei der Winter, der verstrich,
nicht mehr als blass und ein Gerücht.

Die Liebste wühlt mit ihren Händen,
in Blumenerde, zu beenden,
was sie vor Tagen erst begann.
Es wird schon werden, irgendwann.

Neben ihr, in jener Phase,
steckt Frau Hund die feuchte Nase,
tief ins Erdreich, sie begreift,
für Hilfe ist die Zeit nun reif.

Als wir uns zum Speisen geben,
beschließt sie daher grad mal eben,
dass ihre Zeit gekommen ist.
Sie schaut zum Fenster, denkt voll List...

...dass Frauchen sich schon freuen werde,
verteilt Frau Hund die lockere Erde.
Und ist sie gerade mal dabei,
legt sie gleich die Wurzeln frei.

Hier was wühlen, dort was graben.
Dabei ein reins Gewissen haben.
Frau Hund, sie hat gut aufgepasst.
Nun führt sie‘s fort mit großer Hast.

Frauchen wird sie stolz empfangen.
Da gibt’s nicht Ängste und kein Bangen.
Frau Hund, die ja nur helfen will,
sie wirkt zügig, flott und still.

Stolz tritt sie ein Stück zurück,
erfüllt von Freude, tiefem Glück,
schaut sie auf ihr Werk, erkennt:
Arbeit ist selbst ihr nicht fremd.

Warum das Alpha-Tier jedoch,
das Haus verlässt und wütend kocht,
erschließt sich unserem Hund dann nicht.
Armes Tier, du armer Wicht.

Was bleibt mir? - Ich geh ins Volle,
bekleide die Chronistenrolle,
denn auch ich, Ihr Freunde mein,
werde kaum ne Hilfe sein.   14.04.18
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Selbst ist Frau Hund

Sucht die Familie mal das Weite,
so steht an unseres Hofes Seite,
die sichere Hütte für Frau Hund.
Sie hält geschützt und warm manch Stund.

Grad so war es heute wieder.
Wir fuhren zu der Tochter rüber,
und Luni hat den Hof bewacht.
Überlegt, perfekt gemacht.

Da ich der Freund des Hundes bin,
bescherte ich, das machte Sinn,
Lungen - ein Paket vom Lamm.
Das reichte wohl - so nahm ich an.

Ein tiefer Blick aus treuen Augen,
ließ mich an Verständnis glauben.
Dass Irren dennoch menschlich ist,
dass ist es, das der Mensch vergisst.

Denn der große Rest der Lungen,
getrocknet und vom Duft durchdrungen,
ruhte auf dem großen Tisch,
der Veranda - ...dachte ich.

Soll ich schimpfen? Soll ich loben?
Das Behältnis lag am Boden.
Geöffnet, ohne Krümel, leer.
Sie schaut mich an - „Ich wollte mehr“.

Mal eben auf den Tisch gehüpft,
mal den Deckel schnell gelüpft,
und sich am Inhalt fix bedient.
Jede so, wie’s ihr geziemt.

Dass die Blumen umgegraben,
senkt die Note im Betragen.
Doch - Ehrlich - wurde mir bewusst,
dass ich leichthin schmunzeln muss.

Frau Hund, wer hätte dies geglaubt,
hat die Lüngerl sich geraubt.
Das macht satt, das hält gesund:
Selbst - Ihr Lieben - ist Frau Hund.

Hätt ich eine Kamera,
dann sähe ich - und das ist wahr,
die Aktion sehr gerne an.
Wer will, der will. Wer kann, der kann.

Nun liegt sie satt in ihrer Liege,
erfreut sich tief an ihrem Siege.
Tja, Herrchen, wer stets denkt, er denkt,
irrt sich... - danke fürs Geschenk.

Beim nächsten Mal, ich hab’s beschlossen,
wird nicht gestohlen, nicht genossen.
Ein Schloss wird an die Box gemacht.
Entscheidung steht! - Jetzt gute Nacht.  01.04.18
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Verständigung

Gestern zur recht späten Stunde,
gestern bei der letzten Runde,
mit Frau Hund ereignet sich,
ein Vorfall, der mit Grenzen bricht.

Frau Hund, sie setzt sich plötzlich still,
vor mich hin – was sie wohl will?
Ich schau sie an, sie räuspert sich.
Ungeduld beschreitet mich.

