Die Musikwelt und meine Frau

Seit eben weiß ich´s ganz genau:
Die Musikwelt – welche Schau,
kennt, das ist ein klarer Fall,
meine Frau – den General.

Wie´s auch kommt, wie´s auch passiert,
das „Böse“ hat sie inspiriert.
Mein Frau, die der Musik,
die Richtung weist – ein großes Stück.

Ich ahne wohl, seh Komponisten,
als wenn sie von dem Elend wüssten,
das mich Tag für Tag erteilt.
Hier beschrieben – hier geteilt.

Ihr denkt vermutlich: „Herr der Reime,
sag uns bitte sehr das Eine.
Was du meinst, was vor sich geht.
Dass man´s begreift, dass man versteht.“

Nun gut, dann bring ich´s auf den Punkt,
mache diese Story rund.
Ich sage Euch, wo ich erkannt,
ihren Einfluss, ihre Hand.

„Evil woman“ – E.L.O.
Sagt nicht, es sei gelogen – no!
Sie gab dereinst, das ist mir klar,
den Anlass – es gleicht ihr aufs Haar.

„Foreigner“ – ein jeder weiß,
deren Song – „As cold as ice“.
Auch dieser trifft, das ist der Clou,
unverhüllt und deftig zu.

Ihr meint, das könne Zufall sein?
Ich rufe aus – Entschieden! Nein!
Zufall gibt´s im Dasein nicht.
Die Hinweise, sie mehren sich.

Heut Morgen – lang vor 7 Uhr,
als ich ganz früh zum Bäcker fuhr,
traf der nächste Tiefschlag ein.
Das Elend ist ganz deutlich mein.

„Christina Perri“ – „You catch cold,
from the ice, deep in your soul…”
Nun fällt auch Euch das Leugnen schwer.
Ihr seid sprachlos – bitte sehr.

Suchte ich im Internet,
nach weiteren Titeln, A bis Z,
ich würde wissen, ganz genau.
Jeder Titel - …meine Frau.

Auch wenn ich schon die Strafe ahne,
die nächste Nacht im Keller plane:
Dieser Reim, es tut mir leid,
war ganz einfach an der Zeit.  20.07.17
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Telefonische Erreichbarkeit

Liebe Freunde, wisst Ihr`s schon?
Ich hab ab jetzt ein Telefon,
im Gefängnis-Kellerraum.
Sagt ehrlich – ist das nicht ein Traum?

Frau General hat´s installiert.
Gestern Früh ist es passiert,
damit ich – ja, das macht wohl Sinn,
beruflich stets erreichbar bin.

Ein Telefon in meiner Bleibe,
zum Wählen gibt es noch die Scheibe,
mit einem fetten Schloss darauf.
Was soll´s? – Ich nehm es brav in Kauf.

Ein Telefon in grün, mit Deckchen,
das steht jetzt dort im dunklen Eckchen,
gibt hin und wieder schrillen Laut,
neben unserem Fass mit Kraut.

Neben diesem Kraut, dem Sauren.
Falls Ihr vorhabt, zu bedauern,
mich, der unter Tag verbannt,
so spart Euch das – so lauscht gebannt.

Denn unterm Strich ist das erfreulich.
Geht´s mir einmal mies – wie neulich,
wähle ich – ich bleib dabei,
zumindest fix die 1-1-2.

Ob sie mich abhört wohl da oben?
Ich glaube nicht – ich will sie loben.
Auch wenn das Klicken, das man hört,
beim Gespräch mich leicht verstört.

Es sprach zu mir nun meine Frau:
<<Jetzt bist du wichtig – ganz genau.
Du hast ne Durchwahl ins Büro.
Nun maule nicht – sei einfach froh.

Auch wenn – und das genau genommen,
dein Schreibtisch – das ist angekommen,
nur aus 2 Brettern hier besteht,
so sei dir klar, was kann, was geht.

Wir fangen jetzt mal langsam an.
Gräme dich nicht, lieber Mann,
demnächst erhältst du – nein, kein Flachs,
freu dich drauf – dein erstes Fax.

Sogar auch ein Kopiergerät.
Dann malst du nicht mehr, früh bis spät,
die Dokumente laufend ab…
Oh Gott, wie lieb ich dich doch hab.>>

Ich sah sie an – Ihr dürft mir glauben,
Tränen standen in den Augen…
In meinen… - ich war rührungsvoll.
Büro im Keller – ich find´s toll.    13.04.17
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Amnesty

Dass sich andere um mich sorgen,
begreife ich an manchem Morgen,
wenn ich früh beim Bäcker steh.
Die Erkenntnis, sie tut weh.

Von Gisela die bange Frage,
heute am recht frühen Tage,
ob ich im Keller Heizung hätt,
war lieb gemeint - und furchtbar nett.

Ich sah sie an - begreift sie nicht?
Und während meine Stimme bricht,
erkläre ich, was mir so blüht.
Immerzu dasselbe Lied.

Wenn ich auf meinem Strohsack liege,
tief im Keller, gönnt die Liebe,
meines Lebens - das sei klar,
kein Heizungsaggregat - ist wahr.

Auch jetzt bei Schnee und Minusgraden,
wird sie niemals Mitleid haben.
Drei Säcke, grob und schnell zerschnitten,
sind für mich da - ich lieg inmitten...

...von Heu und Stroh, ich träum mich warm,
irgendwie hat es auch Charme,
wenn ich am Napf mit Wasser lutsch.
Gefroren - tja - auf einen Rutsch.

Wenn die Liebste - treu und fest,
des Morgens mich entkommen lässt,
dann - nur dass ich es erwähne,
klappern meine armen Zähne.

Erst Café im Tageslauf,
taut mich nach und nach dann auf.
Was mich mit der Nacht versöhnt?
Nun ja, ich bin es halt gewöhnt.

Ich schau die Frau am Tresen an,
kram im Portemonnaie sodann,
stell fest, mir fehlt das Sonntagsgeld.
Gerade erst nun festgestellt.

Da platzt der Freundin - darf ich's sagen (?),
ganz spontan der Bluse Kragen.
Sie spricht, das sei so klar wie nie,
ein Fall für Hilfe - Amnesty.

Selbst Frau Hund hat von uns beiden,
weniger - sie sagt's - zu leiden.
In einem kleinen Dorf, wie hier,
erkennt man das - erwähnt sie mir.

Weshalb ich drauf am Tresen lachte?
Vielleicht, weil ich ja schon umnachte.
Ich erkenne - selbst bei Licht,
den Ernst von meiner Lage nicht.   15.01.17
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Leidend

Ich schaute grad ins Internet,
geh demzufolge schnell zu Bett,
denn ich leide - Mitleid bitte,
seit Stunden an der Männergrippe.

Oh, mein Zustand, die Symptome,
sind gewiss - Ihr ahnt's - nicht ohne.
Es kratzt der Hals - ich merk, ohje,
dass ich schwinde - fast vergeh.

Nur fehlt der Liebsten - mein Bekenntnis,
wirklich alles, ihr Verständnis,
ist's, das gegen Null tendiert.
Ich sterbe - ehrlich - hey, mich friert.

Darf ich zur Nacht ins Wasserbett?
Das ist gewärmt - oh, das wär nett.
Doch spricht die Christel selbstbewusst,
dass ich erneut zum Keller muss.

Das sei mein bester Rückzugsort,
zwar reichlich kalt, doch gibt es dort,
einen Strohsack, nur für mich.
Mäusefrei, ganz rein und frisch.

Ich schniefe, schau sie leidend an,
flehe - lieb, wie ich noch kann,
dass mal Gnad vor Recht ergeht.
Die Kräfte schwinden - seufz, zu spät.

Sie meint zu mir: "Mein lieber Mann.
So lang der Herr noch reimen kann,
ist wohl alles halb so schlimm.
Jetzt schweige stille - nimm's halt hin.

Bevor du in den Keller musst,
streiche ich dir Rücken, Brust,
mit Wick - und dass Du's grad noch weißt,
mit Klosterfrau Melissengeist.

Dort unten - in der kühlen Kammer,
vernehme ich nicht dein Gejammer.
Das ist der Vorteil - so sieht's aus:
Gewölbekeller, Fachwerkhaus."

So fröne ich der Männergrippe.
Es schob mich ab - mit forschem Schritte,
meine Frau - Frau General.
Ihr Mitleidkonto? - Viel zu schmal.

Ich huste leidend - keine Regung.
Schwierig fällt mir die Bewegung,
vom Strohsack hin zur Tür aus Holz.
Fest verschlossen - tja, was soll's?

Ich leide - selbst mein Tochterkind,
ist für meine Nöte blind.
Erkältet bin ich - denkt daran:
Ich bin - leider - nur ein Mann.     14.12.16
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Schlafproblem

Vermutlich wollt Ihr's nicht mal wissen:
Mein Schlaf, der war total besch...
Vermutlich hat mir - wie infam,
die Frau was in den Saft getan.

Bevor sie mich zum Keller schickt,
zum Strohsack - hält sie mich zurück,
meinte grinsend: <<Schlaf nur gut.
Das klappt schon. - Zeig ein wenig Mut.

Schalte die Gedanken ab,
entspanne dich - und nicht zu knapp,
lösche drauf der Kerzen Licht,
dann hörst du auch die Mäuse nicht.

Ich füllte dir gar frisches Stroh,
ins Schlafgemach - nun schau nicht so.
Die nächste Nacht im Wasserbett,
gibt's Weihnacht erst - jetzt geh, ist spät.>>

Da lag ich nun - auf meinem Lager,
derweil ich mit dem Schicksal hadere.
Dort oben fällt die Tür ins Schloss...
Was nützt es mir? - Sie ist der Boss.

Kann froh sein, dass noch Sommer ist.
Nicht mehr lang - nur kurz die Frist,
dann wird es mir - ...ich bin schon alt,
im Keller klamm - und reichlich kalt.

Die Fackeln rußen an den Wänden.
Wo soll das bitte einst noch enden?
Die Liebste hat - welch Seelenschmerz,
einfach halt für mich kein Herz.

Da fragt Ihr wirklich und bewusst,
weshalb ich laufend schreiben muss?
Lebt mein Leben - und versteht,
dass es wohl nicht anders geht.

Zurück zum Thema? - Mir ist's recht.
Mein Schlaf, der war tatsächlich schlecht.
Wahrscheinlich hing mir unverhofft,
zu viel im Kopfe - das gibt's oft.

Dazu der Rücken, der mich kneift,
ich bin wohl für die Streckbank reif,
auf dass man mir die Knochen renkt.
Ich bin schon still - jaja, geschenkt.

Als mich die Liebste grad entlässt,
aus dem Keller - stellt ich fest,
dass ich so richtig glücklich war,
den Tag zu sehen - ne, ist klar.

Ich versuch heut, lieb zu sein,
dann ist und bleibt die Hoffnung mein,
auf weichen Schlaf - dass Ihr's nur wisst...,
naja, auch wenn nicht Weihnacht ist.    20.08.2016
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Anweisungen

Es gefiel Frau General,
Frau Oberst, Leutnant, Feldmarschall,
heute - am recht frühen Tage,
mich zu befreien - aus meiner Lage.

Sie schloss die Tür zum Keller auf,
sprach zu mir: "Nun komm schon rauf.
Verlass dein Bett aus Heu und Stroh.
Ich rufe dich - drum sei jetzt froh.

Der frühe Vogel fängt - du weißt,
das Heer der Würmer - ja, so sei's,
denn auch ich erwarte Beute.
Los, auf, auf - mach Frühstück heute."

Ich war vielleicht noch nicht recht wach,
hab im Halbschlaf falsch gedacht,
und fragte sie - (der Spruch war Mist...),
seit wann sie fette Würmer isst.

Der Blick wär nicht so schlimm gewesen,
hingegen war der Schlag mit Besen,
spürbar - härter als gedacht.
Er beendet prompt die Nacht.

Der Hinweis, er kam hinterher:
"Nimm dein Los nicht gar so schwer.
Sei froh, dass ich die Richtung zeige...
Jetzt gib dich dran - ich warn dich: Schweige!"

Mit Frau Hund ging ich ins Feld,
das Frühstück hintenan gestellt.
Und von dem Reim - da weiß sie nicht.
Unheil droht - werd ich erwischt.

Frischen Saft gibt's aus der Presse,
frische Brötchen - Quark mit Kresse.
(letzteres nicht wirklich - nein,
doch fand ich grad kein Wort im Reim).

Den Käse - gestern noch erstanden,
lecker, aus den Niederlanden.
Dazu für mich - den "Alten Schweden",
leider passt das nicht für jeden.

Und darum - Leute - sitze ich,
im Hof - allein - am Katzentisch.
Die Liebste meint, es tue Not,
der Duft des "Schweden" - bringt den Tod.

So wünsche ich nun - ohne Sorgen,
einen tollen Sonntagmorgen.
Und habt Ihr grad mal etwas Zeit,
so denkt an mich - ich tu Euch leid.

Frühling wird's - mit schnellen Schritten,
ich sitze jetzt im Hof - inmitten,
Frühstück - und des "Schweden" Duft,
Der neue Tag, die Pflicht - sie ruft.    10.04.2016
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Unerlaubte Handlung

Anstatt auf Stroh - ich fand es nett,
schlief ich die Nacht im Wasserbett.
Anstatt auf meinem Kellerplatz,
...unerlaubt von meinem Schatz.

Heut Morgen nun - in aller Frühe,
schrieb ich ihr: "Du Holde, siehe,
so umgehe ich den Plan!"
Hätt ich's doch besser nicht getan.

Mein iPhone stand - das war der Lohn,
kurz vor einer Explosion.
Es lief in meinen Händen heiß,
ich war böse - ja, ich weiß.

Zum Ende sprach sie dann - verträglich:
"Na, dieses Tun, das gibt's nicht täglich.
Die nächste Nacht - zum Osterfest,
ruhst du auf Stroh - in deinem Nest.

Es ist Frühling schon geworden,
kein kalter Wind zieht mehr von Norden.
Komm also nicht - jetzt sei so lieb,
dass es dort keine Heizung gibt.

Das Haus - 200 Jahre alt,
dann ist's im Keller eben kalt.
Stell dich nicht so jammernd an.
Reiß dich zusammen - bist ein Mann.

War's das jetzt? - Nein, falsch gedacht.
Für den Affront - die letzte Nacht,
lädst du deine Kinder ein,
zum Osterfrühstück - so soll's sein.

Frisch gepresster Saft - und Brote,
starken Kaffee - er weckt Tote.
Käse, Marmelade, Wurst.
Das ist kein Kann - das ist ein Muss.

