Ein reisefreudiger Rabe

Oskar, den fast über Nacht,
der Zufall einst zu mir gebracht,
will sich scheinbar nun beweisen.
Der Rabe geht spontan auf Reisen.

Unser Hof - ist das nun klug (?),
scheint ihm nicht mehr groß genug.
Da er sich für erwachsen hält,
will er was sehen - von dieser Welt.

Zum „Weltbild“, hin zu „Frosch“ Liane,
Neubrandenburg, McPomm, ich ahne,
die Fahrt ist weit und doch, hurra,
erwartet uns die Freundesschar.

Zusammen dort die Stühle rücken,
Dana mal ganz kräftig drücken,
ich freu mich drauf, bald geht es los.
Ihr Lieben, das wird ganz famos.

Die Mayersche, auch das wird toll,
alles scheint mir, wie es soll.
Ich habe mir ein Herz genommen,
Oskar hat sich freigeschwommen.

Heimatliche - stark - Gefilde.
November wird’s - so seid im Bilde.
In Bergheim steigt die Lesung dann.
In Bälde schon, nicht irgendwann.

Dazu dann auch - nun werd ich kess,
im Februar die VHS.
Danke, Ute, für die Zeit,
die Chance und die Gelegenheit.

In Olpe gibt’s bald beim Hospiz,
eine Lesung - ja, man sieht’s,
der Rabe, der was auf sich hält,
stromert langsam durch die Welt.

An manchen Tagen und Terminen,
führt er MICH mit frohen Mienen.
Zeigt dann als Persönlichkeit,
mir die „Harke“ - bin bereit.

Grad schaut er schielend durch die Fenster,
von draußen rein - seh ich Gespenster?
Gibt mir Zeichen, wie ich meine,
dass ich ihm zu ruhig erscheine.

Statt das Wort voranzutreiben,
soll ich ne Bewerbung schreiben.
Für Lesungen, ob fern, ob nah.
Gut, mein Oskar, ich nehm‘s wahr.

Ich werde es demnächst probieren,
wie als Team wir funktionieren.
Die Gestalt aus Blech und ich.
Oskar wünscht sich Bühnenlicht.   23.10.17
____________________________________

Vogelschar

Am Freitag zog, zur Freude mein,
so mancher Rabe bei mir ein.
Und daher stimmt´s seit jenem Tage,
dass ich einen Vogel habe.

Nicht nur einen – eher viele,
vereint und nur zu einem Ziele.
Mich durch den Kakao zu zoppen.
Sagt es mir – ist das zu toppen?

Zur Lesung habe ich erlebt,
was mich nunmehr tief bewegt:
Dieser Schlingel lässt mich beben,
entwickelt nun ein eigenes Leben.

Bin ich bei Tag mal nicht Zuhause,
mach in Nächten schlafend Pause,
versammelt sich – oh, es ist wahr,
heimlich jene Vogelschar.

Steigt gar von des Daches Rinnen,
beratschlagt sich – na, fast von Sinnen,
wie ich wohl zu plagen sei.
Lasst das bitte – gebt mich frei.

Glaubt es mir, ich bin empört.
Wenn man die Phantasien hört,
wenn man sie sieht… - ach was, egal,
fragt man sich: - Bin ich normal?

Kann es sein, dass die Synapsen,
(Nachtigall, ick hör dir trapsen),
sich verklebten, Grünspan setzen?
Frechheit kann sehr wohl verletzen.

Gegen einen sich zu wehren,
könnte klappen, doch erschweren,
tut – ich bin zum Kampf bereit,
Oskars Vielzahl – tut mir leid.

Freunde, die ihr ihn geschenkt,
ich frage ehrlich, was Ihr denkt.
Der Einzelfall war schon genug.
Jetzt als Schar? – Das ist nicht klug.

Ich kenne Raben, nicht zu fassen,
die es wirklich krachen lassen.
Die Passagen lesen, die…
…nie geschrieben – Mimimi.