Ich sage: „Tier, was soll ich tun?
Sage mir, was willst du nun?“
Da öffnet sie ihr Maul ganz leis,
und raunt mir zu: „Ein Bällchen Eis!

Mein derzeit allerletzter Wille:
Ein kühles Bällchen aus Vanille.
Jetzt setz dich in den Wagen. Fahr!
Mach mir meine Wünsche wahr.“

Nichts ist mehr, wie es mir scheint.
War´s Einbildung? Hab ich gemeint,
Frau Hund, sie sprach tatsächlich so?
Ich war verwirrt – tja, irgendwo.

Natürlich ist´s auch meine Schuld.
Denn letztlich ist es ja schon Kult,
das, wenn ein Becher Eis uns schmeckt,
dass Luni die Vanille leckt.

Doch dass sie jetzt von selbst schon kommt,
das überrascht mich sehr und prompt.
Ich ging zur Liebsten schnell zurück,
und fragte sie: „Mein bestes Stück…

…was meinst du, soll ich reagieren?
Was meinst du, was wird wohl passieren?
Ignorieren wir den Wunsch?
Zieht sie einfach einen Flunsch?

Oder wird sie uns dann hassen?
Wird sie uns dann spüren lassen:
Am besten wäre ich, ihr Lieben,
im Tierheim seinerzeit geblieben.“

Ich hab nicht lange nachgedacht.
Ich hab mich auf den Weg gemacht.
Ich fuhr zu Cucco, das macht Sinn,
und legte die Bestellung hin.

Ein Bällchen Eis – na, für Frau Hund.
Zwei Becherchen – recht voll und bunt,
für uns – nun meckert nicht, na ja.
Ich war halt schließlich einmal da.

Nicht, dass das Tier sich nunmehr irrt.
Nicht dass uns das zur Regel wird.
Beim nächsten Male bleib ich stark.
Statt Eis gibt’s schnöden Magerquark. 29.03.18
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Ein treuer Blick

Frau Hund, sie schaut aus treuen Augen.
Sie mag nicht, doch sie muss es glauben:
Zum Frühstück fehlt das Scheibchen Wurst.
Irgendwie hab ich’s gewusst.

Es litt mein Weib, Frau General,
heute wieder Bügel-Qual.
Wenn sie dort an dem Brette steht,
kommt alles, selbst das Tier zu spät.

Dass sie mich gern übersieht,
das weiß ich wohl, weil‘s oft geschieht.
Doch dass Frau Hund sie auch vergisst,
mein liebes Weib, ist großer Mist.

Die Packung gestern schon fast leer,
das Herz, es wird dem Hund so schwer,
weil sie morgen nicht versteht,
dass der Herr des Hauses geht...

...ohne mit der Wurst zu winken.
Ich ahne sie im Leid versinken.
Der Stätz geknickt, die Augen trüb...
(ob sie das wohl heimlich übt?)

Die gute Fleischwurst, die von „Ja“,
für Luni stets gekauft, oh, wahr.
Doch morgen - Kummer, große Not,
schaut sie traurig auf mein Brot.

Wird nicht verstehen, dass es nichts gibt.
Fühlt sich wie ich, halt nicht geliebt.
Glaubt gewiss - kaum sonderbar,
dass es mein Vergehen war.

Zeig ich die Hacken gen Büro,
wird meine Frau, das ist halt so,
mich - genauso wird’s passieren,
unterdrücken, denunzieren.

Wird Frau Hund verstehen geben,
dass ich’s vergaß, so ist sie eben.
Mein Einfluss hierauf - Mist und Dreck,
unnütz - bin halt zu weit weg.

Doch statt Blumen (Jahrestag),
gibts was, das mein Luni mag.
Das gute Geld, so hoch geschätzt,
wird in Fleischwurst umgesetzt.

Für das Tier spontan zu sorgen,
das ist es, was mich treibt ab morgen.
Ich möcht in Lunis Augen sehn,
die dann strahlen - ach, wie schön.

Frau Hund, du, ach so treues Wesen,
könntest du ein wenig lesen,
dann wüsstest du - so glaube mir:
Ich konnte wirklich nichts dafür.   21.02.18
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Salzig

Frau Hund, hier müsst Ihr es nun lesen,
ist ein arg verpeiltes Wesen.
Schnell, behände, wie der Blitz,
doch der Verstand… - oh Gott, ein Witz.