Wehe - lieber Mann - oh Wehe,
wenn ich später merke, sehe,
dass du dich verweigert hast,
dann gibt's Saures - dass es passt.

Ich bin in Urlaub - Schonfrist läuft,
werd ich von Nachricht überhäuft,
dass es nicht klappte - von Beschwerden,
wirst du wohl nie mehr glücklich werden."

Ihr glaubt nicht, dass sie schimpfen kann?
Ich zeige es - mal irgendwann.
Und dass ich jetzt verschüchtert bin,
versteht Ihr wohl - das war der Sinn.

So werde ich nun gleich noch fahren,
das Frühstück mir vom Munde sparen,
von meinem bisschen Taschengeld.
Ich bin folgsam - bin ein Held.    26.03.2016
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Der Herbst naht

So sprach nun meine Herrscherin:
<<Nun hör dir an, wie gut ich bin.
Du liegst am Herzen - links, schau hier,
jedem Mensch - vor allem mir.

Es wird Herbst - die Blätter färben.
Ich lass dich nicht im Keller sterben,
wenn demnächst die Kälte naht.
Daher, mein Herz, schritt ich zur Tat.

Es blühen die Kastanien...>>
Ich strahlte - <<Geht's nach Spanien?>>
Sie schüttelte den Kopf - <<Erwischt!
Ich ahnte es... - natürlich nicht!

Eine Reise in die Wärme?
Ich selber, ja - natürlich gerne.
Jedoch für dich - mein Herzensblatt,
freue dich - da hab ich watt.

Etwas Besseres - für auf Dauer.
Nun schau nicht traurig - sei nicht sauer.
Ich stopfte dir - nun sei schon froh,
in die Matratze - frisches Stroh.

Das bringt dich - ja, nicht mehr, nicht minder,
im kalten Keller Richtung Winter.
Noch ist's warm - erfreu dich dran.
Es wird kühler - irgendwann.

Wenn der Odem Wölkchen bildet,
ist das Wetter nicht mehr milde.
Daher hab ich dir gestrickt,
ein warmes Deckchen - welch ein Glück.

Derweil ich ruh - im Wasserbett,
angewärmt - da hast du's nett,
in deinem eigenen Reich - für dich.
Ich wollt es so - es war nicht Pflicht.

Mir liegt, mein Herz so viel an dir.
Bin stets besorgt - das glaubst du mir.
Und selbst für deine Feuerstelle,
gibt es Holz - auf alle Fälle.

Ein Pickel, wenn dein Napf gefriert,
das Wasser seinen Fluss verliert,
und du gegen deinen Durst,
lutschen musst - ...bring dich auf Kurs.

Du solltest mir jetzt dankbar sein.
Du strahlst glücklich? - Das ist fein.
Ich wusste, dass du fröhlich bist,
beschenk ich dich - ganz ohne List.>>

Es wird Herbst - der Sommer geht.
Das Jahr, es neigt sich - es ist spät.
Und meine Frau - sie denkt an mich.
Was will ich mehr? - Stets sie und ich.  07.09.2015
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Herzlos

Wohl dem, der wahre Freunde kennt,
der sie - verträumt - sein Eigen nennt.
Wohl dem, dem in der größten Not,
sie wichtig sind - wie´s täglich Brot.

Seit gestern hab ich mich gefragt,
was denn wohl der Grund sein mag,
warum so sehr der Rücken sticht.
Ab jetzt - seh ich im Dunkeln Licht.

Die Freundin sprach - aus fernem Bayern:
<<Denk doch nach - beweise Eier.
Der Grund, weshalb dein Rücken schmerzt,
ist deine Frau - sie hat kein Herz.

Schlafen in der Feuchtigkeit?
Des dunklen Kellers? - Sei gescheit.
Das überstehst - nicht einmal du.
Jetzt geb ich meinen Senf dazu.

Der Strohsack - den die Liebste dir,
einst gefüllt - so glaube mir,
ist gewiss - schon längst verbraucht.
Auf kühlem Lehm - ruht nun dein Bauch.

Dein Rücken ist der Kälte nah.
Da wundert kaum - was jetzt geschah:
Es malträtiert - der Ischias.
Unerhört - und bös ist das.

Anstatt dein Weib dich ruhen lässt,
im weichen Bett - gibt´s dir den Rest,
derweil die Liebste dich verjagt,
zur Nacht - im Keller - ...sehr gewagt.

Hat die Frau - denn nun tatsächlich,
gar kein Herz? - Das ahnt ich echt nicht.
Fern am Maledivenstrand,
war´s mir wirklich nicht bekannt.

Dort gab sie vor - stets lieb zu sein.
Heut ist die Erkenntnis mein:
Wer seinen Mann - zum Keller schickt,
dort zu schlafen... - ist verrückt.

Man sieht den Menschen - du hast Recht,
nur vor den Kopf - die Welt ist schlecht.
ich leg ein gutes Wort jetzt ein,
für dich - bei deiner Frau, daheim.

Vielleicht erwacht ja ihr Verständnis,
vielleicht kommt sie dann zur Erkenntnis,
dass feuchte Kälte - in der Nacht,
dich rosten lässt - und mürbe macht.>>

Als ich das las - hab ich geweint,
vor lauter Freude - weil´s mir scheint,
dass ich - gute Freunde habe.
Seit heute weiß ich´s - heut am Tage.   20.04.2015
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Iglu

Hast du wahre Freunde - dann,
bist du froh und glücklich dran,
denn manch Problem - wird plötzlich klein,
bist du im Leben - nicht allein.

Ich jammerte heut Morgen kläglich,
übers Dasein - so wie täglich,
und fror - gedanklich - vor mich hin,
weil ich schon bald - im Keller bin.

Da meint die gute Freundin - schnelle:
<Hey, mein Freund - so sei nur helle.
Bau dir doch - wie'n Eskimo,
einen Iglu - der macht froh.

Schnee hast du ja bald genug.
Verwende ihn - so sei nur klug.
So gelingt's - wie an den Polen,
dort unten - nicht den Tod zu holen.

Pack dir Frau Hund - so nimm sie mit,
da sie dir die Wärme gibt.
Strick dir aus den Haaren dann,
einen Pulli - fang jetzt an.

Ein Iglu schenkt dir wahre Wärme.
Siehst bei Nacht zwar nicht die Sterne,
doch stattdessen hast Du's warm.
Glaube mir - der Fakt hat Charme.

Einen ganzen Winter durch,
macht die Kälte dir kaum Furcht.
Und wer weiß, ob deine Frau,
nicht mit hineinwill - sei nur schlau.

Mache dich ad hoc bereit,
damit du dann - wenn's kräftig schneit,
den Schnee dir schneidest - Block für Block.
Besser - als Besuch beim Doc.>

Kurz gesagt - und kurz getan.
Ich machte mir schon reine Bahn,
hab dort unten freigeräumt...
Katrin - bist ein wahrer Freund.

Minütlich schau ich nun zum Himmel,
denn ich habe keinen Schimmer,
wann die erste Flocke fällt,
hier hinunter - auf die Welt.

Oh, wie werd ich herrlich schlafen,
in meinem sicheren Rückzugshafen.
Gebettet, sicher - auf Frau Hund.
Wärme ist halt - sehr gesund.

Ich fragte freundlich - ohne Schranken,
ob ich diesen "Reimgedanken",
denn auch jetzt verwenden darf...
Oh, ich durfte - das ist scharf.    26.12.2014
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Wintereinzug

Ich sollte nach der Schaufel suchen,
schon den ersten Schneepflug buchen,
und auf meine Kraft vertrauen...
Ab morgen kann man Schneemann bauen.

Unser Grundstück - Schneebedeckt,
geht hier einmal weit ums Eck.
Das heißt - geb ich mich morgen dran,
so komm ich wieder - irgendwann.

An den Gürtel klemm ich schon,
für den Notfall - die Ration:
Ein Butterbrot - dazu, nicht dumm,
eine Flasche - feinsten Rum.

Frau Hund - damit sie mich dort führt.
dank ihrer Nase - nichts passiert,
denn schließlich weiß sie - kurz die Frist,
immer - wo ihr Frauchen ist.

Diese wartet schon mit Tee,
heißem Punsch - oh jemineh,
und taut mich sicher wieder auf,
übern Tag - in dem Verlauf.

Im Keller - auf dem Strohsacklager,
bekomme ich - nicht Wenn, nicht Aber,
eine Decke noch dabei.
So macht sie - ihr Gewissen frei.

Soll nur niemand leichthin sagen,
die Frau würd sich nicht hinterfragen.
Nein, sie meint es gut mit mir.
Auch wenn ich im Keller frier.

Für den Rücken Wärmepflaster.
Sie sorgt sich - ich fall nicht durchs Raster.
Und falls der Schmerz mich zu sehr fesselt,
darf ich in den Massagesessel.

Sie meint ja stets - <Pass auf, auf dich,
bist nicht mehr jung - und auch nicht frisch.
Deine Knochen sind fast morsch.
Also bitte - nicht zu forsch.>

Meinen Einwand - trennen Welten.
Vielleicht sei's besser - manchmal, selten,
mich ins warme Bett zu lassen,
um dort neuen Schwung zu fassen.

Sie meint darauf, ich sei verweichlicht.
<Die weitere Decke - hey, sie reicht nicht?
Mach nur so weiter - du bist keck.
Bist du nicht still - nehm ich sie weg.>

Nun gut - nun ja, so ist das eben.
So hart, so grausam ist mein Leben.
Und so warte ich nun still,
was Petrus morgen - von uns will.   26.12.2014
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Heimtücke

Heut Morgen - biss die Liebste mich,
einfach so - und fürchterlich,
unten - in mein rechtes Bein.
Das schmerzte sehr - das braucht kein Schwein.

Ich sprang vom Lager - dem aus Stroh,
schmerzverzerrt - und irgendwo,
voll mit Wut - gar glühend heiß,
da die Liebste - jetzt auch beißt.

Ich tanzte einen wilden Tanz,
wer Schmerzen spürt - nun ja, der kann´s,
auch wenn er sonst - Bewegung scheut.
Das war anders - jetzt und heut.

Ich zündete die Fackel an,
im Keller - dass ich sehen kann,
ihres feigen Bisses Spur,
heute Morgen - knapp 5 Uhr.

Da stellt ich fest - ich war alleine,
sah nur die vertrauten Steine,
des Kellers - und gestampften Lehm.
Und konnte doch - vor Schmerz kaum stehn.

Keine Spur - von einem Biss,
jedoch der Schmerz - er schmerzt gewiss.
Und so kam mir die Idee:
Sie war es nicht - doch es tat weh.

Langsam ging ich - jaulte noch,
humpelnd jene Stufen hoch,
hin zur Freiheit - stellt Euch vor,
die Liebste - öffnet Tür und Tor.

Ich jammerte - <<So schau nur hin,
wie schmerzhaft - und verletzt ich bin.
Oh, wie meine Wade schmerzt.
Mein liebes Weib - so hab ein Herz.>>

Da nahm sie diese Haltung an,
bei der ich nur noch hoffen kann,
dass ich - es ist mein Bestreben,
diesen Ausbruch - überlebe.

>>Du Hirnlos-selten-dumm-Verbrauchter,
du Vom-Keller-sehr-Geschlauchter,
du Dummdepp-allererster-Güte,
du Doofsack-in-der-höchsten-Blüte.

Was du nächtlich hast erlitten,
schreib´s an deine Ohren - bitte,
war doch nur - ein Krampf der Wade.
Lass das Jammern - das Gehabe.

Oh Herr - weshalb tust du`s mir an?
Dies Leben - mit grad diesem Mann?
Eines Tages - nicht mehr weit,
verkauf ich ihn - es wird jetzt Zeit.>>  26.09.2014
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Herz im Mai

Die Liebste sprach – ein Herz im Mai,
dieser Brauch – er sei nicht neu,
und daher hoffe sie – voll List,
aufs Zeichen – was mir wichtig ist.

Es seien nur 2 Tage noch,
drum sei es ratsam – hier und dort,
schleunigst einmal nachzuschauen,
wo´s Herzen gibt – sonst aus der Traum.

Ich sah sie großen Blickes an,
und dachte bei mir – <Lieber Mann,
so kenne ich mein Herzblatt nicht.>
Sie hatte mich – spontan erwischt.

Nach langer Zeit – jetzt solches Wenden?
Wo, bitte soll denn das einst enden?
Glücklich strahlte ich – nicht dumm,
und gab mich emsig – an mein Tun.

Sie hatte zwar – ganz kurz vergessen,
die Höhenangst – doch unterdessen,
holte ich – um kurz nach 4,
in der Firma – ein Geschirr.

Welches mich – jetzt nicht gekichert,
gegen jeden Absturz sichert,
denn oben, hoch am Flutlichtmast,
mach ich mir in die Hosen - …fast.

Ich sagte ihr - <Ich fahr jetzt los.
Meine Freude – sie ist groß,
dass Du endlich jetzt erkennst,
wofür mein Herz in Stolz hell brennt.>

Hätt ich das besser nicht gesagt?
Spontan traf mich ein herber Schlag,
der´s plötzlich still und dunkel macht.
Jäh, ad hoc ward tiefste Nacht.

Nun gut, vielleicht bin ich ein Bauer,
doch hinterher – ist man(n) stets schlauer,
jetzt sitze ich im Keller hier,
und so blümerant ist mir.

Wie hätte ich denn ahnen können,
was Frauen nicht beim Namen nennen?
Dass sie das Herz – der Liebsten meint,
das ist so schwierig – wie es scheint.

Was mach ich nur – dass sie erkennt,
ich geh ihr mit dem Bock nicht fremd?
Mir fehlt halt manchmal das Gespür.
Das liegt am Alter – dem von mir.

Jetzt sitze ich – ganz einfach so,
im tiefen Keller – knüpfe Stroh,
und bastele ein Herz – ganz schlau.
Für die Liebste – meine Frau.  29.04.2014
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Todesurteil

Beinah hätt ich - ach, Ihr Lieben,
mein Todesurteil unterschrieben,
und dass ich hier noch schreiben kann,
das ist vergänglich - nehm ich an.

Ich hab doch nur nen Scherz gemacht,
im Übermut nicht nachgedacht,
der Tritt, der traf - und zwar infam,
legt mir die Bewegung lahm.

Die Liebste ging ins Kellerhäuschen,
dort stand sie niedlich - oh, mein Mäuschen,
und nahm die Milch für das Regal,
fürs Vorratsfach - na ja, egal.