So muss ich wohl am Ende durch.
Stark die Ängste, groß die Furcht.
Mein Hof, der nun bevölkert ist,
von wilden Raben – dass Ihr´s wisst.

…Ihr meint, es hätt mir Spaß gemacht?
Niemals nicht! – Es wär gelacht!
Das habt Ihr völlig falsch erfasst….
Scheinbar so, wie´s Oskar passt.   25.09.17
____________________________________

Floh im Ohr

Der eine hat den Floh im Ohr.
Beim nächsten ist´s ein ganzer Chor.
Bei mir jedoch, verzeiht mir gerade,
ist nicht ganz klar, was ich wohl habe.

Vernehme Flüstern, höre Stimmen.
Nicht von außen – nein, von innen.
Jemand, an verborgenem Ort,
meldet ständig sich zu Wort.

Schickt so manchen Spruch auf Reise.
Meint am Ende, er sei weise.
Er hätt die Weisheit, wie vermessen,
aus dem vollen Topf gegessen.

Ich frage mich, liegt´s wohl am Alter?
Bin über 60 – mein Gott, Walter,
doch fühle ich mich nebenbei,
dazu im Grunde frisch und frei.

Liegt´s vielleicht an jener Gabe,
die ich nicht löschbar in mir trage?
An Phantasie? – Davon zu viel?
Dies Leben, Leute, ist kein Spiel.

Wenn du zu oft von Raben schreibst,
dabei nicht gerade sachlich bleibst,
dann wirst du – dieser Frust ist groß,
den frechen Burschen nicht mehr los.

Verwechselst das reale Leben,
mit dem erdachten – das soll´s geben.
Die Synapsen sind verklebt.
Zur Heilung ist es längst zu spät.

Ich frage nach: <<Bist du das, Rabe?
Bist du es, den ich in mir trage?
Was kann ich tun – I´ll do my best,
dass du mich – nun ja – verlässt?>>

Für den Moment ist´s still geblieben.
Ich dachte schon, er sei verschieden.
Da ertönt aus Blech der Schnabel.
Wie immer – unverhohlener Tadel:

<<Du Hammel, wie oft sag ich´s noch?
Du Unhold, sprich, du magst mich doch.
Doch eines, Henry, das sei Pflicht:
Den Schnabel schließest du mir nicht.

So lang ich was zu melden habe,
tu ich das – bei Nacht, bei Tage.
Wir sind ein Team – dein steter Chor.
Ich bin, begreif´s, dein Floh im Ohr.>>

So bin und bleib ich, liebe Leute,
vermutlich nun des Wahnsinns Beute.
Den Floh im Ohr entfernt man leicht…
Den Raben…? – Ob ein Leben reicht?  12.09.17
_______________________________________

Boshaft

Dass ich mich beäugt grad fühle,
dient – na klar – nur einem Ziele:
Der Rabe, der dort vor mir steht,
begafft mich ständig – na, weil´s geht.

Er steht dort still als Druckerzeugnis.
Völlig unterkühlt, bereut nix.
Macht sich einen Spaß daraus,
mich zu foppen – so sieht´s aus.

Dass ich das recht boshaft finde,
verunsichert den Mann im Kinde…
Oder ist das umgekehrt…?
Das Kind im Manne – so hat´s Wert.

Er gefällt sich in der Rolle,
fein gezeichnet – macht sich tolle,
Gedanken in der Situation.
Und das seit ein paar Tagen schon.

Vorbei die Ruhe, nichts relaxed.
Er ist doch nur ein Bild und Text.
Nicht mehr als reine Druckerschwärze…
Da ruft er rüber: <<Machst du Scherze?

Ich bin lebendig, zwar Metall,
doch wie du – ein klarer Fall,
heg ich Gefühle und Gedanken.
Ohne Halt und ohne Schranken.

