Morgen-Reim bei frischer Luft

Samstagmorgen - und kein Regen.
Die Sonne scheint, das ist ein Segen.
Ich sitz im Hof und denk bei mir:
Ich bin so furchtbar gerne hier.

Mein allerletzter Urlaubstag,
ging gestern um - hab nicht geklagt.
Geh Montag freudig ins Büro.
Tu meinen Job, das ist halt so.

Ich mag die Ruhe früh am Morgen,
ohne Kummer, Abstiegssorgen,
denn letzterer Punkt ist Mitte Mai,
wie man weiß schon längst vorbei.

Gefrühstückt mit Frau General.
Frische Brötchen? - Klarer Fall.
Auch die Zeitung schon studiert,
was hier und da und dort passiert.

Die Blumen hat Frau Frühaufsteher,
gegossen. - In-die-Ferne-Seher,
nutzlos, gerade im Moment,
das bin ich. - Zu lang gepennt.

Ich möchte Euch am frühen Tage,
heut bereits mit Worten plagen.
Auf dass man mich nicht fragen soll:
„Stimmt was nicht?“ - Ich fühl mich toll.

Habe grad, in diesen Stunden,
die Blockade überwunden.
Die Worte, die gesammelt sind,
verbreite ich jetzt fast wie blind.

Hätt ich Zeit, so nähme ich,
mir den PC und gäbe mich,
ans Weiterschreiben, still und leise.
Wort für Wort, kapitelweise.

Jedoch, es lässt der Maien grüßen,
er steht den Menschen auf den Füßen,
mit dem Termin der Steuerpflicht.
Das ist halt so - das hindert mich.

Ich werde, eh die Zahlen fließen,
die Mußestunden noch genießen.
Ehe dann zur 10. Stunde,
beginnt die nächste Steuerrunde.

Ich werd mich an dem Blick erfreuen,
Tag für Tag - und heut aufs Neue.
Seh Frau Hund, die vor mir liegt.
Bin entspannt - die Faulheit siegt.

Ein weiterer Kaffee, welch ein Duft.
Morgen-Reim bei frischer Luft.
Ich denk mir gerade, heimlich, still,
dass ich gewiss nicht tauschen will. 12.05.18
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Ahorn und so

So, nun ist der Hof bepflanzt.
Ich fühl mich wohl, ganz voll und ganz,
und hab daneben, sehr genau,
den Zufluchtsort vor meiner Frau.

Rund um mich es grünt und blüht,
Jahr für Jahr dasselbe Lied.
Daneben überlebt, ein Traum,
Gottseidank mein Lieblingsbaum.

Er überstand die kalten Tage,
verlustfrei, ohne jede Klage.
Jetzt freu ich mich am satten Grün.
Ich lasse die Gedanken ziehen.

Drei Gärtnereien, nicht gespart,
im Kreis vor dem Ruin bewahrt.
Auch wenn das wohl bedeuten mag,
das Hungertuch, wird nicht geklagt.

Ein Ahorn ist dazugekommen.
Das B-Horn wurde mir genommen,
als die Liebste deutlich spricht,
dies gebe es - so hör doch - nicht.

Nun kann ich endlich und in Bälde,
draußen schreiben von den Helden,
die sich mein „krankes“ Hirn ersann.
Irgendwie und -wo und -wann.

Jetzt fehlt mir nur zu meinem Glücke,
dass die Liebste mich erdrücke,
mit Sanftmut und mich hier umsorgt.
Ein Traum - hab ihn mir grad geborgt.

Geträumt von Eis, gekühlt Getränken.
Von leckeren Speisen, von Geschenken.
Von Luft, die sie mir fächeln wird,
als mein Ich die Wärme spürt.

Den Luftzug spürte ich zwar gerade,
doch leider leider und sehr schade,
war es nur das Bügeleisen,
das mich streifte,mir zu weisen...

...dass Träume halt nur Schäume sind.
SIE ist’s, die halt stets gewinnt.
So wach ich auf, da‘s besser scheint.
Ich hab es doch nur gut gemeint.

So freu ich mich, so ist das eben,
an Dingen, die in meinem Leben,
ich tatsächlich haben soll.
Ehrlich - hey - ich find das toll.

Der Frühling/Sommer kann nun kommen.
Die Liebste hat ein Herz genommen,
damit der Hof in Schönheit strahlt.
Ein Bild - perfekt - so wie gemalt.     06.05.18
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Ein Freitagnachmittag im Januar

Freitag ist´s, das ist mir klar.
Ein kühler Tag im Januar.
Ich sitz Zuhaus – denk nebenbei:
Der Arbeitstag, er ist vorbei.

