Ein Freitagnachmittag im Januar

Freitag ist´s, das ist mir klar.
Ein kühler Tag im Januar.
Ich sitz Zuhaus – denk nebenbei:
Der Arbeitstag, er ist vorbei.

Ich schaue mir Frau Oberst an,
ob sie mir wohl sagen kann,
was wohl meine Pflicht jetzt sei.
Sie nickt bedächtig – gibt mir frei.

Dass ich – oh Fluch der bösen Tat,
das Haus mit Schnee am Schuh betrat,
obwohl sie heute Hausputz hielt…
Ich habe schuldig mich gefühlt.

Doch die Liebste, sie winkt ab,
meint nur kurz und reichlich knapp,
dass sie mir ad hoc verzeih.
Da bleib ich still. – Die Uhr schlägt 3.

Ich frage, ob ich schreiben darf.
Ihr Blick, er streift mich streng und scharf,
dann sagt sie mir - …sie ist zu loben:
<<Mach was du willst. Dann geh nach oben.

Setze dich an den PC.
Und tun dir deine Finger weh,
weil du zu oft die Tasten drückst,
so mach mich bitte nicht verrückt.

Schreib von Zwergen, schreib von Raben.
Du wirst genügend Muße haben.
Und nebenbei erfüllt´s den Zweck:
Ich habe dich vom Brotkorb weg.>>

Da bin ich auf die Knie gegangen.
Hab noch gar nicht angefangen,
doch hab ihr meinen Dank gesagt.
Heut, am Freitagnachmittag.

Gleich werden meine Finger fliegen.
Es wird erneut die Schreibwut siegen,
doch weiß ich im Moment noch nicht,
was sie Euch bringt – nachher, ans Licht.

Ich lasse mich jetzt darauf ein.
Es wird wohl ganz so schlimm nicht sein,
und falls doch – ich sag es klar,
ist ja der Papierkorb da.

Warum ich vorher reimen muss?
Das ist mir selbst nicht so bewusst.
Vielleicht, weil dann mein Speicher spürt,
es schreibt sich besser, wenn sortiert.

Die Worte stehen schon in Reihen.
Ich höre sie schon rufen, schreien.
Tja, die Schlingel wollen raus.
Freitagnachmittag! – Zuhaus.   27.01.17
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Zwang zu Schreiben

Wenn du solche Freunde hast,
brauchst du nicht Feinde – tja, das passt.
Ich wollte heute etwas Ruhn,
doch darf ich nicht – mein Gott, was nun.

Mein Handy schickt mir ein Signal:
„Du willst faul sein? – Quatsch, egal.
Das kannst du gerne, ganz ausführlich,
in der Nacht… - dann ist´s natürlich.

Jetzt sieh es bitte doch mal so:
Mein Postfach ist – schon irgendwo,
seit gestern Abend völlig leer.
Halt dich dran – denn ich will mehr.

Du sagst doch selbst – du seist im Griff,
nicht zu schreiben, das sei Gift.
Wenn das so ist – dann halt dich dran.
Jetzt! Zack! Zack! – Nicht irgendwann!

2 Kapitelchen am Tage,
das geht so gerade – keine Frage.
Doch wenn´s der Herr mit Freude macht,
dann schreibt er auch – so sei´s, per Nacht.

Schlaf wird viel zu hoch bewertet,
falls er des Schreibens Zwang zerstöret.
Also, hoch an den PC,
sonst setzt es was – und dann tut´s weh.“

So sprach die Freundin aus der Eifel.
Sie meint es gut? – Da hab ich Zweifel.
Ich fühl mich unter Druck gesetzt,
in der Seele tief verletzt.

Ich sei jetzt grad am Buche 7.
Da helfe eines nur – das Üben.
Auf dass ich fülle – ihr Regal.
Ich halte mich ja dran – egal.

Statt Ruhe hab ich Pflicht gewählt.
2 Kapitel neu erzählt,
von dem, was mir im Kopfe schwebt.
Wunderbar – es drängt und lebt.

Ich setzte mich zur Tastatur.
Wo blieben all die Stunden nur?
Zum Probelesen schon versandt,
das muss so sein – liegt auf der Hand.

Nur so darf ich die Ruh genießen,
wenn die Worte wieder fließen.
Jetzt ist der Kopf grad wieder leer,
und ich fühl mich – halb so schwer.