Da schoss mir - weil ich draußen stand,
ein Furz ins Hirn - (das ist bekannt),
und ich sagte: <Glaube mir,
am liebsten - schlösse ich die Tür.>

Ich mache sicher keine Witze:
Ihre Augen schossen Blitze,
und sie ward - auf ihre Weise,
ganz, ganz ruhig - gefährlich leise:

<Mach es ruhig - Du lernst mich kennen.
Man wird Dich Henriette nennen,
weil Dir zum Henry - nicht verhehlt,
demnächst - entscheidend - etwas fehlt.

Ich mach es ein - in Essigtunke,
es fehlt nur noch ein kleiner Funken,
ein paar Zwiebeln, Paprika,
gibt's dazu - Hipp, Hipp, Hurra.

Das andere - das gibt's zur Not,
fein getrennt zum Frühstücksbrot,
Ostern steht - ich sag es Dir,
schließlich wieder vor der Tür.

Willst Du jetzt noch immer schließen?
Ich sehe Dich viel Schweiß vergießen,
ist's die Sorge - die ihn treibt,
dass es nicht nur - bei Drohung bleibt?>

Meine Knie - sie wurden weicher,
ich sah mich schon als kalte Leiche,
irgendwo im Lehm vergraben,
zählte meine letzten Tage.

Nein, ich hab nicht übertrieben,
letztlich ist's beim Tritt geblieben,
lahm gelegt - seit Stunden schon,
kein Bass beim Reden - hoch der Ton.

Wie heißt es doch - vom Übermut?
Dieser tue selten gut!
Heute ward es mir bewusst,
dass ich mich beherrschen muss.  01.02.2014
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Das Ende vom Lied

Vergangene Nacht - so kurz vor 10,
stand ich auf - bereit, zu gehn,
dorthin wo meine Heimstatt ist:
Im Keller - die Kartoffelkist.

Der Strohsack frisch - der Winter da,
ist auch Frost und Schnee nicht nah,
ist Vorbereitung dennoch wichtig,
was die Liebste tut - ist richtig.

Sie will, dass ich nicht frieren muss,
das ist mir klar - und sehr bewusst,
weshalb ich ihr - und das macht Sinn,
mehr als wirklich dankbar bin.

Normalerweise reicht sie Socken,
dick und flauschig - denn ganz trocken,
ist's im Keller nicht ganz immer,
dort in meinem kühlen Zimmer.

Der Boden aus gestampftem Lehm,
dennoch ist das Stroh bequem,
in unserem alten Fachwerkhaus,
my home, my castle - das Zuhaus.

Doch gestern meinte sie lakonisch:
<Jetzt werde mir mal bloß nicht komisch.
In dieser Nacht - ich bin so nett,
ruhst Du still - im warmen Bett.>

Ich sank auf meine Knie tief nieder,
war es wirklich denn schon wieder,
Ostern, Weihnacht - oder so...?
Ganz egal - ich war nur froh.

Hab mich ins Wasserbett gekuschelt,
das Licht gelöscht - und nicht getuschelt,
und schlief - im nächsten Augenblick,
tief und fest - na, welch ein Glück.

Das End vom Lied - ich hab verschnarcht,
jetzt ist mein Sonntag voll im ....,
denn die Liebste - welch ein Graus,
musste mit Frau Hund hinaus.

Sonntagmorgen - eigentlich,
mein Part - doch ich erfreute mich,
Morpheus Armen - ach so tief,
hörte nicht - dass sie mich rief.

Wie könnte das mir nur passieren?
Ich hab geschlafen - Sie muss frieren,
jetzt wartet wieder - kurz die Friste,
für mich im Keller - jene Kiste.

Zwischen Äapeln, Ölisch und Rhabarber,
gibt es ohne Wenn und Aber,
für mich nur die Erinnerung,
an letzte Nacht - der Tag ist jung.  19.01.2014
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Mäßigung

Voll Schrecken schau ich auf das Wetter,
jetzt noch Sommer – das wär netter.
Doch was sehe ich stattdessen?
Es soll schneien – zum Vergessen.

Ich schau hinaus – noch ist es trocken,
doch ahn ich schon die ersten Flocken,
und den Verkehr – der dicht an dicht,
vermutlich gleich zusammenbricht.

Die Liebste hat mir – letzte Nacht,
ein Deckchen für mein Stroh gebracht.
Sie meinte: „Frieden herrscht auf Erden.
Und Du – Du sollst nicht krank mir werden.

Das Thermometer fällt und fällt,
und kürzlich hab ich festgestellt,
dass ich nicht gut schlafen kann,
schnatterst Du mich laufend an.

Ich hör das Klappern Deiner Beißer,
vom Keller her – mein kleiner Scheißer,
und da ist´s wohl keine Frage,
dass ich´s nicht – mit Fassung trage.

Es stört mich – wenn trotz Oropax,
trotz Pfropfen aus zerlaufenem Wachs,
trotz der Dämmung – der rundum,
Dein Frieren nervt – denn das ist dumm.

Ich könnt zwar sagen – Lauf Dich warm,
im Keller auf und ab – hat Charme,
doch dann stört mich – wenn´s nicht täuscht,
wahrscheinlich Deines Schritts Geräusch.

Ja, aufgrund des Kampfgewichts,
ähnelst Du dem Flöckchen nicht,
dass bald sanft vom Himmel schwebt.
Oh, mein Gott – der Yeti lebt.

Drum schenke ich Dir eine Decke,
Dich darunter zu verstecken,
nicht allzu lang – nicht allzu breit,
doch wird´s schon reichen – tut mir leid.

Nein, Du musst nicht Danke sagen.
Bin für Dich da – in allen Fragen.
So lange Du – jetzt merk Dir das,
mich bloß nicht nervst – kenn keinen Spaß.“

Hab mich gefreut – Ihr sollt´s ruhig wissen,
im Übermut fragt ich nach Kissen…
Das hätt ich besser nicht getan.
Schaut Euch´s an – jetzt fehlt ein Zahn.

Mäßigung – die Gunst der Stunde.
Ich hab mich damit abgefunden.
Greif nach der Decke – denn ich weiß:
Bin ich brav – schließt sich der Kreis.  03.12.2013
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Weltmännertag

Heute ist Weltmännertag.
Ich habe meiner Frau gesagt,
dass sie mich heut ehren darf.
Ihr Kommentar - war knapp und scharf.

Nun sitze ich - am Sonntagmorgen,
vor dem Rest der Welt verborgen,
tief im Keller - einsam, stumm,
und suche nach dem Grund - warum.

Anderen Männer - hab's gelesen,
geht's viel besser - so die Thesen,
die werden - stets, an allen Tagen,
geliebt - und auf der Hand getragen.

Ich sage es der Liebsten - froh.
Sie meint, das sei im Fernsehen so.
Doch hier - und im realen Leben,
könnt es das - partout nicht geben.

Ich denke nach - da fällt mir ein,
das könnte stimmen - könnt so sein,
denn auch die Freunde - jederzeit,
klagen mir - dasselbe Leid.

Wie wär's mit ner Protestbewegung,
ganz kurz kam mir die Überlegung,
doch setz ich damit - mein Gefühl,
das Erreichte nur aufs Spiel.

Statt in den Keller - stets aufs Neue,
müsst ich im Winter - dann ins Freie.
Und meinen Trinknapf - den aus Blech,
nähm sie mir fort - bös grinsend, frech.

Ein Bett - wenn ich erkältet bin,
käm Ihr kaum mehr in den Sinn.
Ich träum den Traum so lange schon,
von etwas Freiheit - kargem Lohn.

Doch bleibt die Antwort stets die Gleiche:
<Benimm Dich, Freund - und Satan, weiche.
Setz ihm nicht Flausen - die er glaubt,
in sein altes, graues Haupt.>

Heute ist Weltmännertag,
ich habe meiner Frau gesagt,
dass sie mich heut ehren soll...
Das Träumen ist - so wundervoll.

Das ist ein Reich - so dann und wann,
wo man mich nicht vertreiben kann.
Jetzt träum ich weiter - durch den Tag,
dass sie mich - ein wenig mag.

Hätt ich's heut Morgen nicht gelesen,
besser wär's für mich gewesen.
Weltmännertag - wer braucht den schon?
Ich bin jetzt still - sag keinen Ton.     03.11.2013
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Frisches Bettzeug

Die Liebste hat zur guten Nacht,
mir gerade ein Geschenk gemacht.
Sie liebt mich - oh, wie ich mich freu:
Im Keller gibt es - frisches Heu.

Der Platz beim Strohsack - fein gefegt,
ich hab mich freudig hingelegt,
in dem Wissen - das macht Mut:
Diese Nacht wird traumhaft gut.

Frisches Wasser gibt's im Eimer,
und die Decke - das glaubt keiner,
ist geflickt - es gibt kein Loch.
Ach mein Herz - Du liebst mich doch.

Für meine kleine Taschenlampe,
gibt's neue Zellen - ja, ich kannte,
dort unten nur die Dunkelheit.
Nun bricht sie an - die neue Zeit.

Ich bette schnell mein Haupt aufs Stroh,
glücklich - überschwänglich - froh,
und träume sinnend vor mich hin,
dass ich im Grunde glücklich bin.

Die Liebste steigt die Treppe auf,
macht außen dann den Riegel drauf,
damit - das hat sie mir gesagt,
niemand mich zu stehlen wagt.

Das hab ich zwar nicht ganz gecheckt,
mir ist, als könnt ich selbst nicht weg,
doch mein Herzblatt hat wohl recht,
vielleicht - vielleicht begreif ich schlecht.

Mein Keller zählt so viel an Jahren,
fast zweihundert offenbaren,
dass ich's hier unten - hier im Lehm,
ganz sicher hab - und sehr bequem.

Hier unten hab ich keine Not,
und morgen früh gibt es gar Brot,
von letzter Woche - unserem Tisch,
die Liebste sagt - für mich sei's frisch.

Draußen wird es langsam kühler,
doch ganz gelehrig - wie ein Schüler,
zieh ich die Decke übern Kopf,
da höre ich erstaunt - es klopft.

Die Liebste kommt und bringt mir gar,
zwei warme Socken - es ist wahr,
sie ist so herrlich - ohne Pflicht,
einfach so - besorgt um mich.

Ich schließe meine Äuglein - träume,
jedem der's verdient - das Seine.
Und für mich gab's frisches Heu.
Ich bin geliebt - wie ich mich freu. 12.,10.2013
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Schlaf

Gestern Abend noch recht munter,
gleiche ich nun jetzt der Flunder,
die verwirrt zur Arbeit kriecht,
doch Bockseidank - noch nicht so riecht.

Ich habe doch perfekt geschlafen,
auf dem Strohsack - hier im Hafen,
tief verbannt in das Verlies,
unseres Kellers - das war fies.

Jedoch - die Liebste hat gesagt,
dass sie es nicht leiden mag,
wenn ich neben ihr - je Nacht,
zu viel Geräusch - beim Atmen mach.

Daher sei ihre Direktive,
dass ich nur im Keller schliefe,
ansonsten - und das klang gemein:
"Stell bei Nacht - das Atmen ein!"

Jetzt hab ich wohl im Stroh gelegen,
und nicht gewagt, mich zu bewegen,
weil die Angst zu mächtig war,
vor meiner Frau - das sei Euch klar.

Sie verfolgt - so mag es scheinen,
mich sogar in meinen Träumen,
vielleicht hielt ich - das mag so sein,
instinktiv - das Atmen ein.

Jetzt kommt es mir heut Morgen vor,
als müsste ich - ins Schlaflabor,
doch die Liebste - sprach schon hart,
sie schöpfe da - konkret Verdacht.

Ich wolle wohl - so hintenrum,
in Frieden schlafen - ich sei dumm,
da ich glaub - sie merkt es nicht,
dass mich wohl der Strohsack sticht.

Das End vom Lied - es konnt nur sein:
Ich schlief ad hoc am Schreibtisch ein,
und schlummerte - hab laut geschnarcht,
da trat der Chef - ...mich in den Ar...

Ich bin 3 Meter weit geflogen,
hab mir meinen Steiß verbogen,
sah ihn mitleidheischend an,
dass ich gewiss - nichts dafür kann.

Er schaute grollend und sehr kritisch,
meinte: "Heini, he, ich bitt Dich.
Bist Du denn nicht Manns genug,
Dich durchzusetzen? - Sei mal klug."

Ich hab tatsächlich nachgedacht,
mir wirklich einen Kopf gemacht.
Doch zog ich's dann - nicht in die Länge,
da ich doch - am Leben hänge. 28.08.2013
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Passierschein

Als ich grad nach Hause kam,
und mir meine Auszeit nahm,
stand Frau Oberst - in der Tür:
"Sei so gut - und zeig ihn mir."

Ich schaute nur entgeistert drein:
"Mein Herzblatt - wir sind nicht allein..."
Ich hatte es grad ausgesprochen,
da hab ich schon - mein Blut gerochen.

Ihre Freundin, Thea fand,
dass der Liebsten lockere Hand,
vielleicht ein wenig übertrieb,
sie hält sie immer noch - für lieb.

Ich nuschelte - mit ohne Zähne:
"Liebste, sprich - und ja, erwähne,
was Du mir zu sagen hast..."
Dann hab ich emsig aufgepasst.

Sie meinte drauf - es wäre schön,
könnt sie den Passierschein sehn,
der mir den Gang ins Haus erlaubt...,
Da hab ich reichlich dumm geschaut.

Denn den verlor ich - in der Eile,
im Büro - vor einer Weile.
Drum stand ich nun verloren da.
Frau Oberst lockt es ein - Hurra.

Sie meint zu mir - Auf alle Fälle,
sei mein Platz daher - im Keller.
Sie wollt der Freundin nur beweisen,
Erziehungsstand - in unseren Kreisen.

Bewundernd sah die Thea drein:
"So exzellent - kann Ordnung sein?
Das versuch ich nachher denn,
bei mir Zuhause - ja, bei Sam."

Seitdem verbring ich meine Zeit,
jetzt - sogar bei Helligkeit,
still in meinem Kellerloch,
sagt mir an - wie lange noch?

Ich hör sie draußen - feiern, lachen,
unterhalten, Faxen machen,
und eben schmiss man mir - im Nu,
sogar ein halbes Brötchen zu.

Ich hab ja Hunger - bin ein Mann,
doch komme ich partout nicht dran.
Die Kette - an der Kellerwand,
sie hält mich kurz - zu fest gespannt.