Ich schaue mir Frau Oberst an,
ob sie mir wohl sagen kann,
was wohl meine Pflicht jetzt sei.
Sie nickt bedächtig – gibt mir frei.

Dass ich – oh Fluch der bösen Tat,
das Haus mit Schnee am Schuh betrat,
obwohl sie heute Hausputz hielt…
Ich habe schuldig mich gefühlt.

Doch die Liebste, sie winkt ab,
meint nur kurz und reichlich knapp,
dass sie mir ad hoc verzeih.
Da bleib ich still. – Die Uhr schlägt 3.

Ich frage, ob ich schreiben darf.
Ihr Blick, er streift mich streng und scharf,
dann sagt sie mir - …sie ist zu loben:
<<Mach was du willst. Dann geh nach oben.

Setze dich an den PC.
Und tun dir deine Finger weh,
weil du zu oft die Tasten drückst,
so mach mich bitte nicht verrückt.

Schreib von Zwergen, schreib von Raben.
Du wirst genügend Muße haben.
Und nebenbei erfüllt´s den Zweck:
Ich habe dich vom Brotkorb weg.>>

Da bin ich auf die Knie gegangen.
Hab noch gar nicht angefangen,
doch hab ihr meinen Dank gesagt.
Heut, am Freitagnachmittag.

Gleich werden meine Finger fliegen.
Es wird erneut die Schreibwut siegen,
doch weiß ich im Moment noch nicht,
was sie Euch bringt – nachher, ans Licht.

Ich lasse mich jetzt darauf ein.
Es wird wohl ganz so schlimm nicht sein,
und falls doch – ich sag es klar,
ist ja der Papierkorb da.

Warum ich vorher reimen muss?
Das ist mir selbst nicht so bewusst.
Vielleicht, weil dann mein Speicher spürt,
es schreibt sich besser, wenn sortiert.

Die Worte stehen schon in Reihen.
Ich höre sie schon rufen, schreien.
Tja, die Schlingel wollen raus.
Freitagnachmittag! – Zuhaus.   27.01.17
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Zwang zu Schreiben

Wenn du solche Freunde hast,
brauchst du nicht Feinde – tja, das passt.
Ich wollte heute etwas Ruhn,
doch darf ich nicht – mein Gott, was nun.

Mein Handy schickt mir ein Signal:
„Du willst faul sein? – Quatsch, egal.
Das kannst du gerne, ganz ausführlich,
in der Nacht… - dann ist´s natürlich.

Jetzt sieh es bitte doch mal so:
Mein Postfach ist – schon irgendwo,
seit gestern Abend völlig leer.
Halt dich dran – denn ich will mehr.

Du sagst doch selbst – du seist im Griff,
nicht zu schreiben, das sei Gift.
Wenn das so ist – dann halt dich dran.
Jetzt! Zack! Zack! – Nicht irgendwann!

2 Kapitelchen am Tage,
das geht so gerade – keine Frage.
Doch wenn´s der Herr mit Freude macht,
dann schreibt er auch – so sei´s, per Nacht.

Schlaf wird viel zu hoch bewertet,
falls er des Schreibens Zwang zerstöret.
Also, hoch an den PC,
sonst setzt es was – und dann tut´s weh.“

So sprach die Freundin aus der Eifel.
Sie meint es gut? – Da hab ich Zweifel.
Ich fühl mich unter Druck gesetzt,
in der Seele tief verletzt.

Ich sei jetzt grad am Buche 7.
Da helfe eines nur – das Üben.
Auf dass ich fülle – ihr Regal.
Ich halte mich ja dran – egal.

Statt Ruhe hab ich Pflicht gewählt.
2 Kapitel neu erzählt,
von dem, was mir im Kopfe schwebt.
Wunderbar – es drängt und lebt.

Ich setzte mich zur Tastatur.
Wo blieben all die Stunden nur?
Zum Probelesen schon versandt,
das muss so sein – liegt auf der Hand.

Nur so darf ich die Ruh genießen,
wenn die Worte wieder fließen.
Jetzt ist der Kopf grad wieder leer,
und ich fühl mich – halb so schwer.

Ich weiß es ja, Ihr lieben Leute:
Ich bin des Wahnsinns dicke Beute.
Ihn bau ich ab – das ist halt so,
darf ich schreiben – ich bin froh.    27.03.2016
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Schweben

Manche Menschen sprachen heute,
meine Reime - machen Freude.
Es ließ mich diese Info gleich,
sehr hoch schweben - Lob macht reich.