Du meinst, du musst mich niedermachen?
Du Mann im Off – ich muss laut lachen.
Die Geister, die du riefst, mein Freund,
wirst du nie mehr los – mir scheint…

…das willst du scheinbar nicht begreifen.
Ich gebe dir kurz Zeit zu reifen.
Ich rate dir, zu deinem Glück:
Halte dich demnächst zurück.

Ich bin der, um den´s hier geht.
Mir scheint, der Herr, der nicht versteht,
sitzt vor mir an der Tatstatur.
Besinne dich – beeil dich nur.>>

Ich schaue auf – fühl mich zerbrochen.
Hat er wirklich grad gesprochen?
Bilde ich mir alles ein…?
Ganz gewiss – so wird´s wohl sein.

Denn alles andere tät bedeuten:
Ich drehe langsam durch, bin Beute,
des Druckes, der Gedankenwelt.
Unterdrückt und lang kein Held.

Werde – dauert nicht mehr lange,
zum Gespött – oh, ich bin bange.
Ab morgen – Gott, so groß die Furcht,
gebiet ich Einhalt – setz mich durch.   11.09.17
______________________________________

Im Duett

Gitta, Henry im Duett.
Gemeinsam lesen, das wird nett.
Es ist so, Erkenntnis siegt,
dass Oskar eine Stimme kriegt.

Die nette Dame – sonst in Robe,
steht mit mir demnächst dort oben,
und wir lesen dann im Chor,
liebe Leute, Euch was vor.

Wer gern flachst, so ist das immer,
braucht zum Reden eine Stimme.
Braucht Gesten, hin zu der Erkenntnis:
Wer sichtbar ist, erhält Verständnis.

Nun gut, ich stell mich in die Ecke,
sorge mich, dass ich erwecke,
den Eindruck – Gott – auf Eurer Seite,
dass ICH dem Raben Stress bereite.

Das Urteil müsst Ihr selber treffen.
Doch bitte, bitte nicht vergessen,
dass ich – wie es auch immer kommt,
die Unschuld bin – ganz klar und prompt.

An diesem Punkt – vorerst die Pflicht,
sind wir leider jetzt noch nicht.
Um gescheit bald vorzutragen,
gilt´s zu üben – lasst´s Euch sagen.

Wir werden uns an feinem Orte,
treffen, üben, dass die Worte,
fließen wie aus einem Guss.
Das ist wichtig, ist ein Muss.

Um Euch in den Kapiteln, Themen,
zu erreichen, mitzunehmen,
schaute Oskar – tja, sein Wille,
sorgsam prüfend durch die Brille.

Hat mir – wie auch sonst? – erklärt,
das alles habe wenig Wert,
wenn er nicht die Inbrunst spürt.
Unsere halt – wie´s ihm gebührt.

So hab ich ihm darauf versprochen,
dass wir´s testen – ein paar Wochen,
bleiben uns ja – hey, ein Like,
bis dahin – die Lesung steigt.

Im Bauche spür ich leises Grummeln.
Gedanken toben - fast gleich Hummeln,
jagen sie – und überhaupt…
Halt! Ein Scherz! Nicht, dass Ihr´s glaubt.

Wir freuen uns schon sehr darauf,
lassen Emotionen Lauf.
Das wird – Ihr werdet es schon sehn,
ein netter Abend – Gott, wie schön.  05.09.17
_______________________________________

Auf der Lauer

Ob ich wohl je die Zeit besiege?
So sehr ich auf der Lauer liege,
es geht die Zeit – und das ist dumm,
vermaledeit partout nicht um.

Die Liebste schaut mich an und spricht:
<<Du Kindskopf, bitte gräm dich nicht.
Die 3 Tage bis zum Start,
die schaffst du auch noch – klingt´s auch hart.>>

Mein Ohr, es klebt – so kommt´s mir vor,
draußen, dort am Eingangstor.
Jeder Wagen, der dort hält,
könnt es sein - …ich bin kein Held.

