Ein treuer Blick

Frau Hund, sie schaut aus treuen Augen.
Sie mag nicht, doch sie muss es glauben:
Zum Frühstück fehlt das Scheibchen Wurst.
Irgendwie hab ich’s gewusst.

Es litt mein Weib, Frau General,
heute wieder Bügel-Qual.
Wenn sie dort an dem Brette steht,
kommt alles, selbst das Tier zu spät.

Dass sie mich gern übersieht,
das weiß ich wohl, weil‘s oft geschieht.
Doch dass Frau Hund sie auch vergisst,
mein liebes Weib, ist großer Mist.

Die Packung gestern schon fast leer,
das Herz, es wird dem Hund so schwer,
weil sie morgen nicht versteht,
dass der Herr des Hauses geht...

...ohne mit der Wurst zu winken.
Ich ahne sie im Leid versinken.
Der Stätz geknickt, die Augen trüb...
(ob sie das wohl heimlich übt?)

Die gute Fleischwurst, die von „Ja“,
für Luni stets gekauft, oh, wahr.
Doch morgen - Kummer, große Not,
schaut sie traurig auf mein Brot.

Wird nicht verstehen, dass es nichts gibt.
Fühlt sich wie ich, halt nicht geliebt.
Glaubt gewiss - kaum sonderbar,
dass es mein Vergehen war.

Zeig ich die Hacken gen Büro,
wird meine Frau, das ist halt so,
mich - genauso wird’s passieren,
unterdrücken, denunzieren.

Wird Frau Hund verstehen geben,
dass ich’s vergaß, so ist sie eben.
Mein Einfluss hierauf - Mist und Dreck,
unnütz - bin halt zu weit weg.

Doch statt Blumen (Jahrestag),
gibts was, das mein Luni mag.
Das gute Geld, so hoch geschätzt,
wird in Fleischwurst umgesetzt.

Für das Tier spontan zu sorgen,
das ist es, was mich treibt ab morgen.
Ich möcht in Lunis Augen sehn,
die dann strahlen - ach, wie schön.

Frau Hund, du, ach so treues Wesen,
könntest du ein wenig lesen,
dann wüsstest du - so glaube mir:
Ich konnte wirklich nichts dafür.   21.02.18
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Salzig

Frau Hund, hier müsst Ihr es nun lesen,
ist ein arg verpeiltes Wesen.
Schnell, behände, wie der Blitz,
doch der Verstand… - oh Gott, ein Witz.

Süß, ein Blick zum Herzen schmelzen.
Ich muss in den Gedanken wälzen,
wann ich ihr je widerstand…
Niemals nicht – liegt auf der Hand.

Ich weiß, dass sie die Blicke übt…
(wer anders spricht, nun ja, der lügt),
zuhause vor dem Spiegelschrank,
stunden-, tage-, wochenlang.

Kaum haben wir das Haus verlassen,
versucht sie diesen Blick, den krassen,
bis sie sehr zufrieden nickt.
Bisher ist ihr das stets geglückt.

Doch eines wird sie niemals lernen.
Der Tag, er steht noch in den Sternen,
an dem sie diesen Unterschied,
erkennt, begreift – das alte Lied.

Am Meer, im schönen Land der Dänen,
(leider muss ich es erwähnen),
stillt sie ihren Durst mal gerne,
im Meer… - Erkenntnis liegt ihr ferne.

Ein Schrei, die Warnung, schon zu spät.
…ab diesem Punkte gilt Diät.
Was oben reingeht, so sieht´s aus,
will am anderen Ende raus.

Frauchen, sie verdreht die Augen,
muss natürlich stets dran glauben.
Legt – nun gut, so muss es sein,
wieder einmal Nachtschicht ein.

Der Freiheit ist Frau Hund beraubt,
denn wer an das Verständnis glaubt,
der ist nun mal auf falschem Pfade.
Selber schuld, Frau Hund, wie schade.

Statt Freiheit und Geschwindigkeit,
folgt nun jetzt erneut die Zeit,
an der du streng bei Fuße gehst.
Ich weiß, dass du das nicht verstehst.

Niemand gibt jetzt auf die Blicke,
die du sendest, tja, zum Glücke,
irgendwie und irgendwas.
Verdirbst dir leider selbst den Spaß.

Wenn du demnächst Zuhause bist,
dort wo kein Meer, nur Weiher ist,
dort versuch´s vielleicht noch mal.
Frauchen hat die Macht – welch Qual.  10.01.18
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Die Kappe

Heute darf ich später ran,
da ich mit entscheiden kann,
in Kölle, im Gericht am Rhein,
in Arbeitssachen - so soll's sein.

Dieserhalb und desterwegen,
kam es mir heut Früh gelegen,
samt Frau Hund die Tour zu gehn...
Ob sie wollte? - Man wird sehn.

Sie schaut aufs Bett, Frau General,
der Grad auf dem sie geht ist schmal.
So macht Frau Hund es sich bequem:
"Ich und gehen? - Nicht mit dem."

Ich hab's versucht mit guten Worten,
sprach vom Schnüffeln, netten Orten.
Vom morgens früh "Die-Zeitung-lesen",
da ging sie mit - so ist's gewesen.

Wir gingen fröhlich, Schluss und Klappe,
doch dann kam das Problem der Kappe,
die mitten auf dem Gehweg lag.
Welch ein Problem am frühen Tag.

Schwarz und boshaft dort gelegen,
unfähig, sich zu bewegen.
Doch Frau Hund beim ersten Licht,
klemmt den Stätz - ...man weiß ja nicht.

Was wäre - und das wäre Life,
falls das Ding den Hund sich greift.
Was wäre, wenn ein solches Teil,
Zähne hätte - allerweil.

Falls es plötzlich sich entfaltet?
Vorsichtsregeln sind veraltet.
Wenn's Frau Hund, sofern's gelingt,
plötzlich an den Schlickes springt.

Sich dort festkeilt und dort klammert?
Oh, mein Gott, das wäre Jammer.
Das arme Tier - so sieht das aus,
käme niemals mehr nach Haus.

Ich hab Frau Hund, ganz ungelogen,
gezerrt, versucht und auch gezogen.
Der Hals, er wurde lang und länger,
Entscheidungsweg hingegen enger.

Wir hatten grad erst angefangen.
So sind wir dann zurückgegangen.
Meine Frau, sie schaut und spricht.
<<Lieber Mann, erzähl das nicht.>>

Doch ich hab Zeit - so sind Chronisten.
Heute nicht Tabellen, Listen,
sondern früh am Tag der Reim.
Grämt Euch nicht - so soll es sein.    01.08.2017
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