Wer befreit mich - von der Schwere?
Aus diesem Dasein - der Misere?
Nur weil ich diesen Schein verlor,
führt sie mich - kalt lächelnd vor. 27.08.2013
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Kino

Wisst Ihr, wie es mir ergeht?
Falls nicht - so schaut gut hin, versteht,
dass Wehren nicht infrage kommt.
Was SIE entscheidet - das gilt prompt.

Sie sprach zu mir - die Sonne schien,
dass es nur meinem Ansehen dient,
wenn ich jetzt in den Keller geh,
und kurz mal - nach dem Wasser seh.

Da Fragen meistens Prügel setzt,
begab ich mich Punktum - sprich jetzt,
hin zum Keller - und vergaß:
da unten gibt's nicht Strom - noch Gas.

Auch kein Wasser - keineswegs,
sie hatte mich - hereingelegt.
Und als sie meinen Schlüssel nahm,
des Cabrios... - das war infam.

Hinter mir - da quietscht der Riegel,
auf der Türe - doch kein Spiegel,
zeigt mir dort unten mein Gesicht,
denn Licht im Keller - gibt es nicht.

Ich hörte noch - konnt mich nicht wehren,
meines Autos leises Röhren,
dann fuhr die Liebste - mit dem Sohn,
hinweg zum Kino - welch ein Hohn.

Beide ließen mich alleine,
ich umschlang frustriert die Beine,
und weinte mich - schon fast in Schlaf.
Was soll ich tun - ich bin halt brav.

Nur mein Handy - ließ sie mir,
drum kann ich reimen - jetzt und hier,
während Spinnen - groß und haarig,
um mich huschen - Gott bewahr mich.

Ja, im Kino - sich vergnügen.
Den Alten lässt man weit links liegen.
Hätt Mütterlein mich doch gewarnt,
doch niemand hat sich mir erbarmt.

Ihr meint ja immer - Poesie,
sei nur rege Phantasie.
Versteht nun heut - nach diesem Reim:
Ich bin verlassen - und allein.

Nun gut - ich will ja sachlich bleiben:
Könnte ich noch mal entscheiden,
entschied ich mich - oh Freunde, Brüder,
ebenso - ich tät es wieder.

Ich versteh's ja selber nicht,
mein Bock - ich bin ein armer Wicht.
Selbst in Gedanken - wie bekannt,
hat sie mich fest - in ihrer Hand.   08.07.2013
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Mit

Unruhig lag ich zitternd wach,
stundenlang – die halbe Nacht.
Mein Strohsack – sonst fast wie ein Heim,
gab mir keine Ruhe – nein!

Ich malte Kreise – in den Lehm,
ich spürte kaum, der Stunden Gehn.
Der Keller eng – die Brust, sie auch,
die Angst griff mich – mit eisigem Hauch.

Ich ging nach oben - an die Türe,
ob ich da noch ihr Dasein spüre,
oder ob sie mich vergaß,
eingesperrt – vielleicht – das war´s.

An der Kellertür gerüttelt,
gefleht, gelitten und geschüttelt,
ob der kalten Gänsehaut.
Dumm aus meiner Wäsch geschaut.

SIE sprach zu mir – sie nimmt mich mit,
weil´s dafür tausend Gründe gibt.
Und einer dieser Gründe sei,
SIE zu bedienen – yes, ohweih.

Einer muss die Brötchen kaufen,
einer muss zum Bäcker laufen,
einer rennen – hin zur Stadt,
weil die Liebste – Urlaub hat.

Dazu mein Schwager – meine Schwester.
Die letztere sprach: „Na ja, mein Bester,
auch DEIN Dasein – es hat Sinn.
Obwohl ich – auf der Suche bin…

Ich hab gesucht – schon viele Stunden,
und ihn – bis heute – nicht gefunden.
Doch strengst Du Dich im Urlaub an,
so zeigt er sich – mal irgendwann.“

Ich sprach mir stets das Sprüchlein vor:
<SIE nimmt mich mit – macht auf, das Tor>.
Doch meine Hoffnung – schwand und schwand.
SIE ist mir halt – zu gut bekannt.

Doch als dann früh der Morgen graut,
hat sie durch diese Tür geschaut,
und meinte nur: „Die Arbeit ruft.
So komm herauf – verlass die Gruft.

Der Platz im Flieger – ist für Dich.
Doch vor der Reise, kommt die Pflicht.
Nun mach Dich auf – quatsch keinen Text,
schließlich wird es schon – bald 6.“

Die nächste Nacht – des Tages Rest,
krall ich mich an den Möbeln fest.
Oh, ich will mit – auf jeden Fall.
Und Keller – gibt es überall.  21.06.2013
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WG

Ein großes Schild kommt an die Tür:
"Eure Zuflucht - sie ist hier.
Männer - die Ihr unterdrückt.
Zieht Euch hier - zu mir zurück.

Auch hier gibt's Wasser - trockenes Brot,
und doch - die allergrößte Not,
erträgt man besser, wenn man weiß,
man hält sie aus im Freundeskreis.

Auch hier gibt's regelmäßig Schläge,
auch hier ist die Bedienung träge,
auch hier schläfst Du gepeinigt ein.
Doch wie gesagt - halt nicht allein.

Unterdrückung - Seelenqualen,
manchmal gar nicht auszumalen.
Kein Wunder ist es - Kinder, Kinder,
dass ich verblöde - mehr und minder.

Dass ich solche Verse schmiede,
ist ein Ausweg - denn die Liebe,
erfahre ich schon lang nicht mehr.
Ach, mein Dasein - es ist schwer.

Ich habe Platz - in meinem Keller,
für 2, 3 Plätze - auf die Schnelle,
und wenn es sein muss - auch für 4.
Eure Zuflucht - sie ist hier.

Nur meinen Strohsack - kurz und knapp,
den gebe ich gewiss nicht ab.
Drum bringt Euch nun - als ersten Schritt,
Eure eigene Matte mit.

Eine Decke - wäre gut,
habt keine Angst - zeigt etwas Mut.
Und an der Liebsten - nebenbei,
schleuse ich Euch still vorbei.

Sollt sie sich wundern - am Verbrauch,
des trockenen Brots - zeig ich den Bauch.
Und erkläre - Junge, Junge,
das liege wohl - am Dauerhunger.

Abends - vor der langen Nacht,
bevor ich dann das Licht ausmach,
sitzen wir im Arbeitskreise,
beraten uns - ganz heimlich, leise.

Und schlafen dann im Frieden ein,
der Mann - er braucht ein trautes Heim,
damit er seine Ruhe find,
denn irgendwo - bleibt er ja Kind.

Jetzt macht Euch auf - seid nur nicht bange,
und wartet bloß nicht all zu lange.
Die Warteliste der Geplagten,
ist lang - so viele, die schon fragten."  17.04.2013
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Nicht so ganz

Ich fragt die Liebste - nebenbei,
ob es wohl sehr verwerflich sei,
wenn ich einen Wunsch aussprech...
(Vor Angst und Sorge war´s mir schlecht).

Sie gab mir Antwort - sehr gewandt,
und meinte nur: "Kommt darauf an,
ob du es jetzt übertreibst,
oder brav und sachlich bleibst."

Ich schluckte - einmal, zweimal - heftig.
denn wenn sie zuschlägt - dann sehr kräftig,
und säuselte dann lieb und nett:
"Ich schlief mal gern - im Wasserbett.

Ich weiß - hier oben, neben dir,
zeigst du mir stets - zu Recht - zur Tür.
Jedoch im Keller - auf dem Lager...
Ist klar - da gibt´s gewiss ein Aber..."

Ich duckte mich - ich spürte Furcht,
und wusste doch - da muss ich durch.
Ich schloss die Augen - welch Gefahr,
da hörte ich - ein klares Ja.

Es zog mir meine Beine weg,
nie hab ich dies Gefühl geschmeckt.
Ich war perplex - so konsterniert.
Was bitte ist denn da passiert?

Ich küsste ihr aus Dank die Füße.
Sie sprach darauf galant: "Na, siehste.
Deine Angst - ich tu es kund -,
vor deiner Frau - hat keinen Grund.

Heut Abend schon - denn ich bin nett,
hast du - mein Schatz - ein Wasserbett."
Ich freute mich - ich freu mich so,
dank etwas Liebe - herzlich froh.

Ging am Abend in den Keller,
vor lauter Freude - etwas schneller.
Und bemerkte - leicht verstört:
Hab´s Kleingedruckte - überhört.

Ein Wasserschlauch - war ihr Geschenk,
er hat mein Bett - aus Stroh - getränkt,
damit es voller Wasser sei.
Daneben - brannte kokelnd Heu.

Die "Heizung" in den Strohsack legen,
kostet mich wohl sonst das Leben.
Sonst würde es mir - wie man weiß,
nach und nach - am Po zu heiß.

Sie rief von oben: "Freust du dich?"
Ich rief hinauf: "Ja, sicherlich!"
Und übte mich - in Akzeptanz.
Doch traf es wirklich - nicht so ganz. 09.04.2013
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Castell No. 5


Auf feuchtem Strohsack – steifgefroren,
voller Reif bis zu den Ohren,
Eisschicht auf dem Gänsewein,
und dazu das Zipperlein.

Das Rheuma droht mir in den Gliedern,
und trotzdem muss ich immer wieder,
da es meiner Frau beliebt,
im Keller schlafen – wo es zieht.

Egal ob Frühling, Winter, Sommer,
ohne Rücksicht – Punkt und Komma,
weist sie streng zum Keller hin,
wo ich des Nachts so einsam bin.

Doch kürzlich schwanden ihre Zügel,
denn sie vergaß im Stress den Riegel,
den aus Eisen – auf der Tür,
ich nutzte es – konnt nichts dafür.

Ich schlief bei Nacht im Gästebett,
oh, wie war´s dort warm und nett,
und da ich gerissen bin,
stellte ich den Wecker hin.

Ließ mich wecken – 5 Minuten,
bevor sie kam: - Ich sollt mich sputen.
Schaute artig – wie ein Lamm,
unschuldsvoll – wie ich´s nur kann.

Doch was ich letztlich nicht bedacht:
Mir fehlte der Geruch der Nacht.
Sie schnüffelte und sprach zu mir:
„Wo ruhtest du? – Bestimmt nicht hier!“

Ich war auf frischer Tat ertappt,
stand vor dem Fallbeil – denkbar knapp.
In den Augen brannte Schweiß,
der vor Angst – das war mein Preis.

So ging ich kurz zum Stroh zurück,
und hatte die Idee – zum Glück:
Aus Strohmief und geschmolzenem Reif,
kreierte ich: „Castell the Five“.

Tupfte mich – so sollt es sein,
damit dreimal kräftig ein,
ging dann zu meinem General:
„Schnüffle bitte – noch ein Mal.

Vielleicht war deine Nase dicht.
Wirklich, sag mir – riechst du´s nicht?“
Da erhellten sich – aus Liebe,
plötzlich und spontan die Züge.

Sie sprach zu mir: „Ich zweifelte,
als ich dich grad teufelte.
Nun seh ich, dass du ehrlich bist…“
(Puh – das war in letzter Frist…)   26.03.2012
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Hochstandhundehütte


Ich habe eine große Bitte,
lasst mir den Keller – denn die Hütte,
die´s Nichten-Kind grad heute fand,
ist mir zu eng – von Wand zu Wand.

Das Internet – man nutzt es täglich,
und ich – ich ende dabei kläglich,
weil die Verwandtschaft – heut und jetzt,
die Liebste auch noch pusht und hetzt.

Fand die Nichte doch ein Bild,
dem nun der Liebsten Achtung gilt:
Eine Hochstandhundehütte,
mit schmalem Eingang – in der Mitte.

Darunter steht ganz groß geschrieben,
(gebt nun Achtung, all Ihr Lieben):
Die Hütte sei – für Ehemänner,
oder Hunde – jetzt der Renner.

Frau General – sie meinte zwar,
das sei für mich – und das sei klar,
viel zu eng – im Raum darin,
weil ich halt etwas dicklich bin.

Doch schrieb drauf unsere Barbara,
nun gut, das sei natürlich wahr,
doch wenn ich schön gefaltet bin,
fände ich schon Platz darin.

Sie würde auch – aus freien Stücken,
mir ein paar Gardinchen stricken,
auf dass ich´s drin gemütlich hätte…
Das hab ich NICHT – oh, jede Wette.

Wie ich doch meinen Keller liebe,
zwischen Runkeln und den Rüben,
zwischen Klütten und dem Kraut,
zugig – doch stabil gebaut.

Ich lasse mich da nicht vertreiben,
ich will in meiner Heimstatt bleiben,
ich sag es laut – ich sag es scharf:
Auch nicht für´n eigenen Bedarf.

Dann nehme ich nen Anwalt mir,
da kenn ich nichts – ich bleibe hier,
durch die Instanzen, die ich kenn,
streite ich – da gibt’s kein Wenn.

Ich rief um Hilfe – fand sie nicht,
drum schrieb ich also dies Gedicht,
und hoffe, dass man mich versteht,
dass es so einfach – halt nicht geht.

Eine Hochstandhundehütte?
Und dann noch aus dem Blechnapf füttern?
Leute, schminkt Euch das flott ab.
Ich bleibe – wo ich´s wohnlich hab.  13.03.2013
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Kur

Weich und sanft - in letzter Nacht,
hab ich meinen Schlaf verbracht,
im warmen Zimmer - und im Bett.
Meine Liebste - sie ist nett.

Statt mich ins feuchte Stroh zu jagen,
sprach sie gestern: "Keine Fragen!
Dein böser Halsschmerz - der missfällt,
drum schläfst du hier - los, zück dein Geld.

Das Taschengeld - mein lieber Mann,
das gib flott ab - und dann, ja dann,
schlüpf unter deine warme Decke,
bis ich dich früh am Morgen wecke."

Ich wollte noch kurz aufbegehren,
wie´s ohne die Finanzen wäre.
Doch dann hab ich bei mir gedacht:
Was tut man nicht - für solche Nacht!

Der Schlaf - er bracht Erholung mir,
das erste Mal erwacht um 4,
und dann noch einmal umgedreht,
wie schön das doch im Bettchen geht.

Keine Maus, die an mir nagte,
keine Spinne, die mich plagte,
kein Heu, kein Stroh, das mich bös sticht,
und kein Stockfleck - im Gesicht.

Nicht Kühle und nicht Kälteschauer,
nicht eingekringelt an der Mauer,
keine Angst vor Dunkelheit,
einfach sanft verschlafene Zeit.

Doch jetzt kommt es gewaltig dick,
denn ich bin nun im Konflikt,
da mich mein Gewissen beißt,
das ist heftig - so ein Sch...