Doch statt der Bücher Lieferung,
ist´s die Stadt, die mit viel Schwung,
dem Müll, der in der Tonne weilt,
die Abfuhr mit Bravour erteilt.

Beim nächsten Mal – ach Mensch, mein Gott,
war´s der Wagen, der mit Schrott.
Die Post, und was weiß ich noch wer.
Zu warten fällt mir einfach schwer.

Frau Hund, sie bellt, da sie was hört.
Ein lauter Ton, der mich betört,
weil…vielleicht…es könnt ja sein…
Aber wieder, leider Nein.

Schüttelt, Freunde, nur das Haupt.
Mich, dem´s letzte Nerven raubt,
macht das Warten mürbe, mürbe.
Fast, als ob ich eben stürbe.

Vielleicht – man mag´s mir offenbaren,
hat sich ja DPD verfahren.
Vielleicht sind auch die Druckmaschinen,
explodiert… - muss ich´s verdienen?

Vielleicht ein Stau auf der A3,
Entführungen, ganz nebenbei.
Vielleicht – spürt, wie ich Ängste hab,
war das Papier auch gerade knapp.

Vielleicht gab´s keine Druckerschwärze?
Damit macht man keine Scherze!
Ob man mich vergessen hat,
weit entfernt – in jener Stadt.

Ich höre Oskar sich beschweren.
Er mosert, meckert, alle Ehren,
weil er mich endlich treffen will…
Da spricht die Liebste: <<Sei jetzt still.

Geh den Menschen – nicht wie mir,
auf den Keks – ich sag es dir.
Schau auf des Kalenders List.
Begreif, dass heut erst Samstag ist.>>  02.09.17
_________________________________________

Ein paar deutliche Worte

Nun steht er also neben mir.
Er schaut mich an: <<Was soll ich hier?>>
Senkt, samt nicht verborgenem Tadel,
vehement mit Schwung den Schnabel.

Schaut ganz höhnisch von der Stange…
Freundchen, Freundchen, nicht mehr lange,
und ich – yes – ich stelle dich,
in Worten bloß – hab dich erwischt.

Dieser Drang, mich nachzuäffen…,
Freundchen – werde mich vergessen.
Reiß dich zusammen, schau nicht so.
Dass es dich gibt, macht mich einst froh…

…bis ich wusste und erkannt,
wie frech du bist – die wahre Schand.
Du bist aus Blech – den Lebensgeist,
gab ich dir ein, dass du´s nur weißt.

Grad tust du so, musst nicht mal üben,
als könntest du kein Wasser trüben.
Hältst die Blicke fein gesenkt…
Das glaubt dir niemand. – Ha! Geschenkt.

Denkst du wirklich, dass die Leute,
dich verkennen? – Gestern, heute?
Dass sie denken, du seist brav?
Und ich? – Ich sei das schwarze Schaf…?

Mach dir nichts vor, weil´s ganz gewiss,
so nicht sein wird und nicht ist.
Wirf einen Blick nach vorn und dann…
…ich bin verwirrt – sieht man´s mir an?

Warum nur – sagt´s aus freien Stücken,
dieses vorwurfsvolle Blicken?
Als ob.. – was denkt Ihr Euch dabei,
ICH des Übels Wurzel sei.

Lest es nur – versteht mein Bangen.
ER hat damals angefangen.
ER war´s, der mich Tag und Nacht,
zur Weißglut trieb – mich kirre macht.

ER, er schaut zwar jetzt so lieb,
doch dass er mich zum Wahnsinn trieb,
mit Inbrunst und aus freiem Willen,
erkennt man hinter seiner Brille.

Dass er grad den Schnabel hält,
macht er jetzt nur, weil´s ihm gefällt.
Um gut und friedlich dazustehen.
Wartet ab – Ihr werdet sehen.