Auch wenn man's kaum verstehen kann,
Ballast ist ja genügend dran.
Doch wird die Schwerkraft überwunden,
ganz schön fix - in solchen Stunden.

Frau Dr. saß an ihrem Tisch.
Sie strahlt mich an - ja, sie meint mich.
Da strahl ich einfach - darf's zum Glück,
kurzentschlossen mal zurück.

Das sind Momente - jetzt nicht lachen,
die mich schnellstens leichter machen.
Ne Diät? - Die ist da nix.
So geht's schneller - so geht's fix.

Mein Handy brummt - zeigt Nachricht mir,
auf dass ich weitere Freude spür.
Der Daumen hoch - Whattsap gezeigt.
Auch auf Facebook gibt's ein Like.

Das ist noch nicht mal wirklich Sünde,
(wie zumindest ich das finde.
Freuen darf der Schreiber sich...
Schon gut, ich krieche untern Tisch).

Ergo - Ihr habt's in den Händen.
Ihr könnt nun diesen Spuk beenden,
indem Ihr einfach ignoriert,
was ich schreibe... - huch, mich friert.

Ich fühl mich auf dem Trockendock,
bin vom eigenen Wort geschockt.
Vergesst, was ich geschrieben habe.
Bin wohl etwas wirr - jetzt gerade.

Nicht schreiben? - Könnt ich nicht vertreten.
Zu leiden hätten die Tapeten,
hier im Haus - ich kratze dran,
sobald ich nicht mehr reimen kann.

Was dann wohl zur Folge hätte,
dass meine Frau - ja sonst ne Nette,
mich verkehrt am Kragen hängt...
Wozu es mich nicht wirklich drängt.

Lasst mich daher weiter schweben.
Es kann für mich nichts Schöneres geben,
als zu fliegen - hoch und weit.
Das ist einfach meine Zeit.

Und wenn ich's wirklich übertreibe,
zu viel, zu oft, zu wirr hier schreibe,
so sagt es mir. - ...Was dann passiert?
Es wird der Hinweis... - ignoriert.   13.10.2015
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Untermieter

Mein Gefühl hat nicht getrogen.
Endlich ist er eingezogen.
Nach der kurzen Wartephase,
zeigt er mir - die lange Nase.

Miete zahlen? - Wird er nicht.
Sorry, ich bin kalt erwischt.
Hab vielleicht - ich armes Wesen,
den Mietvertrag nicht recht gelesen.

Zahlt weder Miete - so wie's Brauch,
noch Nebenkosten - das gibt's auch.
Und selbst den Teil, die Energie,
zahl ich selbst - das glaubt Ihr nie.

Ihr fragt, wie das gekommen ist?
Wieso man(n) den Vertrag nicht liest?
Na ja, ich denk, ganz augenscheinlich,
las ich zu schnell - das ist mir peinlich.

Ihn rauszuklagen? - Sorry, geht nicht.
Schaut ihn an - und Ihr versteht mich.
Ihn zu vertreiben - kann nicht gehn.
Dazu ist er - viel zu schön.

Die Haut gefärbt - so wie gemalt.
Wie er da steht - wie er da strahlt,
geht mir halt mein Herzchen auf.
Das Schicksal nahm und nimmt den Lauf.

Er riecht sehr gut - er hat viel Kraft,
ist was Besonders - er ist tough,
und selbst die Liebste - meine Frau,
hat sich verguckt - ich weiß genau.

Stolz ist er - der junge Mann,
zeigte sich - nahm Haltung an,
und ließ sich flott - um Geld zu sparen,
von mir auch noch nach Hause fahren.

600 ferne Kilometer,
ohne Mucken - kein Gezeter,
reagiert er - aufs Pedal.
Ich trat ihn sanft - ihm war's egal.

Er sagt, er wohne jetzt bei uns.
Schenke uns sein Herz, die Gunst.
Sein Herz, das manche Pferde zählt.
Das ist korrekt - ich hab's gewählt.

Ein Auto - wie ich noch keins hatte.
Sehr viel Licht - und keinen Schatten.
Ein wunderschönes Cabrio.
Junge, Junge - ich bin froh.

Die Liebste hat es mit entschieden,
wahrte meinen Seelenfrieden.
Er steht im Hof - wohnt jetzt bei mir.
Der Untermieter - der Z4.     14.08.2015
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