Weil - es hat die letzte Nacht,
mich armen Mann gesund gemacht.
Doch sag ich das der Liebsten nun,
muss ich erneut - im Keller ruhen.

Würde ich sie nun belügen,
oder würde nur geschwiegen,
könnte ich - das wär nicht schön,
ihr nicht mehr in die Augen sehen.

Ein, zwei Tage wärmer schlafen,
endlich mal in sicherem Hafen,
diese Aussicht lockt mich sehr,
grad genutzt - jetzt will ich mehr.

Ganz sachte rinnen mir die Tränen.
Muss ich mich der Gedanken schämen?
Noch eine Nacht - die eine nur,
das wär für mich - wie eine Kur.  28.02.2013
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Tatebär

Mit Vorsicht laufe ich auf Ritzen,
schon der Gedanken lässt mich schwitzen:
Ich latsche auf die falsche Fliese,
denn keine Frau – ist so wie diese.

Sie spricht, ich sei ein Tatebär,
ungeschickt und viel zu schwer,
und daher – nun, befürchtet sie,
stampf ich wild durch die Prärie.

Diese ist – ich sag es grad,
derzeit unser schönes Bad,
denn eine Fliese – Leute, lauscht,
wurde heute ausgetauscht.

Die liegt nun da – so vor sich hin,
und da ich reichlich schusslig bin,
befürchte meine Liebste sehr:
Behutsamkeit – sei mir zu schwer.

Wenn ich gleich in die Dusche geh,
und nicht genau nach unten seh,
trete ich die Fliese krumm,
ja – das wäre reichlich dumm.

Sie liegt noch nicht in festem Grund,
und eher lernt das wohl Frau Hund,
als ich – der ich ein Schussel bin,
doch denk ich mal, ich krieg das hin.

Meine Liebste warnt mich schon,
mit vorwurfsvollem leisen Ton,
notfalls läg´s geliebte Pad,
als Schutz – auf meinem Weg, zum Bett.

Dann ginge ich – das meint sie nämlich,
ganz fein herum – drum sei´s nicht dämlich,
setzt sie ihren Vorsatz grad,
ganz spontan – nun in die Tat.

Als wenn ich so ein Hohlkopf bin,
was kommt der Frau nur in den Sinn,
nun gut, ich laufe mal was um,
und auch ansonsten… stimmt´s… – wie dumm.

Jetzt hab ich Angst – ich trau mich nicht.
Heut noch ins Bad? – Ich weigere mich.
Denn wenn ich auf die Fliese tanz,
hilft nicht mal mehr – der Rosenkranz.

Ich merke, wie sie mich beäugt,
wie sie mich ansieht – dabei schweigt,
ich lese, was sie gerade denkt,
fragt nur nicht – vorbei, geschenkt.

Ich kauere mich – tief in den Sessel,
und bade später in dem Kessel,
wenn´s nachher in den Keller geht,
voll kaltem Nass – wenn Ihr versteht.  19.02.2013
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Kinderzimmer

Die Kinder sind nun raus - für immer?
Verwaist die einst belebten Zimmer,
und eigentlich - so denke ich,
gäb's jetzt einen Platz - für mich.

Ich schaue mir die Zimmer an,
und denk bei mir: Mein lieber Mann,
wie wäre das doch himmlisch schön,
müsst ich nicht in den Keller gehn.

Gut gefrühstückt - gut gestärkt,
gehe ich sogleich ans Werk,
wuchte meinen Strohsack rauf, 
das Streu im Flur - nehm ich in Kauf.

...hätte ich doch früh am Tag,
meinen General gefragt,
denn die sieht das - auf der Hand,
nicht sehr ruhig - und nicht entspannt.

Die meint zu mir: "Hast du nen Knall?
Die Wohnung gleicht jetzt einem Stall.
Wo man hinschaut Streu und Stroh,
vom Flur, zur Treppe, bis zum Klo.

Sag an, du Troll, was soll das werden?
Wisch den Dreck jetzt von der Erde.
Und dann hol dir - kurz und knapp,
von mir einen Verweis gleich ab."

Mein Einwand: "Es sind Zimmer frei.",
er war ihr zwar nicht wirklich neu,
doch was ich mir daraus erlaubt,
das hätt sie wirklich nicht geglaubt.

Sie meinte nur - es sei am besten,
man ließe diesen Raum - den Gästen,
bekämen wir einmal Besuch,
Menschen kennt man ja genug.

Doch dass ich mir die Freiheit nehme,
und mich des Eigensinns bequeme,
zu tun - nach was es mir beliebt....,
das mache sie doch sehr betrübt.

Die Erziehung - ihre Mühen,
die nun - scheinbar - doch nicht ziehen,
seien hier: "...mein lieber Schatz,
samt und sonders - für die Katz."

Dann zeigte sie - gestreckt der Arm,
stumm zur Tür - das heißt: Alarm!
Zur Türe - die zum Keller führt.
Den eisigen Hauch - hab ich gespürt.

Ich nahm den Strohsack untern Arm,
(na ja, auch Stroh ist weich, hält warm),
und bezog mein "Bett" erneut,
für alle Zeit - bestimmt - ab heut.  03.02.2013
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Beredtes Schweigen

Schön ist es - so dann und wann,
wenn ich mich unterhalten kann,
mit einem, dem's von früh bis spät,
eben- und genauso geht.

Ich will hier keinen Namen nennen,
doch der Gemeinte - wird sich kennen,
und weiß - dass diese Heimlichkeit,
eins vermeidet - nämlich Leid.

Wir tauschten uns behände aus,
die Worte sprudelten heraus,
und doch war Vorsicht stets geboten,
neben uns - des Unheils Boten.

Sie saßen - unterhielten sich,
als trübten sie kein Wasser nicht,
doch sah ich stets bei meinem Schatz,
es hob sich hoch - ihr Haaransatz.

Wenn sie die Ohren hob und spitzte,
auf ihrem weichen Sofa-Sitze,
damit sie besser hören kann,
was er dort redet - ich, ihr Mann.

Der "Unbekannte" - und auch ich,
die blanke Panik im Gesicht,
und trotzdem froh - sich auszutauschen,
auch wenn die Kerkermeister lauschten.

Und während sie Notizen machten,
dabei sogar zufrieden lachten,
war uns klar - wir nahmen's hin:
Die nächste Nacht wird eher schlimm.

Kellerloch - und Minusgrade,
Eisen scheuern an den Waden,
eine Nacht - eng angekettet,
wer kann es sein - der uns dort rettet?

Doch trotzdem - auch wenn's schwierig ist.
zu Schweigen wäre großer Mist,
manchmal reden sich halt zwei,
auch mal gut die Seele frei.

Auch wenn's Konsequenzen bringt,
auch wenn danach nichts mehr gelingt,
auch wenn man zittern, leiden muss,
unsere Frauen - ne harte Nuss.

Als ich zum Abschied - klingt's verrückt?
Dem guten Mann die Hand gedrückt,
da merkte ich - ganz still und leis,
er ist mein Bruder - ja, im Geist.

Wir sahen uns ganz dankbar an,
und wussten gleich - dass irgendwann,
wir einmal reden - ohne Zeugen,
bis dahin gilt - beredtes Schweigen. 19.01.2013
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Blanke Panik

Ich trau mich heute nicht nach Hause,
den mein Hals - in einer Krause...,
die Vorstellung behagt mir nicht,
dass sie mir die Gräten bricht.

Ohne Wenn und ohne Aber,
richte ich ein Notfalllager,
hier - gleich im Büro mir ein,
dort bin ich sicher - und allein.

Wasser gibt es aus der Leitung,
im Papierkorb eine Zeitung,
und Kekse find ich sicher auch,
sofern mein Körper Nahrung braucht.

Ich habe Angst - denn mein Vergehen,
nun - ich muss es sachlich sehen,
war wohl eher von der Sorte:
Ich sag gar nichts - Ohne Worte.

Denn heut Morgen - stapfte ich,
durch Matsch und Schnee - und meine Pflicht
wär´s gewesen, ja, ganz klar:
Die Schuhe aus - oh, es ist wahr.

Doch ich war faul - und ließ sie an,
der Schnee - er pappte unten dran,
und als ich dann ins Auto stieg,
da hatte sie - mich nicht mehr lieb.

Denn Pfützen schmückten - üble Tat,
rundherum das Laminat,
hier und dort die Spur, ein Kranz,
na, das wird heute - wohl ein Tanz.

Daher schließ ich mich besser ein,
Panik sucht mich eiskalt heim,
die Anlage für den Alarm,
schalt ich scharf - sie läuft sich warm.

Na klar - es ist ja meine Schuld,
manchmal fehlt´s mir an Geduld,
die Schuhe aus - die Schuhe an,
ich bin halt praktisch - bin ein Mann.

Doch führe ich nun jetzt nach Hause,
gäb es Saures - ohne Pause,
und ich denke, jetzt - derzeit,
steht das Putzzeug schon bereit.

Damit ich wienere - bis es spiegelt,
auf dass sie ihren Unmut zügelt,
und ich vielleicht - viel später, dann,
zumindest in den Keller kann.

Denn bei dieser Witterung,
führt es zur Verbitterung,
wenn ich zitternd - schlechter Dinge,
draußen meine Nacht verbringe.   17.01.2013
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Status Quo

Meine Liebste renoviert,
spachtelt, räumt und tapeziert,
derweil bin ich - weil's ihr gefällt,
als Hausmann schnöde abgestellt.

Betten machen, Suppe wärmen,
Frau Hund entführen, Demut lernen,
weil meine Frau das Sagen hat.
Mein Dasein - ist kein Ruhmesblatt.

"Fahr schnell hin zum Supermarkt,
hol Käse, Butter, Obst und Quark.
Und bring mir den Beleg ja mit,
damit's nicht nachher Schläge gibt.

Ich zähl es nach - das Wechselgeld.
Jetzt los, vom Acker - durch das Feld,
hin zu unserem Nachbarort.
Lebensmittel - gibt's nur dort."

Losgegangen - nicht gemuckt,
Ich zerbreche unter Druck,
und weiß, wann's lohnt - ganz still zu sein,
mutig bin ich - nur im Reim.

Gestern sprach ein weiser Mann:
"Stell dich bitte nicht so an.
Dieses Leben - diesen Status,
ist selbstverschuldet - gleich Pilatus.

Auch der wusch später - kennst das Ende,
ganz beharrlich seine Hände,
in Unschuld - sprach, er stehe hier,
und könne schließlich nichts dafür."

Auch ich, so sprach der weise Knabe,
verfüge über diese Gabe,
dass man mich - kaum irgendwann,
für Praxis halt nicht brauchen kann.

Daher - bei wirklich aller Liebe,
sei es dies - was mir nun bliebe:
<Der Hausmann> sei mein Status Quo,
selber Schuld - das sei halt so.

Der nächste Auftrag - kam soeben,
die Liebste, oh mein Herz, mein Leben,
traut mir zu - das macht mich stolz,
fürs Mahl zu sorgen - ach, was soll's.

Ich werde mich - dem nicht entziehen,
ich werde mich gewiss bemühen,
und vielleicht kommt es ans Licht:
Sie ist ein wenig stolz - auf mich.

Nur jetzt nichts verbrennen lassen.
Ich hoffe sehr, ich hab die Klasse.
Falls nicht - so geht's auf alle Fälle,
ohne Umweg - in den Keller.    12.01.2013
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Alcatraz

Manchmal gönnt die Liebste mir,
dass ich ein wenig Wärme spür.
Wärme, die von Herzen kommt,
in der ein Mann - sich gerne sonnt.

Sie sprach: "Ich bin's - dein liebend Weib,
und gönne dir - als Zeitvertreib,
ein, zwei Stündchen am TV,
dank nicht Gott - dank deiner Frau."

Mit diesem Wort - verließ sie dann.
unser Haus - nach nebenan,
und ließ mich unbewacht allein,
dankbar blieb ich brav daheim.

Sah "Die Sendung mit der Maus",
ich hab zu lernen - so sieht's aus.
Ich saß dort vorm TV gebannt,
doch der Zwang - führt meine Hand.

Ich zappte - und bediente fern,
nur wer Auswahl hat - der lernt,
und stieß voll Eifer - oh, wie krass,
auf den Krimi "Alcatraz"

Saß gebannt - mit offenem Munde,
und erfuhr die frohe Kunde,
dass man sich befreit - ganz still,
wenn man es - nur wirklich will.

Drauf steckte ich mir - insgeheim,
einen alten Löffel ein,
und begann - in nächster Nacht,
voll Fleiß zu graben - mit Bedacht.

Zog den Strohsack übers Loch,
niemals ward er so gemocht,
denn was verborgen - vor dem Licht,
das sieht mein Herzblatt - schließlich nicht.

Ja, mein Tunnel - wächst und wächst,
und vieles seh ich jetzt relaxed,
seitdem ich weiß, dass es gelingt,
mich näher - hin zur Freiheit bringt.

Bald bin ich durch - nur Zentimeter,
Angst vor der Freiheit? - Die kommt später.
Und für die Disco - hab ich, smart,
mir ein paar Euro schon gespart.

Frische Wäsche - für den Weg,
hab ich mir zurechtgelegt.
Ich steckte meinen Kopf kurz raus,
...dort lag der Hund - und lacht mich aus.

Die Liebste stand so groß dahinter,
und meinte: "Frühling, Sommer, Winter,
und auch im Herbst - gehörst du mir,
daher, mein Herzchen - bleibst du hier."  06.01.2013
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Scanner

Endlich kommt jetzt meine Zeit,
endlich - ja, ich bin bereit,
und verlege nun mein Lager,
vom Keller - hoch, kein Wenn und Aber.

Denn die Liebste ist nicht kleinlich,
meinte daher, es sei peinlich,
wenn die Kundschaft - voller Frust,
in meinen alten Keller muss.

Jetzt beginnt die Zeit der Steuern.
SIE wird nicht müde, zu beteuern,
dass nichts so ist - wie's scheinen mag.
Wer, bitte hat wohl mich gefragt?

Auf jeden Fall - wird's jetzt nicht schlimmer,
denn ich darf in jenes Zimmer,
in dem auch mein Computer steht,
ich merke schon - dass da was geht.

Dort hacke ich die Tastatur,
bis abends spät - so knapp 8 Uhr,
sinniere, rechne, fasele,
bis sie mich ruft: "Mein Hasele!

Meinst du nicht - es ist genug?
Mach Feierabend - sei recht klug,
und gib mir den Gewinn gleich ab,
ich sag's nur einmal - kurz und knapp.