Betrachtet diesen blechernen Held,
wie er sich gibt, wenn´s ihm gefällt.
Es nimmt mich mit, ich bin geplagt,
vom Anfang an – vom ersten Tag.  28.08.17
_____________________________________

Referenz-Gedicht

Glaubt es, lest es, seid erwischt,
dies ist ein Referenz-Gedicht.
Was aus Zufall einst begann,
fängt nun jetzt so richtig an.

Ich hab dereinst den Schritt gewagt,
nach Leipzig – und der net-Verlag,
hatte, wie´s so kommen kann,
seinen Platz gleich nebenan.

Aus Gesprächen wurde früh,
Verstehen und auch Sympathie.
Da kam es, wie es kommen muss:
Hin zum Buch – mit großer Lust.

Das Manuskript, es ging auf Reise,
hin zu Frau Maria Weise,
wo es, das war mir früh klar,
in allerbesten Händen war.

Mit Geschick und Sachverstand,
mit Spaß und mit geübter Hand,
schufen wir, per Bild verstärkt,
gemeinsam ein sehr schönes Werk.

Wenn mir etwas Freude macht,
wenn´s gut gelingt, so gebt jetzt Acht,
mündet dies – so soll es sein,
geflügelt, wortreich – halt im Reim.

Danke für die stete Ruhe,
unser „Oskar“ schnürt die Schuhe,
und geht – vielleicht – weil´s ihm gefällt,
hinaus nun in die weite Welt.

Dank Maria für die Mühen,
für die Zeit, die mir verliehen.
Wer weiß, vielleicht die Fortsetzung,
auch bei Dir? – Wir sind noch jung.

Danke Chrissy für die Bilder,
meine Phantasie wird wilder,
und sieht schon innerlich gebannt,
das weitere Werk – den nächsten Band.

Ich freu mich drauf, bald abzuschalten,
es fertig in der Hand zu halten,
das nächste Baby, nächstes Buch.
Viel, viel mehr als nur Versuch.

Ich schreibe, Chrissy zeichnet und…,
Maria macht das Werk dann rund.
Die Worte fließen wie ein Strom,
ich spüre die Begeisterung schon.

Ich gebe gerne hiermit preis,
dass ich nichts wirklich Besseres weiß,
als die Gemeinschaft und das Feuer,
an „Oskars“ erstem Abenteuer.    26.08.17
___________________________________

Ich kann nicht warten

Ich bin – nicht wenig – aufgeregt,
und in der Hoffnung, dass sich legt,
was nicht hierher, zu mir gehört,
warte ich – auch wenn´s mich stört.

Ich sprach vor kurzer Zeit per Reim:
Warten kann so grausam sein.
Ungeduld, ich sag´s jetzt hier,
ist ein großer Teil von mir.

„Oskar“ wartet nebenbei,
leider in der Druckerei.
Kaum war die Datei versandt,
schau ich meine Mails, gebannt.

Es könnte sein, vielleicht auch nicht,
dass gestern, heute… - bin erwischt,
von jenem Virus, der mich beißt.
Der „Ich-kann-nicht-warten“ heißt.

Mag sein, dass ich manch Fähigkeit,
besitze, doch es tut mir leid,
Geduld und tief entspannte Ruh,
gehören leider nicht dazu.

Das Büchlein schon in Händen halten,
Gedanken fein auf Durchzug schalten,
das wäre was – und das sei klar:
Das wär einfach wunderbar.

Ich könnt schon lesen – nur für mich.
Könnt drin blättern – Druck ganz frisch.
Könnt dran riechen, keine Scherze,
schnüffeln reine Druckerschwärze.

Könnt die Seiten sorgsam fächern,
dabei vielleicht versonnen lächeln.
Könnt stolz auf meine Werke blicken…
Wann, ach wann wird mir das glücken?

14 Tage – viele Stunden,
ich hab noch nicht herausgefunden,
wie viel Minuten – Schock allein,
mögen das am Ende sein?

Die Sekunden, bitte, bitte,
nennt mir nicht – denn meine Mitte,
seelisch – würde ich verlieren.
Bitte gar nicht erst probieren.