Ich weiß es ja, Ihr lieben Leute:
Ich bin des Wahnsinns dicke Beute.
Ihn bau ich ab – das ist halt so,
darf ich schreiben – ich bin froh.    27.03.2016
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Schweben

Manche Menschen sprachen heute,
meine Reime - machen Freude.
Es ließ mich diese Info gleich,
sehr hoch schweben - Lob macht reich.

Auch wenn man's kaum verstehen kann,
Ballast ist ja genügend dran.
Doch wird die Schwerkraft überwunden,
ganz schön fix - in solchen Stunden.

Frau Dr. saß an ihrem Tisch.
Sie strahlt mich an - ja, sie meint mich.
Da strahl ich einfach - darf's zum Glück,
kurzentschlossen mal zurück.

Das sind Momente - jetzt nicht lachen,
die mich schnellstens leichter machen.
Ne Diät? - Die ist da nix.
So geht's schneller - so geht's fix.

Mein Handy brummt - zeigt Nachricht mir,
auf dass ich weitere Freude spür.
Der Daumen hoch - Whattsap gezeigt.
Auch auf Facebook gibt's ein Like.

Das ist noch nicht mal wirklich Sünde,
(wie zumindest ich das finde.
Freuen darf der Schreiber sich...
Schon gut, ich krieche untern Tisch).

Ergo - Ihr habt's in den Händen.
Ihr könnt nun diesen Spuk beenden,
indem Ihr einfach ignoriert,
was ich schreibe... - huch, mich friert.

Ich fühl mich auf dem Trockendock,
bin vom eigenen Wort geschockt.
Vergesst, was ich geschrieben habe.
Bin wohl etwas wirr - jetzt gerade.

Nicht schreiben? - Könnt ich nicht vertreten.
Zu leiden hätten die Tapeten,
hier im Haus - ich kratze dran,
sobald ich nicht mehr reimen kann.

Was dann wohl zur Folge hätte,
dass meine Frau - ja sonst ne Nette,
mich verkehrt am Kragen hängt...
Wozu es mich nicht wirklich drängt.

Lasst mich daher weiter schweben.
Es kann für mich nichts Schöneres geben,
als zu fliegen - hoch und weit.
Das ist einfach meine Zeit.

Und wenn ich's wirklich übertreibe,
zu viel, zu oft, zu wirr hier schreibe,
so sagt es mir. - ...Was dann passiert?
Es wird der Hinweis... - ignoriert.   13.10.2015
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Untermieter

Mein Gefühl hat nicht getrogen.
Endlich ist er eingezogen.
Nach der kurzen Wartephase,
zeigt er mir - die lange Nase.

Miete zahlen? - Wird er nicht.
Sorry, ich bin kalt erwischt.
Hab vielleicht - ich armes Wesen,
den Mietvertrag nicht recht gelesen.

Zahlt weder Miete - so wie's Brauch,
noch Nebenkosten - das gibt's auch.
Und selbst den Teil, die Energie,
zahl ich selbst - das glaubt Ihr nie.

Ihr fragt, wie das gekommen ist?
Wieso man(n) den Vertrag nicht liest?
Na ja, ich denk, ganz augenscheinlich,
las ich zu schnell - das ist mir peinlich.

Ihn rauszuklagen? - Sorry, geht nicht.
Schaut ihn an - und Ihr versteht mich.
Ihn zu vertreiben - kann nicht gehn.
Dazu ist er - viel zu schön.

Die Haut gefärbt - so wie gemalt.
Wie er da steht - wie er da strahlt,
geht mir halt mein Herzchen auf.
Das Schicksal nahm und nimmt den Lauf.

Er riecht sehr gut - er hat viel Kraft,
ist was Besonders - er ist tough,
und selbst die Liebste - meine Frau,
hat sich verguckt - ich weiß genau.

Stolz ist er - der junge Mann,
zeigte sich - nahm Haltung an,
und ließ sich flott - um Geld zu sparen,
von mir auch noch nach Hause fahren.

600 ferne Kilometer,
ohne Mucken - kein Gezeter,
reagiert er - aufs Pedal.
Ich trat ihn sanft - ihm war's egal.

Er sagt, er wohne jetzt bei uns.
Schenke uns sein Herz, die Gunst.
Sein Herz, das manche Pferde zählt.
Das ist korrekt - ich hab's gewählt.

Ein Auto - wie ich noch keins hatte.
Sehr viel Licht - und keinen Schatten.
Ein wunderschönes Cabrio.
Junge, Junge - ich bin froh.

Die Liebste hat es mit entschieden,
wahrte meinen Seelenfrieden.
Er steht im Hof - wohnt jetzt bei mir.
Der Untermieter - der Z4.     14.08.2015
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