Glaub nur nicht - dass du mich betrügst,
ich rieche das - sobald du lügst,
dann hast du deine Hosen voll,
und das ist wohl - nicht wirklich toll.

Wir gehen uns nicht an die Wolle,
komm her zu mir - komm zur Kontrolle."
Schon scannt sie mich - bis auf das Mark.
Soll ich mich wehren? - Sie ist stark!

Sie hat das Teil - die gute Haut,
am AirPort letztens fix geklaut,
das Personal kurz abgelenkt,
es gibt im Leben - nichts geschenkt.

Es gilt halt leider zu viel Räuber,
so zum Beispiel meine Weiber,
und der Rest - den sie mir lässt,
hält's Amt für Steuern letztlich fest.

Die Liebste schnallt mich auf den Sessel,
bindet mich - bis an die Fessel,
und dreht mich dann hydraulisch um,
oh, die Frau - sie ist nicht dumm.

Den Euro - hinterm Ohr versteckt,
den Cent - geklebt am Leberfleck,
alles, alles findet sie,
nur nicht den Drang - zur Poesie.  04.01.2013
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Dusche

Ein schöner Abend - schön und lang,
mit Freunden, die man suchen kann.
Wir suchten nicht - das macht uns froh,
wir fanden uns - halt einfach so.

Zu viel gegessen - wie fast immer,
und kaum getrunken - was ist schlimmer?
Viel geredet - und gelacht,
der Abend flog - schon war es Nacht.

Kurz vorm Abschied - in der Tür,
sprach die Freundin noch zu mir,
ob's im Keller - wenn's beliebt,
denn auch frisches Wasser gibt.

Ob mein Stroh gewechselt sei,
und ob - und das so nebenbei,
ich dort unten schlafen kann,
bei Spinnen, Mäusen - nebenan.

Nun bin ich dankbar - wisst Ihr's schon?
Für Tipps und für Inspiration.
Und prompt schon knirschte meine Mühle,
keine Angst - ich will nur spielen.

Ich erzählte - kurz und knapp,
dass ich dort eine Dusche hab,
denn die Liebste - ist gescheit,
und legt viel Wert auf Sauberkeit.

Die Gießkanne - vom Rost zersetzt,
gesichert, dass sie nicht verletzt,
ist vom Regen gut gefüllt,
zwar kalt - doch das ist nicht so wild.

Die Seife - Kern mit Mäusefett,
Parfum-getränkt - die Frau ist nett,
ich wasche mich - zwar ohne Schaum,
doch dieser Fakt - er stört mich kaum.

Für die Füße - gab mein Schatz,
mir den Rest vom Ako Pads.
sie meint, das Schrubben sei halt nötig,
und Hornhaut - "Lieber Mann, das geht nicht!"

Bin ich dann erst mal eingeseift,
ist die Zeit fürs Wasser reif:
Den Atem halten - wirr der Blick,
dann zieh ich - an der Kanne Strick...

Die Liebste meint - auf Zack, wie nie,
diese Art der Therapie,
dieser frühe Morgenschock,
der sei's - der frische Geister lockt.

Jetzt meckert nicht - so früh am Tage,
wen's Wissen stört - der soll nicht fragen.
Auf jeden Fall - und das sei klar,
wünsch ich Euch - ein schönes Jahr. 01.01.2013
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Feuerstelle

Die Liebste kocht so lecker, frisch,
versammelt alle hier am Tisch,
bewirtet gern - im Hause Wimmer,
ähnlich dem "Perfekten Dinner".

Punkte dafür gibt es keine,
und doch - wie ich's persönlich meine,
zeigt das Ergebnis deutlich an:
Ein dicker Bauch - wer kann, der kann.

Doch wächst nun die Familie,
dank Schwiegerkind Ottilie,
(Jasmine heißt sie ja - eigentlich,
doch das Problem: Sie reimt sich nicht).

Der Herd Zuhaus - dank Töpfen, Brätern,
platzt deshalb aus allen Nähten,
und was früher fast bequem,
entwickelt sich - nun zum Problem.

Zu viel Töpfe - wenig Platz,
doch ist sie raffiniert - mein Schatz,
und weist mich an - ganz auf die Schnelle:
"So zünde - deine Feuerstelle.

Geh in den Keller - schnell, hurz, hurz,
die Zeit zum Dinner - sie ist kurz,
nimm vom Holze - abgelagert,
und maule nicht - kein Wenn und Aber.

Wird's im Keller auch recht rauchig,
diesen Zusatzbrenner - brauch ich,
und jeder Einwand wird schnell arm,
denk nur dran - dann hast Du's warm.

Ich gebe dir den Bräter mit,
doch nasch am Fleisch - und es geschieht:
Dann hack ich dir die Gräten klein,
und du wirst in der Suppe sein."

Die Liebste - sie hat Argumente,
die reichen lange - bis zur Rente,
und da ich meine Finger liebe,
bin ich gern - vom Fleisch geblieben.

Stand dort unten - in den Schwaden,
bei stark erhitzten - hohen Graden,
das Thermometer stets im Blick,
diese Frau - macht mich verrückt.

Heut Abend schlaf ich - überraschend?
Eingehüllt in warmer Asche,
denn mein Strohsack liegt im Keller,
nah der frischen Feuerstelle.

Daneben sollt ich dankbar sein,
für Fleischgenuss - auf heißem Stein,
denn hätt es frischen Fisch gegeben,
würd ich die Luft - kaum überleben.  25.12.2012
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Asyl

Frau Hund ist jetzt im Tierasyl,
zu Sport und Spannung, Spaß und Spiel.
Die Liebste meint - dass das so sei,
das Wochenende bleibt nun frei.

Das sei dort fast den Ferien gleich,
und doch - mein Herz ist viel zu weich,
ich habe Angst, Frau Hunds Verstand,
gibt ihr ein - sie sei verbannt.

Sei´s drum - wie es immer ist,
auch wenn ich nun das Tier vermiss,
hab ich ganz schnell - und ungelogen,
meinen Vorteil draus gezogen.

Zumindest hab ich das versucht,
und doch - die Liebste führt ein Buch,
in dem ein jed Vergehen steht,
lest nun selbst - begreift, versteht:

Ich habe etwas Mut gewagt,
und mein Herzblatt kurz gefragt,
ob und wenn - und ja, vielleicht,
(schwierig - wenn der Mut - nicht reicht).

Sie sah mich an - und ihr Gesicht,
ich sah´s genau - verfinstert sich:
"Spreche Er nun - was er will,
ansonsten bleibe Er - jetzt still!"

Ich stammelte: "Es ist schon kalt,
der Frost erreicht den Keller - bald,
und Lunas Körbchen steht jetzt leer,
was spricht dagegen? - Ich will mehr.

Ich möchte eine warme Nacht,
und darum hab ich mir gedacht...."
(Den Schlag - der mir die Nase bricht,
nein, diesen Schlag, den sah ich nicht).

Erinnert Euch des Sturms Kyrill,
so ähnlich war´s - die Zeit stand still,
und ich wusste - ach, wie toll,
das große Buch - wird langsam voll.

Ich warf noch einen stummen Blick,
auf den warmen Korb zurück,
auf die Decken - flauschig weich,
und begab mich - in mein Reich.

In dem Wissen - Lern die Pflicht,
manche Fragen - stellt man nicht,
und mit Schmerz - und viel Gehabe,
rückte ich die Nase gerade.

Doch in der Stille meines Kellers,
begriff ich die Erziehung schneller:
Ja, sie hat vermutlich recht,
verkrümmt im Körbchen - schlaf ich schlecht.  13.12.2012
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Hamsterrad

Ich hab im Keller - nicht erst grad,
ein riesengroßes Hamsterrad,
und wenn die Liebste fernsehen will,
steht die Nabe dort nicht still.

Sie meinte grad noch, jüngst zu mir:
"Jetzt, lieber Mann - liegt es an dir.
Der Strom wird teurer - nicht mal wenig,
und wer jetzt strampelt - der ist König.

Außerdem erfüllt's den Zweck:
Ein gutes Mittel gegen Speck,
drum mach dich nun zum Keller auf,
und dort, mein Schätzchen - lauf, ja lauf."

Egal, ob sie jetzt kochen will,
das Hamsterlaufrad steht nicht still.
Beim Föhnen - der Verschönerung,
halt ich den Luftstrom stets in Schwung.

Die Heizung für das Wasserbett,
ist meine Queste - A bis Z,
und ist das Wasser abends kühl,
bin ich das erklärte Ziel.

Flackert mal ihr Leselicht,
erfahre ich von meiner Pflicht,
ein Ruf zum Keller: "Streng dich an,
so tu Er endlich - was er kann!"

Ob Yellow, E.On, RWE,
mir tun meine Waden weh,
und mit der allerletzten Luft,
strample ich mich forsch zur Gruft.

Ich ruf hinauf: "Ich kann nicht mehr.
Das Treten fällt so furchtbar schwer."
Da höre ich - und das ist Mist:
"Nun streng dich an - weil's spannend ist.

Der Mörder setzt das Messer an,
da kann's nicht sein - mein lieber Mann,
dass der "Tatort" dunkel bleibt,
jetzt, da dich die Unlust treibt!"

Also strample ich forsch weiter,
vom Schweiß, da dampfen meine Kleider,
die Produktion wird hoch geschätzt,
und was zu viel - das geht ins Netz.

Ich freu mich auf den Sommer schon,
mit etwas Ruhe - die sich lohnt,
da meint die Liebste - welche Pein,
ein Klimaautomat soll's sein.

Sparen ist ja sicher löblich,
doch stets auf mich - nein, nein, das geht nicht,
doch muss ich derzeit weiter drehn,
schließlich will ich Fußball sehn.   25.11.2012
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Furcht

Mein Herzblatt ließ mich grad allein,
mit Zunder und dem Feuerstein,
schloss die Tür zum Keller ab,
da sie jetzt viel zu schaffen hat.

Denn sie bewacht das Enkelkind,
wichtig - klar, natürlich, stimmt.
Jedoch - als sich die Türe schließt,
erzählt sie Anna - das und dies.

So auch vom Drachen Kokosnuss,
und jetzt ist's mit der Ruhe Schluss,
ich sitz im Keller - ohne Licht,
und ganz klar - ich fürchte mich.

Die Dunkelheit streift meinen Nacken,
ich spüre, wie mich Hände packen,
ein jedes Haar - es stellt sich auf,
bitte, Liebste - lass mich raus.

Ich ahne, ich werd angehaucht,
das hätt es wirklich nicht gebraucht,
ich geh nach vorne - einen Schritt,
jedoch, das Unheil - es kommt mit.

Ich sag mir - das ist Spinngewebe,
auch die Krabbler wollen leben,
und doch - bei tiefster Dunkelheit,
herrscht nur der Zweifel - tut mir leid.

Ich entzünde kleine Flammen,
aber nicht für wirklich lange,
denn beim Geflacker - erstem Licht,
bilden Schatten - ein Gesicht.

Ich falte mich ganz klein zusammen,
auf Kinderseele arge Schrammen,
liege auf dem Sack aus Stroh,
und werde sicher - nie mehr froh.

Dürfte ich noch einmal wählen,
mich erneut dereinst vermählen,
nähm ich dieselbe - frisch vom Fleck,
(wahrscheinlich liegt das nur am Schreck).

Noch weit ist es bis Mitternacht,
die Nacht noch lang - was Nöte macht,
die Stunden zäh - ich bin allein,
da quietscht die Tür - wer kann das sein?

Ein Lichtschein fällt auf harten Lehm,
ich träum vom Bett - das wär bequem,
doch wirft die Kerkermeisterin,
mir nur Papier auf Rollen hin.

Und wünscht mir eine ruhige Nacht...
Ich glaub - ich hab ins Stroh gemacht,
all die Not, die Angst, die Furcht,
war konsequent - denn sie schlug durch.  19.10.2012
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Lange Leine

Der Hund geht an der langen Leine,
Freiheitsdrang - und doch, ich meine,
die stünde wohl auch mir mal zu.
Die Liebste spricht: "Nun gib bloß Ruh.

Je kürzer, find ich, umso besser,
träume nicht - und spür das Messer,
das ich an deine Kehle setz,
verhalt dich artig - hier und jetzt.

Kurz die Leine - so soll's sein,
ich bestimme - ich allein,
und nun sei kusch - der Keller ruft,
frisch das Stroh - genieß den Duft.

Träumen darfst du - still und leise,
träumen darfst du - von der Reise,
und bist du lieb - mein stolzer Krieger,
darfst du mit in unseren Flieger.

Brav an einen Sitz gebunden,
fliegst du mit - gar viele Stunden,
die Leine halt ich in der Hand,
kurz gebunden - wie bekannt.

Doch riskierst du eigenen Willen,
werde ich dein Mütchen stillen,
dann schnall ich dich am Flügel fest,
glaub mir ruhig - I'll do my best.

Dort kannst du dir die Welt besehen,
und erfrieren deine Zehen,
wärmst du die im warmen Sand,
der Malediven - faul am Strand.

Danke sagen - musst du nicht,
das ist Liebe - nicht nur Pflicht,
ich gönne dir im Fall des Falles,
alles Gute - wirklich alles.

Alles - bis auf lange Leinen,
du solltest jetzt nicht ernsthaft meinen,
dass meine Güte endlos ist,
dass du mir das nicht vergisst.

Jetzt zieh dir schnell dein Halsband an,
für die Kette - lieber Mann,
hier ein Häkchen - dort die Öse,
nein, ich bin gewiss nicht böse."

Dann schaltet sie die Lampen aus,
verlässt den Keller - geht ins Haus,
und ich - ich bin erneut allein,
doch nicht für immer - nein, ach nein.

Ich hab den Hund - der Hund die Leine,
irgendwie ist sie auch meine,
auf jeden Fall - das alte Lied,
wenn die Liebste mich nicht sieht.   02.10.2012
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Drachenhaus

In Potsdam steht das Drachenhaus,
dort stieg die Liebste jubelnd aus,
und meinte nur: "So soll es sein.
Endlich bin ich nun - Daheim."

Ich sprach, das sei ein Hinweisschild:
"Nun mach mir nicht die Drachen wild!
Und meinst du nicht, du übertreibst?
Ich sähe gerne - wenn du bleibst.

Doch wenn dich die Bestimmung ruft,
deiner Herkunft ferner Duft,
verbaue ich die Zukunft nicht,
alles Gute - du, mein Licht.

Doch an eines denke, bitte:
Reihst du dich ein - in ihre Mitte,
bist du nur eine unter vielen,
vielleicht wirst du dich einsam fühlen.