Ich könnt schon lesen – wär´s Buch hier,
zwar keine Hörer neben mir,
doch les ich dann – ich seh’s als Pflicht,
einfach so – halt nur für mich.

So zähle ich an meinen Fingern,
die Tage ab – Gedanken schlingern.
Sie führten mich zu diesem Reim.
Ich kann, ich will nicht anders sein.   18.08.17
________________________________________

Das Passwort

Dass ich heut nicht sachlich bleibe,
stattdessen voll Enttäuschung schreibe,
hat gar ernsten Hintergrund.
Diesen tu ich hier nun kund.

Im Moment, der Pfad noch jung,
erlebe ich Veränderung.
Nach 36 Jahren fast
lern ich erneut - ganz ohne Hast.

Neue Menschen und Computer,
Drucker, Notebooks und auch Router.
Nette Menschen, will's beeiden,
die uns neuerdings begleiten.

Aus DATEV wird das SAP.
Umstellung, doch wie ich's seh:
Zu schaffen - na, das wird schon werden.
Keine Hast und nicht Beschwerden.

Bis heute war das alles gut,
jedoch verlässt mich nun der Mut.
Seit das System mich arg brüskiert...
Heute, Freunde ist's passiert.

Ich bin aufgefordert worden,
ein neues Passwort einzufordern.
Ich habe mein Gehirn durchsucht,
dann fand ich eines - hab's gebucht.

Suchte mir den "Oskar" aus,
schmiss das alte Passwort raus.
Habe mich danach gesehnt...
Doch SAP hat's abgelehnt.

Seit dieser Stund bin ich in Trauer.
Nur für kurz? - Nein, nein, auf Dauer.
Das war, wenn man es kritisch sieht,
ein Angriff auf mein Herz, Gemüt.

Ich musste drauf ein anderes finden,
kann es leider nicht verwinden,
dass man mir - oh bitte, schweigt,
schon jetzt die kalte Schulter zeigt.

Die Dame, die solang es geht,
zurzeit uns an der Seite steht,
lachte mich dazu noch aus.
Ich bin ein armes, altes Haus.

Das nächste Buch und das Kapitel,
wird traurig werden, so im Mittel,
weil ich die Trauer und den Frust,
in Wort und Schrift erwähnen muss.

Was mich jetzt noch im Dasein hält?
Na, dass ich - hab's grad festgestellt,
bald "Oskar 1" in Händen hab.
Ich freu mich so - und nicht zu knapp. 16.08.17
_______________________________________

Erscheinen verhindert

Jetzt bloß nicht klagen, nur nicht weinen,
es reicht schon, geht es mir, dem Einen,
im Prinzip gewaltig schlecht…
Ich komme wohl damit zurecht.

Nicht weil ich´s will – nein, weil ich´s muss,
mir ist sehr wohl ab jetzt bewusst,
dass mein Traum ein Traum nun bleibt.
Stete Wunden heilt die Zeit.

Ich schluchze in mein Taschentuch.
Nix mit „Oskar“, nix mit Buch.
Das Veto, das nun eingelegt,
ist´s, das den Traum ad hoc zerschlägt.

Es machte – und das ist sehr dumm,
des Schreibers Ministerium,
mir durch die Rechnung – kalt erwischt,
einen riesengroßen Strich.

Es hieß, so schrieb mir der Verlag,
dass es zwar an uns nicht lag,
doch dass man so entschieden hat.
Kein Buch, kein Schriftstück – ich bin platt.

Ich fragte, ob´s wohl möglich sei,
das Veto – oh, ich wär so frei,
würd durch die Instanzen gehn…
Der Traum, er war halt rein und schön.