Süß, ein Blick zum Herzen schmelzen.
Ich muss in den Gedanken wälzen,
wann ich ihr je widerstand…
Niemals nicht – liegt auf der Hand.

Ich weiß, dass sie die Blicke übt…
(wer anders spricht, nun ja, der lügt),
zuhause vor dem Spiegelschrank,
stunden-, tage-, wochenlang.

Kaum haben wir das Haus verlassen,
versucht sie diesen Blick, den krassen,
bis sie sehr zufrieden nickt.
Bisher ist ihr das stets geglückt.

Doch eines wird sie niemals lernen.
Der Tag, er steht noch in den Sternen,
an dem sie diesen Unterschied,
erkennt, begreift – das alte Lied.

Am Meer, im schönen Land der Dänen,
(leider muss ich es erwähnen),
stillt sie ihren Durst mal gerne,
im Meer… - Erkenntnis liegt ihr ferne.

Ein Schrei, die Warnung, schon zu spät.
…ab diesem Punkte gilt Diät.
Was oben reingeht, so sieht´s aus,
will am anderen Ende raus.

Frauchen, sie verdreht die Augen,
muss natürlich stets dran glauben.
Legt – nun gut, so muss es sein,
wieder einmal Nachtschicht ein.

Der Freiheit ist Frau Hund beraubt,
denn wer an das Verständnis glaubt,
der ist nun mal auf falschem Pfade.
Selber schuld, Frau Hund, wie schade.

Statt Freiheit und Geschwindigkeit,
folgt nun jetzt erneut die Zeit,
an der du streng bei Fuße gehst.
Ich weiß, dass du das nicht verstehst.

Niemand gibt jetzt auf die Blicke,
die du sendest, tja, zum Glücke,
irgendwie und irgendwas.
Verdirbst dir leider selbst den Spaß.

Wenn du demnächst Zuhause bist,
dort wo kein Meer, nur Weiher ist,
dort versuch´s vielleicht noch mal.
Frauchen hat die Macht – welch Qual.  10.01.18
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Die Kappe

Heute darf ich später ran,
da ich mit entscheiden kann,
in Kölle, im Gericht am Rhein,
in Arbeitssachen - so soll's sein.

Dieserhalb und desterwegen,
kam es mir heut Früh gelegen,
samt Frau Hund die Tour zu gehn...
Ob sie wollte? - Man wird sehn.

Sie schaut aufs Bett, Frau General,
der Grad auf dem sie geht ist schmal.
So macht Frau Hund es sich bequem:
"Ich und gehen? - Nicht mit dem."

Ich hab's versucht mit guten Worten,
sprach vom Schnüffeln, netten Orten.
Vom morgens früh "Die-Zeitung-lesen",
da ging sie mit - so ist's gewesen.

Wir gingen fröhlich, Schluss und Klappe,
doch dann kam das Problem der Kappe,
die mitten auf dem Gehweg lag.
Welch ein Problem am frühen Tag.

Schwarz und boshaft dort gelegen,
unfähig, sich zu bewegen.
Doch Frau Hund beim ersten Licht,
klemmt den Stätz - ...man weiß ja nicht.

Was wäre - und das wäre Life,
falls das Ding den Hund sich greift.
Was wäre, wenn ein solches Teil,
Zähne hätte - allerweil.

Falls es plötzlich sich entfaltet?
Vorsichtsregeln sind veraltet.
Wenn's Frau Hund, sofern's gelingt,
plötzlich an den Schlickes springt.

Sich dort festkeilt und dort klammert?
Oh, mein Gott, das wäre Jammer.
Das arme Tier - so sieht das aus,
käme niemals mehr nach Haus.

Ich hab Frau Hund, ganz ungelogen,
gezerrt, versucht und auch gezogen.
Der Hals, er wurde lang und länger,
Entscheidungsweg hingegen enger.

Wir hatten grad erst angefangen.
So sind wir dann zurückgegangen.
Meine Frau, sie schaut und spricht.
<<Lieber Mann, erzähl das nicht.>>

Doch ich hab Zeit - so sind Chronisten.
Heute nicht Tabellen, Listen,
sondern früh am Tag der Reim.
Grämt Euch nicht - so soll es sein.    01.08.2017
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