Und klingt das jetzt vielleicht auch bitter:
Männer werden nicht verfüttert.
Dort gibt's nur Futter aus der Dose,
überlege gut - oh, Rose."

Doch plötzlich hielt ich prüfend ein:
Was ritt mich da - wie konnt es sein,
dass ich so rede - gibt das Sinn?
Sie ist die Kerkermeisterin.

Das ist wohl das Stockholm-Syndrom,
bin ich wirklich so weit schon,
dass ich da eine Bindung seh?
Oh, mein Gott - das tut schon weh.

Sie sah mich an - ein langer Blick,
und meinte knapp: "Ich komm zurück.
Träum nicht von Freiheit - sei kein Narr.
Was du da träumst - das wird nicht wahr.

Ich möchte dort - bei den Verwandten,
bei Schwestern, Brüdern, Onkeln, Tanten,
nur manch guten Tipp erringen,
Fortbildung - die wird es bringen.

Freundchen - für dein Lotterleben,
wird es einen Schlusspunkt geben.
Warte hier - und park den Wagen."
Dann war sie fort - und das seit Tagen.

Ich bin nicht wirklich ruhig, relaxt,
meine Angst, die stündlich wächst,
geht in Höhen - kaum gekannt,
mein Leben ist gebaut - auf Sand.

Eine kurze Urlaubsreise,
schon werde ich zur Drachen Speise.
Ach wäre ich - hab ich's geschrieben?
In meinem Keller nur geblieben.    23.09.2012
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Schneemann

Einem dicken Schneemann gleich,
bin ich getaut - ich werde weich,
und die getaute Flüssigkeit,
rinnt hinab - an meinem Leib.

Perlen ziehen ihre Bahn,
auf der Stirne fing es an,
doch auch am Rücken und am Bauch,
hat's wohl ein feines Loch im Schlauch.

Die Arme, Beine - alles nass,
zu tauen macht mir keinen Spaß,
alles fließt - und alles klebt,
ob's mein Body überlebt?

Die Liebste sagt: "Verzweifle nicht.
Das ist die Hitze, Dein Gewicht.
Das ist das, was man Sommer nennt,
wenn's Gestirn vom Himmel brennt.

38 heiße Grade,
wäre es um dich auch schade,
bewahre Halt - da musst du durch,
ohne Angst und ohne Furcht.

Und denke dran - an mein Kalkül,
meine Liebe ist kein Spiel.
Indem ich dich zum Keller schicke,
sorg ich für Schonung - für die Dicken.

Dort unten ist es kühl auf Dauer,
die Tiefe und die dicke Mauer,
halten fix die Schmelze auf,
lass der Natur ruhig ihren Lauf.

Du wirst auf deinem Strohsack liegen,
kein Wässerchen die Ruhe trüben,
derweil ich oben leidvoll stöhne,
darfst du ins Frische - das ist schöner.

Bist erfrischt nach tiefem Schlaf,
ach ja - und was ich fast vergaß:
Dein Chef dankts mir, weil Montag ist,
und du dann nicht so müde bist."

So hab ich das noch nicht gesehen,
doch Unterweisung - heißt Verstehen,
wie gut, dass ich die Liebste habe,
ohne Wenn und ohne Aber.

Die Sonne machte mir noch Sorgen,
heute Mittag, heute Morgen,
da wusste ich ja schließlich nicht,
dass das Leben einfach ist.

Wenn ich am Tage dann halt taue,
und fröhlich hin zum Abend schaue,
weiß ich, dass mir nichts passiert,
wenn man bei Nacht im Keller friert.  20.08.2012
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Freiheitskampf

Ihr kennt ja meinen Keller nicht,
kaum frische Luft, sehr kühl, kein Licht.
Ihr kennt ihn nur als mein Verließ,
in das die Liebste mich verwies.

Ihr stellt ihn Euch gemütlich vor?
So hört mir zu - und seid gut Ohr:
Der Keller gibt den Ängsten Nahrung,
meine Plage, Offenbarung.

Wenn ich mein müdes Haupt dort bette,
(wie schön, wenn ich ein Kissen hätte),
das Stroh mich in den Ohren kratzt,
denk ich an meinen fernen Schatz.

Derweil mein Schicksal mich ereilt.
und sie in ihrem Sessel weilt,
macht sich ein Gedanke breit,
für den - war´s lang schon an der Zeit.

So wie ich geknechtet bin,
macht Gründung einer Gruppe Sinn.
Jeder Mann wird aufgenommen,
der Knuten spürt - er muss nur kommen.

Im Keller gibt es einen Raum,
den betritt die Liebste kaum,
in dem bereite ich ein Lager,
ohne Wenn - und ohne Aber.

Jeder bringt sich Decken mit,
und falls es die in Mehrzahl gibt,
vielleicht auch eine noch für mich,
meine bröckelt schon bei Licht.

Von den Motten arg zerfressen,
Ersatz kann ich getrost vergessen,
denn die Liebste meint nur - krass,
da hätte ich nicht aufgepasst.

Beim Treffen schwingen wir Parolen,
jede Frau - bleibt uns gestohlen.
Das Schlachtwort heißt nur: Freiheitskampf.
Wir reden uns dort unter Dampf.

Die Frauen meinen: "Ach. ihr Jecken,
geht ruhig in die Jammerecken,
wo ihr euer Mütchen kühlt.
Schön, wenn ihr euch mutig fühlt.

Fühlt euch stark - und fühlt euch besser,
doch unsere Hand, sie hält das Messer,
dass man an eure Kehlen setzt,
die Klinge scharf - sie ist gewetzt."

Ein Revoluzzer - wächst im Kleinen,
die Liebste soll nur ja nicht meinen,
dass ich vor ihr auf Knien rutsche....,
...derweil ich hier am Daumen lutsche.   14.08.2012
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Les Miserables Magdeburg

Warum ich die Musik so liebe?
Nun ja, wir sind nicht sehr verschieden.
Auch mir geht's elend - fehlt der Schwung,
ist das wohl Seelenwanderung?

Zum Rebellieren - wie einst dort,
fehlt's mir an Mut - und hier am Ort,
bin ich ja leider ganz allein,
mit Unterstützung - könnt's schon sein.

So werde ich nun wohl stattdessen,
mich weiter am Musikstück messen,
"Les Miserables" schenkt mir Halt,
ist's im Keller feucht und kalt.

Mein General - sprich, meine Frau,
ist der Chef in unserem Bau,
und Aufstand - Aufstand wag ich nicht,
(vielleicht ein wenig - per Gedicht).

Ich dreh im Keller meine Runden,
Tag um Tag - und viele Stunden,
im Lehm schon einen Pfad gewalzt,
wund die Füße - und der Hals.

Denn dort unten schmettere ich,
die Lieder, die von Krieg und Licht,
aus dem Stück, das ich so liebe,
irgendwie bringt mir das Frieden.

Nun ist mein Stimmwerk zu vergleichen,
mit Krächzen, Quaken - kann nicht reichen,
an das, was auf der Bühne geht,
doch reicht es mir - wenn Ihr versteht.

Jetzt las ich gestern - ganz allein,
in Ketten und bei Kerzenschein:
Das Musical wird aufgeführt,
in Magdeburg - ich hab's gespürt.

Gespürt, dass ich mich freuen kann,
denn irgendwo und irgendwann,
zerstör auch ich die Barrikaden.
Wenn ich das darf. Kennt sie wohl Gnade?

Nächstes Jahr - und Open Air,
auf dem Domplatz - wer, ja wer,
legt - ach wäre das doch fein,
ein gutes Wörtchen für mich ein?

"Hört Ihr, wie mein Flehen erklingt?
Seid Ihr bereit - und steht mir bei?
Neben dem feuchten Keller winkt mir eine Welt ,
gerecht und frei....."

Ihr registriert, ich trällere schon,
und klingt das etwas dumpf im Ton,
so kann das nur am Keller liegen,
doch habe ich ja Zeit - zu Üben.    12.08.2012
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Falsche Tatsachen

In jedem Fall, der sich ihr bietet,
tut sie so - als ob sie hütet,
mich in der Geborgenheit,
das stimmt so nicht - es tut mir leid.

Sie gab nun heut ein Foto frei,
doch dass ich strahlte - ist mir neu,
das Foto, dass sie dort gekürt,
das ist sorgsam - retuschiert.

Ich erinnere mich der Pein,
ihr Daumen presst mein Schlüsselbein,
und die Krallen hinterm Knie,
die fuhr sie aus - so weit wie nie.

Dann sprach sie streng: "So lächle jetzt.
Du weißt, wie schnell man sich verletzt,
gibt man nur ein Widerwort...
So sei recht folgsam, kleiner Lord.

Denk nur dran, ich hab Erfahrung,
beim Skalpieren, der Enthaarung,
und blaue Flecken - setz ich an,
so - dass man´s nicht sehen kann.

So leg noch schnell den Arm um mich,
doch nicht zu fest - ich warne dich,
denn ist dein fetter Arm zu schwer,
bereust du es - gleich hinterher."

So sah ich in die Kamera,
gut geschminkt - und graues Haar,
die Blässe sorgsam übertüncht,
folgsam - wird man nicht gelyncht.

Jedoch gestrahlt - das hab ich nicht,
ernst, ganz ernst - war mein Gesicht,
oh, ich weiß es noch genau,
ich habe Angst - vor meiner Frau.

Was nun den Mund nach oben zieht,
sodass man meine Zähne sieht,
das erhält man - ohne Hohn,
für kleines Geld - bei amazon.

"Photoshop" - und wie sie heißen,
Software, um zu zerren, reißen,
zu verändern und zu schieben,
wie bei mir - recht übertrieben.

Da wirkt auf einmal - nebenbei,
mein Face - als ob ich fröhlich sei,
als ob mir was am Leben liegt,
keine Frage - Frechheit siegt.

Ich weiß genau - auf diesen Reim,
sucht mich wieder Strafe heim,
und dass ich in den Keller muss,
doch macht mir´s Klagen zu viel Lust.  31.07.2012
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Swimmingpool

Kellermief und Feuchtigkeit,
bringen´s mit sich – mit der Zeit,
dass der Verstand gewaltig hängt,
und man(n) nur noch in Reimen denkt.

Ein Kurzschluss – und schon ist´s passiert,
der Wahnsinn leider garantiert,
und ob´s der Liebsten Absicht war…?
Ganz egal – nun ist er da.

Während draußen Donner grollt,
sitz ich hier – die Hosen voll,
ich starre in den dunklen Raum,
und wünschte mir – es sei ein Traum.

Dabei war ich doch heute brav,
wie ein kleines Kind im Schlaf,
ich träumte nur – das fand ich cool,
von einem feinen Swimmingpool.

Um mich bei Hitze schnell zu kühlen,
um sich schnell erfrischt zu fühlen,
ein feiner Sprung ins kühle Nass,
bei diesem Wetter – hat schon was.

Gedacht getan – ich bin ein Mann,
zog mir meinen Bad-Dress an,
und vergaß dabei – oh je:
Wir haben keinen Pool – oh weh.

Ein Köpper in den Hof – auf Steine,
das schmerzt doch arg – doch wie ich meine,
hat´s nichts zerstört – denn der Verstand,
war schon dahin – das ist bekannt.

Doch denk ich ja von A bis Z,
so fiel mir ein – Das Wasserbett,
ist irgendwo dem Pool recht ähnlich,
inzwischen weiß ich – das war dämlich.

Kurz vorm Hechtsprung stand ich dort,
da höre ich der Liebsten Wort:
„Spring! Vergeude ruhig die Kraft!
Spring – so winkt dir Einzelhaft.“

Mein Mut (den ich ja niemals habe),
verließ mich jäh – sie hat die Gabe,
dass mich kurz die Besinnung greift:
Springe ich – so bin ich reif.

„Außerdem“ – so sprach sie weiter,
„sind des Kaisers neue Kleider,
für meine Augen – welch ein Graus,
zieh bloß die enge Pelle aus!“

Seitdem sitz ich nun wieder – leider,
tief im Verließ – in Sträflings Kleidern,
die Kerkeraufsicht kennt nicht Gnade,
und irgendwie find ich das schade.  27.07.2012
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Grillen am Sonn-Tag

Sonntagmorgen - Sonnenschein,
das ist perfekt - und wie ich mein,
ein Grund zum Grillen - festgestellt:
Man feiert's Fest - wie es grad fällt.

Ab heute soll's ja Sommer werden,
vorbei das Maulen, die Beschwerden,
die Sonne scheint - den ganzen Tag,
gerade so - wie man es mag.

Der Würstchen Duft zieht in die Nase,
das Getränk, es perlt im Glase,
auch wenn die Glut - noch lang nicht glüht,
ich wittere schon - was uns bald blüht.

Zumal - und das ist noch der Clou:
Wir setzen uns nur faul dazu,
denn wir sind heut eingeladen,
tatsächlich - weil wir Freunde haben.

Das glaubt uns niemand - doch es stimmt,
es ist halt so - das Wir gewinnt,
ein schöner Tag - bei Sonnenschein,
was bitte, kann wohl schöner sein.

Fleisch und Würstchen, Knoblauchbutter,
Fisch - ganz frisch geholt beim Kutter,
und so läuft mir - vorm Entspannen,
das Wasser schon im Mund zusammen.

Doch vorher ruft mich noch die Pflicht,
ohne Arbeit - gibt es nichts,
denn die Liebste drückt galant,
mir die Zahnbürst in die Hand.

Die neue - die mit Batterie,
elektrisch, Sorgfalt wie noch nie,
sie reicht sie mir - und meint dabei:
"Der Keller sieht gleich aus - wie neu!

In jede Ecke schrubben, kriechen,
und ordentlich - ich kann es riechen,
führst du mich gleich hinters Licht.
Freundchen, Freundchen - wag es nicht!"

Ich meinte darauf, zu erwähnen:
"Mein Herz, was wird - mit meinen Zähnen,
mach ich die Bürste gleich entzwei,
noch, ja noch, strahlt sie wie neu.

Und ich hab doch nur die eine,
nun gut - im Notfall - nehm ich deine...."
... nein, Ihr Blick war gar nicht ohne,
dieser Blick - er crackt Atome.

Nun mühe ich mich vor mich hin,
hab Sauberkeit in meinem Sinn,
damit ich mit zum Grillen darf,
Wurst mit Soßen - lecker, scharf.  22.07.2012
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Urlaubsreif

Die Liebste sagt mir stock und steif:
"Liebster, du bist urlaubsreif."
Ich schaue sie verwundert an,
wie sie das wohl sagen kann.