Ich dachte an Frau Rechtsanwalt.
Frau Richterin - …halt Stopp, nein kalt.
Die Chance, die ich jetzt grad noch sah,
sie war plötzlich nicht mehr wahr.

Denn, das ist des Schicksals Lauf,
ich wachte schweißgebadet auf.
Ich spürte da am jungen Tag,
dass ein Alptraum mich geplagt.

Das ist kein Witz und auch kein Scherz,
ich träumte wirklich so, mein Herz,
blieb vor Schreck schon beinah stehen…
Gut, die Wirklichkeit zu sehen.

Denn Oskar – das ist nun ein Fakt,
nähert sich dem Tag, dem Akt,
an dem ich endlich sagen darf:
„Hier ist er nun“ – klingt das nicht scharf?

Ich freu mich drauf, und zwar wie Bolle.
Frau General, sprich, meine Olle,
freut sich gemeinsam, hey, mit mir.
Wie schön, dass ich den Beistand spür.

Bald – und das ist meine These,
muss – nein, darf – ich wieder lesen.
Vielleicht – es klingt perfekt und wahr,
gemeinsam, im Duett sogar…    10.08.17
____________________________________

Singe wem Gesang gegeben

Singe wem Gesang gegeben.
Ich sage mal, in meinem Leben,
hab ich dies Talent versäumt.
Hätte ich´s mir auch erträumt.

Sobald ich meine Stimme öle,
schmettere mit Herz und Seele,
bin ich plötzlich ganz allein.
Wie mag, wie soll, wie kann das sein?

Konzerthallen nebst Stadion,
auch da find ich nicht rechten Ton.
Doch niemand da, der das vernimmt.
Weder Mann, noch Frau, noch Kind.

Ich hab mich damit abgefunden,
lecke sorgsam meine Wunden,
wenn dann jemand spricht: <<Sei still!>>
Niemand fragt, was ich gern will.

Das alles wär nicht schlimm gewesen,
fände ich nicht Spaß am Lesen.
Nicht für mich – nein, sondern VOR…
Was passierte? – Seid gut Ohr.

Oskar, dieser Rabenlümmel,
frecher Wicht und arger Schlingel,
beschloss gen Ende – welche Schande,
das Singen – grad beim fünften Bande.

Auch dieses ist an sich nicht schlimm,
doch voller Vorsicht, wie ich bin,
sehe ich mich schon im Hof…
Lesend? Ja. – Doch singend? Doof!

Der Rabe bringt mich, ist nicht ohne,
in Schwulitäten, Situationen,
weil er im Ansatz – gute Nacht,
nicht wenigstens mal nachgedacht.

So werde ich nun dies Kapitel,
dieses Buch und diesen Titel,
löschen – und zwar auf der Stelle.
Einspruch gilt nicht – keine Fälle.

Ein ganzes Buch hab ich, Ihr Lieben,
an vielen Tagen nun geschrieben,
jetzt wandert es – auch wenn´s mich stört,
in den Müll, wohin´s gehört.

Nur weil Herr Oskar singen muss,
packte mich spontan der Frust.
Kann´s nicht verhindern – ist passiert…
Ich spür die Panik, wie´s mich friert.

Beim nächsten Mal – falls überhaupt,
pass ich auf – nicht dass er glaubt,
er mache das mit mir noch Mal.
Oskar, dieser Grad ist schmal.    31.07.17
___________________________________

Keine Ruhe

Oskars nunmehr fünfter Band,
steht kurz vorm Schluss, mir ist bekannt,
dass alles Mal ein Ende hat...
Ein guter Vorsatz - dort wo's klappt.

Doch lässt der Schlingel, welch Getue,
mir niemals, niemals wirklich Ruhe.
Er schaut mich an und hat gemeint,
er sei nicht fertig, wie's ihm scheint.

Er habe noch - so sei das eben,
viel zu tun und zu erleben.
Drum brauche er, er sprach's voll List,
den Schreiberling, sprich den Chronist.