Sie sah mich nicht - das ist ein Fakt,
denn ich weilte in dem Trakt,
des Hauses - unter Ebene Eins,
und Video - gibt es da keins.

Keine Überwachung - aber,
das laute Schnarchen - unter Tage,
das vernahm sie - deutlich, laut,
oh, da hab ich dumm geschaut.

Sie schnarrte mir ins Telefon,
so weit sind wir schließlich schon:
2 Dosen - und ein Draht gespannt,
Technik, Fortschritt - so genannt.

Ihre Stimme klang leicht hohl,
zwischen Äpfeln und dem Kohl,
der dort stets zur Reife liegt,
jedoch - Ihr wisst, Erfahrung siegt.

Was ich nicht verstehen kann,
das kommt bei mir als Stückwerk an,
doch mach ich mir - das muss so sein,
auf Fehlendes dann gern den Reim.

Zwischen Erbsen und Kartoffeln,
zwischen Bangen und dem Hoffen,
tönte aus der Dose: "Hi.
Komm herauf - Du hast heut frei.

Du schläfst mir selbst am Tage ein,
ständig - und das darf nicht sein.
Sogar dein Chef hat mir gesagt,
du verschliefst die halbe Fahrt.

Statt fachlich Reden - warst du lahm,
die Stunden auf der Autobahn,
glänztest du - es tut mir leid,
durch tiefen Schlaf - die halbe Zeit.

Da ist doch wohl dem Letzten klar:
Du erscheinst uns sonderbar,
und statt der Reise fürs Geschäft,
gibt's Urlaubsabzug - im FF.

So steh ich dir - jetzt hör gut hin,
Urlaub zu - als Lustgewinn,
ein Sonntag mit viel Sonnenschein,
bei deinem lieben Schwesterlein.

Da tankst du neue Frische auf,
und ich schenk dir obendrauf,
eine Nacht im weichen Bett...."
....Oh, die Liebste - sie ist nett.  21.07.2012
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50plus

Sonnenschutz - ab 50plus,
irgendwie hab ich's gewusst,
dass die Liebste - ja, es stimmt,
den Umweg auf mein Alter nimmt.

Sie drückte mir grad sehr galant,
einen Beutel in die Hand,
und meinte boshaft: "Sieh nur hin,
wie gut ich ständig zu dir bin.

Sonnenschutz - von höchster Güte,
dass du in deiner Jahre Blüte,
im nächsten Urlaub nicht verbrennst,
die ganze Nacht - nur jammerst, flennst.

Dazu dein Traum vom Cabrio,
denn Sonnenbaden macht nur froh,
wenn man den Hals, die Rübe schützt,
derweil man hinterm Steuer sitzt.

Du siehst, ich sorge gut für dich,
doch was machst du? Du lästerst mich.
Stellst mich überall so hin,
als wenn ich stets ein Unmensch bin.

Doch wer im Keller sich verkriecht,
dort im Dunkeln ständig siecht,
für den ist reine Sonnenglut,
ohne Schutz - erst gar nicht gut."

Ich sagte ihr, die Kellerflucht,
hätte ich nicht selbst gebucht.
Es sei - dass sie das nicht vergisst,
stets ihr Befehl - und das sei Mist.

Dass ich immer blässlich bin,
das nehme sie - am Ende hin,
und gegen Rost - und Grünspan gar,
gibt's wenig Mittel - ist doch wahr.

So dass am Ende gar nichts nutzt,
außer höchstem Sonnenschutz,
dies Geld - das hätte sie gespart,
käm ich ans Licht - das ist schon hart.

Für den Moment - so schien es mir,
war sie betroffen - jetzt und hier,
doch der Augenblick - verging,
Verständnis - ist nicht grad ihr Ding.

Sie sprach: "Mach dir mal keinen Kopf,
dein Jammern - ist ein alter Zopf,
bis zum Flug - da ich dich mag,
schenk ich dir Freigang - Tag für Tag.

Eine Stunde raus - ans Licht,
es ist ok - nein, dank mir nicht.
Der Urlaub steht in Bälde an,
und ich tu gerne - was ich kann."  30.06.2012
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Überholt

Wie schnell man sich - so dann und wann,
doch selber überholen kann,
das habe ich erst heut gemerkt,
und mein Vorsatz ward bestärkt:

Erst kurz denken - dann erst reden,
das gilt sicherlich für jeden,
doch speziell ist´s scheinbar Pflicht,
für den geplagten Mann - sprich mich.

Ich hatte mich kurz eingeladen,
wollte einen Kaffee haben,
bekam den schließlich auch serviert,
und dabei - ist es passiert.

Nichtsahnend habe ich erzählt,
doch meine Worte schlecht gewählt,
denn mein nettes Publikum,
schaute auf - und sprach: "Warum?

Warum erzählst du - beichte, Schuft,
dass dein warmes Bett dich ruft,
nach Holland - nach dem Fußballspiel?
Scheinbar - phantasierst du viel.

Erzählst doch ständig, stets vom Keller,
vom bitteren Los - von blechern Tellern,
und nun hört man nebenbei,
dass alles nur - geschwindelt sei?

Wir sind enttäuscht - wir sind brüskiert,
fühlen uns wie angeführt,
du warst uns stets - recht nett und teuer,
uns - den Lotsen eurer Steuer."

Ich wurde rot - was sollt ich sagen,
der Kloß, er saß mir tief im Magen,
doch lügen - nein, das kann ich nicht,
drum blieb die Wahrheit mir - als Pflicht.

Ich schaute grimmig: "Nicht zu fassen,
mich nicht auszureden lassen,
denn nach dem Spiel - so glaubt es mir,
verwechselte ich just die Tür.

Stand in der Liebsten Kemenate,
doch bevor das Unheil nahte,
habe ich noch jäh erkannt,
dass ich im falschen Stockwerk stand.

Hab mich leise umgedreht,
würd sie wach - wär es zu spät,
und ich schlich ganz leise, heimlich,
in den Keller - nein, wie peinlich."

Dann sah ich auf - mit Gänsehaut,
ja, sie haben mir geglaubt.
Phantasie - ein Paradies,
da sie mir - den Ausweg wies.  14.06.2012
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Marathon

Ich singe Euch ein Lied davon,
vom gefühlten Marathon,
zwar nicht wirklich körperlich,
und trotzdem - gnadenlos erwischt.

Vier Tage ohne Ende feiern,
Geburtstagsstress - und stets aufs Neue,
zuerst der Sohn - dann meine Frau,
das hält kein Mensch aus - keine Sau.

Das Schwiegerkind - kommt hintendrein,
das Enkelkind stimmt auch mit ein,
und ich? Ich geh aus freien Stücken,
mittlerweile fast an Krücken.

Fünf Tage - vier Mal Glückwunsch singen,
und Geschenke überbringen,
doch für mein Wohlsein - ob´s gefällt,
bleibt am Ende - fast kein Geld.

Mein Kellerlager - das aus Streu,
braucht schon seit langem frisches Heu,
doch die Liebste - bin verloren,
packt mich schmerzhaft bei den Ohren.

Sie zeigt mir, wie ich´s rechnen muss,
statt IPad - auf dem Abakus,
denn im Keller - meint sie weich,
sei´s fürs IPad viel zu feucht.

Es reiche - ohne Wenn und Aber,
wenn sie die Elektronik habe.
ich mache eh sie nur entzwei,
(das stimmt - das ist mir (fast) nicht neu).

Ich schaue blinzelnd zur Tabelle,
lins angstvoll auf die letzte Stelle:
Dort steht, dass nichts mehr übrig blieb,
dann meint sie noch - sie hätt mich lieb.

Für Geschenke, was zum Grillen,
Getränke, um den Durst zu stillen,
ging´s Gehalt in Gänze auf,
das sei halt des Schicksals Lauf.

Die Dauerkarte - ganz zuletzt,
habe sie bereits versetzt,
weil der Monat - sagt sie platt,
noch so viele Tage hat.

Ich zeige auf - ich sprech vom Hunger,
da meint sie: "Mach mir keinen Kummer.
Der Rippchen Reste - Tag für Tag,
hast du doch sauber abgenagt.

Und reicht das nicht - ganz unumwunden,
so mache künftig viel mehr Stunden.
Denn wie man es auch immer nimmt:
Der nächste Birthday kommt bestimmt!"   12.06.2012
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Socken

Oh mein Gott, es ist so weit,
verdonnert nun - zur Hausarbeit,
da die Liebste ja nicht sieht,
was rundherum um sie geschieht.

Anstatt sie alles liegen lässt,
stellt sie kürzlich boshaft fest:
"Ich hab ja schließlich einen Mann,
den ich nun "missbrauchen" kann."

Schon sehr früh - am neuen Morgen,
mal eben fix den Müll entsorgen,
Spülen - und man mag's kaum glauben,
dazu auch noch die Stäube saugen.

Doch der Teufel - alldieweil,
steckt ja oftmals im Detail:
Es begann - mein Mund wird trocken,
beim Sortieren unserer Socken.

Die Liebste sprach, sie sehe nichts,
im morgendlichen Dämmerlicht,
legt mir einen Stapel hin,
damit ich gut beschäftigt bin.

Ich starrte auf den hohen Berg,
und machte mich sogleich ans Werk:
Die eine schwarz - die nächste grau,
oder ist es dunkelblau?

Die eine kurz, die andere lang,
die weitere ähnlich - nebenan.
Vielleicht was kürzer? Kann schon sein,
Ich roll sie achselzuckend ein.

Und weiß sehr wohl - es folgt die Buße,
die Strafe holt mich ein - zu Fuße,
und zwar genau in dem Moment,
wo Sie mein schändlich Tun erkennt.

Ich weiß sehr wohl - sie wird mich hassen,
wenn die Socken erst nicht passen,
wenn alles einfach durchgemischt,
Freunde sagt - wer rettet mich?

Ich geh - dann geht es einfach schneller,
aus freiem Willen in den Keller,
versteck mich unterm Sack aus Stroh,
doch findet sie mich sowieso.

So liegt - man soll es gar nicht meinen,
das Problem im denkbar Kleinen,
egal - was ich auch immer tu,
die Angst im Nacken gibt's dazu.

Ich mag es wenden oder drehen,
erneut ist es um mich geschehen,
eine kleine Kleinigkeit,
am falschen Ort - zur falschen Zeit.   26.05.2012
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1. Mai 2012

Tag der Arbeit – 1. Mai,
doch lieber Chef, wie wär´s, verzeih,
wenn ich heut reichlich träge bin,
Arbeit – hab ich nicht im Sinn.

Ich mache heute Augenpflege,
hab nicht sehr lang im Bett gelegen,
war letzte Nacht im „Höhner“-Stall,
dort war´s perfekt – na klarer Fall.

14.000 Laiensänger,
da wurde es – halt etwas länger,
die Stimmung, sie war grandios,
einfach nur der Teufel los.

Nun sitze ich ganz brav im Sessel,
die Müdigkeit hält mich in Fesseln,
und mir fallen – stets, im Nu,
beim Lesen glatt die Augen zu.

Die Liebste kam nun grad herein,
und meinte nur: „Wie kann das sein?
Mein Ehemann macht einfach blau?
Na du bist – eine faule Gattung Mensch…“

Kaum sagte sie das – ganz spontan,
Aug um Auge – Zahn um Zahn,
reichte sie mir ein Pamphlet,
um mich zu steuern – ach und weh.

Hier ne schnelle Überweisung,
dann noch Spülen – nach der Speisung,
den Hund grad durch das Feld geschleift,
das ist mein Dasein – das ist live.

Heute Mittag gibt es Gäste,
ich freu mich drauf – ich geb mein Bestes,
und mein feiner Kellner-Frack,
er strahlt perfekt – in bestem Lack.

Denn die Liebste – die mich bändigt,
meint schon den ganzen Morgen, ständig,
dass ihre Herrschaft schwerer wiegt,
und mir das Kellnern heut obliegt.

Wenn ich ganz brav bin – über Tag,
und wenn sie mich dann auch noch mag,
gäb´s heut Abend – „Streng dich an,
ne Überraschung – lieber Mann!“

Ich begann mir auszuschmücken,
was mich erwartet – doch zum Glücke,
hab ich nicht viel an Phantasie,
eher selten – oder nie.

Was könnt es sein? So auf die Schnelle:
Vielleicht muss ich – nicht in den Keller?
Vielleicht gibt’s etwas, das ich mag?
Vielleicht wird heute – gar mein Tag.   01.05.2012
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Bongo

Gestern Abend - falsche Zeit (?),
hab ich endlich Mut gezeigt,
die Liebste gerade nicht Zuhaus,
hab ich gedacht: Das nutz ich aus.

Begab mich - artig und adrett,
frisch geduscht ins Wasserbett,
und war mir sicher - Ja, das klappt,
dass sie dafür Verständnis hat.

Ein letztes Blitzes der Gedanken,
dann schloss der Sandmann alle Schranken,
und ich schlief - so soll es sein,
warm und völlig friedlich ein.

Mitten zu der halben Nacht,
bin ich plötzlich aufgewacht,
von einem harten Trommelschlag,
ich war verwirrt - Graut schon der Tag?

Ich zog mir meine Brille auf,
da nahm das Unheil seinen Lauf,
und ich sah - schwarz auf Papier:
Statt des Tages - graut es mir.

Die Liebste stand vor meinem Bett,
schaute streng - und gar nicht nett,
ich schluckte - packt die Chance beim Zopf,
und zog das Plumeau übern Kopf.

Doch auch dort gab's kein Entrinnen,
ich hört sie trommeln - und die Stimme:
"Ich war Galeeren-Hauptmann - einst,
versuch es nur - wenn du das meinst.

Ich war Hauptmann, Boss im Kongo,
bin heute nun die "Queen of Bongo",
die Seele wandert - nimm es hin,
da ich dir überlegen bin.

Du weißt, dein Händeln war nicht richtig,
Eines, Eines nur ist wichtig:
Dass du weißt, wer's Sagen hat,
selbst dann - bin ich nicht in der Stadt.

Das klappt im Job - warum nicht hier?
Bin ich zu brav? Sprich - jetzt und hier..."
Dann tat sie einen letzten Hieb....,
der mich in meinen Keller trieb.

Das Trommeln hab ich noch gehört,
im schnellen Rhythmus und empört,
doch übte sie bei mir Verzicht,
schlägt besser Bongos - anstatt mich.

Ist es auch Unrecht - und gar Beugung,
stieg ich aufs Rad - zur Stromerzeugung,
damit die Liebste - sie gewann,
bei Licht am Bett noch lesen kann.  21.04.2012
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