Am Tag, als ich den Raben fand,
nahm's Schicksal mir fix aus der Hand,
die Selbstbestimmung, was ich will...
Seither gehorche ich nur still.

Schreibe runter, was ich sehe.
Ob ich mich wende, weigere, drehe,
Oskar - so kommt es mir vor,
ist mein kleiner Mann im Ohr.

Nicht ich setz Punkte - sondern er.
Mich zu weigern? - Viel zu schwer.
Diese kleine Blechfigur,
ist penetrant - so glaubt mir nur.

Ich schreibe weiter, wie bekannt,
weil er das will, weil er's verlangt.
Dabei weiß ich noch nicht einmal,
ob Ihr das mögt - ach was, egal.

Mit Nachdruck hauchte er mir ein,
die Story - gut, dann soll's so sein,
für Band VI, die Fortsetzung...
Ich füge mich, ich bin noch jung.

Dass ich auch mal zur Arbeit muss,
er sagt, dass sei ihm wohl bewusst.
Doch bleibe mir - und zwar behände,
schließlich noch das Wochenende.

Ich würde gern die Ruhe schätzen...
Laut ihm: Prioritäten setzen.
Wer braucht schon Ruhe, Oskar spricht:
<<Du, mein Freund, ganz sicher nicht.>>

Was bleibt mir ergo, als zu fügen?
Ich könnte mich zwar selbst belügen,
und mir sagen, klipp und klar,
ich brauch es nicht - ...es wär nicht wahr.

Wir beide, auf Verderb, Gedeih,
sind verbunden - tja, wir zwei,
wiegen uns in stetem Tanz.
Unheilig - welch Allianz.     30.07.17
___________________________________

Oskar naht

Habt bitte, in des Raben Namen,
mit mir – das wäre lieb – Erbarmen.
Ich verstrick mich, tut mir leid,
zwischen ihm und Wirklichkeit.

Schrieb heut schon, am frühen Morgen,
ohne Kummer, ohne Sorgen,
an Buch V – ganz kurz vorm Schluss,
eifrig, emsig und bewusst.

Hab Buch VI schon in Gedanken.
Da zeigt das Schicksal mir die Schranken.
Als ich die Liebste – wie fatal,
vorm Sturm gewarnt – Frau General.

Erst als sie ging – Frau Hund, ins Feld,
da fiel mir ein, dass ich die Welt,
von hier und dort – ob ich das darf (?),
sorgsam durcheinanderwarf.

Der Sturm, den gab´s nur dort im Buch.
Nein, es war nicht nur Versuch,
ich habe mich – fand nicht zurück,
inmitten jener Welt verstrickt.

Wie lange noch, bis sie mich packen,
die Männer in den weißen Jacken?
Wie lange noch – gar auf die Schnelle (?),
bis zur engen Gummizelle.

Dies alles nur, weil ich mich freue,
Tag für Tag und stets aufs Neue,
seitdem ich nun die Fotos sah,
des neuen Buchs – ein Traum wird wahr.

Ich möchte es in Händen halten,
liebkosen, herzen und verwalten,
Da schaltet der Verstand gern ab…
Ob ich denn den noch nötig hab?

Es wurde schon – oh, das gefällt,
das ein und andere vorbestellt.
Ich schaue auf das Buch, das Bild,
auf Chrissy´s Zeichnung – hey, es gilt.

Dank Dir, Maria, net-Verlag,
die mir jüngst die Chance jetzt gab,
den Raben Oskar zu erwecken.
Ihn nicht zu meiden, zu verstecken.

Ob´s August, September wird,
das weiß ich nicht – ich bleib verwirrt.
Doch dass ich wieder lesen darf,
vor Publikum, das find ich scharf.

Vor älterem und auch vor jungem.
Was ich erträumt, es ist gelungen.
Nur, dass mich die Verwirrung packt,
das ängstigt mich doch sehr – ein Fakt.  23.07.17
_________________________________________